Sonntag, 14. April 2019

Mecklenburger Jäger 1813-1814


14. März 1813, 10 Uhr am Morgen. Die Szene in Ludwigslust erinnert mich in gewisser Weise an einen alten Monumentalfilm der 60er Jahre.
Deshalb möchte ich mir auch die Ereignisse genau so vorstellen.
Man sieht ein Schloss, in einer wunderbaren Weitwinkel Perspektive. Die Kamera zoomt immer näher ran, fokussiert auf ein Fenster, und die Kamerafahrt setzt sich nun im Innern fort.



In konstanter Geschwindigkeit zeigt uns die Linse der Kamera den Weg, den sie durch das Schloss nimmt.
Das Schloss ist klassisch gebaut. Ein kleines Versailles des Nordens. Es geht durch die verschiedenen Zimmer des einen Flügels. Raum, geht in Raum über. Bis man dann das Arbeitszimmer des Fürsten erreicht, der über verschiedene Papiere gebeugt, in der Lektüre vertieft ist.
Plötzlich hebt der Fürst seinen Kopf. Er hört schnelles Fußtrappeln. Er lächelt, denn er kennt die Schrittfolge seiner Tochter.
‚Heute hat sie es aber eilig. Ich bin gespannt, was sie entdeckt hat.’
‚Vater. Vater’, hört er jetzt die Stimme seiner jüngsten Tochter.
‚Sie sind da. Sie reiten gerade auf den Vorplatz ein.’
Der Fürst dreht sich um, legt die Schreibfeder sauber an Ihren Platz zurück.
Er steht auf, lächelt seine Tochter an und sagt.
‚Nun denn meine Kleine. Dann schauen wir mal, was jetzt auf uns zukommt.’
So ähnlich könnte sich an diesem 14. März 1813, morgens um 10 Uhr, die Situation abgespielt haben, als der Oberst von Tettenborn mit 2 Schwadronen Isumscher Husaren, 2 Geschützen der reitenden Batterie Nr. 5 und einem bunten Haufen irregulärer Kosaken, Baschkiren und anderer asiatischer Reitertruppen in Ludwigslust einmarschierte und hier Quartier bezog (in anderen Quellen wird angegeben, dass auch noch ein Trupp Kasanscher Dragoner an dem Unternehmen teil genommen hatte).
Es ist überliefert, dass die herzogliche Familie vom Balkon des Schlosses dem Einmarsch zuschaute.
Die Truppen quartierten in der Folge auf dem Alexandrinenplatz, und hier zeigte sich die Erbprinzessin Karoline Luise mit den fürstlichen Kindern.
Die Soldaten waren nicht feindlich gestimmt. Im Gegenteil. Sie verneigten sich. Einige sollen versucht haben den Kindern die Hände zu küssen. Aus Verehrung, aus Respekt, aus Verbundenheit.
Denn die beiden ältesten Kinder, die da an der Seite der Erbprinzessin waren, stammten noch aus der ersten Ehe ihres Gemahls, des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Ludwig; und diese im Jahr 1803 verstorbene erste Ehefrau, Helena Pawlowna Romanowa, war die Schwester des russischen Zaren Alexander I. gewesen.



Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich das Fürstenhaus sicherlich keine Sorgen um das Leben machen musste. Aber nicht nur das. Auch die Stellung und der Erhalt des Fürstentums waren nicht wirklich gefährdet.
Alexander hatte kein Problem mit den Mecklenburgern. So einfach kann man das zusammenfassen.
Der regierende Herzog von Mecklenburg, Friedrich Franz I., war 1808 zum Beitritt in den Rheinbund gezwungen worden. Ein wirklicher Befürworter war er sicherlich nicht; dennoch musste er sich natürlich den Interessen der neuen Ordnungsmacht unterwerfen, und natürlich auch sein Truppenkontingent für den Russlandfeldzug stellen.
Darüber hatte ich schon an anderer Stelle berichtet.
Jetzt, am 14. März 1813, kam er gerne der Aufforderung des russischen Zaren nach, und erklärte als erster deutscher Fürst noch am selbigen Tag seinen Austritt aus dem Rheinbund.
Die Begeisterung für den Freiheitskampf gegen Napoleon brach sich auch im Herzogtum Bahn.
„Euer Herzoglichen Durchlaucht mögen es gnädigst gestatten … alle Jünglinge Mecklenburgs zur Verteidigung des Vaterlandes aufzurufen, dass wir vereint in einem eigenen Corps … für unseren geliebten Fürsten und das Vaterland kämpfen dürfen.“
So eine Petition der Rostocker Studierenden vom 17. März 1813.
Friedrich Franz verfügte zu diesem Zeitpunkt als Folge des Russlandfeldzuges nur über das Garde Grenadier Bataillon. 

Die Linieninfanterie musste neu formiert werden. Gleichzeitig kam der Gedanke auf Freiwillige Jäger aufzustellen.
Hierzu hatte sogar der König von Preußen dem mecklenburgischen Minister von Plessen bei Sondierungen in Berlin geraten. Der preußische König betonte in einem Gespräch am Mittagstisch, dass Jäger zu Fuß im Kriege gute Dienste leisten würden, namentlich wenn viele gelernte Jäger dabei wären.
Am 25. März war ein herzoglicher Aufruf zum freiwilligen Eintritt in die reguläre Infanterie ergangen, und die Bildung eines Jäger Korps in Aussicht gestellt worden.
Am Tag darauf wurden die Mecklenburger noch zu freiwilligen Beiträgen an Geld, Waffen, Pferden, Kleidungsstücken etc. aufgerufen.
In späteren Zeiten bezeichnete man so etwas als Kriegsanleihen.
Die Zeitgenossen hatten das Gefühl, dass auch im Herzogtum nun alles im Aufbruch war.
In Schwerin erließ Friedrich Franz dann den Befehl zur Aufstellung von zwei Jägerregimentern zu je 500 Mann. Das eine zu Fuß, das andere beritten.

Der Herzog beauftragte Rittmeister a.D. von Müller und den Grafen von Osten-Sacken mit der Organisation der Truppe.
Der Aufruf lockte: „… Wir werden auch bei Erteilung von Privilegien und bei Eröffnung solcher Stellen, zu denen er Neigung und Geschick hat, vorzüglich Rücksicht auf ihn nehmen.“
Das war dann schon einmal ein Versprechen für die Friedenszeit.
Von einem nicht gelernten Jäger wurde erwartet, dass er sich selbst einkleidet, bewaffnet und auch „sein eigens Pferd stellt“.
Gelernte Jäger wurden unentgeltlich gekleidet, „auch versprechen wir, diese demnächst nach Maßgabe ihrer Aufführung und ihrer Geschicklichkeit in Forstsachen vorzüglich anzustellen.“
Melden sollten sich die Jäger in Güstrow.

Die Beschaffung von grünem Tuch für die Uniformen, Sätteln und Waffen verlief anfangs schleppend.
So blieb ein Großteil der Kavallerie bis Ende Mai unberitten.
Wie sah die militärische Situation Ende März/ Anfang April in der Region aus?
Das Korps Dörnberg und das Streifkorps von Tschernyschow operierten an den Ufern der Elbe.
Am 2. April bedrängten sie zusammen mit dem russischen General Konstantin von Benckendorff und dessen Kosaken den französischen General Morand in Lüneburg und besiegten das hier stationierte französische Korps.
Mittlerweile hatte allerdings der französische Marschall Davout seine Truppen zum Gegenangriff gesammelt, und rückte in Norddeutschland vor. Vor diesem brachten sich dann die Sieger von Lüneburg bereits einen Tag nach dem erfolgreichen Kampf in Sicherheit.
Der in russischen Diensten stehende Oberst Tettenborn hielt seit dem 18. März 1813 Hamburg, beobachtete die Entwicklung in Bremen und organisierte die Streitkräfte der Hanseaten.
Der Generalleutnant  Graf von Wallmoden-Gimborn, der spätere Sieger des Gefechts an der Göhrde, übernahm den Gesamtbefehl über ein kleines Korps, das an der Elbgrenze operierte.
Er erreichte am 16. April Dömitz.
Wallmoden hatte an Infanterie 1 Bataillon Russische Jäger (300 Mann), das Pommersche Füsilier Bataillon von Borck, das Mecklenburgische Grenadier-Garde Bataillon, 1 Bataillon Dessauer und die in der Formierung befindlichen Truppen Hannoversche Husaren, Hanseaten und Mecklenburgische Jäger. Dazu kamen 4000 Kosaken sowie etwa 1000 Mann russischer regulärer Kavallerie.
Mit diesen Truppen sollte er Hamburg halten, die Elbe sichern und den Rücken des Bülowschen Korps, das bei Berlin stand, decken.
Tschernyschows Streifkorps mit 2500 Mann wurde detachiert. Es sollte die französische Hauptarmee beobachten.
Die Mecklenburger waren zu diesem Zeitpunkt noch immer mit der Formierung und der Ausbildung ihrer Rekruten beschäftigt.
Anfang Mai gingen die Freiwilligen Jäger zu Fuß nach Grabow. Hier wurden die 3. Kompanien nochmals weiter ausgebildet.

