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Sonntag, 13. September 2026

Gripping Beast

Es gibt Nachrichten, die lassen einen betroffen zurück. Auch in unserem Hobby.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber die offizielle Ankündigung von Gripping Beast sich aus dem Geschäftsbetrieb zurückzuziehen, hinterlässt bei mir ein gewisses Gefühl der Leere.
An Important Announcement | Gripping Beast
Gripping Beast ist definitiv DIE FIRMA, die der spätrömischen Geschichte und dem Dark Age in der Wargaming Szene Leben eingehaucht hat. Ohne Gripping Beast wäre diese Epoche ein Randprodukt geblieben, irgendeine Epoche, die zwar auch von Wargames Foundry bespielt worden wäre, aber nicht so intensiv und auch nicht so prägend.



Mir, als deutschem Wargamer, fiel der Hersteller Anfang der 0er Jahre ins Auge. Damals kaufte ich einem Hobbyfreund eine ziemlich große spätrömische Armee ab. Die war zur Hälfte bemalt, zur Hälfte aber noch unbemalt. Zum großen Teil stammten diese Miniaturen von Gripping Beast, ergänzt durch Black tree Miniaturen. Mir gefiel der Stil, und kurze Zeit später begann ich dann, auf der Webseite des Herstellers zu recherchieren. Angefixt wie ich war, kamen dann immer mehr Figuren zu dem bereits unbemalten Zinnberg dazu. Dieser Zinnberg, den wir ja häufig einen „pile of shame“ nennen, habe ich nie als solchen empfunden. Die Skulptoren von Gripping Beast haben für mich geschichtliche Momente festgehalten. Sie haben es geschafft etwas plastisch zum Leben zu erwecken, was eigentlich im Verborgenen liegt: „Dark Age“ eben. Gripping Beast hat aber dieses „Dark Age“ ins Helle gerückt.
Und mir hat dieser Hersteller einen Berg von Minis gebracht, den ich immer wieder einmal aus der Schublade nahm, ihn abbaute und ihn mit Farbe versah. Sie werden auch in Zukunft auf diesem BLOG noch einige Figuren sehen, die von diesem Hersteller stammen. Denn ganz abgebaut ist dieser Berg zum Glück nicht.




Ohne Gripping Beast kein Saga. Ohne Gripping Beast auch kein Victrix. Denn ohne die wegweisende Arbeit dieser Firma, hätte vielleicht der Mut gefehlt, die Randthemen Spätrom und Dark Age in Plastik abzubilden. Im Grunde haben Gripping Beast und Foundry die Basis geschaffen, dass dieses Thema heute so vielfältig abgedeckt ist.
Wir reden hier definitiv von einem Pionier im Hobby.
Und zur Pionierarbeit gehört auch dazu, dass nicht alles perfekt ist. Ich kenne Wargamer, die die Modellierung der Hände bemängeln, die den Plastiksets nicht die Höchstnoten geben. Aber so etwas gehört halt auch dazu. Mich hat dieser Modellierungsstil nie gestört.
Fan bin ich von den Sonderfiguren der Epoche. Die verschiedenen Anführer der Sachsen und Wikinger. Die „Raiding“ Vignetten, die es da gibt.




Meine persönlichen Favoriten waren immer die Spätrömer. Hier vor allem die Wolftail Warrior und die Arthurian Personalities. Figuren, die so gut getroffen sind.


Aber auch die Darstellung von einfachen Bauern, die in die Schlacht ziehen, sind so lebendig dargestellt, als ob sie aus dem Leben kämen.



Na und die Miniaturen, die im Schildwall stehen, sind nach meiner Meinung einfach unerreicht.



Besonders dankbar bin ich als Deutscher, das Gripping Beast meine direkten Vorfahren nicht mehr als Höhlenmenschen dargestellt hat. Natürlich haben die Germanen auch hier Bärte und lange Haare, aber sie sehen eben aus wie Krieger des Frühmittelalters und nicht wie grunzende Orks, die gerade frisch aus ihrer Höhle gekrochen sind.








Selbst da, wo Germanen mit Fellen dargestellt werden, sehen diese wie Kleidungsstücke aus, nicht wir frisch erlegte und übergeworfene Reste von Tieren.



Na und zu guter Letzt zum Thema Germanen: Es ist auch schön einmal germanische Anführer mit Helmen zu sehen, und in einem Stil, der einem spätrömischen Warlord auch entspricht.



