Sonntag, 9. August 2026

Das dritte Jahrhundert - Reichskrise, Harzhorn und neue Figuren

„Maximinus drang tief in germanisches Gebiet vor, machte viel Beute und überließ seinen Truppen alles Vieh, dessen man habhaft wurde. Die Germanen indessen hatten die Ebenen und die baumlosen Gegenden geräumt und sich in die Wälder und Sümpfe zurückgezogen, so dass die Kämpfe dort stattfinden würden, wo die dicht stehenden Bäume die Geschosse und Pfeile ihrer Feinde wirkungslos machen sollten, und wo die tiefen Moore die Römer bedrohen würden, die die Landschaft nicht kannten […]. Und so fanden die meisten Gefechte in solchen Gebieten statt, und hier geschah es auch, dass der Kaiser selbst und sehr mutig an einer Schlacht teilnahm: Als die Germanen sich in eine große, feuchte Senke zurückzogen und die Römer zögerten ihnen nachzufolgen, stürzte sich Maximinus selbst in die Niederung, bis das Wasser bis zum Bauch seines Pferdes stand; und so hieb er auf die Feinde ein, die ihn umringten. Da fassten die Soldaten, beschämt darüber, dass sie ihren Kaiser, der an ihrer Stelle kämpfte, derart im Stich ließen, Mut und griffen ebenfalls an. Eine große Zahl Männer fiel auf beiden Seiten, doch während viele Römer ihr Leben ließen, wurde fast die ganze barbarische Armee vernichtet, und der Kaiser war der hervorragende Mann auf dem Schlachtfeld […]. Noch weitere Kämpfe fanden statt, bei denen Maximinus aufgrund seiner persönlichen Beteiligung Ruhm erwarb, da er stets eigenhändig mitfocht und in jedem Gefecht der beste Krieger auf dem Schlachtfeld war […]. Er drohte und war entschlossen, alle germanischen Stämme bis hin zum Meer zu besiegen und zu unterwerfen.“
Herodian, 7,2,5-9
 
Das schrieb der griechische Historiker Herodian über eine Schlacht, die der erste Soldatenkaiser, Maximinus Thrax, in Germanien geschlagen hatte.
Jahrhundertelang gingen Forscher davon aus, dass dieses Ereignis irgendwo im Limes Grenzraum stattgefunden hatte, und zwar in einer Entfernung von 30 bis 40 Meilen zum Grenzwall. Die spätantike Historia Augusta sprach zwar von trecenta bzw. quadringenta, also 300 bis 400 Meilen, doch die Forscher gingen hier von einem Schreibfehler aus. Hatte nicht schon Augustus die Expansion nach Germania magna aufgegeben, und somit die Grenze für Jahrhunderte gezogen? So der allgemeine Tenor. Die spätantiken Quellen wurden als unglaubwürdig erachtet, die Entfernungsangabe einfach korrigiert, auf das, was denkbar erschien. Emendieren nennt man das in der Wissenschaft.
Im Jahr 2000 fanden zwei Hobbyarchäologen per Zufall im südlichen Niedersachsen am Harzhorn römische Artefakte. Geschossspitzen, Achsnägel, eine Schaufelhacke und eine Hipposandale, letztere ein Vorläufer des Hufeisens.
2008 meldeten sie den Fund der zuständigen amtlichen Stelle, und im Spätsommer 2008 begannen umfangreiche archäologische Untersuchungen.
Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor. Die antiken schriftlichen Quellen hatten wirklich recht. Ja; es gab eine Schlacht zwischen Römern und Germanen am Harzhorn. Und ja; das Harzhorn ist auch in der angegebenen Entfernung zum Limes, genau wie das die überlieferten schriftlichen Quellen geschrieben hatten.  Auch der Zeitpunkt des Durchbruchsgefechts ist festgelegt. Im Jahr 235/236, also exakt unter der Regierung von Maximinus Thrax. Zudem handelt es sich um einen echten Kriegszug. Die Untersuchungen legen nahe, dass hier eine Einheit engagiert war, die aus 10.000 römischen Soldaten bestand. Diese kam von einem Rundmarsch, marschierte aus dem Norden an und wollte an dieser Stelle wieder den Weg nach Süden einschlagen, um zurück zum Limes zu kommen. Die Engstelle am Harzhorn wurde von germanischen Kriegern blockiert, die dann wiederum durch einen Flankenmarsch ausmanövriert und angegriffen wurden.




Ich, als jemand, der selbst Geschichte studiert und auch einmal an einer archäologischen Ausgrabung eines römischen Marschlagers in der Nähe von Dijon mitgearbeitet hat, bin natürlich von diesem Fund begeistert. Es ist wirklich so, dass hier Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die Römer waren nunmehr nachweislich noch im 3. Jahrhundert im Innern Germaniens aktiv.
Aber…, und das könnte jetzt wiederum viele wundern, nicht nur an dieser Stelle.
Mittlerweile wurden sogar Marschlager der Römer in Sachsen-Anhalt gefunden! Dersheim liegt nördlich von Quedlinburg. Das geht ja noch. Aber Aken in Sachsen-Anhalt liegt in der Nähe von Köthen! Trabitz, nicht weit von hier entfernt!
Die an den Ausgrabungsorten gefundenen Münzen datieren den Marsch nach Sachsen-Anhalt in die Regierungszeit von Caracalla. Auch hier wird es zu einer Überprüfung der Forschungsergebnisse kommen, denn ähnlich wie am Harzhorn ging man auch beim Germanenkrieg Caracallas davon aus, dass ein langer Marsch nach Germania magna unmöglich gewesen sei. Deshalb ist auch dieser Feldzug 213 AD in heutigen Fachbüchern in der Nähe des Limes verortet, eine These, die nach den Funden jetzt nicht mehr zu halten ist. Im Zusammenhang mit diesem Germanenfeldzug wird in den antiken Quellen auch zum ersten Mal der Begriff „Alamannen“ als Bezeichnung der germanischen Gegner erwähnt.
Beide Feldzüge fanden somit in einem viel größeren strategischen Raum statt, als bisher angenommen, und sind somit auch bedeutender, als dies bisher gewertet wurde. Es scheint, dass die Römer, ähnlich wie in augusteischer Zeit, die Germanen finden und umfassen wollten. Zumindest am Harzhorn gibt es den Beweis, dass es auch auf jeden Fall zu einem Aufeinandertreffen kam. Andere Angaben über Verluste oder Schlachten liegen allerdings nicht vor.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese neuen Funde und Forschungsergebnisse vielen in Deutschland noch gar nicht bekannt sind. Im Grunde nur der Minderheit, die sich mit römischer Geschichte auch jenseits von Kalkriese, Xanten und Trier, den am besten vermarkteten Römerstätten, auseinandersetzt.
Schaut man sich das Ganze auf der Karte an, dann ist es schon beeindruckend, wie weit im Landesinnern diese Funde liegen.
Jedenfalls sieht man, dass die Römer ihren Ordnungsanspruch auch für Germanien nicht aufgegeben hatten. Man wollte in Germania magna Präsenz zeigen, sei es auch nur mit Strafexpeditionen.
Neben diesen auf Deutschland begrenzten Ereignissen ist das Jahrhundert der Reichskrise aber auch noch durch andere Ereignisse bedeutsam. Um 270 war das römische Reich quasi geteilt. Im Westen hatte sich das Gallische Sonderreich abgespalten, im Osten das Königreich Palmyra gegründet. An den Grenzen wurden die mittlerweile zu größeren Stammesgruppen verbundenen Germanen gefährlicher. Hier sind zu diesem Zeitpunkt vor allem die Alemannen zu nennen. Im Osten wiederum hatten die Sassaniden die Herrschaft übernommen und bedrohten Rom von dieser Seite.
Schon dieser kurze Abriss zeigt, dass diese Epoche auch für den Wargamer jede Menge Möglichkeiten bietet. Das Problem. Es gab bisher nur einen Hersteller der Römer für das 3. Jahrhundert in 28 mm anbietet. A&A (Armorum & Aquila Miniatures). Diese Firma bietet Zinnfiguren für die römischen Armee des 3. Jahrhunderts an, ebenso für Palmyra und das Sassanidenreich.
Armorum & Aquila
Der Stil dieser Miniaturen orientiert sich sehr stark an den Illustrationen des über die Osprey Bände bekannten Illustrators Angus McBride. Ich kenne einige Wargamer, die auf McBride schwören. Ich persönlich komme mit seinem Stil nicht klar. Die von ihm gezeichneten Figuren wirken sehr gedrungen, und auch speziell stilisiert. Da die A&A Minis nach diesem Vorbild modelliert sind, und auch genauso aussehen, hinderte mich das in dieses Thema größer einzusteigen. Wohlgemerkt. Ich finde bei A&A nicht alles schlecht, aber für eine größere Truppe fehlte mir dann persönlich der finale Kaufanreiz.
Jetzt ist aber Wargames Atlantic mit zwei neuen Plastiksets in diese Lücke gesprungen.
Decline and Fall — Wargames Atlantic






