Samstag, 4. Juli 2026

1776 - 250th anniversary, the military aspects

Heute feiern die USA den 4. Juli. Ihren Nationalfeiertag. Den Tag an dem die Unabhängigkeitserklärung vom Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia verabschiedet wurde.
Dieses Jahr 2026 ist ein besonderes Jahr, denn es ist der 250. Jahrestag der Declaration of Independence.
Militärisch sah es in diesem Jahr 1776 allerdings zunächst nicht gut aus. Der Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges war bereits im Jahr 1775 zu verzeichnen. Nachdem sich die politischen und handelspolitischen Interessenkonflikte der Kolonien mit dem Mutterland bereits in den End 1760er Jahren und frühen 1770er Jahren immer mehr gesteigert hatten, markierte der 19. April 1775 mit den Gefechten bei Lexington und Concord den Ausbruch des Krieges. Amerikanische Milizen hatten den offenen Kampf gewagt und die Briten zogen sich nach Boston zurück. Am 2. Juli 1775 erhielt der Virginier George Washington den Oberbefehl über die neugegründete Kontinentalarmee, eine Armee in einer Stärke von 15.000 Mann, die aus Kontingenten der einzelnen Provinzstaaten bestand. Dieser Armee standen britische Regimenter, deutsche Regimenter, die durch sogenannte Subsidien Verträge von den Engländern angeworben waren, was damals übrigens kein Einzelfall und auch kein Novum darstellte, aus amerikanischen Loyalisten gebildete Einheiten und auch indianische Verbündete gegenüber. Nicht vergessen sollte man, dass Kanada zu diesem Zeitpunkt ebenfalls englische Kolonie war, und somit in Gegnerschaft zu den 13. Amerikanischen Kolonien stand.



Kommen wir zurück zum Jahr 1776. Bereits im Jahr zuvor wurde Boston von amerikanischen Einheiten belagert. Die Schlacht von Bunker Hill am 17. Juni 1775 wurde zwar von den Engländern unter hohen Verlusten gewonnen, führte aber nicht zum Abbruch der Belagerung. Jetzt zu Beginn des Jahres 1776 spitzte sich die Lage in Boston zu. Im März war es Washington gelungen schwere Artillerie auf die Dorchester Heights zu bringen. Die Briten erkannten die Gefahr und evakuierten Boston am 17. März 1776. Die Inbesitznahme Bostons wurde definitiv als Erfolg der amerikanischen Armee bewertet. Nach dem Erfolg vor Boston änderten die Briten allerdings ihre Strategie. Man wollte durch die Einnahme New Yorks die Kolonien spalten und aus einer Mittelposition heraus entsprechend operieren.
Im August kam es zur Schlacht von Long Island. Die britischen Truppen unter General Howe flankierten die Amerikaner und fügten ihnen eine schwere Niederlage zu. Nur ein nächtlicher Rückzug über den East River im dichten Nebel rettete Washingtons Armee vor der kompletten Vernichtung.
Im September landeten die Briten auf Manhattan Island. Im Gefecht von Kips Bay (15. September 1776) flohen die amerikanischen Milizen und die Briten konnten New York besetzen. Einen Tag später gelang es Washingtons Truppen auf den Anhöhen von Manhattan, einen britischen Vorstoß zurückzuschlagen. Das Gefecht brachte kaum strategischen Raumgewinn, half aber die Moral der Amerikaner zu verbessern.
Von September bis November wurden die Amerikaner Schritt für Schritt aus Manhattan, Fort Washington und Fort Lee vertrieben.
Im Gefecht von Pell’s Point am 18. Oktober 1776 hatte noch eine kleine amerikanische Vorhut den britischen Vormarsch in der heutigen Bronx lang genug aufgehalten, um der Hauptarmee den Rückzug nach Norden zu ermöglichen.  Wenn auch ein britischer taktischer Sieg, so war dieses Gefecht doch durch den strategischen amerikanischen Erfolg geprägt.
In der Schlacht von White Plains am 28. Oktober 1776 griff General Howe Washingtons neue Verteidigungslinien nördlich von New York an. Nach harten Kämpfen, bei denen auch hessische Regimenter eine zentrale Rolle spielten, mussten sich die Amerikaner weiter zurückziehen.
Im nächsten Monat, am 16. November 1776, stürmten die Briten und Hessen die letzte amerikanische Festung auf Manhattan Island (Schlacht von Fort Washington). Über 2.800 amerikanische Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft; ein großer Verlust und eine schmerzhafte Niederlage für die Rebellen. Auch das gegenüberliegende Fort Lee in New Jersey musste geräumt werden.
Washingtons Armee war nun gezwungen sich durch New Jersey über den Delaware River nach Pennsylvania zurückziehen. Die Moral war auf dem Tiefpunkt, Soldaten desertierten massenhaft, selbst der Kongress musste aus Philadelphia fliehen. Er zog sich nach Baltimore, Maryland zurück.
Kommen wir noch einmal zur Nordfront zurück. Hier hatten die Rebellen im Jahr 1775 den Plan die Provinz Quebec zu erobern und als 14. Kolonie zu gewinnen, um von hier aus etwaige Angriffe der Engländer in den Süden zu unterbinden. Bereits am 10. Mai 1775 hatten Benedict Arnold und Ethan Allen die kleine britische Garnison in Ticonderoga überrascht und das Fort eingenommen. Die Kanonen des Forts waren unter anderem diejenigen, die im darauffolgenden Jahr auf den Höhenzügen vor Boston erscheinen sollten.
