Heutige, durchaus auch erfolgreiche Serien, sollten sich hier einmal ein Beispiel nehmen.
Aber nicht nur die Spätrömer. Auch die Sassaniden, die Karthager, die Gallier, die Makedonen etc. etc. werden fehlen.






Die Sachsen, Wikinger, mittelalterliche Figuren etc. auch.







Na und das Front Rank dann wohl auch vom Markt verschwinden wird, ist für viele äußerst traurig.
Die Entscheidung selbst kann ich verstehen, bin ich doch im gleichen Alter und ebenfalls nicht mehr weit von der Rente entfernt.
Dennoch hoffe ich, dass sich jemand finden wird, der vielleicht das Geschäft übernimmt. Man kann sich ja auf die Bestseller, auf die umsatzstärksten Reihen konzentrieren, um den Spagat zwischen Lagerkosten, Teilwertabschlägen. Margen und Verkaufspreis zu stemmen.
Ich und viele, viele andere wünschen es.
Mir bleibt es an dieser Stelle nur Danke zu sagen. Danke für die Minis, danke für die Inspiration, danke für die vielen Jahre; und Entschuldigung, dass ich jetzt der Einfachheit halber die Bilder von der Webseite im Bericht verwendet habe.
 
Für die Zukunft alles Gute, egal wo Euch der Wind hin weht.
 
Gripping Beast Wargaming Figure Ranges | Gripping Beast
 
 
There are some news stories that leave you feeling down. Even in our hobby.
I don't know about you, but Gripping Beast's official announcement of their withdrawal from business leaves me with a certain feeling of emptiness.
An Important Announcement | Gripping Beast
Gripping Beast is definitely THE company that breathed life into Late Roman history and the Dark Ages in the wargaming scene. Without Gripping Beast, this era would have remained a niche product, some era that Wargames Foundry might have played, but not as intensively or as significantly.
As a German wargamer, I first noticed the manufacturer in the early 2000s. Back then, I bought a rather large Late Roman army from a fellow hobbyist. Half of it was painted, half of it unpainted. For the most part, these miniatures were from Gripping Beast, supplemented by Black Tree miniatures. I liked the style, and shortly afterward, I started researching on the manufacturer's website. Hooked as I was, more and more miniatures were added to the already unpainted pile of pewter. This pile of pewter, which we often call a "pile of shame," I never considered one. The sculptors from Gripping Beast captured historical moments for me. They managed to bring to life something that is actually hidden: the Dark Ages. Gripping Beast brought these Dark Ages into the light.
And this manufacturer gave me a mountain of miniatures that I would occasionally take out of the drawer, dismantle, and paint. You will see more figures from this manufacturer on this blog in the future. Because, thankfully, this mountain isn't completely gone.
Without Gripping Beast, there would be no Saga. Without Gripping Beast, there would be no Victrix either. Because without the pioneering work of this company, perhaps the courage to depict the fringe themes of the Late Roman and Dark Ages in plastic would have been lacking. Essentially, Gripping Beast and Foundry laid the foundation for the diverse range of miniatures available today.
We're definitely talking about a pioneer in the hobby.
And part of being a pioneer is that not everything is perfect. I know wargamers who criticize the hand sculpts, who don't give the plastic sets top marks. But that's just part of the game. This sculpting style has never bothered me.
I'm a fan of the special figures from this era. The various Saxon and Viking leaders. The "Raiding" vignettes.
My personal favorites have always been the Late Romans. Especially the Wolftail Warriors and the Arthurian Personalities. Figures that are so well done.
But even the depictions of ordinary peasants going into battle are so lifelike, as if they were real people.
And the miniatures standing in a shield wall are, in my opinion, simply unparalleled.
As a German, I'm especially grateful that Gripping Beast no longer portrays my direct ancestors as cavemen. Of course, the Germanic tribes here still have beards and long hair, but they look like warriors of the Early Middle Ages, not like grunting orcs who've just crawled out of their caves.
Even where Germanic tribes are depicted wearing furs, these look like articles of clothing, not like freshly killed and thrown-on animal remains.
And finally, on the subject of the Germanic tribes: It's also nice to see Germanic leaders wearing helmets, and in a style befitting a late Roman warlord. Modern, and quite successful, series should take note.
But it's not just the late Romans.
The Sassanids, the Carthaginians, the Gauls, the Macedonians, etc., etc., will also be missing.
The Saxons, Vikings, medieval figures, etc., too.
And the fact that Front Rank will probably disappear from the market as well is extremely sad for many.
I can understand the decision itself, as I'm the same age and also not far from retirement.
Nevertheless, I hope that someone will be found who might take over the business. One could concentrate on the bestsellers, the highest-selling series, to manage the balancing act between storage costs, partial write-downs, margins, and the selling price.
I and many, many others wish it so.
At this point, all that remains for me is to say thank you. Thank you for the miniatures, thank you for the inspiration, thank you for the many years; and apologies for using the images from the website in this report for the sake of simplicity.
 