Warum ist das wichtig, werden sich jetzt vielleicht einige Leser fragen. Es gibt doch jede Menge Römer. Das stimmt, allerdings fand zu Beginn des 3. Jahrhunderts eine Veränderung in Bewaffnung und Ausrüstung römischer Heere statt, die sich doch sehr vom Aussehen der klassischen Römer unterscheidet.
Da ist schon einmal der Wechsel vom klassischen Scutum auf den ovalen Schild. Dann ersetzte die Spatha den Gladius. Und letztendlich wurde der Weisenau Helm durch den Niederbieber Helm abgelöst, der zwar auch noch zur Weisenau Gruppe der typischen kaiserzeitlich-gallischen Helme gehört, sich in seinem Aussehen allerdings schon so unterscheidet, dass er anfänglich als Kavalleriehelm interpretiert wurde. Nach dem Niederbieber Helm kamen dann die neuen spätantiken Helme in Form von Spangenhelmen bzw. Kammhelmen.
Weisenau Helm

Niederbieber Helm


Leider werden die beiden neuen Plastiksets nur als „Late roman“, nicht als „middle AND late Roman“ beworben. Auch ich habe erst beim zweiten Mal hinschauen den Niederbieber Helm im Gussast entdeckt.
Mit den beiden bisher erschienenen Sets wird aber eine Lücke geschlossen. Man muss es halt nur mitbekommen.
Bisher sind zwei Figurenpackungen erschienen. Einmal Infanterie in der lorica hamata, einmal in der lorica squamata.
Mal sehen, ob da noch mehr erscheinen wird. Ich fände es klasse.
Durch diese beiden Sets ist es jetzt möglich römische Armeen des 3. Jahrhunderts darzustellen. Einer Bemalung im größeren Stil steht also nichts mehr im Weg. Immerhin sind gerüstete Legionäre der Kern einer römischen Armee, und deshalb braucht man sie auch in der Masse.
Die Spezialtruppen, Lancearii, Bogenschützen, Soldaten mit Torsionsgeschützen, Kavallerie, können ja mit den A&A Figuren ergänzt werden, wenn man sich nicht davor scheut in England zu bestellen.
Egal wie. Ich feiere diese Neuerscheinungen und hoffe natürlich, dass da noch mehr folgen wird.
 
“Maximinus penetrated deep into Germanic territory, taking much booty and giving his troops all the livestock they could get their hands on. The Germans, meanwhile, had cleared the plains and treeless areas and retreated into the forests and swamps, so that the battles would take place where the dense trees would render their enemies' projectiles and arrows ineffective, and where the deep bogs would threaten the Romans, who were unfamiliar with the terrain […]. And so most of the battles took place in such areas, and it was here that the emperor himself, very bravely, participated in a battle: When the Germans retreated into a large, damp hollow and the Romans hesitated to follow them, Maximinus himself plunged into the lowlands until the water reached his horse's belly; and thus he attacked the enemy who surrounded him. Then the soldiers, ashamed that they had so abandoned their emperor, who was fighting in their place, mustered their courage and also attacked. A great Many men fell on both sides, but while many Romans lost their lives, almost the entire barbarian army was annihilated, and the emperor was the outstanding man on the battlefield […]. Further battles took place, in which Maximinus gained renown due to his personal participation, as he always fought with his own hands and was the best warrior on the battlefield in every engagement […]. He threatened and was determined to defeat and subjugate all the Germanic tribes as far as the sea.”
Herodian, 7.2.5-9
 
