Samstag, 11. Juli 2026

Galeas per montes - 1439

Erinnern Sie sich noch an Fitzcarraldo? Den Film von Werner Herzog aus dem Jahr 1982 mit Klaus Kinski in der Hauptrolle? In diesem ließ der Hauptcharakter ein Schiff über einen Berg ziehen. Er hatte ein Ziel. Nämlich, die Stromschnellen des einen Flusses, auf dem er sich befand, zu umgehen, um dann in die breiteren Gewässer des anderen Flusses, seinem Ziel, wieder einfahren zu können. Dazwischen lag ein Berg. Den galt es zu überwinden. Die Filmszenen waren damals gewaltig. Auch die unflätigen Streitereien die Kinski am Filmset entfachte. Angeblich sollen die am Set mitwirkenden indigenen Statisten sogar Werner Herzog angeboten haben, Kinski zu töten, wenn er dies wünsche. Zu sehr waren sie vom Verhalten des Schauspielers geschockt.



Irgendwie musste ich unwillkürlich an Fitzcarraldo denken, als ich das erste Mal von der Geschichte hörte, die ich Ihnen heute erzählen möchte. An das Schiff, aber auch an Kinski selbst, der vor meinem geistigen Auge auch in dieser Geschichte eine Hauptrolle hätte übernehmen können.


 

Natürlich müsste er seinen Helm aus Aguirre, der Zorn Gottes tragen (1972). Das würde sogar ungefähr passen.


„Galeas per montes“ heißt die Aktion. Sie ereignete sich im Jahr 1439 und bedeutet nichts anderes als die Galeeren über die Berge zu bringen. Vom Etschtal über die Berge in den nördlichen Teil des Gardasees.
Denken Sie bitte auch filmisch, wenn sie sich das vorstellen wollen. Sie sehen Venedig, den Markusplatz, den Dogen, der umringt von einer begeisterten Menge die Schiffe verabschiedet. Diese dümpeln am Kai. Letzte Vorbereitungen werden getroffen. Parallel dazu hat jetzt, in diesem Moment, der Doge die Arme weit geöffnet und er schreit, einem Schlachtruf gleich, das Signal heraus: „Galeas per montes!!!“
Die Menge jubelt, lässt ihn hochleben, und selbst der kleine Taschendieb, der durch die Menge schleicht, muss ihm recht geben: Ja, wenn Du eine Seemacht bist, dann musst Du Deine Spezialwaffe eben dahin bringen, wo es keiner vermutet, um zu siegen. Und was gibt es Leichteres zu tun, als im beginnenden 15. Jahrhundert Schiffe über die Berge zu bringen.
Sie stimmen doch sicherlich schon jetzt mit mir überein, dass das alles schon ziemlich episch ist; und es ist dann auch wieder eine Aktion, die man gemeinhin als „übertrieben dargestellt“ bezeichnen würde, käme man auf den Gedanken sie zu verfilmen. Aber die Darstellung ist nicht übertreiben, sie ist real.
Sollten Sie meine lieben Leser demnächst einmal zum Gardasee fahren, dann empfehle ich Ihnen an der Brennerautobahn bei Mori (Trentino) abzufahren, dann die SS240 zu nehmen, um über Loppio nach Torbole, an das Nordostufer des Gardasees zu kommen.
Genau diese knapp 15 km sind diejenigen, die auch die Galeeren genommen hatten.



Zu Beginn des 15. Jahrhunderts standen in Oberitalien drei Staaten in direkter Konkurrenz, um ihre Einflußgrenzen entsprechend zu erweitern. Da war zum einen das Herzogtum Mailand, regiert von den Viscontis, zum anderen die beiden Republiken Florenz und Venedig. 1423 dachte Filippo Mari Visconti man sollte seine Grenzen einfach mal in die Romagna erweitern, wohl wissend, dass diese Region aber im Einflussgebiet der Republik Florenz lag. Die Stadt bat Venedig um Hilfe. Es folgte die Phase der lombardischen Kriege, die dann erst im Jahr 1454 mit dem Frieden von Lodi beigelegt wurden.
Venedig hatte sich mit der Besetzung der Städte Brescia (1426) und Bergamo (1428) Sprungbretter in der Lombardei gesichert. 1438 standen die Mailänder vor den Toren Brescias und wollten dem Spuk ein Ende setzen. Die venezianische Besatzung Brescias unter dem Condottiere Gattamelata konnte sich auf Umwegen über die Berge letztendlich nach Verona zurückziehen. Die Stadt selbst ergab sich nicht. Folglich sahen sich die Venezianer veranlasst irgendetwas zu tun, um die Stadt doch noch zu entsetzen. Hier entstand der Gedanke die Entscheidung auf dem Wasser zu suchen. Mit einer Schlacht auf dem größten Gewässer der Region, dem Gardasee. Dummerweise befand sich zu diesem Zeitpunkt aber kein Kriegsschiff der Venezianer vor Ort. Der Süden des Sees, der Osten, die Zuflüsse des Mincio waren in der Hand der Mailänder, die hier sehr wohl Schiffe stationiert hatten. Damit war eine Verschiffung einer venezianischen Flotte von der Adria, über den Po, den Mincio in den See nicht möglich. Irgendjemand hatte dann die Idee über den Norden zu kommen. Zum Etschtal bestand eine direkte Verbindung, und dann, ja dann musste man ja nur noch über den Berg.
Gedacht, gesagt, getan.
2000 Zugtiere wurden organsiert, mehrere hundert Mann verpflichtet, der Weg freigelegt, Bäume gefällt, der Boden nivelliert. Die Schiffe kamen in Mori an. Die kleineren wurden auf Karren geladen, die großen Schiffe über Rundhölzer weiter transportiert.
Wir reden hier übrigens von 25 größeren Booten und sechs Galeeren unterschiedlicher Größe. Eine richtige Flotte!!!!