Im Spätsommer autorisierte der Kontinentalkongress den Angriff auf Kanada. Die Invasion wurde als Zangenangriff über zwei verschiedene Routen geplant. General Montgomery sollte über eine westliche Route von Ticonderoga mit rund 1.200 Mann über den Lake Champlain und den Richelieu-Fluss nach Norden vorstoßen. Arnold führte zeitgleich über eine östliche Route rund 1.100 durch die unberührte, eiskalte Wildnis von Maine. Nur etwa 600 Mann überlebten die Strapazen auf diesem Marsch.
Die Amerikaner unter Montgomery belagerten zunächst von September bis November das britische Fort Saint-Jean. Am 3. November kapitulierte das Fort. Dieser lange Widerstand kostete die Amerikaner jedoch wertvolle Zeit, da der eisige kanadische Winter bereits vor der Tür stand. Dennoch gelang es ihm am 13. November Montreal einzunehmen. Die Engländer verschanzten sich allerdings im Fort Quebec.
Vor Quebec vereinigten sich dann Montgomerys und Arnolds Armeen. Am 31. Dezember griffen sie an. Die Engländer und kanadischen Milizen hielten stand. Montgomery wurde getötet, Arnold schwer am Bein verwundet, 400 Amerikaner wurden gefangen genommen. Das Jahr endete für die Amerikaner im kanadischen Grenzraum im Desaster. Zwar hielten Arnolds verbliebene, hungernde Truppen im beginnenden Jahr 1776 eine lose Belagerung von Québec aufrecht, doch der Plan, Kanada zu einem Teil der amerikanischen Revolution zu machen, war in der Silvesternacht 1775 gescheitert. Die Belagerung wurde zwar noch bis zum Mai 1976 aufrechterhalten, als allerdings am 6. Mai 1776 drei britische Kriegsschiffe mit einer Vorhut der britischen Ersatzarmee anlandeten, griffen die englischen Verteidiger Quebecs sofort die geschwächten Amerikaner an, die unter Zurücklassung von Kanonen, Zelten, Vorräten, Kranken und Verwundeten panisch Richtung Montreal flohen.
Am 25. März 1776 kam es zu einem Gefecht bei Saint-Pierre, das mit einem amerikanischen Sieg endete, und vom 18. bis 27. Mai zum Gefecht „of the cedars“, einer Reihe von kleineren Scharmützeln zwischen Amerikaner auf der einen, und britischen und indigenen Verbündeten auf der anderen Seite, die mit einem Sieg der Briten endeten.
Die entscheidende Schlacht fand dann bei Trois-Rivières am 8. Juni 1776 statt. Der Sieg der Briten und Kanadier führte zum Rückzug der Amerikaner aus Quebec.
Eine weitere, recht ungewöhnliche Schlacht in dieser Region, war das Seegefecht bei Valcour Island am 11. Oktober 1776. Auf dem Lake Champlain stellte sich eine hastig gebaute amerikanische Flotte unter Benedict Arnold den vordringenden Briten entgegen. Arnold verlor fast alle seine Schiffe, verzögerte den britischen Vorstoß aus Kanada nach Süden jedoch so entscheidend, dass der Angriff auf das Hudson-Tal ins nächste Jahr verschoben werden musste.













Gehen wir nun in den Süden.
Auch in den südlichen Kolonien war es zu Gefechten im Jahr 1776 gekommen. In der Schlacht von Moore’s Creek Bridge am 27. Februar 1776 in North Carolina besiegten patriotische Milizen eine Truppe schottischer Highland-Loyalisten. Der Sieg verhinderte einen frühen britischen Einmarsch in die südlichen Kolonien.
In der Schlacht von Sullivan’s Island (Belagerung von Charleston) am 28. Juni 1776 versuchte eine britische Flotte, die strategisch wichtige Hafenstadt Charleston in South Carolina zu erobern. Das dortige amerikanische Fort hielt dem schweren Bombardement stand und schlug die Flotte in die Flucht.
Im Süden war es also zu amerikanischen Erfolgen gekommen. Die Briten erkannten, dass der Süden vorerst nicht im Vorbeigehen zu erobern war, zogen ihre Truppen ab und konzentrierten sich stattdessen auf New York. Es sollte drei Jahre dauern (bis Ende 1778/1779), bis die Briten eine neue Offensive im Süden wagten.
Auch die indigenen Völker Amerikas wurden ähnlich wie im French-Indian War (1754 -1763) in den Konflikt hineingezogen. Stand damals noch der Großteil auf französischer und nicht auf englischer Seite, so war es nun so, dass die meisten Stämme den Kolonien und ihren Expansionsbestrebungen nicht trauten. Anfang versuchte man sich noch neutral zu verhalten, aber bereits 1775 schlug man sich mehrheitlich auf die englische Seite. Die britische Krone hatte den Kolonisten per Gesetz im Jahr 1776 verboten, westlich der Appalachen-Berge zu siedeln. Die amerikanischen Kolonisten ignorierten dieses Verbot und drangen illegal nach Westen. Die hier ansässigen Indianer wurden dabei vertrieben. Aus Sicht der Ureinwohner waren die amerikanischen Rebellen die eigentliche Bedrohung für ihre Heimat.
Dennoch verbündeten sich einige Stämme, wie der Stockbridge Stamm, die Oneida und die Tuscarora mit den Amerikanern.
Damit war aber auch die alte Irokesen-Föderation zerstört, weil die Spaltung durch die eigenen Reihen ging. Oneida, Tuscarora standen auf der einen, Mohawk, Seneca, Cayuga und Onondaga auf der anderen Seite.
Im Norden spielten indigene Krieger eine entscheidende Rolle dabei, die amerikanische Invasion in Kanada endgültig zurückzuschlagen und die britische Gegenoffensive zu unterstützen. Westlich von Montreal hielt eine kleine amerikanische Garnison den Posten bei „The Cedars“. Eine kombinierte Streitmacht aus rund 150 britischen Soldaten und über 500 indigenen Kriegern (hauptsächlich Irokesen aus den katholischen Missionen wie Kahnawake sowie Kanesatake) belagerte den Posten. Die Amerikaner ergaben sich panisch. Als eine amerikanische Entsatztruppe anrückte, wurde sie von den indigenen Kriegern im Wald abgefangen und ebenfalls zur Kapitulation gezwungen (Hinterhalt bei Quinze-Chênes am 20. Mai).
Im Süden kam es im Juni/Juli 1776 zu den Angriffen der Cherokee. Es kam zu zahlreichen Scharmützeln, wie dem Gefecht bei Island Flats (im heutigen Tennessee) am 20. Juli 1776, bei dem die amerikanische Miliz einen Hinterhalt der Cherokee abwehren konnte. Ein weiterer Angriff auf das strategisch wichtige Fort Watauga (21. Juli 1776) scheiterte nach einer zweiwöchigen Belagerung durch die Siedler. Die amerikanische Strafexpedition (August – Oktober 1776) war von beispielloser Härte. Über 4.000 Milizionäre aus den vier betroffenen Südstaaten (North Carolina, South Carolina, Georgia und Virginia) marschierten in einer koordinierten Zangenoffensive in das Territorium der Cherokee ein. Die Cherokee zogen sich in die Wälder zurück. Die Amerikaner brannten über 50 indianische Städte und Dörfer nieder, vernichteten die gesamte Maisernte und trieben Frauen und Kinder in die Flucht. Der überlebende Teil der Cherokee musste im Folgejahr Friedensverträge unterschreiben und große Gebiete an die Amerikaner abgeben.














