Sonntag, 10. Februar 2019

Lüschers 4 Farben Mensch, und was er mit unserem Hobby gemein hat


Der nachfolgende Bericht ist durch einen eher banal zu nennenden Zufall entstanden.
Erst unlängst postete ich einen Spielbericht im Sweetwater Forum, dem relevantesten Internetforum in Deutschland für historisches Wargaming.
Es ging um ein Spiel, das in der Zeit des Großen Nordischen Kriegs angesiedelt war, und mit Figuren in 1/72 gespielt wurde.  Hier der Bericht:
In der daran anschließenden Diskussion im Forum kamen unterschiedliche Meinungen zur Art der Basierung solcher Figuren auf.
Als ich mit einem Beitrag antwortete, fiel mir doch auf, dass wir Spieler da tatsächlich unterschiedlich empfinden.
Das hat sicherlich größtenteils damit zu tun, dass wir Menschen halt auch unterschiedlich werten, weil wir auch unterschiedliche Grundindividuen sind.
Ich bin ja ein großer Fan der Farbentheorie von Max Lüscher.
Klar unterliegt auch diese Theorie Vorwürfen, dass sie einen Barnum-Effekt nach sich zieht, was heißen soll, dass wir Interpretationsschemen, die wir bei Lüschers Test an uns erkennen, dann auch gerne so erkennen wollen, dass sie dann auch als zutreffende Beschreibung unseres eigenen Ichs gelten können.
Man kennt das von Horoskopen. Da interpretiert man dann auch gerne etwas in vage Aussagen herein.
Aber egal.
Ich finde den Lüscher Farbtest mega, und ich kann nur jedem empfehlen sich einmal damit auseinanderzusetzen.
Es handelt sich um das nachfolgende Buch:



Eine Kurzzusammenfassung findet sich jetzt auf dieser leicht esoterischen Seite hier, aus der ich jetzt der Einfachheit halber zitieren werde.
Sie werden überrascht sein, und vielleicht auch sich selbst, aber garantiert bestimmt auch andere Personen in Ihrem Umfeld wiederentdecken.
Bekommen Sie aber keinen Schreck. Der „Looking glass self“ (Spiegelbildeffekt), den sie dabei erleben könnten, ist normal, und psychologisch auch verifizierbar. ;-))
Welche Charaktere findet man?
Welcher sind Sie?
Da sind die „Roten“, die ewig emotionalen, impulsiven, oder zählen sie doch eher zu den „Gelben“, den kreativen, den kindlich verspielten.
Oder sind sie am Ende gar „Blaue“, Träumer, Idealisten, die sich zu oft an etwas aufhalten, aber nicht tätig werden.
Oder sind sie einfach „Grüne“, Logiker, die aber durchaus oftmals pedantisch und steril wirken.
Natürlich sich die meisten Menschen ein Mix aus diesen Eigenschaften, und irgendwie finden wir uns alle da wieder; ja auch wir die Wargamer.
Na und weil ich Lüscher so interessant finde, versuche ich doch auch einfach mal die Wargamer zu fassen.
Beginnen möchte ich mit den „Roten“, die uns schon oft in den Wahnsinn getrieben haben, ohne dass wir eigentlich wussten warum.

