Sonntag, 12. August 2018

Commodus

Commodus.

Auch einer dieser römischen Kaiser, wo über Jahrhunderte hinweg nur EINE Meinung und Wertung herrschte. Ein Versager, ein Nichtsnutz, ein Überflüssiger auf dem Kaiserthron.
Ihm ging und geht es da im Grunde, wie allen anderen Kaisern über die die Damnatio Memoriae verhängt wurde.
Damnatio memoriae oder sogar historischer die „abolitio nominis“?
Eine gar lustige Idee, die die Römer hatten.
Ich spitze es mal einfach zu: Wenn ein Kaiser der Oligarchie, sprich dem Senat nicht passte, und die Oligarchen es dann auch wirklich einmal schafften, den Kaiser irgendwie um die Ecke zu bringen, dann beließ man es nicht nur dabei und atmete auf. Weit gefehlt!!!!
Man versuchte vielmehr das Gedächtnis an ihn vom Erdboden zu vertilgen. Nichts anderes heisst Damnatio Memoriae.
Skulpturen wurden vernichtet, Inschriften unkenntlich gemacht, Dokumente verbrannt. Ja, man war sogar angehalten den Namen nicht mehr öffentlich zu erwähnen.
Alles so frei nach dem Motto:  Es gab, gibt und wird Dich auch nicht mehr geben.
Ja. Man darf sich die Oligarchie nicht zum Feind machen. Denn die hat Geldmittel, die hat funktionierende Netzwerke, die hat einfach gesagt Einfluss, und vertritt einen Wertecodex, dem sich auch der Kaiser unterwerfen sollte.
„Gute Kaiser“ waren deshalb auch eifrig bemüht den Schein zu wahren. Dem Senat tatsächlich noch eine Macht zuzusprechen, die er eigentlich gar nicht mehr hatte. „Gute Kaiser“ taten zumindest so, als wenn der Senat noch eine Bedeutung hätte.
Das begann schon in dem Moment, wo „Gute Kaiser“ die Macht übernahmen. Diese waren nämlich geflissentlich darum bemüht die „recusatio imperii“, also die Ablehnung der Macht, geradezu zu zelebrieren: „Gute Kaiser“ weinten dann vorm Senat; sagten, nein ich bin nicht würdig; lasst es einen besseren machen. Das machten alle „Guten Kaiser“.
Denn wer ein guter Kaiser war, das bestimmte letztendlich dann auch die Oligarchie, der Senat. Denn aus Ihren Reihen kamen die Schriftsteller, die Historiker, die, die Senatsgeschichte schreiben.
Zeitgenosse von Commodus war Cassius Dio. Na und Commodus und er waren sich nicht immer grün.
Dumm, dass Cassius Dio dann ein Geschichtswerk schrieb, das heutzutage neben den Werken des Tacitus wohl DAS Geschichtswerk der römischen Antike ist.
Um mal mit einer alten Fernsehshow zu sprechen: Commodus entschied sich für das falsche Tor, na und da saß dann der Zonk drin. Der Zonk hieß Cassius Dio.
Dabei ist es natürlich so, dass sich Commodus da in wirklich guter Gesellschaft befindet, wenn es um die „Damnatio Memoriae“ geht: Caligula, Nero, Domitian, Geta, Elagabal und Maximinus Thrax, sind da zu nennen. Ja sogar Theoderich der Große hatte noch die Ehre, weil die siegreichen Byzantiner nach den Gotenkriegen sich an diese tolle Errungenschaft Ihrer Vorgänger erinnerten.
Im Grunde stellt jede dieser Personen an sich ein Highlight dar, na und die moderne Forschung, die quellenkritischer an die Beobachtung der klassischen Antike herangeht, als frühere Generationen, konnte da auch schon manche Vorurteile und Missinterpretationen gerade rücken. Domitian ist nahezu vollständig reingewaschen, und Nero hat heute auch wieder ein Ansehen, dass seiner historischen Vorlage definitiv näher kommt, als das über Jahrhunderte tradierte Bild des pädophilen, blutschänderischen Wahnsinnigen und Antichristen.
Zurück zu Commodus.
Commodus hatte es im Grunde von vornherein sehr schwer. Immerhin gab es da seinen Übervater Marcus Aurelius. Philosoph auf dem Cäsarenthron, wie man ihn dann später betitelte.