Auf den ersten 7 km waren 70 Höhenmeter zu überwinden. Das klingt nicht viel. Aber denken sie an die Anzahl der Schiffe. Dann wurden die Boote wieder am Loppiosee, der heute nur noch eine Sumpflandschaft bildet, wieder zu Wasser gelassen. Von hier bewegte man sich an das andere Ufer unterhalb des Passo San Giovanni. Mit Seilwinden, sogar unter Zuhilfenahme der Segel, ging es danach den steilen Anstieg nach oben. Drei Galeeren konnten pro Tag auf den Pass geschafft werden. Dann ging es wieder nach unten, auch gefährlich. Die Boote mussten kontrolliert abgeseilt werden. Ein Riesenaufwand. Häuserecken auf der Passhöhe in Nago mussten abgerissen werden, damit die Schiffe um die Ecken kamen. Selbstverständlich mussten beim Auf- und Abstieg auch Felsen weggeräumt werden, die die enge Schlucht behinderten.
Letztendlich, 18 Tage nachdem man in Mori angelandet war, erreichte die Flotte im März 1439 Torbole, und wurde zu Wasser gelassen.


Es kam in der Folge zu mehreren Seegefechten auf dem Gardasee mit den Mailändern. Im September ging der Großteil der Flotte vor Maderno verloren.
Aber die Taktik war als die richtige erkannt worden. In Torbole selbst wurde jetzt eine neue Flotte gebaut. Das zum Teil vorgefertigte Material zum Bau war wieder über die gleiche Route zum Gardasee geführt worden. Im April 1440 schlug diese venezianische Flotte die Mailänder vernichtend vor Riva dl Garda. Der komplette Gardasee war nun unter Kontrolle Venedigs. Brescia konnte entsetzt werden, die Belagerung wurde beendet.
Eine beeindruckende Geschichte. Stellen sie sich einfach den fluchenden Kinski mit seinem Aguirre Helm einmal auf dem ganzen Weg vor, wie er hin und her reitet, jeden als „Arschloch“ bezeichnet, und wutschnaubend auf irgendwas einschlägt, und wie er dann, zum Ende des Films, völlig irre guckend, auf dem Flagschiff in den Tod segelt. Das wäre ganz großes Popcornkino.
Na und jetzt sind Sie gefragt.
Kann man das im Tabletop umsetzen? Keine Ahnung.
Wenn man es könnte, hätte Don Voss doch sicherlich schon etwas gebastelt. Das wäre doch genau Dein Ding Don, oder???
Aber warum es noch kein Großdiorama zu diesem Thema gibt, kann ich mir auch nicht erklären. Ein Diorama bestehend aus mehreren Teilen: 1. Die Flotte wird vorbereitet 2. Der erste Anstieg 3. Auf dem Loppiosee 4. Der Aufstieg zum Pass 5. Hinunter nach Torbole 5. Die Seeschlacht.
So etwas sähe richtig gut aus.
Na ja, vielleicht wird ja irgendjemand durch diesen Bericht inspiriert.
Ich hoffe es.
 
 
Do you remember Fitzcarraldo? Werner Herzog's 1982 film starring Klaus Kinski? In it, the main character had a ship pulled over a mountain. He had a goal: to bypass the rapids of one river he was on, so he could then enter the wider waters of the other river, his destination. A mountain lay between them. It had to be overcome. The film scenes were powerful back then. So were the foul-mouthed arguments Kinski sparked on set. Allegedly, the indigenous people working on the set even offered to kill Kinski if Werner Herzog wanted. They were so shocked by the actor's behavior.
Somehow, I couldn't help but think of Fitzcarraldo when I first heard the story I want to tell you today. The ship, but also Kinski himself, who, in my mind's eye, could have played a leading role in this story as well. Of course, he'd have to wear his helmet from Aguirre, the Wrath of God (1972). That would even be a pretty good match.
The operation is called "Galeas per montes." It took place in 1439 and simply means transporting the galleys over the mountains. From the Adige Valley, over the mountains, to the northern part of Lake Garda.
Please imagine it like a film. You see Venice, St. Mark's Square, the Doge, surrounded by an enthusiastic crowd, bidding farewell to the ships. They bob at the quay. Final preparations are underway. At the same time, right now, the Doge has his arms wide open and, like a battle cry, shouts out the signal: "Galeas per montes!!!"
The crowd cheers, elevates him, and even the petty pickpocket sneaking through the throng has to agree: Yes, if you're a naval power, you have to take your special weapon to where no one would expect it in order to win. And what could be easier than transporting ships over the mountains at the beginning of the 15th century?
I'm sure you'll agree with me that this is all quite epic; and it's also an event that would generally be considered "exaggerated" if one were to think of making a film of it. But the depiction isn't exaggerated, it's real.
Should you, my dear readers, be traveling to Lake Garda anytime soon, I recommend taking the Brenner motorway exit at Mori (Trentino), then taking the SS240 to reach Torbole via Loppio, on the northeastern shore of Lake Garda.
These are precisely the same 15 kilometers that the galleys used.
At the beginning of the 15th century, three states in northern Italy were in direct competition to expand their spheres of influence. There was, on the one hand, the Duchy of Milan, ruled by the Visconti family, and on the other hand, the two republics of Florence and Venice. In 1423, Filippo Mari Visconti thought it best to expand Venice's borders into Romagna, knowing full well that this region was within the sphere of influence of the Republic of Florence. The city appealed to Venice for help. This led to the Lombard Wars, which were finally settled in 1454 with the Peace of Lodi.
Venice had secured footholds in Lombardy with the occupation of Brescia (1426) and Bergamo (1428). In 1438, the Milanese stood before the gates of Brescia, intent on putting an end to the siege. The Venetian garrison of Brescia, under the condottiere Gattamelata, eventually retreated to Verona via a circuitous route over the mountains. The city itself did not surrender. Consequently, the Venetians felt compelled to take some action to finally dislodge the city. This gave rise to the idea of ​​seeking a decisive battle on the water, specifically on the largest body of water in the region, Lake Garda. Unfortunately, no Venetian warship was present at that time. The southern part of the lake, the eastern part, and the tributaries of the Mincio River were under Milanese control, and the Milanese did indeed have ships stationed there. This made it impossible to transport a Venetian fleet from the Adriatic Sea, via the Po and the Mincio Rivers, into the lake. Then someone had the idea of ​​approaching from the north. There was a direct connection to the Adige Valley, and then, well, then all that was left was to get over the mountain.
No sooner said than done.
2,000 draft animals were organized, several hundred men were recruited, the path was cleared, trees were felled, and the ground was leveled. The ships arrived in Mori. The smaller ones were loaded onto carts, the larger ships were transported further using logs.
By the way, we're talking about 25 larger boats and six galleys of varying sizes. A real fleet!
The first 7 km involved climbing 70 meters in altitude. That doesn't sound like much. But consider the number of ships. Then the boats were relaunched at Lake Loppio, which today is just a marshland. From there, they moved to the other shore below the Passo San Giovanni. Using winches, and even the sails, they then ascended the steep slope. Three galleys could be brought to the pass each day. Then came the descent, also dangerous. The boats had to be lowered in a controlled manner by rope. A huge undertaking. Corners of houses at the pass summit in Nago had to be demolished so the ships could navigate the bends. Of course, rocks obstructing the narrow gorge had to be cleared away during the ascent and descent.
Finally, 18 days after landing in Mori, the fleet reached Torbole in March 1439 and was launched.
Several naval battles with the Milanese ensued on Lake Garda. In September, the majority of the fleet was lost off Maderno.
But the tactic had proven successful. A new fleet was now being built in Torbole itself. The partially prefabricated materials for its construction had again been transported to Lake Garda via the same route. In April 1440, this Venetian fleet decisively defeated the Milanese off Riva del Garda. The entire Lake Garda was now under Venetian control. Brescia was relieved, and the siege was lifted.
An impressive story. Just imagine Kinski cursing in his Aguirre helmet, riding back and forth, calling everyone an "asshole," furiously smashing things, and then, at the end of the film, sailing to his death on the flagship, looking completely insane. That would be pure popcorn cinema.
Now it's your turn.
Could that be done in tabletop gaming? I have no idea.
If it were possible, Don Voss would surely have built something by now. That would be right up your alley, Don, wouldn't it?
But I can't explain why there isn't a large diorama on this topic yet. A diorama consisting of several parts: 1. The fleet is being prepared 2. The first ascent 3. On Lake Loppio 4. The climb to the pass 5. Down to Torbole 6. The sea battle.
Something like that would look really good.
Well, maybe someone will be inspired by this report.
I hope so.

