Posts mit dem Label Miniaturen und Modellbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Miniaturen und Modellbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 9. August 2026

Das dritte Jahrhundert - Reichskrise, Harzhorn und neue Figuren

„Maximinus drang tief in germanisches Gebiet vor, machte viel Beute und überließ seinen Truppen alles Vieh, dessen man habhaft wurde. Die Germanen indessen hatten die Ebenen und die baumlosen Gegenden geräumt und sich in die Wälder und Sümpfe zurückgezogen, so dass die Kämpfe dort stattfinden würden, wo die dicht stehenden Bäume die Geschosse und Pfeile ihrer Feinde wirkungslos machen sollten, und wo die tiefen Moore die Römer bedrohen würden, die die Landschaft nicht kannten […]. Und so fanden die meisten Gefechte in solchen Gebieten statt, und hier geschah es auch, dass der Kaiser selbst und sehr mutig an einer Schlacht teilnahm: Als die Germanen sich in eine große, feuchte Senke zurückzogen und die Römer zögerten ihnen nachzufolgen, stürzte sich Maximinus selbst in die Niederung, bis das Wasser bis zum Bauch seines Pferdes stand; und so hieb er auf die Feinde ein, die ihn umringten. Da fassten die Soldaten, beschämt darüber, dass sie ihren Kaiser, der an ihrer Stelle kämpfte, derart im Stich ließen, Mut und griffen ebenfalls an. Eine große Zahl Männer fiel auf beiden Seiten, doch während viele Römer ihr Leben ließen, wurde fast die ganze barbarische Armee vernichtet, und der Kaiser war der hervorragende Mann auf dem Schlachtfeld […]. Noch weitere Kämpfe fanden statt, bei denen Maximinus aufgrund seiner persönlichen Beteiligung Ruhm erwarb, da er stets eigenhändig mitfocht und in jedem Gefecht der beste Krieger auf dem Schlachtfeld war […]. Er drohte und war entschlossen, alle germanischen Stämme bis hin zum Meer zu besiegen und zu unterwerfen.“
Herodian, 7,2,5-9
 
Das schrieb der griechische Historiker Herodian über eine Schlacht, die der erste Soldatenkaiser, Maximinus Thrax, in Germanien geschlagen hatte.
Jahrhundertelang gingen Forscher davon aus, dass dieses Ereignis irgendwo im Limes Grenzraum stattgefunden hatte, und zwar in einer Entfernung von 30 bis 40 Meilen zum Grenzwall. Die spätantike Historia Augusta sprach zwar von trecenta bzw. quadringenta, also 300 bis 400 Meilen, doch die Forscher gingen hier von einem Schreibfehler aus. Hatte nicht schon Augustus die Expansion nach Germania magna aufgegeben, und somit die Grenze für Jahrhunderte gezogen? So der allgemeine Tenor. Die spätantiken Quellen wurden als unglaubwürdig erachtet, die Entfernungsangabe einfach korrigiert, auf das, was denkbar erschien. Emendieren nennt man das in der Wissenschaft.
Im Jahr 2000 fanden zwei Hobbyarchäologen per Zufall im südlichen Niedersachsen am Harzhorn römische Artefakte. Geschossspitzen, Achsnägel, eine Schaufelhacke und eine Hipposandale, letztere ein Vorläufer des Hufeisens.
2008 meldeten sie den Fund der zuständigen amtlichen Stelle, und im Spätsommer 2008 begannen umfangreiche archäologische Untersuchungen.
Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor. Die antiken schriftlichen Quellen hatten wirklich recht. Ja; es gab eine Schlacht zwischen Römern und Germanen am Harzhorn. Und ja; das Harzhorn ist auch in der angegebenen Entfernung zum Limes, genau wie das die überlieferten schriftlichen Quellen geschrieben hatten.  Auch der Zeitpunkt des Durchbruchsgefechts ist festgelegt. Im Jahr 235/236, also exakt unter der Regierung von Maximinus Thrax. Zudem handelt es sich um einen echten Kriegszug. Die Untersuchungen legen nahe, dass hier eine Einheit engagiert war, die aus 10.000 römischen Soldaten bestand. Diese kam von einem Rundmarsch, marschierte aus dem Norden an und wollte an dieser Stelle wieder den Weg nach Süden einschlagen, um zurück zum Limes zu kommen. Die Engstelle am Harzhorn wurde von germanischen Kriegern blockiert, die dann wiederum durch einen Flankenmarsch ausmanövriert und angegriffen wurden.




