Sonntag, 7. Juni 2026

Ulf Schiewe - Herrscher des Nordens (Harald Hardrada)

Today I'm afraid I have to disappoint my readers in English-speaking countries. This blog post doesn't really offer any useful content for you. Summer vacation starts in just a few days in some German states. And so I was tempted to share a book recommendation. Author Ulf Schiewe has written a three-volume series about the story of the Viking king Harald Hardrada. Unfortunately, it's only available in German. This means that this recommendation will only reach readers who understand German.
So please accept my apologies for this detour. Since these books captivated me during a recent vacation, I really wanted to mention this series on my blog.
Next time, there will be a post for all my readers.

P.S.: At least at the end of the post you can see various 28mm models for Harald Hardrada, in case you are interested in the topic yourself.


Heute möchte ich an dieser Stelle eine Buchempfehlung geben, und dass obwohl es die Hälfte meiner Leser nicht wirklich interessieren wird. Warum? Weil es diese Bücher nur in deutscher Sprache gibt, und eine Übersetzung ins Englische nicht zu erwarten ist. Leider heißt das aber auch, dass Sie, meine lieben Leser, hier auch einiges verpassen.
Die Buchreihe von der ich spreche, beschäftigt sich mit dem Leben des Norwegerkönigs Harald Hardrada (1015-1066). Der Autor Ulf Schiewe hat seinen drei Büchern, die folgenden Einzeltitel gegeben: Thors Hammer, Odins Blutraben und Die letzte Schlacht.  Der Obertitel der Reihe lautet Herrscher des Nordens.


Die Geschichte beginnt in Norwegen, in dem Kleinkönigreich Hringarike (Ringerike), das zum Zeitpunkt der Handlung von Haralds Mutter Asta Gudbrandsdóttir (930-1030) als Regentin für ihren Sohn Guttorm, Haralds älterem Bruder, verwaltet wird. Harald ist zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt, wirkt aber, wie alle bestätigen, erwachsener.


Eines Tages galoppiert der König von Norwegen, Olaf Haraldsson (995-1030) mit einigen Getreuen, nebst Frau, Zweitfrau und Kindern, durch das Tor des kleinen Herrschaftssitzes.
Was man wissen muss. Er ist der älteste Sohn Astas und ihres ersten Mannes Harald Grenske, somit also der Halbbruder Haralds.
Olaf ist auf der Flucht. Grund dafür ist der Streit zwischen Olav und dem Jarl in Trøndelag Asbjørn Sigurdsson, dem sich auch andere Jarls aus dem Westen Norwegens angeschlossen haben. Sie sind unzufrieden mit Olaf, vor allem wegen seines aggressiven Vorgehens bei der Christianisierung des Landes, das zu zahlreichen Opfern unter den dort ansässigen freien Bauern, den Bondi, führt.
Olaf besucht seine Familie bevor er sich nach Schweden und von dort nach Russland, an den Hof von Jaroslaw dem Weisen (978-1054) begibt. Jaroslaw, Großfürst und Herrscher der Rus in Nowgorod, ist der Schwager König Olafs. Olafs Frau Astrid Olofsdóttir und Jaroslaws Frau Ingegerd Olofsdóttir sind Halbschwestern. Beide sind wiederum die Schwestern des schwedischen Königs Anund Jakob Olofson (1010-1050).
Dieser verkürzte Blick auf die Familienverhältnisse könnte jetzt leicht verwirrend sein. Zumal auch noch Magnus, der gerade einmal fünfjährige uneheliche Sohn Olafs mit der „Zweitfrau“ Alfhild, auch noch eine Rolle in den Romanen spielen wird.
Aber lassen Sie sich nicht verwirren. Im Buch kann man den handelnden Personen leicht folgen.
Das liegt sicherlich auch daran, dass Ulf Schiewe aus den wenigen vorhandenen Quellen eine sehr logische und gut durchdachte Geschichte entwickelt hat, die sehr plausibel wirkt und unterhaltsam geschrieben ist.