Samstag, 4. Juli 2026

1776 - 250th anniversary, the military aspects

Heute feiern die USA den 4. Juli. Ihren Nationalfeiertag. Den Tag an dem die Unabhängigkeitserklärung vom Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia verabschiedet wurde.
Dieses Jahr 2026 ist ein besonderes Jahr, denn es ist der 250. Jahrestag der Declaration of Independence.
Militärisch sah es in diesem Jahr 1776 allerdings zunächst nicht gut aus. Der Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges war bereits im Jahr 1775 zu verzeichnen. Nachdem sich die politischen und handelspolitischen Interessenkonflikte der Kolonien mit dem Mutterland bereits in den End 1760er Jahren und frühen 1770er Jahren immer mehr gesteigert hatten, markierte der 19. April 1775 mit den Gefechten bei Lexington und Concord den Ausbruch des Krieges. Amerikanische Milizen hatten den offenen Kampf gewagt und die Briten zogen sich nach Boston zurück. Am 2. Juli 1775 erhielt der Virginier George Washington den Oberbefehl über die neugegründete Kontinentalarmee, eine Armee in einer Stärke von 15.000 Mann, die aus Kontingenten der einzelnen Provinzstaaten bestand. Dieser Armee standen britische Regimenter, deutsche Regimenter, die durch sogenannte Subsidien Verträge von den Engländern angeworben waren, was damals übrigens kein Einzelfall und auch kein Novum darstellte, aus amerikanischen Loyalisten gebildete Einheiten und auch indianische Verbündete gegenüber. Nicht vergessen sollte man, dass Kanada zu diesem Zeitpunkt ebenfalls englische Kolonie war, und somit in Gegnerschaft zu den 13. Amerikanischen Kolonien stand.



Kommen wir zurück zum Jahr 1776. Bereits im Jahr zuvor wurde Boston von amerikanischen Einheiten belagert. Die Schlacht von Bunker Hill am 17. Juni 1775 wurde zwar von den Engländern unter hohen Verlusten gewonnen, führte aber nicht zum Abbruch der Belagerung. Jetzt zu Beginn des Jahres 1776 spitzte sich die Lage in Boston zu. Im März war es Washington gelungen schwere Artillerie auf die Dorchester Heights zu bringen. Die Briten erkannten die Gefahr und evakuierten Boston am 17. März 1776. Die Inbesitznahme Bostons wurde definitiv als Erfolg der amerikanischen Armee bewertet. Nach dem Erfolg vor Boston änderten die Briten allerdings ihre Strategie. Man wollte durch die Einnahme New Yorks die Kolonien spalten und aus einer Mittelposition heraus entsprechend operieren.
Im August kam es zur Schlacht von Long Island. Die britischen Truppen unter General Howe flankierten die Amerikaner und fügten ihnen eine schwere Niederlage zu. Nur ein nächtlicher Rückzug über den East River im dichten Nebel rettete Washingtons Armee vor der kompletten Vernichtung.
Im September landeten die Briten auf Manhattan Island. Im Gefecht von Kips Bay (15. September 1776) flohen die amerikanischen Milizen und die Briten konnten New York besetzen. Einen Tag später gelang es Washingtons Truppen auf den Anhöhen von Manhattan, einen britischen Vorstoß zurückzuschlagen. Das Gefecht brachte kaum strategischen Raumgewinn, half aber die Moral der Amerikaner zu verbessern.
Von September bis November wurden die Amerikaner Schritt für Schritt aus Manhattan, Fort Washington und Fort Lee vertrieben.
Im Gefecht von Pell’s Point am 18. Oktober 1776 hatte noch eine kleine amerikanische Vorhut den britischen Vormarsch in der heutigen Bronx lang genug aufgehalten, um der Hauptarmee den Rückzug nach Norden zu ermöglichen.  Wenn auch ein britischer taktischer Sieg, so war dieses Gefecht doch durch den strategischen amerikanischen Erfolg geprägt.
In der Schlacht von White Plains am 28. Oktober 1776 griff General Howe Washingtons neue Verteidigungslinien nördlich von New York an. Nach harten Kämpfen, bei denen auch hessische Regimenter eine zentrale Rolle spielten, mussten sich die Amerikaner weiter zurückziehen.
Im nächsten Monat, am 16. November 1776, stürmten die Briten und Hessen die letzte amerikanische Festung auf Manhattan Island (Schlacht von Fort Washington). Über 2.800 amerikanische Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft; ein großer Verlust und eine schmerzhafte Niederlage für die Rebellen. Auch das gegenüberliegende Fort Lee in New Jersey musste geräumt werden.
Washingtons Armee war nun gezwungen sich durch New Jersey über den Delaware River nach Pennsylvania zurückziehen. Die Moral war auf dem Tiefpunkt, Soldaten desertierten massenhaft, selbst der Kongress musste aus Philadelphia fliehen. Er zog sich nach Baltimore, Maryland zurück.
Kommen wir noch einmal zur Nordfront zurück. Hier hatten die Rebellen im Jahr 1775 den Plan die Provinz Quebec zu erobern und als 14. Kolonie zu gewinnen, um von hier aus etwaige Angriffe der Engländer in den Süden zu unterbinden. Bereits am 10. Mai 1775 hatten Benedict Arnold und Ethan Allen die kleine britische Garnison in Ticonderoga überrascht und das Fort eingenommen. Die Kanonen des Forts waren unter anderem diejenigen, die im darauffolgenden Jahr auf den Höhenzügen vor Boston erscheinen sollten.
















