Posts mit dem Label Mittelalter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mittelalter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 2. August 2026

882 AD - Levied Infantry/Skirmishers

In verschiedenen Berichten hatte ich Ihnen ja schon diverse Einheiten für mein „882 AD – Der Angriff auf Trier“ Projekt vorgestellt. Hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Heute gibt es zwei weitere kleine Einheiten.

Insider werden erkennen, dass es sich um Miniaturen des Herstellers Gripping Beast handelt. Sie sehen Minis aus der Romano-British Reihe, sowie der Saxons (Early/Late) Reihe.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
Wie sie sehen können, mische ich diese Minis.
Sie symbolisieren Hilfskräfte des karolingischen Heeres um Bertolf von Trier und Wala von Metz. Bauern, die von den herannahenden Wikingern bedroht sind, ihre Speere gegriffen haben, um irgendwo als Plänkler ihren Dienst zu verrichten.
Auch wenn diese Miniaturen für einen früheren historischen Konflikt modelliert wurden, finde ich ihre Kleidung und ihren Habitus so generisch, dass sie für mich perfekt passen.
Wie man sehen kann, sind es insgesamt 18 Figuren.
12 von diesen kann ich nach dem Regelwerk Lion Rampant als Levied Infantry einsetzen. Sie können nichts Besonderes sind aber billig und deshalb sehr gut als taktisches Element einsetzbar. Sie können Angriffe verlangsamen, Stellungen halten, als Ablenkungseinheit dienen. Ein Attack Wert von 7+ zeigt, dass man sie nicht unbedingt proaktiv im Angriff einsetzen sollte. Dagegen spricht auch der Armourwert von 1. Ein Defence Wert von 6 ermöglicht aber immerhin eine halbwegs vernünftige Verteidigung.





Die anderen 6 Figuren werde ich als Plänkler, als Skirmisher einsetzen.
Diese benutzen Wurfspeere und sind in der Lage auch einen Fernkampf mit den Gegnern zu führen. Das macht sie, verglichen mit der Levied Infantry sogar besser, denn ansonsten sind die Werte nahezu gleich: Attack 7+, Courage 5+, Defence Value 6+. Der Attack Value liegt aber bei 6+, ist also besser, na und sie können wie bereits gesagt halt schießen: Shoot 7+, Value 5+/12“ Reichweite.
Was Skirmisher interessant macht sind die Special rules. Sie sind Hard to target, Fast, und beherrschen natürlich die Skirmish und Evade Regel. Das heißt nichts anderes, als dass sie eben plänkeln können. Werden sie beschossen, erhöht sich der Armourwert auf 2 (hard to target), sie können sich ohne Abzüge in schwierigem Terrain bewegen (fast), und können sich mit der Hälfte der Bewegungsreichweite bewegen und dann noch schießen (skirmish). Dass sie sich vor einem Angriff des Gegners noch zurückziehen können (evade) macht diese Einheit tatsächlich zu einer spannenden Option.





Aber Vorsicht. Es sind halt nur 6 und keine 12 Modelle.
Unvorsichtige Spieler, so wie ich, können dann eine Skirmisher Einheit auch leicht opfern, ohne dass sie es beabsichtigt haben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
Eine Schlussbemerkung sei noch erlaubt. Auch, wenn ich diese Minis für ein 882 AD Szenario einsetze, sind sie natürlich ab der Romano-Britischen Zeit tatsächlich nutzbar. Immerhin wurden ja auch die Speerträger, die ihre Waffe nach vorne recken, just für diese Periode modelliert.
Epochen definieren sich natürlich durch Kleidungsstile und Haartrachten. Ich finde die Modellierung dieser Minis so generisch, dass ich sie für Armeen von 450 bis 950 einsetzen würde. Es wird da immer Menschen gegeben haben, die enge oder auch einmal weite Hosen trugen. Mit oder ohne Wadenwickel. Die kurze oder lange Haare hatten. Einen Bart oder eben keinen Bart bevorzugten. Genau wie heute. Wir reden hier von Bauern, einfachen Kriegern, keiner Elite, die natürlich einem gewissen Stil folgte. Deshalb der lange Zeitraum, den ich als passend definiere.
Archäologen des beschriebenen Zeitraums mögen mir verzeihen. Ich sehe das lockerer.
 
 
In several reports, I've already introduced you to various units for my "882 AD – The Attack on Trier" project. Here are the links to the different reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Today, I'm presenting another two small units.
Those in the know will recognize that these are miniatures from the manufacturer Gripping Beast. You'll see miniatures from the Romano-British series, as well as the Saxons (Early/Late) series.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
As you can see, I'm mixing these miniatures.
They symbolize auxiliary troops of the Carolingian army under Bertolf of Trier and Wala of Metz. Peasants threatened by the approaching Vikings, they have seized their spears to serve as skirmishers somewhere.
Even though these miniatures were sculpted for an earlier historical conflict, I find their clothing and demeanor so generic that they work perfectly for me.
As you can see, there are 18 figures in total.
I can use 12 of these as Levied Infantry according to the Lion Rampant rulebook. They don't do anything special, but they are cheap and therefore very useful as a tactical element. They can slow down attacks, hold positions, and serve as a diversionary unit. An Attack value of 7+ indicates that they shouldn't necessarily be used proactively in attacks. Their Armour value of 1 also argues against this. However, a Defense value of 6 allows for a reasonably decent defense.
I will use the other six figures as skirmishers.
These use javelins and are capable of engaging the enemy in ranged combat. This makes them even better than the Levied Infantry, as their stats are otherwise nearly identical: Attack 7+, Courage 5+, Defense Value 6+. The attack value is 6+, so it's better, and as already mentioned, they can shoot: Shoot 7+, Value 5+/12" range.
What makes Skirmishers interesting are their special rules. They are Hard to Target, Fast, and of course, they have the Skirmish and Evade rules. This simply means they can skirmish. If they are shot at, their armor value increases to 2 (hard to target), they can move through difficult terrain without penalties (fast), and they can move at half their movement range and still shoot (skirmish). The fact that they can retreat before an enemy attack (evade) makes this unit a truly exciting option.
But be careful. There are only 6 models, not 12. Careless players, like myself, can easily sacrifice a Skirmisher unit unintentionally, which isn't exactly ideal.
One final remark: Even though I'm using miniatures for an 882 AD scenario, they're naturally usable from the Romano-British period onward. After all, the spearmen, who raise their weapons forward, were modeled specifically for this period.
Eras are naturally defined by clothing styles and hairstyles. I find the sculpting of these miniatures so generic that I would use them for armies from 450 to 950 AD. There will always have been people who wore tight or loose trousers. With or without leg wraps. Who had short or long hair. Who preferred a beard or not. Just like today. We're talking about peasants, common warriors, not an elite who naturally followed a certain style. That's why I consider the long timeframe appropriate.
Archaeologists of the period described may forgive me. I take a more relaxed approach.