Festzuhalten bleibt, dass das Jahr 1776 vor allem im Norden und im Raum New York für die Amerikaner fast schon als Unglücksjahr zu bezeichnen war. Wenn, ja wenn es nicht den Dezember 1776 gegeben hätte.
Am 8. Dezember hatte Washington mit knapp 3000 demoralisierten und geschlagenen amerikanischen Soldaten den Delaware überschritten. Alle im Umkreis verfügbaren Boote wurden zerstört oder requiriert, um die Briten an einem Übersetzen zu hindern. Gleichzeitig endete offiziell die Dienstzeit fast aller seiner verbliebenen Soldaten am 31. Dezember.
Trotz dieser widrigen Umstände entschied Washington das Unmögliche. Er wollte nicht aufgeben, nicht verzweifeln. Er ließ Truppen zusammenziehen, bis er wieder 6000 Mann unter den Waffen hatte. Gleichzeitig hatte er Informationen erhalten, dass die Briten ihre Armee aufgeteilt hatten und ein Außenposten in Trenton (New Jersey), direkt auf der anderen Flussseite, nur von rund 1.400 hessischen Soldaten besetzt war. Und er entschied etwas, was wenige in seiner Situation entschieden hätten: Er befahl den Angriff auf Trenton in der Weihnachtsnacht vom 25. auf den 26. Dezember.
Trotz Treibeis, Sturm und Schnee setzten die Amerikaner über. Sie trafen auf die völlig überraschten Hessen. Über 900 Hessen gerieten in Gefangenschaft, Oberst Rall wurde tödlich verwundet. Washington verlor selbst keinen einzigen Soldaten im Kampf (zwei Männer starben auf dem Marsch an Erfrierungen).
Mit diesem Überraschungscoup und seiner Rede an die Soldaten am 31. Dezember 1776, in der er an ihren Glauben und ihre Stärke appellierte, endete das Jahr 1776.
Die meisten Männer verlängerten ihre Dienstzeit, auch motiviert durch den jüngsten Erfolg bei Trenton. Der Mythos Washington war geboren.
Ohne diese entscheidenden Tage im Dezember hätte es schlecht ausgesehen für die Revolution. Dank dieser Tage feiern die Amerikaner heute Ihren 250. Jahrestag.
 
Herzlichen Glückwunsch USA
 
P.S.: Die Figuren, die sie im Bild sehen, sind die Miniaturen meines Freundes Sven. Leider konnten wir diese Woche wegen Terminschwierigkeiten keine neue AWI Schlacht führen. Aber ich denke, dass werden wir demnächst nach unserer Sommerpause nachholen. Die Bilder stammen aus diversen Berichten meines BLOGS, die sich mit dem Thema AWI auseinandersetzen.
 