Im Spätsommer autorisierte der Kontinentalkongress den Angriff auf Kanada. Die Invasion wurde als Zangenangriff über zwei verschiedene Routen geplant. General Montgomery sollte über eine westliche Route von Ticonderoga mit rund 1.200 Mann über den Lake Champlain und den Richelieu-Fluss nach Norden vorstoßen. Arnold führte zeitgleich über eine östliche Route rund 1.100 durch die unberührte, eiskalte Wildnis von Maine. Nur etwa 600 Mann überlebten die Strapazen auf diesem Marsch.
Die Amerikaner unter Montgomery belagerten zunächst von September bis November das britische Fort Saint-Jean. Am 3. November kapitulierte das Fort. Dieser lange Widerstand kostete die Amerikaner jedoch wertvolle Zeit, da der eisige kanadische Winter bereits vor der Tür stand. Dennoch gelang es ihm am 13. November Montreal einzunehmen. Die Engländer verschanzten sich allerdings im Fort Quebec.
Vor Quebec vereinigten sich dann Montgomerys und Arnolds Armeen. Am 31. Dezember griffen sie an. Die Engländer und kanadischen Milizen hielten stand. Montgomery wurde getötet, Arnold schwer am Bein verwundet, 400 Amerikaner wurden gefangen genommen. Das Jahr endete für die Amerikaner im kanadischen Grenzraum im Desaster. Zwar hielten Arnolds verbliebene, hungernde Truppen im beginnenden Jahr 1776 eine lose Belagerung von Québec aufrecht, doch der Plan, Kanada zu einem Teil der amerikanischen Revolution zu machen, war in der Silvesternacht 1775 gescheitert. Die Belagerung wurde zwar noch bis zum Mai 1976 aufrechterhalten, als allerdings am 6. Mai 1776 drei britische Kriegsschiffe mit einer Vorhut der britischen Ersatzarmee anlandeten, griffen die englischen Verteidiger Quebecs sofort die geschwächten Amerikaner an, die unter Zurücklassung von Kanonen, Zelten, Vorräten, Kranken und Verwundeten panisch Richtung Montreal flohen.
Am 25. März 1776 kam es zu einem Gefecht bei Saint-Pierre, das mit einem amerikanischen Sieg endete, und vom 18. bis 27. Mai zum Gefecht „of the cedars“, einer Reihe von kleineren Scharmützeln zwischen Amerikaner auf der einen, und britischen und indigenen Verbündeten auf der anderen Seite, die mit einem Sieg der Briten endeten.
Die entscheidende Schlacht fand dann bei Trois-Rivières am 8. Juni 1776 statt. Der Sieg der Briten und Kanadier führte zum Rückzug der Amerikaner aus Quebec.
Eine weitere, recht ungewöhnliche Schlacht in dieser Region, war das Seegefecht bei Valcour Island am 11. Oktober 1776. Auf dem Lake Champlain stellte sich eine hastig gebaute amerikanische Flotte unter Benedict Arnold den vordringenden Briten entgegen. Arnold verlor fast alle seine Schiffe, verzögerte den britischen Vorstoß aus Kanada nach Süden jedoch so entscheidend, dass der Angriff auf das Hudson-Tal ins nächste Jahr verschoben werden musste.