All the best for the future, wherever life takes you.
 
Gripping Beast Wargaming Figure Ranges | Gripping Beast

Sonntag, 9. August 2026

Das dritte Jahrhundert - Reichskrise, Harzhorn und neue Figuren

„Maximinus drang tief in germanisches Gebiet vor, machte viel Beute und überließ seinen Truppen alles Vieh, dessen man habhaft wurde. Die Germanen indessen hatten die Ebenen und die baumlosen Gegenden geräumt und sich in die Wälder und Sümpfe zurückgezogen, so dass die Kämpfe dort stattfinden würden, wo die dicht stehenden Bäume die Geschosse und Pfeile ihrer Feinde wirkungslos machen sollten, und wo die tiefen Moore die Römer bedrohen würden, die die Landschaft nicht kannten […]. Und so fanden die meisten Gefechte in solchen Gebieten statt, und hier geschah es auch, dass der Kaiser selbst und sehr mutig an einer Schlacht teilnahm: Als die Germanen sich in eine große, feuchte Senke zurückzogen und die Römer zögerten ihnen nachzufolgen, stürzte sich Maximinus selbst in die Niederung, bis das Wasser bis zum Bauch seines Pferdes stand; und so hieb er auf die Feinde ein, die ihn umringten. Da fassten die Soldaten, beschämt darüber, dass sie ihren Kaiser, der an ihrer Stelle kämpfte, derart im Stich ließen, Mut und griffen ebenfalls an. Eine große Zahl Männer fiel auf beiden Seiten, doch während viele Römer ihr Leben ließen, wurde fast die ganze barbarische Armee vernichtet, und der Kaiser war der hervorragende Mann auf dem Schlachtfeld […]. Noch weitere Kämpfe fanden statt, bei denen Maximinus aufgrund seiner persönlichen Beteiligung Ruhm erwarb, da er stets eigenhändig mitfocht und in jedem Gefecht der beste Krieger auf dem Schlachtfeld war […]. Er drohte und war entschlossen, alle germanischen Stämme bis hin zum Meer zu besiegen und zu unterwerfen.“
Herodian, 7,2,5-9
 
Das schrieb der griechische Historiker Herodian über eine Schlacht, die der erste Soldatenkaiser, Maximinus Thrax, in Germanien geschlagen hatte.
Jahrhundertelang gingen Forscher davon aus, dass dieses Ereignis irgendwo im Limes Grenzraum stattgefunden hatte, und zwar in einer Entfernung von 30 bis 40 Meilen zum Grenzwall. Die spätantike Historia Augusta sprach zwar von trecenta bzw. quadringenta, also 300 bis 400 Meilen, doch die Forscher gingen hier von einem Schreibfehler aus. Hatte nicht schon Augustus die Expansion nach Germania magna aufgegeben, und somit die Grenze für Jahrhunderte gezogen? So der allgemeine Tenor. Die spätantiken Quellen wurden als unglaubwürdig erachtet, die Entfernungsangabe einfach korrigiert, auf das, was denkbar erschien. Emendieren nennt man das in der Wissenschaft.
Im Jahr 2000 fanden zwei Hobbyarchäologen per Zufall im südlichen Niedersachsen am Harzhorn römische Artefakte. Geschossspitzen, Achsnägel, eine Schaufelhacke und eine Hipposandale, letztere ein Vorläufer des Hufeisens.
2008 meldeten sie den Fund der zuständigen amtlichen Stelle, und im Spätsommer 2008 begannen umfangreiche archäologische Untersuchungen.
Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor. Die antiken schriftlichen Quellen hatten wirklich recht. Ja; es gab eine Schlacht zwischen Römern und Germanen am Harzhorn. Und ja; das Harzhorn ist auch in der angegebenen Entfernung zum Limes, genau wie das die überlieferten schriftlichen Quellen geschrieben hatten.  Auch der Zeitpunkt des Durchbruchsgefechts ist festgelegt. Im Jahr 235/236, also exakt unter der Regierung von Maximinus Thrax. Zudem handelt es sich um einen echten Kriegszug. Die Untersuchungen legen nahe, dass hier eine Einheit engagiert war, die aus 10.000 römischen Soldaten bestand. Diese kam von einem Rundmarsch, marschierte aus dem Norden an und wollte an dieser Stelle wieder den Weg nach Süden einschlagen, um zurück zum Limes zu kommen. Die Engstelle am Harzhorn wurde von germanischen Kriegern blockiert, die dann wiederum durch einen Flankenmarsch ausmanövriert und angegriffen wurden.