Versuchen Sie mal als Sohn gegen so etwas anzustinken. Das ist tatsächlich extrem schwer.
Commodus ging es da letztendlich nicht anders als vielen Söhnen berühmter Väter.
„Geboren in Purpur“, was soviel hieß, dass er bereits zu Regierungszeiten von Marcus Aurelius geboren wurde, hatte ihn der Kaiser auch sehr früh als seinen Nachfolger angesehen. Bereits im Alter von 5 Jahren wurde er zum Cäsar ernannt. 3 Jahre vor dem Ableben des Kaisers wurde er dann Imperator, somit Mitherrscher und angekündigter Nachfolger des Kaisers.
Dieses Vorgehen wurde Marc Aurel aber auch später angekreidet. Marcus Aurelius ist ja der letzte der sogenannten Adoptivkaiser, die es ja geschafft hatten das römische Reich, und speziell das römische Kaisertum nochmals zu stabilisieren.
Die Adoptivkaiser wurden auf einen solchen erhabenen Thron gehoben, der für Commodus wohl einfach zu groß war.
Typisch für diese Zeit waren dann aber auch kostspielige Kriege.
Der Kaiser führte Krieg an der Reichsgrenze gegen Germanen, die mal wieder auf dem Weg in den Süden waren.
Übrigens eine typische Verhaltensweise germanischer Stämme. Noch heute.
Die Kriege hatten aber auch jede Menge Geld gekostet.
Commodus nahm an diesen Feldzügen dann auch teil, weil Marc Aurel ihm hier den Feinschliff der Erziehung geben wollte.
Ob dieser Versuch jetzt wirklich nach hinten losging – wie gesagt die Geschichtsschreibung ist hier sehr verfälscht und spitzt zu -, oder ob Commodus einfach an dieser Grenze gelernt hatte, dass der Kampf nicht wirklich was bringt, jedenfalls entschied der neue Kaiser kurz nach dem Pest Tod Marc Aurels im Heerlager einem Frieden zuzustimmen.
Vielleicht war Commodus hier sogar weitsichtig. Denn die Staatsfinanzen waren stark strapaziert und Commodus wusste aus eigener Anschauung was die Feldzüge gebracht hatten.
De facto nämlich gar nichts.
Gedankt hat man es ihm aber nicht. Seine Biographen – Sie erinnern sich, das sind die Herren vom Senat – schrieben, dass der Kaiser Problemen aus dem Weg ging, das bequeme Leben in Rom herbeigesehnt hätte, alleine auf die Vergnügungen der Hauptstadt gedanklich ausgerichtet war, und so weiter, und so fort.
Hätten Sie jetzt etwas anderes erwartet? Ich persönlich nicht.
Commodus war aber auch speziell. Da fördert er das Militär und die Plebs. Den Senat behandelt er nicht so gut.
Er hätte mal die Biographien der anderen Kaiser lesen sollen, die damals schon geächtet waren. Da hätte er lernen können, dass man das als römischer Kaiser nicht unbedingt machen soll.
Na ja. Vielleicht hat er ja auch die Lebensbeschreibungen in seiner Bibliothek gesucht, sie aber nicht gefunden.
Kein Wunder. Vielleicht hatte der Erste Bibliotheksassistent seinen Job bei der Damnatio Memoriae der Vorgänger richtig ernst genommen und diese Bücher eben auch vernichtet.
Man weiß es nicht.
Sein erster größerer Feind sollte doch dann tatsächlich seine eigene Schwester werden. Bevor ich meine Meinung über sie Kund tue, muss ich etwas zur filmischen Rezeption des Commodus schreiben, denn vielleicht sind Ihnen ja meine lieben Leser Schwester und Bruder aus Hollywood bekannt.
Klar gibt es Filme über Commodus.
Da ist „Der Untergang des Römischen Reiches“.

Natürlich „Gladiator“.

Na und die neue Netflixserie, „Das Römische Reich. Eine blutige Herrschaft (Roman Empire: Reign of Blood), die zur Hälfte Spielfilm, zur Hälfte Dokumentation ist.

Letztere ist übrigens die objektivste Darstellung.
In den beiden erstgenannten Spielfilmen ist natürlich Commodus Schwester die Gute, die Liebenswerte, die Schöne.
Commodus mehr oder weniger verrückt und ein Ekelpaket. Man orientierte sich da sehr eng an den Schriftstellern der Antike, vor allem an den Klatsch und Tratsch Geschichten, die senatorische Geschichtsschreibung so gerne überlieferte.
Na und wenn Du Sophia Loren in den 50er Jahren eine solche Rolle spielen lässt, dann ist es ja wohl klar, bei wem die Sympathien liegen. Die ist ja sooooo hübsch, die kann ja gar nicht schlimm sein. Lucilla, der Name der Schwester, muss die bessere des Geschwisterpaares sein. Das ist ja wohl gar keine Frage.

Ich persönlich bin mir da nicht so sicher, sonst hätte sie sich sicherlich nicht gegen Ihren Bruder verschworen.
Die Darstellung von Commodus ist in den beiden alten Filmen natürlich frei erfunden und dient allein der Dramaturgie. Die ganze Story ist ja auch falsch und mit allen künstlerischen Freiheiten erzählt. Zwei pure Unterhaltungsfilme, vergessen sie das bitte nicht.
Sie schauen da keine Historienverfilmung.
Wenn Sie sich da besser informieren wollen, empfehle ich tatsächlich Reign of Blood. Die Serie endet zwar mit der Ermordung von Commodus, aber die Geschichte danach sollte auch noch erzählt werden. Einschaltquoten verhindern aber bisher den Dreh der zweiten Staffel. Ich fände es schade, wenn diese Serie unvollendet bleiben würde.
Trotz der typischen Fehler von Infotainment  erhält der Laie hier halt schon einen unterhaltsamen Grundüberblick zum Thema.
Zurück zu Lucilla. Ändern sie einfach ihr Bild aus den Filmen. Liest man in den Quellen zwischen den Zeilen, so könnte man fast denken, dass sie die letzte Überlebende des julisch-claudischen Kaiserhauses gewesen war. Sie ist genauso intrigant und arbeitet mit den gleichen Mitteln, wie damals Julia die Ältere, Julia die Jüngere, Messalina oder Agrippina.
Extrem auf den eigenen Vorteil bedacht, hat sie hier und da ein Verhältnis mit einem einflussreichen Vertreter der Oligarchie, und kriegt es dann auch hin, dass sie die Jungs zu Verschwörungen überredet bekommt, während die noch glückselig zwischen ihren Schenkeln liegen.
Ja, so macht man das damals, in den Zeiten fehlender Emanzipation.
Aber woher kam der Anspruch von Lucilla?
Das ist ganz einfach erklärt. Sie war einmal Kaiserin: Augusta.
Marcus Aurelius hatte anfangs einen Mitregenten. Der hieß Lucius Verus. Na und der Philosoph war halt nicht nur ein Philosoph, sondern ein durchaus praktisch denkender Mann und verheiratete seine Tochter mit seinem Kollegen.
Man weiß ja nie.
Durch diese Maßnahme wurde Lucilla in den gleichen Stand gehoben, wie ihre Mutter Faustina, der man übrigens auch ziemlich viel nachsagte, was das Thema außereheliche Kontakte anging (in Reign of Blood wird Faustina ein Verhältnis mit Avidius Cassius unterstellt, der einen Aufstand gegen Marc Aurel anführte.  Dieser war aber der Favorit Lucillas nach dem Tod von Lucius Verus. Hier irrt die Verfilmung).
Na und als Lucius Verus dann starb war sie wieder NUR Tochter und später dann NUR Schwester. Ich bin davon überzeugt, dass Ihr das nicht gefallen hat, und sie sich deshalb an dieser Verschwörung beteiligt hat.
Schlussendlich gelang die Verschwörung nicht. Commodus entging einem geplanten Attentat und rächte sich. Lucilla wurde nach Capri verbannt, dort aber getötet (181/82 AD).
Tatsache ist, dass Commodus immer misstrauischer wurde und den Senat verachtete. Er legte den Mitgliedern auch neue Steuern auf. Das gefiel gar nicht. Erhöhen Sie mal der Oligarchie die Steuern.
So schaukelte sich das Missverhältnis langsam immer weiter auf. Commodus wurde immer verschrobener. Sah sich wohl auch tatsächlich als unumschränkter Herrscher, der – gestützt auf das Heer und die mittlerweile von ihm beeinflusste Prätorianergarde – unumschränkt herrschen wollte, das Volk aber durch Brot und Spiele bei Laune hielt und somit auf seine Seite zog.
Er benannte Rom in Colonia felix Commodianae um. Gab den Monaten neue Namen, machte also alles das, was unumschränkte Herrscher tun, die sich von einem Regulativ lossagen. Das war aber in Rom der Senat. Na und sie können sich vorstellen, dass der Widerstand folgerichtig wuchs.
192 erlag er dann schlussendlich einem finalen Attentat und er wurde erwürgt.
Was bleibt jetzt von Commodus.
Im Grunde nicht viel. Er bleibt in den Augen der meisten einer der vielen überflüssigen Herrscher Roms. Eventuell gute Ansätze – sprich den Waffenstillstandsvertrag mit den Germanen, um eben auch Kosten zu senken – sind fast völlig vergessen.
Zurück bleibt der Verrückte, der Verschrobene, so wie ihn auch die Schauspieler in den Filmen darstellen.
Aber, genau in dieser Rolle bietet er auch einen Punkt, der mich dazu veranlasst hat diesen Bericht zu schreiben und nach einer bestimmten Miniatur zu suchen. Einer ganz bestimmten.
Anbei ein Zitat von Cassius Dio:
„Gerne kämpfte er als Gladiator, und zwar zu Hause bei sich und in einer Art und Weise, dass er ab und zu einen Gegner tötete…“ (Cassius Dio, Epitome LXXII, 17)
Ja, das IST ES, was wir alle mit Commodus verbinden.
Er kämpfte als Gladiator.
(Reign of blood)