„Der rote Denktyp hält seine Ideen und Absichten für dringend nötig und allgemein wichtig. Er engagiert sich voll für die Idee, die er entwickelt und will sie durchsetzen, seine Vision verwirklichen.“
Kennt ihr die?
Ja, das sind diejenigen, die oftmals große Projekte nach vorne treiben, die aber auch manchmal solche Projekte bei Seite schieben, weil sie halt unbedingt ihre eigenen Ideen durchsetzen wollen.
Kompromisse??? Ein Zeichen von Schwäche. Das wollen sie nicht.
Viele Wargamer Freunde, die sich mit der napoleonischen Geschichte beschäftigen, sind interessanterweise oftmals in dieser Art geprägt.
Vielleicht weil ihr großes Vorbild  -VIVE L’EMPEREUR – ein waschechter „Roter“ war.
So etwas prägt halt. Da kann man doch nicht anders sein.
Ein „Roter“ will Großschlachten, hasst Skirmish Spiele. Am liebsten würde er alle Schlachten in 1:1 darstellen, mit überragend bemalten Figuren.
Aber solche Figuren besitzt er nicht. Sie zu bemalen, sie am Ende anständig zu basieren, dafür hat er keine Zeit.
Er ist doch kein „Gelber“.
Er kauft sie sich vielleicht.
Hat er richtig Kohle, dann macht er das einfach.
Kreativität?? Was ist das. Hört man ihn schreien.
Nein er will Armeen, will Befehlshaber, will richtige Strukturen, am besten einen Meldereiter neben sich am Spielbrett, den man hin- und wieder um selbiges herumjagt, so dass der ganze Kram hier im Spielesaal jetzt auch mal realistisch wird.
„Das Verhalten des roten Denktyps ist aktiv erobernd, bestimmend, anordnend, geprägt vom Glauben an sich selbst. Im Falle der Übertreibung verhält sich dieses Selbstvertrauen nicht nur aktiv, sondern überaktiv und bei einer Benachteiligung wird es entweder provokativ oder aggressiv.“
Na und wenn er dann nicht darf, wie er das mal gerne möchte, na dann setzt es aber was.
Da wird über Systeme, Mitspieler, Würfel geflucht.
Dann sind alle anderen doof.
Ja, die sind eh an allem Schuld.
Die bekommen das dann auch erst einmal im Forum gesagt.
Da wird der Marsch geblasen, dass es eine wahre Freude ist.
Häufig treten „Rote“ dann auch irgendwann einmal aus Foren ab.
Mit einem brachialen Getöse.
Die schmettern dann raus, dass man jetzt mal weg ist, weil eh keiner versteht, was MAN will.
Gut. Diese Flucht bekommt im Normalfall niemand mit.
Also alle anderen Farbschemen interessiert das nicht wirklich.
Die finden „Rote“ eh strange.
Andere „Rote“, die noch im Forum sind, und noch nicht beschlossen haben aus diesem auszutreten („…NOCH NICHT!!! Aber wehe, wenn sich das hier nicht bald ändert, dann zeige ich das denen!!“), diese anderen lachen sich sogar kaputt.
Denn sie haben vielleicht sogar eine ganz andere Meinung, die sie dann demjenigen, der jetzt weg ist, ja auch schon oftmals versucht haben, einzupflanzen.
Der ließ sich aber jetzt als „Roter“ nicht umstimmen, und deshalb feiern die übriggebliebenen „Roten“, weil sie es länger ausgehalten haben.
Sie schreiben ihm Ihren Unmut nach, auch wenn der „Rote“ die Kommentare nicht mehr lesen wird.
Also Appell an alle „Roten“.
Bis zum Schluss bleiben.
Echte „Rote“ diskutieren in einem einsamen Forum noch weiter.
Wenn es nötig ist mit sich alleine.
„Der rote Denktyp wird als besessener Fantast angesehen, der Risiko und nötige Erfahrungen wenig abwägt, große Pläne schmiedet und versucht sie gewaltsam durchzusetzen. Er wird als Denktyp angesehen, der auf unsichere Spekulationen baut und nicht berücksichtigt, dass morgen alles wieder anders ist, daher oft voreilig entscheidet und handelt, ungeduldig sich verhält und aggressiv vorgeht.“
Na das andere ihn jetzt so sehen, wie gerade beschrieben, das gefällt dem „Roten“ jetzt auch nicht wirklich. Denn, die wissen ja nicht, was er meint, und daran leidet er.
Soviel erst einmal zum „Roten“.
Dem „Roten“ gegenüber steht irgendwie der „Grüne“.

