Sonntag, 21. Januar 2018

Soldaten aus Lippe als Teil des Fürstenbataillons im Peninsular War

The following text deals with the war experiences of a Lieutenant of the Principality of Lippe in the Peninsular War. The text is a summary of the memoirs of said Lieutenant, Georg Heinrich Barkhausen: "Tagebuch eines Rheinbund Offiziers aus dem Feldzuge gegen Spanien und während spanischer und englischer Kriegsgefangenschaft 1808 bis 1814."
You can find the complete book for free on Google Books. It is kept in Old German script.
If you want a shorter overview, I recommend that you translate my article using the Google Translator. The text should be easy to translate.


 „Ganz unerwartet erhielt unser durchlauchtigster Fürst am 27. September von Ihrer Durchlaucht der Fürstin von Lippe-Detmold die Nachricht, dass der Kaiser Napoleon abermals von den beiden Häusern Lippe ein Kontingent verlange, welches aus zwei Kompagnien, eine jede 140 Mann stark, bestehen solle, wozu der von Schaumburg-Lippe zu gebende Antheil  1 Offizier, und 72 Mann betrüge. - (darunter ein Sergeant und zwei Korporale, der Verf.)“
So beginnen die Memoiren eben dieses Offiziers, Georg Heinrich Barkhausen, der das Kontingent von Schaumburg-Lippe in die Schlacht nach Spanien führen sollte.
Die beiden Lippischen Fürstenhäuser gehörten zu den kleineren Herrschaften in Deutschland, die das Ende des „Alten Reiches“ im Jahr 1803 überlebt, und als Mitglieder des Rheinbundes sich der Heeresfolge für Frankreich unterworfen hatten, wie das die Rheinbundakte auch vorsah.
Die Mitgliedschaft hatte auf jeden Fall direkt schon zu Beginn Vorteile für den regierenden Potentaten gebracht.
Immerhin war Georg Wilhelm (1784-1860)vom Grafen zum Fürsten erhoben worden. So etwas imponierte natürlich und machte was her.


Na und wie auch alle anderen Nutznießer der napoleonischen Herrschaft klammerte man sich auch nach 1814/15 an diesen Privilegien fest, und gab sie nicht aus der Hand.
Schaumburg Lippe existierte als Fürstentum bis zum Jahr 1919, als Land dann de jure bis 1946.
Das Abenteuer der Schaumburger begann am 30. September 1808. Morgens um 4 versammelte sich die Truppe auf dem Schlossplatz und rückte ab.



In der Stadt Lemgo wurde das Kontingent mit denen aus Lippe-Detmold zusammengeführt. „Die Lippe-Detmold’schen Kompagnien, welche zu diesem Detachement bestimmt waren, hatten noch nicht einmal die erforderlichen Mannschaften, viel weniger noch die notwendigen Montierungsstücke erhalten, und konnten nicht eher als in 14 Tagen marschfertig sein.
Am 2. Oktober wurden meine Leute in die Kompagnie des Kapitain von Campe eingeteilt, und zu meiner nicht geringen Freude sehe ich sie größtenteils im ersten Gliede desselben stehen, da nur einige Mann der Lippe-Detmold‘schen die meinigen an Größe übertrafen.“
Am 13. November kam dann der Marschbefehl für die Kompanien. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, so musste unter anderem noch ein Ersatzmann für einen kranken Musketier aus Bückeburg herbeigeführt werden, brachen die Soldaten am 15. auf.
Der Weg führte von Lemgo nach Detmold. Von dort ging es nach Warburg (17.), Kassel (19.), Marburg (22.), Gießen (23.), Friedberg (24.) und Frankfurt (25.).
Am 27.11. überquerte die Einheit bei Kastel den Rhein und gelangte nach Mainz. Hier betrat man nun französischen Boden, das linke Rheinufer war ja dem französischen Kaiserreich eingegliedert worden, und Barkhausen vermerkt auch die Gefühle, die ihn hierbei überkamen.
„Eine tiefe Stille herrschte unter allen Leuten und mit Herzklopfen und Ahnung künftiger trauriger Tage gingen wir mit blassen Gesichtern über diesen großen Fluß… Nun riefen viele meiner Leute aus, als wir den Rhein passiert waren, nun ist’s vorbei, über ihn sind wir hinüber, und nie werden wir unser Deutschland wiedersehen.“
Es gab aber nach dem Betreten Frankreichs auch einen Vorteil, was Barkhausen nicht verschweigt. Da die Truppe ja unter Frankreichs Fahne diente, gab es auch Sold; da sogenannte Etappengeld: „… der Soldat und der Korporal täglich 5 Sous, der Sergeant 7, und der Sergeant Major 8 Sous und 2 Pfund Brot, der Lieutenant täglich 2 ½ Franc und der Kapitän 3 Franc.“
Ansonsten waren die Soldaten aber nunmehr Selbstverköstiger. Man erhielt Sold. So musste man sich sein Essen und alle anderen Verbrauchsmaterialien auch selbst besorgen.


Neben den Kontingenten aus Lippe stießen hier in Mainz noch weitere Kompanien zu ihnen, und zwar diejenigen  aus Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen.
Die Kompanien wurden vom Mainzer Kommandanten Kellermann gemustert. Major von Brockenburg, der Major des Schwarzburger Kontingents erhielt nunmehr Befehl über alle vier Kompanien und sollte diese weiter nach Metz führen.
Die so zusammengeführte Einheit marschierte jetzt am 29. aus Mainz ab und erreichte am Abend Alzey.
Von hier ging es dann nach Kaiserlautern (1.12.), Landstuhl (2.12.), weiter dann über Homburg an der Saar nach Zweibrücken.
Am 5.12. kam man nach St. Avold.
Dazu vermerkte Barkhausen folgendes. „ Von Mainz bis Saarbrücken sprachen die Einwohner noch immer Deutsch, allein in St. Avold verstanden sie nichts mehr davon, und die letzte Spur unseres Vaterlandes ging also hier auch verloren.“
Am darauffolgenden Tag erreichte die Einheit dann Metz. Der erste entscheidende Bestimmungsort der Reise.



(die Figuren sind von den Perry Brüdern und hier oder im Handel bestellbar. Sie finden sie unter der Confederation of the Rhine Reihe:

Hier in Metz wurde nämlich das Bataillon gebildet, dem auch die Lippe‘schen und Schwarzburger’schen Kompanien angehören sollten.
Bei diesem Bataillon handelt es sich um das sogenannte Fürstenbataillon, das Bataillon des Princes. Das Regiment wurde aufgrund seiner Truppenvielfalt so bezeichnet, zeigte es sich doch als Truppenmix verschiedener deutscher Kleinfürstentümer .
Eine erste neue Erfahrung für die Einheit aus Lippe war der Bezug der Caserne des Chambiere.
Für die Soldaten dieser Zeit, und noch weit bis in das 19. Jahrhundert hinein, war im Normalfall ja die Einquartierung in Privathaushalten die Norm.
Hier in Metz machte man dann entsprechend andere Erfahrungen, wobei die Wertung des jungen Leutnants gar nicht so schlecht ausfällt.
„Die beiden Gebäude der Kaserne des Chambiere liegen nahe am Stadtwall, an einer schönen Straße und sind regelmäßig  4 Etagen hoch gebaut. Die Länge eines jeden Gebäudes ist ungefähr 200 Fuß und jedes ist in 12 oder 16 besondere Quartiere eingeteilt. Unten ist die Stallung der Kavallerie und darüber die Zimmer der Infanterie,  zu welchen von jeder Seite des Hauses  die Eingangstür und Treppe führt. Die Zimmer sind sehr groß und geräumig und für 15 bis 20 Mann eingerichtet. Zwei Mann erhielten ein Bett, das aus einem Strohsack, einer Matratze, einem Kopfkissen, zwei Laken und einer Decke bestand… Die Soldaten erhielten täglich 1 ½ Pfund Brot und 3 Sous wurden täglich von dem Gouvernement für 1 ½ Pfund Fleisch, Feuerung und Suppenbrot und Salz bar ausbezahlt. Die Offiziere erhielten dagegen gar nichts, als das Logis.“
In den Augen Barkhausens ist das alles gut organisiert und die Mannschaften finden sich in das Leben ein. Er vermerkt aber auch, dass Offiziere „sehr mit Dienst geplagt sind“, da er „einmal des Tages“ in der Kaserne sein muss und beim Exerzieren anwesend zu sein hat!!! Offensichtlich war man das in einer kleinstaatlichen Truppe nicht unbedingt so gewohnt.
Hier in Metz wurde das Bataillon noch um die Kompanie aus Waldeck, die sich bereits bei der Ankunft der Truppen aus Lippe und Schwarzburg hier befand ergänzt. Am 10. Dezember stieß dann auch noch die Kompanie aus Reuß dazu.
Nun war man komplett, und am 12. Dezember versammelten sich die 6 Kompanien des Regiments auf dem Napoleonsplatz und wurden von Divisionsgeneral Rouyer gemustert.
Die Musterung „fiel nicht zu seiner Zufriedenheit aus, da jedes Kontingent seine besondere Uniform, besondere Einrichtung und auch besonderes Exercitium hatte. Die Kompanie von Waldeck zeichnete sich im letzteren aus, unsere Uniform hingegen gefiel am besten. Die Kompanie von Reuß war aber in jeder Hinsicht unter aller Kritik. Die Franzosen, ungewohnt eines solchen Quodlibets und eines Exercitiums, das aus dem vorigen Jahrhundert herzustammen schien, wussten nicht, was sie dazu sagen sollten, und ein allgemeines Gelächter der Umstehenden beschloß diese große und merkwürdige Revue.“