Sonntag, 19. Juli 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Ritter zu Fuß

Nein meine lieben Leser. Ich werde jetzt nicht seitenweise über Ritter schreiben. Nicht, dass ein Mittelalter ohne Ritter einfach nicht denkbar wäre. Nicht, dass sie die Spitze der Lehnspyramide darstellten. Nicht, dass sie die Schlachtfelder des Hoch- und teilweise noch des Spätmittelalters dominierten. Nicht, dass sich ihre Bewaffnung und ihren Schutz über die Jahre immer mehr verbesserten.
Warum ich das nicht tue?
Weil es einfach eine viel zu große Geschichte wäre. Eine WIRKLICH GROßE und lange Geschichte.
Über Ritter haben viele Historiker und Publizisten geschrieben, und das schon seit Jahrhunderten, na und dann werde ich da jetzt erst einmal nicht ausführlicher in diesem BLOG- Eintrag. Vielleicht irgendwann einmal in einem anderen Bericht. Denn Ritter habe ich genug. Wir werden es sehen.
Ritter sind bereits in der Zeit ihrer Hochphase verklärt worden. Um sie herum wurden Mythen geschaffen, Geschichten, die selbst uns moderne Menschen faszinieren.
Ich hingegen möchte heute nur meine Ritter zeigen, sie Ihnen im Bild vorstellen. Meine abgesessen kämpfenden Ritter. Keine Ritter hoch zu Ross.

Die Ritter, die sie im Bild sehen, sind Ritter des Spätmittelalters, taugen also genau für die Zeit meiner Hintergrundstory, eben der Mainzer Stiftsfehde, die von 1461 bis 1462 hier in meiner Heimatregion wütete.
Nahezu alle Ritter der Region fanden sich damals auf einer Seite der miteinander rivalisierenden Bischöfe von Mainz, Diether von Isenburg und Adolf II. von Nassau.
Der Konflikt sah pfälzische, badische, hessische Ritter, die sich gegeneinander bekriegten.
Diese Ritter sind hier in meiner Armee dargestellt.
In dem von uns verwendeten Regelwerk Lion Rampant sind sie eine Kerneinheit mit dem Namen „Elite Infantry“. 6 Mann, anstatt 12 Mann pro Einheit. Letzteres ist wichtig. Eine 12er Einheit mit den Werten, die die Ritter besitzen, wäre viel zu stark.
Eine 3+ auf zwei Würfeln für den „Courage“ Test, ein „Attack Value“ von 3+, ein „Defence Value“ von 4+ sowie ein „Armour“ Wert von 4 sind dann schon richtig gut.
Hinzu kommt, dass die Einheit die Spezialregel „Flexible“ hat, d.h. Attack/Defence/Armour Werte werden beim Kampf in schwierigem Gelände nicht verschlechtert.




Wem das jetzt alles nicht reicht, der kann den Rittern für zwei Punkte mehr das Attribut „Fearsome“ verpassen. Der Gegner ist dann so verängstigt, dass sein Moralwurf einen Malus von -1 erhält.
Für 3 Punkte mehr kann man sie sogar noch mit der Eigenschaft „Bloodthirsty“ verbessern. Jeder Angriffswürfel, aber kein „Defence“ oder „Shooting“ Würfel, mit einer 6 erzielt anstatt des üblichen einem Treffer, in diesem Fall 2 Treffer.
Das Regelbuch warnt aber den Spieler, dass er bei seiner Begeisterung für Ritter, aber auch daran denken sollte, dass eine mit beiden Merkmalen verbesserte Rittereinheit schon einmal 11 Punkte der Gesamtstreitmacht von 24 verbraucht. Das kann dann schon mal eng werden, wenn die anderen Einheiten nicht richtig performen.
Ich sehe es genauso wie die Regelschreiber. Eine solche Rittergruppe müsste dann schon von einem cineastischen Helden angeführt werden, wie z.B. Harald Hardrada, Ivanhoe oder Uthred von Bebbanburg. Dann würde der Fluff ja auch wieder stimmen.
Aufmerksame Betrachter der Bilder werden jetzt sehen, dass ich auf der Base nur 5 Ritter habe, keine 6. Das macht aber nichts, denn wir markieren die Verluste zunächst mit Markern, bevor wir die Einheit vom Spielfeld entfernen, wenn sie dann bricht.
Bei den Rittern selbst handelt es sich um Plastikritter aus der WotR Box, WR 50 Foot Knights 1450-1500, der Perry Brüder.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures




Die passen natürlich ideal für meine Zwecke, und außerdem sind sie natürlich schnell zu bemalen. Kein Wunder, wenn die eigene Rüstung zum großen Teil aus Metall besteht.
Die Modelle selbst sind sehr schön modelliert und bieten unterschiedlichste Optionen für die Bewaffnung, Helme etc.
Da kann man sich so richtig austoben.
Ich habe deshalb meine Ritter auch mit den unterschiedlichsten Waffen Optionen ausgerüstet. Neben den Schwertern finden sich Ahlspieße, Mordäxte, Helmbarten und gekürzte Lanzen.
Ich bin gespannt, wie sie sich verhalten werden, wenn ich sie in die Schlacht führe. Ob undiszipliniert und draufgängerisch ins Verderben stürzend, oder eiskalt, effektiv und berechnend den Sieg erringend.
BEIDES ist bei Rittern möglich. Wir werden sehen was passiert.