Der Morgen begann mit Exerzierübungen, am Nachmittag wurde auf Scheiben geschossen. Selbst abendliche Feldmärsche wurden trainiert.
Ein Report des Grafen Osten-Sacken zeigt allerdings, dass das Regiment noch weit davon entfernt war, als einsatzbereit zu gelten.
Am 16. Mai wurde folgendes festgehalten:
„Außer dem Depot fehlten an dem Etat noch 59 Jäger, 55 der Anwesenden wären noch gänzlich unbekleidet, das Lederzeug nur für 500 Mann in Accord gegeben, ebenso die Tschakos, obgleich der Etat inkl. Depot 598 Köpfe betrüge.“
An Büchsen waren 186 fertig, aber größtenteils ohne eiserne Ladestöcke. 231 bedurften einer Reparatur. Insgesamt fehlten etatmäßig  81 Büchsen, aber eigentlich eher 200, wenn man Ersatz und Vorrat berücksichtigte.
Langsam begann aber auch Wallmoden Druck zu machen. Osten-Sacken konnte allerdings die Probleme glaubhaft schildern, die die Einheit hatte, um als gefechtstauglich zu gelten, und bekam noch Zeit.
Selbst der Herzog schaltete sich nun persönlich ein. Er schickte seinen Flügeladjutanten Major von Boddien ins Hauptquartier des Grafen Wallmoden, um die noch fehlenden Gewehre zu organisieren.
Geliefert wurden dann auch 50 Büchsen und 200 „englische Infanteriegewehre“, die Osten Sacken allerdings als ungeeignet für seine Jäger empfand. Er beschwerte sich beim Herzog. Diesem wurde versichert, dass die Gewehre „von dieser Art sind, wie (sie) die Engländer an ihre leichte Infanterie geben. Und selbige auf 3 bis 400 Schritt schießen.“
Osten-Sacken meckerte weiter und erhielt letztendlich das Geld, um die Büchsen anzuschaffen, die er sich vorstellte.
Sollte es sich aber beim englischen Angebot tatsächlich um Baker Gewehre gehandelt haben, wie man das vermuten kann, wenn man die Aussage des Herzogs liest, dann war der Protest im Grunde überflüssig. Die Baker Gewehre hatten sich ja tatsächlich als Infanteriegewehre der britischen Rifles in den Gefechten des Spanischen Krieges bewährt.
Kommen wir zum Kavallerieregiment der Freiwilligen Jäger.

Dieses war mittlerweile in Parchim stationiert. Morgens wurde exerziert und in der Bahn geritten, am Nachmittag fanden Übungen zu Fuß statt: Satteln und Fechten stand an der Tagesordnung. Geübt wurde mit Säbeln aus Holz.
Die fehlenden Pferde wurden auch beschafft.
„Dieselben wurden bis auf zwei in den Tagen vom 24. bis zum 27. Mai in Schwerin abgeliefert.“ Ebenfalls trafen dann am 24. Mai 600 Säbel, 600 Karabiner mit Bajonett und 600 Paar Pistolen ein.
Der Plan war bis Anfang Juni abmarschbereit zu sein; dieser Plan ging dann auch auf und das Regiment paradierte am 3. Juni vor dem Herzog.
Am 11. Mai rochen die Jäger zu Fuß zum ersten Mal Pulver. Die Kompanie des Hauptmanns von Brandt sollte ein Vorgehen Wallmodens in Richtung Dalenburg decken, und befand sich am linken Elbufer auf der Straße nach Magdeburg.
Gemeinsam mit anderen Truppen, darunter den Lützower Jägern, mussten sie sich aber vor anmarschierenden Kolonnen der Franzosen zurückziehen.
Man sicherte jetzt zunächst die Übergänge auf das rechte Elbufer.
Die 2. Kompanie wurde mit dem preußischen Bataillon von Borck zur Unterstützung Tettenborns Richtung Hamburg geschickt.

Dort angekommen, musste man sich allerdings mit den anderen Truppenteilen bereits nach zwei Tagen wieder zurückziehen, denn Davouts Truppen näherten sich und marschierten am 30. Mai in Hamburg ein.
Beim Rückzug der Einheiten kam es an der Nettelnburger Schleuse zu Scharmützeln zwischen Franzosen und den abziehenden Truppen, an denen auch die Mecklenburger Jäger beteiligt waren.
Am 31. Mai waren Tettenborns Truppen bei Lauenburg konzentriert.
Kurz danach kam es zum Waffenstillstand zwischen den Franzosen und den Alliierten Armeen.
Das Fußjägerregiment Osten-Sackens lag während dieser Zeit sehr zerstreut im Quartier. Nur zu einer Revue vor dem Herzog (23. Juli bei Sternberg), und im Juli bei einer Feldmesse in Brüel, trat es vereinigt auf.
Das Kavallerie Regiment lag mit 3 Schwadronen bei Bützow, und mit einer Schwadron „auf dem Lande“. Dort wurden regelmäßige Übungen durchgeführt.
Am 20. Juli wurde der schwedische Generalleutnant Baron von Vegesack zum Oberbefehlshaber der Hzgl. Mecklenburg-Schwerinschen Truppen ernannt.
Am 28. organisierte er die Quartiere neu.
Der schwedische Kronprinz unterstellte die Mecklenburger dann wieder dem Armeekorps Wallmodens. Daraus erklärte sich dann auch der Marsch der Mecklenburger an die preußische Grenze und an die Demarkationslinie im Westen.
Aus dieser Zeit existiert ein Bericht des Obersten von Müller an den Herzog über die Besichtigung des Jäger-Regiments zu Pferd:
„Durchlauchtigster Herzog, Gnädigster Herzog und Herr.
Des Kronprinzen von Schweden Königliche Hoheit haben dem Regimente gestern Nachmittag 2 Uhr die Revue bei Leitzen, eine Meile von hier, abgenommen.
Das Regiment stand hart am Wege en front aufmarschiert und erwartete so die Ankunft des Kronprinzen. Se. Königliche Hoheit stiegen aus dem Wagen und gingen zu Fuß mit ihrer Suite verlängs der Front des Regiments herunter, erkundigten sich nach der Einrichtung, nach der Stärke desselben und waren mit der Haltung der Mannschaft zufrieden.
Höchst sie befahlen mir jetzt, mehrere Manövers mit dem Regimente zu machen, ich ließ dasselbe zuerst en Parade vorbei marschieren, veränderte die Front, und ließ dasselbe deployieren; der Kronprinz war zufrieden und frug, ob ich schon en front attaquiren könnte? Auf’s Ja, marschierte ich mit Zügen ab , ließ im Trabe ins alignement marschieren und machte die Attaque; die Leute ritten gut, der Choq war heftig; bekannt mit dem guten Parieren des Regiments ließ ich ohngefähr auf 100 Schritt vor dem Kronprinzen parieren, der unruhig wurde und schon mit der Hand winkte; allein das Regiment stand beim Halt so vortrefflich, dass der Kronprinz zu mir äußerte, Obrist es macht Ihnen Ehre ihr Regiment so weit gebracht zu haben. Er befahl jetzt mit Schwärmen zurück zu gehen, Appell blasen zu lassen und einen wiederholten Choq auf ihn, und zwar wie er sagte, ganz nahe auf ihm zu wiederholen; das Manöver reüssierte trefflich. Se. Königliche Hoheit bezeugten abermals ihre große Zufriedenheit mit dem Ganzen, traten ganz nahe vor dem Regimente und sagten auf deutsch – es ist sehr gut, und verließen so unter wiederholter gnädiger Versicherung Ihrer Zufriedenheit den Exerzierplatz, um ihre Reise über Plan nach Grabow fortzusetzen…“
Folgt man dem Bericht des Obersten scheint es wirklich so, dass die regelmäßigen Übungen des Regimentes ergebnisführend gewesen waren, denn der Kronprinz, der ehemalige französische Marschall Bernadotte, war ja ein Fachmann, um solches beurteilen zu können.
Nebenbei können wir durch diesen ausführlichen Bericht, die Schritte, die bei einer solchen Kavallerie Revue den Soldaten abverlangt wurden, besser nachvollziehen.  Diese entsprachen übrigens normaler Kavallerieausbildung, und dies obwohl es sich bei der Truppe ja um Freiwillige Jäger handelte, die nicht unbedingt von Anfang an perfekte Reiter waren.
Im August rückten dann die Franzosen gegen die Demarkationslinie vor und besetzten am 23. erneut Schwerin.
Am Tag zuvor hatte die 2. Kompanie Jäger zu Fuß, eskortiert von Schill‘schen Husaren, gegen die Franzosen aufgeklärt.