Ob er jetzt wirklich nur privat, oder doch vor der Öffentlichkeit  gefochten hat, ist nicht genau zu beantworten(in Kapitel 10 des oben zitierten Buches schreibt Dio nämlich genau das letztere, widerspricht sich da also selbst).
Im Grunde ist es aber egal.
Er hat es auf jeden Fall getan.
Na und als ich in den 80er Jahren vor seiner Statue im kapitolinischen Museum stand, wo er sich als  Herakles abbilden ließ, da fand ich das dann schon sehr ausdrucksstark.
Na und wenn ich vielleicht niemals in meinem Leben Jugula spielen werde, so habe ich doch ein paar Gladiatoren hier zu Hause rumstehen, die ich einmal einem Sammler abgekauft habe.




Die brauchen auf jeden Fall einen Gegner.














Eben Commodus.
Einen Kaiser, der unbedingt Gladiator sein wollte.

(Reign of blood)

Aus Trainingsgründen, aus reiner Blutrünstigkeit, nur wegen der Show??? Man weiß es nicht.
Er war lange genug mit seinem Vater in den Wäldern Germaniens. Vielleicht hat er ja dort wirklich Spaß am Kämpfen gefunden, oder er ist einfach durchgedreht gewesen.
Seine Biographen glauben natürlich letzteres. Ich möchte mich da nicht festlegen.
Nach heutigen Maßstäben würde kein Herrscher in die Arena steigen. Selbst nicht die durchgeknalltem, die wir auch noch heute haben.
Aber in der Antike, wo das Kämpfen mit dem Schwert normal war, da konnte das schon sein, dass es einen gab, der das einfach so wollte. Der sich als Kämpfer, als Reinkarnation des Herakles oder irgendeines anderen Gottes oder Halbgottes sah.
Heilige waren erst am Kommen zu Commodus Zeiten. Noch waren sie nicht up to date.
Andere Zeiten, andere Sitten.
O tempora, o mores.
Na und weil ich es mir schon dachte, dass die Miniaturenhersteller nicht unbedingt Commodus als Topseller einschätzen werden, überlegte ich mir, was kann man tun.
Ich MUSS meinen Commodus finden.
Na und ich hab ihn gefunden.


Ziemlich schnell war mir klar, dass ich bei den Aquilifern und Signifern der römischen Armee fündig werden würde.
Die Mini konnte gerne eine Rüstung haben.
Commodus war auch Soldat, wenn dies auch gerne von Schriftstellern übergangen wird. Er ist nicht das Weichei, megaschlecht performed von Joaquim Phoenix in „Gladiator“, nein, er ist eher der miese Schuft, wie ihn Christopher Plummer in „Untergang des Römischen Reiches“ dargestellt hat.
Aber, die Figur brauchte halt auch ein Tierfell, einfach um den Look darzustellen, den ich noch aus den Kapitolinischen Museen in Erinnerung hatte.
Na und neben dem Schwert, muss halt noch irgendwie Platz für die Keule des Herakles sein.
Ja und was soll ich sagen Leute.
Ich habe die Mini gefunden.

Warlord Games hat einen ziemlich hässlichen Aquilifer, den ich jetzt persönlich niemals separat kaufen würde. Für meine Zwecke ist der allerdings sowas von genial.
Schaut selbst.
Rüstung passt, Fell passt, Schwert passt, na und eine Hand ist triumphal erhoben, so dass da noch die Keule reinpasst.