Im ersten Band erleben wir das Heranwachsen Haralds, und begleiten ihn in die Schlacht von Stiklestad, in der dann sein Bruder Olaf fallen wird, kurz nachdem er aus dem zweijährigen Exil in Nowgorod zurückgekehrt war. Harald selbst wird in der Schlacht schwer verwundet, erholt sich allerdings und flüchtet ebenfalls wie Jahre zuvor sein Bruder Olaf über Schweden nach Nowgorod.
Sein persönlicher Albtraum und Gegner ist im ersten Band Band Sigurd Erlingsson, der Olaf und seiner Familie ewige Rache geschworen hat, weil nach der Schlacht von Boknfjord sein Vater Erlingr Skjálgsson von einem Getreuen Olavs erschlagen wurde, obwohl er sich ergeben hatte. Sigurd lastet diese Tat persönlich Olaf an; er vermutet einen Komplott.
Alle bisher genannten Personen sind historisch verbürgt, und Ulf Schiewe erzählt die bekannte Geschichte sehr gut nach, und ergänzt dort, wo es logisch ist, um eben den Roman in Fluss zu bringen.
Dabei gelingt es ihm auch das Wikingerzeitalter zum Leben zu erwecken. Und ihm gelingt dies genauso gut wie Bernhard Cornwell in seiner Uthred Saga. Man merkt den Büchern an, dass Schiewe sehr gut recherchiert hat, dass er aber auch die Qualität besitzt gut zu schreiben. Manche historischen Romane gerade der neueren Zeit wirken gekünstelt. Bei Schiewe wirkt die Geschichte real, egal ob es sich um Kleidung und Bewaffnung, um den Aufbau der Dörfer und Städte, um die Schlachtbeschreibung, um die Seefahrt, um die nordische Mythologie handelt. Das wirkt wirklich alles wie aus einem Guss.
Man muss auch bemerken, dass die Romane wirklich an Fahrt aufnehmen. Die ersten 200 Seiten des ersten Bandes sind letztendlich die Geschichte eines Heranwachsenden. Das wird vielleicht nicht jedem gefallen. Wobei ich sagen muss, dass mir beim Lesen niemals die Langeweile aufkam. Die Geschichte entwickelt sich eben.
Im zweiten Band, der um das Jahr 1035 spielt, erleben wir Harald dann als Söldnerführer beim Großfürsten der Rus. 



Die Beschreibung der Verteidigung Kiews gegen den Ansturm der Petschenegen ist hier für mich der Höhepunkt des Romans. Persönliche Verluste treiben Harald dann aber weiter nach Konstantinopel, wo er Offizier der kaiserlichen Waräger wird und für Byzanz in zahlreichen Kriegszügen kämpft, und dabei ein entsprechendes Vermögen anhäufen kann. Äußerst pikant wird dann seine Affäre mit der Kaiserin Zoe. Letztendlich bringen ihn diese Affäre und der Neid seiner Konkurrenten gegen Ende des zweiten Bandes in den Kerker.
Der dritte Band beginnt somit folgerichtig wieder in Konstantinopel. 


Harald gelingt die Flucht aus dem Kerker, allerdings wird er in den blutigen Volksaufstand des Jahres 1042 hineingezogen und dort auch einer der entscheidenden Treiber. Ulf Schiewe gelingt es hier, historische Tatsachen mit Ereignissen im Roman zu verknüpfen und dies erreicht er, in sehr überzeugender Weise.
Von Konstantinopel kehrt Harald wieder nach Kiew zurück, um sich von dort letztendlich nach Norwegen aufzumachen, um seinen Thronanspruch gegen seinen Neffen Magnus geltend zu machen.
Der Roman endet mit der Herrschaft Haralds über Norwegen, und letztendlich auch – in einem Nachwort – auf dem Schlachtfeld an der Stamford Bridge, wo Harald sein Leben lässt.
Diese Kurzbeschreibung der Romane kann tatsächlich nicht alles erfassen, was in den Büchern geboten wird. Alleine die Schauplätze wissen zu fesseln. Norwegen, das Land der Rus, die alte Kaiserstadt Konstantinopel. Auch die kleinen Gefechte und großen Schlachten sind fesselnd beschrieben. Auch die Entwicklung des Mannes und der Kriegers Harald stellt Schiewe in einen großartigen historischen Zusammenhang. Man leidet an vielen Stellen mit, an anderen schmunzelt man und begeistert sich für den Helden.
Die Fernsehserie Vikings Valhalla beschäftigt sich ja mit dem gleichen Thema, und natürlich gibt es hier Parallelen, versuchen doch sowohl die Fernsehmacher, als auch der Romanautor aus den wenigen Quellen eine gute Geschichte zu entwickeln.
Auch wenn mir die Fernsehserie Vikings Valhalla gut gefallen hat, muss ich sagen, dass Schiewe eine glaubhaftere Welt in seinen Romanen beschreibt.
Sollten Sie also noch eine überzeugende Urlaubslektüre suchen, dann kann ich die drei Bände nur empfehlen.
Es lohnt sich.


P.S.: Als bedeutender König des Wikingerzeitalters haben natürlich auch diverse Hersteller Figuren des Helden, vor allem für das Spiel Saga herausgebracht. Nachfolgend die bekanntesten Modelle, die man bei den bekannten Versendern dann auch bestellen kann.