„Der grüne Denktyp sagt von sich, dass er logisch, kritisch und sachlich denke, dass seine Ansichten klar geordnet sind und dass er alles rational beweisen kann. Etwas kritisch und objektiv beurteilen ist für ihn das einzig gültige Denken.“
Der Grüne versucht in Foren meistens die Ausraster des Roten zu kompensieren. Er versucht die Diskussion wieder zum Ursprung zurückzubringen. Er versucht das ganze neutral, vermittelnd zu sehen.
Forenbetreiber sind gut damit bedient „Grüne“ zu Moderatoren zu machen.
Machst Du einen „Roten“ zum Moderator, ist er am Ende alleine im Forum, merkt das aber mindestens ein Jahr lang nicht.
Ein „Grüner“ würde niemals im Leben einen „Abmahnungsabrissblock“ auf seinem Schreibtisch im Büro haben. „Rote“ sind da anders.
Der „Grüne“ ist dann in Projekten schon klasse, weil er die Gruppe halt einen kann, und sie immer wieder zum Projekt selbst zurückführt.
Macht ihr ein Tactica Projekt, dann habt mindestens einen „Grünen“ dabei. Das hilft ungemein.
Schlimm ist halt nur, dass einige seiner Mitstreiter ihn auch oft als ermüdend und langatmig empfinden.
„Der grüne Denktyp wird als steriler Redner und Pedant angesehen, der das Leben in Kästen einordnet und logisch zu begründen versucht, dabei aber am wirklichen Leben vorbeizielt.“
Leider gibt es einige „Grüne“, die diese negative Eigenschaft sehr ausgeprägt besitzen.
Man kann halt auch nicht alles kritisieren. Man muss auch mal machen.
„Grüne“ sind die, die Dir ellenlang zu erklären versuchen, warum sie nur Sand auf die Base bappen, weil diese zu bemalen ja nicht real wäre. Sand ist Natur; und das will man darstellen. Also warum soll man da was bemalen?
Sie lieben es auch normale Steine auf die Spielplatte zu werfen. Die Natur hat sie ja bereits angemalt.
Es sind auch die, die Korkrinde als Felsen verwenden, die Korkrinde aber unbehandelt lassen, denn die von Ihnen gekaufte Rinde ist doch schon grau, so wie echter Warhammer Fels.
Was will man da mehr?
Die Grünen sind auch die, die stundenlang aus Regelbüchern zitieren können, und jede Einzelregel kennen.
„Grüne“ reden weiter, wenn der „Rote“ schon Amok läuft und die Figuren vom Tisch fegt.
Der „Grüne“ liebt Regelbücher, weil sie ihn sicher machen. Er zitiert daraus alles Mögliche, weil es ihm Stabilität verleiht; andere empfinden dieses Verhalten oft als arrogant.
„Das Verhalten des grünen Denktyps äußert sich im Bedürfnis der Sicherheit, der Konstanz und Stabilität. Im Falle der Übertreibung steigert sich das Selbstgefühl der Selbstachtung in eine selbstherrliche Überheblichkeit und kann in einem arroganten Geltungs- und Prestigeanspruch ausmünden.“
Er ist aber der, der dann auch Projekte vorantreibt:
„Der grüne Denktyp strengt sich an, will Feststellungen überprüfen, stellt dazu Axiome auf, macht logische Schlussfolgerungen, analysiert und definiert, stellt Daten und Fakten fest und vergleicht sie miteinander. Er will besser Bescheid wissen, will einen exaktes Wissen und damit Sicherheit erreichen die ihm Kompetenz verleiht.“
Er baut das Konstrukt, das andere dann umsetzen.
Neben ihm sitzt dann oft der „Blaue“.


