Sonntag, 6. September 2026

Der Siebenjährige Krieg - Mein persönlicher Platz 1 auf der Wishlist

Ich kann mich noch an die gute alte Sammlerzeit in 1/72 erinnern, als auf miniatures.de regelmäßig eine Wishlist für das entsprechende Jahr veröffentlicht wurde. Miniaturensammler konnten hier die Sets nennen, auf deren Veröffentlichung sie hofften. In Erinnerung an diese Zeit, dachte ich mir, was hättest Du denn heutzutage gerne? Was würdest Du heute im Jahr 2026 an die Spitze Deiner – doch sehr umfangreichen, und auch immer wieder in der Priorität wechselnden – Wishlist setzen?
Es ist ja so, dass mittlerweile wirklich sehr viele Konflikte umfangreich in 28 mm Plastik abgedeckt sind. Da ist in den letzten beiden Jahrzehnten richtig viel passiert.
Ich bin immer noch nicht in das Thema des Siebenjährigen Krieges eingestiegen, weil ich bis heute nicht die Hoffnung aufgegeben habe, dass die Perries vielleicht doch diese Epoche endlich für sich, und somit auch für uns, entdecken, und das Ganze dann als Plastiksets herausbringen werden.
Als große umfangreiche Serie.
Da ich jetzt aber langsam ungeduldig werde, muss ich da einfach etwas dazu schreiben. Denn ja. Aktuell ist dieses Thema auf Platz 1 meiner Wishlist.
Vielleicht lesen die Perries per Zufall diesen Post; oder irgendjemand, der die Perries kennt, liest ihn, thematisiert die Geschichte bei einem Glas Bier, und kann die Beiden vielleicht mit dieser Idee anzünden.
Ich denke, nicht nur ich würde das Erscheinen einer solchen Range feiern.

Röchling, Schlacht bei Hohenfriedberg


Winston Churchill hatte einmal den Siebenjährigen Krieg als den Ersten Weltkrieg bezeichnet; und wenn man sich die Auseinandersetzungen genau anschaut, dann kann man dieser These nur zustimmen.
Nicht nur in Europa wurde gekämpft. Letztendlich begann der Krieg in Nordamerika, und wurde dann dort, in Europa, und auch in Indien ausgetragen.
Schlacht bei Quebec

Kapitulation von Montreal

Schlacht bei Minden

Schlacht bei Carillon

Kapitulation von Louisbourg



Die deutsche Geschichtsschreibung hatte sich dem Konflikt natürlich über Jahrhunderte immer von der preußischen Perspektive genähert. Da waren die Schlachten, die Friedrich der Große gegen Frankreich, die Reichsarmee, gegen Österreich und Russland geschlagen hatte. Da war der Erwerb Schlesiens durch eine „Vollinvasion“, wie man es heute nennen würde. Da war der Sieg in letzter Minute.
Der Siebenjährige Krieg führte letztendlich zum sogenannten Dualismus zwischen Preußen und Österreich, um die Vorherrschaft im deutschen Reich, der dann final erst mit den Einigungskriegen, von 1866 und 1870 entschieden wurde. Zugunsten Preußens.
Klaus-Jürgen Bremm, deutscher Militärhistoriker, Publizist, und nebenbei als Oberstleutnant der Reserve, auch noch ein Autor mit einem militärischen Hintergrund, empfiehlt allerdings einen Perspektivwechsel, den ich sehr spannend finde. Nachlesen können Sie das in seinem empfehlenswerten Buch, Preußen bewegt die Welt. Der Siebenjährige Krieg. Hier das Zitat:



„Sosehr auch die Schlachten Friedrichs des Großen Militärs wie Historikern als Höhepunkt der barocken Kriegskunst erschienen waren, im Kontext dieses ersten globalen Krieges spielten sie sich auf einem Nebenkriegsschauplatz ab. Die Armeen Preußens, Österreichs und Russlands fochten in einem regionalen Krieg, und allein die globalstrategischen Erwägungen der Versailler Minister retteten das preußische Königtum vor dem fast sicheren Untergang….“ (S. 13f)
Bremm führt nämlich weiter aus, dass das strategische Ziel der Franzosen die Besetzung Hannovers war, dass zu diesem Zeitpunkt in Personalunion mit England stand. Hannover war das geplante Faustpfand als Tausch gegen ein erobertes Kanada. „Die Schlachten von Minden und Vellinghausen waren für den Ausgang des Siebenjährigen Krieges weitaus bedeutsamer als die von Rossbach, Leuthen oder Kunersdorf. Allein durch sie verfehlte Frankreich sein zentrales Kriegsziel in Europa und musste, ohne ein strategisches Tauschobjekt in der Hand, ganz Kanada abtreten… Vom Pariser Verzichtsfrieden von 1763 führte ein direkter Weg zum Sturm auf die Bastille…. Die heutige 300 Mio. Nation zwischen Pazifik und Atlantik würde ohne den Sieg Großbritanniens im Siebenjährigen Krieg vermutlich nicht existieren…. Dagegen ist der Staat Friedrichs des Großen ebenso wie das Habsburgische Vielvölkerreich längst Geschichte…Das für ein Vierteljahrhundert umkämpfte Schlesien, zentraler Zankapfel zwischen Friedrich und seiner ärgsten Rivalin Maria Theresia, ist bereits seit 70 Jahren Teil des nach Westen verschobenen polnischen Staates. Nichts in der modernen europäischen Staatenwelt erinnert heute noch an ihre alten Kämpfe.“ (S. 14f)