This is what the Greek historian Herodian wrote about a battle fought in Germania by the first soldier-emperor, Maximinus Thrax. For centuries, scholars assumed that this event took place somewhere in the Limes border region, at a distance of 30 to 40 miles from the border wall. The late antique Historia Augusta mentioned trecenta or quadringenta, meaning 300 to 400 miles, but scholars considered this a scribal error. Hadn't Augustus already abandoned expansion into Germania Magna, thus drawing the line for centuries? That was the general consensus. The late antique sources were deemed unreliable, and the distance information was simply adjusted to what seemed plausible. In academia, this is called emending.
In 2000, two amateur archaeologists stumbled upon Roman artifacts at Harzhorn in southern Lower Saxony, Germany: projectile points, axle pins, a shovel-type pickaxe, and a hipposandal, the latter a precursor to the horseshoe.
In 2008, they reported their find to the relevant authorities, and extensive archaeological investigations began in late summer 2008.
The results are now available. The ancient written sources were indeed correct. Yes, there was a battle between Romans and Germanic tribes at Harzhorn. And yes, Harzhorn is indeed at the specified distance from the Limes, exactly as the surviving written sources indicated. The date of the breakthrough battle has also been established. In the year 235/236, precisely during the reign of Maximinus Thrax, this was a genuine military campaign. Investigations suggest that a unit of 10,000 Roman soldiers was involved. They were returning from a circular march, approaching from the north, and intended to turn south at this point to return to the Limes (Roman frontier). The narrow passage at Harzhorn was blocked by Germanic warriors, who were then outmaneuvered and attacked by a flanking maneuver.
As someone who studied history and even participated in an archaeological excavation of a Roman marching camp near Dijon, I am naturally thrilled by this discovery. It truly means that history books will have to be rewritten. The Romans were demonstrably active in the interior of Germania well into the 3rd century.
But… and this might surprise many, not just here.
Roman marching camps have even been found in Anhalt-Saxony! Dersheim is north of Quedlinburg. That's manageable. But Aken in Saxony-Anhalt is near Köthen! Trabitz, not far from here!
The coins found at the excavation sites date the march to Anhalt-Saxony to the reign of Caracalla. Here, too, the research findings will be reviewed, because, similar to the Harzhorn site, it was assumed that a long march to Germania Magna would have been impossible during Caracalla's Germanic campaign. Therefore, this campaign of 213 AD is also located near the Limes in current textbooks, a theory that can no longer be maintained after these discoveries. In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic adversaries.
In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is also mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic opponents. Both campaigns thus took place in a much larger strategic area than previously assumed, and are therefore more significant than previously considered. It seems that the Romans, similar to the Augustan period, wanted to find and encompass the Germanic tribes. At least at Harzhorn, there is evidence that an encounter definitely occurred. However, no other information about losses or battles is available.
Sometimes I get the feeling that these new finds and research results are still unknown to many in Germany. Essentially, they are only known to the minority who engage with Roman history beyond Kalkriese, Xanten, and Trier, the most commercially exploited Roman sites in Germany.
Looking at the whole thing on a map, it's quite impressive how far inland these finds lie.
In any case, it shows that the Romans had not relinquished their claim to order, even in Germania. They wanted to establish a presence in Germania Magna, even if only through punitive expeditions.
Sometimes I get the feeling that these new discoveries and research findings are still unknown to many in Germany. Besides these events limited to Germany, the century of the Crisis of the Roman Empire is also significant for other reasons. Around 270 AD, the Roman Empire was essentially divided. In the west, the Gallic Empire had broken away, while in the east, the Kingdom of Palmyra was founded. Along the borders, the Germanic tribes, now united into larger tribal groups, were becoming increasingly dangerous. The Alemanni, in particular, are a major threat at this time. In the east, the Sassanids had seized power and were threatening Rome from that direction.
Even this brief overview demonstrates that this era offers a wealth of possibilities for wargamers. The problem: Until now, there has only been one manufacturer offering 28mm Roman miniatures for the 3rd century: A&A (Armorum & Aquila Miniatures). This company offers pewter figures for the Roman army of the 3rd century, as well as for Palmyra and the Sassanid Empire.
Armorum & Aquila
The style of these miniatures is heavily influenced by the illustrations of Angus McBride, the illustrator known for his work on the Osprey series. I know several wargamers who swear by McBride. Personally, I don't get on with his style. The figures he designs look very squat and also quite stylized. Since the A&A miniatures are modeled after this style and look exactly the same, it held me back from getting more involved with the genre. Mind you, I don't think everything about A&A is bad, but for me personally, there wasn't the final incentive to buy them for a larger army.
Now, however, Wargames Atlantic has stepped in to fill this gap with two new plastic sets.
Decline and Fall — Wargames Atlantic
Why is this important, some readers might ask. There are plenty of Romans, after all. That's true, but at the beginning of the 3rd century, a change occurred in the weaponry and equipment of Roman armies that differed significantly from the appearance of classical Romans.
First, there was the switch from the classical scutum to the oval shield. Then the spatha replaced the gladius. And finally, the Weisenau helmet was superseded by the Niederbieber helmet, which, although still belonging to the Weisenau group of typical imperial-period Gallic helmets, differed so much in appearance that it was initially interpreted as a cavalry helmet. After the Niederbieber helmet came the new Late Antique helmets in the form of spangenhelms or crest helmets.
Unfortunately, the two new plastic sets are only advertised as "Late Roman," not as "Middle AND Late Roman." I, too, only discovered the Niederbieber helmet on the sprue on second glance.
However, the two sets released so far fill a gap. You just have to be aware of it.
So far, two figure packs have been released. One is infantry in the lorica hamata, the other in the lorica squamata.
Let's see if more will be released. I think that would be fantastic.
These two sets now make it possible to depict Roman armies of the 3rd century. So, nothing stands in the way of painting on a larger scale. After all, armored legionaries are the core of a Roman army, and therefore you need them in large numbers.
The specialist troops—lancearii, archers, soldiers with torsion catapults, cavalry—can be supplemented with the A&A figures, if you don't mind ordering from England.
Anyway, I'm celebrating these new releases and, of course, hope that more will follow.

Sonntag, 2. August 2026

882 AD - Levied Infantry/Skirmishers

In verschiedenen Berichten hatte ich Ihnen ja schon diverse Einheiten für mein „882 AD – Der Angriff auf Trier“ Projekt vorgestellt. Hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Heute gibt es zwei weitere kleine Einheiten.

Insider werden erkennen, dass es sich um Miniaturen des Herstellers Gripping Beast handelt. Sie sehen Minis aus der Romano-British Reihe, sowie der Saxons (Early/Late) Reihe.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
Wie sie sehen können, mische ich diese Minis.
Sie symbolisieren Hilfskräfte des karolingischen Heeres um Bertolf von Trier und Wala von Metz. Bauern, die von den herannahenden Wikingern bedroht sind, ihre Speere gegriffen haben, um irgendwo als Plänkler ihren Dienst zu verrichten.
Auch wenn diese Miniaturen für einen früheren historischen Konflikt modelliert wurden, finde ich ihre Kleidung und ihren Habitus so generisch, dass sie für mich perfekt passen.
Wie man sehen kann, sind es insgesamt 18 Figuren.
12 von diesen kann ich nach dem Regelwerk Lion Rampant als Levied Infantry einsetzen. Sie können nichts Besonderes sind aber billig und deshalb sehr gut als taktisches Element einsetzbar. Sie können Angriffe verlangsamen, Stellungen halten, als Ablenkungseinheit dienen. Ein Attack Wert von 7+ zeigt, dass man sie nicht unbedingt proaktiv im Angriff einsetzen sollte. Dagegen spricht auch der Armourwert von 1. Ein Defence Wert von 6 ermöglicht aber immerhin eine halbwegs vernünftige Verteidigung.





Die anderen 6 Figuren werde ich als Plänkler, als Skirmisher einsetzen.
Diese benutzen Wurfspeere und sind in der Lage auch einen Fernkampf mit den Gegnern zu führen. Das macht sie, verglichen mit der Levied Infantry sogar besser, denn ansonsten sind die Werte nahezu gleich: Attack 7+, Courage 5+, Defence Value 6+. Der Attack Value liegt aber bei 6+, ist also besser, na und sie können wie bereits gesagt halt schießen: Shoot 7+, Value 5+/12“ Reichweite.
Was Skirmisher interessant macht sind die Special rules. Sie sind Hard to target, Fast, und beherrschen natürlich die Skirmish und Evade Regel. Das heißt nichts anderes, als dass sie eben plänkeln können. Werden sie beschossen, erhöht sich der Armourwert auf 2 (hard to target), sie können sich ohne Abzüge in schwierigem Terrain bewegen (fast), und können sich mit der Hälfte der Bewegungsreichweite bewegen und dann noch schießen (skirmish). Dass sie sich vor einem Angriff des Gegners noch zurückziehen können (evade) macht diese Einheit tatsächlich zu einer spannenden Option.





Aber Vorsicht. Es sind halt nur 6 und keine 12 Modelle.
Unvorsichtige Spieler, so wie ich, können dann eine Skirmisher Einheit auch leicht opfern, ohne dass sie es beabsichtigt haben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
Eine Schlussbemerkung sei noch erlaubt. Auch, wenn ich diese Minis für ein 882 AD Szenario einsetze, sind sie natürlich ab der Romano-Britischen Zeit tatsächlich nutzbar. Immerhin wurden ja auch die Speerträger, die ihre Waffe nach vorne recken, just für diese Periode modelliert.
Epochen definieren sich natürlich durch Kleidungsstile und Haartrachten. Ich finde die Modellierung dieser Minis so generisch, dass ich sie für Armeen von 450 bis 950 einsetzen würde. Es wird da immer Menschen gegeben haben, die enge oder auch einmal weite Hosen trugen. Mit oder ohne Wadenwickel. Die kurze oder lange Haare hatten. Einen Bart oder eben keinen Bart bevorzugten. Genau wie heute. Wir reden hier von Bauern, einfachen Kriegern, keiner Elite, die natürlich einem gewissen Stil folgte. Deshalb der lange Zeitraum, den ich als passend definiere.
Archäologen des beschriebenen Zeitraums mögen mir verzeihen. Ich sehe das lockerer.
 