Die Kompanie war zwischen Lübeck und Schönberg stationiert.
An der schwarzen Mühle kam es zu einem Geplänkel.
Hauptmann von Brandt teilte sein Kommando in 3 Abteilungen. Die erste unter Leutnant von Schack sollte den Vorposten nördlich umgehen, die zweite unter dem Leutnant von Buch das gleiche südlich versuchen, während das Zentrum unter Befehl des Kompanie Chefs stand.
Die südliche Abteilung kam zuerst in Feindkontakt und es entwickelte sich ein regelrechtes Scharmützel um das Haus.
Am 24. August wurde die Division Vegesack in Richtung Rostock zurück genommen. 1. und 2. Jägerkompanie bildeten mit Schills Husaren die Nachhut.
Die herzogliche Familie hatte sich derweil nach Stralsund begeben.
Bei Retschow, südlich von Rostock, kam es zu einem Gefecht zwischen Mecklenburger Truppen und Franzosen.
Die Franzosen hatten Artillerie auf einem kleinen Höhenrücken platziert, ihre rechte Flanke durch die Moorlandschaft abgesichert und die Infanterie im Retschower Holz in den Hinterhalt gelegt.
Schwedische und mecklenburgische Artillerie lieferten sich ein Feuergefecht mit der französischen.
Auf beiden Seiten wurden Geschütze direkt getroffen und vernichtet.
Die Jäger kamen mit einem französischen Bataillon in ein Plänklergefecht, und drangen in dem Gehölz vor. Als sie den Waldrand erreichten, konnten sie sogar ein französisches Geschütz unter Infanteriefeuer nehmen.
Im Zentrum der Front war noch nichts passiert, als die Franzosen den Rückzugsbefehl erhielten.
Beide Jägerkompanien, die Schill’schen Husaren und ein schwedisches Bataillon sollten die Verfolgung aufnehmen. Der Rest der Truppen lagerte vor Ort.
Die Jäger stießen bis Wismar vor, das am 31. sogar kurzfristig aufgegeben wurde, bis die Franzosen erkannten, dass nicht eine gesamte Division, sondern nur ein kleines Detachement zur Stadt vorgerückt war.
Die Stadt musste dann erst am 3. September von den Franzosen geräumt werden.
Bei der Verfolgung kam es dann zu kleineren Scharmützeln zwischen reitenden Jägern und Schill’schen Husaren auf der einen, und dänischen Dragonern auf der anderen Seite. Dabei gelang es den Jägern eine Standarte der Dragoner zu erobern.
Das Armeebulletin vermerkt folgendes zum Rückzug.
„Der Verlust des Feindes auf diesem Rückzug kann sich auf mehr als 1000 Mann belaufen, von denen mehr als 500 zu Gefangenen gemacht worden sind. Die Kosaken, das Lützow’sche, das Reiche’sche Korps und die Hanseatische Kavallerie haben die Arrieregarde des Feindes zu verschiedenen Malen angegriffen. Der General Vegesack hat seinerseits den Feind bis unter die Kanonen von Lübeck  verfolgt. Der Major von Arnim, der sich an der Spitze der Hanseatischen Kavallerie auszeichnete, ist durch eine Kanonenkugel getötet worden. Die Mecklenburgischen Jäger überfielen bei Dasow eine Escadron Dänen und brachten derselben einen empfindlichen Verlust bei…“
Am 29. August hatte außerdem ein herzoglicher Befehl die 1. Klasse des Landsturms aus vom Krieg nicht heimgesuchten Distrikten zu den Waffen gerufen.




Am 6. Oktober wurde es für die Jäger wieder ernst. Eine Armeeabteilung, bestehend aus den beiden Mecklenburgischen Jäger Regimentern, den Schill’schen Husaren, zwei schwedischen Bataillonen und einigen mecklenburgischen Geschützen wurden in Richtung eines französischen Lagers bei Ratzeburg in Marsch gesetzt.
Auf dem Weg kam es zu Gefechten mit den Franzosen: „Die am weitesten Vorgerückte 3. Compagnie litt am meisten, in Summa verloren die 1., 3. und 4. Compagnie an diesem Tage an Todten, Verwundeten und Gefangenen 3 Officiere, 11 Oberjäger und 87 Gemeine; den Uebrigen gelang es, unter dem Schutze des coupirten und bedeckten Terrains zu entkommen.“
„In den Gefechten am 6. v.M. und in den dem Feinde genommenen. Dörfern Resdorf, Schlagsdorf und Schlagebrügge hat das Corps der Mecklenburgischen freiwilligen Jäger-Scharfschützen auf’s Neue eine Kühnheit, Ausdauer und einen Muth bewiesen, der nicht übertroffen werden kann.
In dem ungleichen Kampfe bei der weit überlegenen Zahl des Feindes, wo höchstens 200 Jäger-Scharfschützen sich stundenlang gegen mehrere Infanterie-Bataillons und Cavallerie schlugen, und denselben durch das gutgezielte Feuer sehr bedeutende Verluste zufügten, konnte es nicht aus bleiben, dass auch einige der Jäger-Scharfschützen verwundet wurden und so den schönen Tod für die heilige Sache des gerechtesten der Kriege fanden. Mit mir bedauert das ganze Corps nachstehende brave Kampfgefährten, die an den Folgen der an diesem Tage erhaltenen Wunden gestorben sind…“
Im Nachgang verrichteten die Jäger mehrmonatige Postendienste an der Elbe, während sich die Kämpfe gegen die Franzosen in andere Gebiete verlagerten.
Der Dezember sah dann die Jäger beim Vormarsch der alliierten Truppen in Holstein.
Hier kamen die Jäger am 10. Dezember bei Sehestedt in ein Gefecht gegen dänische Truppen.
„Die Dänen verloren nach ihrer Angabe an diesem Tage an Todten und Verwundeten 17 Oficiere und 531 Mann; Wallmoden/s Corps gegen 600 Mann und fast eben so viele Gefangene….“
Das Armeebulletin vermerkte folgendes:
„Die Mecklenburgischen Jäger zu Fuss und zu Pferde, welche den Vortrab des Generals Vegesack bildeten, kamen zu rechter Zeit an, um Theil an dem Gefechte zu nehmen und es zu entscheiden. Diese Reiterei machte einen glänzenden Angriff auf das Holsteinische Regiment, und zwar unter dem Kreuzfeuer mehrerer hinter Hecken aufgestellten Bataillons. Der Prinz Gustav von Mecklenburg, der sich besonders auszeichnete, wurde verwundet. Da Seine vorzügliche Tapferkeit Ihn bis mitten unter die Feinde geführt hatte, so fiel er ihnen in die Hände. Er wurde aber auf der Stelle gegen einen Offizier von gleichem Range ausgewechselt. Wir hoffen, dass seine Wunden Ihm erlauben werden, den Feldzug fortzusetzen. Sein Betragen ist über alles Lob erhaben. Der Oberst Müller von den Mecklenburgischen Jägern hat sich auf eine glänzende Art betragen.“
Kurz danach kam es zum Waffenstillstand zwischen Dänen und alliierten Truppen. Am 15. Januar wurde der Friede zwischen Schweden und Dänemark geschlossen.
Am 16. Januar wurden die Mecklenburger gemeinsam mit anderen Truppen zum Rhein in Marsch gesetzt.
Sie kamen bis Jülich erfuhren dann aber hier vom Einmarsch der Alliierten in Paris.
Damit endete der Kriegseinsatz.
Am 7. Juni begann der Rückmarsch der beiden Jäger Regimenter nach Mecklenburg.
Einen Monat später, genau am 11. Juli, kam man in Schwerin an.
Im August und September 1814 wurden dann die Jägerregimenter aus Kostengründen aufgelöst.
Die Regimentsgeschichte der mecklenburgischen Jägerregimenter berichtet von keinen bedeutenden Schlachten, keinem Einsatz an Fokuspunkten der napoleonischen Kriege.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Verwendung solch kleiner Kontingente alliierter Truppen, zum einen Truppen des Gegners band, zum anderen auch die Freisetzung anderer Einheiten für den Kampf an schwierigen Stellen erst ermöglichte.
Somit ist der Einsatz der Mecklenburger nicht zu unterschätzen. Auch sie leisteten ihren Beitrag in den Kriegen gegen Napoleon und gegen dessen Verbündete; und die Gefallenen und Verwundeten in den kleinen Scharmützeln in Norddeutschland bezahlten mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, in der gleichen grausamen Art, wie die Soldaten bei Leipzig, Hanau, Montmirail oder sonst wo in den Feldzügen von 1813 und 1814.
Das sollte man nie vergessen.


P.S.: Mein alter Sammlerkollege Klaus Hinderks hat jetzt noch weitere Figuren für sein Norddeutschland Projekt geknetet und zurecht geschnitzt.

Ich hatte an dieser Stelle über die hanseatische Legion berichtet.
Jetzt gibt es neben den Gardegrenadieren, über die ich hier berichtet habe …
auch Mecklenburger Jäger und Landwehr.
Wer Interesse an den Figuren hat, hier die Mailadresse. Schreibt Klaus einfach an und verständigt Euch mit ihm.




