Sonntag, 9. Juli 2023

882 - Wala von Metz

Die lothringische Stadt Metz hatte im merowingisch-fränkischen Reich eine Sonderstellung.
Häufig wird sie deshalb auch als Wiege der Karolinger bezeichnet.
Die Stadt war Jahrhunderte lang die Hauptstadt des Teilreiches Austrasien (Austrien) innerhalb des fränkischen Reiches. Mit diesem Begriff wurde vor 800 die östliche Reichshälfte bezeichnet.
Der Westen bildete das Teilreich Neustrien.
Wer schon einmal in Metz war, kennt sicherlich auch die Kirche St.-Pierre-aux-Nonnains.








Ist dies nicht der Fall, bzw. wenn Metz noch auf Ihrer Besuchsliste steht, nehmen Sie sich diese Kirche bitte auf ihre Besichtigungsliste.
St. Pierre gilt als das älteste noch existierende Kirchengebäude in Frankreich, wobei man sagen muss, dass die Kirche säkularisiert ist, also nicht mehr kirchlich genutzt wird.
Der Anblick St. Pierres, ein Bau aus der spätrömischen Zeit um 400 n.Chr., ist dann so etwas wie eine kleine Zeitreise.
Auch Bischof Wala, der Verbündete Bertolfs von Trier in der Schlacht bei Remich 882 n.Chr., ist bereits hier gewandelt.
Seit 700 n.Chr. war die heutige Kirche Teil eines Benediktinerklosters.
Ursprünglich war das Gebäude Teil einer römischen Bäderanlage.
Aufgrund der Bedeutung der Stadt Metz in der Geschichte des fränkischen Reiches habe ich mich dazu entschieden, auch meine Miniaturen an diese Gegebenheiten anzupassen.
Die Einheiten meiner karolingischen Armee, die aus der Bischofsstadt Metz nach Remich marschieren sollen, sind somit besser ausgestattet als die Einheiten des Bischofs von Trier.
Über die letzteren hatte ich hier berichtet:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors) (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost" (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger (thrifles.blogspot.com)
Für das Kontingent Metz habe ich die Miniaturen des Herstellers Artizan Designs verwendet.
Natürlich Miniaturen aus der Karolinger Serie dieses Herstellers.
Heute sehen Sie die Infanterie Walas.



Wala selbst tritt hier als karolingischer Feldherr auf.
Man muss wissen, dass der Bischof in der Schlacht gefallen ist. Deshalb interpretier ich ihn dann auch als echten Krieger.
Der Krieger rechts neben ihm repräsentiert dann für mich Adalhard II., den Verbündeten der beiden Bischöfe.


Hier mal ein Bild der vier Anführer.
Von links nach rechts.
Wala von Metz, Adalhard II., der Herold Bertolfs, Bertolf von Trier.



Die Leibwache Walas ist dann auch entsprechend gerüstet.




Sie erkennen den typischen, wenn auch nicht historisch belegten, Karolingerhelm.
Auch erkennen sie Krieger in Schuppenrüstung und Kettenhemd.
Die Artizan Miniaturen orientieren sich stark an den Bildern karolingischer Krieger, wie sie z.B. im St. Gallener Psalter dargestellt werden.
Hier einmal der Link zu einer Online Referenz des Psalters:
e-codices – Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz (unifr.ch)
Ein weiteres Erkennungsmerkmal meiner bischöflichen Krieger sind die rot-purpurnen Schilde, wie es sich für einen Bischof gehört.
Unterstützt werden sie von den Kriegern Adalhards, erkennbar an den rot gelben Schilden.



Diese sind jetzt weniger gerüstet, tragen aber alle Helme und führen den typischen Karolingerschild – ebenfalls nicht historisch belegt, sondern im St. Gallener Psalter so gezeigt - mit sich.
Diese 12er Einheit ist dann auch meine Eliteeinheit in der Truppe, zumindest was die Fußkämpfer angeht.