Harald Hardrada Fireforge Games

Harald Hardrada Gripping Beast

Harald Hardrada Stronghold-Terrain Collectible

Harld Hardrada Gripping Beast

Harald Hardrada Brother Vinni

Harald Hardrada V&V miniatures

Sonntag, 31. Mai 2026

Sharpes Mission (Havoc) und "Le Roi Nicolas"

 
Sharpes Mission, im Original Sharpe’s Havoc, ist eines der Bücher aus der Sharpe Serie von Bernard Cornwell, das erst lange nach dem Erscheinen der „Ursprungsserie“ geschrieben wurde. Das Buch sah erst im Jahr 2003 seine Veröffentlichung und erhielt dann im Jahr 2011 seine deutsche Übersetzung.
Wenn somit auch mehr als 20 Jahre zwischen der „alten“ Serie und der Neuerscheinung liegen, merkt man dies dem Buch nicht an. Cornwell taucht nahtlos, ohne irgendwelche Brüche, wieder in die Reihe ein, und entwickelt ein sehr stimmiges Szenario.




Das Abenteuer beginnt im März 1809 in Porto, damals noch Oporto. Weiterhin wird Portugal von den Franzosen bedroht, und der Oberkommandierende Marschall Soult möchte nach seinen Erfolgen im Norden des Landes bei La Coruna und in der Schlacht bei Braga den Rest des Landes erobern, die Portugiesen und die sich hier befindenden Engländer schlagen, um seinen wahren Traum zu verwirklichen: Sich selbst zum König von Portugal zu erheben.
Marschall Soult