Ich, als jemand, der selbst Geschichte studiert und auch einmal an einer archäologischen Ausgrabung eines römischen Marschlagers in der Nähe von Dijon mitgearbeitet hat, bin natürlich von diesem Fund begeistert. Es ist wirklich so, dass hier Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die Römer waren nunmehr nachweislich noch im 3. Jahrhundert im Innern Germaniens aktiv.
Aber…, und das könnte jetzt wiederum viele wundern, nicht nur an dieser Stelle.
Mittlerweile wurden sogar Marschlager der Römer in Sachsen-Anhalt gefunden! Dersheim liegt nördlich von Quedlinburg. Das geht ja noch. Aber Aken in Sachsen-Anhalt liegt in der Nähe von Köthen! Trabitz, nicht weit von hier entfernt!
Die an den Ausgrabungsorten gefundenen Münzen datieren den Marsch nach Sachsen-Anhalt in die Regierungszeit von Caracalla. Auch hier wird es zu einer Überprüfung der Forschungsergebnisse kommen, denn ähnlich wie am Harzhorn ging man auch beim Germanenkrieg Caracallas davon aus, dass ein langer Marsch nach Germania magna unmöglich gewesen sei. Deshalb ist auch dieser Feldzug 213 AD in heutigen Fachbüchern in der Nähe des Limes verortet, eine These, die nach den Funden jetzt nicht mehr zu halten ist. Im Zusammenhang mit diesem Germanenfeldzug wird in den antiken Quellen auch zum ersten Mal der Begriff „Alamannen“ als Bezeichnung der germanischen Gegner erwähnt.
Beide Feldzüge fanden somit in einem viel größeren strategischen Raum statt, als bisher angenommen, und sind somit auch bedeutender, als dies bisher gewertet wurde. Es scheint, dass die Römer, ähnlich wie in augusteischer Zeit, die Germanen finden und umfassen wollten. Zumindest am Harzhorn gibt es den Beweis, dass es auch auf jeden Fall zu einem Aufeinandertreffen kam. Andere Angaben über Verluste oder Schlachten liegen allerdings nicht vor.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese neuen Funde und Forschungsergebnisse vielen in Deutschland noch gar nicht bekannt sind. Im Grunde nur der Minderheit, die sich mit römischer Geschichte auch jenseits von Kalkriese, Xanten und Trier, den am besten vermarkteten Römerstätten, auseinandersetzt.
Schaut man sich das Ganze auf der Karte an, dann ist es schon beeindruckend, wie weit im Landesinnern diese Funde liegen.
Jedenfalls sieht man, dass die Römer ihren Ordnungsanspruch auch für Germanien nicht aufgegeben hatten. Man wollte in Germania magna Präsenz zeigen, sei es auch nur mit Strafexpeditionen.
Neben diesen auf Deutschland begrenzten Ereignissen ist das Jahrhundert der Reichskrise aber auch noch durch andere Ereignisse bedeutsam. Um 270 war das römische Reich quasi geteilt. Im Westen hatte sich das Gallische Sonderreich abgespalten, im Osten das Königreich Palmyra gegründet. An den Grenzen wurden die mittlerweile zu größeren Stammesgruppen verbundenen Germanen gefährlicher. Hier sind zu diesem Zeitpunkt vor allem die Alemannen zu nennen. Im Osten wiederum hatten die Sassaniden die Herrschaft übernommen und bedrohten Rom von dieser Seite.
Schon dieser kurze Abriss zeigt, dass diese Epoche auch für den Wargamer jede Menge Möglichkeiten bietet. Das Problem. Es gab bisher nur einen Hersteller der Römer für das 3. Jahrhundert in 28 mm anbietet. A&A (Armorum & Aquila Miniatures). Diese Firma bietet Zinnfiguren für die römischen Armee des 3. Jahrhunderts an, ebenso für Palmyra und das Sassanidenreich.
Armorum & Aquila
Der Stil dieser Miniaturen orientiert sich sehr stark an den Illustrationen des über die Osprey Bände bekannten Illustrators Angus McBride. Ich kenne einige Wargamer, die auf McBride schwören. Ich persönlich komme mit seinem Stil nicht klar. Die von ihm gezeichneten Figuren wirken sehr gedrungen, und auch speziell stilisiert. Da die A&A Minis nach diesem Vorbild modelliert sind, und auch genauso aussehen, hinderte mich das in dieses Thema größer einzusteigen. Wohlgemerkt. Ich finde bei A&A nicht alles schlecht, aber für eine größere Truppe fehlte mir dann persönlich der finale Kaufanreiz.
Jetzt ist aber Wargames Atlantic mit zwei neuen Plastiksets in diese Lücke gesprungen.
Decline and Fall — Wargames Atlantic