No, my dear readers. I'm not going to write pages and pages about knights now. Not that a Middle Ages without knights would be unthinkable. Not that they represented the pinnacle of the feudal pyramid. Not that they dominated the battlefields of the High- and, to some extent, the Late Middle Ages. Not that their weaponry and protection improved steadily over the years.
Why am I not doing that?
Because it would simply be far too big a story. A REALLY BIG and long story.
Many historians and writers have written about knights, and have been for centuries, so I'm not going to go into more detail about it in this blog post. Perhaps sometime in another article. Because I have enough knights. We'll see.
Knights were already glorified during their heyday. Myths were created around them, stories that still fascinate us modern people.
Today, however, I only want to show you my knights, present them to you in pictures. My dismounted knights. Not knights on horseback.
The knights you see in the picture are knights of the Late Middle Ages, so they fit perfectly into the time period of my backstory: the Mainz Diocesan Feud, which raged in my home region from 1461 to 1462.
At that time, almost all the knights of the region found themselves on one side or the other, the rival bishops of Mainz, Diether von Isenburg and Adolf II von Nassau.
The conflict saw Palatine, Baden, and Hessian knights fighting each other.
These knights are depicted here in my army.
In the Lion Rampant rule set we use, they are a core unit called "Elite Infantry." Six men, instead of twelve, per unit. The latter is important. A twelve-man unit with the stats these knights possess would be far too powerful.
A 3+ on two dice for the Courage test, an Attack Value of 3+, a Defense Value of 4+, and an Armour Value of 4 are already quite good.
In addition, the unit has the special rule "Flexible," meaning that Attack/Defence/Armour values ​​are not reduced when fighting in difficult terrain.
If that's still not enough, you can add the "Fearsome" attribute to the knights for two more points. The opponent will then be so frightened that their Morale roll will suffer a -1 penalty.
For three more points, you can even improve them with the "Bloodthirsty" trait. Every attack die, but not a Defense or Shooting die, scores a 6 inflict instead of the usual one hit—in this case, two hits.
The rulebook warns players that while they're enthusiastic about knights, they should also remember that a knight unit enhanced with both traits can consume 11 of the total 24 points. This can get tight if the other units aren't performing well.
I agree with the rule writers. Such a group of knights would really need to be led by a cinematic hero, like Harald Hardrada, Ivanhoe, or Uhtred of Bebbanburg for example. Then the lore would be more in keeping with the character.
Attentive viewers of the pictures will notice that I only have 5 knights on the base, not 6. That's okay, though, because we mark the losses with markers before removing the unit from the board when it breaks.
The knights themselves are plastic knights from the War of the roses box set, WR 50 Foot Knights 1450-1500, by the Perry brothers.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures
These are, of course, ideal for my purposes, and they're also quick to paint. No wonder, considering their armor is largely made of metal.
The models themselves are beautifully sculpted and offer a wide variety of options for weapons, helmets, etc.
You can really let your creativity run wild.That's why I've equipped my knights with a diverse range of weapons. Besides swords, there are awls, poleaxes, halberds, and lances.
I'm curious to see how they'll behave when I lead them into battle. Will they be undisciplined and recklessly rushing to their doom, or coldly, efficiently, and calculatingly securing victory?
Both are possible with knights. We'll see what happens.

Samstag, 11. Juli 2026

Galeas per montes - 1439

Erinnern Sie sich noch an Fitzcarraldo? Den Film von Werner Herzog aus dem Jahr 1982 mit Klaus Kinski in der Hauptrolle? In diesem ließ der Hauptcharakter ein Schiff über einen Berg ziehen. Er hatte ein Ziel. Nämlich, die Stromschnellen des einen Flusses, auf dem er sich befand, zu umgehen, um dann in die breiteren Gewässer des anderen Flusses, seinem Ziel, wieder einfahren zu können. Dazwischen lag ein Berg. Den galt es zu überwinden. Die Filmszenen waren damals gewaltig. Auch die unflätigen Streitereien die Kinski am Filmset entfachte. Angeblich sollen die am Set mitwirkenden indigenen Statisten sogar Werner Herzog angeboten haben, Kinski zu töten, wenn er dies wünsche. Zu sehr waren sie vom Verhalten des Schauspielers geschockt.



Irgendwie musste ich unwillkürlich an Fitzcarraldo denken, als ich das erste Mal von der Geschichte hörte, die ich Ihnen heute erzählen möchte. An das Schiff, aber auch an Kinski selbst, der vor meinem geistigen Auge auch in dieser Geschichte eine Hauptrolle hätte übernehmen können.


 

Natürlich müsste er seinen Helm aus Aguirre, der Zorn Gottes tragen (1972). Das würde sogar ungefähr passen.


„Galeas per montes“ heißt die Aktion. Sie ereignete sich im Jahr 1439 und bedeutet nichts anderes als die Galeeren über die Berge zu bringen. Vom Etschtal über die Berge in den nördlichen Teil des Gardasees.
Denken Sie bitte auch filmisch, wenn sie sich das vorstellen wollen. Sie sehen Venedig, den Markusplatz, den Dogen, der umringt von einer begeisterten Menge die Schiffe verabschiedet. Diese dümpeln am Kai. Letzte Vorbereitungen werden getroffen. Parallel dazu hat jetzt, in diesem Moment, der Doge die Arme weit geöffnet und er schreit, einem Schlachtruf gleich, das Signal heraus: „Galeas per montes!!!“
Die Menge jubelt, lässt ihn hochleben, und selbst der kleine Taschendieb, der durch die Menge schleicht, muss ihm recht geben: Ja, wenn Du eine Seemacht bist, dann musst Du Deine Spezialwaffe eben dahin bringen, wo es keiner vermutet, um zu siegen. Und was gibt es Leichteres zu tun, als im beginnenden 15. Jahrhundert Schiffe über die Berge zu bringen.
Sie stimmen doch sicherlich schon jetzt mit mir überein, dass das alles schon ziemlich episch ist; und es ist dann auch wieder eine Aktion, die man gemeinhin als „übertrieben dargestellt“ bezeichnen würde, käme man auf den Gedanken sie zu verfilmen. Aber die Darstellung ist nicht übertreiben, sie ist real.
Sollten Sie meine lieben Leser demnächst einmal zum Gardasee fahren, dann empfehle ich Ihnen an der Brennerautobahn bei Mori (Trentino) abzufahren, dann die SS240 zu nehmen, um über Loppio nach Torbole, an das Nordostufer des Gardasees zu kommen.
Genau diese knapp 15 km sind diejenigen, die auch die Galeeren genommen hatten.