 
Today, the USA celebrates July 4th, its national holiday. It commemorates the day the Declaration of Independence was adopted by the Second Continental Congress in Philadelphia.
This year, 2026, is a special one, as it marks the 250th anniversary of the Declaration of Independence.
Militarily, however, things didn't look good in 1776. The outbreak of the Revolutionary War had already begun in 1775. After the political and trade conflicts between the colonies and the mother country had intensified in the late 1760s and early 1770s, the Battles of Lexington and Concord on April 19, 1775, marked the outbreak of war. American militias had taken up open combat, and the British retreated to Boston. On July 2, 1775, George Washington of Virginia received supreme command of the newly formed Continental Army, an army of 15,000 men composed of contingents from the individual provincial states. This army faced British regiments, German regiments recruited by the English through subsidy treaties (which, incidentally, was neither unusual nor unprecedented at the time), units formed from American loyalists, and Native American allies. It should not be forgotten that Canada was also an English colony at this time and thus an adversary of the 13 American colonies.
Let's return to the year 1776. Boston had already been besieged by American forces the previous year. Although the Battle of Bunker Hill on June 17, 1775, was won by the English at a heavy cost, it did not lead to the lifting of the siege. Now, at the beginning of 1776, the situation in Boston was escalating. In March, Washington succeeded in bringing heavy artillery to Dorchester Heights. The British recognized the danger and evacuated Boston on March 17, 1776. The capture of Boston was definitively considered a success for the American army. However, after the success at Boston, the British changed their strategy. They wanted to divide the colonies by capturing New York and operate accordingly from a central position.
In August, the Battle of Long Island took place. The British troops under General Howe flanked the Americans and inflicted a heavy defeat. Only a night retreat across the East River in dense fog saved Washington's army from complete annihilation.
In September, the British landed on Manhattan Island. In the Battle of Kips Bay (September 15, 1776), the American militias fled, and the British were able to occupy New York. A day later, Washington's troops on the heights of Manhattan succeeded in repelling a British advance. The battle yielded little strategic territorial gain, but it helped boost American morale.
From September to November, the Americans were gradually driven out of Manhattan, Fort Washington, and Fort Lee.
At the Battle of Pell's Point on October 18, 1776, a small American vanguard had held off the British advance in what is now the Bronx long enough to allow the main army to retreat north. Although a British tactical victory, this battle was nonetheless marked by the strategic American success.
At the Battle of White Plains on October 28, 1776, General Howe attacked Washington's new defensive lines north of New York. After fierce fighting, in which Hessian regiments played a key role, the Americans were forced to retreat further.
The following month, on November 16, 1776, the British and Hessians stormed the last American stronghold on Manhattan Island (Battle of Fort Washington). Over 2,800 American soldiers were taken prisoner. A great loss and a painful defeat for the rebels. Fort Lee, across the river in New Jersey, also had to be abandoned.
Washington's army was now forced to retreat through New Jersey, across the Delaware River, and into Pennsylvania. Morale was at rock bottom, soldiers deserted en masse, and even Congress had to flee Philadelphia. It retreated to Baltimore, Maryland.
Let's return to the northern front. Here, in 1775, the rebels planned to conquer the province of Quebec and acquire it as their 14th colony, in order to use it as a base to prevent any British attacks to the south.
As early as May 10, 1775, Benedict Arnold and Ethan Allen had surprised the small British garrison at Ticonderoga and captured the fort. The fort's cannons were among those that would appear on the high ground outside Boston the following year.
In late summer, the Continental Congress authorized the attack on Canada. The invasion was planned as a pincer movement along two different routes. General Montgomery was to advance north from Ticonderoga via a western route with approximately 1,200 men, crossing Lake Champlain and the Richelieu River. Simultaneously, Arnold led an eastern route with about 1,100 men through the untouched, frigid wilderness of Maine. Only about 600 men survived the hardships of this march.
The Americans under Montgomery initially besieged the British Fort Saint-Jean from September to November. On November 3, the fort surrendered. This prolonged resistance, however, cost the Americans valuable time, as the frigid Canadian winter was already approaching. Nevertheless, they managed to capture Montreal on November 13. The British, however, entrenched themselves in Fort Quebec.
Montgomery's and Arnold's armies then joined forces outside Quebec. On December 31, they attacked. The British and Canadian militias held their ground. Montgomery was killed, Arnold was severely wounded in the leg, and 400 Americans were taken prisoner. The year ended in disaster for the Americans in the Canadian border region. Although Arnold's remaining, starving troops maintained a loose siege of Quebec at the beginning of 1776, the plan to make Canada part of the American Revolution had failed on New Year's Eve 1775. The siege was maintained until May 1776, but when three British warships landed on May 6, 1776, carrying an advance guard of the British reserve army, the English defenders of Quebec immediately attacked the weakened Americans, who fled in panic towards Montreal, abandoning cannons, tents, supplies, the sick, and the wounded.
