Sonntag, 22. Mai 2022

Battlegroup - Hexenkessel Teil 1

Da mein heutiges Zeitfenster etwas begrenzt ist, möchte ich nur einen kurzen Bericht veröffentlichen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir, d.h. Sven und ich, diese Woche wieder einmal ein Battlegroup Spiel.
Wir hatten vorher das Szenario festgelegt:
„Hexenkessel“


In diesem Szenario befindet sich im ungefähren Zentrum der Spielplatte eine Ansiedlung.
Der Verteidiger kann zu Beginn seine gesamten Streitkräfte hier positionieren.


Nachdem dies erfolgt ist, stellt der Verteidiger seine Scouteinheiten plus 2D6 seiner Truppen auf.
Er kann sich entscheiden dies an drei Seiten der Spieltischplatte zu tun. Diese legt der Verteidiger fest.
Jeder Seite ist ein Würfelwurf zugeordnet über die dann nach erfolgtem Wurf die Einheit das Schlachtfeld betritt (dies hatten wir nicht so gemacht. Der Angreifer hatte frei Wahl).
In unserem Fall blieb also nur der linke Teil der Spielfläche als Aufstellungszone ausgespart.
Ohne die Aufstellung des Gegners oder dessen Armeeliste zu kennen, stellten wir unsere Einheiten im Vorfeld zusammen.
Der Angreifer hatte übrigens 100 Punkte mehr zur Verfügung als der Verteidiger.
Nach meiner Meinung war das eine gütige Sonderregel von Sven, der
a) fairer Spielpartner ist,
b) gerne abstruse Geschichten testet,
c) einfach mal der Meinung war, der Typ, also ich, MUSS doch mal irgendwann gewinnen.
Ich entschied mich diesmal für eine klassische britische Aufstellung.
Ich brachte zwei 25 pdr. auf die Platte – ja, ich habe mal mit Artillerie gespielt- , die dann auch noch einen Spotter im Bren Carrier bekamen.



Ich hoffte, dass Sven genügend Infanterie dabeihaben würde, was sich in einem Szenario mit einem großen Dorf ja anbot.
Meine stärksten und schnellsten Einheiten waren 4 Panzer.
Als Forward HQ ein Cromwell IV., plus einen Cromwell Platoon, bestehend aus 2 Cromwell IV. und einem Sherman Firefly.




Auch ein Tankfahrzeug war dabei.

Da ich 450 Punkte spielte, hatte ich noch einen kompletten Rifle Platoon aufzustellen, der noch 3 LKW bekam, um transportiert zu werden.






Das war es dann auch schon.
Sven wiederum stellte eine Verteidigungstruppe ohne Panzer auf.
Sein Schwerpunkt lag auf 3 Geschützen.
Eine Pak 38, eine 76,2mmL 54 Feldkanone, die auch zur Panzerbekämpfung herangezogen werden kann, sowie eine 105mm Haubitze.



Unterstützt wurde dieser artilleristische Anteil noch von einem 120 mm Mörser.


Das Forward HQ mit einem Kübelwagen und ein Comms Relay Team sicherten die Artilleriebeobachtung.


Hinzu kam noch ein Forward Observer Team ebenfalls in einem Kübelwagen.
Der Grenadierzug bestand aus dem Kommando mit 6 Mann inkl. Panzerfaust, 3 Grenadiergruppen a 5 Mann inkl. Panzerfaust, 3 MG Teams mit MG 34.
Unterstützt wurde diese infanteristische Komponente noch von einem schweren MG 42 und 2 Panzerschreck Teams.