„Der blaue Denktyp hält sich für einen beschaulichen, wohlwollenden Menschen, der die Dinge abwägt und von einem übergeordneten, gerechten Gesichtspunkt zu beurteilen versucht.“
Das sind die Jungs, die ruhig und sachlich, mit ner dicken Plautze und einem Bier in der Hand in der Gruppe stehen, und eigentlich alles easy finden.
Der „Rote“ und der „Grüne“ mögen ihn zwar schon, aber manchmal bringt er sie halt auch zur Weißglut.
„Der blaue Denktyp wird als ein Träumer, ein Idealist, angesehen, der bloß schöne Theorien entwickelt, statt sich an die realen, rational fassbaren Fakten zu halten. Er wird als Denktyp angesehen, der alles so ernst nimmt und hinterfragt und vor lauter Nachdenken und Rücksichtnahme zu keiner Entscheidung und keiner praktischen Handlung kommt.“
Er liebt es alles nochmals in Frage zu stellen.
Nur mal ein Beispiel:
„Äh; sind wir uns eigentlich wirklich sicher ein WW II Thema zu machen, oder sollten wir nicht doch etwas Neutrales machen, was dann nicht zu sehr anecken könnte.“
Der „Rote, schreiend: “Nicht schon wieder!!! Das hatten wir doch alles geklärt!!!“
Der „Grüne“: „Bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla… (Stunden später, nachdem er alle Vor- und Nachteile der Gruppe nochmals erklärt hat). Genau deshalb hatten wir uns doch für WW II entschieden. Quod erat demonstrandum!!!“
Der „Blaue“ war froh, dass der „Grüne“ das alles nochmal erklärt hat, denn so wirklich hatte er keinen Bock auf Stress mit dem „Roten“.
Lieber sein Bierchen weiter trinken, und am Ende genüsslich auf dem Bauch abstellen, während man sich das Schlachtfeld anschaut.
„Das Verhalten des blauen Denktyps ist ruhig und empfindsam und auf Befriedigung ausgerichtet.“
Ja genau so ist er unser „Blauer“ Freund.
Der „Blaue“ kann noch mehr nerven, wenn er den Kern seines Verhaltens nach oben schwimmen lässt.
Er will ja unbedingt verstehen, sein reflexives Denken will neue Erkenntnisse mit dem vorherigen verbinden.
Das kann dann aber auch extrem bremsen.
Der „Gelbe“ toppt das Ganze dann noch.