On March 25, 1776, a skirmish took place at Saint-Pierre, ending in an American victory. From May 18 to 27, the Battle of the Cedars, a series of smaller skirmishes between Americans on one side and British and Indigenous allies on the other, ended in a British victory.
The decisive battle then took place at Trois-Rivières on June 8, 1776. The victory of the British and Canadians led to the American withdrawal from Quebec.
Another rather unusual battle in this region was the naval engagement at Valcour Island on October 11, 1776. On Lake Champlain, a hastily built American fleet under Benedict Arnold confronted the advancing British. Arnold lost almost all of his ships, but he delayed the British advance south from Canada so decisively that the attack on the Hudson Valley had to be postponed until the following year.
Now let's move south.
Battles also took place in the southern colonies in 1776. At the Battle of Moore's Creek Bridge on February 27, 1776, in North Carolina, patriotic militias defeated a force of Scottish Highland loyalists. The victory prevented an early British invasion of the southern colonies.
At the Battle of Sullivan's Island (Siege of Charleston) on June 28, 1776, a British fleet attempted to capture the strategically important port city of Charleston in South Carolina. The American fort there withstood the heavy bombardment and routed the fleet.
Thus, American successes had been achieved in the South. The British realized that the South could not be conquered easily, so they withdrew their troops and concentrated on New York instead. It would be three years (until the end of 1778/1779) before the British dared to launch a new offensive in the South.
The indigenous peoples of the Americas were also drawn into the conflict, much like in the French and Indian War (1754-1763). While the majority had sided with the French rather than the English in the earlier conflict, now most tribes distrusted the colonies and their expansionist ambitions. Initially, they attempted to remain neutral, but by 1775, the majority had sided with the English. The British Crown had legally prohibited the colonists from settling west of the Appalachian Mountains in 1776. The American colonists ignored this prohibition and illegally advanced westward. The Native Americans living there were driven out in the process. From the Native Americans' perspective, the American rebels were the real threat to their homeland.
Nevertheless, some tribes, such as the Stockbridge, Oneida, and Tuscarora, allied themselves with the Americans.
This also destroyed the old Iroquois Confederacy, as the split occurred within its own ranks. The Oneida and Tuscarora were on one side, and the Mohawk, Seneca, Cayuga, and Onondaga on the other.
In the north, Indigenous warriors played a crucial role in finally repelling the American invasion of Canada and supporting the British counter-offensive. West of Montreal, a small American garrison held the post at "The Cedars." A combined force of approximately 150 British soldiers and over 500 Indigenous warriors (mainly Iroquois from Catholic missions such as Kahnawake and Kanesatake) besieged the post. The Americans surrendered in panic. When an American relief force arrived, it was intercepted by the indigenous warriors in the forest and also forced to surrender (Quinze-Chênes ambush on May 20).
In the South, the Cherokee attacks began in June/July 1776. Numerous skirmishes took place, such as the Battle of Island Flats (in present-day Tennessee) on July 20, 1776, in which the American militia repelled a Cherokee ambush. Another attack on the strategically important Fort Watauga (July 21, 1776) failed after a two-week siege by the settlers. The American punitive expedition (August–October 1776) was of unprecedented ferocity. Over 4,000 militiamen from the four affected Southern states (North Carolina, South Carolina, Georgia, and Virginia) marched into Cherokee territory in a coordinated pincer movement. The Cherokee retreated into the forests. The Americans burned over 50 Native American towns and villages, destroyed the entire corn harvest, and drove women and children into exile. The surviving Cherokee were forced to sign peace treaties the following year and cede large territories to the Americans.
It must be said that the year 1776 was almost a disastrous year for the Americans, especially in the North and the New York area. If, that is, it hadn't been for December 1776.
On December 8, Washington crossed the Delaware River with nearly 3,000 demoralized and defeated American soldiers. All available boats in the vicinity were destroyed or requisitioned to prevent the British from crossing. At the same time, the official service of almost all his remaining soldiers ended on December 31.
Despite these adverse circumstances, Washington did the impossible. He refused to give up, refused to despair. He assembled troops until he once again had 6,000 men under arms. At the same time, he had received information that the British had divided their army and that an outpost in Trenton, New Jersey, directly across the river, was manned by only about 1,400 Hessian soldiers. And he decided something few in his situation would have: he ordered an attack on Trenton on Christmas Eve, December 25-26.
Despite drifting ice, storms, and snow, the Americans crossed over. They encountered the completely surprised Hessians. Over 900 Hessians were taken prisoner, and Colonel Rall was mortally wounded. Washington himself lost not a single soldier in the fighting (two men died of frostbite on the march).
With this surprise coup and his speech to the soldiers on December 31, 1776, in which he appealed to their faith and strength, the year 1776 came to a close. Most of the men extended their service, motivated in part by the recent success at Trenton. The Washington myth was born.
Without those crucial days in December, the revolution would have been in dire straits. Thanks to those days, Americans are celebrating their 250th anniversary today.
 