Rouyer muss völlig entsetzt gewesen sein, ließ es sich aber nicht anmerken.
„Der Herr General Rouyer äußerte sich indes in sehr gelinden Ausdrücken darüber.“ Er empfahl möglichst viel zu Exerzieren, denn dann sei es einerlei „ob wir einen grünen, blauen oder roten Rock trügen, wir würden uns darum eben so gut, als in einer gleichen Uniform des Bataillons schlagen können.“
Der General hatte also erkannt, dass es wichtig war, dass die Einheit zusammen operieren und kämpfen lernen musste. Das Aussehen war zweitrangig.
Major von Brockenburg wurde übrigens in seinem Kommando über die Truppe bei dieser Revue bestätigt, was nicht allen Offizieren der Einheit passte.
Am 13. empfing das Bataillon neue Gewehre. Die Gewitztheit des Lippe‘schen Fürsten zeigt sich in folgender Anmerkung Barkhausens: „ Am 13. empfing das Bataillon neue französische Gewehre aus dem hiesigen Zeughause. Da meine Leute aber schon damit versehen waren, so wurde ich mit diesen zurückgewiesen, obgleich ich den Befehl  vom Fürsten erhalten hatte, gleichfalls neue zu nehmen und die alten zurückzuschicken.“
Der Aufenthalt in Metz wurde übrigens von Barkhausen sehr positiv empfunden. Ihm gefiel die Stadt, die er auch ausführlich in seinen Memoiren beschreibt. Theaterbesuche, Besuche von Komödien und Bällen, die allsonntägliche Messe brachten Abwechslung in den Alltag.
Ein am 24. Dezember ausbrechender Brand, an dessen Löschung sich das Militär beteiligen musste, verhinderte einen besinnlichen Heiligen Abend.
Am 25. Dezember gab es eine Siegesfeier für die erfolgreiche Kampagne des Kaisers in Spanien. Für Barkhausen war folgende Anekdote bemerkenswert:
„Unsere beiden Kompanien hatten gerade statt der Korsenhüte Tschakos erhalten, die sie zum ersten Mal auf hatten, durch welche sie sehr gegen die übrigen Kontingente abstachen.“



Für uniformkundlich interessierte Leser haben wir somit auch den genauen Termin, wann die Ausstattung des Kontingents aus Lippe mit der neuen Kopfbedeckung erfolgte.
Am 30. Dezember kam dann noch ein weiteres Kontingent deutscher Truppen in Metz an. Es handelte sich um ein Würzburger Regiment mit 1700 Mann, das allerdings bereits am 7. Januar die Stadt wieder Richtung Bordeaux verließ, da es schon nach französischem Standard organisiert war, und auch dementsprechend exerzieren konnte.
Am 24. Januar war es dann auch für das Fürstenbataillon soweit.
Über Pont a Mousson (24.1.), Toul (25.1.), Colombey (26.1.), Neufchateau (27.1.), Bourmont (29.1.), Montigny (30.1.), Langres (31.1.), Selongey (1.2.) ging es nach Dijon (2.2.).
Hier wurde das Bataillon nochmals vom Divisionsgeneral gemustert, was wieder nicht sehr positiv ausging.
„Sehr traurig fiel diese Musterung aber aus, da wir auf einem kleinen Platz defilieren mussten und leider zu viele Missverständnisse und Disharmonie zwischen den Kapitäns und dem Major herrschten.“
Am 4. ging es dann weiter nach Beaune.
Über Chalons sur Saone (6.2.), Tournus/Villars, Macon, Villefranche (8.2.) kam man nach Lyon (10.2.). In der zweitgrößten Stadt Frankreichs fiel dann allerdings wegen zu schlechten Wetters die Revue aus, und am nächsten Tag ging es schon weiter.
Folgende Marschorte wurden erreicht: Vienne, Lepeage (12.2.), St. Vallier (13.2.),Valence (14.2.), Livron (16.2.), Montélimart (17.2.), Pierre Latte (18.2.), Pont St. Esprit (19.2.), Valligurée (21.2.).
Auf dem Marsch am 21. ließ es sich der Offizier nicht nehmen den Pont du Gard persönlich zu besichtigen. Er liefert dann auch eine genaue Beschreibung des römischen Aquädukts.
An dieser Stelle sei vermerkt, dass ich auch allen Lesern das Buch aufgrund der teilweise detaillierten Beschreibungen der einzelnen Städte und Landschaften empfehle. Barkhausen war hier sehr genau, und es gibt so gut wie keinen Ort auf dem Marschweg, den er nicht zumindest in einem Satz kurz beschreibt. Dabei entwickelt er ein sehr lebendiges Bild dieser Reise.
Am 22.2. erreichte die Truppe Nimes. Dann ging es über Lunel (23.2.), Montpellier (25.2.), Mèze (26.2.), Pézénas (27.2.), Béziers (28.2.), Narbonne (1.3.), Sijean (3.3.), Salses/Pia (4.3.) nach Perpignan (5.3.), dem finalen Marschziel.
Barkhausens Memoiren beschreiben sehr anschaulich den Weg, den das  Bataillon genommen hat.  Auch andere Rheinbundregimenter hatten offensichtlich eine ähnliche Marschrichtung, berichtet Barkhausen doch, dass seine Truppen von einem französischen Offizier gemaßregelt wurden, weil dieser das Bataillon mit einem anderen deutschen Regiment aus Berg verwechselt hatte, das sich ungebührlich gegenüber verschiedenen Wirten benommen hatte. Barkhausen stellt auch fest, dass die französische Bevölkerung sich ganz anders, viel verhaltener, ja feindseliger, gegenüber den Soldaten verhalten habe, als in Deutschland, und merkt das auch negativ an.
Was der junge Offizier vergisst, ist die Belastung der Zivilbevölkerung durch immer wieder vorbeiziehende Regimenter aus allen Herren Ländern, nicht nur aus Frankreich, die sich auch nicht immer zimperlich benommen hatten.