Gehen wir nun in den Süden.
Auch in den südlichen Kolonien war es zu Gefechten im Jahr 1776 gekommen. In der Schlacht von Moore’s Creek Bridge am 27. Februar 1776 in North Carolina besiegten patriotische Milizen eine Truppe schottischer Highland-Loyalisten. Der Sieg verhinderte einen frühen britischen Einmarsch in die südlichen Kolonien.
In der Schlacht von Sullivan’s Island (Belagerung von Charleston) am 28. Juni 1776 versuchte eine britische Flotte, die strategisch wichtige Hafenstadt Charleston in South Carolina zu erobern. Das dortige amerikanische Fort hielt dem schweren Bombardement stand und schlug die Flotte in die Flucht.
Im Süden war es also zu amerikanischen Erfolgen gekommen. Die Briten erkannten, dass der Süden vorerst nicht im Vorbeigehen zu erobern war, zogen ihre Truppen ab und konzentrierten sich stattdessen auf New York. Es sollte drei Jahre dauern (bis Ende 1778/1779), bis die Briten eine neue Offensive im Süden wagten.
Auch die indigenen Völker Amerikas wurden ähnlich wie im French-Indian War (1754 -1763) in den Konflikt hineingezogen. Stand damals noch der Großteil auf französischer und nicht auf englischer Seite, so war es nun so, dass die meisten Stämme den Kolonien und ihren Expansionsbestrebungen nicht trauten. Anfang versuchte man sich noch neutral zu verhalten, aber bereits 1775 schlug man sich mehrheitlich auf die englische Seite. Die britische Krone hatte den Kolonisten per Gesetz im Jahr 1776 verboten, westlich der Appalachen-Berge zu siedeln. Die amerikanischen Kolonisten ignorierten dieses Verbot und drangen illegal nach Westen. Die hier ansässigen Indianer wurden dabei vertrieben. Aus Sicht der Ureinwohner waren die amerikanischen Rebellen die eigentliche Bedrohung für ihre Heimat.
Dennoch verbündeten sich einige Stämme, wie der Stockbridge Stamm, die Oneida und die Tuscarora mit den Amerikanern.
Damit war aber auch die alte Irokesen-Föderation zerstört, weil die Spaltung durch die eigenen Reihen ging. Oneida, Tuscarora standen auf der einen, Mohawk, Seneca, Cayuga und Onondaga auf der anderen Seite.
Im Norden spielten indigene Krieger eine entscheidende Rolle dabei, die amerikanische Invasion in Kanada endgültig zurückzuschlagen und die britische Gegenoffensive zu unterstützen. Westlich von Montreal hielt eine kleine amerikanische Garnison den Posten bei „The Cedars“. Eine kombinierte Streitmacht aus rund 150 britischen Soldaten und über 500 indigenen Kriegern (hauptsächlich Irokesen aus den katholischen Missionen wie Kahnawake sowie Kanesatake) belagerte den Posten. Die Amerikaner ergaben sich panisch. Als eine amerikanische Entsatztruppe anrückte, wurde sie von den indigenen Kriegern im Wald abgefangen und ebenfalls zur Kapitulation gezwungen (Hinterhalt bei Quinze-Chênes am 20. Mai).
Im Süden kam es im Juni/Juli 1776 zu den Angriffen der Cherokee. Es kam zu zahlreichen Scharmützeln, wie dem Gefecht bei Island Flats (im heutigen Tennessee) am 20. Juli 1776, bei dem die amerikanische Miliz einen Hinterhalt der Cherokee abwehren konnte. Ein weiterer Angriff auf das strategisch wichtige Fort Watauga (21. Juli 1776) scheiterte nach einer zweiwöchigen Belagerung durch die Siedler. Die amerikanische Strafexpedition (August – Oktober 1776) war von beispielloser Härte. Über 4.000 Milizionäre aus den vier betroffenen Südstaaten (North Carolina, South Carolina, Georgia und Virginia) marschierten in einer koordinierten Zangenoffensive in das Territorium der Cherokee ein. Die Cherokee zogen sich in die Wälder zurück. Die Amerikaner brannten über 50 indianische Städte und Dörfer nieder, vernichteten die gesamte Maisernte und trieben Frauen und Kinder in die Flucht. Der überlebende Teil der Cherokee musste im Folgejahr Friedensverträge unterschreiben und große Gebiete an die Amerikaner abgeben.














Festzuhalten bleibt, dass das Jahr 1776 vor allem im Norden und im Raum New York für die Amerikaner fast schon als Unglücksjahr zu bezeichnen war. Wenn, ja wenn es nicht den Dezember 1776 gegeben hätte.
Am 8. Dezember hatte Washington mit knapp 3000 demoralisierten und geschlagenen amerikanischen Soldaten den Delaware überschritten. Alle im Umkreis verfügbaren Boote wurden zerstört oder requiriert, um die Briten an einem Übersetzen zu hindern. Gleichzeitig endete offiziell die Dienstzeit fast aller seiner verbliebenen Soldaten am 31. Dezember.
Trotz dieser widrigen Umstände entschied Washington das Unmögliche. Er wollte nicht aufgeben, nicht verzweifeln. Er ließ Truppen zusammenziehen, bis er wieder 6000 Mann unter den Waffen hatte. Gleichzeitig hatte er Informationen erhalten, dass die Briten ihre Armee aufgeteilt hatten und ein Außenposten in Trenton (New Jersey), direkt auf der anderen Flussseite, nur von rund 1.400 hessischen Soldaten besetzt war. Und er entschied etwas, was wenige in seiner Situation entschieden hätten: Er befahl den Angriff auf Trenton in der Weihnachtsnacht vom 25. auf den 26. Dezember.
Trotz Treibeis, Sturm und Schnee setzten die Amerikaner über. Sie trafen auf die völlig überraschten Hessen. Über 900 Hessen gerieten in Gefangenschaft, Oberst Rall wurde tödlich verwundet. Washington verlor selbst keinen einzigen Soldaten im Kampf (zwei Männer starben auf dem Marsch an Erfrierungen).
Mit diesem Überraschungscoup und seiner Rede an die Soldaten am 31. Dezember 1776, in der er an ihren Glauben und ihre Stärke appellierte, endete das Jahr 1776.
Die meisten Männer verlängerten ihre Dienstzeit, auch motiviert durch den jüngsten Erfolg bei Trenton. Der Mythos Washington war geboren.
Ohne diese entscheidenden Tage im Dezember hätte es schlecht ausgesehen für die Revolution. Dank dieser Tage feiern die Amerikaner heute Ihren 250. Jahrestag.
 
Herzlichen Glückwunsch USA
 
P.S.: Die Figuren, die sie im Bild sehen, sind die Miniaturen meines Freundes Sven. Leider konnten wir diese Woche wegen Terminschwierigkeiten keine neue AWI Schlacht führen. Aber ich denke, dass werden wir demnächst nach unserer Sommerpause nachholen. Die Bilder stammen aus diversen Berichten meines BLOGS, die sich mit dem Thema AWI auseinandersetzen.
 