 
In several reports, I've already introduced you to various units for my "882 AD – The Attack on Trier" project. Here are the links to the different reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Today, I'm presenting another two small units.
Those in the know will recognize that these are miniatures from the manufacturer Gripping Beast. You'll see miniatures from the Romano-British series, as well as the Saxons (Early/Late) series.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
As you can see, I'm mixing these miniatures.
They symbolize auxiliary troops of the Carolingian army under Bertolf of Trier and Wala of Metz. Peasants threatened by the approaching Vikings, they have seized their spears to serve as skirmishers somewhere.
Even though these miniatures were sculpted for an earlier historical conflict, I find their clothing and demeanor so generic that they work perfectly for me.
As you can see, there are 18 figures in total.
I can use 12 of these as Levied Infantry according to the Lion Rampant rulebook. They don't do anything special, but they are cheap and therefore very useful as a tactical element. They can slow down attacks, hold positions, and serve as a diversionary unit. An Attack value of 7+ indicates that they shouldn't necessarily be used proactively in attacks. Their Armour value of 1 also argues against this. However, a Defense value of 6 allows for a reasonably decent defense.
I will use the other six figures as skirmishers.
These use javelins and are capable of engaging the enemy in ranged combat. This makes them even better than the Levied Infantry, as their stats are otherwise nearly identical: Attack 7+, Courage 5+, Defense Value 6+. The attack value is 6+, so it's better, and as already mentioned, they can shoot: Shoot 7+, Value 5+/12" range.
What makes Skirmishers interesting are their special rules. They are Hard to Target, Fast, and of course, they have the Skirmish and Evade rules. This simply means they can skirmish. If they are shot at, their armor value increases to 2 (hard to target), they can move through difficult terrain without penalties (fast), and they can move at half their movement range and still shoot (skirmish). The fact that they can retreat before an enemy attack (evade) makes this unit a truly exciting option.
But be careful. There are only 6 models, not 12. Careless players, like myself, can easily sacrifice a Skirmisher unit unintentionally, which isn't exactly ideal.
One final remark: Even though I'm using miniatures for an 882 AD scenario, they're naturally usable from the Romano-British period onward. After all, the spearmen, who raise their weapons forward, were modeled specifically for this period.
Eras are naturally defined by clothing styles and hairstyles. I find the sculpting of these miniatures so generic that I would use them for armies from 450 to 950 AD. There will always have been people who wore tight or loose trousers. With or without leg wraps. Who had short or long hair. Who preferred a beard or not. Just like today. We're talking about peasants, common warriors, not an elite who naturally followed a certain style. That's why I consider the long timeframe appropriate.
Archaeologists of the period described may forgive me. I take a more relaxed approach.

Sonntag, 26. Juli 2026

Lieblingsmini der Woche - J.F.Cooper "Der Wildtöter" Teil 1

Ich hatte bereits in früheren BLOG Posts auf die Faszination hingewiesen, die mich immer wieder ergreift, wenn ich an die Bücher von James Fenimore Cooper denke.
Hier einmal die Links zu meinen früheren Berichten zu diesem Thema.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Auch heute möchte ich mich erneut mit diesem Thema beschäftigen.
Aber nicht mit dem berühmtesten Roman der Buchreihe „Der letzte Mohikaner“, sondern mit dem zeitlich ersten der Lederstrumpf Geschichten, nämlich mit dem „Wildtöter“.
Mit diesem Roman beginnt die Geschichte Natty Bumppos, dem Mann der auch mit den Namen „Lederstrumpf“, „Wildtöter“, „Falkenauge“ oder auch „Long Carabine“  in den Romanen und späteren Verfilmungen belegt ist.

Natty befindet sich mit einem weiteren Waldläufer, Henry (Harry) Marsh, auf dem Weg zu Tom Hutter, einem alten Seemann, der inmitten des Glimmerglas Sees – ja den gibt es wirklich - mit seinen beiden Töchtern Judith und Hetty in einem Pfahlbau lebt. Dieser Pfahlbau – die Biberburg - ist nur mit Booten zu erreichen und bietet somit den Bewohnern einen relativen Schutz, denn sich nähernde Feinde sind bereits aus der Ferne wahrzunehmen. Außerdem besitzt Tom Hutter noch die sogenannte Arche, ein größeres Boot in Art eines Hausbootes, in dessen Mitte sich ebenfalls eine Kabine in Form einer befestigten Blockhütte befindet, und mit der er sich auf den See bzw. den aus ihm entspringenden Susquehanna bei Gefahr zurückziehen kann.
Beide Männer haben unterschiedliche Beweggründe für ihre Reise.
Harry, verliebt in Judith, möchte seine Angebetete wiedersehen, und gleichzeitig mit dem alten Tom Hutter über die Jagd reden. Anfänglich geht der Leser davon aus, dass es um Tierfelle geht. Aber schnell wird einem klar, dass die beiden Männer mit einem ganz anderen Gut handeln: Mit den Skalps ermordeter Indianer.





Für den heutigen Leser liest sich die Geschichte somit weit übler, verglichen mit den Zeitgenossen Coopers. Für diese war der Umstand noch bekannt, dass Behörden Kopfgeld für erbeutete Skalps bezahlten, und zwar egal für welche. Ob Skalps von Kriegern, Frauen oder Kinder, alles war Handelsware.  Für uns liest sich das – zum Glück - schockierend.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der moderne Leser sicherlich keine Sympathien für Hutter und Marsh entwickeln kann, egal, was mit ihnen dann im Laufe des Romans passiert.
Natty Bumppos Beweggründe sind andere. Er will sich am See mit seinem Blutsbruder, dem Mohikaner Chingachgook, treffen, um dessen Verlobte Wah-ta!-Wah zu suchen. Beide vermuten, dass diese von einem feindlichen Mingo (=Huronen) Stamm entführt wurde, der sein Lager hier am Glimmerglas See aufgeschlagen haben soll.
Ich möchte jetzt hier an dieser Stelle nicht den ganzen Roman wiedergeben. Am Ende will ihn doch nochmal jemand lesen.
Hier der Link zum entsprechenden Wikipedia Artikel, für die, die sich nur kurz informieren wollen:
Der Wildtöter – Wikipedia
Für uns Wargamer bietet der Roman aber einige Möglichkeiten für verschiedene Szenarien.
Zum einen bietet der See mit der Biberburg und der Arche ein sehr schönes Setting. Die Arche findet sich als Modell auch in einem der diversen Kickstarter von Jens Najewitz.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain


Es gibt verschiedene Kämpfe zwischen den indianischen Kriegern und den Hauptprotagonisten des Romans, und zwar zu Wasser und zu Land. Na und zu guter Letzt kommt sogar noch die britische Infanterie aus Fort Mohawk ins Spiel, die die Indianer angreift, die zu diesem Zeitpunkt Bumppo als Geisel am Marterpfahl sterben lassen wollen.
Wenn man eine solche Geschichte im Kopf hat, dann entdeckt der Wargamer auch irgendwann die Figuren, die er für ein solches Setting nutzen kann.
Na und heute stelle ich Ihnen die beiden Schurken des Romans als Lieblingsfiguren der Woche vor. Harry Marsh und Tom Hutter.
Ich finde die passen richtig gut, zumal die eine Figur, die für mich Hutter darstellen soll, sogar noch eine Bärenfalle in den Händen hält.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE





Somit sehen sie Harry Marsh auf der linken Seite des Bildes. Klassisch in Waldläuferkleidung, mit einer Fransenjacke, Ledergamaschen, bewaffnet mit Muskete, Tomahawk und Messer. Tom Hutter, die Figur mit dem tief ins Gesicht gezogenen Hut, sehen sie mit einem langen grauen Mantel über der Weste, er trägt ebenfalls die typischen Ledergamaschen, und ist mit einer Muskete und der Bärenfalle bewaffnet. Letztere wird wohl leider nicht nur für Bären, sondern auch für die Jagd auf Menschen verwendet.
Ein wirklich unsympathisches Paar, aber die Figuren an sich gefallen mir doch dann sehr.
Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass der Stoff auch verfilmt wurde. Es gibt einen Film mit Lex Barker aus dem Jahr 1957 und die in Deutschland bekannte vierteilige Lederstrumpf Serie aus den 60er Jahren.
Man muss allerdings zu den Filmen sagen, dass sie schon Kinder ihrer Zeit sind, und den heutigen Sehgewohnheiten wirklich nicht mehr entsprechen.
Zu einer Neuverfilmung kam es leider nie, obwohl eine solche tatsächlich Potential hätte.
Wir haben einen wunderbaren Schauplatz, echte Schurken, Gefechte, Intrigen etc. etc. Ich denke da an heutige Filmtechniken. Der See, die Arche im Nebel. Lange Kamerafahrten, um die Landschaft entsprechend einzufangen, aber auch schnelle Action, wenn es zu den Kämpfen kommt. Man könnte Marsh und Hutter wirklich als die Schurken darstellen, die sie auch sind. Auch gäbe es noch eine andere Herausforderung, die in den alten Verfilmungen unberücksichtigt blieb. Da wäre nämlich noch Hetty, die jüngere Tochter Hutters, die in dem Roman als kognitiv beeinträchtigt beschrieben wird. Ihre Behinderung schützt sie dann am Ende sogar im Indianerlager, weil die Indianer ihr eine engere Beziehung zu Manitou, eben aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung, zuschreiben, und sie somit unter ihren Schutz stellen.
Diese Rolle wurde in den alten Verfilmungen natürlich völlig falsch interpretiert. An das Thema Behinderung wäre damals niemand herangegangen. Ich persönlich fände da eine Neuinterpretation wirklich spannend.
Leider bin ich kein Regisseur, also wird es in meinem Fall beim Tabletop bleiben.
Ich muss mal mit Sven reden. Ein Szenario zu diesem Thema müssen wir wirklich einmal spielen.

I've already mentioned in previous blog posts the fascination that always grips me when I think about the books of James Fenimore Cooper.
Here are the links to my previous posts on this topic:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Today I'd like to revisit this topic.
But not with the most famous novel in the series, "The Last of the Mohicans," but with the earliest Leatherstocking tale, "The Deerslayer."
This novel begins the story of Natty Bumppo, the man also known as "Leatherstocking," "Deerslayer," "Hawk-eye," or "Long Carabine" in the novels and later film adaptations.
This novel is the first in the series. Natty is traveling with another ranger, Henry (Harry) Marsh, to visit Tom Hutter, an old sailor who lives in a stilt house in the middle of „Glimmerglass Lake“—yes, it really exists, Otsego Lake, New York state—with his two daughters, Judith and Hetty. This stilt house—the Beaver Lodge—is only accessible by boat, thus offering its inhabitants relative protection, as approaching enemies can be detected from afar. Tom Hutter also owns the so-called Ark, a larger boat similar to a houseboat, with a cabin in the middle, resembling a fortified log cabin, which he can use to retreat to the lake or the Susquehanna River that flows from it in case of danger.
Both men have different reasons for their journey.
Harry, in love with Judith, wants to see his beloved again and, at the same time, talk to old Tom Hutter about hunting. Initially, the reader assumes that the conversation revolves around animal pelts. But it quickly becomes clear that the two men are dealing in a very different commodity: the scalps of murdered Native Americans.
For today's reader, the story thus reads far more gruesomely compared to Cooper's contemporaries. For them, it was still common knowledge that authorities paid bounties for captured scalps, regardless of the type. Whether scalps of warriors, women, or children, everything was a commodity. For us, this reads—thankfully—as shocking.
Conversely, this also means that the modern reader certainly cannot develop any sympathy for Hutter and Marsh, no matter what happens to them in the course of the novel.
Natty Bumppo's motives are different. He wants to meet his blood brother, the Mohican Chingachgook, at the lake to search for Chingachgook's fiancée, Wah-ta!-Wah. Both suspect that she has been kidnapped by a hostile Mingo (Huron) tribe, who are said to have set up camp here at Otsego Lake.
I don't want to retell the entire novel here. After all, someone might want to read it again.
Here's the link to the corresponding Wikipedia article for those who just want a quick overview:
The Deerslayer - Wikipedia
For us wargamers, however, the novel offers several possibilities for different scenarios.
For one thing, the lake with the beaver lodge and the ark provides a very nice setting. The ark can also be found as a model in one of Jens Najewitz's various Kickstarter campaigns.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain
There are various battles between the Native American warriors and the novel's main protagonists, both on land and at sea. And finally, the British infantry from Fort Mohawk even enters the site, attacking the Native Americans who, at this point, intend to let Bumppo die as a hostage at the stake.
If you have a story like this in mind, then the wargamer will eventually discover the miniatures they can use for such a setting.
And today I'm introducing you to the two villains from the novel as my favorite characters of the week: Harry Marsh and Tom Hutter.
I think they fit together really well, especially since the figure I believe to be Hutter is even holding a bear trap.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
So you see Harry Marsh on the left side of the picture. He's dressed in classic ranger attire, with a fringed jacket, leather gaiters, and is armed with a musket, tomahawk, and knife. Tom Hutter, the figure with the hat pulled low over his face, is wearing a long gray coat over his vest, also sporting the typical leather gaiters, and is armed with a musket and the bear trap. The latter, unfortunately, seems to be used not only for bears but also for hunting humans.
A truly unpleasant pair, but I really like the figures themselves.
It's also worth mentioning that the story has been adapted into films. There's a 1957 film starring Lex Barker and the four-part Leatherstocking Tales series from the 1960s, which is well-known in Germany.
It must be said, however, that the films are products of their time and no longer correspond to today's viewing habits.
Unfortunately, a remake never materialized, even though one would have had real potential.
We have a wonderful setting, genuine villains, battles, intrigue, and so on. I'm thinking of modern film techniques. The lake, the ark in the fog. Long tracking shots to capture the landscape, but also fast-paced action when the battles begin. Marsh and Hutter could truly be portrayed as the villains they are. There's also another challenge that was overlooked in the old film adaptations. There's Hetty, Hutter's younger daughter, who is described as cognitively impaired in the novel. Her disability ultimately protects her in the Native American camp because the Native Americans, precisely because of her cognitive impairment, attribute a closer relationship between her and Manitou and thus place her under their protection.
This role was, of course, completely misinterpreted in the old film adaptations. Back then, nobody would have tackled the topic of disability. Personally, I think a reinterpretation of it would be really interesting.
Unfortunately, I'm not a director, so in my case, it'll have to remain tabletop gaming.
I need to talk to Sven about it. We really should play a scenario on this topic sometime.