Congratulations, USA!
 
P.S.: The figures you see in the picture are miniatures from my friend Sven. Unfortunately, due to scheduling conflicts, we couldn't have another AWI battle this week. But I think we'll make up for it soon after our summer break. The pictures are from various posts on my blog that deal with the topic of AWI.

Sonntag, 28. Juni 2026

Northstar - Hussite Wars Knights


Ein neues Ritterset ist angekündigt! Ach was, werden jetzt einige sagen. Schön, werden andere ausrufen. Noch eins?, werden andere hinzufügen. Na und irgendwo höre ich auch ein Buhen oder Seufzen, so als ob zehntausende Wargamer in einem Fußballstadium sitzen, und irgendwie mit dieser Ankündigung unzufrieden sind.

Ich hingegen gehöre zu denen, die sich freuen. Ritter kann man nie genug bekommen. Genau so wenig wie neue Römer, Napoleonische Soldaten, Figuren des Zweiten Weltkriegs, um nur einige zu nennen.
Wenn Sie mich persönlich fragen, würde ich mich über ganz andere Dinge als Plastiksets in 28 mm freuen. Zum Beispiel über die Alamo Gegner – Amerikaner vs Mexikaner - , über südamerikanische Truppen der Unabhängigkeitskriege in den ersten Jahrzehnten des 19 Jahrhunderts, über berittene Sioux, über Custers 7th Cavalry, über Türken, Beduinen, französische Fremdenlegionäre der Kolonialkriege. Lustigerweise ist das von mir genannte jetzt auch gar nicht so exotisch, bis auf die südamerikanischen Unabhängigkeitskriege; aber dennoch gibt es diese Themen nicht als Plastikboxen.
In Plastik werden generell die Mainstream Themen abgefrühstückt, also die Themen, die den größten Umsatz versprechen.
Im Grunde hat sich das sicherlich auch Northstar gedacht, aber dennoch haben sie ein Nischenthema aufgenommen. Nischenthema aus dem Grund, weil die angekündigten Boxen zu den Hussitenkriegen, eher ein deutsches und osteuropäisches Thema sind, kein westeuropäisches.
Westeuropa ist ja perfekt durch die Azincourt Reihe der Perries abgedeckt.
Wir haben also den gleichen historischen Zeitraum, allerdings mit einem deutlich anderen Look.
Während wir auf den Schlachtfeldern des Hundertjährigen Krieges über eine sehr lange Zeit die Dominanz des englischen Langbogens erleben, sehen wir in Böhmen die Dominanz von Armbrüsten, frühen Schusswaffen und Wagenburgen. Die Kriegsführung ist tatsächlich eine andere, als die auf den Schlachtfeldern Westeuropas.
Als deutscher Wargamer fühlen sich diese Konflikte auch anders an; und es ist auch nicht nur ein Gefühl, sondern man erkennt auch den Unterschied.
Die meisten von Ihnen kennen die Schlachtbeschreibung von Azincourt im Jahr 1415. Kennen Sie auch die Schlachtbeschreibung von Hiltersried, 1433?
Nachfolgend eine Kurzbeschreibung aus einer historischen Quelle:
„Die Hussiten stellten sich grimmig zur Wehr. Sie hatten auf einer Anhöhe, die heute noch "Hussitenbirl" heißt, ihre Wagenburg aufgebaut, die eine trutzige Festung zu sein schien, denn ihre Wagen waren miteinander verkettet und schienen jedem Angriff zu trotzen. Die tapferen Oberpfälzer nahmen die Wagenburg in die Zange und durchbrachen sie ungestüm. Dann begann ein fürchterlicher Nahkampf. 1177 Tote blieben auf der Walstatt und 330 gerieten verwundet in Gefangenschaft. Nur einem kleinen Rest gelang die Flucht, darunter waren die beiden Hauptleute Pardus und Ritka, die bei Grafenried über die Grenze entkamen. Die Bayern verloren 10 Ritter und 129 Mann. Ganz Deutschland jubelte ob des Sieges bei Hiltersried. Endlich war der Feind überwunden, den man für unüberwindlich hielt.“ (zit. Bei Wikipedia)
Das ist etwas ganz anderes als die offene Feldschlacht bei Azincourt. Hier sitzen die Verteidiger in Wagenburgen, schießen mit Fernwaffen, haben die Wagen mit Kämpfern zu Fuß besetzt, die auch Spezialwaffen nutzen – exemplarisch der Kriegsflegel und die Kriegssense – um von den Plattformen der Kriegswagen hinab den anstürmenden Gegner zu bekämpfen.
Diese Kampfart ist typisch für diesen Zeitraum im Heiligen römischen Reich.
Und zu diesem Konflikt bringt Northstar jetzt Ritter aus; und vom Look passen sie für mich sehr gut.


Wir bekommen einen Gussast, der jede Menge Optionen aufbietet. Die Plattenrüstung ist richtig dargestellt. Man erkennt den für diesen Zeitraum typischen Look.: Platte, verstärkt mit Kettengeflecht, dazu dann als Helm die Hundsgugel und verschiedene Formen der Beckenhaube. Als Waffen erkennt man Schwerter, Kriegshämmer, Äxte und Keulen.
Die Figuren wirken auf den Bildern leicht gedrungener als die Perryfiguren der Azincourt Reihe. Ob man sie mischen kann, wird man sehen.
Mich persönlich stört der andere Look nicht, weil er dann auch figurativ den historischen Unterschied der Konflikte im Westen und im Osten Europas darstellt.
Angekündigt sind auch die Hussiten, deren Waffen und Kriegswägen.
Ich finde es gut, und freue mich eine weitere Baustelle im Mittelalter aufmachen zu können.
Es kann nie genügend Ritter geben, wie ich bereits eingangs erwähnte.
 
Ceterum censeo…
 
 
A new knights set has been announced! Oh, come on, some will say. Great, others will exclaim. Another one?, still others will add. And somewhere I can hear boos or sighs, as if tens of thousands of wargamers are sitting in a football stadium, somehow dissatisfied with this announcement.
I stand, on the other hand, among those who are delighted. You can never have too many knights. Just like you can never have too many new Romans, Napoleonic soldiers, or World War II figures, to name just a few.
If you ask me personally, I'd be excited about something completely different than 28mm plastic sets. For example, the Alamo's adversaries – Americans vs. Mexicans – or South American troops from the Wars of Independence in the early decades of the 19th century, or mounted Sioux, or Custer's 7th Cavalry, or Turks, Bedouins, or French Foreign Legionnaires from the colonial wars. Funnily enough, what I've mentioned isn't even that exotic, except for the South American Wars of Independence; But these themes aren't available as plastic boxes.
Plastic boxes generally only cover mainstream themes, meaning those that promise the highest sales.
Northstar probably thought the same thing, but they still opted for a niche theme. It's a niche theme because the announced Hussite Wars boxes are more of a German and Eastern European theme, not a Western European one.
Western Europe is perfectly covered by the Agincourt series from Perries.
So we have the same historical period, but with a significantly different look.
While we witness the dominance of the English longbow for a very long time on the battlefields of the Hundred Years' War, in Bohemia we see the dominance of crossbows, early firearms, and wagon forts. The warfare is indeed different from that on the battlefields of Western Europe.
For a German wargamer, these conflicts also feel different; and it's not just a feeling, you can actually see the difference.
Most of you are familiar with the account of the Battle of Agincourt from 1415. Are you also familiar with the account of the Battle of Hiltersried from 1433?
The following is a brief description from a historical source:
"The Hussites put up a fierce defense. They had built their wagon fort on a hill, which is still called 'Hussitenbirl' today. It appeared to be a formidable fortress, as their wagons were chained together and seemed to defy any attack. The brave Upper Palatinate troops surrounded the wagon fort and stormed through it. Then a terrible hand-to-hand combat began. 1,177 dead remained on the battlefield, and 330 were wounded and taken prisoner. Only a small remnant managed to escape, among them the two captains Pardus and Ritka, who fled across the border near Grafenried. The Bavarians lost 10 knights and 129 men. All of Germany rejoiced at the victory at Hiltersried. Finally, the enemy, whom they had considered invincible, had been defeated." (quoted from Wikipedia)
This is quite different from the open field battle at Agincourt. Here, the defenders sit in wagon forts, firing ranged weapons. Their wagons are manned by foot soldiers who also use specialized weapons—such as the war flail and the war scythe—to engage the charging enemy from the platforms of the war wagons.
This style of combat is typical for this period in the Holy Roman Empire.
And Northstar is now releasing knights for this conflict; and I think they look very good.
We get a sprue that offers a lot of options. The plate armor is accurately depicted. You can see the typical look for this period: plate, reinforced with chainmail, and then the houndstooth helmet and various forms of bascinet. Weapons include swords, warhammers, axes, and maces.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched. Personally, I don't mind the different look, because it also figuratively represents the historical difference between the conflicts in Western and Eastern Europe.
The Hussites, their weapons, and war chariots have also been announced.
I think it's good, and I'm happy to be able to open up another area of ​​exploration in the Middle Ages.
There can never be enough knights, as I mentioned at the beginning.
 