So verrückt das Ganze klingt. Ja. Diesen Plan verfolgte der Marschall tatsächlich.
Jedenfalls nach glaubwürdigen Aussagen seiner Gegner und Konkurrenten. Soult selbst hat diese Ambitionen zu haben, immer bestritten. Was sollte er auch anders tun? Es war schon gefährlich, was er da plante. Sein Glück war, dass Napoleon ihn in Spanien brauchte, und die Affäre quasi mit einem Satz abtat: „„Ich wollte Ihnen schreiben, dass ich über Ihre Handlungen in Porto verärgert war; aber ich erinnere mich nur an den Tag von Austerlitz. [...] Hören Sie auf, sich mit solchen Albernheiten zu beschäftigen.“ Der Kaiser wusste genau, wem er letztendlich den Sieg bei Austerlitz verdankte. Eben Marschall Soult, der den entscheidenden Durchbruch und die Besetzung der Pratzenhöhen angeführt hatte.
Es scheint auch, dass Napoleon die portugiesische Episode nicht wirklich als bedrohlich empfunden hatte. Noch in seinen Memoiren urteilt er relativ gelassen: „„Soult hat sich in Porto von einer Handvoll Intriganten und Schmeichlern blenden lassen. Er glaubte tatsächlich, die Portugiesen wollten ihn als König. Das war eine reine Torheit (étourderie / sottise), getrieben von persönlicher Eitelkeit. Seine Aufgabe war es, für Frankreich zu siegen, nicht für sich selbst eine Krone zu suchen.“ An anderer Stelle schrieb der Kaiser über Soult folgendes: „„Ich hatte einen Charakter von edlem Ausmaß vor mir, wenn es um Mut ging, aber er war unglücklich als unabhängiger Regent. Hätte ich in Russland Erfolg gehabt, hätte ich ihn zum König von Polen gemacht. Das wäre ein Thron gewesen, der seiner strategischen Kapazität entsprochen hätte – Portugal hingegen war ein Fehler.“
Es gibt ein weiteres Zitat des Kaisers zu Soult, das allerdings nicht positiv ausfällt. Das sollte man an dieser Stelle auch noch zitieren, weil es in den Zusammenhang der Geschehnisse fällt. Hier ging es allerdings um die Exzesse der von Soult kommandierten Truppen in Portugal und Spanien: „„Ich hätte ein Exempel statuieren und Soult erschießen lassen sollen; er war der größte Plünderer von allen. [...] Seine Ambitionen in Portugal waren absurd, aber ich brauchte sein militärisches Talent.“
Was war also in Portugal geschehen?
Soult beabsichtigte, sich als „Nikolaus I.“ (König Nicolas) zum Herrscher eines neuen portugiesischen Satellitenstaates zu machen. In einem geheimen Rundbrief vom 19. April 1809 ließ er über seinen Generalstabschef seinen Plan an seine Generäle verteilen, um sie für das Vorhaben zu gewinnen. Er betonte dabei, dass eine Thronbesteigung keine Untreue gegenüber Napoleon bedeuten würde.
Soults Pläne stießen allerdings bei seinen eigenen Offizieren auf Spott, Empörung, bei einigen sogar, auf echten Widerstand. Es formierten sich sogar Verschwörungen innerhalb der Truppe, um den Marschall festzunehmen, sollte er sich tatsächlich selbst krönen. Hier ist vor allem ein Name zu nennen: Captain Philippe-Charles Argenton.
Argenton gehörte zu einer Gruppe unzufriedener Offiziere (Generäle wie Louis-Henri Loison und Henri-François Delaborde, Colonel Donadieu: Der Kommandeur des 22. Regiments der Jäger zu Pferd, Colonel Lafitte: Kommandeur des 18. Dragoner-Regiments), die beschlossen, Soult aufzuhalten. Ihr Plan war radikal: Sollte Soult sich tatsächlich zum König von Portugal erklären, wollten sie ihn verhaften, die Armee übernehmen und zurück nach Frankreich führen. Argenton reiste sogar mehrfach heimlich durch die feindlichen Linien, um sich mit dem britischen Befehlshaber Sir Arthur Wellesley (dem späteren Herzog von Wellington) zu treffen. Argenton schlug Wellesley vor, dass die französischen Truppen unter den Verschwörern im Falle eines britischen Angriffs passiv bleiben oder gar meutern würden, um Soult zu stürzen. Wellesley reagierte äußerst verhalten auf diesen Vorschlag, angeblich vertraute er keinem Überläufer. Argentons Verrat flog dann allerdings rasch auf. Ein Mitverschworener Offizier – irgendjemand aus dem Umfeld des General Charles Lefebvre-Desnouettes, vielleicht sogar der General selbst, das ist nicht sicher - bekam kalte Füße und verriet den Plan an Marschall Soult. Argenton wurde im Mai 1809 in Porto verhaftet. Bei den chaotischen Geschehnissen rund um den Angriff der Engländer auf Porto gelang ihm allerdings die Flucht. Er ging zurück nach Frankreich, um hier Soult anzuklagen. Es scheint, dass das Verhalten des Marschalls den Hauptmann sehr getroffen haben muss. Vielleicht dachte er auch, dass eine aggressive Anklage der Verfehlungen Soults ihn selbst vom Verdacht der Konspiration mit dem Feind freisprechen würde. Diese Rechnung ging nicht auf. Argenton wurde erneut verhaftet, vor ein Kriegsgericht gestellt und wegen Hochverrats 1809 in Paris füsiliert.
Es scheint, dass Argenton das Bauernopfer wurde, weil Napoleon die Affäre nicht aufkochen lassen wollte. Eben weil er Soult noch brauchte.
Trotzdem bleibt hier ein bitterer Beigeschmack zurück. Der Marschall, der royale Fantasien hegte, blieb ungestraft, während der Mann, der den Verrat am Kaiser aufdecken wollte, letztendlich als Verräter und Kollaborateur hingerichtet wurde.
Marschall Soult vertuschte übrigens das Ausmaß der Verschwörung. Die anderen Verschwörer, außer General Loison, wurden begnadigt bzw. ihre Beteiligung gänzlich ignoriert. Vielleicht hatte Soult kalte Füße bekommen. Immerhin bestand die Gefahr, dass der Kaiser ihm auch Versagen in der Truppenführung hätte vorwerfen können, wenn eine großangelegte Verschwörung im Offizierskreis publik geworden wäre. So deckte er einen Mantel des Schweigens über diese Affäre.
General Loison hatte übrigens noch den Versuch gemacht direkt mit dem Kaiser zu sprechen. Er reiste nach Schönbrunn, wo sich Napoleon zu diesem Zeitpunkt aufhielt, um ihm stolz die Beweise und Briefe über Soults „König Nicolas“-Projekt vorzulegen. Laut den Überlieferungen schnitt ihm Napoleon aber sofort das Wort ab. Der Kaiser war weniger wütend auf Soult als auf Loison. Er fragte den General direkt, warum er die Verschwörung von Captain Argenton nicht sofort eigenhändig durch ein Erschießungskommando beendet habe. Für Napoleon wog das Verschweigen einer Meuterei durch Offiziere schwerer als die Eitelkeit eines Marschalls. Napoleon weigerte sich, die Akten überhaupt genauer zu prüfen. Stattdessen diktierte er -während des Treffens oder unmittelbar danach- einen Brief an Soult. In diesem Brief, ist die oben zitierte Aussage „Hören Sie auf, sich mit solchen Albernheiten zu beschäftigen…“ enthalten, was quasi den Abschluss der Affäre und ein Friedensangebot Napoleons darstellte. Für den Kaiser war die „Causa Portugal“ damit erledigt.
Noch einmal zurück zu Loison. Napoleon hatte den Besuch des Generals als das erfasst, was er wohl war: Den reinen Versuch, einen Vorgesetzten abzusägen, um dessen Posten zu bekommen. Loison musste nach Spanien zurückkehren, allerdings dem Kommando von Marschall Massena unterstellt, und geriet dann dort ins Abseits, was auch auf schwere Fehler seinerseits in der Schlacht von Busaco zurückzuführen war. Letztendlich scheint Napoleon Loison aber ebenfalls vergeben zu haben. Sein Weg führte ihn noch zur Belagerung Hamburgs und nach Mecklenburg, wo seine Truppen Wismar besetzten. Sein Name findet sich auch am Triumphbogen in Paris in der 35. Spalte.