Ich bin echt froh, dass ich dieser völlig überflüssigen Figur eine neue Bedeutung zukommen lassen kann.

Denn in der Rolle des Commodus ist er wirklich so etwas wie eine Traumbesetzung.
Na und er wird sich freuen mit seinen Doppelwaffen in den Kampf zu ziehen.
JUGULAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA  …
vielleicht auch irgendwann als Spiel.





Commodus.
Also one of these Roman emperors, where for over centuries only ONE opinion and rating existed:
A failure, a useless, a superfluous on the imperial throne.
So he shared the same fate as all the other emperors over whom the Damnatio Memoriae was imposed.
Damnatio memoriae or even more historical the "abolitio nominis"?
A funny idea of the Romans.
I'll just point it out: If an emperor did not fit in the eyes of the oligarchy, that is, the senate, and if the oligarchs can kill him, then they tried to erase the memory of him. That is what they called Damnatio Memoriae.
Sculptures were destroyed, inscriptions unrecognized, documents burned. Yes, you even had to stop mentioning the name in public.
Following the motto: THAT emperor never exists anymore, anyway.
Yes. Be aware that the oligarchy is not your enemy. Because it has funds, it has functioning networks, it has influence, and represents a value code, which should be not neglected by the emperor.
"Good Emperors" were therefore eager to preserve the appearance. In fact, to give the Senate a power that it really did not have anymore.
At least, "good emperors" acted as if the senate had a meaning, a leading role like in the roman republic.
That appearance started in the moment when the "Good Emperors" took power. They celebrate the "recusatio imperii", that is, the rejection of power: "Good emperors" wept then before the Senate; cried, no I am not worthy; let another one do a better job. That's what all the "good emperors" did.
After all, whoever was a good emperor ultimately determined the oligarchy, the senate. Because from their ranks came the authors, the historians who write the story of the senate, and of Rome.
Contemporary of Commodus was Cassius Dio. He and Commodus had a little bit trouble, sometimes.
Bad luck that Cassius Dio then wrote a history, which today is one of the surviving histories of Roman antiquity.
Really bad luck.
Of course, Commodus is in really good company when it comes to "Damnatio Memoriae": Caligula, Nero, Domitian, Geta, Elagabal and Maximinus Thrax. Yes, even Theodoric the Great still had the honor, because the victorious Byzantines after the Gothic wars remembered this great achievement of their predecessors.
Basically, each of these persons is a highlight in itself, and modern research, which is more source-sensitive to the observation of classical antiquity, than earlier generations, could erase quite a few prejudices and misinterpretations. Domitian is almost completely clean, and Nero has a reputation today that is definitely closer to his historical model than the centuries-old image of the pedophile, bloodthirsty madman and antichrist.
Back to Commodus.
Commodus basically had a hard time from the start. After all, there was his over-father Marcus Aurelius. Philosopher on the Caesar throne, as he was later titled.
Try as a son against something like that. This is actually extremely difficult.
In the end, Commodus was no different than many sons of famous fathers.
"Born in Purple", which meant that he was born in the reign of Marcus Aurelius, the Emperor had also considered him very early as his successor. Already at the age of 5 he was appointed Caesar. Three years before the death of the emperor, he then became emperor, thus co-ruler and announced successor of the emperor.
This procedure was later chalked up to Marcus Aurelius. Marcus Aurelius is indeed the last of the so-called adoptive emperors, who had indeed managed to stabilize the Roman Empire.
The adoptive emperors were elevated to such a sublime throne that it was just too heavy for Commodus to get also such a reputation.
Typical of this time, however, were costly wars.
The Emperor waged war on the border of the empire against Germanic tribes, who were once again on the way to the south.
The wars had also cost a lot of money.
Commodus then also took part in these campaigns because Marcus Aurelius wanted to give him the finishing touches of education here at the front in the Germanic forests.
Whether this attempt really backfired - as said, the historiography is very falsified here and comes to a head - or whether Commodus had simply learned at this border that the fight does not really result in anything positive, anyway, the new emperor decided shortly after the plague death of Marcus Aurelius in the army camp to agree to a peace treaty.
Maybe Commodus was even far-sighted here. The public finances were heavily strained and Commodus knew from his own experience what the campaigns had cost the empire.
But that decision of Commodus is heavily criticised by the antique historians. His biographers -you remember, these are the gentlemen of the Senate- wrote that the Emperor avoided problems that he yearned for the comfortable living in Rome, that he focused solely on the amusements of the capital, and so on, and so on.
Would you have expected something different now? I personally do not.
The oligarchy doesn’t like him.
Commodus was also special. There he promotes the military and the plebs. He does not treat the Senate so well.
He should have read the biographies of the other emperors, who were outlawed back then. He could have learned that one should not necessarily do that as a Roman emperor.
Well. Maybe he also searched for some biographies of his predecessors in his library but did not find them.
No wonder. Perhaps the First Library Assistant had taken his job in the Damnatio Memoriae's of some predecessor really seriously and destroyed those books as well.
One does not know.
His first major enemy was to become his own sister. Before I give you my opinion about her, I have to write something about the cinematic reception of Commodus, because maybe you, my dear readers, know sister and brother only from Hollywood.
Sure, there are movies about Commodus.
There is "The Fall of the Roman Empire". Of course, "Gladiator". And the new Netflix series, " Roman Empire: Reign of Blood”, which is half feature film, half documentation.
Incidentally, the latter is the most objective film.
In the first two movies of course Commodus sister is the good, the lovable, the beautiful.
Commodus more or less crazy and a disgusting guy. This picture based very closely on the writers of antiquity, especially on the gossip and gossip stories, the senatorial historiography so happy handed down.
Well, and if you let Sophia Loren play such a role, then it's probably clear who the sympathies are. She’s sooooo pretty, she can't be bad. Lucilla, the name of the sister, must be the better of the sibling couple. That's not a question.