Ich, als jemand, der selbst Geschichte studiert und auch einmal an einer archäologischen Ausgrabung eines römischen Marschlagers in der Nähe von Dijon mitgearbeitet hat, bin natürlich von diesem Fund begeistert. Es ist wirklich so, dass hier Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die Römer waren nunmehr nachweislich noch im 3. Jahrhundert im Innern Germaniens aktiv.
Aber…, und das könnte jetzt wiederum viele wundern, nicht nur an dieser Stelle.
Mittlerweile wurden sogar Marschlager der Römer in Sachsen-Anhalt gefunden! Dersheim liegt nördlich von Quedlinburg. Das geht ja noch. Aber Aken in Sachsen-Anhalt liegt in der Nähe von Köthen! Trabitz, nicht weit von hier entfernt!
Die an den Ausgrabungsorten gefundenen Münzen datieren den Marsch nach Sachsen-Anhalt in die Regierungszeit von Caracalla. Auch hier wird es zu einer Überprüfung der Forschungsergebnisse kommen, denn ähnlich wie am Harzhorn ging man auch beim Germanenkrieg Caracallas davon aus, dass ein langer Marsch nach Germania magna unmöglich gewesen sei. Deshalb ist auch dieser Feldzug 213 AD in heutigen Fachbüchern in der Nähe des Limes verortet, eine These, die nach den Funden jetzt nicht mehr zu halten ist. Im Zusammenhang mit diesem Germanenfeldzug wird in den antiken Quellen auch zum ersten Mal der Begriff „Alamannen“ als Bezeichnung der germanischen Gegner erwähnt.
Beide Feldzüge fanden somit in einem viel größeren strategischen Raum statt, als bisher angenommen, und sind somit auch bedeutender, als dies bisher gewertet wurde. Es scheint, dass die Römer, ähnlich wie in augusteischer Zeit, die Germanen finden und umfassen wollten. Zumindest am Harzhorn gibt es den Beweis, dass es auch auf jeden Fall zu einem Aufeinandertreffen kam. Andere Angaben über Verluste oder Schlachten liegen allerdings nicht vor.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese neuen Funde und Forschungsergebnisse vielen in Deutschland noch gar nicht bekannt sind. Im Grunde nur der Minderheit, die sich mit römischer Geschichte auch jenseits von Kalkriese, Xanten und Trier, den am besten vermarkteten Römerstätten, auseinandersetzt.
Schaut man sich das Ganze auf der Karte an, dann ist es schon beeindruckend, wie weit im Landesinnern diese Funde liegen.
Jedenfalls sieht man, dass die Römer ihren Ordnungsanspruch auch für Germanien nicht aufgegeben hatten. Man wollte in Germania magna Präsenz zeigen, sei es auch nur mit Strafexpeditionen.
Neben diesen auf Deutschland begrenzten Ereignissen ist das Jahrhundert der Reichskrise aber auch noch durch andere Ereignisse bedeutsam. Um 270 war das römische Reich quasi geteilt. Im Westen hatte sich das Gallische Sonderreich abgespalten, im Osten das Königreich Palmyra gegründet. An den Grenzen wurden die mittlerweile zu größeren Stammesgruppen verbundenen Germanen gefährlicher. Hier sind zu diesem Zeitpunkt vor allem die Alemannen zu nennen. Im Osten wiederum hatten die Sassaniden die Herrschaft übernommen und bedrohten Rom von dieser Seite.
Schon dieser kurze Abriss zeigt, dass diese Epoche auch für den Wargamer jede Menge Möglichkeiten bietet. Das Problem. Es gab bisher nur einen Hersteller der Römer für das 3. Jahrhundert in 28 mm anbietet. A&A (Armorum & Aquila Miniatures). Diese Firma bietet Zinnfiguren für die römischen Armee des 3. Jahrhunderts an, ebenso für Palmyra und das Sassanidenreich.
Armorum & Aquila
Der Stil dieser Miniaturen orientiert sich sehr stark an den Illustrationen des über die Osprey Bände bekannten Illustrators Angus McBride. Ich kenne einige Wargamer, die auf McBride schwören. Ich persönlich komme mit seinem Stil nicht klar. Die von ihm gezeichneten Figuren wirken sehr gedrungen, und auch speziell stilisiert. Da die A&A Minis nach diesem Vorbild modelliert sind, und auch genauso aussehen, hinderte mich das in dieses Thema größer einzusteigen. Wohlgemerkt. Ich finde bei A&A nicht alles schlecht, aber für eine größere Truppe fehlte mir dann persönlich der finale Kaufanreiz.
Jetzt ist aber Wargames Atlantic mit zwei neuen Plastiksets in diese Lücke gesprungen.
Decline and Fall — Wargames Atlantic






Warum ist das wichtig, werden sich jetzt vielleicht einige Leser fragen. Es gibt doch jede Menge Römer. Das stimmt, allerdings fand zu Beginn des 3. Jahrhunderts eine Veränderung in Bewaffnung und Ausrüstung römischer Heere statt, die sich doch sehr vom Aussehen der klassischen Römer unterscheidet.
Da ist schon einmal der Wechsel vom klassischen Scutum auf den ovalen Schild. Dann ersetzte die Spatha den Gladius. Und letztendlich wurde der Weisenau Helm durch den Niederbieber Helm abgelöst, der zwar auch noch zur Weisenau Gruppe der typischen kaiserzeitlich-gallischen Helme gehört, sich in seinem Aussehen allerdings schon so unterscheidet, dass er anfänglich als Kavalleriehelm interpretiert wurde. Nach dem Niederbieber Helm kamen dann die neuen spätantiken Helme in Form von Spangenhelmen bzw. Kammhelmen.
Weisenau Helm

Niederbieber Helm


Leider werden die beiden neuen Plastiksets nur als „Late roman“, nicht als „middle AND late Roman“ beworben. Auch ich habe erst beim zweiten Mal hinschauen den Niederbieber Helm im Gussast entdeckt.
Mit den beiden bisher erschienenen Sets wird aber eine Lücke geschlossen. Man muss es halt nur mitbekommen.
Bisher sind zwei Figurenpackungen erschienen. Einmal Infanterie in der lorica hamata, einmal in der lorica squamata.
Mal sehen, ob da noch mehr erscheinen wird. Ich fände es klasse.
Durch diese beiden Sets ist es jetzt möglich römische Armeen des 3. Jahrhunderts darzustellen. Einer Bemalung im größeren Stil steht also nichts mehr im Weg. Immerhin sind gerüstete Legionäre der Kern einer römischen Armee, und deshalb braucht man sie auch in der Masse.
Die Spezialtruppen, Lancearii, Bogenschützen, Soldaten mit Torsionsgeschützen, Kavallerie, können ja mit den A&A Figuren ergänzt werden, wenn man sich nicht davor scheut in England zu bestellen.
Egal wie. Ich feiere diese Neuerscheinungen und hoffe natürlich, dass da noch mehr folgen wird.
 
“Maximinus penetrated deep into Germanic territory, taking much booty and giving his troops all the livestock they could get their hands on. The Germans, meanwhile, had cleared the plains and treeless areas and retreated into the forests and swamps, so that the battles would take place where the dense trees would render their enemies' projectiles and arrows ineffective, and where the deep bogs would threaten the Romans, who were unfamiliar with the terrain […]. And so most of the battles took place in such areas, and it was here that the emperor himself, very bravely, participated in a battle: When the Germans retreated into a large, damp hollow and the Romans hesitated to follow them, Maximinus himself plunged into the lowlands until the water reached his horse's belly; and thus he attacked the enemy who surrounded him. Then the soldiers, ashamed that they had so abandoned their emperor, who was fighting in their place, mustered their courage and also attacked. A great Many men fell on both sides, but while many Romans lost their lives, almost the entire barbarian army was annihilated, and the emperor was the outstanding man on the battlefield […]. Further battles took place, in which Maximinus gained renown due to his personal participation, as he always fought with his own hands and was the best warrior on the battlefield in every engagement […]. He threatened and was determined to defeat and subjugate all the Germanic tribes as far as the sea.”
Herodian, 7.2.5-9
 