In Perpignan sollte dann auch die Brigade formiert werden, als deren Bestandteil dann auch das Fürstenbataillon nach Spanien ziehen sollte. So waren hier auch 2 Regimenter aus Berg anwesend.
Am 7. März hielt Brigadegeneral  Amey die Revue, ein gebürtiger Elsässer.
Dessen Brigade sollte 2 Regimenter Großherzoglich Bergische Truppen, 1 Regiment Würzburg und das Bataillon des Princes umfassen.
Auch dieser General zeigte sich entsetzt über die Qualität der Soldaten, die immer noch nicht aufeinander eingespielt waren, und ordnete an, dass die „französische Exercise“ 2 x am Tag geübt werden sollte. Außerdem wurde Scheibenschießen zu Übungszwecken befohlen.
„Er könne nicht begreifen, wie man eine Truppe in einer solchen Verfassung hierher schicken könne, um gegen den Feind zu agieren.“
Ab dem 6. wurde dann auch wieder von Bezahlung auf Naturallieferung umgestellt.
2 Tage später erhielt man neue Ersatzstücke für auf dem Weg zerschlissene Uniformteile, wie Schuhe, Bandeliers, Gamaschen, etc. Barkhausen selbst finanzierte einige weiße Hosen aus Leinen aus seinem Privatvermögen, um seine Leute mit Ersatz auszustatten.
Am 14.3. begaben sich der General und die bergischen Regimenter zur spanischen Grenze.
Die weiterhin andauernden Streitigkeiten der Offiziere im Bataillon des Princes verhinderten ein effektives Training der Kompanien untereinander. General Amey sah sich gezwungen den Major von Brockenburg als Chef de bataillon zu bestätigen, obwohl dieser – auch nach Meinung Barkhausens – dafür nicht geeignet gewesen war.
Das in Perpignan ansässige Hospital konfrontierte den Offizier dann auch bereits mit den ersten Verletzten aus Spanien. „Der Anblick dieser Menschen - (hier lagen fast 1000 Mann Verwundete und Kranke, der Verf.), größtenteils dem Tode nahe, machte einen schauderhaften Eindruck auf mich. Täglich sterben 8 bis 12 Mann und die Zahl der von der spanischen Grenze und von Katalonien her ankommenden übertrifft diese doppelt.“
Eine weitere demoralisierende Erfahrung gab es dann am 9. April.  Barkhausen wurde des Regiments Toskana ansichtig, das sich zur Auffrischung nach Perpignan begeben hatte, nachdem es in Spanien von 1500 Mann, 1000 verloren hatte.



Am 12. April traf die Nachricht in Perpignan ein, dass die beiden Kompanien von Lippe jetzt in französischen Sold treten würden, weil die Fürsten von Lippe ein weiteres Bataillon stellen mussten. Barkhausen machte sich Hoffnungen so ein Kapitänspatent zu erhalten. Neben den generellen Vorteilen der Beförderung hätte das auch bedeutet, dass er nach Deutschland abkommandiert worden wäre, ein Umstand, der ihm durchaus gefallen hätte.
Doch der Wunsch sollte nicht wahr werden.
Am gleichen Tag bekam das 2. Regiment  Berg Marschorder. Das Fürstenbataillon folgte einen Tag später. Der Marsch führte über die Pyrenäen nach Spanien.
„… Auf den Straßen zerschlagene Wagen und die Kadaver von Pferden und Maultieren zwischen mehreren noch unbegrabenen Leichnamen von Menschen, welche wahrscheinlich in die Hände der nach Rache und Blut dürstenden Spanier gefallen waren, und hier meuchelmörderischer Weise ihr Leben verloren hatten.“
Das war der erste Eindruck in dem fremden Land.
An zerstörten Dörfern und Gehöften vorbei ging es zur Stadt Figueras, die ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen war.
Das Bataillon marschierte jetzt im Verbund eines ganzen Korps in Richtung Gerona (17.4.). In unterschiedliche Ortschaften verteilt, erlebten die verschiedenen Regimenter jetzt die Besonderheiten des spanischen Kriegsschauplatzes.
Des Nachts mussten Wachen gestellt werden. Ortschaften wurden jetzt zuerst von einer Avantgarde untersucht, bevor man sie betrat.  Auch Postenketten, bestehend aus ganzen Kompanien, wurden gezogen und dies nicht ohne Grund: „Hinter einem Wall hatten sich 8 bis 12 Bauern oder Brigants, versteckt, welche ganz unvermutet auf den Major und seine Leute schossen, einen Mann von Waldeck quer durch den Tornister trafen, sodann aber in den Fluß sprangen und ans entgegengesetzte Ufer gingen.“
Auch das Bataillon musste jetzt auf die veränderte Lage reagieren. Es gab keine ausgewiesene Voltigeurkompanie. „…. So wurden von jeder Kompanie 15 Mann der besten Schützen ausgesetzt, die den Dienst versahen und jeden Morgen zur Rekognoszierung ausrückten… Da das Feuer der Vorposten keinen Nutzen schaffte und nur stets die Linie alarmierte,  wurde unseren Leuten am 20. verboten zu schießen, es sei denn, dass der Feind den Fluß passieren wolle, oder sich auf dem diesseitigen Flusse zeige. Die Spanier schossen aber noch immer, wodurch mehrere Tschakos, Chenillen und Patronentaschen Blessuren bekamen, aber kein Mann.“
Detachments des Bataillons wurden am 21. und 24. in das Dorf Torrvella verlagert, weil hier die Spanier Druck auf die Kavallerie im Ort ausübten.
„Den 25. morgens hörten wir ein heftiges Feuer am rechten Flügel und am Nachmittag erhielten wir die traurige Nachricht, das bei einer Rekognoszierung der Voltigeurs und Grenadiers vom 2. Regiment Berg der Kapitän Lanz geblieben, ein Adjutant-Major und ein Leutnant schwer blessiert und über 20 Mann geblieben waren. Der Feind, aus Mikelets und  Bauern bestehend,  hatte das Dorf Servia besetzt und die Voltigeur Kompanie angeschnitten. Der Hauptmann Lanz bekam drei Blessuren, wurde von dem angreifenden Feinde gefangen und auf der Stelle, sowie viele Leute ganz zerhackt und mit Messern zerschnitten.“
Mit solchen Angriffen hatten jetzt die verschiedenen deutschen Regimenter in der Region immer zu rechnen.
Am 6. Mai gab es erneut Probleme bei Torrvella, wo die Kavallerie stationiert worden war, und sich jetzt erneut mit feindlichen Angriffen konfrontiert sah: „Der Obrist habe in  der äußersten Not einen Teil seiner Kavallerie absitzen lassen, um sie dem Feinde entgegen zu stellen und bittet jetzt um Hilfe. Die Kompanie von Rudolstadt und die 1. von Lippe gingen sogleich dahin ab, trafen den Obrist noch in dieser Lage mit seinem Regimente und den Feind ungefähr 800 Mann stark, der sich in der Front in einem dichten Olivenwald, rechts längs dem Flusse und links auf einem Berg postiert hatte. Die Kompanien formierten sich sogleich und griffen die Front an, indem die Kavallerie die rechte Flanke deckte. Schon in Feuer mit dem Feinde verwickelt, kamen sie aber an einen breiten Kanal, den sie notwendig passieren mussten und über welchen nur eine schmale Brücke führte. Dieses verursachte einigen Aufenthalt und der Feind gab von der rechten Flanke ein so kräftiges Feuer, dass in dem Moment ein Mann getötet wurde und 8 bis 12 blessiert wurden. Als dieses Hindernis beseitigt, wurde der Feind sogleich in der Front und links am Berge, wo er eine gute Position hatte, mit vielem Verlust zurückgeworfen und musste die Flucht über die Berge nehmen.“
Die Kavallerie war durch dieses Gefecht so geschwächt worden, dass man sie aus der Ortschaft zurücknehmen musste. Gefangene Spanier wurden auf der Stelle füsiliert.
Barkhausen kritisiert hier vor allem die Dislozierung der Truppen und, durchaus nachvollziehbar, die Entscheidung des französischen Generals Verdier: Die Kavallerie war zu nah am Berg, die Infanterie in der Ebene platziert. Diese Aufstellung hätte man gerade drehen müssen, denn so wären die Regimenter besser in der Lage gewesen sich zu unterstützen.
Am 11. Mai rückte das Bataillon erneut ins Gefecht, diesmal bei Qualta.  Hier erwarteten knapp 1000 Spanier mit Kanonen die Deutschen an einer Brücke. Das Bataillon unterlief das Feuer und griff mit gefällten Bajonett an. Die Spanier wurden vertrieben. Da es sich erneut um keine reguläre Einheit hielt, befahl der Oberst Zenardi keine Gefangenen zu machen, und gab Befehl zur Verfolgung. Das Dorf selbst wurde zur Plünderung freigegeben. Bei eigenen Verlusten von 4 Toten und 12 Verletzten, verloren die Spanier ca. 120 Mann.
Barkhausen betont, dass die Spanier die Musketen überluden und sie einfach zu hoch anschlugen, nebenbei bemerkt ein klassischer Fehler nicht erfahrener Truppen.
Am 15. wurde das Regiment nach Medina verlegt. Auch die Kompanie aus Waldeck bezog hier Stellung.
Der Rest vom Mai/Juni war durch Postengänge,  Sicherung von Nachschubkolonnen und Verlegungen geprägt. Dabei kam es immer wieder zu kleineren Scharmützeln mit Bauern und Partisanen. Diese nahmen auch Soldaten von Nachbarregimentern gefangen, die teilweise bestialisch ermordet wieder aufgefunden wurden.