Zu Beginn des 15. Jahrhunderts standen in Oberitalien drei Staaten in direkter Konkurrenz, um ihre Einflußgrenzen entsprechend zu erweitern. Da war zum einen das Herzogtum Mailand, regiert von den Viscontis, zum anderen die beiden Republiken Florenz und Venedig. 1423 dachte Filippo Mari Visconti man sollte seine Grenzen einfach mal in die Romagna erweitern, wohl wissend, dass diese Region aber im Einflussgebiet der Republik Florenz lag. Die Stadt bat Venedig um Hilfe. Es folgte die Phase der lombardischen Kriege, die dann erst im Jahr 1454 mit dem Frieden von Lodi beigelegt wurden.
Venedig hatte sich mit der Besetzung der Städte Brescia (1426) und Bergamo (1428) Sprungbretter in der Lombardei gesichert. 1438 standen die Mailänder vor den Toren Brescias und wollten dem Spuk ein Ende setzen. Die venezianische Besatzung Brescias unter dem Condottiere Gattamelata konnte sich auf Umwegen über die Berge letztendlich nach Verona zurückziehen. Die Stadt selbst ergab sich nicht. Folglich sahen sich die Venezianer veranlasst irgendetwas zu tun, um die Stadt doch noch zu entsetzen. Hier entstand der Gedanke die Entscheidung auf dem Wasser zu suchen. Mit einer Schlacht auf dem größten Gewässer der Region, dem Gardasee. Dummerweise befand sich zu diesem Zeitpunkt aber kein Kriegsschiff der Venezianer vor Ort. Der Süden des Sees, der Osten, die Zuflüsse des Mincio waren in der Hand der Mailänder, die hier sehr wohl Schiffe stationiert hatten. Damit war eine Verschiffung einer venezianischen Flotte von der Adria, über den Po, den Mincio in den See nicht möglich. Irgendjemand hatte dann die Idee über den Norden zu kommen. Zum Etschtal bestand eine direkte Verbindung, und dann, ja dann musste man ja nur noch über den Berg.
Gedacht, gesagt, getan.
2000 Zugtiere wurden organsiert, mehrere hundert Mann verpflichtet, der Weg freigelegt, Bäume gefällt, der Boden nivelliert. Die Schiffe kamen in Mori an. Die kleineren wurden auf Karren geladen, die großen Schiffe über Rundhölzer weiter transportiert.
Wir reden hier übrigens von 25 größeren Booten und sechs Galeeren unterschiedlicher Größe. Eine richtige Flotte!!!!


Auf den ersten 7 km waren 70 Höhenmeter zu überwinden. Das klingt nicht viel. Aber denken sie an die Anzahl der Schiffe. Dann wurden die Boote wieder am Loppiosee, der heute nur noch eine Sumpflandschaft bildet, wieder zu Wasser gelassen. Von hier bewegte man sich an das andere Ufer unterhalb des Passo San Giovanni. Mit Seilwinden, sogar unter Zuhilfenahme der Segel, ging es danach den steilen Anstieg nach oben. Drei Galeeren konnten pro Tag auf den Pass geschafft werden. Dann ging es wieder nach unten, auch gefährlich. Die Boote mussten kontrolliert abgeseilt werden. Ein Riesenaufwand. Häuserecken auf der Passhöhe in Nago mussten abgerissen werden, damit die Schiffe um die Ecken kamen. Selbstverständlich mussten beim Auf- und Abstieg auch Felsen weggeräumt werden, die die enge Schlucht behinderten.
Letztendlich, 18 Tage nachdem man in Mori angelandet war, erreichte die Flotte im März 1439 Torbole, und wurde zu Wasser gelassen.


Es kam in der Folge zu mehreren Seegefechten auf dem Gardasee mit den Mailändern. Im September ging der Großteil der Flotte vor Maderno verloren.
Aber die Taktik war als die richtige erkannt worden. In Torbole selbst wurde jetzt eine neue Flotte gebaut. Das zum Teil vorgefertigte Material zum Bau war wieder über die gleiche Route zum Gardasee geführt worden. Im April 1440 schlug diese venezianische Flotte die Mailänder vernichtend vor Riva dl Garda. Der komplette Gardasee war nun unter Kontrolle Venedigs. Brescia konnte entsetzt werden, die Belagerung wurde beendet.
Eine beeindruckende Geschichte. Stellen sie sich einfach den fluchenden Kinski mit seinem Aguirre Helm einmal auf dem ganzen Weg vor, wie er hin und her reitet, jeden als „Arschloch“ bezeichnet, und wutschnaubend auf irgendwas einschlägt, und wie er dann, zum Ende des Films, völlig irre guckend, auf dem Flagschiff in den Tod segelt. Das wäre ganz großes Popcornkino.
Na und jetzt sind Sie gefragt.
Kann man das im Tabletop umsetzen? Keine Ahnung.
Wenn man es könnte, hätte Don Voss doch sicherlich schon etwas gebastelt. Das wäre doch genau Dein Ding Don, oder???
Aber warum es noch kein Großdiorama zu diesem Thema gibt, kann ich mir auch nicht erklären. Ein Diorama bestehend aus mehreren Teilen: 1. Die Flotte wird vorbereitet 2. Der erste Anstieg 3. Auf dem Loppiosee 4. Der Aufstieg zum Pass 5. Hinunter nach Torbole 5. Die Seeschlacht.
So etwas sähe richtig gut aus.
Na ja, vielleicht wird ja irgendjemand durch diesen Bericht inspiriert.
Ich hoffe es.
 