1,. Bataillon der Garde bei Kolin

Schlacht bei Minden

Schlacht bei Leuthen


Erweitert man somit die Betrachtungsweise, dann sieht man die Zentralität dieses Konflikts für die damals „relevante“ Welt.
Na und deshalb finde ich es einfach schade, dass dieser Konflikt noch nicht für die Produktion von Plastiksets in 28 mm entdeckt wurde (in anderen Maßstäben und auch in 28 mm Zinn gibt es da ja sehr wohl eine Auswahl).
Nicht nur Preußen und Österreicher. Ähnlich wie in den napoleonischen Kriegen kommen Engländer, Franzosen und Russen dazu.
Die Uniformen erreichen zu diesem Zeitpunkt den Höhepunkt der Dreispitz Ära. Der sprichwörtliche „Krieg in Spitzen“ ist hier noch ausgeprägter, als in dem nachfolgenden Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
Ich fände es großartig, wenn die Perries auch diesen Konflikt für sich entdecken könnten.
Preußen sind zumindest ja als Zinnminiaturen quasi schon modelliert. Immerhin tragen die hessischen Truppen des AWI die gleichen Uniformen wir die Preußen. Aber… in Details unterscheiden sie sich, und es gibt sie halt nicht von den Perries in Plastik. Aber die Grundlage ist da, na und das ist doch dann schon so etwas wie ein idealer Startpunkt.
Was bleibt ist die Hoffnung, dass hier dann doch noch was passiert. Denn die Wahrnehmung als Weltkonflikt, rückt natürlich die französischen und britischen Regimenter wieder in den Vordergrund. Und damit sollte das Thema doch auch für unsere angelsächsischen Wargaming Firmen als Thema mit Absatzmöglichkeiten eingeschätzt werden.
„Nicht an Elbe und Oder fiel die Entscheidung des siebenjährigen Ringens, sondern an der Weser und am Rhein.“ (S. 14)
Man kann also auch gerne mit den Franzosen und Briten starten. Aber nett, aus kontinentaler Perspektive, wären halt auch Sets der Preußen, Österreicher und Russen. Ich denke, dass versteht sich von selbst.
Liebe Perries, vielleicht geht ihr noch einmal in Euch. Eure Fans warten nur darauf.
Na zumindest die, die aus Deutschland und Österreich kommen. 😉
 
 
 
I still remember the good old days of collecting 1/72 scale miniatures, when miniatures.de regularly published a wishlist for the corresponding year. Miniature collectors could list the sets they hoped would be released. Thinking back to those times, I wondered what I'd like to see these days. What would you put at the top of your wishlist in 2026 – a wishlist that's quite extensive and whose priorities constantly shift?
The fact is, so many conflicts are now comprehensively covered in 28mm plastic. A lot has happened in that area over the last two decades.
I still haven't gotten into the Seven Years' War because I haven't given up hope that the Perries might finally discover this era for themselves, and thus for us, and release it as a large, comprehensive plastic set.
As a big, comprehensive series.
But since I'm starting to get impatient, I simply have to write something about it. Yes, this topic is currently number 1 on my wishlist.
Perhaps the Perries will read this post by chance; or someone who knows the Perries will read it, discuss the history over a beer, and maybe even spark their interest with this idea.
I think I'm not the only one who would celebrate the release of such a range.
Winston Churchill once referred to the Seven Years' War as the First World War; and if you look closely at the fighting, you can only agree with that assessment.
Fighting wasn't limited to Europe. Ultimately, the war began in North America and was then fought there, in Europe, and also in India.
For centuries, German historiography had naturally approached the conflict from a Prussian perspective. There were the battles Frederick the Great fought against France, the Imperial Army, Austria, and Russia. There was the acquisition of Silesia through what we would now call a "full invasion." There was the last-minute victory.
The Seven Years' War ultimately led to the so-called dualism between Prussia and Austria for supremacy in the German Empire, a conflict finally resolved only with the Wars of Unification in 1866 and 1870. In Prussia's favor.
Klaus-Jürgen Bremm, a German military historian, publicist, and, incidentally, a lieutenant colonel in the reserves so an author with a military background, recommends a change of perspective, which I find very compelling. You can read more about it in his highly recommended book, „Preußen bewegt die Welt. Der Siebenjährige Krieg.“ Here is the quote:
"However much Frederick the Great's battles appeared to military leaders and historians alike as the pinnacle of Baroque warfare, in the context of this first global war, they took place on a secondary front. The armies of Prussia, Austria, and Russia fought in a regional war, and only the global strategic considerations of the Versailles ministers saved the Prussian monarchy from almost certain ruin…" (pp. 13-14)
Bremm goes on to explain that the strategic goal of the French was the occupation of Hanover, which at that time was in personal union with England. Hanover was the planned pawn in exchange for conquered Canada. "The battles of Minden and Vellinghausen were far more significant for the outcome of the Seven Years' War than those of Rossbach, Leuthen, or Kunersdorf. It was solely through these battles that France failed to achieve its central war aim in Europe and, without a strategic bargaining chip, had to cede all of Canada… From the Treaty of Paris of 1763, there was a direct path to the storming of the Bastille… Today's nation of 300 million people, straddling the Pacific and Atlantic Oceans, would likely not exist without Great Britain's victory in the Seven Years' War. In contrast, the state of Frederick the Great, as well as the Habsburg multi-ethnic empire, is long gone. Silesia, contested for a quarter of a century and a central bone of contention between Frederick and his fiercest rival, Maria Theresa, has been part of the westward-shifted Polish state for 70 years. Nothing in the modern European world of states now recalls their old battles. (pp. 14-15)
Broadening our perspective, we see the centrality of this conflict for the world as it was then considered "relevant."
And that's why I find it a shame that this conflict hasn't yet been explored for the production of 28mm plastic sets (there's certainly a selection available in other scales).
Not only Prussians and Austrians. Similar to the Napoleonic Wars, the English, French, and Russians also joined the fray.
The uniforms reached the height of the tricorn hat era at this time. The proverbial "war of the lace" is even more pronounced here than in the subsequent American Revolutionary War.
I think it would be fantastic if the Perries could also explore this conflict.
Prussians, at least, are practically already modeled as pewter miniatures. After all, the Hessian troops of the AWI wear the same uniforms as the Prussians. But... they differ in details, and the Perries don't offer them in plastic. But the foundation is there, and that's already something of an ideal starting point.
What remains is the hope that something will eventually happen here. Because the perception of it as a global conflict naturally brings the French and British regiments back into focus. And with that, the topic should also be considered a subject with sales potential for our Anglo-Saxon wargaming companies.
"The decision of the seven-year struggle was not made on the Elbe and Oder, but on the Weser and the Rhine." (p. 14)
So, one could certainly start with the French and British. But from a continental perspective, it would be nice to have sets from the Prussians, Austrians, and Russians as well. I think that goes without saying.
Dear Perries, perhaps you could reconsider. Your fans are just waiting for it.
Well, at least those from Germany and Austria. 😉