„Keine Feder ist wohl kräftig genug die Gräuelszenen zu beschreiben, welche wir nachher sahen, als wir ihnen, leider zu spät, zu Hilfe eilten. Viele Westphalen und Neapolitaner waren ganz zerhackt und zerstochen, einem blessierten Sergeanten hatten sie die Schamteile abgeschnitten und dann mehrere Patronen unter die Weste gesteckt und angezündet. Vielen waren Nasen und Ohren abgeschnitten… Ein Artillerist wurde hereingetragen und die Chirurgen entdeckten 23 Blessuren an ihm. Der Frau eines Neapolitaners hatten sie die linke Hand abgehauen, die Brüste und Schamteile abgeschnitten, und mehrere Stiche in die Brust gegeben.“
Am 14. Juni begann der Beschuss von Gerona und der Festung Monjouich.
Die Westfalen wurden zu Schanzarbeiten vergattert, weil sie sich bisher nicht bewährt hatten.
Die Regimenter Berg, das Regiment Würzburg, eine Division Neapolitaner und Italiener, und eine Division Franzosen schlossen die Stadt ein.
Am 8. Juli war die Festung quasi sturmreif geschossen. 3000 Grenadiere und Voltigeure sollten die Bresche angreifen, wurden aber dreimal zurückgeschlagen. Die  Spanier hatten hinter der Bresche improvisierte Gräben und Palisaden errichtet. 15oo Angreifer fielen oder wurden verwundet.
Barkhausens Einheit sicherte weiter das Hinterland. Musste Gefangene eskortieren und Verwundetentransporte bewachen. Immer unter dem Angriff spanischer Irregulärer.
Krankheiten grassierten im Regiment. Auch der Verfasser der Memoiren fiel fiebergeschüttelt für den Dienst aus, und begab sich nach Perpignan.
Am 14. August konnte dann das Fort von Monjouich eingenommen werden, weil sich die Spanier am Tag zuvor nach dem erneuten Schlagen einer Bresche zurückgezogen hatten. Das Pulvermagazin sprengten sie vorher.
Am 19. September versuchte man einen erneuten Sturm, der allerdings auch wieder scheiterte.
Das Fürstenbataillon war nach Aussagen des Verfassers krankheitsbedingt in einem sehr schlechten Zustand.
Es war am 5. September nach Figueras beordert worden und stellte dort die Besatzung für das Fort St. Fernando.
Am 4. Oktober wurden sie hier durch ein neapolitanisches Regiment abgelöst, weil das Bataillon nur noch über 3 Offiziere und 60 Mann verfügte.
Das Bataillon sollte wieder in Medina zusammen mit einem Bataillon Schweizer (Wallisaner, so der Autor)Konvois beschützen.
Im Oktober stieß dann auch der Marschall Augereau mit Verstärkungen zur Belagerungsarmee, die sich schon von einem spanischen Korps mit ca. 16000 Mann unter dem Kommando von General Blake bedroht sah.
Erneut am Fieber erkrankt, ging auch Barkhausen nochmals nach Perpignan zurück.
Während er noch außer Dienst war, kapitulierte Gerona schließlich am 10.12.
„Unser Bataillon ist am 7. Dezember von Medina nach Camptura verlegt und jetzt durch die Rückkehr mehrerer Hospitalisten gegen 80 Mann stark.“
Das Bataillon blieb hier bis zum 17. Januar, dann marschierte es wieder nach Medina zurück, um erneut die Bewachung von Konvois zu sichern. Trotz des Falls von Gerona ging der Guerillakampf weiter.
Am 27. ging es nach Saria, am 5.2. wieder nach Camptura.
Barkhausen selbst war noch immer nicht genesen. Mittlerweile war er sogar an der Krätze und an eitrigen Geschwüren erkrankt.
Am 4. März kam die Division Rouyer mit vier deutschen Regimentern, darunter das Bataillon Lippe, nach Perpignan.
Barkhausen traf hier wieder seine Kameraden, die ihn für tot gehalten hatten, konnte den Dienst aber noch nicht aufnehmen.
Am 1. April kamen 103 Soldaten, darunter 17 aus Bückeburg, als Ersatz in Perpignan an.
Am 16. April konnte auch Barkhausen sich dann in Richtung zum Regiment zurückbewegen.
Auf dem Weg ereilten ihn keine schönen Nachrichten: Der Hauptmann Reineken“… erzählte mir zu meinem größten Erstaunen und Erschrecken, dass die ganze Division Rouyer bei Gerona stehe, der Marschall von Barcelona aus eine Expedition nach Manresa habe machen lassen, Der Hauptmann Reßmeier dabei geblieben und der Lieutenant v. Korf schwer blessiert gefangen sei. Der Verlust an Toten, Blessierten und Gefangenen von den Regimentern Nassau, Sachsen und Anhalt-Lippe betrug 20 Offiziere und 630 Mann.“
Er  fand somit auch nur ein geschwächtes Bataillon vor, das weiterhin nur aus 80 Mann bestand.
Am 8. Mai erhielt Barkhausen endlich die ersehnte Beförderung zum Kapitän, da der vorhergegangene Hauptmann gefallen war. Da es sich um eine Feldbeförderung handelte erhielt er 40 Reichstaler, eine Summe die dann zu Hause auf 32 Reichstaler und 24 Neugroschen im Monat gekürzt werden sollte, was Barkhausen als unverschämt empfand.
Marschall Augereau wurde übrigens durch Marschall MacDonald am 20. Mai abgelöst, der nun versuchte einen milderen Kurs gegen die Bevölkerung zu fahren, um sie zur Rückkehr in ihre Dörfer zu bewegen.
„Ende Mai wurde eine Truppenverlegung vorgenommen, und das 5. und 6. Regiment der Division Rouyer kam in Gironne (Gerona), das 4. Regiment von Sachsen in Hostalrich, die Division von Westphalen in Bagnolas und die Regimenter Berg und Würzburg in Besalu und Figueras zu stehen.“
Barkhausen erhielt dann am 1. Juli seine Versetzungspapiere zum lippeschen Regiment Reßmeier und verließ das Fürstenbataillon .
„…So konnte ich den 2. Juni sogleich mein Detachement, noch 14 Mann stark, an den Leutnant Funk überliefern und nachdem ich ihn von den verschiedenen Listen, Kontrollen u.s.w. instruiert hatte, nach Gironne zum Regiment abgehen.“
Offiziell wurde das Fürstenbataillon nur 3 Tage später, am 5. Juni 1809, aufgelöst. Die Reste der Truppen aus Lippe kamen nun auch zum 5., die Reste aus Schwarzburg, Reuß und Waldeck zum 6. Rheinbund Regiment.
Das 5. und 6. Regiment beteiligten sich dann auch wieder an Kämpfen gegen die Guerilla. Auch wieder teilweise im Verbund mit westfälischen, bergischen, würzburgischen und französischen Truppen.
Am 4. August wurden die Truppen bei Gironne (Gerona) zusammengezogen, weil Marschall MacDonald zur weiteren Eroberung Kataloniens ausrücken wollte.
Barkhausen wurde Kommandant des Platzes La Bisbal. Er berichtet, dass auch sein neues Regiment durch den schweren Dienst im Kampf gegen Partisanen immer mehr geschwächt wurde. Viele Soldaten wurden durch überflüssige und zu lange Märsche zusätzlich belastet.
Kurze Zeit später kreuzten 2 Kriegsschiffe, ein Spanier und eine englische Fregatte mit Landungstruppen, vor der Küste.
Diese landeten in der Nähe (bei Bagur) und nahmen die Hafen Batterie. Leutnant Lorenz wurde mit 40 Mann vermisst, alle vom Regiment Lippe. Die Batterie konnte dann zwar wieder genommen werden, ein Teil der Einheit hatte sich zurückgezogen, aber die Engländer waren bereits weg.
Am 14. September wurden Barkhausen, sein General und die Brigade, die allerdings nur noch aus 130 Mann bestand, bei La Bisbal angegriffen.