Sie ist dann auch schon „karolingischer“, vergleicht man sie mit den Einheiten Bertolfs.
Persönlich gefällt mir der Mix unterschiedlicher Kriegertypen.
Irgendwie repräsentieren diese Miniaturen auch für mich im übertragenen Sinne, das Auseinanderdriften des geschlossenen fränkischen Reichsverbandes.
Bertolfs Truppen sind schon „ostfränkischer“, während die Einheiten Bertolfs „westfränkischer“ daherkommen (wobei Metz politisch ab 870 ebenfalls zum Ostfränkischen Reich gehörte).
Einfach gesagt.
Die Einheiten aus Metz sind „moderner“, tragen eine andere Mode, da sie eben aus einer bedeutenderen Stadt Austrasiens kommen.
Die Trierer Einheiten wirken im Vergleich provinzieller.
Zurzeit bin ich dabei noch ein paar weitere Figuren zu bemalen.
Diese werden ich Ihnen dann natürlich auch vorstellen.
Was auch noch fehlt sind die Reiter.
Denn eines ist ja klar.
Ganz ohne Panzerreiter kann ich meine Streitmacht ja nicht nach Remich ziehen lassen.
Nur dass sie eben nicht aus Trier kommen.
 
 
The Lorraine city of Metz had a special position in the Merovingian-Franconian Empire.
It is therefore often referred to as the cradle of the Carolingians.
For centuries, the city was the capital of the Austrasia (Austria) sub-kingdom within the Frankish Empire. This term was used before 800 to describe the eastern half of the empire.
The West formed the Neustria sub-kingdom.
Anyone who has ever been to Metz will surely know the St.-Pierre-aux-Nonnains church.
If this is not the case, or if Metz is still on your list of places to visit, please put this church on your list of places to visit.
St. Pierre is considered the oldest existing church building in France, although it must be said that the church is secularized, i.e. it is no longer used for church purposes.
The sight of St. Pierre, a building from the late Roman period around 400 AD, is something like a little journey through time.
Bishop Wala, Bertolf of Trier's ally in the battle of Remich in 882 AD, also walked here.
Since 700 AD Today's church was part of a Benedictine monastery.
The building was originally part of a Roman bath complex.
Due to the importance of the city of Metz in the history of the Frankish Empire, I decided to adapt my miniatures to these circumstances.
The units of my Carolingian army, which are to march from the episcopal city of Metz to Remich, are better equipped than the units of the bishop of Trier.
I wrote about the latter here:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors) (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost" (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger (thrifles.blogspot.com)
For the Metz contingent I used the miniatures from the manufacturer Artizan Designs.
Of course miniatures from the Carolingian series of this manufacturer.
Today you will see Walas infantry.
Wala himself appears here as a Carolingian general.
It must be known that the bishop fell in battle. That's why I interpret him as a real warrior.
The warrior to his right then represents for me Adalhard II, the ally of the two bishops.
Here is a picture of the four leaders.
Left to right.
Wala of Metz, Adalhard II, Bertolf's herald, Bertolf of Trier.
The bodyguard of Wala is then also armed accordingly.
You can see the typical, if not historically documented, Carolingian helmet.
You‘ll also recognize warriors in scale armor and mail.
The Artizan miniatures are strongly based on the images of Carolingian warriors, such as those depicted in the St. Gallen Psalter.
Here is the link to an online reference of this psalter:
e-codices – Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz (unifr.ch)
Another distinguishing feature of my bishop warriors are the red and purple shields, as befits a bishop.
They are supported by the warriors of Adalhard, recognizable by the red and yellow shields.
These are now less armed, but all wear helmets and carry the typical Carolingian shield - also not historically documented, but shown in the St. Gallen Psalter - with them.
This unit of 12 is then also my elite unit in the troop, at least as far as the foot fighters are concerned.
It is then already "Carolingian" if you compare it with Bertolf's units.
Personally, I like the mix of different warrior types.
Somehow, for me too, these miniatures represent, in a figurative sense, the drifting apart of the closed Franconian imperial association.
Bertolf's troops are more "East Franconian", while Bertolf's units are more "West Franconian" (although Metz also belonged politically to the East Franconian Empire from 870).
Put simply.
The units from Metz are more "modern", wear a different fashion, because they come from a more important city in Austrasia.
The Trier units appear more provincial in comparison.
I'm currently in the process of painting a few more figures.
Of course I will present them to you.
What is also missing are the riders.
Because one thing is clear.
I can't let my army go to Remich without some Panzerreiter.
Except that they don't come from Trier.