 
Do you remember Fitzcarraldo? Werner Herzog's 1982 film starring Klaus Kinski? In it, the main character had a ship pulled over a mountain. He had a goal: to bypass the rapids of one river he was on, so he could then enter the wider waters of the other river, his destination. A mountain lay between them. It had to be overcome. The film scenes were powerful back then. So were the foul-mouthed arguments Kinski sparked on set. Allegedly, the indigenous people working on the set even offered to kill Kinski if Werner Herzog wanted. They were so shocked by the actor's behavior.
Somehow, I couldn't help but think of Fitzcarraldo when I first heard the story I want to tell you today. The ship, but also Kinski himself, who, in my mind's eye, could have played a leading role in this story as well. Of course, he'd have to wear his helmet from Aguirre, the Wrath of God (1972). That would even be a pretty good match.
The operation is called "Galeas per montes." It took place in 1439 and simply means transporting the galleys over the mountains. From the Adige Valley, over the mountains, to the northern part of Lake Garda.
Please imagine it like a film. You see Venice, St. Mark's Square, the Doge, surrounded by an enthusiastic crowd, bidding farewell to the ships. They bob at the quay. Final preparations are underway. At the same time, right now, the Doge has his arms wide open and, like a battle cry, shouts out the signal: "Galeas per montes!!!"
The crowd cheers, elevates him, and even the petty pickpocket sneaking through the throng has to agree: Yes, if you're a naval power, you have to take your special weapon to where no one would expect it in order to win. And what could be easier than transporting ships over the mountains at the beginning of the 15th century?
I'm sure you'll agree with me that this is all quite epic; and it's also an event that would generally be considered "exaggerated" if one were to think of making a film of it. But the depiction isn't exaggerated, it's real.
Should you, my dear readers, be traveling to Lake Garda anytime soon, I recommend taking the Brenner motorway exit at Mori (Trentino), then taking the SS240 to reach Torbole via Loppio, on the northeastern shore of Lake Garda.
These are precisely the same 15 kilometers that the galleys used.
At the beginning of the 15th century, three states in northern Italy were in direct competition to expand their spheres of influence. There was, on the one hand, the Duchy of Milan, ruled by the Visconti family, and on the other hand, the two republics of Florence and Venice. In 1423, Filippo Mari Visconti thought it best to expand Venice's borders into Romagna, knowing full well that this region was within the sphere of influence of the Republic of Florence. The city appealed to Venice for help. This led to the Lombard Wars, which were finally settled in 1454 with the Peace of Lodi.
Venice had secured footholds in Lombardy with the occupation of Brescia (1426) and Bergamo (1428). In 1438, the Milanese stood before the gates of Brescia, intent on putting an end to the siege. The Venetian garrison of Brescia, under the condottiere Gattamelata, eventually retreated to Verona via a circuitous route over the mountains. The city itself did not surrender. Consequently, the Venetians felt compelled to take some action to finally dislodge the city. This gave rise to the idea of ​​seeking a decisive battle on the water, specifically on the largest body of water in the region, Lake Garda. Unfortunately, no Venetian warship was present at that time. The southern part of the lake, the eastern part, and the tributaries of the Mincio River were under Milanese control, and the Milanese did indeed have ships stationed there. This made it impossible to transport a Venetian fleet from the Adriatic Sea, via the Po and the Mincio Rivers, into the lake. Then someone had the idea of ​​approaching from the north. There was a direct connection to the Adige Valley, and then, well, then all that was left was to get over the mountain.
No sooner said than done.
2,000 draft animals were organized, several hundred men were recruited, the path was cleared, trees were felled, and the ground was leveled. The ships arrived in Mori. The smaller ones were loaded onto carts, the larger ships were transported further using logs.
By the way, we're talking about 25 larger boats and six galleys of varying sizes. A real fleet!
The first 7 km involved climbing 70 meters in altitude. That doesn't sound like much. But consider the number of ships. Then the boats were relaunched at Lake Loppio, which today is just a marshland. From there, they moved to the other shore below the Passo San Giovanni. Using winches, and even the sails, they then ascended the steep slope. Three galleys could be brought to the pass each day. Then came the descent, also dangerous. The boats had to be lowered in a controlled manner by rope. A huge undertaking. Corners of houses at the pass summit in Nago had to be demolished so the ships could navigate the bends. Of course, rocks obstructing the narrow gorge had to be cleared away during the ascent and descent.
Finally, 18 days after landing in Mori, the fleet reached Torbole in March 1439 and was launched.
Several naval battles with the Milanese ensued on Lake Garda. In September, the majority of the fleet was lost off Maderno.
But the tactic had proven successful. A new fleet was now being built in Torbole itself. The partially prefabricated materials for its construction had again been transported to Lake Garda via the same route. In April 1440, this Venetian fleet decisively defeated the Milanese off Riva del Garda. The entire Lake Garda was now under Venetian control. Brescia was relieved, and the siege was lifted.
An impressive story. Just imagine Kinski cursing in his Aguirre helmet, riding back and forth, calling everyone an "asshole," furiously smashing things, and then, at the end of the film, sailing to his death on the flagship, looking completely insane. That would be pure popcorn cinema.
Now it's your turn.
Could that be done in tabletop gaming? I have no idea.
If it were possible, Don Voss would surely have built something by now. That would be right up your alley, Don, wouldn't it?
But I can't explain why there isn't a large diorama on this topic yet. A diorama consisting of several parts: 1. The fleet is being prepared 2. The first ascent 3. On Lake Loppio 4. The climb to the pass 5. Down to Torbole 6. The sea battle.
Something like that would look really good.
Well, maybe someone will be inspired by this report.
I hope so.

Sonntag, 28. Juni 2026

Northstar - Hussite Wars Knights


Ein neues Ritterset ist angekündigt! Ach was, werden jetzt einige sagen. Schön, werden andere ausrufen. Noch eins?, werden andere hinzufügen. Na und irgendwo höre ich auch ein Buhen oder Seufzen, so als ob zehntausende Wargamer in einem Fußballstadium sitzen, und irgendwie mit dieser Ankündigung unzufrieden sind.