(La Bisbal heute aus der Luft. Links das Kastell, rechts die erwähnte Kirche)



„Kaum war hier um 10 Uhr alles angeordnet, die Kanone in ein Tor gestellt,  um den Hof zu bestreichen, und alle Pferde in einen, mit einer hohen Mauer umgebenen Hof am Kastell gebracht, so sahen wir schon viele Kavallerie vor dem Orte aus einem Hohlweg kommen und nach dem Kloster und dem verlassenen Hospital sprengen. Unsere Kavallerie Patrouille von 6 Mann Kürassieren wurde hier eingeschlossen, und nachdem sie sich noch tapfer verteidigt hatte, gefangen genommen. Hierauf umgingen die Kavallerie, 500 Mann, und 2 Bataillone Infanterie den Ort, und drangen von der entgegengesetzten Seite ein. Die Infanterie besetzte die nahe am Kastell liegenden Häuser, riss die Dächer auf, und machte von allen Seiten ein lebhaftes Feuer, welches unsererseits ebenso stark unterhalten wurde. Das Feuer vom Kirchturm, der höher wie das Kastell liegt, verursachte uns allen aber hohen Schaden, und in Zeit von einer Stunde haben wir schon viele Leute verloren, der Kapitän Huhn von Anhalt war tot, und die Kapitäns von Wiedburg und Rindfleisch blessiert… Der General Schwarz hoffte immer noch auf eine Verstärkung bis abends 6 Uhr.“
Als dann aber noch 2 Bataillone Spanier anrückten, und nachdem es schon 20 Tote und Verwundete gab,  musste die Einheit kapitulieren und wurde gefangen genommen.
Barkhausen betonte, dass erst das 5. Parlamentärsersuchen angenommen wurde.
Auch andere Kontingente in den benachbarten Garnisonen wurden angegriffen. Barkhausen gibt genaue Angaben zu den Verlusten der Brigade:

„1. Palamos:
Tot: Kapitän Sternkopf von Schwarzburg-Sondershausen. An Unteroffizieren und Soldaten.
Blessiert: Major v. Watzdorf, Kapitän von Keristory (beide von Reuß schwer blessiert).
Lieutenant Leliwa von Waldeck leicht blessiert
An Unteroffizieren und Soldaten 33 Mann.
2. San Feliu: Tot 4 Mann und blessiert 6 Mann.
3. Calonga: Tot 1 Mann und blessiert 4 Mann.
4. La Bisbal:
Tot: Kapitän Huhn von Anhalt und 4 Mann.
Blessiert: Oberst von Brockenburg eine Kontusion am Schenkel, Kapitän von Wiedburg an der linken Schulter und am Arm, Kapitän Rindfleisch am rechten Schenkel. An Unteroffizieren und Soldaten 16 Mann.
Unsere Brigade hatte demnach an allen vier Posten verloren:
An Toten: 2 Offiziere und 24 Mann, mithin 26 Köpfe
An Verwundeten: 6 Offiziere und 59 Mann, mithin 65 Köpfe.
Hierunter befanden sich vom Bataillon Lippe 18 Mann.“

Hier in La Bisbal endete Barkhausens Kriegseinsatz. Bis 1814 war er in Gefangenschaft. Die ersten drei Jahre sind ebenfalls in den Memoiren dokumentiert und sehr lesenswert.
Nur eine Episode, direkt zu Beginn der Gefangenschaft möchte ich hier noch erwähnen, weil sie einen wichtigen Aspekt des Militärlebens und der üblichen Gepflogenheiten dieser Zeit  zeigt:
„Unsere Leute waren auf den Schiffen schrecklich misshandelt, und man hatte ihnen noch das Wenige ihrer Sachen, was sie gerettet glaubten, ja alles genommen. Mit Messern fielen die Matrosen über sie her, und raubten ihnen Tornister, Chenillen, Geld, Uniform und selbst die notwendigste Körperbedeckung. Mehrere, die nicht gleich hergeben wollten, wurden geschlagen und mit Messern gestochen. In Tarragona sonderte man sogleich alle Deutschen von den Franzosen und Italienern ab, und bot ihnen englische Dienste an; da aber die meisten sich noch nicht dazu entschließen wollten, so sperrte man sie bei den Galeeren Sklaven ein, gab ihnen nichts zu essen und zu trinken, und überließ sie der Plünderung und der Mißhandlung dieser Verbrecher. Die Absicht gelang dadurch vollkommen, denn in einigen Tagen waren alle Leute von uns durch die englischen Werber weggefischt… Von meiner Kompanie blieben nur drei Mann in Gefangenschaft, alle übrigen hatten sich durch die harte Behandlung und durch die gute Bezahlung der Engländer verführen lassen.“
Genauso kam man zu neuen Rekruten: Hüben, wie drüben.
Barkhausen kehrte im März 1814 nach Bückeburg zurück, wo er Platzkommandant wurde. Er heiratet 1816, übernahm ein Jahr später das Militärkommando. 1819 wurde er Oberstleutnant, 1856 Oberst.
1862 starb er im Alter von 78 Jahren.
Das Interessante an diesen Memoiren ist die genaue Beschreibung der für das Fürstenbataillon relevanten Daten. Man kann die Märsche des Regimentes, die Stationierungen, die Gefechte genau nachvollziehen. Dazu kommt noch, dass Barkhausen auch Land und Leute auf das genaueste beschreibt.
Ich habe die wichtigsten Kapitel der Memoiren hier zusammengefasst und wiedergegeben, doch ich empfehle Ihnen, meine lieben Leser, auf jeden Fall die komplette Lektüre. Die Memoiren sind sehr leserlich und gut verfasst.
Tatsächlich unterhaltsame Memoiren, die ein gutes Bild über die Kämpfe deutscher Truppen im Partisanenkrieg in Katalonien zeichnen.


Uniformen

Das Schöne an solchen Memoiren vom spanischen Kriegsschauplatz ist, dass sie sich fast wie Szenariobeschreibungen für Tabletop Spiele lesen. Wie sie ja lesen konnten, sind hier nicht immer die großen Schlachten der napoleonischen Kriege beschrieben und im Mittelpunkt, sondern die kleinen Gefechte, denen wir auch immer wieder in den Romanen Bernard Cornwells begegnen.
Mittlerweile gibt es auch Truppen von Lippe, modelliert von den Perry Zwillingen, allerdings nur in Marschhaltung. Diese aber wiederum einmal mit korsischem Hut, aber auch mit Tschako, der ja in Spanien getragen wurde, wie wir den Memoiren Barkhausens entnehmen konnten.
https://www.perry-miniatures.com/index.php?cPath=23_28_80 )
Wer allerdings Figuren für Skirmish Spiele sucht, also schießende, ladende, plänkelnde Miniaturen, muss Kompromisse eingehen. Knöpfchenzählen ist hier fehl am Platz.
Der Vorteil der Truppen aus Lippe. Man kann französische Minis nehmen, am besten Figuren mit Tschakoüberzug, so dass man keine Minis mit falschen Tschakoblechen hat.
Der Uniformschnitt der Truppen aus Lippe entsprach dem Vor- Bardin Schnitt. Französisches Habit, mit langen, spitz zulaufenden Rockschößen, sichtbarer weißer Weste, grünen Aufschlägen und Kragen sowie Vorstöße an den Rabatten. Dazu trugen die Truppen gelbe Knöpfe, weißes Lederzeug, weiße Kniehosen oder graue Überhosen und schwarze (im Sommer weiße) Gamaschen. In Spanien wurde diese Uniform natürlich oftmals improvisiert und geflickt. Es wurden verschiedenfarbige Hosen getragen, eben das, was verfügbar war; oftmals braune lokale Stoffe.
Der ehemals korsische Hut wurde zugunsten des Tschakos abgelegt.
Perry Jünger müssen jetzt ganz, ganz tapfer sein, denn sie können keine Miniaturen der Zwillinge nehmen. Die Perries haben Ihre französischen 1815 Figuren mit der Bardin Uniform modelliert, fallen also für die Darstellung von Truppen aus Lippe durchs Raster (abgesehen natürlich von den oben erwähnten Marschierern).
Ideal ist aber die Victrix Packung französische Infanterie 1807-1812 oder die mittlerweile von den Perries erschienen Box der französischen Infanterie 1807-1814.



Hier kann man sich die entsprechenden Figuren zusammenbasteln, die dann idealerweise mit dem Tschako mit Leinenüberzug ausgestattet werden.
Mich jedenfalls haben diese Memoiren so begeistert, dass ich sie einfach für mich und für Sie zusammenfassen musste, und dieses oder nächstes Jahr wird eine kleine Truppe aus Lippe an den Start gehen.
Ich freue mich schon drauf.