This is what the Greek historian Herodian wrote about a battle fought in Germania by the first soldier-emperor, Maximinus Thrax. For centuries, scholars assumed that this event took place somewhere in the Limes border region, at a distance of 30 to 40 miles from the border wall. The late antique Historia Augusta mentioned trecenta or quadringenta, meaning 300 to 400 miles, but scholars considered this a scribal error. Hadn't Augustus already abandoned expansion into Germania Magna, thus drawing the line for centuries? That was the general consensus. The late antique sources were deemed unreliable, and the distance information was simply adjusted to what seemed plausible. In academia, this is called emending.
In 2000, two amateur archaeologists stumbled upon Roman artifacts at Harzhorn in southern Lower Saxony, Germany: projectile points, axle pins, a shovel-type pickaxe, and a hipposandal, the latter a precursor to the horseshoe.
In 2008, they reported their find to the relevant authorities, and extensive archaeological investigations began in late summer 2008.
The results are now available. The ancient written sources were indeed correct. Yes, there was a battle between Romans and Germanic tribes at Harzhorn. And yes, Harzhorn is indeed at the specified distance from the Limes, exactly as the surviving written sources indicated. The date of the breakthrough battle has also been established. In the year 235/236, precisely during the reign of Maximinus Thrax, this was a genuine military campaign. Investigations suggest that a unit of 10,000 Roman soldiers was involved. They were returning from a circular march, approaching from the north, and intended to turn south at this point to return to the Limes (Roman frontier). The narrow passage at Harzhorn was blocked by Germanic warriors, who were then outmaneuvered and attacked by a flanking maneuver.
As someone who studied history and even participated in an archaeological excavation of a Roman marching camp near Dijon, I am naturally thrilled by this discovery. It truly means that history books will have to be rewritten. The Romans were demonstrably active in the interior of Germania well into the 3rd century.
But… and this might surprise many, not just here.
Roman marching camps have even been found in Anhalt-Saxony! Dersheim is north of Quedlinburg. That's manageable. But Aken in Saxony-Anhalt is near Köthen! Trabitz, not far from here!
The coins found at the excavation sites date the march to Anhalt-Saxony to the reign of Caracalla. Here, too, the research findings will be reviewed, because, similar to the Harzhorn site, it was assumed that a long march to Germania Magna would have been impossible during Caracalla's Germanic campaign. Therefore, this campaign of 213 AD is also located near the Limes in current textbooks, a theory that can no longer be maintained after these discoveries. In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic adversaries.
In connection with this Germanic campaign, the term "Alamanni" is also mentioned for the first time in ancient sources as a designation for the Germanic opponents. Both campaigns thus took place in a much larger strategic area than previously assumed, and are therefore more significant than previously considered. It seems that the Romans, similar to the Augustan period, wanted to find and encompass the Germanic tribes. At least at Harzhorn, there is evidence that an encounter definitely occurred. However, no other information about losses or battles is available.
Sometimes I get the feeling that these new finds and research results are still unknown to many in Germany. Essentially, they are only known to the minority who engage with Roman history beyond Kalkriese, Xanten, and Trier, the most commercially exploited Roman sites in Germany.
Looking at the whole thing on a map, it's quite impressive how far inland these finds lie.
In any case, it shows that the Romans had not relinquished their claim to order, even in Germania. They wanted to establish a presence in Germania Magna, even if only through punitive expeditions.
Sometimes I get the feeling that these new discoveries and research findings are still unknown to many in Germany. Besides these events limited to Germany, the century of the Crisis of the Roman Empire is also significant for other reasons. Around 270 AD, the Roman Empire was essentially divided. In the west, the Gallic Empire had broken away, while in the east, the Kingdom of Palmyra was founded. Along the borders, the Germanic tribes, now united into larger tribal groups, were becoming increasingly dangerous. The Alemanni, in particular, are a major threat at this time. In the east, the Sassanids had seized power and were threatening Rome from that direction.
Even this brief overview demonstrates that this era offers a wealth of possibilities for wargamers. The problem: Until now, there has only been one manufacturer offering 28mm Roman miniatures for the 3rd century: A&A (Armorum & Aquila Miniatures). This company offers pewter figures for the Roman army of the 3rd century, as well as for Palmyra and the Sassanid Empire.
Armorum & Aquila
The style of these miniatures is heavily influenced by the illustrations of Angus McBride, the illustrator known for his work on the Osprey series. I know several wargamers who swear by McBride. Personally, I don't get on with his style. The figures he designs look very squat and also quite stylized. Since the A&A miniatures are modeled after this style and look exactly the same, it held me back from getting more involved with the genre. Mind you, I don't think everything about A&A is bad, but for me personally, there wasn't the final incentive to buy them for a larger army.
Now, however, Wargames Atlantic has stepped in to fill this gap with two new plastic sets.
Decline and Fall — Wargames Atlantic
Why is this important, some readers might ask. There are plenty of Romans, after all. That's true, but at the beginning of the 3rd century, a change occurred in the weaponry and equipment of Roman armies that differed significantly from the appearance of classical Romans.
First, there was the switch from the classical scutum to the oval shield. Then the spatha replaced the gladius. And finally, the Weisenau helmet was superseded by the Niederbieber helmet, which, although still belonging to the Weisenau group of typical imperial-period Gallic helmets, differed so much in appearance that it was initially interpreted as a cavalry helmet. After the Niederbieber helmet came the new Late Antique helmets in the form of spangenhelms or crest helmets.
Unfortunately, the two new plastic sets are only advertised as "Late Roman," not as "Middle AND Late Roman." I, too, only discovered the Niederbieber helmet on the sprue on second glance.
However, the two sets released so far fill a gap. You just have to be aware of it.
So far, two figure packs have been released. One is infantry in the lorica hamata, the other in the lorica squamata.
Let's see if more will be released. I think that would be fantastic.
These two sets now make it possible to depict Roman armies of the 3rd century. So, nothing stands in the way of painting on a larger scale. After all, armored legionaries are the core of a Roman army, and therefore you need them in large numbers.
The specialist troops—lancearii, archers, soldiers with torsion catapults, cavalry—can be supplemented with the A&A figures, if you don't mind ordering from England.
Anyway, I'm celebrating these new releases and, of course, hope that more will follow.

Sonntag, 2. August 2026

882 AD - Levied Infantry/Skirmishers

In verschiedenen Berichten hatte ich Ihnen ja schon diverse Einheiten für mein „882 AD – Der Angriff auf Trier“ Projekt vorgestellt. Hier die Links zu den verschiedenen Berichten:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Heute gibt es zwei weitere kleine Einheiten.

Insider werden erkennen, dass es sich um Miniaturen des Herstellers Gripping Beast handelt. Sie sehen Minis aus der Romano-British Reihe, sowie der Saxons (Early/Late) Reihe.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
Wie sie sehen können, mische ich diese Minis.
Sie symbolisieren Hilfskräfte des karolingischen Heeres um Bertolf von Trier und Wala von Metz. Bauern, die von den herannahenden Wikingern bedroht sind, ihre Speere gegriffen haben, um irgendwo als Plänkler ihren Dienst zu verrichten.
Auch wenn diese Miniaturen für einen früheren historischen Konflikt modelliert wurden, finde ich ihre Kleidung und ihren Habitus so generisch, dass sie für mich perfekt passen.
Wie man sehen kann, sind es insgesamt 18 Figuren.
12 von diesen kann ich nach dem Regelwerk Lion Rampant als Levied Infantry einsetzen. Sie können nichts Besonderes sind aber billig und deshalb sehr gut als taktisches Element einsetzbar. Sie können Angriffe verlangsamen, Stellungen halten, als Ablenkungseinheit dienen. Ein Attack Wert von 7+ zeigt, dass man sie nicht unbedingt proaktiv im Angriff einsetzen sollte. Dagegen spricht auch der Armourwert von 1. Ein Defence Wert von 6 ermöglicht aber immerhin eine halbwegs vernünftige Verteidigung.