Ich hingegen gehöre zu denen, die sich freuen. Ritter kann man nie genug bekommen. Genau so wenig wie neue Römer, Napoleonische Soldaten, Figuren des Zweiten Weltkriegs, um nur einige zu nennen.
Wenn Sie mich persönlich fragen, würde ich mich über ganz andere Dinge als Plastiksets in 28 mm freuen. Zum Beispiel über die Alamo Gegner – Amerikaner vs Mexikaner - , über südamerikanische Truppen der Unabhängigkeitskriege in den ersten Jahrzehnten des 19 Jahrhunderts, über berittene Sioux, über Custers 7th Cavalry, über Türken, Beduinen, französische Fremdenlegionäre der Kolonialkriege. Lustigerweise ist das von mir genannte jetzt auch gar nicht so exotisch, bis auf die südamerikanischen Unabhängigkeitskriege; aber dennoch gibt es diese Themen nicht als Plastikboxen.
In Plastik werden generell die Mainstream Themen abgefrühstückt, also die Themen, die den größten Umsatz versprechen.
Im Grunde hat sich das sicherlich auch Northstar gedacht, aber dennoch haben sie ein Nischenthema aufgenommen. Nischenthema aus dem Grund, weil die angekündigten Boxen zu den Hussitenkriegen, eher ein deutsches und osteuropäisches Thema sind, kein westeuropäisches.
Westeuropa ist ja perfekt durch die Azincourt Reihe der Perries abgedeckt.
Wir haben also den gleichen historischen Zeitraum, allerdings mit einem deutlich anderen Look.
Während wir auf den Schlachtfeldern des Hundertjährigen Krieges über eine sehr lange Zeit die Dominanz des englischen Langbogens erleben, sehen wir in Böhmen die Dominanz von Armbrüsten, frühen Schusswaffen und Wagenburgen. Die Kriegsführung ist tatsächlich eine andere, als die auf den Schlachtfeldern Westeuropas.
Als deutscher Wargamer fühlen sich diese Konflikte auch anders an; und es ist auch nicht nur ein Gefühl, sondern man erkennt auch den Unterschied.
Die meisten von Ihnen kennen die Schlachtbeschreibung von Azincourt im Jahr 1415. Kennen Sie auch die Schlachtbeschreibung von Hiltersried, 1433?
Nachfolgend eine Kurzbeschreibung aus einer historischen Quelle:
„Die Hussiten stellten sich grimmig zur Wehr. Sie hatten auf einer Anhöhe, die heute noch "Hussitenbirl" heißt, ihre Wagenburg aufgebaut, die eine trutzige Festung zu sein schien, denn ihre Wagen waren miteinander verkettet und schienen jedem Angriff zu trotzen. Die tapferen Oberpfälzer nahmen die Wagenburg in die Zange und durchbrachen sie ungestüm. Dann begann ein fürchterlicher Nahkampf. 1177 Tote blieben auf der Walstatt und 330 gerieten verwundet in Gefangenschaft. Nur einem kleinen Rest gelang die Flucht, darunter waren die beiden Hauptleute Pardus und Ritka, die bei Grafenried über die Grenze entkamen. Die Bayern verloren 10 Ritter und 129 Mann. Ganz Deutschland jubelte ob des Sieges bei Hiltersried. Endlich war der Feind überwunden, den man für unüberwindlich hielt.“ (zit. Bei Wikipedia)
Das ist etwas ganz anderes als die offene Feldschlacht bei Azincourt. Hier sitzen die Verteidiger in Wagenburgen, schießen mit Fernwaffen, haben die Wagen mit Kämpfern zu Fuß besetzt, die auch Spezialwaffen nutzen – exemplarisch der Kriegsflegel und die Kriegssense – um von den Plattformen der Kriegswagen hinab den anstürmenden Gegner zu bekämpfen.
Diese Kampfart ist typisch für diesen Zeitraum im Heiligen römischen Reich.
Und zu diesem Konflikt bringt Northstar jetzt Ritter aus; und vom Look passen sie für mich sehr gut.


Wir bekommen einen Gussast, der jede Menge Optionen aufbietet. Die Plattenrüstung ist richtig dargestellt. Man erkennt den für diesen Zeitraum typischen Look.: Platte, verstärkt mit Kettengeflecht, dazu dann als Helm die Hundsgugel und verschiedene Formen der Beckenhaube. Als Waffen erkennt man Schwerter, Kriegshämmer, Äxte und Keulen.
Die Figuren wirken auf den Bildern leicht gedrungener als die Perryfiguren der Azincourt Reihe. Ob man sie mischen kann, wird man sehen.
Mich persönlich stört der andere Look nicht, weil er dann auch figurativ den historischen Unterschied der Konflikte im Westen und im Osten Europas darstellt.
Angekündigt sind auch die Hussiten, deren Waffen und Kriegswägen.
Ich finde es gut, und freue mich eine weitere Baustelle im Mittelalter aufmachen zu können.
Es kann nie genügend Ritter geben, wie ich bereits eingangs erwähnte.
 