14th March 1813, 10 a.m. It's like the introductory scene of an old monumental film of the 60s.
You can see a castle, in a wonderful wide angle perspective. The camera zooms closer, focused on a window, and the camera movement is now continued inside. At constant speed, the lens of the camera shows us the path it takes through the castle.
The castle is classically built.
A small “Versailles” of the north.
The camera flies through the different rooms of the castle. Room, after room.
Until then it enters the study room of the prince.
The prince, bent over various papers, absorbed in the reading.
Suddenly he raises his head. He hears fast toes. He smiles because he knows his daughter's step sequence.
But today she is in a hurry.
‘I'm curious what she has discovered. '
,Father. Father’, he now hears the voice of his youngest daughter.
,They are here. They are just riding into the forecourt. '
The prince turns around and puts the pen neatly back in place.
He gets up, smiles at his daughter and says.
, Now my little one. Let's see what's coming now. '
The situation might have been similar on March 14, 1813, at 10 o'clock in the morning, when Colonel von Tettenborn and two squadrons of Isum Hussars, two guns of the No. 5 mounted battery and a multicolored bunch of irregular Cossacks, Bashkirs and others Asiatic cavalry troops invaded the Mecklenburg palace at Ludwigslust and settled here (in other sources it is stated that a squad of Kazan Dragoons had also taken part in the company).
It is known that the ducal family were awaiting the raiders at the balcony of the castle.
The troops were quartered at the “Alexandrinenplatz”, a place in the heart of the small town Ludwigslust.
The hereditary princess Karoline Luise with the princely children visited the Russians.
The soldiers were not hostile. On the contrary.
They bowed their heads. Some are said to have tried to kiss the children's hands.
That was a matter of veneration, of respect, of solidarity.
For the two eldest children, who were there by the side of the hereditary princess, were childrens from the first marriage of her husband, the heir-apparent of Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Ludwig; and this first wife, who died in 1803, Helena Pavlovna Romanova, was the sister of the Russian tsar Alexander I.
Thus, it is not surprising that the Princely House certainly was in a comfort situation. There was no danger about life.
But not only that. Also the position and the preservation of the principality were not really endangered.
Alexander had no problem with the Mecklenburgians. It's that easy to summarize.
The reigning Duke of Mecklenburg, Friedrich Franz I, was forced to join the Confederation of the Rhine in 1808. He certainly was not a real proponent. Of course, he had to submit to the interests of the new regulatory power, France, and of course, he had to give his soldiers for the Russian campaign.
I have already reported about it elsewhere.

Now, on March 14, 1813, he gladly accepted the request of the Russian tsar, and declared as the first German prince that same day his departure from the Rhine Confederation.
The enthusiasm for the fight for freedom against Napoleon also broke out in that Duchy, not only in Prussia.
"Your Ducal Highness may graciously permit me to summon all the young men of Mecklenburg to defend the Fatherland, that united in our own corps we may fight for our beloved prince and fatherland."
So the words of a petition of the Rostock students from March 17, 1813.
Friedrich Franz had at this time - as a result of the Russian campaign – only the Guard Grenadier Battalion at his disposal.
The line infantry had to be recruited.
At the same time, the idea of ​​setting up a corps of riflemen – “Freiwillige Jäger” - came up.
For this purpose, even the King of Prussia advised the Mecklenburg minister von Plessen on a meeting in Berlin. The Prussian king stressed in a conversation at the midday table that riflemen would perform well in war, especially if many trained hunters were present in such a unit.
On March 25, a ducal call for voluntary entry into regular infantry had been made, and the formation of a Hunter Corps had been promised.
The following day, the people of Mecklenburg were still called to voluntary contributions to money, weapons, horses, garments, etc.
In later times, this was called a war bond.
The contemporaries had the feeling that everything in the Duchy was now on the rise.
In Schwerin Friedrich Franz then issued the order to set up two rifle regiments (“Jäger”) of 500 men each. One on foot, the other mounted.
The Duke commissioned Rittmeister a.D. von Müller and the Count von Osten-Sacken with the organization of the units.
The appeal was tempting: "... We will also pay great heed to him in granting privileges and opening such passages to which he has inclination and skill."
That was a proposal of the future.
An unskilled “Jäger” was expected to dress, arm, and "train his own horse." Skilled hunters were dressed free of charge, "and we promise to make them soon according to their performance and their skill in forestry matters excellent."
The Jäger unit was stationed in the town Güstrow.
The procurement of green cloth for the uniforms, saddles and weapons was slow at first.
So a large part of the cavalry remained badly equiped until the end of May.
What was the military situation in the region at the end of March / beginning of April?
The corps Dörnberg and the corps of Chernyshev operated on the banks of the Elbe.
On April 2, they pressed together with the Russian General Konstantin von Benckendorff and his Cossacks the French General Morand in Lüneburg and defeated the French Corps stationed in and around the city.
Meanwhile, however, the French Marshal Davout had collected his troops to counterattack, and advanced in northern Germany.
Before that, the winners of Lüneburg were brought to safety one day after the successful fight.
Tettenborn, a Colonel of the Russian army, was in Hamburg, watched the development in Bremen and organized the armed forces of the Hanseatic League.
The Count von Wallmoden-Gimborn was given the overall command of these small corps. He reached Dömitz in Mecklenburg on 16 April.
Wallmoden held the command over a Russian infantry battalion (300 men), the Pomeranian Fusilier Battalion of Borck, the Mecklenburg Grenadier Guards Battalion and  a battalion from the Principality of Dessau. Also the newly raised Hanoverian hussars, Hanseatic forces and Mecklenburg “Jägers” werde under his command. In addition, there were 4,000 Cossacks and about 1,000 Russian regular cavalry.
With these forces he was to hold Hamburg, secure the Elbe, and cover the back of the Bülow corps, which stood near Berlin.
Chernyshe's Streifkorps with 2500 men was detached. It was supposed to watch the French main army.
The Mecklenburg officers were still busy at this time with the formation and training of the recruits.
In early May, the “Freiwillige Jäger” walked to Grabow. Here the 3rd companies were further trained.
The morning began with drill exercises, in the afternoon the soldiers had fire exercises. Even evening field marches were trained.
However, a report by Count Osten-Sacken shows that the regiment was still a long way from being considered operational.
On May 16, the following was stated: "Apart from the depot, there were still 59 hunters left in the budget, 55 of those present were still completely undressed, and the leather was only given to 500 men in Accord, as were the shakos, although the budget and depot included 598 heads. "
There were 186 intact rifles, but mostly without iron ramrods. 231 rifles needed a repair. Altogether, 81 rifles were missing, but more like 200, if one took into account replacement and stock.
Wallmoden became unpatient. Osten-Sacken, however, was able to plausibly portray the problems the unit had in order to qualify as ready for action, and still got time.
Even the Duke got involved personally. He sent his aide-de-camp Major von Boddien to the headquarters of Count Wallmoden to organize the missing rifles.
Also 50 rifles and 200 "English infantry rifles" were delivered, but, however, Osten-Sacken judged them as unsuitable for his riflemen. He complained to the Duke. This was assured that the rifles are "of this kind as they (give) the Englishmen to their light infantry. And shoot the same at 3 to 400 paces. "
Osten-Sacken went on complaining and eventually got the money to buy his own rifles. If, in fact, the "English infantry rifles" were Baker rifles, as one might suppose reading the Duke's testimony, then the protest was basically superfluous.
Let's get to the cavalry regiment of the “Freiwillige Jäger”.
This was now stationed in Parchim.
In the morning the troopers went for a drill and a ride on the training court. In the afternoon they did exercises on foot: Saddling and fencing were the order of the day. That was practiced with wooden sabers.
The missing horses were also procured. "The same were delivered except for two in the days of May 24 to 27 in Schwerin." On 24th May  600 sabers, 600 bayonet-mounted carabiners and 600 pairs of pistols arrived.
The plan was to be ready at the beginning of June; then this plan also came up and the regiment paraded on 3 June before the duke.
On May 11, the “Jäger” on foot smelled powder for the first time. The company of captain von Brandt was to cover a march of Count Wallmoden in the direction of Dalenburg, and was on the left bank of the Elbe on the road to Magdeburg.
But together with other troops, including the Lützow “Jägers”, they had to withdraw before attacking columns of the French infantry.
After that, the transitions to the right bank of the Elbe were secured.
The 2nd Company was then sent with the Prussian battalion von Borck in support of Tettenborn towards Hamburg.
Once there, however, they had to retreat with the other units after two days, because Davout's troops approached and marched on Hamburg on 30 May.
Skirmishing between the French and the withdrawing troops then took place at the Nettelnburg lock.
On May 31, Tettenborn's troops were concentrated at Lauenburg.
In June, there was a ceasefire between the French and the Allied armies.
The “Jäger zu Fuß´” Regiment of Osten-Sacken was stationed in different quarters during that time. Only for a review before the Duke (July 23 at Sternberg), and in July at a field fair in Brüel, it came together.
The cavalry regiment was with 3 squadrons at the village of Bützow, and with a squadron "in the country". Here, regular exercises were performed.
On July 20, the Swedish Lieutenant General Baron von Vegesack was appointed as commander-in-chief of the Hzgl. Mecklenburg-Schwerin forces.
On the 28th he reorganized the quarters.
The Swedish Crown Prince then subordinated the Mecklenburgers back to the Army Corps of Count Wallmoden. The march of the Mecklenburgers to the Prussian border and to the demarcation line in the west was explained by this.
From this time there is a report of Colonel von Miiller to the Duke on the visit of the mouted “Jäger” regiment.:
"Most serene Duke, Gracious Duke and Lord.
The Crown Prince of Sweden Royal Highness withdrew the Revue at Leitzen, one mile from here, yesterday afternoon at 2 o'clock.
The regiment was hard at the front of the road and expected the arrival of the crown prince. Se. Royal Highness got out of the carriage and went down on foot with her suite along the front of the regiment, inquiring about the furnishing, its strength, and being content with the attitude of the crew.
Now I was ordered to make several maneuvers with the regiment; first marching past the parade, then changing the front, and deploying the troops; the Crown Prince was satisfied and asked if I could already attack en front? On Yes, I marched off, marched at alignments at a trot and made the attack; the people rode good, the Choq was fierce; Known with the good parrying of the regiment, I almost parried at 100 paces before the crown prince, who became restless and waved his hand; but the regiment stood so well at the halt that the crown prince said to me, Colonel, it is your honor to have brought your regiment so far. He now commanded to go back with swarms, to make an appeal, and to repeat a repeated choq upon him, as he said, very close to him; the maneuver was successful. Se. Royal Highness once again testified to their great satisfaction with the whole thing, stepped very close to the regiment and said in German - it is very good, and thus, with repeated gracious assurance of their satisfaction, left the parade ground to continue their journey to Grabow... "
If one follows the report of the colonel, it really seems that the regular exercises of the regiment were the result, because the crown prince, the former French marshal Bernadotte, was indeed a specialist to judge such.
Incidentally, through this detailed account, we can better understand the steps required of soldiers in such a cavalry revue. Incidentally, these corresponded to normal cavalry training, even though the troops were volunteer hunters, who were not necessarily perfect riders from the start.
In August, the French moved against the demarcation line and occupied Schwerin again on the 23rd.
The day before, the 2nd Company “Jäger” on foot, escorted by Schill's hussars, were engaged against the French.
The company was stationed between Lübeck and Schönberg.
At the black mill there was a banter.
Captain von Brandt divided his command into 3 sections. The first under Lieutenant von Schack was to bypass the outpost north, the second under Lieutenant von Buch to try the same south, while the center was under command of the company's chief.
The southern division first came into enemy contact and a veritable skirmish developed around the house.
On August 24, the Vegesack Division was taken back to Rostock. 1st and 2nd Jägerkompanie formed the rear guard with Schill's Hussars.
The ducal family had meanwhile gone to Stralsund.
At Retschow, south of Rostock, there was a small battle between Mecklenburg troops and French units.
The French had placed artillery on a small ridge, their right flank secured by the moorland and the infantry ambushed in the Retschow wood.
Swedish and Mecklenburg artillery engaged in a firefight with the French.
On both sides guns were hit and destroyed directly.
The riflemen entered a skirmisher battle with a French battalion, and advanced in the woods. When they reached the edge of the forest, they could even take a French gun under infantry fire.
Nothing had happened in the center of the front when the French received the order to retreat.
Both “Jäger” companies, the Schill hussars and a Swedish battalion were to take up the chase. The remainder of the troops camped there.
The “Jägers” came to Wismar, which was abandoned on the 31st, even at short notice, until the French realized that not an entire division, but only a small detachment had moved to the city.
The city then had to be cleared only on 3 September by the French.
In the pursuit, there were then smaller skirmishes between the mounted “Jägers” and the Hussars of Schill on the one hand, and Danish Dragoons on the other side. The “Jägers” managed to conquer a standard of the Dragoons.
The Army Bulletin noted the following.
"The loss of the enemy on this retreat may amount to more than 1,000 men, of whom more than 500 have been made prisoners. The Cossacks, Lützow's, the Reiche corps and the Hanseatic cavalry have attacked the enemy's enemy rearguard at various times. For his part, General Vegesack pursued the enemy right down to the guns of Lübeck. The Major von Arnim, who distinguished himself at the head of the Hanseatic cavalry, was killed by a cannonball. The Mecklenburg “Jägers” raided an escadron of Danes at Dasow and inflicted a heavy loss on them ... "
On August 29, a ducal order had also called to arms the first class of the Landsturm of districts not affected by the war.
On 6th October the “Jägers” got serious again. An army detachment consisting of the two Mecklenburg “Jäger”regiments, the Schill hussars, two Swedish battalions and several Mecklenburg guns were marched in the direction of a French camp near Ratzeburg.
On the way there were fights with the French: "The furthest advanced 3rd Company suffered the most; in Summa the 1st, 3rd, and 4th Compagnies lost 3 officers, 11 subalterns, to dead, wounded, and prisoners and 87 soldiers; the rest managed to escape under the protection of the snow-covered and covered terrain. "
"In the battles on the 6th v.M. and in the enemy's taken villages Resdorf, Schlagsdorf and Schlagebrügge, the Corps of the voluntary Mecklenburg “Jägers” proved again a boldness, perseverance and courage, which can not be surpassed.
In the unequal fight at the far superior number of the enemy, most 200 riflemen battled for hours against several infantry battalions and cavalry, and inflicted very significant casualties by the well-aimed fire. It was inevitable that some of the riflemen were wounded, thus finding the beautiful death for the sacred cause of the fairest of wars. With me, the whole corps regrets the following brave comrades-in-arms, who died as a result of the wounds received that day ... "
In the aftermath, the “Jägers” carried out several months of guard services on the Elbe, while the fighting against the French shifted to other areas.
December then saw the “Jägers” on the advance of Allied troops in Holstein.
Here on 10 December the “Jägers” came in a battle at Sehestedt against Danish troops.
According to their statement, the Danes lost to the dead and wounded 17 officers and 531 men; Corps Wallmoden  600 men and almost as many prisoners .... "
The army bulletin noted the following:
"The Mecklenburg “Jägers” on foot and on horseback, which formed the vanguard of the general Vegesack, arrived at the right tent, to take part in the battle and to decide it. The cavalry made a brilliant attack on the Holstein regiment, under the crossfire of several battalions, stationed behind hedges. The Prince Gustav of Mecklenburg, who was particularly distinguished, was wounded. Since his excellent bravery had guided him right into the midst of the enemies, he came into their hands; He was replaced immediately with an officer of the same rank. We hope that his wounds will allow him to continue the campaign. His behavior is above all praise. Colonel Müller of the Mecklenburg hunters has been brilliant. "
Shortly thereafter, there was a truce between Danes and Allied troops. On 15 January the peace between Sweden and Denmark was closed.
On January 16, the Mecklenburgers were set in motion together with other troops to the Rhine.
They came to Jülich but then learned about the invasion of the Allies in Paris.
This ended the war.
On June 7, the return of the two “Jäger” regiments began to Mecklenburg. On July 11th they arrived in Schwerin.
In August and September 1814, the “Jäger” regiments were then dissolved for cost reasons.
The regimental history of the Mecklenburg Jäger regiments shows no significant battles, no engagement at focal points of the Napoleonic wars.
It should not be forgotten, however, that the use of such small contingents of Allied troops, tied the troops of the opponent, on the other hand also enabled the release of own contingents for the fight in difficult places.
Thus, the war effort of Mecklenburg is not to be underestimated. The Principality too made its contribution in the wars against Napoleon and against his allies; and the fallen and wounded in the small skirmishes in northern Germany paid with their health and their lives, in the same cruel manner as the soldiers at Leipzig, Hanau, Montmirail or anywhere else in the campaigns of 1813 and 1814.
You should never forget that.