Ceterum censeo…

Montag, 15. Juni 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Die Helmbarte

Heute stelle ich Ihnen die nächste Einheit meines spätmittelalterlichen Heeresaufgebotes vor. Die Figuren sollen städtische Aufgebote repräsentieren. Jede einzelne Abteilung (eine Base) wird deshalb von einem Ritter/Patrizier angeführt, und bewaffnet sind die Fußknechte mit einer Helmbarte (Hellebarde).


Nun ist es allerdings so, dass die Verbreitung der Nutzung einer Helmbarte in den Regionen Deutschlands um das Jahr 1460 herum unterschiedlich war. Matthias H. Herzer hat in seinem Buch Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter in einem intensiven Quellenstudium nachgewiesen, dass die Verbreitung der Helmbarte in Mittel- und Ostdeutschland sehr gering war. Bei der Untersuchung der thüringischen Harnischregister konnten für 319 Dörfer nur 3 Helmbarten nachgewiesen werden. In Leipzig findet sich die Helmbarte überhaupt nicht.
In einer Heereszugsordnung des Herzogs Wilhelm von Sachsen, im Zusammenhang mit der Hessen-Paderbornischen Fehde, wird die Helmbarte aber wiederum genannt (S. 235 des oben zitierten Buches).
In dieser Region ist die Verbreitung des Spießes wesentlich stärker, was zum einen natürlich auf Kostengründe, zum anderen aber auch auf entsprechende Taktiken zurückzuführen ist. Der Spieß konnte als Hauptwaffe neben einer Pavese viel besser geführt werden, und diente somit als taktisches Element.
Im Süden und Südwesten des Reiches war die Verwendung der Helmbarte häufiger. Die Literatur geht hier von einem Verhältnis von 4:1, 3:1 aus (Spieß : Helmbarte). Auch in der Arsenalliste der Stadt Nürnberg aus dem Jahr 1462 sind 123 „gute Helmbarten“ und 175 „altfränkische Helmbarten“ aufgelistet. Dazu noch diverse Varianten der Mordäxte, die jetzt zwar keine Helmbarten sind, aber, auch wenn kürzer und mit einem Hammerende an der einen Seite, der Helmbarte eher gleichen als einem Spieß. Insgesamt sind in der Inventarliste 943 Mordäxte unterschiedlichen Typs aufgelistet (S. 150 f). Spieße mit langen Eisen sind zwar nur 22 mal aufgeführt, dafür waren aber 21.000 Spießschäfte im Arsenal, und für „alte Spieße und beschlagene Drieschel (eiserne Flegel)“ wird ein Wort verwendet, um die Anzahl zu beschreiben: „Viele“. Man sieht, dass der Spieß hier als Massenprodukt gesehen wurde, während die Helmbarte schon eine Spezialwaffe darstellte.








Leider gibt es keine genauen Informationen für Mainz. Wie ich ja in meinen vorherigen Berichten erklärt habe, ist meine Truppe an Mainzer Einheiten in der Mainzer Stiftsfehde angelehnt.
Hier nochmals die entsprechenden BLOG- Einträge:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Vielleicht würde eine intensive Quellenrecherche hier noch etwas an den Tag bringen, aber generell heißt es, dass die Mainzer Inventarlisten beim Sturm auf Mainz am 28. Oktober 1462 vernichtet wurden. Nach dieser Erstürmung wurden zwar wieder Listen geführt, nur ist es so, dass sich der Charakter der Stadt Mainz geändert hatte. Vor der Eroberung der Stadt war Mainz eine freie Reichsstadt, mit entsprechenden Rechten, Privilegien, aber auch Pflichten. Nach der Eroberung wurden die Rechte der Bürgerschaft eingeschränkt. Der Erzbischof kassierte den Freiheitsbrief ein. Mainz wurde zu einer erzbischöflichen Landstadt herabgestuft. Die Kontrolle über die Stadtbefestigung, die Tore und die dort stationierten schweren Waffen ging direkt an den erzbischöflichen Stadtpräfekten (Vizedom) über. Ein unabhängiges, städtisches Aufgebot existierte schlichtweg nicht mehr. Auch vertrieb Adolf II. rund 400 bis 800 wohlhabende Bürger und Patrizier, was natürlich auch Auswirkungen auf die Wehrhaftigkeit hatte. Ihr gesamtes Eigentum – darunter wertvolle Rüstungen, Pferde, Schwerter und Armbrüste – wurden eingezogen und an treue Gefolgsleute des Erzbischofs verteilt
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Heeresfolge über die Zünfte organisiert, die nunmehr in der Stadt verboten waren.  Adolf II. löste die Zünfte als politische und militärische Einheiten komplett auf. Er verbot den Bürgern jede eigenständige militärische Organisation. An ihre Stelle traten rein religiös und wirtschaftlich ausgerichtete Bruderschaften, die keinerlei politisches oder wehrhaftes Mitspracherecht mehr besaßen.
Das heißt, wir haben definitiv nach der Mainzer Stiftsfehde eine andere Struktur in der Stadt.