Warum ist das wichtig, werden sich jetzt vielleicht einige Leser fragen. Es gibt doch jede Menge Römer. Das stimmt, allerdings fand zu Beginn des 3. Jahrhunderts eine Veränderung in Bewaffnung und Ausrüstung römischer Heere statt, die sich doch sehr vom Aussehen der klassischen Römer unterscheidet.
Da ist schon einmal der Wechsel vom klassischen Scutum auf den ovalen Schild. Dann ersetzte die Spatha den Gladius. Und letztendlich wurde der Weisenau Helm durch den Niederbieber Helm abgelöst, der zwar auch noch zur Weisenau Gruppe der typischen kaiserzeitlich-gallischen Helme gehört, sich in seinem Aussehen allerdings schon so unterscheidet, dass er anfänglich als Kavalleriehelm interpretiert wurde. Nach dem Niederbieber Helm kamen dann die neuen spätantiken Helme in Form von Spangenhelmen bzw. Kammhelmen.
Weisenau Helm

Niederbieber Helm


Leider werden die beiden neuen Plastiksets nur als „Late roman“, nicht als „middle AND late Roman“ beworben. Auch ich habe erst beim zweiten Mal hinschauen den Niederbieber Helm im Gussast entdeckt.
Mit den beiden bisher erschienenen Sets wird aber eine Lücke geschlossen. Man muss es halt nur mitbekommen.
Bisher sind zwei Figurenpackungen erschienen. Einmal Infanterie in der lorica hamata, einmal in der lorica squamata.
Mal sehen, ob da noch mehr erscheinen wird. Ich fände es klasse.
Durch diese beiden Sets ist es jetzt möglich römische Armeen des 3. Jahrhunderts darzustellen. Einer Bemalung im größeren Stil steht also nichts mehr im Weg. Immerhin sind gerüstete Legionäre der Kern einer römischen Armee, und deshalb braucht man sie auch in der Masse.
Die Spezialtruppen, Lancearii, Bogenschützen, Soldaten mit Torsionsgeschützen, Kavallerie, können ja mit den A&A Figuren ergänzt werden, wenn man sich nicht davor scheut in England zu bestellen.
Egal wie. Ich feiere diese Neuerscheinungen und hoffe natürlich, dass da noch mehr folgen wird.
 
“Maximinus penetrated deep into Germanic territory, taking much booty and giving his troops all the livestock they could get their hands on. The Germans, meanwhile, had cleared the plains and treeless areas and retreated into the forests and swamps, so that the battles would take place where the dense trees would render their enemies' projectiles and arrows ineffective, and where the deep bogs would threaten the Romans, who were unfamiliar with the terrain […]. And so most of the battles took place in such areas, and it was here that the emperor himself, very bravely, participated in a battle: When the Germans retreated into a large, damp hollow and the Romans hesitated to follow them, Maximinus himself plunged into the lowlands until the water reached his horse's belly; and thus he attacked the enemy who surrounded him. Then the soldiers, ashamed that they had so abandoned their emperor, who was fighting in their place, mustered their courage and also attacked. A great Many men fell on both sides, but while many Romans lost their lives, almost the entire barbarian army was annihilated, and the emperor was the outstanding man on the battlefield […]. Further battles took place, in which Maximinus gained renown due to his personal participation, as he always fought with his own hands and was the best warrior on the battlefield in every engagement […]. He threatened and was determined to defeat and subjugate all the Germanic tribes as far as the sea.”
Herodian, 7.2.5-9
 