 
Today, the USA celebrates July 4th, its national holiday. It commemorates the day the Declaration of Independence was adopted by the Second Continental Congress in Philadelphia.
This year, 2026, is a special one, as it marks the 250th anniversary of the Declaration of Independence.
Militarily, however, things didn't look good in 1776. The outbreak of the Revolutionary War had already begun in 1775. After the political and trade conflicts between the colonies and the mother country had intensified in the late 1760s and early 1770s, the Battles of Lexington and Concord on April 19, 1775, marked the outbreak of war. American militias had taken up open combat, and the British retreated to Boston. On July 2, 1775, George Washington of Virginia received supreme command of the newly formed Continental Army, an army of 15,000 men composed of contingents from the individual provincial states. This army faced British regiments, German regiments recruited by the English through subsidy treaties (which, incidentally, was neither unusual nor unprecedented at the time), units formed from American loyalists, and Native American allies. It should not be forgotten that Canada was also an English colony at this time and thus an adversary of the 13 American colonies.
Let's return to the year 1776. Boston had already been besieged by American forces the previous year. Although the Battle of Bunker Hill on June 17, 1775, was won by the English at a heavy cost, it did not lead to the lifting of the siege. Now, at the beginning of 1776, the situation in Boston was escalating. In March, Washington succeeded in bringing heavy artillery to Dorchester Heights. The British recognized the danger and evacuated Boston on March 17, 1776. The capture of Boston was definitively considered a success for the American army. However, after the success at Boston, the British changed their strategy. They wanted to divide the colonies by capturing New York and operate accordingly from a central position.
In August, the Battle of Long Island took place. The British troops under General Howe flanked the Americans and inflicted a heavy defeat. Only a night retreat across the East River in dense fog saved Washington's army from complete annihilation.
In September, the British landed on Manhattan Island. In the Battle of Kips Bay (September 15, 1776), the American militias fled, and the British were able to occupy New York. A day later, Washington's troops on the heights of Manhattan succeeded in repelling a British advance. The battle yielded little strategic territorial gain, but it helped boost American morale.
From September to November, the Americans were gradually driven out of Manhattan, Fort Washington, and Fort Lee.
At the Battle of Pell's Point on October 18, 1776, a small American vanguard had held off the British advance in what is now the Bronx long enough to allow the main army to retreat north. Although a British tactical victory, this battle was nonetheless marked by the strategic American success.
At the Battle of White Plains on October 28, 1776, General Howe attacked Washington's new defensive lines north of New York. After fierce fighting, in which Hessian regiments played a key role, the Americans were forced to retreat further.
The following month, on November 16, 1776, the British and Hessians stormed the last American stronghold on Manhattan Island (Battle of Fort Washington). Over 2,800 American soldiers were taken prisoner. A great loss and a painful defeat for the rebels. Fort Lee, across the river in New Jersey, also had to be abandoned.
Washington's army was now forced to retreat through New Jersey, across the Delaware River, and into Pennsylvania. Morale was at rock bottom, soldiers deserted en masse, and even Congress had to flee Philadelphia. It retreated to Baltimore, Maryland.
Let's return to the northern front. Here, in 1775, the rebels planned to conquer the province of Quebec and acquire it as their 14th colony, in order to use it as a base to prevent any British attacks to the south.
As early as May 10, 1775, Benedict Arnold and Ethan Allen had surprised the small British garrison at Ticonderoga and captured the fort. The fort's cannons were among those that would appear on the high ground outside Boston the following year.
In late summer, the Continental Congress authorized the attack on Canada. The invasion was planned as a pincer movement along two different routes. General Montgomery was to advance north from Ticonderoga via a western route with approximately 1,200 men, crossing Lake Champlain and the Richelieu River. Simultaneously, Arnold led an eastern route with about 1,100 men through the untouched, frigid wilderness of Maine. Only about 600 men survived the hardships of this march.
The Americans under Montgomery initially besieged the British Fort Saint-Jean from September to November. On November 3, the fort surrendered. This prolonged resistance, however, cost the Americans valuable time, as the frigid Canadian winter was already approaching. Nevertheless, they managed to capture Montreal on November 13. The British, however, entrenched themselves in Fort Quebec.
Montgomery's and Arnold's armies then joined forces outside Quebec. On December 31, they attacked. The British and Canadian militias held their ground. Montgomery was killed, Arnold was severely wounded in the leg, and 400 Americans were taken prisoner. The year ended in disaster for the Americans in the Canadian border region. Although Arnold's remaining, starving troops maintained a loose siege of Quebec at the beginning of 1776, the plan to make Canada part of the American Revolution had failed on New Year's Eve 1775. The siege was maintained until May 1776, but when three British warships landed on May 6, 1776, carrying an advance guard of the British reserve army, the English defenders of Quebec immediately attacked the weakened Americans, who fled in panic towards Montreal, abandoning cannons, tents, supplies, the sick, and the wounded.
On March 25, 1776, a skirmish took place at Saint-Pierre, ending in an American victory. From May 18 to 27, the Battle of the Cedars, a series of smaller skirmishes between Americans on one side and British and Indigenous allies on the other, ended in a British victory.
The decisive battle then took place at Trois-Rivières on June 8, 1776. The victory of the British and Canadians led to the American withdrawal from Quebec.
Another rather unusual battle in this region was the naval engagement at Valcour Island on October 11, 1776. On Lake Champlain, a hastily built American fleet under Benedict Arnold confronted the advancing British. Arnold lost almost all of his ships, but he delayed the British advance south from Canada so decisively that the attack on the Hudson Valley had to be postponed until the following year.
Now let's move south.
Battles also took place in the southern colonies in 1776. At the Battle of Moore's Creek Bridge on February 27, 1776, in North Carolina, patriotic militias defeated a force of Scottish Highland loyalists. The victory prevented an early British invasion of the southern colonies.
At the Battle of Sullivan's Island (Siege of Charleston) on June 28, 1776, a British fleet attempted to capture the strategically important port city of Charleston in South Carolina. The American fort there withstood the heavy bombardment and routed the fleet.
Thus, American successes had been achieved in the South. The British realized that the South could not be conquered easily, so they withdrew their troops and concentrated on New York instead. It would be three years (until the end of 1778/1779) before the British dared to launch a new offensive in the South.
The indigenous peoples of the Americas were also drawn into the conflict, much like in the French and Indian War (1754-1763). While the majority had sided with the French rather than the English in the earlier conflict, now most tribes distrusted the colonies and their expansionist ambitions. Initially, they attempted to remain neutral, but by 1775, the majority had sided with the English. The British Crown had legally prohibited the colonists from settling west of the Appalachian Mountains in 1776. The American colonists ignored this prohibition and illegally advanced westward. The Native Americans living there were driven out in the process. From the Native Americans' perspective, the American rebels were the real threat to their homeland.
Nevertheless, some tribes, such as the Stockbridge, Oneida, and Tuscarora, allied themselves with the Americans.
This also destroyed the old Iroquois Confederacy, as the split occurred within its own ranks. The Oneida and Tuscarora were on one side, and the Mohawk, Seneca, Cayuga, and Onondaga on the other.
In the north, Indigenous warriors played a crucial role in finally repelling the American invasion of Canada and supporting the British counter-offensive. West of Montreal, a small American garrison held the post at "The Cedars." A combined force of approximately 150 British soldiers and over 500 Indigenous warriors (mainly Iroquois from Catholic missions such as Kahnawake and Kanesatake) besieged the post. The Americans surrendered in panic. When an American relief force arrived, it was intercepted by the indigenous warriors in the forest and also forced to surrender (Quinze-Chênes ambush on May 20).
In the South, the Cherokee attacks began in June/July 1776. Numerous skirmishes took place, such as the Battle of Island Flats (in present-day Tennessee) on July 20, 1776, in which the American militia repelled a Cherokee ambush. Another attack on the strategically important Fort Watauga (July 21, 1776) failed after a two-week siege by the settlers. The American punitive expedition (August–October 1776) was of unprecedented ferocity. Over 4,000 militiamen from the four affected Southern states (North Carolina, South Carolina, Georgia, and Virginia) marched into Cherokee territory in a coordinated pincer movement. The Cherokee retreated into the forests. The Americans burned over 50 Native American towns and villages, destroyed the entire corn harvest, and drove women and children into exile. The surviving Cherokee were forced to sign peace treaties the following year and cede large territories to the Americans.
It must be said that the year 1776 was almost a disastrous year for the Americans, especially in the North and the New York area. If, that is, it hadn't been for December 1776.
On December 8, Washington crossed the Delaware River with nearly 3,000 demoralized and defeated American soldiers. All available boats in the vicinity were destroyed or requisitioned to prevent the British from crossing. At the same time, the official service of almost all his remaining soldiers ended on December 31.
Despite these adverse circumstances, Washington did the impossible. He refused to give up, refused to despair. He assembled troops until he once again had 6,000 men under arms. At the same time, he had received information that the British had divided their army and that an outpost in Trenton, New Jersey, directly across the river, was manned by only about 1,400 Hessian soldiers. And he decided something few in his situation would have: he ordered an attack on Trenton on Christmas Eve, December 25-26.
Despite drifting ice, storms, and snow, the Americans crossed over. They encountered the completely surprised Hessians. Over 900 Hessians were taken prisoner, and Colonel Rall was mortally wounded. Washington himself lost not a single soldier in the fighting (two men died of frostbite on the march).
With this surprise coup and his speech to the soldiers on December 31, 1776, in which he appealed to their faith and strength, the year 1776 came to a close. Most of the men extended their service, motivated in part by the recent success at Trenton. The Washington myth was born.
Without those crucial days in December, the revolution would have been in dire straits. Thanks to those days, Americans are celebrating their 250th anniversary today.
 