Sonntag, 19. Juli 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Ritter zu Fuß

Nein meine lieben Leser. Ich werde jetzt nicht seitenweise über Ritter schreiben. Nicht, dass ein Mittelalter ohne Ritter einfach nicht denkbar wäre. Nicht, dass sie die Spitze der Lehnspyramide darstellten. Nicht, dass sie die Schlachtfelder des Hoch- und teilweise noch des Spätmittelalters dominierten. Nicht, dass sich ihre Bewaffnung und ihren Schutz über die Jahre immer mehr verbesserten.
Warum ich das nicht tue?
Weil es einfach eine viel zu große Geschichte wäre. Eine WIRKLICH GROßE und lange Geschichte.
Über Ritter haben viele Historiker und Publizisten geschrieben, und das schon seit Jahrhunderten, na und dann werde ich da jetzt erst einmal nicht ausführlicher in diesem BLOG- Eintrag. Vielleicht irgendwann einmal in einem anderen Bericht. Denn Ritter habe ich genug. Wir werden es sehen.
Ritter sind bereits in der Zeit ihrer Hochphase verklärt worden. Um sie herum wurden Mythen geschaffen, Geschichten, die selbst uns moderne Menschen faszinieren.
Ich hingegen möchte heute nur meine Ritter zeigen, sie Ihnen im Bild vorstellen. Meine abgesessen kämpfenden Ritter. Keine Ritter hoch zu Ross.

Die Ritter, die sie im Bild sehen, sind Ritter des Spätmittelalters, taugen also genau für die Zeit meiner Hintergrundstory, eben der Mainzer Stiftsfehde, die von 1461 bis 1462 hier in meiner Heimatregion wütete.
Nahezu alle Ritter der Region fanden sich damals auf einer Seite der miteinander rivalisierenden Bischöfe von Mainz, Diether von Isenburg und Adolf II. von Nassau.
Der Konflikt sah pfälzische, badische, hessische Ritter, die sich gegeneinander bekriegten.
Diese Ritter sind hier in meiner Armee dargestellt.
In dem von uns verwendeten Regelwerk Lion Rampant sind sie eine Kerneinheit mit dem Namen „Elite Infantry“. 6 Mann, anstatt 12 Mann pro Einheit. Letzteres ist wichtig. Eine 12er Einheit mit den Werten, die die Ritter besitzen, wäre viel zu stark.
Eine 3+ auf zwei Würfeln für den „Courage“ Test, ein „Attack Value“ von 3+, ein „Defence Value“ von 4+ sowie ein „Armour“ Wert von 4 sind dann schon richtig gut.
Hinzu kommt, dass die Einheit die Spezialregel „Flexible“ hat, d.h. Attack/Defence/Armour Werte werden beim Kampf in schwierigem Gelände nicht verschlechtert.




Wem das jetzt alles nicht reicht, der kann den Rittern für zwei Punkte mehr das Attribut „Fearsome“ verpassen. Der Gegner ist dann so verängstigt, dass sein Moralwurf einen Malus von -1 erhält.
Für 3 Punkte mehr kann man sie sogar noch mit der Eigenschaft „Bloodthirsty“ verbessern. Jeder Angriffswürfel, aber kein „Defence“ oder „Shooting“ Würfel, mit einer 6 erzielt anstatt des üblichen einem Treffer, in diesem Fall 2 Treffer.
Das Regelbuch warnt aber den Spieler, dass er bei seiner Begeisterung für Ritter, aber auch daran denken sollte, dass eine mit beiden Merkmalen verbesserte Rittereinheit schon einmal 11 Punkte der Gesamtstreitmacht von 24 verbraucht. Das kann dann schon mal eng werden, wenn die anderen Einheiten nicht richtig performen.
Ich sehe es genauso wie die Regelschreiber. Eine solche Rittergruppe müsste dann schon von einem cineastischen Helden angeführt werden, wie z.B. Harald Hardrada, Ivanhoe oder Uthred von Bebbanburg. Dann würde der Fluff ja auch wieder stimmen.
Aufmerksame Betrachter der Bilder werden jetzt sehen, dass ich auf der Base nur 5 Ritter habe, keine 6. Das macht aber nichts, denn wir markieren die Verluste zunächst mit Markern, bevor wir die Einheit vom Spielfeld entfernen, wenn sie dann bricht.
Bei den Rittern selbst handelt es sich um Plastikritter aus der WotR Box, WR 50 Foot Knights 1450-1500, der Perry Brüder.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures




Die passen natürlich ideal für meine Zwecke, und außerdem sind sie natürlich schnell zu bemalen. Kein Wunder, wenn die eigene Rüstung zum großen Teil aus Metall besteht.
Die Modelle selbst sind sehr schön modelliert und bieten unterschiedlichste Optionen für die Bewaffnung, Helme etc.
Da kann man sich so richtig austoben.
Ich habe deshalb meine Ritter auch mit den unterschiedlichsten Waffen Optionen ausgerüstet. Neben den Schwertern finden sich Ahlspieße, Mordäxte, Helmbarten und gekürzte Lanzen.
Ich bin gespannt, wie sie sich verhalten werden, wenn ich sie in die Schlacht führe. Ob undiszipliniert und draufgängerisch ins Verderben stürzend, oder eiskalt, effektiv und berechnend den Sieg erringend.
BEIDES ist bei Rittern möglich. Wir werden sehen was passiert.




No, my dear readers. I'm not going to write pages and pages about knights now. Not that a Middle Ages without knights would be unthinkable. Not that they represented the pinnacle of the feudal pyramid. Not that they dominated the battlefields of the High- and, to some extent, the Late Middle Ages. Not that their weaponry and protection improved steadily over the years.
Why am I not doing that?
Because it would simply be far too big a story. A REALLY BIG and long story.
Many historians and writers have written about knights, and have been for centuries, so I'm not going to go into more detail about it in this blog post. Perhaps sometime in another article. Because I have enough knights. We'll see.
Knights were already glorified during their heyday. Myths were created around them, stories that still fascinate us modern people.
Today, however, I only want to show you my knights, present them to you in pictures. My dismounted knights. Not knights on horseback.
The knights you see in the picture are knights of the Late Middle Ages, so they fit perfectly into the time period of my backstory: the Mainz Diocesan Feud, which raged in my home region from 1461 to 1462.
At that time, almost all the knights of the region found themselves on one side or the other, the rival bishops of Mainz, Diether von Isenburg and Adolf II von Nassau.
The conflict saw Palatine, Baden, and Hessian knights fighting each other.
These knights are depicted here in my army.
In the Lion Rampant rule set we use, they are a core unit called "Elite Infantry." Six men, instead of twelve, per unit. The latter is important. A twelve-man unit with the stats these knights possess would be far too powerful.
A 3+ on two dice for the Courage test, an Attack Value of 3+, a Defense Value of 4+, and an Armour Value of 4 are already quite good.
In addition, the unit has the special rule "Flexible," meaning that Attack/Defence/Armour values ​​are not reduced when fighting in difficult terrain.
If that's still not enough, you can add the "Fearsome" attribute to the knights for two more points. The opponent will then be so frightened that their Morale roll will suffer a -1 penalty.
For three more points, you can even improve them with the "Bloodthirsty" trait. Every attack die, but not a Defense or Shooting die, scores a 6 inflict instead of the usual one hit—in this case, two hits.
The rulebook warns players that while they're enthusiastic about knights, they should also remember that a knight unit enhanced with both traits can consume 11 of the total 24 points. This can get tight if the other units aren't performing well.
I agree with the rule writers. Such a group of knights would really need to be led by a cinematic hero, like Harald Hardrada, Ivanhoe, or Uhtred of Bebbanburg for example. Then the lore would be more in keeping with the character.
Attentive viewers of the pictures will notice that I only have 5 knights on the base, not 6. That's okay, though, because we mark the losses with markers before removing the unit from the board when it breaks.
The knights themselves are plastic knights from the War of the roses box set, WR 50 Foot Knights 1450-1500, by the Perry brothers.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures
These are, of course, ideal for my purposes, and they're also quick to paint. No wonder, considering their armor is largely made of metal.
The models themselves are beautifully sculpted and offer a wide variety of options for weapons, helmets, etc.
You can really let your creativity run wild.That's why I've equipped my knights with a diverse range of weapons. Besides swords, there are awls, poleaxes, halberds, and lances.
I'm curious to see how they'll behave when I lead them into battle. Will they be undisciplined and recklessly rushing to their doom, or coldly, efficiently, and calculatingly securing victory?
Both are possible with knights. We'll see what happens.