Er will unbedingt immer etwas erleben; ist kreativ, stellt vieles in Frage.
„Das Verhalten des gelben Denktyps äußert sich im Bedürfnis, stets Neues zu erleben. Er liebt die Veränderung und erwartet davon eine Verbesserung. Im Falle der Übertreibung steigert sich das Selbstgefühl der inneren Freiheit und das Ziel der Unabhängigkeit in ein illusorisches Freisein wie in Sinnestäuschungen“.
Viele Kreative sind gelb.
Natürlich; sie können althergebrachtes einfach wegwerfen. Sie experimentieren gerne, und fürchten sich auch nicht davor.
In unseren Fall heißt das, sie testen gerne neue Regeln. Verkaufen alte Armeen. Entwickeln auch gerne etwas Neues.
Neue Farben, Shades, Maltechniken, Basierungen ausprobieren?
Wo ist das Problem?
„Der gelbe Denktyp ist der Meinung, dass man die Welt mit allen Sinnen erleben muss, um sie zu verstehen. Er findet, aus dem, was man sieht und erlebt, entstünden die wirklichen Erfahrungen und dass man sich auf die Empfindungen der Sinne verlassen kann“.
„Gelbe“ Typen gehen neu Wege. Sie basteln LED’S unter gemalte Lavaströme auf Spielplatten, die aus Acrylscheiben bestehen.
Aha.
„Rote“ könnten anweisen, dass so etwas gemacht werden muss.
„Blaue“ hatten das auch schon theoretisch entwickelt, wussten aber nicht wie man es umsetzt.
„Grüne“ waren noch in der Kostenplanung.
Na und „Gelbe“?
„Gelbe“ haben das halt gebastelt.
Vor allem der „Grüne“ wirft dem „Gelben“ aber folgendes vor.
„Der gelbe Denktyp wird als oberflächlich, nicht logisch denkend angesehen, da sein Denken ungeordnet ist und auf Gefühlen beruht, die man rational nicht begründen noch beweisen kann. Er wird als ein Denktyp angesehen, der kindlich verspielt handelt. Seine Einfälle sind oft gedankliche Spielereien, die keinen praktischen Nutzen haben und niemanden zu etwas dienen.“
Ja; das stimmt dann auch mal.
Aber, wenn der „Grüne“ mit ihm zusammenarbeitet, kann das richtig gut werden.
Findet das planerisch, sachliche Tun eine Symbiose mit dem spontanen, kreativen Tun dann geht man richtig nach vorne.
Der „Gelbe“ kann nämlich aufnehmen; er kann sich Ideen der Anderen öffnen.
„Rezeptivität heißt Aufnahmefähigkeit. Rezeptives Denken will beobachten, staunend schauen, aufmerksam und aufgeschlossen sein gegenüber dem, was geschieht. Das rezeptive Denken geht der Erfahrung, dem logisch ordnenden, auf dem unsere Erfahrungen beruhen, voraus“.
Im Grunde war es das dann auch bereits mit den vier Farbtypen, die ihr kennen solltet.
Na und wenn ihr manchmal der Meinung seid, dass Bremsen in Eurer Gruppe sind, dann schaut, ob sie blau oder grün sind. Sind sie es, dann nutzt deren Stärken und ihr werdet sehen wie wichtig sie sind.
Die „Roten“ müssen treiben. Ärgert Euch nicht über sie. Sie sind einfach so. Wenn Sie zu sehr nerven, gebt Ihnen eine Arbeit, wo sie sich austoben können, und am Ende der Meinung sind, dass SIE die Spielplatte alleine gebaut haben, dass SIE die Regeln geschrieben haben, dass SIE ganz einfach die Helden sind.
Dann sind sie stolz, und manchmal eine Zeitlang ruhig.
Aber nur manchmal.
Die „Gelben“ lasst machen. Lasst sie Luftschlösser bauen, aber hört Ihnen zu.
Steckt sie mit einem „Grünen“ in ein Zimmer und beide werden sich wunderbar ergänzen.
Da wo der eine bremst, wird der andere nach vorne gehen.
Da wo der eine plant, wird der andere ordnen und umsetzen.
Die Gelb-Grüne Kombi finde ich für unser Hobby sagenhaft gut.
Die beiden anderen Denktypen ergänzen, bremsen aber auch manchmal.
Am besten habt Ihr alle Farben in einem ansprechenden Maß auf Euch vereint. 
Dann seid Ihr der ideale 4-Farbenmensch.
Im Wargaming kenne ich da nur einen, der der nachfolgenden Typisierung entspricht.
„Die Anwendung aller 4 Denktypen zusammen ergeben ein Ganzes, und ermöglichen in jeder Situation angemessen zu reagieren, also entweder aktiv zu werden (rot), oder empfindsam zu verweilen (blau), oder aufgeschlossen das Neue zu erleben (gelb), oder fest und beharrlich (grün) zu sein“.
Na und wenn ich auf der Tactica eine neutrale Umfrage machen würde, wen ich da meine, dann bekäme ich bestimmt eine 80 prozentige Übereinstimmung der Antworten zusammen.
(Die restlichen 20% würden sich wie folgt aufteilen. Hiervon wiederum wären 80% Rote, die sich selbst gewählt haben. 10% Gelbe, die gerne neue Wege gingen und normale Abstimmungen ziemlich öde finden. 5% Grüne, die meinten, da müssten sie jetzt aber mal genauer darüber nachdenken. das könne man nicht einfach so beantworten. 5% Blaue, die nicht antworten konnten, weil sie am Biertrinken waren).
Wir würden den einzigen 4-Farbmenschen in unserem Hobby dann auch küren.
Da er die Namensnennung sicherlich nicht will, lass ich das hier.
Aber wir wissen ja eh, wer der geheimnisvolle Unbekannte ist.
Ja aber wir, wir Anderen, sind jetzt nicht traurig; wir sind nicht schlechter.
Auch wir haben unseren Charme.
Wir sind teilweise so einseitig ausgeprägt, dass wir die Szene durch unser Chaos-Sein beleben und manchmal auch treiben.
Wir sorgen für jede Menge Spaß und Nerv im Forum, weil wir nicht perfekt sind, und unsere einseitige Farbausrichtung leben.
Das kann mitunter recht amüsant sein.
Na und solche Menschen muss es halt auch geben.
Unvollkommensein ist da sicherlich kein Makel.
Verbesserungswürdig ist es allerdings schon.