This is what the Greek historian Herodian wrote about a battle fought in Germania by the first soldier-emperor, Maximinus Thrax. For centuries, scholars assumed that this event took place somewhere in the Limes border region, at a distance of 30 to 40 miles from the border wall. The late antique Historia Augusta mentioned trecenta or quadringenta, meaning 300 to 400 miles, but scholars considered this a scribal error. Hadn't Augustus already abandoned expansion into Germania Magna, thus drawing the line for centuries? That was the general consensus. The late antique sources were deemed unreliable, and the distance information was simply adjusted to what seemed plausible. In academia, this is called emending.
In 2000, two amateur archaeologists stumbled upon Roman artifacts at Harzhorn in southern Lower Saxony, Germany: projectile points, axle pins, a shovel-type pickaxe, and a hipposandal, the latter a precursor to the horseshoe.
In 2008, they reported their find to the relevant authorities, and extensive archaeological investigations began in late summer 2008.
The results are now available. The ancient written sources were indeed correct. Yes, there was a battle between Romans and Germanic tribes at Harzhorn. And yes, Harzhorn is indeed at the specified distance from the Limes, exactly as the surviving written sources indicated. The date of the breakthrough battle has also been established. In the year 235/236, precisely during the reign of Maximinus Thrax, this was a genuine military campaign. Investigations suggest that a unit of 10,000 Roman soldiers was involved. They were returning from a circular march, approaching from the north, and intended to turn south at this point to return to the Limes (Roman frontier). The narrow passage at Harzhorn was blocked by Germanic warriors, who were then outmaneuvered and attacked by a flanking maneuver.
As someone who studied history and even participated in an archaeological excavation of a Roman marching camp near Dijon, I am naturally thrilled by this discovery. It truly means that history books will have to be rewritten. The Romans were demonstrably active in the interior of Germania well into the 3rd century.
But… and this might surprise many, not just here.
Roman marching camps have even been found in Anhalt-Saxony! Dersheim is north of Quedlinburg. That's manageable. But Aken in Saxony-Anhalt is near Köthen! Trabitz, not far from here!
The coins found at the excavation sites date the march to Anhalt-Saxony to the reign of Caracalla. Here, too, the research findings will be reviewed, because, similar to the Harzhorn site, it was assumed that a long march to Germania Magna would have been impossible during Caracalla's Germanic campaign. Therefore, this campaign of 213 AD is also located near the Limes in current textbooks, a theory that can no longer be maintained after these discoveries. In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic adversaries.
In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is also mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic opponents. Both campaigns thus took place in a much larger strategic area than previously assumed, and are therefore more significant than previously considered. It seems that the Romans, similar to the Augustan period, wanted to find and encompass the Germanic tribes. At least at Harzhorn, there is evidence that an encounter definitely occurred. However, no other information about losses or battles is available.
Sometimes I get the feeling that these new finds and research results are still unknown to many in Germany. Essentially, they are only known to the minority who engage with Roman history beyond Kalkriese, Xanten, and Trier, the most commercially exploited Roman sites in Germany.
Looking at the whole thing on a map, it's quite impressive how far inland these finds lie.
In any case, it shows that the Romans had not relinquished their claim to order, even in Germania. They wanted to establish a presence in Germania Magna, even if only through punitive expeditions.
Sometimes I get the feeling that these new discoveries and research findings are still unknown to many in Germany. Besides these events limited to Germany, the century of the Crisis of the Roman Empire is also significant for other reasons. Around 270 AD, the Roman Empire was essentially divided. In the west, the Gallic Empire had broken away, while in the east, the Kingdom of Palmyra was founded. Along the borders, the Germanic tribes, now united into larger tribal groups, were becoming increasingly dangerous. The Alemanni, in particular, are a major threat at this time. In the east, the Sassanids had seized power and were threatening Rome from that direction.
Even this brief overview demonstrates that this era offers a wealth of possibilities for wargamers. The problem: Until now, there has only been one manufacturer offering 28mm Roman miniatures for the 3rd century: A&A (Armorum & Aquila Miniatures). This company offers pewter figures for the Roman army of the 3rd century, as well as for Palmyra and the Sassanid Empire.
Armorum & Aquila
The style of these miniatures is heavily influenced by the illustrations of Angus McBride, the illustrator known for his work on the Osprey series. I know several wargamers who swear by McBride. Personally, I don't get on with his style. The figures he designs look very squat and also quite stylized. Since the A&A miniatures are modeled after this style and look exactly the same, it held me back from getting more involved with the genre. Mind you, I don't think everything about A&A is bad, but for me personally, there wasn't the final incentive to buy them for a larger army.
Now, however, Wargames Atlantic has stepped in to fill this gap with two new plastic sets.
Decline and Fall — Wargames Atlantic
Why is this important, some readers might ask. There are plenty of Romans, after all. That's true, but at the beginning of the 3rd century, a change occurred in the weaponry and equipment of Roman armies that differed significantly from the appearance of classical Romans.
First, there was the switch from the classical scutum to the oval shield. Then the spatha replaced the gladius. And finally, the Weisenau helmet was superseded by the Niederbieber helmet, which, although still belonging to the Weisenau group of typical imperial-period Gallic helmets, differed so much in appearance that it was initially interpreted as a cavalry helmet. After the Niederbieber helmet came the new Late Antique helmets in the form of spangenhelms or crest helmets.
Unfortunately, the two new plastic sets are only advertised as "Late Roman," not as "Middle AND Late Roman." I, too, only discovered the Niederbieber helmet on the sprue on second glance.
However, the two sets released so far fill a gap. You just have to be aware of it.
So far, two figure packs have been released. One is infantry in the lorica hamata, the other in the lorica squamata.
Let's see if more will be released. I think that would be fantastic.
These two sets now make it possible to depict Roman armies of the 3rd century. So, nothing stands in the way of painting on a larger scale. After all, armored legionaries are the core of a Roman army, and therefore you need them in large numbers.
The specialist troops—lancearii, archers, soldiers with torsion catapults, cavalry—can be supplemented with the A&A figures, if you don't mind ordering from England.
Anyway, I'm celebrating these new releases and, of course, hope that more will follow.