Personally, I'm not so sure about that, otherwise she would not have conspired against her brother.
The portrayal of Commodus is, of course, fictitious in the two old films and serves only the dramaturgy. The whole story is also wrong and told with all artistic freedom. Two pure entertainment films, please do not forget that.
You are not watching a historical film adaptation.
If you want to be better informed, I actually recommend Reign of Blood. The series was created at least on two seasons, well, and the first ends with the death of Commodus. A second series was planned to show the events after the assasination. Bad ratings, however, prevent so far the filming of the second season. It would be a pity if this series would remain unfinished.
Despite the typical mistakes of infotainment, the layman already gets an entertaining overview of the subject.
Back to Lucilla. Just change your picture from the movies. If one reads in the sources between the lines, one would almost think that she had been the last survivor of the Julian-Claudian imperial house. She is just as intriguing and works with the same means as Julia the Elder, Julia the Younger, Messalina or Agrippina.
Mindful of her own advantage, she has a relationship here and there with an influential representative of the oligarchy, and then gets it to persuade the boys to conspiracy while they're still blissfully between her thighs.
Yes, that's the way to do it, back then, in times of lacking emancipation.
But where did the claim of Lucilla come from?
That's simply explained. She was once Empress: Augusta.
Marcus Aurelius initially had a co-regent. His name was Lucius Verus. Well, and the philosopher was not just a philosopher, but a thoroughly practical man and married his daughter with his colleague.
By this measure, Lucilla was raised to the same level as her mother Faustina, who was also a professional of extramarital contacts (in Reign of Blood, Faustina is accused of a relationship with Avidius Cassius, who rebelled against Marcus Aurelius. But he was the favorite of Lucilla after the death of Lucius Verus. Here the film is wrong).
Well and when Lucius Verus died her status changed. Now she was again ONLY a daughter and later ONLY a sister. I am convinced that she did not like that, and she therefore took part in this conspiracy.
Finally, the conspiracy did not succeed. Commodus escaped a planned assassination and retaliated. Lucilla was banished to Capri, but killed there (181/82 AD).
The fact is, Commodus became more and more suspicious and despised the Senate. He also introduced new taxes to the members. That did not appeal. Increase taxes are a horror scenario for the oligarchy.
So the mismatch gradually rocked on. Commodus became more and more eccentric. In fact, he saw himself as an absolute ruler who - supported by the army and the praetorian guard now influenced by him - wanted to reign supreme, but kept the people happy through bread and games and so influenced the mass.
He renamed Rome Colonia felix Commodianae. He renamed several months, did everything that almighty rulers in Rome liked to do
But there was still the Senate in Rome. Well and you can imagine that the resistance grew.
In 192 he succumbed finally to a final assassination and he was strangled.
What is left of Commodus?
Not much, basically. He remains in the eyes of most of us, as one of the many superfluous rulers of Rome. Any good approaches - say the ceasefire agreement with the german tribes, just to cut costs - are almost completely forgotten.
What's left is the madman, the cranky one, just as the actors portray him in the movies.
But, there is a specific aspect that made me write this report and look for a specific miniature.  
A very specific one.
Here is a quote from Cassius Dio:
"He liked to fight as a gladiator at home and in such a way that he sometimes killed an opponent ..." (Cassius Dio, Epitome LXXII, 17)
Yes, that's what we all associate with Commodus.
He fought as a gladiator.
Whether he really only fought privately, or at least in front of the public, is not exactly to answer (in chapter 10 of the above quoted book Dio writes exactly the latter, but that contradicts itself to his writing some chapter before).
Basically, it does not matter.
He definitely did it.
Well, and when I stood in front of his statue in the Capitoline Museum in the 80s, where he was portrayed as Herakles, I found that very expressive and symbolic.
Well, and if I may never play Jugula in my life, I'll have some gladiators around here at home, which I once bought from a collector.
They definitely need an opponent.
Just Commodus.
An emperor who wanted to be a gladiator.
For training reasons, for pure bloodlust, just because of the show ??? One does not know.
He was with his father long enough in the forests of Germania. Maybe he really enjoyed fighting there, or he was just crazy.
His biographers, of course, believe the latter. I do not want to commit myself.
By today's standards, no ruler would rise into the arena. Not even the crazy ones we still have today.
But in antiquity, where sword fighting was normal, it could be that there was one who wanted it that way. Who saw himself as a fighter, as the reincarnation of Heracles or of any other god.
Saints were not up to date yet.
Other times, other customs.
O tempora, o mores.
Well and because I already thought that the miniature manufacturers will not necessarily appreciate Commodus as a top seller, I wondered, what can I do.
I MUST find my own Commodus.
Well, I found him.
Pretty soon I realized that I would find him somewhere among the Aquilifers and Signifiers of the Roman army.
The mini would like to have armor.
Commodus was also a soldier, although this is often ignored by writers. He is not the wimp, badly performed by Joaquim Phoenix in "Gladiator", no, he is rather the lousy villain, as Christopher Plummer has presented him in "Downfall of the Roman Empire".
But, the character also needed an animal skin, just to represent the look that I still remembered from the Capitoline Museums.
Well, and next to the sword, there must still be room for the club of Heracles.
Yes and what should I say guys.
I’ve found the mini.
Warlord Games has a pretty ugly Aquilifer that I personally would never buy separately. For my purposes, however, that is something of genius.
Look for yourself.
Armor fits, coat fits, sword fits, well and one hand is raised triumphantly, so that there fits in the mace.
I am really glad that I can give a new meaning to this completely superfluous figure.
For in the role of Commodus, he is really something like a dream cast.
Well and he will be glad to fight with his double weapons.
JUGULAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA ...