Montag, 4. Februar 2019

Kampf an der Furt - Nordischer Krieg



Wir hatten Sie erwischt. Es waren Tage, ja Wochen vergangen, an denen sich die schwedische Armee vor uns zurückgezogen hatte.
Nach der letzten siegreichen Schlacht war das auch besser für sie gewesen. Wir hatten gesiegt; und das auf ganzer Linie.
Dass der Rückzug der Schweden nicht in eine heillose Flucht ausartete, lag nur an dem Feldherrengeschick ihres Königs.
Karl XII. sollte nochmals zeigen, was er alles leisten konnte, und warum die Welt in ihm einen der größten Feldherren der Geschichte sah.
Ich Gregori Kopinski war einer der Leutnante unseres großen Zaren Peter und ich war Teil der Einheit, die die Schweden an der Furt stellen sollte.
Wir hatten es nur mit der Nachhut zu tun, das sahen wir sofort, als wir uns dem Fluss näherten.
Die Schweden hatten die Furt besetzt und hier ihre Artillerie platziert. Unserem rechten Flügel gegenüber standen die schwedischen Infanterieregimenter.
Auf der anderen Seite der Linie hatten die Schweden ihre ausgezeichneten Reiter- und Dragonerregimenter positioniert.
Irgendwo sah man auch noch Kosaken, die immer wieder mal auftauchten und wie ein Spuk verschwanden.
Unser Kommandant hatte sich dazu entschieden in einem massiven Block anzurücken.
Am linken Flügel, leicht zurückgezogen, standen unsere Kavallerieeinheiten in Bereitschaft.
Unsere Mitte wurde von unseren Linienregimentern und Artillerieeinheiten gebildet.
Die Kanonen standen links, zwischen ihnen ein Infanterieregiment.
Daran schloss sich dann ein massiver Block unserer Linienregimenter an.
In deren Rücken stand meine Einheit, die Grenadiere, die wiederum von unserer Pikeniereinheit gegen Kavallerieangriffe gedeckt werden sollte.
Am rechten Flügel bewegten sich die Dragoner, die hier eine Umfassungsbewegung der Schweden – sollten diese doch angreifen wollen – verhindern sollten.
So aufgestellt, standen sich zunächst die Einheiten gegenüber.
Alsbald eröffneten die Geschütze die Schlacht. Das Feuer war aber noch nicht sehr effektiv.
Zum Glück. Wer noch niemals unter Artilleriefeuer gelegen hat, der kann die Angst, die Unruhe, die Unsicherheit nicht nachempfinden, die man in einem solchen Augenblick durchleidet.
Unser Kommandeur, wie immer viel zu ungeduldig, gab den Befehl vorwärts zu marschieren. Er wollte unbedingt diese Nachhut vernichten, und als Sieger und Held in Geschichtsbüchern unseres Volkes gefeiert werden.

Unsere Linienregimenter bewegten sich auf den Feind zu.
Auch die Dragoner verkürzten den Abstand und schwenkten ihre Linie auf den Feind ein.
Alles schien hier sehr gut zu laufen.
Am linken Flügel stießen die Kavallerieregimenter aufeinander.


Unsere Reiter wurden von den perfekt plänkelnden feindlichen Dragonern überrascht und eines unserer Regimenter musste sich mit Verlusten zurückziehen.
Die ungestüme schwedische Kavallerie preschte nach vorne, und suchte eine direkte Entscheidung.
Nachdem nun schon eine unserer Einheiten sich neu formieren musste, wollten die anderen beweisen, dass sie den Schweden Stand halten konnten und attackierten.
Es entspann sich ein zäher Kampf.
Das dritte Regiment trieb dann allerdings die Schweden zurück.
Hier an dieser Stelle der Front war somit alles offen.
Im Zentrum waren mittlerweile die Infanterieeinheiten aufeinander getroffen und beschossen sich gegenseitig.