Loison


Ich denke, ich muss nicht weiter betonen, dass Argenton auch eine Rolle im Roman übernimmt.
Diese Ambitionen bilden quasi den geschichtlichen Hintergrund des Buchs, wobei man natürlich sagen muss, dass diese jetzt hier in den letzten Absätzen ausführlicher erklärt wurden, als im Roman selbst. Ich fand es nur interessant einmal tiefer in diese Geschichte einzutauchen, die mir bis dato noch gänzlich unbekannt war.  Glücklich bin ich, dass Bernard Cornwell einmal mehr meinen Kenntnisstand erweitern konnte. Wer behauptet, dass historische Romane nicht bilden können, der hat noch nie Bernard Cornwell gelesen.
Neben dieser Rahmengeschichte erlebt der Protagonist Sharpe natürlich noch spannende Gefechte, die erste und zweite Schlacht von Porto, lernt eine hübsche Frau kennen, mit der er allerdings keine Affäre hat, und ist, wie immer in den Romanen, letztendlich der Retter in der Not.


Mehr will ich gar nicht erzählen.
Bilden Sie sich ihr eigenes Urteil, und sollten Sie den Roman noch nicht besitzen, dann kaufen Sie ihn sich. Es ist einfach wieder eine abenteuerliche „Geschichtsstunde“ der unterhaltsamen Art, die nur Bernhard Cornwell in seiner unübertroffenen Art so gut erzählen kann.
 
Vive L’Empereur!!
Long live Sharpe!!
 