Sonntag, 2. August 2026

882 AD - Levied Infantry/Skirmishers

In verschiedenen Berichten hatte ich Ihnen ja schon diverse Einheiten für mein „882 AD – Der Angriff auf Trier“ Projekt vorgestellt. Hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Heute gibt es zwei weitere kleine Einheiten.

Insider werden erkennen, dass es sich um Miniaturen des Herstellers Gripping Beast handelt. Sie sehen Minis aus der Romano-British Reihe, sowie der Saxons (Early/Late) Reihe.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
Wie sie sehen können, mische ich diese Minis.
Sie symbolisieren Hilfskräfte des karolingischen Heeres um Bertolf von Trier und Wala von Metz. Bauern, die von den herannahenden Wikingern bedroht sind, ihre Speere gegriffen haben, um irgendwo als Plänkler ihren Dienst zu verrichten.
Auch wenn diese Miniaturen für einen früheren historischen Konflikt modelliert wurden, finde ich ihre Kleidung und ihren Habitus so generisch, dass sie für mich perfekt passen.
Wie man sehen kann, sind es insgesamt 18 Figuren.
12 von diesen kann ich nach dem Regelwerk Lion Rampant als Levied Infantry einsetzen. Sie können nichts Besonderes sind aber billig und deshalb sehr gut als taktisches Element einsetzbar. Sie können Angriffe verlangsamen, Stellungen halten, als Ablenkungseinheit dienen. Ein Attack Wert von 7+ zeigt, dass man sie nicht unbedingt proaktiv im Angriff einsetzen sollte. Dagegen spricht auch der Armourwert von 1. Ein Defence Wert von 6 ermöglicht aber immerhin eine halbwegs vernünftige Verteidigung.





Die anderen 6 Figuren werde ich als Plänkler, als Skirmisher einsetzen.
Diese benutzen Wurfspeere und sind in der Lage auch einen Fernkampf mit den Gegnern zu führen. Das macht sie, verglichen mit der Levied Infantry sogar besser, denn ansonsten sind die Werte nahezu gleich: Attack 7+, Courage 5+, Defence Value 6+. Der Attack Value liegt aber bei 6+, ist also besser, na und sie können wie bereits gesagt halt schießen: Shoot 7+, Value 5+/12“ Reichweite.
Was Skirmisher interessant macht sind die Special rules. Sie sind Hard to target, Fast, und beherrschen natürlich die Skirmish und Evade Regel. Das heißt nichts anderes, als dass sie eben plänkeln können. Werden sie beschossen, erhöht sich der Armourwert auf 2 (hard to target), sie können sich ohne Abzüge in schwierigem Terrain bewegen (fast), und können sich mit der Hälfte der Bewegungsreichweite bewegen und dann noch schießen (skirmish). Dass sie sich vor einem Angriff des Gegners noch zurückziehen können (evade) macht diese Einheit tatsächlich zu einer spannenden Option.