maybe sometime as a game.

Sonntag, 5. August 2018

British Grenadier - Aut Caesar, aut nihil


It was a very entertaining British Grenadier game that we played through one evening.

The American skirmishers really shot like veterans. Sven diced so many 6. It was a miracle.
The original plan to make a breakthrough with the grenadiers and to march into the flank of the American line went completely wrong.
The additional flank attack of the Hessian Jaegers failed, because the American skirmishers manages the thread.
The massive firelines of the American troops also developed a strong firepower, and the final melee attack then gave the Hesse the rest.
A clear victory for the Americans.

I deliberately abbreviated the officer's names because I did not want to offend any of the Hessian commanders who had fought in the Revolutionary War.
I do not think anyone was as crazy as Major von K. But I found the idea funny and that's why I portrayed him the way I portrayed him.
We'll see how he copes with his defeat, because I believe we'll meet him again on the battlefield.

If you want to translate the 100% fictional story you can do that with the Google Translater.
Have fun with the story and the pictures.


„Wissen Sie Schuchert. Ihren Cäsar, den müssen Sie einfach gelesen haben, um hier zu überleben. Ohne Cäsar geht gar nichts. „Aut Caesar, aut nihil“, sage ich da nur. Merken Sie sich dieses Zitat Schuchert. Merken Sie sich das.
Bereits Cäsar hat gegen Barbaren gekämpft und die rechtmäßige Herrschaft gegen wilde Horden verteidigt.
Und wir, ja wir, haben den gleichen Auftrag. Den gleichen Auftrag, den damals Cäsar hatte.
Ach, wie ich dieses Rebellenpack hasse. Und wie ich Cäsars Schriften liebe.
Schon der große Cäsar hat seine Soldaten geliebt, wie sonst kein anderer Feldherr. Er hat seine Soldaten Commilites genannt. In jeder seiner Reden. Wissen Sie das eigentlich Schuchert. Wenn nicht. Bildungslücke. Aber die habe ich ihnen ja jetzt geschlossen.“
Von K. lachte laut und wippte leicht nach vorne und nach hinten. Er bemerkte gar nicht, dass der Mann, der ihm gegenüber stand, etwas irritiert schaute.
„Also merken Schuchert. Ohne Cäsar geht nichts, und ich habe seine Feldzüge AUSWENDIG gelernt. AUSWENDIG. Ich kenne alle seine Taktiken. ALLE.
Und wir, ja wir, die Truppen des Landgrafen sind dazu berufen in seinem Sinne ans Werk zu gehen. Das Schicksal hat uns dazu auserkoren. Das Schicksal.“
Von K. zog sein Schnupftuch aus der Westentasche und schnäuzte sich vor Rührung.
„Vergessen Sie das nicht Schuchert, auch wenn sie nur ein kleiner Sergeant sind, aber.
Hier. Ja hier, könnten Sie Großes erreichen. Das sage ich ihnen. Superb haben Sie sich im letzten Gefecht geschlagen. Wirklich superb.
Und ich, ich sehe so etwas. Denn ich habe das Gespür des großen Cäsar bei einem Soldaten Fähigkeiten feststellen zu können.
Ach was sage ich da.
Bei ALLEN Soldaten.
Bei meinen Commilites natürlich. Bei MEINEN Mitstreitern.“
Er zog wieder das Tuch aus der Westentasche.
„Passen Sie auf Schuchert. Diesmal wird es einfach. Zu einfach. Es ist eine Schande. Wir haben die zweifelhafte Ehre ein Dorf zu besuchen.




Irgendwelche Möchtegernstrategen aus dem Hauptquartier denken doch tatsächlich, dass sich da der Feind aufhalten könnte.
Welch‘ Unsinn Schuchert.
Man greift doch nicht an und hat einen Wald im Rücken!!! Und dann noch einen See zur Seite. Wo soll man sich denn da aufstellen? Wo soll man denn da seine Truppen konzentrieren??
Cäsar hätte das niemals so getan. NIEMALS.
Selbst Livius hat uns Altlateinern – sind Sie überhaupt Altlateiner Schuchert??? Ach ja. Sie sind ja sogar Schulmeister. Schuchert, Schuchert so gebildet und dann nur Sergeant. Was für eine Verschwendung.
Nun denn. So duze ich sie wenigstens nicht...
Also selbst Livius hat uns gelehrt, dass man so, mit einer solchen Aufstellung, sehr leicht in eine Falle geraten kann. Ich sage nur Trasimenischer See. Sie wissen, wovon ich spreche?“
Schuchert nickte, und fragte sich selbst, was das Ganze hier sollte, und ob von K. überhaupt wusste, dass am Trasimenischen See die Karthager und nicht die Römer die Sieger gewesen waren.
Derweil lachte von K. wieder laut, wippte leicht nach vorne und nach hinten, nur diesmal wackelte er noch merkwürdig mit seinem Kopf.
Schuchert stand weiter im Stillgestanden und dachte sich seinen Teil.
„Was macht man aber, wenn der Kommandierende seinen Cäsar nicht gelesen hat?? Was macht man Schuchert? Man agiert. Man handelt. Man trifft Entscheidungen. Deshalb stehen SIE hier!“
Na da bin ich aber mal gespannt, dachte Schuchert.
„Sie Schuchert werden den Trupp meiner "Antesignani" führen.“
Von K. machte eine Pause, verharrte quasi zwei Sekunden auf seinen Fußspitzen, und schaute Schuchert durchdringend an, mit einem freudigen Blinzeln in den Augen.
„Sie fragen mich gar nicht, was ich meine Schuchert? Sprechen Sie!“
„Wir sollen ihre Späher sein, ihr Vortrupp, die Besten der Besten?“
Von K. lachte auf, warf den Kopf zurück. Die schiere Begeisterung sprach aus seinem Blick.
„Schuchert. Es ist herrlich mit gebildeten Menschen zu sprechen. Es ist so schön. Sie verstehen mich.“
Von K. zog das Schnupftuch aus der Tasche. Die Gefühle begannen ihn zu übermannen.
„Viros fortissimos delectos ex omnibus legionibus”, sagte Schuchert.
Von K. klappte der Mund weit auf; sein Gesicht strahlte vor Freude und Erstaunen.
„Schuchert!!! Sie kennen das Zitat. Auch Sie haben Ihren Cäsar gelesen. Es ist unglaublich.
Ja. Sie werden zu meinen Antesignani versetzt. MEINEN Jägern.
Sie werden gemeinsam mit ihnen aufklären. Sie werden den Feind in der Flanke bedrohen. Dieser Schritt wird entscheidend sein. Nur von der Flanke her werden wir sie schlagen können. Nur so. Wenn Sie denn überhaupt da wären.“
„Aber sehr viele Jäger haben wir ja jetzt nicht dabei.“
„Ach was Schuchert. Die Antesignani müssen nicht zahlreich sein. Sie sind die Besten. Sie sind eine Elite und werden das regeln.
Ich werde persönlich unsere Brigade nach vorne führen.
Seien wir doch mal ehrlich. Im Grunde ist unsere ganze Einheit Antesignani. Unsere Brigade vereint die Besten der Besten. Grenadiere, Füsiliere , Musketiere UND die Jäger. Das ist ein Fingerzeig des Schicksals.“
Von K. wippte jetzt immer schneller Hin- und Her. Dabei verrutschte seine Perücke leicht auf dem Kopf.
„Was der Feind nicht erahnt …. „ dabei zwinkerte er Schuchert zu, „…wir haben auch Artillerie dabei. Die werden wir vorsichtig nach vorne ziehen. Ist der Feind dann wider Erwarten doch an dieser Stelle, werden wir ihn mit glühenden Kugeln erwarten.
Wichtig ist aber dass wir den Feind überraschen.
Sie Schuchert, werden erst dann aktiv werden, wenn ich unsere Brigade nach vorne geführt habe. Ich werde der Amboss sein, und sie der Hammer, der auf die Flanke schlägt.
Was sagen Sie!!“
Schuchert sah, wie begeistert sein Kommandeur von seiner eigenen Idee war.
„Wann sollen wir dann zuschlagen; und… ich brauche noch den Gefreiten Ulrich an meiner Seite.“
„Ulrich? Kenne ich nicht. Machen Sie einfach Schuchert. Machen Sie. Wann wir zuschlagen werden? Das ist ganz einfach Schuchert. Wenn Sie den ersten Kanonendonner hören, schlagen Sie zu. Schauen Sie. Ich zeige es Ihnen auf dem Plan.“
Von K. ging an den Nebentisch und winkte Schuchert zu sich.