Das waren die beiden Gegner, die jetzt hier aufeinandertreffen sollten.
Eine infanteristische Verteidigungseinheit unterstützt von Panzerabwehr, die auf überlegene britische Angreifer treffen sollte, mit Artillerie und einem doch starken Panzerzug.
Persönlich hatte ich mir das Szenario noch durch einen Zufall erschwert.
Sven konnte seine Truppen wie oben beschrieben zuerst aufstellen.
Das ist dann bei Tabletopspielen der Moment, an dem ich regelmäßig einschlafe.
Ich glaube, ich bin da zu sehr von den paar Warhammer 40K Spielen geprägt, die ich gespielt habe.
Warten Sie doch mal bitte bis der Gegner seine 2500 Punkte Armee aufgebaut hat!!!
Mann ist das öde.
Jedenfalls blätterte ich nochmal im Regelbuch herum, guckte mir meine Minis an, dachte an Sonne, das Schwimmbad, das Finale in der Euroleague, das ich dann tatsächlich noch am Abend schauen konnte (Nein. Ich bin kein Fan der SGE, aber klasse, dass sie das gewonnen haben).
Ich könnte jetzt behaupten, dass ich mich auf das Spiel fokussierte und Ruhe finden wollte, pure Konzentration und so.
War aber nicht so.
Was war die Folge:
Ich bekam überhaupt nicht mit, wo Sven jetzt seine Infanterieeinheiten platzierte!!!
Echt jetzt.
Das sollte sich tatsächlich auf meine Spielzüge auswirken, weil ich leicht im Dunkeln tappte.
Ganz mieser Fehler.
Denn eins war mir klar, als ich die Infanterie am Spielfeldrand vor der Aufstellung gesehen hatte.
Da waren jede Menge Panzerfäuste und zwei Panzerschrecks.
Na und die hatten mich in einigen Spielen vorher schon übel überrascht.
Verdammt; und ich wusste jetzt nicht genau, wo, in welchem Haus, sie in diesem Dorf lauerten.
Das soll es für heute gewesen sein.
Der Spielbericht kommt in der nächsten Woche.
 
 
Since my time window is somewhat limited today, I would like to publish only a short report.
After what felt like an eternity, we, i.e. Sven and I myself, had another Battlegroup game this week.
We had previously defined the scenario:
"Hexenkessel"
In this scenario, there is a settlement in the approximate center of the game board.
The defender can initially position all of his forces here.
After this is done, the defender deploys scout units plus 2D6 of their troops.
He can choose to do this on three sides of the table top. The defender decides this.
Each side is assigned a dice roll, from there, after the roll has been made, the units enters the battlefield (we didn't do it that way. The attacker had a free choice).
In our case, only the left part of the playing area was left out as a deployment zone.
Without knowing the enemy's line-up or army list, we assembled our units in advance.
By the way, the attacker had 100 more points available than the defender.
In my opinion, that was a benevolent special rule from Sven, who
a) is a fair playing partner,
b) likes to test abstruse stories,
c) was just of the opinion that it was time for me to win one of our games.
I opted for a classic British lineup this time.
I brought two 25 pdr. on the table - yes, I played with artillery once - which then also got a spotter in a Bren Carrier.
I hoped that Sven would have enough infantry with him, which was a good thing in a large village scenario.
My strongest and fastest units were 4 tanks.
As Forward HQ a Cromwell IV, plus a Cromwell Platoon consisting of 2 Cromwell IVs and a Sherman Firefly.
Since I was playing 450 points, I still had to set up a full Rifle Platoon, which still got 3 trucks to transport.
That was it already.
Sven, in turn, set up a defensive force without tanks.
His focus was on 3 guns.
A Pak 38, a 76.2mmL 54 field gun, which can also be used to fight tanks, and a 105mm howitzer.
This artillery part was supported by a 120 mm mortar.
Forward HQ with a Kübelwagen (german jeep) and a Comms Relay Team secured artillery observation.
There was also a forward observer team, also in a Kübelwagen.
The grenadier platoon consisted of a commando with 6 men including bazooka, 3 grenadier groups of 5 men including bazooka, 3 machine gun teams with MG 34.
This infantry component was supported by a heavy MG 42 and 2 Panzerschreck teams.
These were the two opponents who should now meet here.
A defensive infantry unit supported by anti-tank guns, designed to meet superior British attackers, with artillery and yet a strong armored platoon.
Personally, I had made the scenario even more difficult for myself by coincidence.
Sven could set up his troops first as described above.
In tabletop games, this is the moment when I regularly fall asleep.
I think I'm too influenced by the few Warhammer 40K games I've played.
Please wait until the enemy has built up his 2500 point army!!!
Man … that is boring.
Anyway, I leafed through the rule book again, looked at my minis, thought about the sun, the swimming pool, the final in the Euroleague, which I could actually watch in the evening (no. I'm not a fan of Eintracht Frankfurt, but it's great that they won that game again a fantastic Scottish opponent with also great fans).
I could say now that I was focused on the game and wanted to find peace, pure concentration and stuff like that.
But it wasn't like that.
What was the result:
I didn't even get where Sven placed his infantry units!!!
This should actually affect my gameplay because I was a bit in the dark.
Very bad mistake.
Because one thing was clear to me when I saw the infantry on the sidelines just before the game.
There were a lot of bazookas: Panzerfaust and Panzerschreck.
Well, and they had surprised me badly in a few games before.
Damned; and I didn't know now exactly where, in which house, they lurked in this village.
That should be it for today.
The match report will come next week.

