Bereits im Jahr 2021 hatte ich in meinem Bericht über das
Fort Schoenenbourg im Elsaß erwähnt, dass ich einem Besucher empfehle,
mindestens 4 Bunker der Maginotlinie zu besuchen.
Fort Schoenenburg, den Simserhof, die Ouvrage Kalkofen (Four-à-Chaux) und die Ouvrage Hackenberg.
Über zwei dieser Werke hatte ich bereits berichtet. Hier die Links zu den entsprechenden BLOG-Einträgen:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Fort Schoenenbourg
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Simserhof - Eine Reise ins Elsaß und nach Lothringen Teil 1
Heute möchte ich Ihnen die Ouvrage Four-à-Chaux bei Lemberg im Elsaß vorstellen.
Fort Schoenenburg, den Simserhof, die Ouvrage Kalkofen (Four-à-Chaux) und die Ouvrage Hackenberg.
Über zwei dieser Werke hatte ich bereits berichtet. Hier die Links zu den entsprechenden BLOG-Einträgen:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Fort Schoenenbourg
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Simserhof - Eine Reise ins Elsaß und nach Lothringen Teil 1
Heute möchte ich Ihnen die Ouvrage Four-à-Chaux bei Lemberg im Elsaß vorstellen.
Der Name leitet sich von einem in der Nähe befindlichen Kalkbrennerei ab.
Bei der Ouvrage selbst handelt es sich um ein mittleres Artilleriewerke der Maginotlinie.
Die Ouvrage wurde zwischen 1930 und 1935 erbaut.
5 km lange Stollen laufen hier 30 Meter unter der Erde.
Die Besatzung bestand aus 24 Offizieren und 600 Soldaten, die der Festungsinfanterie (RIF), Artillerie- und Pionierregimentern angehörten. Hierbei handelte es sich um Soldaten des 165. Régiment d’infanterie forteresse (RIF) und des 168. Régiment d’artillerie à pied (RAP).
Das Besondere an diesem Werk ist zum einen die eher gering zu nennende Ausdehnung von knapp 650 Metern. Das ist darauf zurückzuführen, dass dieses Werk, in den hier befindlichen sehr schmalen Bergrücken gebaut wurde.
Eine weitere Besonderheit ist der eingebaute Schrägaufzug, mit dem Munition und andere Versorgungsgüter in die höher gelegenen Ebenen transportiert wurden.
Da das unterirdische Gangsystem gerade einmal 1,6 km lang ist, wurde die Werksbahn in dieser Anlage nicht elektrifiziert. Es war vielmehr so, dass die durch LKW bzw. die Feldeisenbahn angelieferte Munition und die Versorgungsgüter von den Soldaten bis an die Sohle des Kampfblocks geschoben und dort mittels des Aufzugs nach oben transportiert wurden.
Natürlich finden sich in der Anlage selbst eine unterirdische Kaserne, ein Operationsraum, eine Versorgungsabteilung mit Lagerräumen und eine Großküche, Ruhe- und Bereitschaftsräume, Duschen und Toiletten sowie die technischen Abteilungen (Kraftwerk, Heizung und Lüftungsanlage, Werkstätten etc.)
Das Fort verfügte ebenfalls über eine unterirdische
Quelle.
Sechs Kampfblöcke gehören zur Ouvrage:
Drei Artilleriebunker (Bloc 1, 2 und 3), zwei Infanteriebunker (Bloc 4 und 5) und eine Infanteriekasematte (Bloc 6).
Sechs Kampfblöcke gehören zur Ouvrage:
Drei Artilleriebunker (Bloc 1, 2 und 3), zwei Infanteriebunker (Bloc 4 und 5) und eine Infanteriekasematte (Bloc 6).
Hinter diesen, natürlich unterirdisch, finden sich dann der Mannschaftseingang, der zur Kaserne führt, und der Munitionseingang, hinter dem die technischen Abteilungen liegen.
Zur Orientierung das Bild einer Tafel, die Sie am Eingang der Anlage finden.
Die Anlage war für einen Munitionsverbrauch von ca . 40 Tonnen pro Großkampftag ausgelegt.
Die Bewaffnung sah wie folgt aus:
Bloc 1:
1 × 13,5-cm-Turm
2 × GFM-Glocken
Bloc 2:
1 × 7,5-cm-Turm (Mod.32)
1 × GFM-Glocke
1 × JM-Glocken
Bloc 3:
1 × 8,1-cm-Turm
1 × GFM-Glocke
1 × LG-Glocke
Bloc 4:
1 × GFM-Glocke
1 × VDP-Glocke
2 × JM-Glocken
Bloc 5:
1 × MG-Turm
1 × GFM-Glocke
Bloc 6:
1 × 4,7-cm-PAK/JM
1 × JM, 1 × GFM-Glocke
1 × JM-Glocke, 1 × VDP-Glocke
Munitionseingang:
1 × 4,7-cm-PAK/JM
1 × GFM-Glocke
Mannschaftseingang:
1 × 4,7-cm-PAK/JM
2 × GFM-Glocken
GFM Glocke = Guetteur fusil mitrailleur (hier konnte eine Beobachtungsoptik, ein leichtes MG (MAC-24/29) oder ein 50 mm Granatwerfer eingebaut sein.
AM Glocke = Arme mixte (Kombinationswaffe mit 25 mm Panzerabwehrkanonen und MG)
JM Glocke = Jumelage mitrailleuse (Zwillings MG MAC-31)
LG Glocke = Lance Grenade (50 mm bzw. 60 mm Granatwerfer)
VDP Glocke = Vision directe et periscopique (Berobachterkuppel)
Zum Start des Westfeldzuges am 10. Mai 1940 wurde das Fort von den deutschen Truppen ignoriert. Der Durchstoß erfolgte ja bekanntlich über die Ardennen (Sichelschnitt).