Aber Vorsicht. Es sind halt nur 6 und keine 12 Modelle.
Unvorsichtige Spieler, so wie ich, können dann eine Skirmisher Einheit auch leicht opfern, ohne dass sie es beabsichtigt haben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
Eine Schlussbemerkung sei noch erlaubt. Auch, wenn ich diese Minis für ein 882 AD Szenario einsetze, sind sie natürlich ab der Romano-Britischen Zeit tatsächlich nutzbar. Immerhin wurden ja auch die Speerträger, die ihre Waffe nach vorne recken, just für diese Periode modelliert.
Epochen definieren sich natürlich durch Kleidungsstile und Haartrachten. Ich finde die Modellierung dieser Minis so generisch, dass ich sie für Armeen von 450 bis 950 einsetzen würde. Es wird da immer Menschen gegeben haben, die enge oder auch einmal weite Hosen trugen. Mit oder ohne Wadenwickel. Die kurze oder lange Haare hatten. Einen Bart oder eben keinen Bart bevorzugten. Genau wie heute. Wir reden hier von Bauern, einfachen Kriegern, keiner Elite, die natürlich einem gewissen Stil folgte. Deshalb der lange Zeitraum, den ich als passend definiere.
Archäologen des beschriebenen Zeitraums mögen mir verzeihen. Ich sehe das lockerer.
 
 
In several reports, I've already introduced you to various units for my "882 AD – The Attack on Trier" project. Here are the links to the different reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Today, I'm presenting another two small units.
Those in the know will recognize that these are miniatures from the manufacturer Gripping Beast. You'll see miniatures from the Romano-British series, as well as the Saxons (Early/Late) series.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
As you can see, I'm mixing these miniatures.
They symbolize auxiliary troops of the Carolingian army under Bertolf of Trier and Wala of Metz. Peasants threatened by the approaching Vikings, they have seized their spears to serve as skirmishers somewhere.
Even though these miniatures were sculpted for an earlier historical conflict, I find their clothing and demeanor so generic that they work perfectly for me.
As you can see, there are 18 figures in total.
I can use 12 of these as Levied Infantry according to the Lion Rampant rulebook. They don't do anything special, but they are cheap and therefore very useful as a tactical element. They can slow down attacks, hold positions, and serve as a diversionary unit. An Attack value of 7+ indicates that they shouldn't necessarily be used proactively in attacks. Their Armour value of 1 also argues against this. However, a Defense value of 6 allows for a reasonably decent defense.
I will use the other six figures as skirmishers.
These use javelins and are capable of engaging the enemy in ranged combat. This makes them even better than the Levied Infantry, as their stats are otherwise nearly identical: Attack 7+, Courage 5+, Defense Value 6+. The attack value is 6+, so it's better, and as already mentioned, they can shoot: Shoot 7+, Value 5+/12" range.
What makes Skirmishers interesting are their special rules. They are Hard to Target, Fast, and of course, they have the Skirmish and Evade rules. This simply means they can skirmish. If they are shot at, their armor value increases to 2 (hard to target), they can move through difficult terrain without penalties (fast), and they can move at half their movement range and still shoot (skirmish). The fact that they can retreat before an enemy attack (evade) makes this unit a truly exciting option.
But be careful. There are only 6 models, not 12. Careless players, like myself, can easily sacrifice a Skirmisher unit unintentionally, which isn't exactly ideal.
One final remark: Even though I'm using miniatures for an 882 AD scenario, they're naturally usable from the Romano-British period onward. After all, the spearmen, who raise their weapons forward, were modeled specifically for this period.
Eras are naturally defined by clothing styles and hairstyles. I find the sculpting of these miniatures so generic that I would use them for armies from 450 to 950 AD. There will always have been people who wore tight or loose trousers. With or without leg wraps. Who had short or long hair. Who preferred a beard or not. Just like today. We're talking about peasants, common warriors, not an elite who naturally followed a certain style. That's why I consider the long timeframe appropriate.
Archaeologists of the period described may forgive me. I take a more relaxed approach.