 
Sharpe's Havoc is one of the books in Bernard Cornwell's Sharpe series that was written long after the original series was published. It wasn't released until 2003 and then received its German translation in 2011.
Thus, more than 20 years separate the original series from this new release, but this isn't noticeable in the book. Cornwell seamlessly returns to the series without any breaks, developing a very coherent scenario.
The adventure begins in March 1809 in Porto, then still called Oporto. Portugal is still under threat from the French, and Commander-in-Chief Marshal Soult, after his successes in the north at La Coruña and the Battle of Braga, wants to conquer the rest of the country, defeat the Portuguese and the English present there, and realize his true dream: to become King of Portugal.
As crazy as it all sounds. Yes. The Marshal did indeed pursue this plan.
At least according to credible accounts from his opponents and rivals. Soult himself always denied having such ambitions. What else could he do? What he was planning was certainly dangerous. His good fortune was that Napoleon needed him in Spain and dismissed the affair with a single sentence: "I wanted to write to you that I was annoyed by your actions in Porto; but I only remember the day of Austerlitz. [...] Stop concerning yourself with such nonsense." The Emperor knew perfectly well to whom he ultimately owed the victory at Austerlitz: Marshal Soult, who had led the decisive breakthrough and the capture of the Pratzen Heights.
It also seems that Napoleon hadn't really perceived the Portuguese episode as threatening. Even in his memoirs, he judges relatively calmly: “Soult allowed himself to be blinded in Porto by a handful of schemers and flatterers. He actually believed the Portuguese wanted him as their king. That was pure folly, driven by personal vanity. His task was to win for France, not to seek a crown for himself.” Elsewhere, the Emperor wrote the following about Soult: “I had before me a character of noble stature when it came to courage, but he was unhappy as an independent ruler. Had I succeeded in Russia, I would have made him King of Poland. That would have been a throne that suited his strategic capacity—Portugal, on the other hand, was a mistake.”
There is another quote from the Emperor about Soult, which, however, is not positive. It should also be quoted here because it is relevant to the context of these events. This, however, concerned the excesses of the troops commanded by Soult in Portugal and Spain: “I should have made an example of him and had Soult shot; he was the greatest plunderer of all. [...] His ambitions in Portugal were absurd, but I needed his military talent.”
So what had happened in Portugal?
Soult intended to crown himself “Nicholas I” (King Nicholas) as the ruler of a new Portuguese satellite state. In a secret circular dated April 19, 1809, he had his chief of staff distribute his plan to his generals in an attempt to win them over to the project. He emphasized that ascending the throne would not constitute disloyalty to Napoleon.
However, Soult’s plans met with ridicule, outrage, and, in some cases, genuine resistance from his own officers. Conspiracies even formed within the ranks to arrest the marshal should he actually crown himself. One name stands out above all others: Captain Philippe-Charles Argenton.
Argenton belonged to a group of disaffected officers (generals such as Louis-Henri Loison and Henri-François Delaborde, Colonel Donadieu, commander of the 22nd Cavalry Regiment, and Colonel Lafitte, commander of the 18th Dragoon Regiment) who decided to stop Soult. Their plan was radical: should Soult actually declare himself King of Portugal, they intended to arrest him, seize control of the army, and lead it back to France. Argenton even traveled secretly through enemy lines several times to meet with the British commander, Sir Arthur Wellesley (the future Duke of Wellington). Argenton suggested to Wellesley that, in the event of a British attack, the French troops under the conspirators would remain passive or even mutiny in order to overthrow Soult. Wellesley reacted very cautiously to this proposal; reportedly, he did not trust any defector. However, Argenton's betrayal was quickly exposed.
A fellow conspirator—someone from General Charles Lefebvre-Desnouette's circle, perhaps even the general himself, it's uncertain—got cold feet and betrayed the plan to Marshal Soult. Argenton was arrested in Porto in May 1809. However, he managed to escape amidst the chaotic events surrounding the British attack on Porto. He returned to France to denounce Soult. It seems the marshal's behavior must have deeply affected the captain. Perhaps he also thought that an aggressive denunciation of Soult's misdeeds would absolve him of suspicion of conspiring with the enemy. This plan backfired. Argenton was arrested again, court-martialed, and executed by firing squad for treason in Paris in 1809.
It seems that Argenton was made a scapegoat because Napoleon didn't want the affair to escalate, precisely because he still needed Soult.
Nevertheless, a bitter aftertaste remains. The marshal who harbored royal fantasies went unpunished, while the man who wanted to expose the treason against the emperor was ultimately executed as a traitor and collaborator.
Marshal Soult, by the way, covered up the extent of the conspiracy. The other conspirators, except for General Loison, were pardoned or their involvement was completely ignored. Perhaps Soult got cold feet. After all, there was a risk that the emperor might also accuse him of failing in troop leadership if a large-scale conspiracy within the officer corps had become public. So he shrouded the affair in silence.
General Loison had, incidentally, even attempted to speak directly with the emperor. He traveled to Schönbrunn, where Napoleon was staying at the time, to proudly present him with the evidence and letters concerning Soult's "King Nicholas" project. According to accounts, however, Napoleon immediately cut him off. The emperor was less angry with Soult than with Loison. He asked the general directly why he hadn't immediately ended Captain Argenton's conspiracy himself with a firing squad. For Napoleon, the officers' cover-up of a mutiny carried more weight than a marshal's vanity. Napoleon refused to even examine the files more closely. Instead, he dictated a letter to Soult—either during the meeting or immediately afterward. This letter contained the aforementioned statement, "Stop bothering with such nonsense...", which effectively concluded the affair and represented a peace offer from Napoleon. For the emperor, the "Portugal Affair" was thus over.
Returning to Loison, Napoleon had perceived the general's visit for what it likely was: a blatant attempt to oust a superior officer and seize his position. Loison had to return to Spain, but under the command of Marshal Massena, and subsequently fell out of favor there, partly due to his own serious errors at the Battle of Busaco. Ultimately, Napoleon seems to have forgiven Loison as well. His path led him to the siege of Hamburg and to Mecklenburg, where his troops occupied Wismar. His name can also be found on the Arc de Triomphe in Paris, in the 35th column.
I think I don't need to emphasize that Argenton also plays a role in the novel.
These ambitions essentially form the historical backdrop of the book, although it must be said that they have been explained in more detail here in the last few paragraphs than in the novel itself. I simply found it interesting to delve deeper into this story, which was completely unknown to me until then. I am happy that Bernard Cornwell has once again been able to expand my knowledge. Anyone who claims that historical novels cannot be educational has never read Bernard Cornwell.
Besides this overarching narrative, the protagonist Sharpe naturally experiences exciting battles, the First and Second Battles of Porto, meets a beautiful woman (with whom he does not have an affair), and, as always in the novels, is ultimately the savior in times of need.
I won't say any more.
Form your own opinion, and if you don't already own the novel, buy it. It's simply another adventurous and entertaining history lesson, told in the inimitable style of Bernard Cornwell.
 
Vive L’Empereur!!
Long live Sharpe!!