Sonntag, 25. Juni 2023

882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)

Vor ein paar Woche habe ich Ihnen Bertolf, den Bischof von Trier, nebst seiner Palastwache vorgestellt.
Davor auch schon die Bogenschützen, die Teil meiner „karolingischen“ Tapletoptruppe sind.
Diese schlugen sich im Jahr 882 mit Wikingern in der Schlacht von Remich.
Hier nochmals die Links zu den beiden Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost" (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger (thrifles.blogspot.com)
Bereits in diesen beiden BLOG-Einträgen hatte ich erwähnt, dass Bertolf mit der Hilfe des Bischofs von Metz Wala und des Adligen Adalhard II. eine Streitmacht aufstellte, um der Wikingerbedrohung Grenzen aufzuzeigen.
Für ein auf den Regeln von Lions Rampant basierendes Spiel, fehlen mir da natürlich noch Einheiten.
Da fehlen zunächst einmal die „wütenden Bürger“, die sich Ihrem Bischof angeschlossen hatten.
Diese interpretiere ich als mit Speeren bewaffnete Hilfstruppen, im Stile eines Volksaufgebotes.
So etwas in der Art wird das auch gewesen sein.






Ich habe meine „wütenden Bürger“ und den Begriff „karolingisch“ mit Ausführungszeichen versehen.
Warum?
Wenn Sie den Begriff karolingisches Heer googeln, wird Ihnen natürlich in erster Linie der Begriff Panzerreiter vorgeschlagen.
Ja, die Entwicklung und Verwendung von Panzerreitern ist geradezu der Archetyp karolingischer Kriegsführung. Sie waren die Kerntruppe, die wichtigste Neuerung beim Übergang der alten germanischen Heeresfolge, basierend auf infanteristisch kämpfenden Kriegern, zum mittelalterlichen Lehnswesen, das dann wiederum durch die Ritter repräsentiert wurde.
Aber. Es gab natürlich auch noch das Fußvolk. Die Keimzelle, wenn auch nicht mehr die bedeutendste und schlagfertigste, eines frühmittelalterlichen karolingischen Heeres.
Unter Karl dem Großen wurden alle waffenfähigen freien Grundbesitzer zur Heerfahrt herangezogen.
Die Gesamtheit der zur Heeresfolge verpflichteten Vasallen wurde Heerbann genannt.
Dieser wurde im Früh- und Hochmittelalter immer mehr klassifiziert und in sogenannte Heerschilde unterteilt.
Im Jahr 882 ist diese Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen. Sie ist erst am Anfang.
Im Sachsenspiegel des 13. Jahrhunderts wäre die Truppe eines geistlichen Reichsfürsten – also auch die des Erzbischofs von Trier – der zweite Heerschild. Also eine ziemlich bedeutende Truppe.
Das sehe ich für das Jahr 882 noch nicht.
Trier war ähnlich wie in den Jahrhunderten, die noch folgen sollten, jetzt keine Militärmacht.
Zudem lag die Stadt immer an den Grenzen des Reiches (das ist übrigens noch heute, 1200 Jahre später, so; und auch heute gibt es in dieser Region aufgrund der Grenzlage strukturelle Probleme).
In den Jahren zwischen 800 und 880 wechselten dann auch die Reichszugehörigkeiten.
Immerhin war Trier durch die verschiedenen fränkischen Teilungen zunächst Teil des Gesamtreichs von Karl dem Großen, dann Stadt innerhalb des Mittelreichs Lotharingien, dann Teil des ostfränkischen Reiches.
Eine militärische Vorreiterrolle hatte die Stadt da nicht.
Deshalb gehe ich also davon aus, dass die Kerntruppe Bischof Bertolfs ähnlich aussah, wie die eines kleinen angelsächsischen Grafen irgendwo in England zum gleichen Zeitpunkt.





Ein paar Kernkrieger. Dazu ein paar mehr oder weniger gut bewaffnete Vasallen mit deren Bauerntruppen.
Die Miniaturen, die ich verwendet habe, sind ein Mix von Germanenkriegern und Angelsachsen des Herstellers Gripping Beast.
Der im letzten Bericht bei Bertolf gezeigte Herold hat bei der ersten Truppe das Kommando übernommen.
Zwei weitere Vasallen des Bischofs führen eine andere Einheit, die ebenfalls aus einfachen Bauern bestehen.