Ceterum censeo…
 
 
A new knights set has been announced! Oh, come on, some will say. Great, others will exclaim. Another one?, still others will add. And somewhere I can hear boos or sighs, as if tens of thousands of wargamers are sitting in a football stadium, somehow dissatisfied with this announcement.
I stand, on the other hand, among those who are delighted. You can never have too many knights. Just like you can never have too many new Romans, Napoleonic soldiers, or World War II figures, to name just a few.
If you ask me personally, I'd be excited about something completely different than 28mm plastic sets. For example, the Alamo's adversaries – Americans vs. Mexicans – or South American troops from the Wars of Independence in the early decades of the 19th century, or mounted Sioux, or Custer's 7th Cavalry, or Turks, Bedouins, or French Foreign Legionnaires from the colonial wars. Funnily enough, what I've mentioned isn't even that exotic, except for the South American Wars of Independence; But these themes aren't available as plastic boxes.
Plastic boxes generally only cover mainstream themes, meaning those that promise the highest sales.
Northstar probably thought the same thing, but they still opted for a niche theme. It's a niche theme because the announced Hussite Wars boxes are more of a German and Eastern European theme, not a Western European one.
Western Europe is perfectly covered by the Agincourt series from Perries.
So we have the same historical period, but with a significantly different look.
While we witness the dominance of the English longbow for a very long time on the battlefields of the Hundred Years' War, in Bohemia we see the dominance of crossbows, early firearms, and wagon forts. The warfare is indeed different from that on the battlefields of Western Europe.
For a German wargamer, these conflicts also feel different; and it's not just a feeling, you can actually see the difference.
Most of you are familiar with the account of the Battle of Agincourt from 1415. Are you also familiar with the account of the Battle of Hiltersried from 1433?
The following is a brief description from a historical source:
"The Hussites put up a fierce defense. They had built their wagon fort on a hill, which is still called 'Hussitenbirl' today. It appeared to be a formidable fortress, as their wagons were chained together and seemed to defy any attack. The brave Upper Palatinate troops surrounded the wagon fort and stormed through it. Then a terrible hand-to-hand combat began. 1,177 dead remained on the battlefield, and 330 were wounded and taken prisoner. Only a small remnant managed to escape, among them the two captains Pardus and Ritka, who fled across the border near Grafenried. The Bavarians lost 10 knights and 129 men. All of Germany rejoiced at the victory at Hiltersried. Finally, the enemy, whom they had considered invincible, had been defeated." (quoted from Wikipedia)
This is quite different from the open field battle at Agincourt. Here, the defenders sit in wagon forts, firing ranged weapons. Their wagons are manned by foot soldiers who also use specialized weapons—such as the war flail and the war scythe—to engage the charging enemy from the platforms of the war wagons.
This style of combat is typical for this period in the Holy Roman Empire.
And Northstar is now releasing knights for this conflict; and I think they look very good.
We get a sprue that offers a lot of options. The plate armor is accurately depicted. You can see the typical look for this period: plate, reinforced with chainmail, and then the houndstooth helmet and various forms of bascinet. Weapons include swords, warhammers, axes, and maces.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched.
The figures appear slightly more compact in the pictures than the Perry figures from the Agincourt series. We'll see if they can be mixed and matched. Personally, I don't mind the different look, because it also figuratively represents the historical difference between the conflicts in Western and Eastern Europe.
The Hussites, their weapons, and war chariots have also been announced.
I think it's good, and I'm happy to be able to open up another area of ​​exploration in the Middle Ages.
There can never be enough knights, as I mentioned at the beginning.
 
Ceterum censeo…

Montag, 15. Juni 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Die Helmbarte

Heute stelle ich Ihnen die nächste Einheit meines spätmittelalterlichen Heeresaufgebotes vor. Die Figuren sollen städtische Aufgebote repräsentieren. Jede einzelne Abteilung (eine Base) wird deshalb von einem Ritter/Patrizier angeführt, und bewaffnet sind die Fußknechte mit einer Helmbarte (Hellebarde).


Nun ist es allerdings so, dass die Verbreitung der Nutzung einer Helmbarte in den Regionen Deutschlands um das Jahr 1460 herum unterschiedlich war. Matthias H. Herzer hat in seinem Buch Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter in einem intensiven Quellenstudium nachgewiesen, dass die Verbreitung der Helmbarte in Mittel- und Ostdeutschland sehr gering war. Bei der Untersuchung der thüringischen Harnischregister konnten für 319 Dörfer nur 3 Helmbarten nachgewiesen werden. In Leipzig findet sich die Helmbarte überhaupt nicht.
In einer Heereszugsordnung des Herzogs Wilhelm von Sachsen, im Zusammenhang mit der Hessen-Paderbornischen Fehde, wird die Helmbarte aber wiederum genannt (S. 235 des oben zitierten Buches).
In dieser Region ist die Verbreitung des Spießes wesentlich stärker, was zum einen natürlich auf Kostengründe, zum anderen aber auch auf entsprechende Taktiken zurückzuführen ist. Der Spieß konnte als Hauptwaffe neben einer Pavese viel besser geführt werden, und diente somit als taktisches Element.
Im Süden und Südwesten des Reiches war die Verwendung der Helmbarte häufiger. Die Literatur geht hier von einem Verhältnis von 4:1, 3:1 aus (Spieß : Helmbarte). Auch in der Arsenalliste der Stadt Nürnberg aus dem Jahr 1462 sind 123 „gute Helmbarten“ und 175 „altfränkische Helmbarten“ aufgelistet. Dazu noch diverse Varianten der Mordäxte, die jetzt zwar keine Helmbarten sind, aber, auch wenn kürzer und mit einem Hammerende an der einen Seite, der Helmbarte eher gleichen als einem Spieß. Insgesamt sind in der Inventarliste 943 Mordäxte unterschiedlichen Typs aufgelistet (S. 150 f). Spieße mit langen Eisen sind zwar nur 22 mal aufgeführt, dafür waren aber 21.000 Spießschäfte im Arsenal, und für „alte Spieße und beschlagene Drieschel (eiserne Flegel)“ wird ein Wort verwendet, um die Anzahl zu beschreiben: „Viele“. Man sieht, dass der Spieß hier als Massenprodukt gesehen wurde, während die Helmbarte schon eine Spezialwaffe darstellte.








Leider gibt es keine genauen Informationen für Mainz. Wie ich ja in meinen vorherigen Berichten erklärt habe, ist meine Truppe an Mainzer Einheiten in der Mainzer Stiftsfehde angelehnt.
Hier nochmals die entsprechenden BLOG- Einträge:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Vielleicht würde eine intensive Quellenrecherche hier noch etwas an den Tag bringen, aber generell heißt es, dass die Mainzer Inventarlisten beim Sturm auf Mainz am 28. Oktober 1462 vernichtet wurden. Nach dieser Erstürmung wurden zwar wieder Listen geführt, nur ist es so, dass sich der Charakter der Stadt Mainz geändert hatte. Vor der Eroberung der Stadt war Mainz eine freie Reichsstadt, mit entsprechenden Rechten, Privilegien, aber auch Pflichten. Nach der Eroberung wurden die Rechte der Bürgerschaft eingeschränkt. Der Erzbischof kassierte den Freiheitsbrief ein. Mainz wurde zu einer erzbischöflichen Landstadt herabgestuft. Die Kontrolle über die Stadtbefestigung, die Tore und die dort stationierten schweren Waffen ging direkt an den erzbischöflichen Stadtpräfekten (Vizedom) über. Ein unabhängiges, städtisches Aufgebot existierte schlichtweg nicht mehr. Auch vertrieb Adolf II. rund 400 bis 800 wohlhabende Bürger und Patrizier, was natürlich auch Auswirkungen auf die Wehrhaftigkeit hatte. Ihr gesamtes Eigentum – darunter wertvolle Rüstungen, Pferde, Schwerter und Armbrüste – wurden eingezogen und an treue Gefolgsleute des Erzbischofs verteilt
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Heeresfolge über die Zünfte organisiert, die nunmehr in der Stadt verboten waren.  Adolf II. löste die Zünfte als politische und militärische Einheiten komplett auf. Er verbot den Bürgern jede eigenständige militärische Organisation. An ihre Stelle traten rein religiös und wirtschaftlich ausgerichtete Bruderschaften, die keinerlei politisches oder wehrhaftes Mitspracherecht mehr besaßen.
Das heißt, wir haben definitiv nach der Mainzer Stiftsfehde eine andere Struktur in der Stadt.