Erst am 16. Juni wurde die 215. Infanteriedivision der Deutschen an dieser Stelle aktiv. Der eigentliche Angriff erfolgte am 19. durch Stukas, die die Anlage bombardierten. Den deutschen Truppen gelang so der Durchbruch. Die Kapitulation erfolgte nach dem Waffenstillstand.
Auch diese Ouvrage teilte die Rolle der meisten Anlagen der Maginotlinie nämlich im Abseits des eigentlichen Angriffs zu stehen.
Mittlerweile häufen sich die Stimmen, die dennoch den Wert der Maginotlinie unterstreichen. Im Grunde habe die Anlage Ihren Zweck erfüllt, und somit auch die Kosten gerechtfertigt, weil der Gegner gezwungen war die Anlage zu umgehen.
Über diese Sichtweise kann man natürlich diskutieren. Immerhin band die Maginotlinie Soldaten, die an anderer Stelle wiederum fehlten.
Außerdem widersprach die statische Kampfführung den neuentwickelten Methoden des Panzerkriegs und des Gefechts der verbundenen Waffen.
Ob die Maginotlinie nun überflüssig war, fällt in den Bereich der historischen Spekulation. Ein „was wäre, wenn“, ist auch hier nicht wirklich zu beantworten.
Fort Schoenenbourg, Simserhof, the Four-à-Chaux (Kalkofen) fortification, and the Hackenberg fortification.
I've already written about two of these fortifications. Here are the links to the corresponding blog posts:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Fort Schoenenbourg
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Simserhof - Eine Reise ins Elsaß und nach Lothringen Teil 1
Today, I'd like to introduce you to the Four-à-Chaux fortification near Lemberg in Alsace. The name comes from a nearby lime kiln.
The fortification itself is a medium-sized artillery fortification of the Maginot Line. The fortification was built between 1930 and 1935.
It features 5 km of tunnels running 30 meters underground.
The garrison consisted of 24 officers and 600 soldiers belonging to the Fortress Infantry (RIF), artillery, and engineer regiments. These soldiers were from the 165th Fortress Infantry Regiment (RIF) and the 168th Foot Artillery Regiment (RAP).
One of the remarkable features of this fortification is its relatively short length of just under 650 meters. This is due to the fact that it was built into the very narrow ridges of the hills in this area.
Another unique feature is the integrated inclined elevator, which was used to transport ammunition and other supplies to the higher levels.
Since the underground tunnel system is only 1.6 km long, the factory railway in this complex was not electrified. Instead, ammunition and supplies delivered by truck or field railway were pushed by soldiers to the base of the combat block and then transported to the surface using an elevator.
The complex itself contains an underground barracks, an operations room, a supply department with storage rooms and a large kitchen, rest and ready rooms, showers and toilets, as well as the technical departments (power plant, heating and ventilation system, workshops, etc.).
The fort also had an underground spring.
The complex comprises six combat blocks: three artillery bunkers (Blocks 1, 2, and 3), two infantry bunkers (Blocks 4 and 5), and an infantry casemate (Block 6).
Behind these, also underground, are the personnel entrance leading to the barracks and the ammunition entrance, behind which lie the technical departments. For your convenience, here is a picture of a sign you will find at the entrance to the facility.
The facility was designed for an ammunition consumption of approximately 40 tons per day of major combat.
The armament was as follows:
Bloc 1:
1 × 13.5 cm turret
2 × GFM cupolas
Bloc 2:
1 × 7.5 cm turret (Mod. 32)
1 × GFM cupola
1 × JM cupolas
Bloc 3:
1 × 8.1 cm turret
1 × GFM cupola
1 × LG cupola
Bloc 4:
1 × GFM cupola
1 × VDP cupola
2 × JM cupolas
Bloc 5:
1 × MG turret
1 × GFM cupola
Bloc 6:
1 × 4.7 cm PAK/JM
1 × JM, 1 × GFM cupola
1 × JM cupola, 1 × VDP cupola
Ammunition entrance:
1 × 4.7 cm PAK/JM
1 × GFM cupola
Crew entrance:
1 × 4.7 cm PAK/JM
2 × GFM cupolas
AM cupola = Arme mixte (combination weapon with 25 mm anti-tank gun and machine gun)
JM cupola = Jumelage mitrailleuse (twin machine gun MAC-31)
LG cupola = Lance Grenade (50 mm or 60 mm grenade launcher)
VDP cupola = Vision directe et periscopique (observation cupola)
It wasn't until June 16 that the German 215th Infantry Division became active at this location. The actual attack took place on the 19th with Stuka dive bombers that bombed the fortification. This allowed the German troops to break through. The surrender followed the armistice.
This fortification also shared the role of most Maginot Line fortifications, namely to stand apart from the main attack.
Meanwhile, there is a growing chorus of voices emphasizing the value of the Maginot Line. Essentially, the fortification fulfilled its purpose and thus justified the costs, because the enemy was forced to circumvent it.
This view is, of course, open to debate. After all, the Maginot Line tied down soldiers who were then needed elsewhere.
Furthermore, the static warfare tactics contradicted the newly developed methods of armored warfare and combined arms warfare.
Whether the Maginot Line was now superfluous falls into the realm of historical speculation. A "what if" scenario is not truly answerable here either.
























































































































































