P.S.: If you like the shown figures, please contact Klaus H. : k.hinderks@web.de


Sonntag, 7. April 2019

Die Nassauer bei Quatre Bras und Waterloo

Remark


In the 90s, my friend Jens Najewitz published a miniatures magazine here in Germany for which I wrote some articles.
At that time, I translated some of the articles into English and showed them on wargame and model building sites abroad, which no longer exist.
That's why I want to bring these reports back for me - and maybe for you too.
I will publish it here now; with the exact wording of those days. I do not change anything. Although I'm certainly more into detail in some things today.
The conversion tips of that time referred to 1/72 miniatures, and read today sometimes very funny and nostalgic. At the end of 1999 and early 2000, many of the model figures that you can find on PSR were not published. 28 mm figurines did not exist in the variety like today either.
So please do not be surprised about my conversion tips.



Die Nassauer beteiligten sich am Feldzug von 1815 mit folgenden Truppen: Zwei Infanterieregimenter mit je zwei Linien- und einem Landwehrbataillon standen zur Verfügung. Jedes Bataillon bestand aus einer Grenadierkompanie und vier Jägerkompanien respektive drei Jägerkompanien im Landwehrbataillon und einer Flügelkompanie. Kommandeur des ersten Regimentes war Oberst von Steuben. Oberst von Kruse wurde zum Generalmajor befördert und befehligte das nassauische Reservekontingent, das aus dem ebengenannten ersten nassauischen Regiment bestand. Das 2. nassauische Regiment wurde abkommandiert und zusammen mit dem Regiment Oranien Nassau (Nassauer in holländisch-belgischen Diensten) und der nassauischen freiwilligen Jägerkompanie der 2. holländisch-belgischen Division unter Generalleutnant Baron de Perponcher im I. Korps des Prinzen von Oranien unterstellt.