Die anderen 6 Figuren werde ich als Plänkler, als Skirmisher einsetzen.
Diese benutzen Wurfspeere und sind in der Lage auch einen Fernkampf mit den Gegnern zu führen. Das macht sie, verglichen mit der Levied Infantry sogar besser, denn ansonsten sind die Werte nahezu gleich: Attack 7+, Courage 5+, Defence Value 6+. Der Attack Value liegt aber bei 6+, ist also besser, na und sie können wie bereits gesagt halt schießen: Shoot 7+, Value 5+/12“ Reichweite.
Was Skirmisher interessant macht sind die Special rules. Sie sind Hard to target, Fast, und beherrschen natürlich die Skirmish und Evade Regel. Das heißt nichts anderes, als dass sie eben plänkeln können. Werden sie beschossen, erhöht sich der Armourwert auf 2 (hard to target), sie können sich ohne Abzüge in schwierigem Terrain bewegen (fast), und können sich mit der Hälfte der Bewegungsreichweite bewegen und dann noch schießen (skirmish). Dass sie sich vor einem Angriff des Gegners noch zurückziehen können (evade) macht diese Einheit tatsächlich zu einer spannenden Option.





Aber Vorsicht. Es sind halt nur 6 und keine 12 Modelle.
Unvorsichtige Spieler, so wie ich, können dann eine Skirmisher Einheit auch leicht opfern, ohne dass sie es beabsichtigt haben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
Eine Schlussbemerkung sei noch erlaubt. Auch, wenn ich diese Minis für ein 882 AD Szenario einsetze, sind sie natürlich ab der Romano-Britischen Zeit tatsächlich nutzbar. Immerhin wurden ja auch die Speerträger, die ihre Waffe nach vorne recken, just für diese Periode modelliert.
Epochen definieren sich natürlich durch Kleidungsstile und Haartrachten. Ich finde die Modellierung dieser Minis so generisch, dass ich sie für Armeen von 450 bis 950 einsetzen würde. Es wird da immer Menschen gegeben haben, die enge oder auch einmal weite Hosen trugen. Mit oder ohne Wadenwickel. Die kurze oder lange Haare hatten. Einen Bart oder eben keinen Bart bevorzugten. Genau wie heute. Wir reden hier von Bauern, einfachen Kriegern, keiner Elite, die natürlich einem gewissen Stil folgte. Deshalb der lange Zeitraum, den ich als passend definiere.
Archäologen des beschriebenen Zeitraums mögen mir verzeihen. Ich sehe das lockerer.
 
 
In several reports, I've already introduced you to various units for my "882 AD – The Attack on Trier" project. Here are the links to the different reports:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Trier und die Wikinger
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Bertolf von Trier - "Lord of the lost"
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 AD - Die "Wehrpflichtigen" (Foot yeomen, Light Warriors)
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: 882 - Wala von Metz
Today, I'm presenting another two small units.
Those in the know will recognize that these are miniatures from the manufacturer Gripping Beast. You'll see miniatures from the Romano-British series, as well as the Saxons (Early/Late) series.
Britons / Arthurians | Gripping Beast
Saxons (Early & Late) | Gripping Beast
As you can see, I'm mixing these miniatures.
They symbolize auxiliary troops of the Carolingian army under Bertolf of Trier and Wala of Metz. Peasants threatened by the approaching Vikings, they have seized their spears to serve as skirmishers somewhere.
Even though these miniatures were sculpted for an earlier historical conflict, I find their clothing and demeanor so generic that they work perfectly for me.
As you can see, there are 18 figures in total.
I can use 12 of these as Levied Infantry according to the Lion Rampant rulebook. They don't do anything special, but they are cheap and therefore very useful as a tactical element. They can slow down attacks, hold positions, and serve as a diversionary unit. An Attack value of 7+ indicates that they shouldn't necessarily be used proactively in attacks. Their Armour value of 1 also argues against this. However, a Defense value of 6 allows for a reasonably decent defense.
I will use the other six figures as skirmishers.
These use javelins and are capable of engaging the enemy in ranged combat. This makes them even better than the Levied Infantry, as their stats are otherwise nearly identical: Attack 7+, Courage 5+, Defense Value 6+. The attack value is 6+, so it's better, and as already mentioned, they can shoot: Shoot 7+, Value 5+/12" range.
What makes Skirmishers interesting are their special rules. They are Hard to Target, Fast, and of course, they have the Skirmish and Evade rules. This simply means they can skirmish. If they are shot at, their armor value increases to 2 (hard to target), they can move through difficult terrain without penalties (fast), and they can move at half their movement range and still shoot (skirmish). The fact that they can retreat before an enemy attack (evade) makes this unit a truly exciting option.
But be careful. There are only 6 models, not 12. Careless players, like myself, can easily sacrifice a Skirmisher unit unintentionally, which isn't exactly ideal.
One final remark: Even though I'm using miniatures for an 882 AD scenario, they're naturally usable from the Romano-British period onward. After all, the spearmen, who raise their weapons forward, were modeled specifically for this period.
Eras are naturally defined by clothing styles and hairstyles. I find the sculpting of these miniatures so generic that I would use them for armies from 450 to 950 AD. There will always have been people who wore tight or loose trousers. With or without leg wraps. Who had short or long hair. Who preferred a beard or not. Just like today. We're talking about peasants, common warriors, not an elite who naturally followed a certain style. That's why I consider the long timeframe appropriate.
Archaeologists of the period described may forgive me. I take a more relaxed approach.

Sonntag, 26. Juli 2026

Lieblingsmini der Woche - J.F.Cooper "Der Wildtöter" Teil 1

Ich hatte bereits in früheren BLOG Posts auf die Faszination hingewiesen, die mich immer wieder ergreift, wenn ich an die Bücher von James Fenimore Cooper denke.
Hier einmal die Links zu meinen früheren Berichten zu diesem Thema.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Auch heute möchte ich mich erneut mit diesem Thema beschäftigen.
Aber nicht mit dem berühmtesten Roman der Buchreihe „Der letzte Mohikaner“, sondern mit dem zeitlich ersten der Lederstrumpf Geschichten, nämlich mit dem „Wildtöter“.
Mit diesem Roman beginnt die Geschichte Natty Bumppos, dem Mann der auch mit den Namen „Lederstrumpf“, „Wildtöter“, „Falkenauge“ oder auch „Long Carabine“  in den Romanen und späteren Verfilmungen belegt ist.