Sonntag, 9. August 2026

Das dritte Jahrhundert - Reichskrise, Harzhorn und neue Figuren

„Maximinus drang tief in germanisches Gebiet vor, machte viel Beute und überließ seinen Truppen alles Vieh, dessen man habhaft wurde. Die Germanen indessen hatten die Ebenen und die baumlosen Gegenden geräumt und sich in die Wälder und Sümpfe zurückgezogen, so dass die Kämpfe dort stattfinden würden, wo die dicht stehenden Bäume die Geschosse und Pfeile ihrer Feinde wirkungslos machen sollten, und wo die tiefen Moore die Römer bedrohen würden, die die Landschaft nicht kannten […]. Und so fanden die meisten Gefechte in solchen Gebieten statt, und hier geschah es auch, dass der Kaiser selbst und sehr mutig an einer Schlacht teilnahm: Als die Germanen sich in eine große, feuchte Senke zurückzogen und die Römer zögerten ihnen nachzufolgen, stürzte sich Maximinus selbst in die Niederung, bis das Wasser bis zum Bauch seines Pferdes stand; und so hieb er auf die Feinde ein, die ihn umringten. Da fassten die Soldaten, beschämt darüber, dass sie ihren Kaiser, der an ihrer Stelle kämpfte, derart im Stich ließen, Mut und griffen ebenfalls an. Eine große Zahl Männer fiel auf beiden Seiten, doch während viele Römer ihr Leben ließen, wurde fast die ganze barbarische Armee vernichtet, und der Kaiser war der hervorragende Mann auf dem Schlachtfeld […]. Noch weitere Kämpfe fanden statt, bei denen Maximinus aufgrund seiner persönlichen Beteiligung Ruhm erwarb, da er stets eigenhändig mitfocht und in jedem Gefecht der beste Krieger auf dem Schlachtfeld war […]. Er drohte und war entschlossen, alle germanischen Stämme bis hin zum Meer zu besiegen und zu unterwerfen.“
Herodian, 7,2,5-9
 
Das schrieb der griechische Historiker Herodian über eine Schlacht, die der erste Soldatenkaiser, Maximinus Thrax, in Germanien geschlagen hatte.
Jahrhundertelang gingen Forscher davon aus, dass dieses Ereignis irgendwo im Limes Grenzraum stattgefunden hatte, und zwar in einer Entfernung von 30 bis 40 Meilen zum Grenzwall. Die spätantike Historia Augusta sprach zwar von trecenta bzw. quadringenta, also 300 bis 400 Meilen, doch die Forscher gingen hier von einem Schreibfehler aus. Hatte nicht schon Augustus die Expansion nach Germania magna aufgegeben, und somit die Grenze für Jahrhunderte gezogen? So der allgemeine Tenor. Die spätantiken Quellen wurden als unglaubwürdig erachtet, die Entfernungsangabe einfach korrigiert, auf das, was denkbar erschien. Emendieren nennt man das in der Wissenschaft.
Im Jahr 2000 fanden zwei Hobbyarchäologen per Zufall im südlichen Niedersachsen am Harzhorn römische Artefakte. Geschossspitzen, Achsnägel, eine Schaufelhacke und eine Hipposandale, letztere ein Vorläufer des Hufeisens.
2008 meldeten sie den Fund der zuständigen amtlichen Stelle, und im Spätsommer 2008 begannen umfangreiche archäologische Untersuchungen.
Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor. Die antiken schriftlichen Quellen hatten wirklich recht. Ja; es gab eine Schlacht zwischen Römern und Germanen am Harzhorn. Und ja; das Harzhorn ist auch in der angegebenen Entfernung zum Limes, genau wie das die überlieferten schriftlichen Quellen geschrieben hatten.  Auch der Zeitpunkt des Durchbruchsgefechts ist festgelegt. Im Jahr 235/236, also exakt unter der Regierung von Maximinus Thrax. Zudem handelt es sich um einen echten Kriegszug. Die Untersuchungen legen nahe, dass hier eine Einheit engagiert war, die aus 10.000 römischen Soldaten bestand. Diese kam von einem Rundmarsch, marschierte aus dem Norden an und wollte an dieser Stelle wieder den Weg nach Süden einschlagen, um zurück zum Limes zu kommen. Die Engstelle am Harzhorn wurde von germanischen Kriegern blockiert, die dann wiederum durch einen Flankenmarsch ausmanövriert und angegriffen wurden.