Congratulations, USA!
 
P.S.: The figures you see in the picture are miniatures from my friend Sven. Unfortunately, due to scheduling conflicts, we couldn't have another AWI battle this week. But I think we'll make up for it soon after our summer break. The pictures are from various posts on my blog that deal with the topic of AWI.

Sonntag, 28. Juni 2026

Northstar - Hussite Wars Knights


Ein neues Ritterset ist angekündigt! Ach was, werden jetzt einige sagen. Schön, werden andere ausrufen. Noch eins?, werden andere hinzufügen. Na und irgendwo höre ich auch ein Buhen oder Seufzen, so als ob zehntausende Wargamer in einem Fußballstadium sitzen, und irgendwie mit dieser Ankündigung unzufrieden sind.

Ich hingegen gehöre zu denen, die sich freuen. Ritter kann man nie genug bekommen. Genau so wenig wie neue Römer, Napoleonische Soldaten, Figuren des Zweiten Weltkriegs, um nur einige zu nennen.
Wenn Sie mich persönlich fragen, würde ich mich über ganz andere Dinge als Plastiksets in 28 mm freuen. Zum Beispiel über die Alamo Gegner – Amerikaner vs Mexikaner - , über südamerikanische Truppen der Unabhängigkeitskriege in den ersten Jahrzehnten des 19 Jahrhunderts, über berittene Sioux, über Custers 7th Cavalry, über Türken, Beduinen, französische Fremdenlegionäre der Kolonialkriege. Lustigerweise ist das von mir genannte jetzt auch gar nicht so exotisch, bis auf die südamerikanischen Unabhängigkeitskriege; aber dennoch gibt es diese Themen nicht als Plastikboxen.
In Plastik werden generell die Mainstream Themen abgefrühstückt, also die Themen, die den größten Umsatz versprechen.
Im Grunde hat sich das sicherlich auch Northstar gedacht, aber dennoch haben sie ein Nischenthema aufgenommen. Nischenthema aus dem Grund, weil die angekündigten Boxen zu den Hussitenkriegen, eher ein deutsches und osteuropäisches Thema sind, kein westeuropäisches.
Westeuropa ist ja perfekt durch die Azincourt Reihe der Perries abgedeckt.
Wir haben also den gleichen historischen Zeitraum, allerdings mit einem deutlich anderen Look.
Während wir auf den Schlachtfeldern des Hundertjährigen Krieges über eine sehr lange Zeit die Dominanz des englischen Langbogens erleben, sehen wir in Böhmen die Dominanz von Armbrüsten, frühen Schusswaffen und Wagenburgen. Die Kriegsführung ist tatsächlich eine andere, als die auf den Schlachtfeldern Westeuropas.
Als deutscher Wargamer fühlen sich diese Konflikte auch anders an; und es ist auch nicht nur ein Gefühl, sondern man erkennt auch den Unterschied.
Die meisten von Ihnen kennen die Schlachtbeschreibung von Azincourt im Jahr 1415. Kennen Sie auch die Schlachtbeschreibung von Hiltersried, 1433?
Nachfolgend eine Kurzbeschreibung aus einer historischen Quelle:
„Die Hussiten stellten sich grimmig zur Wehr. Sie hatten auf einer Anhöhe, die heute noch "Hussitenbirl" heißt, ihre Wagenburg aufgebaut, die eine trutzige Festung zu sein schien, denn ihre Wagen waren miteinander verkettet und schienen jedem Angriff zu trotzen. Die tapferen Oberpfälzer nahmen die Wagenburg in die Zange und durchbrachen sie ungestüm. Dann begann ein fürchterlicher Nahkampf. 1177 Tote blieben auf der Walstatt und 330 gerieten verwundet in Gefangenschaft. Nur einem kleinen Rest gelang die Flucht, darunter waren die beiden Hauptleute Pardus und Ritka, die bei Grafenried über die Grenze entkamen. Die Bayern verloren 10 Ritter und 129 Mann. Ganz Deutschland jubelte ob des Sieges bei Hiltersried. Endlich war der Feind überwunden, den man für unüberwindlich hielt.“ (zit. Bei Wikipedia)
Das ist etwas ganz anderes als die offene Feldschlacht bei Azincourt. Hier sitzen die Verteidiger in Wagenburgen, schießen mit Fernwaffen, haben die Wagen mit Kämpfern zu Fuß besetzt, die auch Spezialwaffen nutzen – exemplarisch der Kriegsflegel und die Kriegssense – um von den Plattformen der Kriegswagen hinab den anstürmenden Gegner zu bekämpfen.
Diese Kampfart ist typisch für diesen Zeitraum im Heiligen römischen Reich.
Und zu diesem Konflikt bringt Northstar jetzt Ritter aus; und vom Look passen sie für mich sehr gut.