Diese beiden Einheiten stellen meine „wütenden Bürger“ dar, die dem Bischof mehr oder weniger freiwillig gefolgt sind, um sich an den plündernden Wikingern zu rächen.
Im nächsten Bericht wird es dann um das Aufgebot des Bischofs von Metz gehen.
Das wird dann schon ein bisschen besser gerüstet sein.
Lassen Sie sich überraschen.
 
 
A few weeks ago I introduced you to Bertolf, the Bishop of Trier, and his palace guard.
Before that, I‘d shown you the archers, who are part of my “Carolingian” tapletop force.
They fought with Vikings in the Battle of Remich in 882.
Here are the links to both reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost" (thrifles.blogspot.com)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger (thrifles.blogspot.com)
I have already mentioned in these two BLOG entries that Bertolf, with the help of the Bishop of Metz Wala and the nobleman Adalhard II, set up a military force to show the limits of the Viking threat.
For a game based on the rules of Lions Rampant, ther are still missing units.
First of all, the “angry citizens” who had joined their bishop.
I interpret these as auxiliary troops armed with spears, in the style of a levy of the people.
It must have been something like that.
I've added exclamation marks to my "angry citizens" and the term "Carolingian".
Why?
Of course, if you google the term Carolingian army, the term Panzerreiter will come up first.
Yes, the development and use of armored horsemen is almost the archetype of Carolingian warfare. They were the core force, the most important innovation in the transition from the old Germanic army succession, based on warriors fighting infantry, to the medieval feudal system, which in turn was represented by the knights.
But. Of course, there were also the infantry. The nucleus, if no longer the most important and quick-witted, of an early medieval Carolingian army.
Under Charlemagne, all free landowners capable of bearing arms were called upon to serve in the army.
All of the vassals who were obliged to follow the army were called Heerbann.
This was increasingly classified in the early and high Middle Ages and subdivided into so-called army shields.
In the year 882, however, this development is not yet complete. It’s only at the beginning.
In the Sachsenspiegel of the 13th century, the troops of a spiritual imperial prince - including those of the Archbishop of Trier - would be the second army shield. So a pretty significant force.
I don't see that for the year 882 yet.
As in the centuries to come, Trier was not now a military power.
In addition, the city was always on the borders of the empire (that is still the case today in modern Germany, 1200 years later, and there are still structural problems in this region today due to the border location).
In the years between 800 and 880, the imperial affiliations also changed.
After all, due to the various Frankish divisions, Trier was first part of the overall empire of Charlemagne, then a city within the middle kingdom of Lotharingia, then part of the East Frankish kingdom.
The city did not have a military pioneering role there.
So I am assuming that Bishop Bertolf's core force looked similar to that of a minor Anglo-Saxon earl somewhere in England at the same time.
A few core warriors. In addition, a few more or less well-armed vassals with their peasant troops.
The miniatures I used are a mix of Germanic warriors and Anglo-Saxons from the manufacturer Gripping Beast.
The herald shown in the last report with Bertolf has taken command of the first troop.
Two more of the bishop's vassals lead another unit, also made up of simple pawns.
These two units represent my "angry citizens" who more or less voluntarily followed the bishop to take revenge on the marauding Vikings.
The next report will then deal with the summoning up of the bishop of Metz.
That will be a bit better prepared then.
Let yourself be surprised.

Sonntag, 11. Juni 2023

Viva Mexico - Western Minis

Kennen Sie das??
Irgendwann werden Sie von einem Spielsystem angefixt.
Theoretisch angefixt.
Sie haben etwas gehört. Etwas gelesen, im Internet entdeckt, und schon geht es los.
Zunächst einmal werden die Regelbücher gekauft.
Lektüre ist immer gut.
Sind diese dann gut gemacht, dann beginnt die Recherche nach Figuren.
Klar.
Die schönen bunten Bilder im Regelwerk inspirieren einen ja auch.
Man wird gefangen. Man denkt nach. Man verliebt sich.  Schaut sich schon mal Armeelisten an. Rechnet herum, was man gebrauchen könnte.