Sonntag, 15. Mai 2022

Dr. Reinhard Münch - Verbündete Napoleons

 

Today a book tip for all readers on this BLOG who can speak or read German.
There is a book series on Napoleonic history that has now grown to 41 volumes.
The author is Reinhard Münch and he deals with almost all of Napoleon's allies.
His new work will appear in July/August. A large volume, almost 700 pages, 50 color illustrations, presenting Napoleon's allies from 1806 to 1813 in 30 chapters.
Keep your eyes peeled. It will be an interesting work.
Münch, Dr. Reinhard (engelsdorfer-verlag.de)
 
 
Heute gibt es Werbung.
Und das aus einem ganz bestimmten Grund.
Seit Jahren überrascht mich Reinhard Münch, gefühlt im Minutentakt, mit der Veröffentlichung diverser Publikationen zu Napoleon und seinen Armeen.
Mittlerweile sind 41 !!! Bücher erschienen.

Das muss man erst einmal hinkriegen.
Herr Münch hat sich dabei zur Aufgabe erstellt, dass er alle Verbündeten Napoleons mit einem Band abhandeln will.
So gibt es mittlerweile Bücher zu allen relevanten Armeen des Rheinbundes.
„Als die Bayern, Badener, Ernestiner, Hamburger, Hessen, Mecklenburger, Sachsen etc. etc“ für Napoleon fochten. So die meisten Titel der Serie.







Dazu gibt es aber auch Publikationen zu den Franzosen, den Dänen, den Polen, den Iren oder auch den jedenfalls zeitweise mit Napoleon verbündeten Preußen und Österreichern.




Hinzu kommt, dass Herr Münch mittlerweile auch Memoiren verschiedener Kriegsteilnehmer spezielle Bücher widmet.
Die Memoiren des anhaltischen (nein, nicht anhaltinisch, weil als anhaltinisch werden nur Vertreter des Fürstenhauses bezeichnet) Stabsarztes Dr. Friedrich Kretschmar, des nassauischen Soldaten Johann Biersack, den Lebenslauf des Gardelanciers Oberstleutnants Wilhelm Ritgen.




Die meisten Bände haben zwischen 130 und 150 Seiten, sind lesenswert und erweitern die Kenntnisse zur napoleonischen Geschichte um Einzelepisoden, die den wenigsten Lesern bekannt sein dürften.
Erwarten Sie jetzt bitte keine komplette Kriegsgeschichte.
Darum geht es nicht in diesen Bänden.
Aber das akribische Nachforschen einzelner Aspekte der napoleonischen Geschichte, bezogen auf die einzelnen Armeen des Rheinbundes und der Verbündeten, ist Herrn Münch auf jeden Fall gelungen.
Ich selbst konnte sogar – zumindest in zwei kleinen Teilaspekten – hier etwas beitragen.
Herr Münch nahm mit mir vor ein paar Jahren Kontakt auf, und so finden sich zwei meiner BLOG Berichte fast ungekürzt in zwei Büchern wieder; und zwar in den Bänden über die Frankfurter Truppen und über das lippische Kontingent während des Spanienfeldzuges.
Bestellen können Sie die Bücher direkt über den Engelsdorfer Verlag oder auch bei den üblichen Verdächtigen des Buchhandels.
Jetzt kommt aber demnächst ein Mammutwerk heraus.
Herr Münch hat sich dazu entschieden ein „Opus Magnum“, wie er das so schön bezeichnet, herauszubringen, wo einige dieser Bände zusammengefasst und neu präsentiert werden.
In 30 Kapiteln, werden auf vermutlich 700 Seiten die Ergebnisse seiner Arbeit zusammengefasst dargestellt.
50 Farbabbildungen sind angekündigt.
Der Titel wird folgendermaßen lauten:
Reinhard Münch: Unter den Fahnen Napoleons. Die Verbündeten 1806 bis 1813.