„Sie sind dort. Wir rücken hier in der Mitte vor. Die Artillerie zieht dann hier auf den Hügel.
Sie bewegen Ihre Truppe um das Haus herum, und fallen dem Feind, wenn es ihn dann wirklich geben sollte, in den Rücken. Ach das wird ein Spaß.
Die feindlichen Milizen und Plänkler taugen ja eh nichts. Sie werden fliehen, fliehen. Und wir, wir werden sie in den See treiben und ihnen beim Untergang zuschauen.“
„Verstanden. Dann begebe ich mich zu meiner Truppe, nehme Ulrich und wir machen uns auf den Weg.“
„Tun sie das Schuchert; und diesmal ziehen sie einen Jägerrock an. Meine Antesignani müssen uniform gekleidet sein. So gehört sich das. Die Einheit ist bereits von Leutnant A. in Kenntnis gesetzt. A. ist ja erkrankt und kann nicht mitkommen. Er bedauert das zutiefst. Na dann lassen Sie uns mal starten.“
Schuchert grüßte und verließ das Zelt, einen vor Freude wippenden Major zurücklassend.
Als er zum Quartier zurückkam, sah er bereits Ulrich, der auf ihn wartete.
„Und. Was meint der Verrückte???“
„Dass wir seine Antesignani sind“, sagte Schuchert und grinste.
„Seine was???“
„Ach das waren Spezialeinheiten zu Zeiten des Römers Cäsar. Na und von K. denkt halt, dass die Jäger genau das sind.“
„Ich sag es ja immer wieder Heiner. Der ist verrückt. Na und was bedeutet das für uns?“
„Eigentlich nur Gutes. Er hat mich beauftragt das Kommando zu führen. Leutnant A. ist ja erkrankt. Na und Du wirst mich begleiten.
Es ist ein herrlicher Auftrag. Wir sollen uns in die grünen Klamotten werfen, und dürfen plänkeln. ENDLICH ! Endlich mal nicht in der Linie stehen, sondern Deckung suchend vorgehen. So wie ich es immer schon wollte.
Also pack Dein Gewehr; wir machen uns los.“
Schuchert und Ulrich gingen zu den Zelten der Jäger. Hier wurden sie bereits erwartet.
Daheim, in den Ländern des Landgrafen, wären solche ad hoc Versetzungen nicht möglich gewesen. Aber hier in Amerika war man da flexibler geworden. Die Männer kannten sich, arbeiteten und kämpften zusammen, und Schuchert war sehr geschätzt, auch bei den Jägern, weil er schon mehrfach mit ihnen zusammen in der Schlacht gestanden hatte.
Die Versetzung zu den Jägern mit der direkten Übernahme einer Kommandoaufgabe war tatsächlich eine Beförderung.
Schuchert versammelte seine Leute im Kreis und erklärte den Männern die Aufgabe. Für sie war das normaler Standard. Nichts Außergewöhnliches.
15 Minuten später ging es los.
Schuchert wollte früh genug losziehen, um eine gute Position einzunehmen, und sich den entsprechenden Überblick zu verschaffen. Danach mussten er und seine Männer eh warten.
Als er sich mit seiner Einheit in Marsch setzte, sah er, wie von K. seine Bataillone antreten ließ und sich vor ihnen aufbaute. Er erhob die Stimme…
„MITSTREITER!!“, Major von K. wippte leicht nach vorne und nach hinten, während er dieses Wort herausschmetterte.
Heiner Schuchert schüttelte den Kopf und führte seinen Trupp auf einen Hügel. Der Anstieg war leicht. Langsam stieg das Gelände an. Als die Jäger das flache Plateau erreichten, sahen sie den Bauernhof den von K. in der Besprechung erwähnt hatte.
Schuchert verteilte seine Männer, die jetzt paarweise vorgingen.Sie bildeten eine aufgelockerte Schützenlinie. Jeder sichere jeden. So bewehten sie sich langsam auf das Haus und die umliegenden Zäune zu.
Ulrich und Heiner, die als erstes Paar vorgingen, erreichten das Haus. Es war verlassen. Offensichtlich hatten die Besitzer erahnt, was da auf sie zukommen würde.
Von hier aus hatten sie einen weitreichenden Ausblick.
„Schau Ulrich. Da unten sind die Amerikaner. Soviel also zum Thema, die sind eh nicht da.“
Ulrich spukte aus.
Die scheinen genauso stark zu sein wie wir. Na das wird was geben.“
Die Männer konnten von hier oben sehen, wie sich die gegnerischen Truppen entfalteten.