Ich, als jemand, der selbst Geschichte studiert und auch einmal an einer archäologischen Ausgrabung eines römischen Marschlagers in der Nähe von Dijon mitgearbeitet hat, bin natürlich von diesem Fund begeistert. Es ist wirklich so, dass hier Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die Römer waren nunmehr nachweislich noch im 3. Jahrhundert im Innern Germaniens aktiv.
Aber…, und das könnte jetzt wiederum viele wundern, nicht nur an dieser Stelle.
Mittlerweile wurden sogar Marschlager der Römer in Sachsen-Anhalt gefunden! Dersheim liegt nördlich von Quedlinburg. Das geht ja noch. Aber Aken in Sachsen-Anhalt liegt in der Nähe von Köthen! Trabitz, nicht weit von hier entfernt!
Die an den Ausgrabungsorten gefundenen Münzen datieren den Marsch nach Sachsen-Anhalt in die Regierungszeit von Caracalla. Auch hier wird es zu einer Überprüfung der Forschungsergebnisse kommen, denn ähnlich wie am Harzhorn ging man auch beim Germanenkrieg Caracallas davon aus, dass ein langer Marsch nach Germania magna unmöglich gewesen sei. Deshalb ist auch dieser Feldzug 213 AD in heutigen Fachbüchern in der Nähe des Limes verortet, eine These, die nach den Funden jetzt nicht mehr zu halten ist. Im Zusammenhang mit diesem Germanenfeldzug wird in den antiken Quellen auch zum ersten Mal der Begriff „Alamannen“ als Bezeichnung der germanischen Gegner erwähnt.
Beide Feldzüge fanden somit in einem viel größeren strategischen Raum statt, als bisher angenommen, und sind somit auch bedeutender, als dies bisher gewertet wurde. Es scheint, dass die Römer, ähnlich wie in augusteischer Zeit, die Germanen finden und umfassen wollten. Zumindest am Harzhorn gibt es den Beweis, dass es auch auf jeden Fall zu einem Aufeinandertreffen kam. Andere Angaben über Verluste oder Schlachten liegen allerdings nicht vor.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese neuen Funde und Forschungsergebnisse vielen in Deutschland noch gar nicht bekannt sind. Im Grunde nur der Minderheit, die sich mit römischer Geschichte auch jenseits von Kalkriese, Xanten und Trier, den am besten vermarkteten Römerstätten, auseinandersetzt.
Schaut man sich das Ganze auf der Karte an, dann ist es schon beeindruckend, wie weit im Landesinnern diese Funde liegen.
Jedenfalls sieht man, dass die Römer ihren Ordnungsanspruch auch für Germanien nicht aufgegeben hatten. Man wollte in Germania magna Präsenz zeigen, sei es auch nur mit Strafexpeditionen.
Neben diesen auf Deutschland begrenzten Ereignissen ist das Jahrhundert der Reichskrise aber auch noch durch andere Ereignisse bedeutsam. Um 270 war das römische Reich quasi geteilt. Im Westen hatte sich das Gallische Sonderreich abgespalten, im Osten das Königreich Palmyra gegründet. An den Grenzen wurden die mittlerweile zu größeren Stammesgruppen verbundenen Germanen gefährlicher. Hier sind zu diesem Zeitpunkt vor allem die Alemannen zu nennen. Im Osten wiederum hatten die Sassaniden die Herrschaft übernommen und bedrohten Rom von dieser Seite.
Schon dieser kurze Abriss zeigt, dass diese Epoche auch für den Wargamer jede Menge Möglichkeiten bietet. Das Problem. Es gab bisher nur einen Hersteller der Römer für das 3. Jahrhundert in 28 mm anbietet. A&A (Armorum & Aquila Miniatures). Diese Firma bietet Zinnfiguren für die römischen Armee des 3. Jahrhunderts an, ebenso für Palmyra und das Sassanidenreich.
Armorum & Aquila
Der Stil dieser Miniaturen orientiert sich sehr stark an den Illustrationen des über die Osprey Bände bekannten Illustrators Angus McBride. Ich kenne einige Wargamer, die auf McBride schwören. Ich persönlich komme mit seinem Stil nicht klar. Die von ihm gezeichneten Figuren wirken sehr gedrungen, und auch speziell stilisiert. Da die A&A Minis nach diesem Vorbild modelliert sind, und auch genauso aussehen, hinderte mich das in dieses Thema größer einzusteigen. Wohlgemerkt. Ich finde bei A&A nicht alles schlecht, aber für eine größere Truppe fehlte mir dann persönlich der finale Kaufanreiz.
Jetzt ist aber Wargames Atlantic mit zwei neuen Plastiksets in diese Lücke gesprungen.
Decline and Fall — Wargames Atlantic






Warum ist das wichtig, werden sich jetzt vielleicht einige Leser fragen. Es gibt doch jede Menge Römer. Das stimmt, allerdings fand zu Beginn des 3. Jahrhunderts eine Veränderung in Bewaffnung und Ausrüstung römischer Heere statt, die sich doch sehr vom Aussehen der klassischen Römer unterscheidet.
Da ist schon einmal der Wechsel vom klassischen Scutum auf den ovalen Schild. Dann ersetzte die Spatha den Gladius. Und letztendlich wurde der Weisenau Helm durch den Niederbieber Helm abgelöst, der zwar auch noch zur Weisenau Gruppe der typischen kaiserzeitlich-gallischen Helme gehört, sich in seinem Aussehen allerdings schon so unterscheidet, dass er anfänglich als Kavalleriehelm interpretiert wurde. Nach dem Niederbieber Helm kamen dann die neuen spätantiken Helme in Form von Spangenhelmen bzw. Kammhelmen.
Weisenau Helm

Niederbieber Helm


Leider werden die beiden neuen Plastiksets nur als „Late roman“, nicht als „middle AND late Roman“ beworben. Auch ich habe erst beim zweiten Mal hinschauen den Niederbieber Helm im Gussast entdeckt.
Mit den beiden bisher erschienenen Sets wird aber eine Lücke geschlossen. Man muss es halt nur mitbekommen.
Bisher sind zwei Figurenpackungen erschienen. Einmal Infanterie in der lorica hamata, einmal in der lorica squamata.
Mal sehen, ob da noch mehr erscheinen wird. Ich fände es klasse.
Durch diese beiden Sets ist es jetzt möglich römische Armeen des 3. Jahrhunderts darzustellen. Einer Bemalung im größeren Stil steht also nichts mehr im Weg. Immerhin sind gerüstete Legionäre der Kern einer römischen Armee, und deshalb braucht man sie auch in der Masse.
Die Spezialtruppen, Lancearii, Bogenschützen, Soldaten mit Torsionsgeschützen, Kavallerie, können ja mit den A&A Figuren ergänzt werden, wenn man sich nicht davor scheut in England zu bestellen.
Egal wie. Ich feiere diese Neuerscheinungen und hoffe natürlich, dass da noch mehr folgen wird.
 
“Maximinus penetrated deep into Germanic territory, taking much booty and giving his troops all the livestock they could get their hands on. The Germans, meanwhile, had cleared the plains and treeless areas and retreated into the forests and swamps, so that the battles would take place where the dense trees would render their enemies' projectiles and arrows ineffective, and where the deep bogs would threaten the Romans, who were unfamiliar with the terrain […]. And so most of the battles took place in such areas, and it was here that the emperor himself, very bravely, participated in a battle: When the Germans retreated into a large, damp hollow and the Romans hesitated to follow them, Maximinus himself plunged into the lowlands until the water reached his horse's belly; and thus he attacked the enemy who surrounded him. Then the soldiers, ashamed that they had so abandoned their emperor, who was fighting in their place, mustered their courage and also attacked. A great Many men fell on both sides, but while many Romans lost their lives, almost the entire barbarian army was annihilated, and the emperor was the outstanding man on the battlefield […]. Further battles took place, in which Maximinus gained renown due to his personal participation, as he always fought with his own hands and was the best warrior on the battlefield in every engagement […]. He threatened and was determined to defeat and subjugate all the Germanic tribes as far as the sea.”
Herodian, 7.2.5-9
 