Na und irgendwie beginnt man dann auch zu träumen, wie toll das dann ist, eine bemalte „Armee“ zu diesem Thema zu haben.
Verrückt dabei ist, dass wir uns da anfangs oft gar keine Gedanken machen, gibt es überhaupt jemand mit dem wir das spielen können?
Nun gut.
Ich habe da eine Entschuldigung.
Mir geht es immer noch im Hobby vor allem um das Bemalen der Figuren und Gebäuden.
Spielen ist bei mir tatsächlich erst an zweiter Stelle, wenn es um die Beschreibung meines Hobbyansatzes geht.
Ja ich weiß. Nicht jeder ist so.
Es gibt auch Hobbyisten, die genau planen. Die genau wissen, was sie wollen, und was sie dann machen.
Die meisten, die ich kenne, sind allerdings mindestens einmal auf die oben geschilderte geistige Falle hereingefallen.
Mein schönstes persönliches Beispiel, was das angeht, sind die Regelbände des Warhammer Ancient Battles System.
Ich kam relativ spät zum Wargaming Hobby.
Der Weg führte über das Sammeln von 1/72 Minis, und dem Traum große Dioramen zu schaffen, zum eigentlichen Spielen.
Na und lustigerweise, wie bei so vielen von uns, ging auch bei mir der Weg über Games Workshop.
Die erste Erfahrung war 40K, weil ein Arbeitskolleg mir davon vorgeschwärmt hatte, und mir dann auch die Miniaturen der imperialen Armee gefielen.
Die waren mir menschlich genug.
Eigentlich hatte ich schon damals keine wirkliche Lust auf Fantasy.
Ich wollte doch im Grunde irgendetwas aus einer historischen, modernen oder postmodernen Epoche spielen. Gleichzeitig wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt noch ni
cht, ob es da überhaupt was gibt.
Dann lernte ich DBA kennen und spielte ein paar Testspiele.







Aber da war halt kein schönes buntes Regelsystem dabei. Deshalb wurde ich da nicht persönlich aktiv. Gespielt habe ich das System immer mit Spielern, die eh zwei Armeen hatten. Also war das kein Problem.
Auf einem der Games Days von Games Workshop Deutschland lernte ich dann allerdings „meine Welt“ kennen.
Da gab es nämlich eine Demoveranstaltung zu WAB und direkt daneben gab es die schönen bunten Bücher, die ich dann schon mal durchblätterte.
Geizig wie ich bin, und auch rational, denn ich lasse mich sehr, sehr selten auf Veranstaltungen anfixen, und kaufe dort im Normalfall nicht, ließ ich die Bücher erst einmal liegen.
Das war dann allerdings nur eine kurze rationale Entscheidung, denn nach und nach kaufte ich mir dann die Bände zusammen.
Hauptsache sie schon mal in der Bibliothek zu haben.
Allerdings nur, weil sie mir optisch gefielen, und weil sie einfach gut gemacht sind.
Gespielt habe ich WAB nur zweimal; und das auf Conventions.
Bevor ich nur irgendeine Armee hätte anmalen können …, mir war nach der Lektüre nämlich ziemlich schnell klar, dass da richtig viele Minis bemalt werden mussten…, war WAB schon Kriegsgeschichte. Kaum einer spielte es noch, dann wurde es eingestellt.
Zwischenzeitlich hatte ich aber das Herr der Ringe Regelsystem für mich entdeckt.
Na und von dort war es dann auch nur ein kleiner Schritt, um sich auch die komplette Legends of the Old West Reihe – natürlich auch Legends of the High Seas – zu kaufen.



Bilder über Bilder. Helden über Helden.
Ja.
So mag ich das.
Natürlich kaufte ich dann auch Western Minis. Völlig begeistert vom Thema.








Als ich dann alles beisammenhatte, musste ich feststellen, dass mein Spielerkreis das gar nicht mehr spielte.
Im Gegenteil.
Die meisten finden die Regeln mittlerweile richtig langweilig, überflüssig, wenig fordernd, einfallslos, na und was es sonst noch für Attribute gibt.
Die Figuren dümpelten also lange in meiner Schublade.
Bis Anfang dieses Jahres.
Da spielte ich dann Draculas America zum ersten Mal.
Auch wenn es sich dabei, um ein doch Fantasy lastiges System handelt, wollte ich jetzt endlich auch mal ein Wild West Setting spielen.
Spaß hat’s gemacht.
Und deshalb musste ich jetzt doch mal paar Minis rauskramen und ne eigene kleine Einheit aufstellen.
Diese sehen sie hier im Bild.
Ein paar Mexikaner. Outlaws und Peons, also mexikanische Kleinbauern
.