Das Buch wird um die 80,- € kosten. Das einmal vorweggesagt.
Aber nach meiner Meinung wird es das auch wert sein.
Wir, die Sammler und Enthusiasten, haben unzählige Uniformbände zum immer gleichen Thema. Ich schließe mich da nicht aus, und freue mich auch darüber.
Schön wäre es, wenn jetzt auch ein deutscher Autor, der sich in diese Teilaspekte napoleonischer Geschichte als Spezialist eingearbeitet hat, Ihre Aufmerksamkeit finden würde.
Es ist ein Projekt, das man nach meiner Meinung unterstützen muss.
Natürlich habe auch ich den Plan, irgendwann einmal meine Artikel zur napoleonischen Geschichte in Buchform herauszubringen.
Aber das wird wohl noch etwas dauern, weil mir einfach die Zeit fehlt diesen Plan zufriedenstellend umzusetzen.
Bücher schreiben dauert einfach länger, als BLOG Einträge in den Äther zu hacken.
Deshalb meinen Respekt für die Arbeit von Herrn Münch, und ich hoffe, dass dieser kleine Artikel beitragen wird die Reihe und auch das „Opus magnum“ bekannter zu machen.
Am besten schon mal ein paar Testbände bestellen – ich empfehle natürlich die Bände über Frankfurt und Lippe 😉 – und dann die Vorbestellung für das im Juli/August erscheinende Werk schon einmal auf die Liste nehmen.
Ich jedenfalls freue mich schon darauf.

Sonntag, 8. Mai 2022

Hougoumont

Viele Jahre war es für die meisten Geschichtsinteressierten ein Traum.
Einmal auf dem Schlachtfeld von Waterloo durch den Gutshof von Hougoumont schlendern.
Einige Besucher wollten sich mit diesem Gefühl nicht zufriedengeben.
Die ignorierten die Privatsphäre des damaligen Besitzers und versuchten sich heimlich auf das Grundstück zu schleichen.
Die meisten wählten damals den Weg des französischen Sturmtrupps von 1815 und versuchten über das ehemalige Nordtor auf das Gelände zu kommen.
Ein Horror für den Pächter.
Seit 2015 ist dies nicht mehr notwendig. Der Hof wurde in ein Museum verwandelt, dessen Besuch auf jeden Fall lohnt.


Ich hatte schon einmal an dieser Stelle über das neue Erlebnis geschrieben:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Hougoumont - Waterloo 2016 (thrifles.blogspot.com)
Heute möchte ich einmal genauer auf die wichtigsten Besichtigungspunkte eingehen, die Sie als Besucher hier erwarten.
Zur Illustration verwende ich an dieser Stelle das neue 3D gedruckte Modell von Jens Najewitz.
Moritz Büsgen, Hauptmann im 1. Bataillon des 2. Nassauischen Infanterieregiments hat eine genaue Beschreibung des Gutshofes vor der Schlacht der Nachwelt hinterlassen:
„Dieses Rechteck war innen in zwei Teile gegliedert; ein Wohnhaus und einen Torbogen mit einem Tor. Der obere Teil bestand aus dem großen Wohnhaus und den Gebäuden des Gutshofs, der untere Teil aus den Ställen und Scheunen. Jeder Abschnitt hatte ein großes Tor, wobei das obere Tor den feindlichen Positionen gegenüber lag, und das untere Tor in entgegengesetzter Richtung…An den Gutshof grenzte der Gemüsegarten, der vorn und links durch eine fünf bis sechs Fuß hohe Mauer und hinten durch eine Hecke umschlossen war. Die Mauer lag vor einem Wald mit hohen Bäumen und war wenige Schritte davor durch ein nicht sehr dichtes Gebüsch verborgen. Links vom Gemüsegarten befand sich ein Obstgarten, aber ohne Zugang zum Garten. Vorn war dieser Obstgarten von einer Hecke eingeschlossen, die entlang der Gartenmauer wuchs, nach hinten war er aber geöffnet. Die Gebäude und der Gemüsegarten waren vom Feind durch den Wald vorne verdeckt.“