Ich musste mit ansehen, wie unsere Dragoner Probleme bekamen, und den Kampf abbrechen mussten. Die ihnen gegenüber stehenden Schweden erwiesen sich als zu zäh.

Nachdem sich eines unserer Linienregimenter auch zurückzog, bekamen wir Befehl.
„Grenadiere!!! Schwenkt ein!!!“
Wir übernahmen den hier gefährdeten Abschnitt.

Das schwedische Feuer wurde immer besser, und unsere Einheiten nutzten sich langsam ab.
Am härtesten traf es unsere Dragoner am rechten Flügel, die sich jetzt ganz zurückziehen mussten.

Auch unsere Artillerie zog sich zurück, da die Gefahr bestand, dass sie von der feindlichen Kavallerie überrascht wird.

Die Linienregimenter mussten sich deshalb neu ausrichten. Aber noch standen wir alle.
In diesem Moment machten unsere siegreichen Kavalleristen einen großen Fehler. 

Siegestrunken versuchten sie die Dragoner, die sich mittlerweile über eine Furt ans andere Ufer zurückgezogen hatten, zu verfolgen.
Da fiel ihnen die schwedische Kavallerie in den Rücken, der es tatsächlich gelungen war sich wieder zu sammeln.

Unserem Regiment gelang es zwar sich nochmals auszurichten, aber der Druck war dann doch zu groß, und wir mussten uns zurückziehen.

Obwohl unser Zentrum sehr schwach war, konnten wir dem mörderischen Musketenfeuer der Schweden lange Stand halten.


Die Schweden verbreiterten allerdings ihre Linie und brachten noch zusätzlich Dragoner nach vorne.

Wir sahen mit Schrecken, wie sich die Einheit direkt vor uns zur Flucht wandte.
Links von uns attackierte jetzt auch die Kavallerie unsere Linie. Das Regiment, das ihr hier gegenüberstand, musste ebenfalls aufgeben.

Jetzt war sogar unsere Artillerie gefährdet.
„Achtung!!! Vorrücken!!!“, lautete jetzt der Befehl unseres Kommandeurs.
Unser Marsch nach vorne konnte die Moral des vor uns stehenden Regiments wieder heben, und es stellte sich – trotz der Verluste – erneut zum Kampf.


Auch unsere Dragoner sammelten sich und schlossen sich erneut am rechten Flügel an.

Die Schweden antworteten indem sie sich nochmals nach vorne bewegten. Wie immer zeigte sich ihre Infanterie unbeeindruckt.

Zum Glück scheiterte am linken Flügel der Angriff der schwedischen Reiter auf unsere Artillerie.

Im Zentrum wurde es allerdings kritischer.
„Grenadiere!!!! Vorwärts!!!“
Wir mussten jetzt in die Frontlinie, denn unsere Front schien zu brechen.
Natürlich gelang es uns den gefährdeten Abschnitt zu stabilisieren, aber dennoch mussten wir uns langsam zurückziehen.

An einen Durchbruch oder ein Umfassen der Nachhut war nicht mehr zu denken.
Es war vielmehr so, dass die Schweden das Schlachtfeld behaupteten, während wir die Schlacht abbrachen und in angemessener Entfernung unser Lager aufschlugen.

Die Entscheidung war vertagt.
Die Bilder sind von einem Spiel, das wir schon vor einiger Zeit gespielt haben. Irgendwie waren die Bilder auf der Festplatte verschollen gegangen, aber ich wollte sie Euch nicht vorenthalten.
Das wird allerdings nicht die letzte Schlacht sein, die hier zwischen den Truppen Peters des Großen und Karls XII. ausgefochten wurde.
Da wird noch einiges folgen.
Der verschollene Ordner war größer, als ich anfangs dachte.