Natty befindet sich mit einem weiteren Waldläufer, Henry (Harry) Marsh, auf dem Weg zu Tom Hutter, einem alten Seemann, der inmitten des Glimmerglas Sees – ja den gibt es wirklich - mit seinen beiden Töchtern Judith und Hetty in einem Pfahlbau lebt. Dieser Pfahlbau – die Biberburg - ist nur mit Booten zu erreichen und bietet somit den Bewohnern einen relativen Schutz, denn sich nähernde Feinde sind bereits aus der Ferne wahrzunehmen. Außerdem besitzt Tom Hutter noch die sogenannte Arche, ein größeres Boot in Art eines Hausbootes, in dessen Mitte sich ebenfalls eine Kabine in Form einer befestigten Blockhütte befindet, und mit der er sich auf den See bzw. den aus ihm entspringenden Susquehanna bei Gefahr zurückziehen kann.
Beide Männer haben unterschiedliche Beweggründe für ihre Reise.
Harry, verliebt in Judith, möchte seine Angebetete wiedersehen, und gleichzeitig mit dem alten Tom Hutter über die Jagd reden. Anfänglich geht der Leser davon aus, dass es um Tierfelle geht. Aber schnell wird einem klar, dass die beiden Männer mit einem ganz anderen Gut handeln: Mit den Skalps ermordeter Indianer.





Für den heutigen Leser liest sich die Geschichte somit weit übler, verglichen mit den Zeitgenossen Coopers. Für diese war der Umstand noch bekannt, dass Behörden Kopfgeld für erbeutete Skalps bezahlten, und zwar egal für welche. Ob Skalps von Kriegern, Frauen oder Kinder, alles war Handelsware.  Für uns liest sich das – zum Glück - schockierend.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der moderne Leser sicherlich keine Sympathien für Hutter und Marsh entwickeln kann, egal, was mit ihnen dann im Laufe des Romans passiert.
Natty Bumppos Beweggründe sind andere. Er will sich am See mit seinem Blutsbruder, dem Mohikaner Chingachgook, treffen, um dessen Verlobte Wah-ta!-Wah zu suchen. Beide vermuten, dass diese von einem feindlichen Mingo (=Huronen) Stamm entführt wurde, der sein Lager hier am Glimmerglas See aufgeschlagen haben soll.
Ich möchte jetzt hier an dieser Stelle nicht den ganzen Roman wiedergeben. Am Ende will ihn doch nochmal jemand lesen.
Hier der Link zum entsprechenden Wikipedia Artikel, für die, die sich nur kurz informieren wollen:
Der Wildtöter – Wikipedia
Für uns Wargamer bietet der Roman aber einige Möglichkeiten für verschiedene Szenarien.
Zum einen bietet der See mit der Biberburg und der Arche ein sehr schönes Setting. Die Arche findet sich als Modell auch in einem der diversen Kickstarter von Jens Najewitz.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain


Es gibt verschiedene Kämpfe zwischen den indianischen Kriegern und den Hauptprotagonisten des Romans, und zwar zu Wasser und zu Land. Na und zu guter Letzt kommt sogar noch die britische Infanterie aus Fort Mohawk ins Spiel, die die Indianer angreift, die zu diesem Zeitpunkt Bumppo als Geisel am Marterpfahl sterben lassen wollen.
Wenn man eine solche Geschichte im Kopf hat, dann entdeckt der Wargamer auch irgendwann die Figuren, die er für ein solches Setting nutzen kann.
Na und heute stelle ich Ihnen die beiden Schurken des Romans als Lieblingsfiguren der Woche vor. Harry Marsh und Tom Hutter.
Ich finde die passen richtig gut, zumal die eine Figur, die für mich Hutter darstellen soll, sogar noch eine Bärenfalle in den Händen hält.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE





Somit sehen sie Harry Marsh auf der linken Seite des Bildes. Klassisch in Waldläuferkleidung, mit einer Fransenjacke, Ledergamaschen, bewaffnet mit Muskete, Tomahawk und Messer. Tom Hutter, die Figur mit dem tief ins Gesicht gezogenen Hut, sehen sie mit einem langen grauen Mantel über der Weste, er trägt ebenfalls die typischen Ledergamaschen, und ist mit einer Muskete und der Bärenfalle bewaffnet. Letztere wird wohl leider nicht nur für Bären, sondern auch für die Jagd auf Menschen verwendet.
Ein wirklich unsympathisches Paar, aber die Figuren an sich gefallen mir doch dann sehr.
Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass der Stoff auch verfilmt wurde. Es gibt einen Film mit Lex Barker aus dem Jahr 1957 und die in Deutschland bekannte vierteilige Lederstrumpf Serie aus den 60er Jahren.
Man muss allerdings zu den Filmen sagen, dass sie schon Kinder ihrer Zeit sind, und den heutigen Sehgewohnheiten wirklich nicht mehr entsprechen.
Zu einer Neuverfilmung kam es leider nie, obwohl eine solche tatsächlich Potential hätte.
Wir haben einen wunderbaren Schauplatz, echte Schurken, Gefechte, Intrigen etc. etc. Ich denke da an heutige Filmtechniken. Der See, die Arche im Nebel. Lange Kamerafahrten, um die Landschaft entsprechend einzufangen, aber auch schnelle Action, wenn es zu den Kämpfen kommt. Man könnte Marsh und Hutter wirklich als die Schurken darstellen, die sie auch sind. Auch gäbe es noch eine andere Herausforderung, die in den alten Verfilmungen unberücksichtigt blieb. Da wäre nämlich noch Hetty, die jüngere Tochter Hutters, die in dem Roman als kognitiv beeinträchtigt beschrieben wird. Ihre Behinderung schützt sie dann am Ende sogar im Indianerlager, weil die Indianer ihr eine engere Beziehung zu Manitou, eben aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung, zuschreiben, und sie somit unter ihren Schutz stellen.
Diese Rolle wurde in den alten Verfilmungen natürlich völlig falsch interpretiert. An das Thema Behinderung wäre damals niemand herangegangen. Ich persönlich fände da eine Neuinterpretation wirklich spannend.
Leider bin ich kein Regisseur, also wird es in meinem Fall beim Tabletop bleiben.
Ich muss mal mit Sven reden. Ein Szenario zu diesem Thema müssen wir wirklich einmal spielen.