Eine historische Quelle beschreibt den Moment der Neuordnung.
„„Da hieß der edle Fürst, Graf Adolf, alle Bürger, jung und alt, zusammenfordern auf den Dietmarkt. Da sie nun alle kamen mit großer Furcht, ward ihnen verkündet durch den Kanzler, dass sie all ihr Wehr und Waffen, Spieße, Büchsen und Armbrüste ablegen und vor den Fürsten werfen sollten. Wer dem zuwiderhandele, dem solle es an den Hals gehen.
Darnach ward ein großes Buch aufgeschlagen und wurden die Namen der Zunftmeister und Vornehmsten verlesen. Mehr denn vierhundert der besten Bürger, die dem Fürsten widerstanden hatten, wurden sogleich der Stadt verwiesen und mussten beim Eid schwören, nimmermehr ohne Erlaubnis zurückzukehren. Ihr Hab und Gut und alle Harnische wurden den Soldaten zu eigen gegeben.“
Wie hoch jetzt die prozentualen Anteile der einzelnen Waffen am Gesamtbestand waren, lässt sich leider nicht beantworten.
Da es sich bei meiner Wargaming Truppe aber um eine fiktive, und nicht um eine quellenbasierte, Streitmacht handelt, habe ich mich eben für diese Form der Bewaffnung entschieden.
Die Helmbarte musste unbedingt dabei sein, und ich denke der Look gibt dann irgendwie auch meiner Entscheidung recht.
 
Today I present the next unit of my late medieval army contingent. The figures are intended to represent urban levies. Each unit (a base) is therefore led by a knight/patrician, and the foot soldiers are armed with a halberd.
However, the use of the halberd varied across the regions of Germany around the year 1460. Matthias H. Herzer, in his book *Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter* (Military Obligations and Military Service in the Late Middle Ages), demonstrated through intensive source research that the use of the halberd was very limited in Central and Eastern Germany. An examination of Thuringian armor registers revealed only three halberds among 319 villages. The halberd is not found at all in Leipzig.
However, the halberd is mentioned again in a military order issued by Duke William of Saxony in connection with the Hessian-Paderborn Feud (p. 235 of the aforementioned book).
In this region, the pike was much more prevalent, due in part to cost considerations, but also to specific tactics. The pike, as a primary weapon alongside a pavise, was far more effective in its use and thus served as a tactical element.
In the south and southwest of the empire, the use of the halberd was more common. Literature suggests a ratio of 4:1 to 3:1 (pike to halberd). The Nuremberg city arsenal inventory from 1462 lists 123 "good halberds" and 175 "old Franconian halberds." It also includes various types of poleaxes, which, while not technically halberds, resembled the halberd more than a pike, even though they were shorter and had a hammer end on one side. In total, the inventory lists 943 poleaxes of different types (pp. 150-151). While pikes with long iron shafts are listed only 22 times, the arsenal contained 21,000 pike shafts, and the word "many" is used to describe the quantity of "old pikes and iron flails." This shows that the pike was considered a mass-produced item, whereas the halberd was already a specialized weapon.
Unfortunately, there is no precise information for Mainz. As I explained in my previous reports, my unit is based on Mainz units during the Mainz Diocesan Feud.
Here again are the corresponding blog entries:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Perhaps intensive source research would reveal something more, but generally, it is said that the Mainz inventory lists were destroyed during the storming of Mainz on October 28, 1462. After this storming, lists were indeed kept again, but the character of the city of Mainz had changed. Before the conquest, Mainz was a free imperial city with corresponding rights, privileges, but also obligations. After the conquest, the rights of the citizenry were restricted. The archbishop revoked the charter of liberties. Mainz was downgraded to an archiepiscopal provincial town. Control over the city fortifications, the gates, and the heavy weapons stationed there passed directly to the archbishop's city prefect (vice-dom). An independent, municipal militia simply ceased to exist. Adolf II also expelled approximately 400 to 800 wealthy citizens and patricians, which naturally impacted the city's military strength. All their property—including valuable armor, horses, swords, and crossbows—was confiscated and distributed among the archbishop's loyal followers.
Until this point, military service had been organized through the guilds, which were now banned in the city. Adolf II completely dissolved the guilds as political and military entities. He forbade citizens from forming any independent military organization. In their place arose purely religious and economic brotherhoods, which no longer possessed any political or military say.
This means that we definitely have a different structure in the city after the Mainz Diocesan Feud.
A historical source describes the moment of reorganization.
"Then the noble Prince, Count Adolf, summoned all citizens, young and old, to the Dietmarkt. As they all came with great fear, the chancellor announced to them that they should lay down all their weapons and arms—pikes, rifles, and crossbows—and throw them before the Prince. Anyone who disobeyed would face execution.
Afterward, a large book was opened, and the names of the guild masters and leading citizens were read out. More than four hundred of the best citizens who had resisted the Prince were immediately banished from the city and had to swear an oath never to return without permission. Their possessions and all their armor were confiscated by the soldiers."
Therefore, it is impossible to determine what percentage of the total number of weapons were.
Since my wargaming force is fictional and not based on historical sources, I chose the form of weaponry accordingly.
The halberd was a must-have, and I think the look justifies my decision.