Sonntag, 24. Mai 2026

Warflags - Napflags

Meine beiden letzten Berichte beschäftigten sich ja grundsätzlich mit Flaggen der napoleonischen Kriege.
Na und heute soll es damit weitergehen.
Ich denke die meisten Leser kennen die humorvolle Sendung „Spaß mit Flaggen“ aus der Serie Big Bang Theory. Sheldon Cooper, einer der Hauptprotagonisten der Serie, zeigt in diesen Folgen der Serie seine Begeisterung für Flaggen aller Art.
Und irgendwie bin ich der Meinung, dass wir Wargamer diesen Part der Serie richtig gut verstehen können.
Nicht umsonst gibt es diverse Anbieter, die sich auf das Erstellen historischer Flaggen für Wargaming Armeen spezialisiert haben.















In England sind das vor allem Flags of War, GMB Designs, Battleflag und auch Maverick Models. Letzteren Hersteller hatte ich Ihnen vor Jahren schon einmal in einem Bericht vorgestellt.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: South Essex
Ihn finde ich besonders interessant, weil er Flaggen aus Stoff (=fabric) anbietet, was recht ungewöhnlich ist.
Hier einmal die Links zu den oben erwähnten Herstellern.
Flags of War
GMB Designs – Flags and Standards in Miniature
maverick-models.com/default.html
Battle Flag - Home
In Deutschland bieten TS Miniaturen und die Schieldschmie.de verschiedene Flaggen, aus verschiedenen Epochen an.
1:72 & 28mm Flags - TS Miniaturen Fahnen in 1:72 / 28mm und mehr
Shop | Schildschmie.de
Die Liste hat jetzt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Natürlich haben auch die Hersteller Victrix, Perry oder Warlord Games Flaggen im Angebot.
Wie man sehen kann, hat der Wargamer schon die Möglichkeit sehr viel Spaß mit Flaggen zu haben.
Was einen schon einmal abschrecken kann, ist der Preis.
Hochwertige Flaggen sind teuer. Auf der anderen Seite bekommt der Käufer aber auch eine sehr gute Qualität.
Dumm nur, wenn man richtig viele Flaggen braucht. Vor allem, wenn man Einheiten bestücken will, die pro Regiment oder Bataillon sogar 2 Flaggen ins Feld führten.
Das kann dann schon mal teuer werden.
Die Alternative ist natürlich die Suche im Internet.
Zwei der wichtigsten Seiten für Flaggenliebhaber waren dabei über Jahre hinweg die Flaggen von Warflags und Napflags.








Leider ist es so, dass diese Seiten nicht mehr aktiv betrieben werden. Die Standard Links sind nicht mehr aufrufbar.
Nun ist es allerdings so, dass es ja immer heißt das Internet vergisst nicht; und in diesem Fall ist dies auch so.
Zum Glück gibt es ja die Wayback Suche.
Na und Sie werden es nicht glauben. Man wird da fündig.
Anbei nun der Link zur Warflags Seite:
https://web.archive.org/web/20191030084123/http://www.warflag.com/flags/select.shtml
Und natürlich auch der zur Napflags Seite:
https://web.archive.org/web/20191030084024/http://www.warflag.com/napflags/index.htm
Die Warflags Seite umfasst unterschiedliche Epochen in folgenden Kategorien:
Medieval, Renaissance, Samurai Wars, Pirates, War of the Spanish Succession, AWI, Seven Years War, French Revolution, Napoleonic Wars, Maximillian's Mexico, Mexican American War, ACW, European 19th Century Wars, European Colonalism, 20th Century.
Wie man sehen kann eine sehr große Sammlung quer über die Epochen.




Die Seite Napflags liefert das, was der Name schon sagt:  Flaggen aus der Napoleonischen Zeit.
Gerade für die napoleonische Zeit bieten beide Seiten nicht nur Flaggen der großen Gegner, sondern auch Flaggen der kleineren Staaten, sei es Flaggen des Rheinbundes, Dänemarks, Portugals, aber auch Italiens, Neapels und der USA für den Krieg von 1812.














Natürlich sind diese Flaggen nicht mit den Flaggen der professionellen Anbieter zu vergleichen. Hinzu kommt, dass Ihre Entwicklung ja auch schon älter ist, und die Flaggen in den letzten Jahren nicht mehr digital überarbeitet wurden.
Das Druckergebnis sieht allerdings sogar besser aus, als das, was Sie von den Bildern der Webseite erwarten können.
Ich denke für alle Wargamer sind diese beiden Seiten weiterhin eine Alternative. Zwar eine geringere Qualität, als diejenigen der professionellen Anbieter, aber eben kostenlos.
Selbst gefunden habe ich diese Wayback Links nicht. Durch Zufall bin ich auf die Seite von Gunner Dunbar gekommen. Ihm ist der Verdienst zuzuschreiben die Seiten quasi wiederentdeckt zu haben.
Hier der Link zu seinem Blog-Post.
Gunners wargaming: Printable Napoleonic flags
Auf seiner Seite sehen Sie auch ausgedruckte Exemplare.
Ich jedenfalls bin begeistert, dass Gunner diese Links wieder reaktiviert hat. Jetzt werde ich wohl mal demnächst mit meinem Drucker herumspielen, um zu sehen, ob die Flaggen etwas für mich sind.
Ihnen wünsche ich viel Spaß beim Stöbern und viel Spaß mit Flaggen.
 