Samstag, 11. Juli 2026

Galeas per montes - 1439

Erinnern Sie sich noch an Fitzcarraldo? Den Film von Werner Herzog aus dem Jahr 1982 mit Klaus Kinski in der Hauptrolle? In diesem ließ der Hauptcharakter ein Schiff über einen Berg ziehen. Er hatte ein Ziel. Nämlich, die Stromschnellen des einen Flusses, auf dem er sich befand, zu umgehen, um dann in die breiteren Gewässer des anderen Flusses, seinem Ziel, wieder einfahren zu können. Dazwischen lag ein Berg. Den galt es zu überwinden. Die Filmszenen waren damals gewaltig. Auch die unflätigen Streitereien die Kinski am Filmset entfachte. Angeblich sollen die am Set mitwirkenden indigenen Statisten sogar Werner Herzog angeboten haben, Kinski zu töten, wenn er dies wünsche. Zu sehr waren sie vom Verhalten des Schauspielers geschockt.



Irgendwie musste ich unwillkürlich an Fitzcarraldo denken, als ich das erste Mal von der Geschichte hörte, die ich Ihnen heute erzählen möchte. An das Schiff, aber auch an Kinski selbst, der vor meinem geistigen Auge auch in dieser Geschichte eine Hauptrolle hätte übernehmen können.


 

Natürlich müsste er seinen Helm aus Aguirre, der Zorn Gottes tragen (1972). Das würde sogar ungefähr passen.


„Galeas per montes“ heißt die Aktion. Sie ereignete sich im Jahr 1439 und bedeutet nichts anderes als die Galeeren über die Berge zu bringen. Vom Etschtal über die Berge in den nördlichen Teil des Gardasees.
Denken Sie bitte auch filmisch, wenn sie sich das vorstellen wollen. Sie sehen Venedig, den Markusplatz, den Dogen, der umringt von einer begeisterten Menge die Schiffe verabschiedet. Diese dümpeln am Kai. Letzte Vorbereitungen werden getroffen. Parallel dazu hat jetzt, in diesem Moment, der Doge die Arme weit geöffnet und er schreit, einem Schlachtruf gleich, das Signal heraus: „Galeas per montes!!!“
Die Menge jubelt, lässt ihn hochleben, und selbst der kleine Taschendieb, der durch die Menge schleicht, muss ihm recht geben: Ja, wenn Du eine Seemacht bist, dann musst Du Deine Spezialwaffe eben dahin bringen, wo es keiner vermutet, um zu siegen. Und was gibt es Leichteres zu tun, als im beginnenden 15. Jahrhundert Schiffe über die Berge zu bringen.
Sie stimmen doch sicherlich schon jetzt mit mir überein, dass das alles schon ziemlich episch ist; und es ist dann auch wieder eine Aktion, die man gemeinhin als „übertrieben dargestellt“ bezeichnen würde, käme man auf den Gedanken sie zu verfilmen. Aber die Darstellung ist nicht übertreiben, sie ist real.
Sollten Sie meine lieben Leser demnächst einmal zum Gardasee fahren, dann empfehle ich Ihnen an der Brennerautobahn bei Mori (Trentino) abzufahren, dann die SS240 zu nehmen, um über Loppio nach Torbole, an das Nordostufer des Gardasees zu kommen.
Genau diese knapp 15 km sind diejenigen, die auch die Galeeren genommen hatten.



Zu Beginn des 15. Jahrhunderts standen in Oberitalien drei Staaten in direkter Konkurrenz, um ihre Einflußgrenzen entsprechend zu erweitern. Da war zum einen das Herzogtum Mailand, regiert von den Viscontis, zum anderen die beiden Republiken Florenz und Venedig. 1423 dachte Filippo Mari Visconti man sollte seine Grenzen einfach mal in die Romagna erweitern, wohl wissend, dass diese Region aber im Einflussgebiet der Republik Florenz lag. Die Stadt bat Venedig um Hilfe. Es folgte die Phase der lombardischen Kriege, die dann erst im Jahr 1454 mit dem Frieden von Lodi beigelegt wurden.
Venedig hatte sich mit der Besetzung der Städte Brescia (1426) und Bergamo (1428) Sprungbretter in der Lombardei gesichert. 1438 standen die Mailänder vor den Toren Brescias und wollten dem Spuk ein Ende setzen. Die venezianische Besatzung Brescias unter dem Condottiere Gattamelata konnte sich auf Umwegen über die Berge letztendlich nach Verona zurückziehen. Die Stadt selbst ergab sich nicht. Folglich sahen sich die Venezianer veranlasst irgendetwas zu tun, um die Stadt doch noch zu entsetzen. Hier entstand der Gedanke die Entscheidung auf dem Wasser zu suchen. Mit einer Schlacht auf dem größten Gewässer der Region, dem Gardasee. Dummerweise befand sich zu diesem Zeitpunkt aber kein Kriegsschiff der Venezianer vor Ort. Der Süden des Sees, der Osten, die Zuflüsse des Mincio waren in der Hand der Mailänder, die hier sehr wohl Schiffe stationiert hatten. Damit war eine Verschiffung einer venezianischen Flotte von der Adria, über den Po, den Mincio in den See nicht möglich. Irgendjemand hatte dann die Idee über den Norden zu kommen. Zum Etschtal bestand eine direkte Verbindung, und dann, ja dann musste man ja nur noch über den Berg.
Gedacht, gesagt, getan.
2000 Zugtiere wurden organsiert, mehrere hundert Mann verpflichtet, der Weg freigelegt, Bäume gefällt, der Boden nivelliert. Die Schiffe kamen in Mori an. Die kleineren wurden auf Karren geladen, die großen Schiffe über Rundhölzer weiter transportiert.
Wir reden hier übrigens von 25 größeren Booten und sechs Galeeren unterschiedlicher Größe. Eine richtige Flotte!!!!


Auf den ersten 7 km waren 70 Höhenmeter zu überwinden. Das klingt nicht viel. Aber denken sie an die Anzahl der Schiffe. Dann wurden die Boote wieder am Loppiosee, der heute nur noch eine Sumpflandschaft bildet, wieder zu Wasser gelassen. Von hier bewegte man sich an das andere Ufer unterhalb des Passo San Giovanni. Mit Seilwinden, sogar unter Zuhilfenahme der Segel, ging es danach den steilen Anstieg nach oben. Drei Galeeren konnten pro Tag auf den Pass geschafft werden. Dann ging es wieder nach unten, auch gefährlich. Die Boote mussten kontrolliert abgeseilt werden. Ein Riesenaufwand. Häuserecken auf der Passhöhe in Nago mussten abgerissen werden, damit die Schiffe um die Ecken kamen. Selbstverständlich mussten beim Auf- und Abstieg auch Felsen weggeräumt werden, die die enge Schlucht behinderten.
Letztendlich, 18 Tage nachdem man in Mori angelandet war, erreichte die Flotte im März 1439 Torbole, und wurde zu Wasser gelassen.