Mittwoch, 17. Januar 2018

Bundeswehr in Afghanistan - Ein 1/72 Diorama im Panzermuseum Munster

Natürlich kann ich ein Diorama nicht unerwähnt lassen. Na und dies aus zwei Gründen.
Zum einen ist es ja in meinem Lieblingsmaßstab 1/72 gehalten; zum anderen handelt es sich um ein Diorama meines Freundes Jens Najewitz, das er im Auftrag des Panzermuseums Munster vor ein paar Jahren gestaltete.

Es ging darum, den Einsatz der deutschen Bundeswehr in Afghanistan in einem Diorama zu thematisieren. Auftrag war die Darstellung einer typischen, wenn auch nicht bestimmten Szene des Afghanistankrieges: Einen Minenangriff auf eine deutsche Patrouille im Hochland der Region.
Interessant ist die Konzeption des Dioramas.
Zum einen ging es darum, ein typisches Lager der Bundeswehr in diesem Einsatz am Hindukusch darzustellen.
Mich erinnert es etwas an OP North, obwohl ich weiß, dass Jens nicht beabsichtigt hat, dieses Lager darzustellen. Es passt allerdings von seiner Lage sehr gut zu der dargestellten Szene im Diorama.
Hier ein Bild von OP North („Beobachtungspunkt Nord“) nördlich der Provinzhauptstadt Pol-E-Chomri.
(Quelle Wikipedia)

Was ist im Diorama dargestellt?
Man sieht einen Trupp Soldaten vor drei Dingo Einsatzfahrzeugen, die den Instruktionen eines Vorgesetzten zuhören. Vorne im Bild sieht man auch den typischen Holzwachturm, der als Rekonstruktion ebenfalls in diesem Bereich des Museums aufgebaut ist.



An einem Fuchs Transportfahrzeug werden gerade zwei Reifen gewechselt.

Man erkennt verschiedene Baracken im Innern des Geländes und die unverwechselbaren Dixie Toilettenhäuschen. Ein Segen der Moderne, den man sicherlich auch hier im Einsatz nicht missen möchte.
Im rechten Bereich des Lagers ist eine Panzerhaubitze 2000 in Stellung gegangen, die den unteren Bereich des Tales unter Feuer nehmen kann.


Alles typische Situationen in diesem Einsatz in Afghanistan.
Hinter dieser dargestellten Szene des Lagers, quasi eine Etage tiefer, ist dann ein Gefecht dargestellt.
Bevor ich zu diesem komme, nochmals ein paar Worte zur Konstruktion des Dioramas.
Da Jens kurz nach der Tactica das Diorama in Munster abliefern sollte, konnte ich es vorher noch hautnah bei ihm zu Hause in Krempe in Augenschein nehmen. Es besteht im Grunde aus zwei unabhängigen Dioramaplatten.
Auf der einen ist die Lagerszene, auf der anderen die Kampfszene dargestellt.
Durch den visuellen Trick das Dio in zwei Ebenen darzustellen, erhält der Betrachter tatsächlich ein Gefühl von Tiefe. Es schaut aus, als wenn hier ein hoher Berg vor einem tiefen Tal modelliert worden sei, in das der Betrachter jetzt quasi herunterschaut. Das ist natürlich Illusion. Ein visueller Trick, den man durch das geschickte Platzieren der beiden Plattenelemente erreicht. Das Diorama wirkt auf jeden Fall sehr räumlich, was ich mir damals im Haus in Krempe gar nicht so richtig vorstellen konnte, obwohl Jens darum bemüht war, mir das zu erklären.
In Krempe wirkte das Dio allerdings viel riesiger, als hier im Panzermuseum. Ein typischer Effekt, wenn man Großdioramen in einer „normalen“ Umgebung aufstellt, Ganz andere Dimensionen.
Egal wie. Würde man beide Platten zusammenlegen, hätte man definitiv eine ziemlich große Wargamingplatte, die das heimische Hobbyzimmer, dann fast schon sprengen würde.
Zurück zum Diorama mit der Kampfszene.
Am linken Bildrand herrscht noch Frieden. Man sieht eine kleine afghanische Ansiedlung mit Zivilisten, die ihrem normalen Tagesablauf nachgehen.
Man sieht Frauen. Männer im Gespräch vertieft. Einige Kinder.

Das einzig militärische ist hier ein Bundeswehrsoldat, der sich langsam dem Dorf nähert. Er ist auf friedlicher Patrouille, was man daran erkennt, dass er noch das rote Barett der Fallschirmjäger trägt, und nicht den Gefechtshelm aufgesetzt hat. Ihm folgen weitere Soldaten.
Sehr schön auch der leicht versetzt vor ihm fahrende Eselskarren.

In der Mitte des Dioramas, direkt unterhalb des einmodellierten Hügels beginnt ein Teil der Patrouille mit der Kontrolle der ersten Zivilisten, hier in Form eines weiteren Eselskarrens.


Da sich der Blick des Betrachters auf diese Szene fokussiert, erkennt man erst auf den zweiten Blick, die sich am Rand aufbauende Konfliktsituation. Lässt man nämlich den Blick leicht nach rechts gleiten, sieht man am rechten Rand des Hügels afghanische Taliban im Hinterhalt liegen.

Man muss schon genauer hinschauen, um die drei Gruppen zu erkennen.
Der deutsche Fahrzeugkonvoi besteht aus zwei ATF (Allschutz-Transport-Fahrzeug) Dingo, zwei Fuchs Transportfahrzeugen und zwei Marder Schützenpanzern.

Der eine Dingo ist offensichtlich auf eine Minensprengfalle gefahren. Dadurch ist der Trupp in zwei Teile zerrissen.
Eine äußerst gefährliche Situation.

Die Bundeswehrsoldaten haben im Schutz der Fahrzeuge Deckung bezogen.
Zwei Gruppen sichern flankierend nach vorne.

Soviel zur Beschreibung des Dioramas.
Was Jens hier super gelungen ist, ist der Spannungsaufbau.
Beginnt man auf der Anhöhe und bewegt sich dann von links nach rechts ins Tal, wird die Szene immer dramatischer.
Im Lager herrscht Normalität, nicht anders als in einer normalen Kaserne.
Auch in der afghanischen Ortschaft scheint alles ruhig zu sein.
Dann sind die beiden Patrouillen da, die Standardaufgaben nachgehen,  und am Ende befindet man sich mitten im Gefecht, im Krieg.
Jens hat hier die Eskalationsstufen super eingefangen, und deshalb beschreibt dieses Diorama leider auch die Realität in Afghanistan sehr genau.
Der thematische Aufbau des Dioramas hat mich deshalb überzeugt.
Aber zu meckern habe ich auch etwas:
Ach Jens. Was war wieder die Folge????
Ich musste die Fahrzeuge kaufen.
Ganz toll.
Wieder richtig Geld ausgegeben NACH einem Museumsbesuch.
Der Eintrittspreis in ein  Museum ist mir im Grunde mittlerweile egal. Schlimm sind die Folgekosten: Bücher, Miniaturen, Modellbausätze. Immer das gleiche.
Noch ein paar Worte zu den Figuren.
Als Jens das Dio baute waren die deutschen Bundeswehrsoldaten von Caesar noch nicht entschieden.
Als Deutsche sind hier moderne amerikanische Soldaten von Revell, Caesar und Preiser verwendet worden.
Die Taliban kommen von Caesar. Die Zivilisten von Kleinserienherstellern.
Die Fahrzeuge sind Fertigmodelle der Firma Panzerstahl. Die Panzerhaubitze 2000 ist ein Bausatz von Revell.
Das Dio steht quasi am Ende der Ausstellung in Munster, an der Stelle, wo der Afghanistankrieg in einem kleinen in sich geschlossenen Bereich thematisiert wird:
Man betritt quasi ein Camp – man erkennt in diesem Bild die Schutzwände neben dem Waffenträger Wiesel.

Ein Sicherungsposten steht auf einem Wachturm. 




Dazu gibt es einige Bilder und der Blick in einen Mannschaftscontainer mit entsprechender Stube.


Man ist im Norden. Also nicht sauer w.g. den Wolfsburg und HSV Fanartikeln sein.


Am Ende erwartet den Besucher dann noch ein kleiner Ausblick auf den Infanterist der Zukunft. Ein Projekt, das ebenfalls durch die veränderte Gefährdungsdrohung immer wichtiger wird, um Verluste bei den eingesetzten Truppen zu minimieren.