I've already mentioned in previous blog posts the fascination that always grips me when I think about the books of James Fenimore Cooper.
Here are the links to my previous posts on this topic:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Today I'd like to revisit this topic.
But not with the most famous novel in the series, "The Last of the Mohicans," but with the earliest Leatherstocking tale, "The Deerslayer."
This novel begins the story of Natty Bumppo, the man also known as "Leatherstocking," "Deerslayer," "Hawk-eye," or "Long Carabine" in the novels and later film adaptations.
This novel is the first in the series. Natty is traveling with another ranger, Henry (Harry) Marsh, to visit Tom Hutter, an old sailor who lives in a stilt house in the middle of „Glimmerglass Lake“—yes, it really exists, Otsego Lake, New York state—with his two daughters, Judith and Hetty. This stilt house—the Beaver Lodge—is only accessible by boat, thus offering its inhabitants relative protection, as approaching enemies can be detected from afar. Tom Hutter also owns the so-called Ark, a larger boat similar to a houseboat, with a cabin in the middle, resembling a fortified log cabin, which he can use to retreat to the lake or the Susquehanna River that flows from it in case of danger.
Both men have different reasons for their journey.
Harry, in love with Judith, wants to see his beloved again and, at the same time, talk to old Tom Hutter about hunting. Initially, the reader assumes that the conversation revolves around animal pelts. But it quickly becomes clear that the two men are dealing in a very different commodity: the scalps of murdered Native Americans.
For today's reader, the story thus reads far more gruesomely compared to Cooper's contemporaries. For them, it was still common knowledge that authorities paid bounties for captured scalps, regardless of the type. Whether scalps of warriors, women, or children, everything was a commodity. For us, this reads—thankfully—as shocking.
Conversely, this also means that the modern reader certainly cannot develop any sympathy for Hutter and Marsh, no matter what happens to them in the course of the novel.
Natty Bumppo's motives are different. He wants to meet his blood brother, the Mohican Chingachgook, at the lake to search for Chingachgook's fiancée, Wah-ta!-Wah. Both suspect that she has been kidnapped by a hostile Mingo (Huron) tribe, who are said to have set up camp here at Otsego Lake.
I don't want to retell the entire novel here. After all, someone might want to read it again.
Here's the link to the corresponding Wikipedia article for those who just want a quick overview:
The Deerslayer - Wikipedia
For us wargamers, however, the novel offers several possibilities for different scenarios.
For one thing, the lake with the beaver lodge and the ark provides a very nice setting. The ark can also be found as a model in one of Jens Najewitz's various Kickstarter campaigns.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain
There are various battles between the Native American warriors and the novel's main protagonists, both on land and at sea. And finally, the British infantry from Fort Mohawk even enters the site, attacking the Native Americans who, at this point, intend to let Bumppo die as a hostage at the stake.
If you have a story like this in mind, then the wargamer will eventually discover the miniatures they can use for such a setting.
And today I'm introducing you to the two villains from the novel as my favorite characters of the week: Harry Marsh and Tom Hutter.
I think they fit together really well, especially since the figure I believe to be Hutter is even holding a bear trap.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
So you see Harry Marsh on the left side of the picture. He's dressed in classic ranger attire, with a fringed jacket, leather gaiters, and is armed with a musket, tomahawk, and knife. Tom Hutter, the figure with the hat pulled low over his face, is wearing a long gray coat over his vest, also sporting the typical leather gaiters, and is armed with a musket and the bear trap. The latter, unfortunately, seems to be used not only for bears but also for hunting humans.
A truly unpleasant pair, but I really like the figures themselves.
It's also worth mentioning that the story has been adapted into films. There's a 1957 film starring Lex Barker and the four-part Leatherstocking Tales series from the 1960s, which is well-known in Germany.
It must be said, however, that the films are products of their time and no longer correspond to today's viewing habits.
Unfortunately, a remake never materialized, even though one would have had real potential.
We have a wonderful setting, genuine villains, battles, intrigue, and so on. I'm thinking of modern film techniques. The lake, the ark in the fog. Long tracking shots to capture the landscape, but also fast-paced action when the battles begin. Marsh and Hutter could truly be portrayed as the villains they are. There's also another challenge that was overlooked in the old film adaptations. There's Hetty, Hutter's younger daughter, who is described as cognitively impaired in the novel. Her disability ultimately protects her in the Native American camp because the Native Americans, precisely because of her cognitive impairment, attribute a closer relationship between her and Manitou and thus place her under their protection.
This role was, of course, completely misinterpreted in the old film adaptations. Back then, nobody would have tackled the topic of disability. Personally, I think a reinterpretation of it would be really interesting.
Unfortunately, I'm not a director, so in my case, it'll have to remain tabletop gaming.
I need to talk to Sven about it. We really should play a scenario on this topic sometime.

Sonntag, 19. Juli 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Ritter zu Fuß

Nein meine lieben Leser. Ich werde jetzt nicht seitenweise über Ritter schreiben. Nicht, dass ein Mittelalter ohne Ritter einfach nicht denkbar wäre. Nicht, dass sie die Spitze der Lehnspyramide darstellten. Nicht, dass sie die Schlachtfelder des Hoch- und teilweise noch des Spätmittelalters dominierten. Nicht, dass sich ihre Bewaffnung und ihren Schutz über die Jahre immer mehr verbesserten.
Warum ich das nicht tue?
Weil es einfach eine viel zu große Geschichte wäre. Eine WIRKLICH GROßE und lange Geschichte.
Über Ritter haben viele Historiker und Publizisten geschrieben, und das schon seit Jahrhunderten, na und dann werde ich da jetzt erst einmal nicht ausführlicher in diesem BLOG- Eintrag. Vielleicht irgendwann einmal in einem anderen Bericht. Denn Ritter habe ich genug. Wir werden es sehen.
Ritter sind bereits in der Zeit ihrer Hochphase verklärt worden. Um sie herum wurden Mythen geschaffen, Geschichten, die selbst uns moderne Menschen faszinieren.
Ich hingegen möchte heute nur meine Ritter zeigen, sie Ihnen im Bild vorstellen. Meine abgesessen kämpfenden Ritter. Keine Ritter hoch zu Ross.