Eine historische Quelle beschreibt den Moment der Neuordnung.
„„Da hieß der edle Fürst, Graf Adolf, alle Bürger, jung und alt, zusammenfordern auf den Dietmarkt. Da sie nun alle kamen mit großer Furcht, ward ihnen verkündet durch den Kanzler, dass sie all ihr Wehr und Waffen, Spieße, Büchsen und Armbrüste ablegen und vor den Fürsten werfen sollten. Wer dem zuwiderhandele, dem solle es an den Hals gehen.
Darnach ward ein großes Buch aufgeschlagen und wurden die Namen der Zunftmeister und Vornehmsten verlesen. Mehr denn vierhundert der besten Bürger, die dem Fürsten widerstanden hatten, wurden sogleich der Stadt verwiesen und mussten beim Eid schwören, nimmermehr ohne Erlaubnis zurückzukehren. Ihr Hab und Gut und alle Harnische wurden den Soldaten zu eigen gegeben.“
Wie hoch jetzt die prozentualen Anteile der einzelnen Waffen am Gesamtbestand waren, lässt sich leider nicht beantworten.
Da es sich bei meiner Wargaming Truppe aber um eine fiktive, und nicht um eine quellenbasierte, Streitmacht handelt, habe ich mich eben für diese Form der Bewaffnung entschieden.
Die Helmbarte musste unbedingt dabei sein, und ich denke der Look gibt dann irgendwie auch meiner Entscheidung recht.
 
Today I present the next unit of my late medieval army contingent. The figures are intended to represent urban levies. Each unit (a base) is therefore led by a knight/patrician, and the foot soldiers are armed with a halberd.
However, the use of the halberd varied across the regions of Germany around the year 1460. Matthias H. Herzer, in his book *Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter* (Military Obligations and Military Service in the Late Middle Ages), demonstrated through intensive source research that the use of the halberd was very limited in Central and Eastern Germany. An examination of Thuringian armor registers revealed only three halberds among 319 villages. The halberd is not found at all in Leipzig.
However, the halberd is mentioned again in a military order issued by Duke William of Saxony in connection with the Hessian-Paderborn Feud (p. 235 of the aforementioned book).
In this region, the pike was much more prevalent, due in part to cost considerations, but also to specific tactics. The pike, as a primary weapon alongside a pavise, was far more effective in its use and thus served as a tactical element.
In the south and southwest of the empire, the use of the halberd was more common. Literature suggests a ratio of 4:1 to 3:1 (pike to halberd). The Nuremberg city arsenal inventory from 1462 lists 123 "good halberds" and 175 "old Franconian halberds." It also includes various types of poleaxes, which, while not technically halberds, resembled the halberd more than a pike, even though they were shorter and had a hammer end on one side. In total, the inventory lists 943 poleaxes of different types (pp. 150-151). While pikes with long iron shafts are listed only 22 times, the arsenal contained 21,000 pike shafts, and the word "many" is used to describe the quantity of "old pikes and iron flails." This shows that the pike was considered a mass-produced item, whereas the halberd was already a specialized weapon.
Unfortunately, there is no precise information for Mainz. As I explained in my previous reports, my unit is based on Mainz units during the Mainz Diocesan Feud.
Here again are the corresponding blog entries:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Perhaps intensive source research would reveal something more, but generally, it is said that the Mainz inventory lists were destroyed during the storming of Mainz on October 28, 1462. After this storming, lists were indeed kept again, but the character of the city of Mainz had changed. Before the conquest, Mainz was a free imperial city with corresponding rights, privileges, but also obligations. After the conquest, the rights of the citizenry were restricted. The archbishop revoked the charter of liberties. Mainz was downgraded to an archiepiscopal provincial town. Control over the city fortifications, the gates, and the heavy weapons stationed there passed directly to the archbishop's city prefect (vice-dom). An independent, municipal militia simply ceased to exist. Adolf II also expelled approximately 400 to 800 wealthy citizens and patricians, which naturally impacted the city's military strength. All their property—including valuable armor, horses, swords, and crossbows—was confiscated and distributed among the archbishop's loyal followers.
Until this point, military service had been organized through the guilds, which were now banned in the city. Adolf II completely dissolved the guilds as political and military entities. He forbade citizens from forming any independent military organization. In their place arose purely religious and economic brotherhoods, which no longer possessed any political or military say.
This means that we definitely have a different structure in the city after the Mainz Diocesan Feud.
A historical source describes the moment of reorganization.
"Then the noble Prince, Count Adolf, summoned all citizens, young and old, to the Dietmarkt. As they all came with great fear, the chancellor announced to them that they should lay down all their weapons and arms—pikes, rifles, and crossbows—and throw them before the Prince. Anyone who disobeyed would face execution.
Afterward, a large book was opened, and the names of the guild masters and leading citizens were read out. More than four hundred of the best citizens who had resisted the Prince were immediately banished from the city and had to swear an oath never to return without permission. Their possessions and all their armor were confiscated by the soldiers."
Therefore, it is impossible to determine what percentage of the total number of weapons were.
Since my wargaming force is fictional and not based on historical sources, I chose the form of weaponry accordingly.
The halberd was a must-have, and I think the look justifies my decision.