Der heutige Zustand des Gutshofs steht in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen der Schlacht.
Gegen drei Uhr nachmittags am 18. Juni 1815 begann der Beschuss des Hofes mit Mörsergranaten, also nachdem schon einige Sturmangriffe gescheitert waren.
Der Beschuss setzte die meisten Gebäude in Brand, die dann nach der Schlacht nicht mehr komplett aufgebaut wurden.
Vor allem der Verlust des schlossartigen Gebäudes in der Mitte von Hougoumont ist ein wirklicher Verlust (Punkt 1 im Bild).
Vom ehemaligen, im Jahr 1815, repräsentativen Gebäudekomplex, stehen heute nur noch 3 Gebäude.
Die Südfront wird durch das sogenannte Pförtnerhaus (Punkt 2) und die umlaufenden Mauern dominiert.
Hier an dieser Stelle fanden während der Schlacht die schwersten Kampfhandlungen statt.
Die französischen Angriffskolonnen versuchten an dieser Stelle durchzubrechen, das Tor zu stürmen oder über die Mauern zu kommen. Über diese hinweg, und durch improvisierte Schützenlöcher hindurch, schossen Einheiten der englischen Garde, aber auch andere Soldaten der Verbündeten, ununterbrochen in diese Angreifer hinein.
In Hougoumont selbst kämpften Soldaten aus drei britischen Regimentern.
Die beiden leichten Kompanien der First Foot Guards (leichte Kompaien des 2. und 3. Bataillons der 1. Foot Guards) kämpften im Obstgarten unter Führung von Lt.-Colonel Lord Saltoun. Der Umkreis des Gutshofs und des Gartens wurde von Soldaten der Coldstream Guards verteidigt. Diese standen unter dem Kommando von Lt.-Colonel James McDonell und Lt.-Colonel Alexander Woodford. Die 3rd Foot Guards (Scots Guards) kämpften im Obstgarten und an der Westflanke unter dem Kommando von Colonel Francis Hepburn und Lt.-Colonel Francis Home.
Insgesamt wurden im Verlauf der Schlacht 18. Kompanien mit über 2200 Mann der englischen Garde in Hougoumont eingesetzt.
 
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich direkt am Pförtnerhaus auch die Gedenktafeln der Garden befinden.






Quasi um die Ecke, an der Mauer, die sich dann zum Garten verlängert, finden Sie die Gedenktafel für Brigadegeneral Baudin, der hier bei Hougoumont die französische 1. Brigade der 6. Infanteriedivision kommandierte und fiel. (Punkt 3)
Im Innern des Gehöftes finden Sie eine relativ neue Gedenktafel aus dem Jahr 2015, und zwar in deutscher Sprache. Hier würdigt S.K.H. Henri, der Großherzog von Luxemburg, die bei Hougoumont eingesetzten Nassauer Truppen. Der Großherzog ist dynastisch gesehen nominell auch der Herzog von Nassau. (Punkt 4)
Soldaten aus Hannover (1. Komp. Feldjägerkorps, 100 Mann, Teile der Bataillone Grubenhagen und Lüneburg, je 50 Mann) und das 1. Bataillon des 2. herzoglich nassauische Infanterieregiments (insgesamt 810 Mann) waren bereits zu Beginn der Schlacht im Wald direkt vor dem Südtor, aber auch im Gebäudekomplex sowie im Garten eingesetzt.
Insgesamt waren um 11:30 Uhr in Hougoumont 1210 Mann stationiert.
Neben den Deutschen noch die Lt.Coy 2/Coldstream Guards, Lt.Coy 2/3 Guards mit jeweils 100 Mann. Saltoun war mit seinen First Guards um diese Zeit nicht im Obstgarten. Wellington hatte sie zurückbeordert. Gegen 12:15 besetzten sie dann wieder den Obstgarten.
Der Anteil der deutschen Truppen in Hougoumont war also erheblich.
Gegen Ende der Schlacht unterstützten dann noch Einheiten aus Braunschweig, Hannover (Bat. Salzgitter) und die KGL die Verteidiger und halfen bei der Vertreibung der Franzosen aus dem Obstgarten und dem Wald
An den Resten der Kapelle im Innern des Gebäudekomplexes findet sich das historische Holzkreuz aus dem 16. Jahrhundert, das erstaunlicherweise fast unversehrt den Brand von Hougoumont überstanden hatte. 2009 restauriert, wurde es 2011 gestohlen, und 2014 in einer Garage in Braine-L’Alleud wiedergefunden.