This is what the Greek historian Herodian wrote about a battle fought in Germania by the first soldier-emperor, Maximinus Thrax. For centuries, scholars assumed that this event took place somewhere in the Limes border region, at a distance of 30 to 40 miles from the border wall. The late antique Historia Augusta mentioned trecenta or quadringenta, meaning 300 to 400 miles, but scholars considered this a scribal error. Hadn't Augustus already abandoned expansion into Germania Magna, thus drawing the line for centuries? That was the general consensus. The late antique sources were deemed unreliable, and the distance information was simply adjusted to what seemed plausible. In academia, this is called emending.
In 2000, two amateur archaeologists stumbled upon Roman artifacts at Harzhorn in southern Lower Saxony, Germany: projectile points, axle pins, a shovel-type pickaxe, and a hipposandal, the latter a precursor to the horseshoe.
In 2008, they reported their find to the relevant authorities, and extensive archaeological investigations began in late summer 2008.
The results are now available. The ancient written sources were indeed correct. Yes, there was a battle between Romans and Germanic tribes at Harzhorn. And yes, Harzhorn is indeed at the specified distance from the Limes, exactly as the surviving written sources indicated. The date of the breakthrough battle has also been established. In the year 235/236, precisely during the reign of Maximinus Thrax, this was a genuine military campaign. Investigations suggest that a unit of 10,000 Roman soldiers was involved. They were returning from a circular march, approaching from the north, and intended to turn south at this point to return to the Limes (Roman frontier). The narrow passage at Harzhorn was blocked by Germanic warriors, who were then outmaneuvered and attacked by a flanking maneuver.
As someone who studied history and even participated in an archaeological excavation of a Roman marching camp near Dijon, I am naturally thrilled by this discovery. It truly means that history books will have to be rewritten. The Romans were demonstrably active in the interior of Germania well into the 3rd century.
But… and this might surprise many, not just here.
Roman marching camps have even been found in Anhalt-Saxony! Dersheim is north of Quedlinburg. That's manageable. But Aken in Saxony-Anhalt is near Köthen! Trabitz, not far from here!
The coins found at the excavation sites date the march to Anhalt-Saxony to the reign of Caracalla. Here, too, the research findings will be reviewed, because, similar to the Harzhorn site, it was assumed that a long march to Germania Magna would have been impossible during Caracalla's Germanic campaign. Therefore, this campaign of 213 AD is also located near the Limes in current textbooks, a theory that can no longer be maintained after these discoveries. In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic adversaries.
In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is also mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic opponents. Both campaigns thus took place in a much larger strategic area than previously assumed, and are therefore more significant than previously considered. It seems that the Romans, similar to the Augustan period, wanted to find and encompass the Germanic tribes. At least at Harzhorn, there is evidence that an encounter definitely occurred. However, no other information about losses or battles is available.
Sometimes I get the feeling that these new finds and research results are still unknown to many in Germany. Essentially, they are only known to the minority who engage with Roman history beyond Kalkriese, Xanten, and Trier, the most commercially exploited Roman sites in Germany.
Looking at the whole thing on a map, it's quite impressive how far inland these finds lie.
In any case, it shows that the Romans had not relinquished their claim to order, even in Germania. They wanted to establish a presence in Germania Magna, even if only through punitive expeditions.
Sometimes I get the feeling that these new discoveries and research findings are still unknown to many in Germany. Besides these events limited to Germany, the century of the Crisis of the Roman Empire is also significant for other reasons. Around 270 AD, the Roman Empire was essentially divided. In the west, the Gallic Empire had broken away, while in the east, the Kingdom of Palmyra was founded. Along the borders, the Germanic tribes, now united into larger tribal groups, were becoming increasingly dangerous. The Alemanni, in particular, are a major threat at this time. In the east, the Sassanids had seized power and were threatening Rome from that direction.
Even this brief overview demonstrates that this era offers a wealth of possibilities for wargamers. The problem: Until now, there has only been one manufacturer offering 28mm Roman miniatures for the 3rd century: A&A (Armorum & Aquila Miniatures). This company offers pewter figures for the Roman army of the 3rd century, as well as for Palmyra and the Sassanid Empire.
Armorum & Aquila
The style of these miniatures is heavily influenced by the illustrations of Angus McBride, the illustrator known for his work on the Osprey series. I know several wargamers who swear by McBride. Personally, I don't get on with his style. The figures he designs look very squat and also quite stylized. Since the A&A miniatures are modeled after this style and look exactly the same, it held me back from getting more involved with the genre. Mind you, I don't think everything about A&A is bad, but for me personally, there wasn't the final incentive to buy them for a larger army.
Now, however, Wargames Atlantic has stepped in to fill this gap with two new plastic sets.
Decline and Fall — Wargames Atlantic
Why is this important, some readers might ask. There are plenty of Romans, after all. That's true, but at the beginning of the 3rd century, a change occurred in the weaponry and equipment of Roman armies that differed significantly from the appearance of classical Romans.
First, there was the switch from the classical scutum to the oval shield. Then the spatha replaced the gladius. And finally, the Weisenau helmet was superseded by the Niederbieber helmet, which, although still belonging to the Weisenau group of typical imperial-period Gallic helmets, differed so much in appearance that it was initially interpreted as a cavalry helmet. After the Niederbieber helmet came the new Late Antique helmets in the form of spangenhelms or crest helmets.
Unfortunately, the two new plastic sets are only advertised as "Late Roman," not as "Middle AND Late Roman." I, too, only discovered the Niederbieber helmet on the sprue on second glance.
However, the two sets released so far fill a gap. You just have to be aware of it.
So far, two figure packs have been released. One is infantry in the lorica hamata, the other in the lorica squamata.
Let's see if more will be released. I think that would be fantastic.
These two sets now make it possible to depict Roman armies of the 3rd century. So, nothing stands in the way of painting on a larger scale. After all, armored legionaries are the core of a Roman army, and therefore you need them in large numbers.
The specialist troops—lancearii, archers, soldiers with torsion catapults, cavalry—can be supplemented with the A&A figures, if you don't mind ordering from England.
Anyway, I'm celebrating these new releases and, of course, hope that more will follow.