We’ve caught them. It had been days, weeks, in which the Swedish army had withdrawn before us.
We had won the last battle; and now, they were on retreat.
That the withdrawal of the Swedes did not degenerate into a hopeless escape, was only due to the generals skill of their king.
Charles XII. manouvered  excellent, and he showed us, why the world saw him as one of the greatest generals in history.
I myself, Gregori Kopinski, was one of the lieutenants of our great Tsar Peter and I was part of the army that was to put the Swedes at the ford.
We were only dealing with the rear guard. We saw that as we approached the river.
The Swedes had occupied the ford and placed their artillery here. Opposite our right wing were the Swedish infantry regiments.
On the other side of the line, the Swedes had positioned their excellent cavalry and dragoon regiments.
Cossacks were also seen somewhere, and they appeared again and again, and also disappeared like a ghost.
Our commander had decided to form the battle line in a massive block.
On the left wing, slightly withdrawn, our cavalry units were on standby.
Our center was formed by our line regiments and artillery units.
The cannons were on the left, an infantry regiment between them.
This was followed by a massive block of our line regiments.
Behind them stood my unit, the grenadiers, which in turn was to be covered by our pikemen unit against cavalry attacks.
Moving on the right wing were the Dragoons, who were supposed to prevent an encircling movement of the Swedes - should they want to attack.
Immediately the guns opened the battle. The fire was not very effective yet.
Luckily. Those who have never been under artillery fire can not sympathize with the fear, the restlessness, the uncertainty that one suffers at such a moment.
Our commander, as always too impatient, gave the order to march forward.
He absolutely wanted to destroy this rearguard, and be celebrated as a victor and hero in history books of our people.
Our line regiments moved toward the enemy.
The dragoons shortened the distance and swung their line on the enemy.
Everything seemed to be going very well here.
On the left wing, the cavalry regiments collided.
Our riders were surprised by the perfectly skirmishing enemy dragoons and one of our regiments had to retreat with losses.
The impetuous Swedish cavalry surged forward, seeking a direct decision.
Now that one of our units had to regroup, the others wanted to prove that they could hold the Swedes and attacked.
It was a really tough fight.
However, the third regiment drove the Swedes back.
Here at this point of the frontline everything was open.
In the meantime, the infantry units had met and fired at each other.
I had to watch our dragoons get into trouble and quit the fight.
The Swedes facing them proved to be too tough.
After one of our regiments had to retreat, we got orders.
"Grenadiers !!! Turn in !!! "
We took over the here endangered section.
The Swedish fire was getting better, and our units were slowly getting used to.
Our dragoons on the right wing were in trouble, and they had to retire completely.
Our artillery also retreated, as they were in danger of being surprised by the enemy cavalry.
The regiments therefore had to realign themselves. But we were all still standing.
At that moment, our victorious cavalrymen made a big mistake.
Victory drunken, they tried to pursue the Dragoons, who meanwhile had retreated over a ford to the other shore.
So the Swedish cavalry, who had actually managed to collect again, fell in their back.
Although our regiment was able to re-align itself, the pressure was too great and it had to retreat.
Although our center was very weak, we were able to withstand the murderous musket fire of the Swedes for a long time.
However, the Swedes widened their line and brought in addition Dragoons to the front.
We watched in horror as the unit right in front of us turned to flee.
To our left, the cavalry attacked our line as well. The regiment that faced it here also had to give up.
Now even our artillery was endangered.
"Danger!!! Advance !!! "was the order of our commander.
Our march forward stabilized the morale of the regiment ahead to us, and it turned out to fight again, despite the losses.
Our dragoons also gathered and joined again on the right wing.
The Swedes responded by moving forward again. As always, their infantry was unimpressed.
Luckily on the left wing the attack of the Swedish riders on our artillery failed.
In the center, however, it became more critical.
"Grenadiers !!!! Forward!!!"
We, the grenadiers, now had to be in the front line because our front seemed to break.
Of course, we managed to stabilize the vulnerable section, but we still had to retreat slowly.
A breakthrough or embracing the rear guard was out of the question.
Rather, it was the Swedes who maintained the battlefield while we broke the battle and made camp at a reasonable distance.
The decision was adjourned.

The pictures are from a game we played some time ago. Somehow the pictures on the hard drive had gone missing, but I did not want to withhold them from you.
This will not be the last battle between the troops of Peter the Great and Charles XII.
There will be a lot to follow.