Heute ist es wieder an seinem angestammten Platz zu finden. (Punkt 5)
An der großen Scheune, die heute als Museum genutzt wird, findet sich die Gedenktafel des Royal Waggon Trains. (Punkt 6)



Ohne die aufopfernde Leistung der Männer des RWT wäre eine Versorgung Hougoumonts mit Munition nicht möglich gewesen. Legendär ist in diesem Zusammenhang der Einsatz des Gefreiten Joseph Brewster, der am späten Nachmittag des 18. Juni dringend benötigte Munition unter feindlichem Beschuss sprichwörtlich in letzter Minute durch das Nordtor brachte.
Hier am Nordtor, das nebenbei bemerkt wieder im Look von 1815 rekonstruiert wurde, findet sich ein sehr großes Monument. (Punkt 7 und 8)


Mit diesem Denkmal wird des kritischen Moments gedacht, als es einem französischen Stoßtrupp gelang durch das Nordtor in das Gehöft einzubrechen. Die Angreifer wurden allerdings von den Verteidigern gestoppt, und bis auf den Trommlerjungen getötet.
Das Denkmal ist übrigens auch im übertragenen Sinne zu verstehen.
Die Inschrift „Closing the gates on war” soll auch anzeigen, dass mit dem Ende der Schlacht von Waterloo, die Ära der napoleonischen Kriege und die jahrhundertealte Feindschaft zwischen Frankreich und England beendet wurde.
Der ehemals im flämischen Stil gestaltete repräsentative Lustgarten ist seit der Schlacht nur noch eine Wiese. (Punkt 9)
Im östlichen Teil findet der heutige Besucher das französische Ehrenmal „Aux soldats francais morts à Hougoumont.“ (Punkt 10)


Der Obstgarten, heute als solcher nicht mehr erkennbar, schloss östlich an dieses Gartenstück an. Dieses Grundstück war ca. 275 qm groß, mit ausgewachsenen Obstbäumen bestückt, und auf drei Seiten von dichten Hecken umsäumt. (Punkt 11)
Nachdem die Angriffe der Franzosen auf die Tore gescheitert waren, versuchte man an dieser Stelle zu einer Entscheidung zu kommen.
Zweimal schlugen die Franzosen die First und Third Guards an dieser Stelle zurück, wurden dann aber durch das Feuer der Coldstream Guards, die hinter der Mauer des Obstgartens standen, aufgehalten.
„Erneut wurden wir auf dem Flügel umgangen…und zurückgedrängt…und erneut erwiesen uns die Coldstream einen guten Dienst. Diese Schüsse waren die eigentliche Stärke unserer Position… Während dieser Zeit war mir nicht bewusst, was andernorts vor sich ging.“ (Colonel Francis Hepburn, 3rd Guards).
An der Gartenmauer findet sich noch eine Gedenktafel zu Ehren Thomas Crauford’s, 3rd Guards, der in Hougoumont fiel. (Punkt 12)


Zwei Gräbern werden Sie auch begegnen, wenn Sie als Besucher durch den Garten schlendern. 
(Punkt 13)