Die Ritter, die sie im Bild sehen, sind Ritter des Spätmittelalters, taugen also genau für die Zeit meiner Hintergrundstory, eben der Mainzer Stiftsfehde, die von 1461 bis 1462 hier in meiner Heimatregion wütete.
Nahezu alle Ritter der Region fanden sich damals auf einer Seite der miteinander rivalisierenden Bischöfe von Mainz, Diether von Isenburg und Adolf II. von Nassau.
Der Konflikt sah pfälzische, badische, hessische Ritter, die sich gegeneinander bekriegten.
Diese Ritter sind hier in meiner Armee dargestellt.
In dem von uns verwendeten Regelwerk Lion Rampant sind sie eine Kerneinheit mit dem Namen „Elite Infantry“. 6 Mann, anstatt 12 Mann pro Einheit. Letzteres ist wichtig. Eine 12er Einheit mit den Werten, die die Ritter besitzen, wäre viel zu stark.
Eine 3+ auf zwei Würfeln für den „Courage“ Test, ein „Attack Value“ von 3+, ein „Defence Value“ von 4+ sowie ein „Armour“ Wert von 4 sind dann schon richtig gut.
Hinzu kommt, dass die Einheit die Spezialregel „Flexible“ hat, d.h. Attack/Defence/Armour Werte werden beim Kampf in schwierigem Gelände nicht verschlechtert.




Wem das jetzt alles nicht reicht, der kann den Rittern für zwei Punkte mehr das Attribut „Fearsome“ verpassen. Der Gegner ist dann so verängstigt, dass sein Moralwurf einen Malus von -1 erhält.
Für 3 Punkte mehr kann man sie sogar noch mit der Eigenschaft „Bloodthirsty“ verbessern. Jeder Angriffswürfel, aber kein „Defence“ oder „Shooting“ Würfel, mit einer 6 erzielt anstatt des üblichen einem Treffer, in diesem Fall 2 Treffer.
Das Regelbuch warnt aber den Spieler, dass er bei seiner Begeisterung für Ritter, aber auch daran denken sollte, dass eine mit beiden Merkmalen verbesserte Rittereinheit schon einmal 11 Punkte der Gesamtstreitmacht von 24 verbraucht. Das kann dann schon mal eng werden, wenn die anderen Einheiten nicht richtig performen.
Ich sehe es genauso wie die Regelschreiber. Eine solche Rittergruppe müsste dann schon von einem cineastischen Helden angeführt werden, wie z.B. Harald Hardrada, Ivanhoe oder Uthred von Bebbanburg. Dann würde der Fluff ja auch wieder stimmen.
Aufmerksame Betrachter der Bilder werden jetzt sehen, dass ich auf der Base nur 5 Ritter habe, keine 6. Das macht aber nichts, denn wir markieren die Verluste zunächst mit Markern, bevor wir die Einheit vom Spielfeld entfernen, wenn sie dann bricht.
Bei den Rittern selbst handelt es sich um Plastikritter aus der WotR Box, WR 50 Foot Knights 1450-1500, der Perry Brüder.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures




Die passen natürlich ideal für meine Zwecke, und außerdem sind sie natürlich schnell zu bemalen. Kein Wunder, wenn die eigene Rüstung zum großen Teil aus Metall besteht.
Die Modelle selbst sind sehr schön modelliert und bieten unterschiedlichste Optionen für die Bewaffnung, Helme etc.
Da kann man sich so richtig austoben.
Ich habe deshalb meine Ritter auch mit den unterschiedlichsten Waffen Optionen ausgerüstet. Neben den Schwertern finden sich Ahlspieße, Mordäxte, Helmbarten und gekürzte Lanzen.
Ich bin gespannt, wie sie sich verhalten werden, wenn ich sie in die Schlacht führe. Ob undiszipliniert und draufgängerisch ins Verderben stürzend, oder eiskalt, effektiv und berechnend den Sieg erringend.
BEIDES ist bei Rittern möglich. Wir werden sehen was passiert.




No, my dear readers. I'm not going to write pages and pages about knights now. Not that a Middle Ages without knights would be unthinkable. Not that they represented the pinnacle of the feudal pyramid. Not that they dominated the battlefields of the High- and, to some extent, the Late Middle Ages. Not that their weaponry and protection improved steadily over the years.
Why am I not doing that?
Because it would simply be far too big a story. A REALLY BIG and long story.
Many historians and writers have written about knights, and have been for centuries, so I'm not going to go into more detail about it in this blog post. Perhaps sometime in another article. Because I have enough knights. We'll see.
Knights were already glorified during their heyday. Myths were created around them, stories that still fascinate us modern people.
Today, however, I only want to show you my knights, present them to you in pictures. My dismounted knights. Not knights on horseback.
The knights you see in the picture are knights of the Late Middle Ages, so they fit perfectly into the time period of my backstory: the Mainz Diocesan Feud, which raged in my home region from 1461 to 1462.
At that time, almost all the knights of the region found themselves on one side or the other, the rival bishops of Mainz, Diether von Isenburg and Adolf II von Nassau.
The conflict saw Palatine, Baden, and Hessian knights fighting each other.
These knights are depicted here in my army.
In the Lion Rampant rule set we use, they are a core unit called "Elite Infantry." Six men, instead of twelve, per unit. The latter is important. A twelve-man unit with the stats these knights possess would be far too powerful.
A 3+ on two dice for the Courage test, an Attack Value of 3+, a Defense Value of 4+, and an Armour Value of 4 are already quite good.
In addition, the unit has the special rule "Flexible," meaning that Attack/Defence/Armour values ​​are not reduced when fighting in difficult terrain.
If that's still not enough, you can add the "Fearsome" attribute to the knights for two more points. The opponent will then be so frightened that their Morale roll will suffer a -1 penalty.
For three more points, you can even improve them with the "Bloodthirsty" trait. Every attack die, but not a Defense or Shooting die, scores a 6 inflict instead of the usual one hit—in this case, two hits.
The rulebook warns players that while they're enthusiastic about knights, they should also remember that a knight unit enhanced with both traits can consume 11 of the total 24 points. This can get tight if the other units aren't performing well.
I agree with the rule writers. Such a group of knights would really need to be led by a cinematic hero, like Harald Hardrada, Ivanhoe, or Uhtred of Bebbanburg for example. Then the lore would be more in keeping with the character.
Attentive viewers of the pictures will notice that I only have 5 knights on the base, not 6. That's okay, though, because we mark the losses with markers before removing the unit from the board when it breaks.
The knights themselves are plastic knights from the War of the roses box set, WR 50 Foot Knights 1450-1500, by the Perry brothers.
WR 50 Foot Knights 1450-1500 - Perry Miniatures
These are, of course, ideal for my purposes, and they're also quick to paint. No wonder, considering their armor is largely made of metal.
The models themselves are beautifully sculpted and offer a wide variety of options for weapons, helmets, etc.
You can really let your creativity run wild.That's why I've equipped my knights with a diverse range of weapons. Besides swords, there are awls, poleaxes, halberds, and lances.
I'm curious to see how they'll behave when I lead them into battle. Will they be undisciplined and recklessly rushing to their doom, or coldly, efficiently, and calculatingly securing victory?
Both are possible with knights. We'll see what happens.