Sonntag, 2. August 2026

882 AD - Levied Infantry/Skirmishers

In verschiedenen Berichten hatte ich Ihnen ja schon diverse Einheiten für mein „882 AD – Der Angriff auf Trier“ Projekt vorgestellt. Hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Heute gibt es zwei weitere kleine Einheiten.

Insider werden erkennen, dass es sich um Miniaturen des Herstellers Gripping Beast handelt. Sie sehen Minis aus der Romano-British Reihe, sowie der Saxons (Early/Late) Reihe.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
Wie sie sehen können, mische ich diese Minis.
Sie symbolisieren Hilfskräfte des karolingischen Heeres um Bertolf von Trier und Wala von Metz. Bauern, die von den herannahenden Wikingern bedroht sind, ihre Speere gegriffen haben, um irgendwo als Plänkler ihren Dienst zu verrichten.
Auch wenn diese Miniaturen für einen früheren historischen Konflikt modelliert wurden, finde ich ihre Kleidung und ihren Habitus so generisch, dass sie für mich perfekt passen.
Wie man sehen kann, sind es insgesamt 18 Figuren.
12 von diesen kann ich nach dem Regelwerk Lion Rampant als Levied Infantry einsetzen. Sie können nichts Besonderes sind aber billig und deshalb sehr gut als taktisches Element einsetzbar. Sie können Angriffe verlangsamen, Stellungen halten, als Ablenkungseinheit dienen. Ein Attack Wert von 7+ zeigt, dass man sie nicht unbedingt proaktiv im Angriff einsetzen sollte. Dagegen spricht auch der Armourwert von 1. Ein Defence Wert von 6 ermöglicht aber immerhin eine halbwegs vernünftige Verteidigung.





Die anderen 6 Figuren werde ich als Plänkler, als Skirmisher einsetzen.
Diese benutzen Wurfspeere und sind in der Lage auch einen Fernkampf mit den Gegnern zu führen. Das macht sie, verglichen mit der Levied Infantry sogar besser, denn ansonsten sind die Werte nahezu gleich: Attack 7+, Courage 5+, Defence Value 6+. Der Attack Value liegt aber bei 6+, ist also besser, na und sie können wie bereits gesagt halt schießen: Shoot 7+, Value 5+/12“ Reichweite.
Was Skirmisher interessant macht sind die Special rules. Sie sind Hard to target, Fast, und beherrschen natürlich die Skirmish und Evade Regel. Das heißt nichts anderes, als dass sie eben plänkeln können. Werden sie beschossen, erhöht sich der Armourwert auf 2 (hard to target), sie können sich ohne Abzüge in schwierigem Terrain bewegen (fast), und können sich mit der Hälfte der Bewegungsreichweite bewegen und dann noch schießen (skirmish). Dass sie sich vor einem Angriff des Gegners noch zurückziehen können (evade) macht diese Einheit tatsächlich zu einer spannenden Option.





Aber Vorsicht. Es sind halt nur 6 und keine 12 Modelle.
Unvorsichtige Spieler, so wie ich, können dann eine Skirmisher Einheit auch leicht opfern, ohne dass sie es beabsichtigt haben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
Eine Schlussbemerkung sei noch erlaubt. Auch, wenn ich diese Minis für ein 882 AD Szenario einsetze, sind sie natürlich ab der Romano-Britischen Zeit tatsächlich nutzbar. Immerhin wurden ja auch die Speerträger, die ihre Waffe nach vorne recken, just für diese Periode modelliert.
Epochen definieren sich natürlich durch Kleidungsstile und Haartrachten. Ich finde die Modellierung dieser Minis so generisch, dass ich sie für Armeen von 450 bis 950 einsetzen würde. Es wird da immer Menschen gegeben haben, die enge oder auch einmal weite Hosen trugen. Mit oder ohne Wadenwickel. Die kurze oder lange Haare hatten. Einen Bart oder eben keinen Bart bevorzugten. Genau wie heute. Wir reden hier von Bauern, einfachen Kriegern, keiner Elite, die natürlich einem gewissen Stil folgte. Deshalb der lange Zeitraum, den ich als passend definiere.
Archäologen des beschriebenen Zeitraums mögen mir verzeihen. Ich sehe das lockerer.
 
 
In several reports, I've already introduced you to various units for my "882 AD – The Attack on Trier" project. Here are the links to the different reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Today, I'm presenting another two small units.
Those in the know will recognize that these are miniatures from the manufacturer Gripping Beast. You'll see miniatures from the Romano-British series, as well as the Saxons (Early/Late) series.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
As you can see, I'm mixing these miniatures.
They symbolize auxiliary troops of the Carolingian army under Bertolf of Trier and Wala of Metz. Peasants threatened by the approaching Vikings, they have seized their spears to serve as skirmishers somewhere.
Even though these miniatures were sculpted for an earlier historical conflict, I find their clothing and demeanor so generic that they work perfectly for me.
As you can see, there are 18 figures in total.
I can use 12 of these as Levied Infantry according to the Lion Rampant rulebook. They don't do anything special, but they are cheap and therefore very useful as a tactical element. They can slow down attacks, hold positions, and serve as a diversionary unit. An Attack value of 7+ indicates that they shouldn't necessarily be used proactively in attacks. Their Armour value of 1 also argues against this. However, a Defense value of 6 allows for a reasonably decent defense.
I will use the other six figures as skirmishers.
These use javelins and are capable of engaging the enemy in ranged combat. This makes them even better than the Levied Infantry, as their stats are otherwise nearly identical: Attack 7+, Courage 5+, Defense Value 6+. The attack value is 6+, so it's better, and as already mentioned, they can shoot: Shoot 7+, Value 5+/12" range.
What makes Skirmishers interesting are their special rules. They are Hard to Target, Fast, and of course, they have the Skirmish and Evade rules. This simply means they can skirmish. If they are shot at, their armor value increases to 2 (hard to target), they can move through difficult terrain without penalties (fast), and they can move at half their movement range and still shoot (skirmish). The fact that they can retreat before an enemy attack (evade) makes this unit a truly exciting option.
But be careful. There are only 6 models, not 12. Careless players, like myself, can easily sacrifice a Skirmisher unit unintentionally, which isn't exactly ideal.
One final remark: Even though I'm using miniatures for an 882 AD scenario, they're naturally usable from the Romano-British period onward. After all, the spearmen, who raise their weapons forward, were modeled specifically for this period.
Eras are naturally defined by clothing styles and hairstyles. I find the sculpting of these miniatures so generic that I would use them for armies from 450 to 950 AD. There will always have been people who wore tight or loose trousers. With or without leg wraps. Who had short or long hair. Who preferred a beard or not. Just like today. We're talking about peasants, common warriors, not an elite who naturally followed a certain style. That's why I consider the long timeframe appropriate.
Archaeologists of the period described may forgive me. I take a more relaxed approach.