Eines von Sergeant Major Edward Cotton, 7th Hussars, der die Schlacht überlebte, und sich nach dem Krieg in Mont Saint Jean niederließ, ein Museum betrieb und seine Erlebnisse in seinem Buch „Eine Stimme aus Waterloo“ niederschrieb.
Der andere Grabstein gedenkt Major John Lucie Blackman, Coldstream Guards, der gegen Ende der Schlacht hier in Hougoumont fiel, und dann auch hier begraben wurde.
Bei den beiden Gräbern handelt es sich um Ausnahmen.
Generell wurden die Gefallenen der Schlacht bei Waterloo in Massengräbern beigesetzt; einige Soldaten auf Friedhöfen der Umgebung.
Halten Sie also die Augen beim nächsten Besuch in Hougoumont auf. Dann entdecken Sie die hier im Bericht beschriebenen Gedenktafeln und Denkmäler.



 
Der Bericht basiert auf einer Broschüre des Museums in Hougoumont, die auch in deutscher Sprache erhältlich ist.



 
 
For many years it was a dream for most history buffs.
Stroll around the Hougoumont estate on the Waterloo battlefield.
Some visitors did not want to be satisfied with this feeling.
They ignored the privacy of the then owner and tried to sneak into the property secretly.
At that time, most of them chose the route taken by the French soldiers of 1815 and tried to get onto the site via the former north gate.
A horror for the tenant.
Since 2015 this is no longer necessary. The farm has been turned into a museum, which is definitely worth a visit.
I had previously written about the new experience here:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Hougoumont - Waterloo 2016 (thrifles.blogspot.com)
 