Nachfolgend soll die Schlacht von Quatre Bras nur in ihren Hauptzügen wiedergegeben werden. Es ist hier nicht der Platz, um eine detaillierte Truppendisposition darzustellen, oder um den Fall d'Erlon zu diskutieren.
Am 16. Juni 1815 sollten die Nassauer auf ihre ehemaligen Verbündeten treffen. Bei Quatre Bras, einer wichtigen Straßenkreuzung auf der Hauptstraße zwischen Charleroi und Brüssel, standen am 15. Juni 1815 das 2. nassauische Regiment, das Infanterieregiment von Nassau Oranien und die unterstellte Batterie der holländischen Reitenden Artillerie mit acht Kanonen.
Am 15. Juni schickte Napoleon Marschall Ney nordwärts in Richtung Brüssel mit dem Auftrag Quatre Bras zu nehmen und die Vereinigung von Wellingtons Armee mit der von Blücher zu vereiteln. Neys Streitkräfte bestanden aus dem I. Korps (d'Erlon), dem II. Korps (Reille), General Pires leichter Kavalleriedivision, L'Heritiers schwerer Kavalleriedivision und anfangs den Chasseurs und Lanciers der kaiserlichen Garde.
Das 2. Bataillon des 2. Regimentes unter Major von Normann und die niederländische Reitende Artillerie bezogen hinter dem Dorf Frasnes Stellung und sandte Patrouillen südlich gegen Gosseliers aus. Auf diese stieß gegen 6 Uhr abends die französische Vorhut unter Pires und bald danach wurde Normann zum Rückzug nach Quatre Bras gezwungen. 
Am 16. Juni um 6 Uhr morgens befahl der Prinz von Oranien Normanns Bataillon südlich nach Frasnes vorzustoßen und zu erkunden. Normann vertrieb schwache französische Kavallerieposten und besetzte seine Position vom Vortag. Um 11 Uhr traf der Herzog von Wellington ein und erteilte Normann den Befehl mit zwei Kompanien den Feind anzugreifen. Ein Vorpostengefecht entspann sich hieraus. Mittlerweile unterstanden in Quatre Bras dem Prinzen von Oranien ca. 7000 Mann, 16 Kanonen und 50 preußische Husaren, die während der Rückzugsgefechte am Vortage die britischen Linien erreicht hatten. Wellington befahl dem Prinzen seine Stellung bis zum Eintreffen von Verstärkungen zu halten und ritt nach Ligny, um hier mit Blücher den Plan für die bevorstehende Schlacht zu besprechen.

Erst um 2 Uhr nachmittags eröffnete Ney mit 9000 Infanteristen, 1850 Kavalleristen und 22 Kanonen einen vorsichtigen Angriff gegen Quatre Bras (zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Truppen Normanns bis auf die niederländischen Linien zurückgezogen). Ney hatte sich sehr spät zum Angriff geschlossen, weil er wohl vermutete, das größere Streitkräfte vor seiner Frontlinie stünden. Ihm war noch aus Spanien die Taktik Wellingtons bekannt, große Truppenteile hinter hügeligen Stellungen zu "verstecken".
Trotz anfänglich starken Widerstandes besetzten die Franzosen bald Piraumont und Gemioncourt. Das fast völlige Fehlen von Kavallerie machte sich bei den Verbündeten bemerkbar. Für Perponchers Division wurde die Lage allmählich kritisch, bis endlich die Verstärkungen anrückten. Es waren General von Merlens 2. leichte Kavallerie Brigade und General Pictons 5. Infanterie Division (ca. 7000 Infanteristen, 1100 Kavalleristen und 12 Kanonen). Kurz darauf traf noch der Schwarze Herzog mit einem Teil seiner braunschweigischen Division (ca. 3000 Infanteristen und 800 Kavalleristen) ein, wodurch sich das Kräfteverhältnis leicht zugunsten der Verbündeten verlagerte.
Durch die neuen Truppen ermutigt, unternahm der Prinz von Oranien eine hastige Attacke, um den größten Teil des verlorenen Geländes zurückzugewinnen, wurde aber unter Verlusten zurückgeschlagen. Die Nassauer deckten dabei den rechten Flügel der Schlachtordnung beim Wald von Bossu. Dann kehrte Wellington von seinem Treffen mit Blücher bei Ligny zurück und übernahm den Befehl. Ney begann einen Angriff zur Verfolgung des zurückweichenden Feindes. Wellington leistete Widerstand. Für längere Zeit tobte der Kampf hin und her. Die jungen und unerfahrenen Braunschweiger Husaren wurden von den französischen Chasseurs a Cheval unter Pires Kommando überwältigt. Den Versuch des Herzogs von Braunschweig seine Truppen wieder zu sammeln und zurück in den Kampf zu führen, bezahlte dieser mit seinem Leben. Am frühen Abend, als auf beiden Seiten Verstärkungen eingetroffen waren, hatten die Verbündeten 37000 gegen Neys 21000 Mann auf dem Schlachtfeld. Gegen 7 Uhr abends brach Ney seine Angriffe ab und zog sich südlich nach Frasnes zurück. Der Tag hatte etwa 9000 Verwundete und Tote auf beiden Seiten gekostet. Die Verbündeten biwakierten auf dem Schlachtfeld, der Prinz von Oranien übernahm wieder seinen Posten im Stab Wellingtons. Das 1. Regiment Nassau erreichte Quatre Bras erst am Abend und konnte in die Kämpfe nicht eingreifen. Am gleichen Tag war Blüchers Armee bei Ligny durch Napoleon geschlagen worden und zog sich nördlich gegen Wavre zurück. Wellington erhielt die diesbezügliche Nachricht erst am Morgen des 17. Juni.
Das 1. und 3. Bataillon des nassauischen 2. Regimentes hatten während des ganzen Nachmittags das Gehölz von Bossu behauptet, während das 2. Bataillon, das zur Bedeckung der großen Batterie auf der Hauptstraße beim Pachthof Le Grand Pierre Pont aufgestellt worden war, andauernd den heftigen Attacken der Franzosen standhielt.

Der 18. Juni 1815

Nach seinem erfolgreichen Absetzen von Ney bei Quatre Bras konzentrierte Wellington seine Armee bei Mont St. Jean.

Das 1. Regiment Nassau stand in der Mitte der Schlachtordnung, die sich außerdem aus General Cookes Britischer Garde Division und General Altens Britischer Division zusammensetzte. Das 1. Regiment von Nassau stand in der zweiten Linie hinter den Brigaden von Halkett und Kielmannsegg.
Die Brigaden waren in zwei Linien aufgestellt, die Bataillone in Kolonnen. Beim 1. nassauischen Regiment stand in der vorderen Linie das 1. Bataillon in offener Divisionskolonne (d.h. jeweils zwei Kompanien nebeneinander mit entsprechenden Abständen). Die hintere Linie bildeten das 2. Bataillon und die Landwehrbataillone, in Angriffskolonne (geschlossene Kolonne) aufmarschiert.
Das 2. nassauische Regiment befand sich an der westlichen und östlichen Flanke von Wellingtons Linie, nördlich von Hougoumont (an der Verteidigung des Gehöftes war das 1. Bataillon des Regimentes beteiligt) und nördlich von Papelotte. Über die Verteidigung von Hougoumont berichtet Hauptmann Büsgen, der Chef des I. Bataillons des 2. Regimentes wie folgt: "... Bei meiner Ankunft mit dem Bataillon war die Ferme und der Garten nicht besetzt., am äußeren Saum des Gehölzes stand eine Kompanie Braunschweiger, ein Bataillon Coldstreamgarde unter Oberst MacDonald war hinter der Ferme aufgestellt. Aus den getroffenen Verteidigungsanstalten ergab sich, daß der Posten schon besetzt gewesen war, auch fand sich in einem Zimmer des Wohnhauses hinreichende Infanteriemunition vor.
Ich traf sofort die mir nötig erscheinenden Dispositionen zur Verteidigung, besetzte die Gebäude mit der Grenadierkompanie, den daran stoßenden Gemüsegarten mit zwei Kompanien, hinter die Hecke des Obstgartens plazierte ich eine Kompanie, die Voltigeurs rückten in die Linie der Braunschweiger und eine Kompanie diente diesen als Soutien. Diese Aufstellung war kaum beendet, als die Division Jerome Bonaparte nach 11 Uhr den Angriff auf das Gehölz mit einem heftigen Artilleriefeuer begann; hierauf drangen Haufen zahlreicher Tirailleure, unterstützt von geschlossenen Kolonnen vor und drängten die vorgeschobenen drei Kompanien gegen die Ferme und die Gärten zurück, welche sofort den Baumgarten besetzten. Der Feind, durch das nahe mörderische Feuer aus den Gebäuden, der Gartenmauer und der Hecke zum Stehen gebracht, wurde durch den Vorstoß des englischen Bataillons, das in den Baumgarten vorrückte, in die Flucht getrieben und bis in das Gehölz verfolgt. Es gelang indes während der Dauer der Schlacht nicht, ihn wieder ganz aus diesem zu verdrängen, da er stets durch frische Truppen ergänzt wurde; das englische Bataillon ging in seine alte Stellung zurück, die Braunschweigische Kompanie marschierte zu ihrem Korps in der Hauptstellung ab.