Da waren amerikanische Plänkler, und drei Bataillone waren auszumachen. In einem Kornfeld war Artillerie platziert.
Bis auf die Artillerie bewegten sich die Einheiten langsam auf das Dorf zu.
Unbeeindruckt führte Major von K. seine Hessen nach vorne. Es schien, dass er den Feind noch nicht bemerkt hatte.




Die hessischen Artilleristen zogen ihre Kanonen erstaunlich schnell zum Hügel.


„Ich wusste gar nicht, dass die so flott sein können“, bemerkte Ulrich.
Mittlerweile hatte die Brigade ein großes Kornfeld erreicht. Völlig überraschend schlugen die ersten Musketenkugeln in ihre Reihen.






2 amerikanische Bataillone schlossen sich in Linie zusammen, was ihre Feuerkraft verstärkte. Ein Bataillon war in  Reserve.



Die amerikanischen Plänkler begannen auch zu feuern; und sie schossen gut.

Die Amerikaner antworteten ebenfalls mit Musketen und Kanone.

Das war das Startzeichen für Heiner Schuchert und seine Jäger.
„Um das Haus herum, und auf die feindlichen Plänkler achten“, schrie Schuchert. „Nutzt die Zäune als Deckung!“

Schuchert konnte sehen, dass von K. sich den hessischen Grenadieren angeschlossen hatte und jetzt persönlich gegen die Plänkler vorging.

„Schau mal Ulrich. Er ist zwar leicht verrückt, aber irgendwie ist er auch mutig.“
Die beiden gegnerischen Linien am Kornfeld hielten derweil das Feuer aufrecht.
Es war allerdings so, dass die Amerikaner besser trafen.








Schuchert sah aus seiner Stellung immer mehr Verletzte am Rand des Kornfeldes.
Die amerikanischen Plänkler liefen nicht weg, sondern schossen unfassbar gut. Die hessischen Grenadiere begannen zu wanken.
Am rechten Flügel standen die Füsiliere unter Feuer.
Es war ein Gemetzel.

Unsere Artillerie versuchte das Beste.


Die Jäger schossen Kugel um Kugel in die Reihen der amerikanischen Plänkler. Aber die hielten stand.
„Ulrich. Das ist eine heiße Nummer heute. Die sind gut.“
Ulrich nickte nur, während er die nächste Patrone anbiss und das Pulver auf die Pfanne streute.
„Schau. Die Grenadiere brechen. Von K. muss sich zurückziehen.“



„Mist Verdammter“, knirschte Schuchert durch die Zähne.
Am Kornfeld begann der Nahkampf.




Es bestand Gefahr, dass die Hessen überflügelt werden.



Noch hielten die Musketiere stand. Aber die Füsiliere waren stark dezimiert und mussten schließlich dem Druck weichen.

Derweil war es von K. irgendwie gelungen seine Grenadiere zu sammeln.

Doch das nutzte nicht viel, denn jetzt brachen auch die Musketiere im Nahkampf.


Heiner sah von oben wie von K. seine Befehle brüllte. Es gelang ihm tatsächlich die Truppen auf einer Linie zu sammeln, um so der Ausflankierung durch ein amerikanisches Bataillon zu entgehen, das sich immer bedrohlicher auf die Hessen zubewegte.




„Jungs, das war’s“, meinte Heiner, „wir ziehen uns zurück.“
Und so endete dieses kleine Gefecht, das beinahe zur Vernichtung von drei hessischen Bataillonen geführt hätte.
Heiner und Ulrich werden zum Glück noch einige Abenteuer erleben. Denn sie konnten den nachdrängenden amerikanischen Plänklern um Haaresbreite entfliehen.

Das war ein sehr kurzweiliges British Grenadier Spiel, das wir da an einem Abend durchgespielt hatten.
Die amerikanischen Plänkler schossen wirklich wie Veteranen. So viele 6er hatte Sven schon lange nicht mehr gewürfelt.
Der ursprüngliche Plan mit den Grenadieren genau an dieser Stelle durchzubrechen, um der amerikanischen Linie in die Flanke zu kommen, ging völlig fehl.
Der zusätzliche Flankenangriff der Jäger brachte auch nichts, denn die amerikanischen Plänkler hielten auch diesem stand.
Die zusammengezogenen Linien der amerikanischen Truppen entwickelten zudem eine starke Feuerkraft, und der finale Nahkampfangriff gab den Hessen dann den Rest.
Ein eindeutiger Sieg für die Amerikaner, die sich gänzlich anders verhalten hatten, als Herr Major von K. zu Beginn noch vermutete.
Die Offiziersnamen habe ich bewusst abgekürzt, weil ich keinem der hessischen Kommandeure, die im Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten, zu nahe treten wollte.
Ich glaube, dass niemand so verrückt war, wie von K. Aber ich fand die Idee lustig, und deshalb habe ich ihn so dargestellt, wie ich ihn dargestellt habe.

Wir werden sehen, wie er mit seiner Niederlage klar kommt, denn ich glaube, dass wir ihm nochmals auf dem Schlachtfeld begegnen werden.