VIVE L’EMPEREUR
 
 
P.S.: Zu erwähnen bleibt noch, dass auch Piano Wargames PDFs anbietet, um napoleonische Figuren mit Fahnen auszustatten. Es gibt Fahnen für die 1809er Kampagne an der Donau und in den Alpen, für Baden, Württemberg, Würzburg und Hessen-Darmstadt.
Auch hier wieder ein vorbildlicher Service des Herstellers
PDFs – Piano Wargames
 
 
My last two reports dealt primarily with flags from the Napoleonic Wars.
And today we'll continue that theme.
I think most readers are familiar with the humorous segment "Fun with Flags" from the TV series The Big Bang Theory. Sheldon Cooper, one of the show's main characters, demonstrates his enthusiasm for all kinds of flags in these episodes.
And somehow, I think we wargamers can really relate to this part of the show.
It's no coincidence that there are several companies that specialize in creating historical flags for wargaming armies.
In England, these include Flags of War, GMB Designs, Battleflag, and Maverick Models. I introduced the latter manufacturer to you years ago in a previous report.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: South Essex
I find them particularly interesting because they offer fabric flags, which is quite unusual.
Here are the links to the manufacturers mentioned above.
Flags of War
GMB Designs – Flags and Standards in Miniature
maverick-models.com/default.html
Battle Flag - Home
In Germany, TS Miniatures and Schildschmie.de offer various flags from different eras.
1:72 & 28mm Flags - TS Miniaturen Fahnen in 1:72 / 28mm und mehr
Shop | Schildschmie.de
This list is by no means exhaustive. Manufacturers like Victrix, Perry, and Warlord Games also offer flags.
As you can see, wargamers have plenty of options for having fun with flags.
 
What can be off-putting is the price.
High-quality flags are expensive. On the other hand, the buyer also gets excellent quality.
It's just a problem if you need a lot of flags, especially if you want to equip units that carry two flags per regiment or battalion.
That can get expensive.
The alternative, of course, is searching the internet.
For years, two of the most important sites for flag enthusiasts were Warflags and Napflags.
Unfortunately, these sites are no longer actively maintained. The standard links are no longer working.
However, it's often said that the internet never forgets; and in this case, that's certainly true.
Luckily, there's the Wayback Machine.
And you won't believe it. You can find it there.
Here is the link to the Warflags page:
https://web.archive.org/web/20191030084123/http://www.warflag.com/flags/select.shtml
And of course, the link to the Napflags page:
https://web.archive.org/web/20191030084024/http://www.warflag.com/napflags/index.htm
The Warflags page covers various eras in the following categories:
Medieval, Renaissance, Samurai Wars, Pirates, War of the Spanish Succession, AWI, Seven Years' War, French Revolution, Napoleonic Wars, Maximilian's Mexico, Mexican-American War, ACW, 19th Century European Wars, European Colonialism, 20th Century.
As you can see, it's a very large collection spanning several eras.
The Napflags page provides exactly what its name suggests: flags from the Napoleonic era.
Especially for the Napoleonic era, both sites offer not only flags of the major adversaries, but also flags of smaller states, such as the Confederation of the Rhine, Denmark, Portugal, as well as Italy, Naples, and the USA for the War of 1812.
Of course, these flags are not comparable to those of professional providers. Furthermore, their design is older, and the flags haven't been digitally updated in recent years.
However, the printed result actually looks better than what you might expect from the images on the website.
I think these two sites remain a viable alternative for all wargamers. While the quality is lower than that of professional providers, they are free.
I didn't find these Wayback Machine links myself. I stumbled upon Gunner Dunbar's site by chance. He deserves credit for essentially rediscovering these sites.
Here's the link to his blog post.
Gunners wargaming: Printable Napoleonic flags
You can also see printed examples on his site.
I'm thrilled that Gunner has reactivated these links. I'll probably have to experiment with my printer soon to see if the flags are something I'd like.
I hope you enjoy browsing and you‘ll have fun with flags!
 
Vive L’Empereur
 
P.S.: It's also worth mentioning that Piano Wargames offers PDFs for equipping Napoleonic figures with flags. There are flags for the 1809 campaign on the Danube and in the Alps, for Baden, Württemberg, Würzburg, and Hesse-Darmstadt.
 
Another exemplary service from the manufacturer:
 
PDFs – Piano Wargames