Es kam in der Folge zu mehreren Seegefechten auf dem Gardasee mit den Mailändern. Im September ging der Großteil der Flotte vor Maderno verloren.
Aber die Taktik war als die richtige erkannt worden. In Torbole selbst wurde jetzt eine neue Flotte gebaut. Das zum Teil vorgefertigte Material zum Bau war wieder über die gleiche Route zum Gardasee geführt worden. Im April 1440 schlug diese venezianische Flotte die Mailänder vernichtend vor Riva dl Garda. Der komplette Gardasee war nun unter Kontrolle Venedigs. Brescia konnte entsetzt werden, die Belagerung wurde beendet.
Eine beeindruckende Geschichte. Stellen sie sich einfach den fluchenden Kinski mit seinem Aguirre Helm einmal auf dem ganzen Weg vor, wie er hin und her reitet, jeden als „Arschloch“ bezeichnet, und wutschnaubend auf irgendwas einschlägt, und wie er dann, zum Ende des Films, völlig irre guckend, auf dem Flagschiff in den Tod segelt. Das wäre ganz großes Popcornkino.
Na und jetzt sind Sie gefragt.
Kann man das im Tabletop umsetzen? Keine Ahnung.
Wenn man es könnte, hätte Don Voss doch sicherlich schon etwas gebastelt. Das wäre doch genau Dein Ding Don, oder???
Aber warum es noch kein Großdiorama zu diesem Thema gibt, kann ich mir auch nicht erklären. Ein Diorama bestehend aus mehreren Teilen: 1. Die Flotte wird vorbereitet 2. Der erste Anstieg 3. Auf dem Loppiosee 4. Der Aufstieg zum Pass 5. Hinunter nach Torbole 5. Die Seeschlacht.
So etwas sähe richtig gut aus.
Na ja, vielleicht wird ja irgendjemand durch diesen Bericht inspiriert.
Ich hoffe es.
 
 
Do you remember Fitzcarraldo? Werner Herzog's 1982 film starring Klaus Kinski? In it, the main character had a ship pulled over a mountain. He had a goal: to bypass the rapids of one river he was on, so he could then enter the wider waters of the other river, his destination. A mountain lay between them. It had to be overcome. The film scenes were powerful back then. So were the foul-mouthed arguments Kinski sparked on set. Allegedly, the indigenous people working on the set even offered to kill Kinski if Werner Herzog wanted. They were so shocked by the actor's behavior.
Somehow, I couldn't help but think of Fitzcarraldo when I first heard the story I want to tell you today. The ship, but also Kinski himself, who, in my mind's eye, could have played a leading role in this story as well. Of course, he'd have to wear his helmet from Aguirre, the Wrath of God (1972). That would even be a pretty good match.
The operation is called "Galeas per montes." It took place in 1439 and simply means transporting the galleys over the mountains. From the Adige Valley, over the mountains, to the northern part of Lake Garda.
Please imagine it like a film. You see Venice, St. Mark's Square, the Doge, surrounded by an enthusiastic crowd, bidding farewell to the ships. They bob at the quay. Final preparations are underway. At the same time, right now, the Doge has his arms wide open and, like a battle cry, shouts out the signal: "Galeas per montes!!!"
The crowd cheers, elevates him, and even the petty pickpocket sneaking through the throng has to agree: Yes, if you're a naval power, you have to take your special weapon to where no one would expect it in order to win. And what could be easier than transporting ships over the mountains at the beginning of the 15th century?
I'm sure you'll agree with me that this is all quite epic; and it's also an event that would generally be considered "exaggerated" if one were to think of making a film of it. But the depiction isn't exaggerated, it's real.
Should you, my dear readers, be traveling to Lake Garda anytime soon, I recommend taking the Brenner motorway exit at Mori (Trentino), then taking the SS240 to reach Torbole via Loppio, on the northeastern shore of Lake Garda.
These are precisely the same 15 kilometers that the galleys used.
At the beginning of the 15th century, three states in northern Italy were in direct competition to expand their spheres of influence. There was, on the one hand, the Duchy of Milan, ruled by the Visconti family, and on the other hand, the two republics of Florence and Venice. In 1423, Filippo Mari Visconti thought it best to expand Venice's borders into Romagna, knowing full well that this region was within the sphere of influence of the Republic of Florence. The city appealed to Venice for help. This led to the Lombard Wars, which were finally settled in 1454 with the Peace of Lodi.
Venice had secured footholds in Lombardy with the occupation of Brescia (1426) and Bergamo (1428). In 1438, the Milanese stood before the gates of Brescia, intent on putting an end to the siege. The Venetian garrison of Brescia, under the condottiere Gattamelata, eventually retreated to Verona via a circuitous route over the mountains. The city itself did not surrender. Consequently, the Venetians felt compelled to take some action to finally dislodge the city. This gave rise to the idea of ​​seeking a decisive battle on the water, specifically on the largest body of water in the region, Lake Garda. Unfortunately, no Venetian warship was present at that time. The southern part of the lake, the eastern part, and the tributaries of the Mincio River were under Milanese control, and the Milanese did indeed have ships stationed there. This made it impossible to transport a Venetian fleet from the Adriatic Sea, via the Po and the Mincio Rivers, into the lake. Then someone had the idea of ​​approaching from the north. There was a direct connection to the Adige Valley, and then, well, then all that was left was to get over the mountain.
No sooner said than done.
2,000 draft animals were organized, several hundred men were recruited, the path was cleared, trees were felled, and the ground was leveled. The ships arrived in Mori. The smaller ones were loaded onto carts, the larger ships were transported further using logs.
By the way, we're talking about 25 larger boats and six galleys of varying sizes. A real fleet!
The first 7 km involved climbing 70 meters in altitude. That doesn't sound like much. But consider the number of ships. Then the boats were relaunched at Lake Loppio, which today is just a marshland. From there, they moved to the other shore below the Passo San Giovanni. Using winches, and even the sails, they then ascended the steep slope. Three galleys could be brought to the pass each day. Then came the descent, also dangerous. The boats had to be lowered in a controlled manner by rope. A huge undertaking. Corners of houses at the pass summit in Nago had to be demolished so the ships could navigate the bends. Of course, rocks obstructing the narrow gorge had to be cleared away during the ascent and descent.
Finally, 18 days after landing in Mori, the fleet reached Torbole in March 1439 and was launched.
Several naval battles with the Milanese ensued on Lake Garda. In September, the majority of the fleet was lost off Maderno.
But the tactic had proven successful. A new fleet was now being built in Torbole itself. The partially prefabricated materials for its construction had again been transported to Lake Garda via the same route. In April 1440, this Venetian fleet decisively defeated the Milanese off Riva del Garda. The entire Lake Garda was now under Venetian control. Brescia was relieved, and the siege was lifted.
An impressive story. Just imagine Kinski cursing in his Aguirre helmet, riding back and forth, calling everyone an "asshole," furiously smashing things, and then, at the end of the film, sailing to his death on the flagship, looking completely insane. That would be pure popcorn cinema.
Now it's your turn.
Could that be done in tabletop gaming? I have no idea.
If it were possible, Don Voss would surely have built something by now. That would be right up your alley, Don, wouldn't it?
But I can't explain why there isn't a large diorama on this topic yet. A diorama consisting of several parts: 1. The fleet is being prepared 2. The first ascent 3. On Lake Loppio 4. The climb to the pass 5. Down to Torbole 6. The sea battle.
Something like that would look really good.
Well, maybe someone will be inspired by this report.
I hope so.