Man glaubt gar nicht, was man in Munster alles entdecken kann, wenn man sich nicht nur auf die Fahrzeuge konzentriert.
Deshalb mein Tipp: Auch in die kleinste Ecke schauen. Es lohnt sich.

Of course, I can not leave a diorama unmentioned. Well and for two reasons.
For one thing, it's 1/72. My favorite scale; on the other hand, it is a diorama of my friend Jens Najewitz, which he designed on behalf of the Muntser Tank Museum a few years ago.
It was about addressing the mission of the German Federal Armed Forces in Afghanistan in a diorama. The mission was to depict a typical, albeit not specific, scene of the Afghan war: a mine attack on a German patrol in the highlands of the region.
Interesting is the concept of the diorama.
On the one hand, it was about representing a typical German army camp in this mission in the Hindu Kush.
It reminds me a bit of OP North, although I know that Jens did not intend to portray this camp. However, it fits very well with its location to the scene in the diorama.
Here is a picture of OP North ("Observation Point North") north of the provincial capital Pol-E-Chomri.
What is depicted in the diorama?
You see a troop of soldiers in front of three Dingo emergency vehicles listening to the instructions of a supervisor. In front of the picture you can also see the typical wooden watchtower, which is also reconstructed in this part of the museum.
On a Fuchs transport vehicle, two tires are being changed.
You can see various barracks inside the grounds and the distinctive Dixie toilets. A blessing of modernity that you certainly would not want to miss here in action.
In the right area of ​​the camp a tank howitzer 2000 has been put into position, which can take the lower area of ​​the valley under fire.
All typical situations in this mission in Afghanistan.
Behind this illustrated scene of the camp, almost one floor down, a battle situation is shown.
Before I get to this, again a few words to the construction of the diorama.
Since Jens was supposed to deliver the diorama in Munster shortly after the Tactica convention in Hamburg, I was able to see it up close to his home in Krempe. It basically consists of two independent diorama plates.
On one the camp scene is modelled, on the other the fight scene.
By visualizing the Dio in two parts, the viewer actually gets a sense of depth. It looks as if a high mountain had been modeled in front of a deep valley into which the viewer now looks down. This is of course illusion. A visual trick, which can be achieved by skillfully placing the two diorama elements. In any case, the diorama looks very spatial, which I could not really imagine back then in the house in Krempe, although Jens was anxious to explain it to me.
In Krempe, however, the Dio seemed much bigger than here in the tank museum. A typical effect of putting big dioramas in a "normal" environment. Quite different dimensions.
No matter how. If you would combine both plates, you would definitely have a rather large wargaming table, which would almost blow up the domestic hobby room.
Back to the diorama with the fight scene.
There is still peace on the left side of the picture. One sees a small Afghan settlement with civilians, who pursue their normal daily routine.
You see women. Men engrossed in conversation. Some children.
The only military one here is a Bundeswehr soldier who is slowly approaching the village. He is on a peaceful patrol, as evidenced by the fact that he still wears the red beret of the paratroopers, and not the combat helmet. He is followed by other soldiers.
Very nice also the moving donkey cart.
In the middle of the diorama, just below the modeled hill, part of the patrol begins to control the first civilians, here in the form of another donkey cart.
Since the viewer's gaze focuses on this scene, it is only at second glance that one realizes the conflict situation that builds up at the edge. If you let your gaze slide slightly to the right, you will see Afghan Talibans lying in ambush on the right edge of the hill.
You have to take a closer look to see the three groups.
The German vehicle convoy consists of two ATF (all-protection transport vehicle) Dingo, two Fuchs transport vehicles and two Marder armored personnel carriers.
The one dingo obviously drove on a mine-explosive-trap. As a result, the squad is torn in two parts.
An extremely dangerous situation.
The Bundeswehr soldiers take cover behind the vehicles.
Two groups secure the flanks.
So much for the description of the diorama.
What Jens succeeded here is the build up of tension.
If you start on the hill and then move from left to right into the valley, the scene becomes more and more dramatic.
The campscene is normal, peacefull not unlike the life in standard barracks.
Even in the Afghan village everything seems to be calm.
Then there are the two patrols doing standard tasks, and in the end, you are in the middle of battle, at war.
Jens has captured the escalation levels perfectly, and that's why this diorama unfortunately describes the reality in Afghanistan very well.
The thematic structure of the diorama has therefore convinced me.
But I also have something to complain about:
Oh Jens. What are you doing ????
I had to buy the vehicles.
Really great.
A lot of money spent again AFTER a museum visit.
Meanwhile I do not care about the entrance fee to a museum. Bad are the follow-up costs: books, miniatures, model kits. Always the same.
A few more words about the miniatures.
When Jens built the Dio, the German Bundeswehr soldiers from caesar were not published.
As Germans here modern American soldiers of Revell, Caesar and Preiser have been used.
The Taliban come from Caesar. The civilians from small-scale manufacturers.
The vehicles are ready-made models of the company Panzerstahl. The Panzerhaubitze 2000 is a kit from Revell.
The Dio is almost at the end of the exhibition in the „Panzermuseum Munster“ (German Tank Museum), at the point where the Afghanistan war in a small self-contained area is addressed:
You almost enter a camp - you can see the protective walls aside the Waffenträger Wiesel -in this picture.
A security guard stands on a watchtower.
In addition there are some pictures of the war and the view into a team container with appropriate room.
You are in the north of Germany. So do not be angry because of the Werder and HSV footbal teams fan articles.
At the end, the visitor can expect a small view of the infantryman of the future. A project that is also becoming increasingly important due to the changed conflictsituation german soldiers are confronted with. Main task is to minimize losses in the troops deployed.
You do not even believe what you can discover in Munster if you do not just focus on the vehicles.
Therefore, my tip:
Take a look even in the smallest corner. It is worth it.

Sonntag, 14. Januar 2018

Chosen Men - Kampf um das Kloster

We played a game of Chosen men, as a test variant for a Napoleonic Wargame.
On the French side 4 French units were deployed altogether. On the British side there were Rifles around the heroes Sharpe and Harper. Also a troop of the 60 Regiment. In addition, two squads line infantry.
The aim of the game was that the French find information in the monastery, which can decisively influence the course of the war.
For this reason, the French command wanted to secure the bridge crossings, in particular, and to begin interviewing the civilians in the monastery.
An ambush in a farm should disturb the approaching Rifles.
The ambush failed miserably. The Englishmen could advance. In the ensuing firefights, the British proved to be the better shooters. The French were losing more and more and had to withdraw behind the protective walls of the monastery.
A final attack decided the game in favor of the English.

It must be said that I was not very compliant with this game and therefore made some crucial mistakes. Due to the misinterpretation of the TACs, the shooting ability of the British had a deadly effect. The french troops melted away in the firefight with the british Rifles..
At the next game we definitely have to deal more closely with the rules.


„Männer. Egal wie. Wir müssen auf jeden Fall vor diesen Engländern das Kloster erreichen. Vertrauenswürdige Spione haben uns darüber unterrichtet, dass dort irgendwo Informationen aufbewahrt sind, die den Kriegsverlauf entscheidend beeinflussen können.“

„Das sagen diese Spione immer Herr Leutnant. Und am Ende ist alles erstunken und erlogen.“
„Ach Tardi. Warum sind Sie nur so negativ. Es ist eine einmalige Gelegenheit, die wir nicht verpassen dürfen. Na und außerdem können wir uns endlich einmal gegen diese Rifles beweisen, deren Ruf hier in Spanien ja schon langsam legendär wird. Nach meiner Meinung völlig unbegründet.“
„Warum?“, fragte Tardi seinen Kommandeur.
„Ich erkläre Ihnen das. Diese Schützen sind mit viel zu schweren, unhandlichen Baker Gewehren ausgestattet. Sie Tardi würden ununterbrochen meckern, wenn unsere Musketen ein solches Gewicht hätten. Hinzu kommt dann noch, dass die Teile sich aufgrund Ihrer Züge viel zu schwer laden lassen.
ich konnte mir so ein Teil mal aus der Nähe ansehen, na und ich weiß wirklich nicht, was daran so toll sein soll. Es hatte schon seinen Grund, warum unser Kaiser auch Voltigeure mit Musketen ausstatten ließ.“
„Na, wenn der Kaiser das befohlen hat, dann wird das auf jeden Fall seinen Grund gehabt haben“, bestätigte Tardi.
Er meckerte zwar über alles, aber auf seinen Kaiser ließ er nichts kommen. Er war derjenige, der immer am lautesten Vive L‘Empereur bei der Parade schrie.
„Schauen sie sich das an Tardi“.
Der Leutnant gab dem Unteroffizier sein Fernrohr in die Hand.
„Schauen Sie. Dort drüben ist das Kloster. Scheint ja menschenleer zu sein. Sehen Sie dann auch den kleinen Fluß?“