Today I would like to go into more detail about the most important sights that await you as a visitor here.
At this point I use the new 3D printed model by Jens Najewitz for illustration.
Moritz Büsgen, Captain in the 1st Battalion of the 2nd Nassau Infantry Regiment, left a detailed description of the manor before the battle for posterity:
“This rectangle was internally divided into two parts; a dwelling house and an archway with a gate. The upper part consisted of the large house and the buildings of the manor, the lower part of the stables and barns. Each section had a large gate, with the upper gate facing the enemy positions, and the lower gate facing the opposite direction... The manor house was bordered by the vegetable garden, which was enclosed on the front and left by a wall five to six feet high and on the back by a hedge was. The wall lay in front of a forest with tall trees and was hidden a few steps from it by a not very dense bush. To the left of the vegetable garden was an orchard, but with no access to the garden. This orchard was enclosed at the front by a hedge that grew along the garden wall, but was open to the rear. The buildings and the vegetable garden were hidden from the enemy by the forest in front.”
Today's condition of the manor is directly related to the events of the battle.
Around three o'clock in the afternoon on June 18, 1815, the shelling of the yard with mortar shells began, after several assault attacks had already failed.
The shelling set fire to most of the buildings, which were not fully rebuilt after the battle.
In particular, the loss of the castle-like building in the middle of Hougoumont is a real loss.
From the former representative building complex in 1815, only 3 buildings are left today.
The southern front is dominated by the so-called gatehouse and the surrounding walls.
It was here at this point that the heaviest fighting took place during the battle.
The French attack columns tried to break through at this point, to storm the gate or to get over the walls. Across these, and through improvised foxholes, units of the English Guard, but also other Allied soldiers, fired continuously at these attackers.
In Hougoumont itself, soldiers from three British regiments fought.
The two light companies of the First Foot Guards (light companies of the 2nd and 3rd Battalions of the 1st Foot Guards) fought in the orchard led by Lt.-Colonel Lord Saltoun. The perimeter of the manor and garden was defended by Coldstream Guards soldiers. These were under the command of Lt.-Colonel James McDonell and Lt.-Colonel Alexander Woodford. The 3rd Foot Guards (Scots Guards) fought in the orchard and west flank under the command of Colonel Francis Hepburn and Lt.-Colonel Francis Home.
A total of 18 companies with over 2,200 men of the English Guards were deployed in Hougoumont during the course of the battle.
So it is not surprising that the commemorative plaques of the guards are located directly at the gatehouse.
Almost around the corner, on the wall, which then extends to the garden, you will find the memorial plaque for Brigadier General Baudin, who commanded the French 1st Brigade of the 6th Infantry Division here at Hougoumont and died.
Inside the homestead you will find a relatively recent commemorative plaque from 2015, in German. Here, H.R.H. Henri, the Grand Duke of Luxembourg, the Nassau troops deployed at Hougoumont. The Grand Duke is also nominally the Duke of Nassau dynastically.
Soldiers from Hanover (1st company Feldjägerkorps, 100 men, parts of the Grubenhagen and Lüneburg battalions, 50 men each) and the 1st battalion of the 2nd ducal Nassau infantry regiment (a total of 810 men) were right in front of the forest at the beginning of the battle the south gate, but also in the building complex and in the garden.
A total of 1,210 men were stationed at Hougoumont at 11:30 a.m.
In addition to the Germans, the Lt.Coy 2/Coldstream Guards, Lt.Coy 2/3 Guards with 100 men each. Saltoun was not in the orchard with his First Guards at this time. Wellington had ordered them back. At around 12:15 they occupied the orchard again.
So the proportion of German troops in Hougoumont was significant.
Towards the end of the battle, units from Braunschweig, Hanover (Bat. Salzgitter) and the KGL supported the defenders and helped drive the French out of the orchard and forest
On the remains of the chapel inside the building complex is the historic wooden cross from the 16th century, which surprisingly survived the Hougoumont fire almost unscathed. Restored in 2009, it was stolen in 2011 and found in a garage in Braine-L'Alleud in 2014.
Today it is back at its original place.
The Royal Waggon Train plaque is attached to the large barn, which is now a museum.
It would not have been possible to supply Hougoumont with ammunition without the self-sacrificing efforts of the RWT men. Legendary in this context is the deployment of Private Joseph Brewster, who brought urgently needed ammunition through the north gate at the last minute in the late afternoon of June 18 under enemy fire.
Here at the north gate, which by the way was reconstructed in the look of 1815, there is a very large monument.
This memorial commemorates the critical moment when a French raiding party managed to break into the homestead through the north gate. The attackers, however, were stopped by the defenders and killed except for the drummer boy.
Incidentally, the monument can also be understood in a figurative sense.
The inscription "Closing the gates on war" is also intended to indicate that with the end of the Battle of Waterloo, the era of the Napoleonic Wars and the centuries-old enmity between France and England came to an end.
The representative garden, formerly designed in the Flemish style, has only been a meadow since the battle. In the eastern part, today's visitor will find the French memorial "Aux soldats francais morts à Hougoumont."
The orchard, no longer recognizable as such today, adjoined this piece of garden to the east. This property was about 275 square meters, stocked with mature fruit trees and surrounded on three sides by dense hedges.
After the French attacks on the gates had failed, an attempt was made to come to a decision at this point.
Twice the French repulsed the First and Third Guards at this point, but were then stopped by fire from the Coldstream Guards stationed behind the orchard wall.
"Again we were bypassed on the wing...and pushed back...and again the Coldstreams did us a good service. Those shots were the real strength of our position...During that time I was unaware of what was going on elsewhere.” (Colonel Francis Hepburn, 3rd Guards).
On the garden wall there is still a plaque in honor of Thomas Crauford, 3rd Guards, who fell at Hougoumont.
You will also come across two graves when you stroll through the garden as a visitor.
One of Sergeant Major Edward Cotton, 7th Hussars, who survived the battle and settled in Mont Saint Jean after the war, ran a museum and wrote of his experiences in his book A Voice from Waterloo.
The other headstone commemorates Major John Lucie Blackman, Coldstream Guards, who died here at Hougoumont towards the end of the battle and was then buried here as well.
The two graves are exceptions.
In general, the fallen of the Battle of Waterloo were buried in mass graves; some soldiers in cemeteries in the area.
So keep your eyes peeled the next time you visit Hougoumont. Then discover the plaques and monuments described here in the report.
 
The report is based on a brochure from the museum in Hougoumont, which is also available in German language.