Gegen 1 Uhr erneuerte der Feind den Angriff und drang mit großem Ungestüm gegen die Gebäude und Gärten vor, suchte die Gartenmauer zu übersteigen und sich hinter der Hecke des Baumgartens festzusetzen, wurde aber auf allen Punkten abgeschlagen und verjagt. Bei diesem Angriff steckte der Feind mehrere nahe bei der Ferme gestapelte Heu- und Strohhaufen in Brand, in der Absicht, den Gebäuden das Feuer mitzuteilen, was aber mißlang. Hierauf führte er zwischen 2 und 3 Uhr eine Batterie gegen die rechte Flanke der Gebäude vor und begann diese mit Granaten zu beschießen, nicht lange und dieselben gerieten überall in Brand.
Der Feind machte nun zum dritten mal einen verzweifelten Angriff, der hauptsächlich auf die Gebäude gerichtet war; unter Begünstigung der Flammen und des Rauches drangen seine Grenadiere durch eine kleine Seitentür in den oberen Hof, allein durch das Feuer aus den Fenstern und das Vorrücken einer Abteilung des mehrerwähnten englischen Bataillons wurden sie wieder hinausgetrieben und ein Teil derselben zu Gefangenen gemacht. Dieser Angriff, welcher gegen 1/2 vier Uhr endigte, war der letzte ernstliche Versuch, den der Feind auf den Posten Hougoumont machte, nur das Tirailleurfeuer dauerte bis gegen Ende der Schlacht fort; das Bataillon hielt über Nacht den Posten besetzt und vereinigte sich am Morgen des 19. mit dem Regiment auf der Straße von Nivelles."
Obwohl das 1. nassauische Regiment sich in der hinteren Kampflinie Wellingtons und am rückwärtigen Hügel der Stellung befand. erlitt es schwere Verluste durch Artilleriefeuer, das gegen 11 Uhr begann und den ganzen Tag über anhielt.
Gegen 2 Uhr nachmittags wurde ein schwerer französischer Infanterieangriff (d'Erlons Korps und Duruttes Division) gegen Wellingtons Mitte und Linke geführt. Ein wütender Kampf entbrannte um das Gehöft von La Haye Sainte. Zusätzlich zu der ursprünglichen Besatzung (2. leichtes Bataillon der KGL) wurden zwei Kompanien des 1. leichten Bataillons der KGL und 200 Mann (Flügelkompanien) der Linienbataillone des 1. nassauischen Regimentes zur Verstärkung herangeführt.
Gegen 3 Uhr nachmittags sahen sich die anderen Kompanien des 1. nassauischen Regimentes mit den Kavallerieattacken der Franzosen konfrontiert. Das Verhalten des 1. Regimentes, das zum größten Teil aus jungen Rekruten bestand, war nicht vorauszusehen. Wenn es zurückweichen würde, wäre Wellingtons Mitte bedroht gewesen. Ähnlich wie die benachbarten Bataillone hielten die Nassauer allerdings stand und wehrten die Attacken der französischen Kavallerie ab. Hauptmann Friedrich Weisz von der 5. Jägerkompanie des I. Bataillons des 1. Regimentes beschreibt das Geschehen: "Kaum hatte das Auge sich einigermaßen orientiert, so rückten aus der Tiefe die Kürassiere vor, von denselben wurden zuerst die Helme, später die Kürasse und zuletzt Mann und Pferd ganz sichtbar und jede Minute führte das drohende Gewitter den Fronten der Verteidiger näher. Die Bataillone waren davor gewarnt worden, ihr Feuer gegen die Kavallerie zu frühe abzugeben und um zu verhüten, daß unsere jungen Soldaten, welche die Wirkung der Feuerwaffe noch so wenig kannten, ohne Befehl zum Feuern übergingen, befanden sich die Offiziere der Tetendivision vor ihren Kompanien Für das I. Bataillon war es ein glücklicher Zufall, daß das 1. Echelon der Kürassiere (3 Schwadronen in Front) sich auf das demselben zunächst stehende englische Regiment warf.; dasselbe gab auf 80 Schritte in musterhafter Ruhe sein Feuer ab und war die Wirkung eine entsprechende, der nicht getötete Rest der Schwadronen stob wie Spreu auseinander. Kaum waren die Gewehre geladen, als das 2. Echolon heranstürmte. Der Empfang und Erfolg waren derselbe und ebenso glücklich wie der erste. Das 3. Echolon griff jetzt das I. Bataillon an, wurde aber auf das Glänzendste abgeschlagen; obgleich nun die Kürassiere ihre Attacken wiederholten und die Carabiniers des dritten Treffens sich gleichfalls auf die Karrees warfen, keines der Bataillone wich und in musterhafter Ruhe empfingen sie die Gegner. Da stürzten sich mehrere Schwadronen durch die Intervalle auf das zweite Treffen, dessen Bataillone, ohne die eigenen Truppen zu beschädigen, keinen Gebrauch von der Feuerwaffe machen und nur mit dem Bajonett sich des Feindes erwehren konnten; es war hohe Zeit, daß die englische Kavallerie eingriff, wiederum stürmten die Scharen durch die Intervalle des ersten Treffens und die Mannschaften in den Flanken des I. Bataillons mußten, da sie nicht feuern konnten, sich durch Bajonettstiche vor dem Überrittenwerden schützen."
(Nasauer: Computerspiel Scourge of War Quatre Bras)

Auch die nachfolgenden Kavallerieattacken wehrten die Nassauer ab. Die Quellen berichten von 12 Angriffen.
Gegen 6 Uhr abends ging den Verteidigern von La Haye Sainte die Munition aus. Die Besatzung zog sich, gemeinsam mit den hier befindlichen nassauischen Truppen, auf das Plateau zurück. Etwa 300 Schritt vor dem 1. Bataillon des 1. nassauischen Regimentes wurde eine Stellung der feindlichen  Artillerie aufgebaut, von wo aus ein mörderisches Kartätschenfeuer schwere Verluste verursachte. In wenigen Minuten waren alle Offiziere der nassauischen Grenadierkompanie gefallen oder verwundet. Um die Artillerie auszuschalten, entschloß sich der Kommandeur des 1 Bataillons, Major von Weyhers, zu einem Angriff mit aufgepflanztem Bajonett gegen die feindliche Feuerstellung. Wenig später wurde er durch eine Kartätsche schwer verwundet, und der Angriff blieb liegen. Daraufhin befahl Wellington dem Bataillon sich auf den Ausgangspunkt zurückzuziehen, aber die Grenadierkompanie und die 1. Jägerkompanie waren in ein Feuergefecht mit den Franzosen verwickelt. Plötzlich schwärmten einige Kürassierschwadronen, die sich bei den Kanonen gesammelt hatten, gegen die abgeschnittenen Nassauer aus und mähten sie nieder. Die restlichen Kompanien konnten sich retten.
Auch am letzten Angriff, der Attacke der französischen Garde, waren die Nassauer beteiligt. An Wellingtons linker Flanke trafen die Angriffskolonnen der französischen Garde auf Halketts Brigade und das 1. nassauische Regiment. Auch General von Kruse und Oberst von Steuben befanden sich dort. Der Prinz von Oranien wollte mit einem Gegenangriff die französische Kolonne aufhalten. Die Gardebataillone empfingen den Angriff mit mörderischem Feuer, doch die Nassauer drangen vor. Der Prinz von Oranien wurde hier verwundet, die Angriffskolonnen gerieten ins Stocken. Erst ein zweiter Angriff der Brigade Halkett mit den nassauischen Bataillonen gelang. Indessen war der linke Flügel der Franzosen auf die Brigade Maitland gestoßen, welche ihn, von Wellington persönlich geführt, mit einem vernichtenden Feuer empfing. Die Garde begann zu weichen.
Das 2. nassauische Regiment war, wie oben kurz erwähnt, an unterschiedlichen Stellen bei Waterloo tätig. Am 17. Juni gegen 10 Uhr abends war das 1. Bataillon des 2. nassauischen Regimentes nach Hougoumont entsandt worden. Das 2. und 3. Bataillon und das Regiment Oranien Nassau befanden sich an der äußersten linken Flanke von Wellingtons Linie, während das Dorf Papelotte die Flügelkompanie unter Hauptmann von Rettberg des 3. Bataillons des 2. nassauischen Regimentes besetzt hielt. Kurz vor 4 Uhr nachmittags wurde Rettberg durch einen starken französischen Angriff auf Papelotte zur Aufgabe der außerhalb liegenden Häuser des Ortes gezwungen und mußte sich in das Hauptgebäude des Dorfes zurückziehen. Nun erschienen die 10., 11. und 12. Kompanie seines Regimentes zur Unterstützung, und die Franzosen wurden wieder zurückgeworfen. Das 2. Regiment von Nassau hielt das Dorf Papelotte bis zum Ende der Schlacht. 