Ursprünglich sollten die Gegner von Kaiser Maximilian in einem diesbezüglichen Setting im Mexiko der 1860er Jahre werden.
Jetzt kloppen sie sich also mit irgendwelchem Twilight Ungetier herum.
Auch gut.
Als Ergänzung habe ich mir noch ein paar Zombies von Black Scorpion besorgt.
Das sind diese vier Miniaturen.







Na und die kann ich dann ja auch generisch nutzen.
Denn immerhin warten ja auch noch Sheriffs, Outlaws und Cowboys noch auf die Bemalung.
Ich habe ja alles in Kisten, Kästen, Schränken und Schubladen.
Denn eigentlich, ja eigentlich, wollte ich doch nur Legends of the Old West spielen.
 
 
 
Do you know that??
At some point you will be hooked by a game system.
You heard something. Read something, discover it on the Internet, and off you go.
First of all, the rule books are bought.
Reading is always good.
If these are then well done, then the research for miniatures begins.
That’s a must.
The beautiful colorful pictures in the rulesets also inspire you.
You get caught. You think. You fall in love. Have a look at the army lists. Calculate what you could use.
And somehow you start to dream how great it is to have an “whole army” painted on this topic.
What's crazy about that is the fact that we often don't even think, is there anyone we can play this scenario with?
Well.
I for myself have an excuse.
My hobby is still mainly about painting miniatures and buildings in different scales.
Playing actually comes second to me if I have to describe my approach to the hobby.
Yes I know.
Not everyone is like me.
There are also hobbyists who plan carefully. They know exactly what they want and then what they do.
However, most people I know have fallen for the above mental trap at least once.
My finest personal example of this are the Warhammer Ancient Battles rulebooks.
I came relatively late to the wargaming hobby.
The path led from collecting 1/72 minis and the dream of creating large dioramas to actually playing.
Well, and funnily enough, like so many of us, I went through Games Workshop.
First experience was 40K because a colleague raved about it and then I liked the Imperial Army miniatures too.
But deep in my heart, I wanted to play something from a historical, modern or postmodern era.
Then I got to know DBA and played a few tryouts.
But there wasn't a nice, colorful system of rules. That's why I didn't get involved personally. I've always played the system with players who had two armies anyway. So gaming wasn't a problem.
At one of the Games Workshop Germany Games Days, however, I got to “get to know my world”.
There was a demo event for WAB and right next to it there were the beautiful, colorful books that I leafed through.
Stingy as I am, and also rational, because I very, very rarely get hooked on events, and if I don't usually buy there, I leave the books there for the time being.
However, that was only a brief, rational decision, because little by little I bought the volumes in the following years.
The main thing was to have them in my library.
However, only because I liked the look of them and because they are simply well presented.
I only played WAB twice; and that at conventions.
Before I could paint just any army... after reading the rules, I quickly realized that there were a lot of minis to paint... WAB was already war history. Hardly anyone played it anymore, then it was discontinued.
In the meantime, however, I had discovered the Lord of the Rings rule system for myself.
Well, and from there it was only a small step to buy the complete Legends of the Old West series - including Legends of the High Seas, of course.
Oh I still love the books.
So many pictures. So many heroes.
Yes.
That's how I like it.
Of course I also bought Wild West miniatures. Totally excited about the topic.
Legends of the Old West!! Yes; I wanted to play it.
When I got everything together, I had to realize that my group of players no longer played it at all.
On the contrary.
Most people now find the rules really boring, superfluous, not very demanding, unimaginative, and whatever other attributes there are.
So the figures languished in my drawer for a long time.
Until early this year.
That's when I played Dracula's America for the first time.
Even if it is a fantasy-heavy system, I finally wanted to play a Wild West setting.
And what should I say.
It was fun.
And that's why I had to dig out a few minis and set up my own little unit.
You can see it here in the picture.
A few Mexicans. Outlaws and peons.
Originally, they was planned as opponents of Emperor Maximilian for a setting in Mexico in the 1860s.
So now they're fighting with some Twilight beasts.
Also good.
As a supplement, I got myself a few zombies from Black Scorpion.
These are the four miniatures you see in the picture.
Well, I can use them generically.
The sheriffs, outlaws and cowboys are still waiting to be painted.
Because actually, actually, all I wanted to do was play Legends of the Old West.