Wir bekommen einen Gussast, der jede Menge Optionen aufbietet. Die Plattenrüstung ist richtig dargestellt. Man erkennt den für diesen Zeitraum typischen Look.: Platte, verstärkt mit Kettengeflecht, dazu dann als Helm die Hundsgugel und verschiedene Formen der Beckenhaube. Als Waffen erkennt man Schwerter, Kriegshämmer, Äxte und Keulen.
Die Figuren wirken auf den Bildern leicht gedrungener als die Perryfiguren der Azincourt Reihe. Ob man sie mischen kann, wird man sehen.
Mich persönlich stört der andere Look nicht, weil er dann auch figurativ den historischen Unterschied der Konflikte im Westen und im Osten Europas darstellt.
Angekündigt sind auch die Hussiten, deren Waffen und Kriegswägen.
Ich finde es gut, und freue mich eine weitere Baustelle im Mittelalter aufmachen zu können.
Es kann nie genügend Ritter geben, wie ich bereits eingangs erwähnte.
 
Ceterum censeo…
 
 
A new knights set has been announced! Oh, come on, some will say. Great, others will exclaim. Another one?, still others will add. And somewhere I can hear boos or sighs, as if tens of thousands of wargamers are sitting in a football stadium, somehow dissatisfied with this announcement.
I stand, on the other hand, among those who are delighted. You can never have too many knights. Just like you can never have too many new Romans, Napoleonic soldiers, or World War II figures, to name just a few.
If you ask me personally, I'd be excited about something completely different than 28mm plastic sets. For example, the Alamo's adversaries – Americans vs. Mexicans – or South American troops from the Wars of Independence in the early decades of the 19th century, or mounted Sioux, or Custer's 7th Cavalry, or Turks, Bedouins, or French Foreign Legionnaires from the colonial wars. Funnily enough, what I've mentioned isn't even that exotic, except for the South American Wars of Independence; But these themes aren't available as plastic boxes.
Plastic boxes generally only cover mainstream themes, meaning those that promise the highest sales.
Northstar probably thought the same thing, but they still opted for a niche theme. It's a niche theme because the announced Hussite Wars boxes are more of a German and Eastern European theme, not a Western European one.
Western Europe is perfectly covered by the Agincourt series from Perries.
So we have the same historical period, but with a significantly different look.
While we witness the dominance of the English longbow for a very long time on the battlefields of the Hundred Years' War, in Bohemia we see the dominance of crossbows, early firearms, and wagon forts. The warfare is indeed different from that on the battlefields of Western Europe.
For a German wargamer, these conflicts also feel different; and it's not just a feeling, you can actually see the difference.
Most of you are familiar with the account of the Battle of Agincourt from 1415. Are you also familiar with the account of the Battle of Hiltersried from 1433?
The following is a brief description from a historical source:
"The Hussites put up a fierce defense. They had built their wagon fort on a hill, which is still called 'Hussitenbirl' today. It appeared to be a formidable fortress, as their wagons were chained together and seemed to defy any attack. The brave Upper Palatinate troops surrounded the wagon fort and stormed through it. Then a terrible hand-to-hand combat began. 1,177 dead remained on the battlefield, and 330 were wounded and taken prisoner. Only a small remnant managed to escape, among them the two captains Pardus and Ritka, who fled across the border near Grafenried. The Bavarians lost 10 knights and 129 men. All of Germany rejoiced at the victory at Hiltersried. Finally, the enemy, whom they had considered invincible, had been defeated." (quoted from Wikipedia)
This is quite different from the open field battle at Agincourt. Here, the defenders sit in wagon forts, firing ranged weapons. Their wagons are manned by foot soldiers who also use specialized weapons—such as the war flail and the war scythe—to engage the charging enemy from the platforms of the war wagons.
This style of combat is typical for this period in the Holy Roman Empire.
And Northstar is now releasing knights for this conflict; and I think they look very good.
We get a sprue that offers a lot of options. The plate armor is accurately depicted. You can see the typical look for this period: plate, reinforced with chainmail, and then the houndstooth helmet and various forms of bascinet. Weapons include swords, warhammers, axes, and maces.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched. Personally, I don't mind the different look, because it also figuratively represents the historical difference between the conflicts in Western and Eastern Europe.
The Hussites, their weapons, and war chariots have also been announced.
I think it's good, and I'm happy to be able to open up another area of ​​exploration in the Middle Ages.
There can never be enough knights, as I mentioned at the beginning.
 
Ceterum censeo…