Sonntag, 26. Juli 2026

Lieblingsmini der Woche - J.F.Cooper "Der Wildtöter" Teil 1

Ich hatte bereits in früheren BLOG Posts auf die Faszination hingewiesen, die mich immer wieder ergreift, wenn ich an die Bücher von James Fenimore Cooper denke.
Hier einmal die Links zu meinen früheren Berichten zu diesem Thema.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Auch heute möchte ich mich erneut mit diesem Thema beschäftigen.
Aber nicht mit dem berühmtesten Roman der Buchreihe „Der letzte Mohikaner“, sondern mit dem zeitlich ersten der Lederstrumpf Geschichten, nämlich mit dem „Wildtöter“.
Mit diesem Roman beginnt die Geschichte Natty Bumppos, dem Mann der auch mit den Namen „Lederstrumpf“, „Wildtöter“, „Falkenauge“ oder auch „Long Carabine“  in den Romanen und späteren Verfilmungen belegt ist.

Natty befindet sich mit einem weiteren Waldläufer, Henry (Harry) Marsh, auf dem Weg zu Tom Hutter, einem alten Seemann, der inmitten des Glimmerglas Sees – ja den gibt es wirklich - mit seinen beiden Töchtern Judith und Hetty in einem Pfahlbau lebt. Dieser Pfahlbau – die Biberburg - ist nur mit Booten zu erreichen und bietet somit den Bewohnern einen relativen Schutz, denn sich nähernde Feinde sind bereits aus der Ferne wahrzunehmen. Außerdem besitzt Tom Hutter noch die sogenannte Arche, ein größeres Boot in Art eines Hausbootes, in dessen Mitte sich ebenfalls eine Kabine in Form einer befestigten Blockhütte befindet, und mit der er sich auf den See bzw. den aus ihm entspringenden Susquehanna bei Gefahr zurückziehen kann.
Beide Männer haben unterschiedliche Beweggründe für ihre Reise.
Harry, verliebt in Judith, möchte seine Angebetete wiedersehen, und gleichzeitig mit dem alten Tom Hutter über die Jagd reden. Anfänglich geht der Leser davon aus, dass es um Tierfelle geht. Aber schnell wird einem klar, dass die beiden Männer mit einem ganz anderen Gut handeln: Mit den Skalps ermordeter Indianer.





Für den heutigen Leser liest sich die Geschichte somit weit übler, verglichen mit den Zeitgenossen Coopers. Für diese war der Umstand noch bekannt, dass Behörden Kopfgeld für erbeutete Skalps bezahlten, und zwar egal für welche. Ob Skalps von Kriegern, Frauen oder Kinder, alles war Handelsware.  Für uns liest sich das – zum Glück - schockierend.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der moderne Leser sicherlich keine Sympathien für Hutter und Marsh entwickeln kann, egal, was mit ihnen dann im Laufe des Romans passiert.
Natty Bumppos Beweggründe sind andere. Er will sich am See mit seinem Blutsbruder, dem Mohikaner Chingachgook, treffen, um dessen Verlobte Wah-ta!-Wah zu suchen. Beide vermuten, dass diese von einem feindlichen Mingo (=Huronen) Stamm entführt wurde, der sein Lager hier am Glimmerglas See aufgeschlagen haben soll.
Ich möchte jetzt hier an dieser Stelle nicht den ganzen Roman wiedergeben. Am Ende will ihn doch nochmal jemand lesen.
Hier der Link zum entsprechenden Wikipedia Artikel, für die, die sich nur kurz informieren wollen:
Der Wildtöter – Wikipedia
Für uns Wargamer bietet der Roman aber einige Möglichkeiten für verschiedene Szenarien.
Zum einen bietet der See mit der Biberburg und der Arche ein sehr schönes Setting. Die Arche findet sich als Modell auch in einem der diversen Kickstarter von Jens Najewitz.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain


Es gibt verschiedene Kämpfe zwischen den indianischen Kriegern und den Hauptprotagonisten des Romans, und zwar zu Wasser und zu Land. Na und zu guter Letzt kommt sogar noch die britische Infanterie aus Fort Mohawk ins Spiel, die die Indianer angreift, die zu diesem Zeitpunkt Bumppo als Geisel am Marterpfahl sterben lassen wollen.
Wenn man eine solche Geschichte im Kopf hat, dann entdeckt der Wargamer auch irgendwann die Figuren, die er für ein solches Setting nutzen kann.
Na und heute stelle ich Ihnen die beiden Schurken des Romans als Lieblingsfiguren der Woche vor. Harry Marsh und Tom Hutter.
Ich finde die passen richtig gut, zumal die eine Figur, die für mich Hutter darstellen soll, sogar noch eine Bärenfalle in den Händen hält.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE





Somit sehen sie Harry Marsh auf der linken Seite des Bildes. Klassisch in Waldläuferkleidung, mit einer Fransenjacke, Ledergamaschen, bewaffnet mit Muskete, Tomahawk und Messer. Tom Hutter, die Figur mit dem tief ins Gesicht gezogenen Hut, sehen sie mit einem langen grauen Mantel über der Weste, er trägt ebenfalls die typischen Ledergamaschen, und ist mit einer Muskete und der Bärenfalle bewaffnet. Letztere wird wohl leider nicht nur für Bären, sondern auch für die Jagd auf Menschen verwendet.
Ein wirklich unsympathisches Paar, aber die Figuren an sich gefallen mir doch dann sehr.
Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass der Stoff auch verfilmt wurde. Es gibt einen Film mit Lex Barker aus dem Jahr 1957 und die in Deutschland bekannte vierteilige Lederstrumpf Serie aus den 60er Jahren.
Man muss allerdings zu den Filmen sagen, dass sie schon Kinder ihrer Zeit sind, und den heutigen Sehgewohnheiten wirklich nicht mehr entsprechen.
Zu einer Neuverfilmung kam es leider nie, obwohl eine solche tatsächlich Potential hätte.
Wir haben einen wunderbaren Schauplatz, echte Schurken, Gefechte, Intrigen etc. etc. Ich denke da an heutige Filmtechniken. Der See, die Arche im Nebel. Lange Kamerafahrten, um die Landschaft entsprechend einzufangen, aber auch schnelle Action, wenn es zu den Kämpfen kommt. Man könnte Marsh und Hutter wirklich als die Schurken darstellen, die sie auch sind. Auch gäbe es noch eine andere Herausforderung, die in den alten Verfilmungen unberücksichtigt blieb. Da wäre nämlich noch Hetty, die jüngere Tochter Hutters, die in dem Roman als kognitiv beeinträchtigt beschrieben wird. Ihre Behinderung schützt sie dann am Ende sogar im Indianerlager, weil die Indianer ihr eine engere Beziehung zu Manitou, eben aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung, zuschreiben, und sie somit unter ihren Schutz stellen.
Diese Rolle wurde in den alten Verfilmungen natürlich völlig falsch interpretiert. An das Thema Behinderung wäre damals niemand herangegangen. Ich persönlich fände da eine Neuinterpretation wirklich spannend.
Leider bin ich kein Regisseur, also wird es in meinem Fall beim Tabletop bleiben.
Ich muss mal mit Sven reden. Ein Szenario zu diesem Thema müssen wir wirklich einmal spielen.

I've already mentioned in previous blog posts the fascination that always grips me when I think about the books of James Fenimore Cooper.
Here are the links to my previous posts on this topic:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Today I'd like to revisit this topic.
But not with the most famous novel in the series, "The Last of the Mohicans," but with the earliest Leatherstocking tale, "The Deerslayer."
This novel begins the story of Natty Bumppo, the man also known as "Leatherstocking," "Deerslayer," "Hawk-eye," or "Long Carabine" in the novels and later film adaptations.
This novel is the first in the series. Natty is traveling with another ranger, Henry (Harry) Marsh, to visit Tom Hutter, an old sailor who lives in a stilt house in the middle of „Glimmerglass Lake“—yes, it really exists, Otsego Lake, New York state—with his two daughters, Judith and Hetty. This stilt house—the Beaver Lodge—is only accessible by boat, thus offering its inhabitants relative protection, as approaching enemies can be detected from afar. Tom Hutter also owns the so-called Ark, a larger boat similar to a houseboat, with a cabin in the middle, resembling a fortified log cabin, which he can use to retreat to the lake or the Susquehanna River that flows from it in case of danger.
Both men have different reasons for their journey.
Harry, in love with Judith, wants to see his beloved again and, at the same time, talk to old Tom Hutter about hunting. Initially, the reader assumes that the conversation revolves around animal pelts. But it quickly becomes clear that the two men are dealing in a very different commodity: the scalps of murdered Native Americans.
For today's reader, the story thus reads far more gruesomely compared to Cooper's contemporaries. For them, it was still common knowledge that authorities paid bounties for captured scalps, regardless of the type. Whether scalps of warriors, women, or children, everything was a commodity. For us, this reads—thankfully—as shocking.
Conversely, this also means that the modern reader certainly cannot develop any sympathy for Hutter and Marsh, no matter what happens to them in the course of the novel.
Natty Bumppo's motives are different. He wants to meet his blood brother, the Mohican Chingachgook, at the lake to search for Chingachgook's fiancée, Wah-ta!-Wah. Both suspect that she has been kidnapped by a hostile Mingo (Huron) tribe, who are said to have set up camp here at Otsego Lake.
I don't want to retell the entire novel here. After all, someone might want to read it again.
Here's the link to the corresponding Wikipedia article for those who just want a quick overview:
The Deerslayer - Wikipedia
For us wargamers, however, the novel offers several possibilities for different scenarios.
For one thing, the lake with the beaver lodge and the ark provides a very nice setting. The ark can also be found as a model in one of Jens Najewitz's various Kickstarter campaigns.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain
There are various battles between the Native American warriors and the novel's main protagonists, both on land and at sea. And finally, the British infantry from Fort Mohawk even enters the site, attacking the Native Americans who, at this point, intend to let Bumppo die as a hostage at the stake.
If you have a story like this in mind, then the wargamer will eventually discover the miniatures they can use for such a setting.
And today I'm introducing you to the two villains from the novel as my favorite characters of the week: Harry Marsh and Tom Hutter.
I think they fit together really well, especially since the figure I believe to be Hutter is even holding a bear trap.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
So you see Harry Marsh on the left side of the picture. He's dressed in classic ranger attire, with a fringed jacket, leather gaiters, and is armed with a musket, tomahawk, and knife. Tom Hutter, the figure with the hat pulled low over his face, is wearing a long gray coat over his vest, also sporting the typical leather gaiters, and is armed with a musket and the bear trap. The latter, unfortunately, seems to be used not only for bears but also for hunting humans.
A truly unpleasant pair, but I really like the figures themselves.
It's also worth mentioning that the story has been adapted into films. There's a 1957 film starring Lex Barker and the four-part Leatherstocking Tales series from the 1960s, which is well-known in Germany.
It must be said, however, that the films are products of their time and no longer correspond to today's viewing habits.
Unfortunately, a remake never materialized, even though one would have had real potential.
We have a wonderful setting, genuine villains, battles, intrigue, and so on. I'm thinking of modern film techniques. The lake, the ark in the fog. Long tracking shots to capture the landscape, but also fast-paced action when the battles begin. Marsh and Hutter could truly be portrayed as the villains they are. There's also another challenge that was overlooked in the old film adaptations. There's Hetty, Hutter's younger daughter, who is described as cognitively impaired in the novel. Her disability ultimately protects her in the Native American camp because the Native Americans, precisely because of her cognitive impairment, attribute a closer relationship between her and Manitou and thus place her under their protection.
This role was, of course, completely misinterpreted in the old film adaptations. Back then, nobody would have tackled the topic of disability. Personally, I think a reinterpretation of it would be really interesting.
Unfortunately, I'm not a director, so in my case, it'll have to remain tabletop gaming.
I need to talk to Sven about it. We really should play a scenario on this topic sometime.