(Papelotte von Sariisa Production https://sarissa-precision.com/products/waterloopapelotte )

Letzendlich beteiligte sich Rettberg mit den vier unter seinem Befehl stehenden Kompanien am preußischen Angriff auf Plancenoit. Rettberg berichtet wie folgt: " Zwischen 12 und 1 Uhr rückte ein feindliche Tirailleurlinie gegen Papelotte vor, der Prinz von Weimar schickte mich mit meiner (der 3. Flanquer-) Kompanie ihm entgegen, bald darauf besetzte eine Abteilung des Regimentes Nassau-Oranien das Dorf Smohain und La Haye und ich setzte mich mit derselben in Verbindung. Papelotte... ist zu einer nachdrücklichen Verteidigung sehr geeignet, und es gelang mir, die feindlichen Tirailleurs bis zur äußersten Hecke, an den Rand des Wiesentals, welches unsere Position von der feindlichen trennte, zurückzutreiben und einige Häuser daselbst zu besetzen. Zwischen 3 und 4 Uhr rückte die feindliche Tirailleurlinie neuerdings vor und ihr folgte als Soutien eine bedeutende Infanteriekolonne; ich wurde genötigt meine Position zu verlassen und auf Papelotte, welches ich in der Zwischenzeit so viel als möglich zu einem Reduit eingerichtet hatte, zurückzugehen. Auf mein Gesuch um Verstärkung stellte Hauptmann Frensdorf die 10. und 11. Kompanie, welchen sich die Flanquerkompanie des 2. Bataillons anschloß, unter mein Kommando. Die feindliche Kolonne, durch das Feuer aus Papelotte und den kleinen Häusern aufgehalten, wurde nun durch einen neuen raschen Bajonettangriff geworfen und bis zu der schon genannten äußeren Hecke verfolgt; hier empfing uns eine feindliche Batterie, kaum 500 Schritt entfernt, mit Kartätschen. Obgleich unser Verlust bedeutend war (die 3. Flanquerkompanie verlor 2 Offiziere und schmolz bis zum Ende der Schlacht auf die Hälfte der Mannschaft zusammen), so versuchte der Feind doch keinen ernstlichen Angriff, sondern beschränkte sich auf ein lebhaftes Feuergefecht. Gegen 6 Uhr erschien der Feind in meiner linken Flanke, das 1. Bataillon von Nassau-Oranien stand nicht mehr mit mir in Verbindung, der Feind hatte Smohain und La Haye besetzt und rückte in Tirailleurlinie auf Papelotte vor; dieser obschon sehr lebhafte Ansturm war durch keinerlei Kolonnen unterstützt und es bedurfte daher in meiner vorteilhaften Stellung keiner besonderen Anstrengung, den Feind aufzuhalten. Nach 7 Uhr zog sich derselbe plötzlich zurück, ohne durch mich genötigt zu sein, oder daß ich mir dieses Ereignis zunächst erklären konnte, wenn schon von Smohain und Plancenoit her ein heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer herübertönte. Meine bis la Haye vorgeschobene Tirailleurlinie wurde, durch zahlreiche, von Kolonnen gefolgte Schützenschwärme angegriffen und aus den Hecken sogar im Rücken beschossen. Indem ich mich gegen dieselben wandte, erkannte ich, daß es Preußen seien, welche sich gleichzeitig von ihrem Irrtum überzeugten.
Ich verließ nun Papelotte, daß ich unausgesetzt behauptet hatte, schloß mich den auf dem Wege nach Plancenoit vorgehenden Preußen an und machte Hauptmann Frensdorff hiervon Meldung. Da meine drei Hornisten tot und verwundet waren, konnte ich in dem sehr coupierten Terrain nur einen Teil meiner Mannschaften an mich ziehen, der Prinz von Weimar hatte die übrigen, wie ich später erfuhr, mit den anderen Kompanien des dritten Bataillons nach Papelotte beordert. Mit den preußischen Schützen, ich glaube sie waren vom 18. Regiment, vereint, schlugen wir uns mit dem immer noch hartnäckigen Gegner bis zwischen 8 und 9 Uhr. Um diese Zeit wurde nicht weit von Plancenoit Hauptmann v. Reichenau an meiner Seite verwundet. Bald darauf verließ ich die preußischen Truppen, die nur noch einen fliehenden Feind vor sich hatten und zog mich nach dem Hofe Mont St. Jean zurück, wo ich die Nacht zubrachte und mich Tags darauf wieder mit dem Bataillon vereinigte."
Der größere Teil des 2. Bataillons des 2. Regimentes, das am 15. und 16. Juni am meisten gelitten hatte, war übrigens in Reserve gehalten worden und nur seine Flankenkompanie hatte in erster Linie gefochten.
Die Verluste der beiden Regimenter waren hoch. Das 1. Regiment hatte an Toten, Verwundeten und Vermißten 25 Offiziere und 883 Mannschaften zu beklagen; das 2. Regiment 24 Offiziere und 323 Mannschaften. Letzeres hatte bei Quatre Bras 106 tote bzw. verwundete Soldaten.

Uniformen

An dieser Stelle möchte ich nicht zulange bei den Uniformen verweilen. Diese habe ich bereits in meinem Aufsatz über die Nassauer in Spanien hinreichend beschrieben. Es seien mir nur einige kleinere Anmerkungen erlaubt.
Das Regiment Nassau-Oranien trug die bekannten holländische Uniformen. Oberst von Kruse berichtete, daß am 15. Juni 1815 das 2. Bataillon des holländischen Regiments Oranien-Nassau noch mit französischen Musketen ausgerüstet war, und jeder Mann nur zehn Patronen hatte. Die Freiwilligen Jäger hatten sogar Gewehre verschiedenen Kalibers und nicht mehr Munition als die Männer des 2. Bataillons. Ebenso berichtet er, daß die nassauischen Offiziere anstelle der grünen, hellgraue, schwarzgestreifte Hosen trugen.
Sehr wichtig ist seine nachfolgende Äußerung: "Es ist richtig, daß die Männer des 1. Regimentes am Tage der Schlacht bei Waterloo weiße Tschakobezüge und Kartuschen trugen, aber gegen 3 Uhr nachmittags ließ ich sie entfernen, weil sie der feindlichen Artillerie gute Ziele boten. Die Männer des 2. Regimentes hatten die gleichen Bezüge, aber aus schwarzem Wachstuch. Kein Offizier ritt während der Schlacht ein auffallendes Pferd nur ich ritt einen Falben."
Außerdem sei noch darauf hingewiesen, daß das 1. Regiment die roten und grünen Epauletten französischen Stils für die Elitekompanien (Grenadiere und Voltigeure) durch Achselwülste (Schulterrollen) ersetzt hatte. Die Achselwülste der Grenadiere waren rot, die der Voltigeure gelb. Voltigeure trugen jetzt ein Jagdhorn aus Messing, grüne Kordeln und Pompons sowie einen grünen Federstutz an den Tschakos.
Typisch für die nassauischen Regimenter waren die grünen Uniformen mit den gelben Schulterriemen. Am besten sollten die Leser einfach folgenden Rat beherzigen: Fahrt alle nach Sommerschenburg und bewundert das Waterloo-Diorama. Hier kann man die Nassauer auf beiden Flügeln in Aktion betrachten. Hier erkennt man auch sofort, die für den Umbau notwendigen Truppen. Für mich persönlich hatte der Besuch zur Folge, daß ich in regelmäßigen Abständen Jens' damit nerve, mir unbedingt noch Esci Franzosen zu besorgen, die ich dringend für den Umbau benötige. Ich denke, es wird Euch genauso gehen.

Bemerkung

Ende der 90er Jahre hatte mein Freund Jens Najewitz einen seiner vielen genialen Pläne. Er wollte sein nebenberufliches Händlerdasein im Miniaturenbereich aufgeben, und eine Modellzeitschrift herausbringen.
Die legte er dann auch auf. Sie hieß "Modellfiguren" und der Plan, der hinter den Veröffentlichungen stand, war dem Sammler von 1/72 Miniaturen endlich das Magazin in die Hand zu geben, das er schon immer wollte und auch lautstark gefordert hatte.
Ein Magazin mit Berichten über Figuren, mit Artikeln über verschiedene kriegsgeschichtliche Ereignisse, mit Besprechungen von Neuerscheinungen, einfach ein Magazin, das sich nur den Wünschen der 1/72 Szene widmen sollte.
Trotz vollmundiger Unterstützungsbekundungen erreichten wir leider nicht die nötige Zahl von Abonnenten. In einer Welt mit viel schlechteren Kommunikationsmöglichkeiten als heute, und mit horrenden Preisen für Layout und Druck - oh Gott ist das heute einfach - war das Unterfangen ohne Sponsoren einfach zu teuer.
Obwohl Jens einiges privates Geld reinbutterte und da auch richtig drauflegte, musste er die MoFi nach 1 1/2 Jahren einstellen.
Sehr zum Bedauern von mir, der für diese Zeitschrift und deren Vorgänger, der "Infopost", einige Artikel geschrieben hatte.
Einige der Artikel übersetzte ich damals ins Englische und packte sie auf Wargamer- bzw. Modellbauseiten im Ausland, die es mittlerweile nicht mehr gibt.
Deshalb möchte ich diese Berichte für mich - und vielleicht auch für Sie -  zurückholen.
Ich werde sie jetzt hier veröffentlichen; und zwar mit dem genauen Wortlaut von damals. Ich ändere da nichts. Obwohl ich sicherlich bei einigen Sachen heute viel stärker im Detail bin.
Die Umbautipps von damals bezogen sich auf 1/72 Miniaturen, und lesen sich heute teilweise sehr lustig und auch nostalgisch. Ende 1999 und Anfang 2000 gab es viele der Modellfiguren, die heute auf der Plasticsoldierseite gezeigt werden noch gar nicht. 28 mm Figuren gab es in der Vielfalt wie heute ebenfalls nicht.
Also sind Sie bitte nicht verwundert.
Übersetzen werde ich die Berichte nicht. Nur die, die damals auch in Englisch erschienen, werde ich auch so wiedergeben.
Viel Spaß mit den Berichten, die ich hier in einigen Abständen präsentieren werde.