Tardi nickte leicht. Wie sollte man den auch übersehen. Was für eine Frage, dachte er bei sich.
„Also. Wir machen es so. Sie Tardi nehmen sich 6 Männer und dringen ins Kloster ein. Ich werde mich mit meinem Trupp zur Brücke direkt vor uns bewegen, und den Feind am Übergang hindern. Der Rest der Truppe folgt uns. Aufgeteilt in zwei Trupps, die entweder sie oder mich dann unterstützen können. Sehen Sie den kleinen Hof  direkt in der Nähe der Brücke? Da haben wir schon eine kleine Überraschung für die Engländer vorbereitet.“

Der Leutnant hatte seine Verschwörermiene aufgesetzt, die Tardi schon so oft gesehen hatte.
„Ah. Haben Sie einen unserer Trupps in den Hinterhalt gelegt?“
Der Kopf des Leutnants schnellte quasi in Richtung von Tardi. Er sah wie der Leutnant den Zeigefinger an die Lippen legte.
„Pst Tardi. Pst. Das soll noch keiner mitbekommen.“
Tardi nickte.
„Ich gehen dann mal zu meinen Jungs“, sagte er.
„Ach Tardi. Sie können übrigens auch im Kloster direkt mit dem Verhör der Zivilisten beginnen, wenn sie es eingenommen haben. Ich folge dann so schnell als möglich.“
Tardi nickte und machte sich zu seinen Leuten auf den Weg.
„Und Tardi? Was meinte der Leutnant?“
Tardi klärte seine Männer auf. Gegen Ende sagte er.
„Na und dann guckte er noch. Ihr wisst, wie er guckte?“
Die Männer lachten: „Und. Wo gibt es diesmal den Hinterhalt?“
Tardi grinste ebenso breit wie seine Männer: „Diesmal hinten bei dem Gehöft. Wir sind also aus der Nummer raus.“
Die Männer atmeten durch.
Das Legen von Hinterhalten, war sozusagen eine Passion des jungen Leutnants, die er auf der Kriegsschule gelernt hatte. Das Problem war allerdings, dass er in der Regel entweder den falschen Platz für einen Hinterhalt, oder zu wenige Männer für die Durchführung des selbigen auswählte.
Die Voraustrupps waren so schon häufiger als einmal in Schwierigkeiten geraten. Es war nur den erfahrenen Unterführer zu verdanken, dass die Verluste sich in Grenzen hielten.
Deshalb atmetet auch jeder in der Einheit auf, wenn der eigene Trupp nicht für eine solche Aufgabe ausgewählt wurde.
Die Männer bewegten sich wie vorgesehen nach vorne. Tardi immer entlang der Mauer des Klosters. Plötzlich entdeckte er einen Durchlass und führte die Männer hier herein.


Der Leutnant bewegte sich unterdessen in Richtung Brücke und nahm hier Stellung.


4


Von hier konnte der Leutnant auch die anrückenden Engländer beobachten.
Es handelte sich tatsächlich um grüngekleidete Schützen, aber auch um Linieninfanterie.


‚Die Informationen der Guerilla waren diesmal wirklich ausgezeichnet‘, dachte der junge Leutnant.
‚Gleich werden die Engländer sehen, was wir vorbereitet haben‘.
Als ob der Gedanke das Startsignal gewesen wäre, just in diesem Moment eröffnete der Trupp im Hinterhalt das Feuer.

Die Schützen schienen allerdings geübt zu sein. Sie verteilten sich, und so kam es zu keinerlei Verlusten. Der Leutnant musste allerdings feststellen, dass das Gegenfeuer so effektiv war, dass die Aktion im Keim erstickt wurde.

‚Verdammt‘, dachte er. ‚Die Kerle schießen wirklich gut!‘
Der Trupp des Leutnants begann nun die Schützen unter Feuer zu nehmen. Allerdings ohne Resultate. Die Rifles wussten offensichtlich, was sie taten.

Ein zweiter Trupp Rifles versuchte  nunmehr eine Flankenbewegung gegen die Stellung des jungen Leutnants.


Tardi konnte dies von seiner Position aus beobachten, ließ von der Befragung der Zivilisten ab, und rückte im Kloster nach vorne.
Gezieltes Feuer der Schützen trieb Tardi und seine Männer allerdings in den Schutz des Refektoriums zurück. Ein zweiter Trupp der Franzosen versuchte die Kameraden zu unterstützen, indem er außerhalb des Klosters vorrückte, kam allerdings auch nicht weiter. Gezieltes Feuer der Engländer nagelte den Trupp einfach fest.

Währenddessen erreichten dann auch Rotröcke den Voraustrupp der Schützen.
Die Franzosen versuchten noch Verstärkungen heranzuziehen, aber gegen das taktisch kluge Vorgehen der Briten waren sie chancenlos.
Außerdem trafen die Briten einfach sagenhaft genau, und ihre Gewehre hatten die bessere Reichweite.
Selbst der Leutnant musste sich mit seinen Männern langsam in Richtung Kloster zurückziehen.

Die Briten eilten im Laufmarsch über beide Brücken, um in den Schutz der Hecken und des erhöhten Flußbetts zu kommen.


Langsam wurden die Franzosen nervös. Sie schossen immer schlechter und landeten auch so gut wie keine Treffer.
Das überragende Feuer der englischen Schützen führte aber zu immer mehr Verlusten.
Der Leutnant gab Befehl sich im Kloster in Deckung zu bringen.


„Tardi. Was ist hier los?“, brüllte der junge Leutnant, als er seines Unteroffiziers ansichtig wurde.
„Ich weiß es auch nicht, mon Lieutenant. Die kämpfen und schießen wie wahre Teufel. So etwas habe ich noch nie gesehen.“
Die Engländer rückten jetzt immer näher, während die Franzosen, um ihr Leben kämpften. Der ursprüngliche Auftrag war völlig vergessen.



Plötzlich sah Tardi den Kommandeur der Schützen. Ein großer Mann mit einer Narbe auf der Wange. Neben ihm ein Sergeant mit einem mehrläufigen Gewehr, das Tardi nur von der Marine her kannte.

„Tardi. Folgen Sie mir. Wir ziehen uns zurück!!!“, schrie der jung e Leutnant, und im letzten Moment konnten die Franzosen aus dem hintersten Winkel des Kloster fliehen.


Der Hauptmann der grüngekleideten Schützen führte seine Männer zum Kloster, das nunmehr verlassen vor den Engländern lag.
„Ich glaube wir haben es wieder einmal geschafft, Patrick“, meinte er.
„Es war diesmal aber auch verteufelt einfach, Hauptmann Sharpe!“, antwortete der Sergeant.
Die beiden Männer schauten sich an, klopften sich auf Ihre Schultern, und begannen Ihre Waffen zu reinigen, die sich auch diesmal wieder hervorragend im Gefecht bewährt hatten.

Wir spielten eine kleine Partie Chosen Men, um uns zum ersten Mal mit den Regeln zu beschäftigen. Dabei muss ich allerdings zu meiner Schande gestehen, dass ich – obwohl es mein Auftrag gewesen war – die Regeln nur zur Hälfte gelesen hatte. Das hatte zur Folge, dass wir irgendwas spielten, aber irgendwie kein Chosen Men. Ich hatte die Hälfte der Regeln vergessen bzw. sie einfach falsch interpretiert. Das hatte dann irgendwie zur Folge, dass die Franzosen im Grunde gar keine Chance gegen die angreifenden Engländer hatten. Die Einheiten wurden quasi pulverisiert.
Mir persönlich hat es natürlich gefallen meine Figuren und meine Gebäude auf dem tollen Spieltisch von Sven zu platzieren.
Na und fürs nächste Chosen Men Spiel werde ich besser vorbereitet sein. Mittlerweile sind die Regeln gelesen, und ich habe sie für mich in einem kurzen Sheet zusammengefasst.
Warten wir also auf das nächste Spiel, das wir sicherlich demnächst mal wieder angehen werden.