Samstag, 4. Juli 2026

1776 - 250th anniversary, the military aspects

Heute feiern die USA den 4. Juli. Ihren Nationalfeiertag. Den Tag an dem die Unabhängigkeitserklärung vom Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia verabschiedet wurde.
Dieses Jahr 2026 ist ein besonderes Jahr, denn es ist der 250. Jahrestag der Declaration of Independence.
Militärisch sah es in diesem Jahr 1776 allerdings zunächst nicht gut aus. Der Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges war bereits im Jahr 1775 zu verzeichnen. Nachdem sich die politischen und handelspolitischen Interessenkonflikte der Kolonien mit dem Mutterland bereits in den End 1760er Jahren und frühen 1770er Jahren immer mehr gesteigert hatten, markierte der 19. April 1775 mit den Gefechten bei Lexington und Concord den Ausbruch des Krieges. Amerikanische Milizen hatten den offenen Kampf gewagt und die Briten zogen sich nach Boston zurück. Am 2. Juli 1775 erhielt der Virginier George Washington den Oberbefehl über die neugegründete Kontinentalarmee, eine Armee in einer Stärke von 15.000 Mann, die aus Kontingenten der einzelnen Provinzstaaten bestand. Dieser Armee standen britische Regimenter, deutsche Regimenter, die durch sogenannte Subsidien Verträge von den Engländern angeworben waren, was damals übrigens kein Einzelfall und auch kein Novum darstellte, aus amerikanischen Loyalisten gebildete Einheiten und auch indianische Verbündete gegenüber. Nicht vergessen sollte man, dass Kanada zu diesem Zeitpunkt ebenfalls englische Kolonie war, und somit in Gegnerschaft zu den 13. Amerikanischen Kolonien stand.



Kommen wir zurück zum Jahr 1776. Bereits im Jahr zuvor wurde Boston von amerikanischen Einheiten belagert. Die Schlacht von Bunker Hill am 17. Juni 1775 wurde zwar von den Engländern unter hohen Verlusten gewonnen, führte aber nicht zum Abbruch der Belagerung. Jetzt zu Beginn des Jahres 1776 spitzte sich die Lage in Boston zu. Im März war es Washington gelungen schwere Artillerie auf die Dorchester Heights zu bringen. Die Briten erkannten die Gefahr und evakuierten Boston am 17. März 1776. Die Inbesitznahme Bostons wurde definitiv als Erfolg der amerikanischen Armee bewertet. Nach dem Erfolg vor Boston änderten die Briten allerdings ihre Strategie. Man wollte durch die Einnahme New Yorks die Kolonien spalten und aus einer Mittelposition heraus entsprechend operieren.
Im August kam es zur Schlacht von Long Island. Die britischen Truppen unter General Howe flankierten die Amerikaner und fügten ihnen eine schwere Niederlage zu. Nur ein nächtlicher Rückzug über den East River im dichten Nebel rettete Washingtons Armee vor der kompletten Vernichtung.
Im September landeten die Briten auf Manhattan Island. Im Gefecht von Kips Bay (15. September 1776) flohen die amerikanischen Milizen und die Briten konnten New York besetzen. Einen Tag später gelang es Washingtons Truppen auf den Anhöhen von Manhattan, einen britischen Vorstoß zurückzuschlagen. Das Gefecht brachte kaum strategischen Raumgewinn, half aber die Moral der Amerikaner zu verbessern.
Von September bis November wurden die Amerikaner Schritt für Schritt aus Manhattan, Fort Washington und Fort Lee vertrieben.
Im Gefecht von Pell’s Point am 18. Oktober 1776 hatte noch eine kleine amerikanische Vorhut den britischen Vormarsch in der heutigen Bronx lang genug aufgehalten, um der Hauptarmee den Rückzug nach Norden zu ermöglichen.  Wenn auch ein britischer taktischer Sieg, so war dieses Gefecht doch durch den strategischen amerikanischen Erfolg geprägt.
In der Schlacht von White Plains am 28. Oktober 1776 griff General Howe Washingtons neue Verteidigungslinien nördlich von New York an. Nach harten Kämpfen, bei denen auch hessische Regimenter eine zentrale Rolle spielten, mussten sich die Amerikaner weiter zurückziehen.
Im nächsten Monat, am 16. November 1776, stürmten die Briten und Hessen die letzte amerikanische Festung auf Manhattan Island (Schlacht von Fort Washington). Über 2.800 amerikanische Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft; ein großer Verlust und eine schmerzhafte Niederlage für die Rebellen. Auch das gegenüberliegende Fort Lee in New Jersey musste geräumt werden.
Washingtons Armee war nun gezwungen sich durch New Jersey über den Delaware River nach Pennsylvania zurückziehen. Die Moral war auf dem Tiefpunkt, Soldaten desertierten massenhaft, selbst der Kongress musste aus Philadelphia fliehen. Er zog sich nach Baltimore, Maryland zurück.
Kommen wir noch einmal zur Nordfront zurück. Hier hatten die Rebellen im Jahr 1775 den Plan die Provinz Quebec zu erobern und als 14. Kolonie zu gewinnen, um von hier aus etwaige Angriffe der Engländer in den Süden zu unterbinden. Bereits am 10. Mai 1775 hatten Benedict Arnold und Ethan Allen die kleine britische Garnison in Ticonderoga überrascht und das Fort eingenommen. Die Kanonen des Forts waren unter anderem diejenigen, die im darauffolgenden Jahr auf den Höhenzügen vor Boston erscheinen sollten.
















Im Spätsommer autorisierte der Kontinentalkongress den Angriff auf Kanada. Die Invasion wurde als Zangenangriff über zwei verschiedene Routen geplant. General Montgomery sollte über eine westliche Route von Ticonderoga mit rund 1.200 Mann über den Lake Champlain und den Richelieu-Fluss nach Norden vorstoßen. Arnold führte zeitgleich über eine östliche Route rund 1.100 durch die unberührte, eiskalte Wildnis von Maine. Nur etwa 600 Mann überlebten die Strapazen auf diesem Marsch.
Die Amerikaner unter Montgomery belagerten zunächst von September bis November das britische Fort Saint-Jean. Am 3. November kapitulierte das Fort. Dieser lange Widerstand kostete die Amerikaner jedoch wertvolle Zeit, da der eisige kanadische Winter bereits vor der Tür stand. Dennoch gelang es ihm am 13. November Montreal einzunehmen. Die Engländer verschanzten sich allerdings im Fort Quebec.
Vor Quebec vereinigten sich dann Montgomerys und Arnolds Armeen. Am 31. Dezember griffen sie an. Die Engländer und kanadischen Milizen hielten stand. Montgomery wurde getötet, Arnold schwer am Bein verwundet, 400 Amerikaner wurden gefangen genommen. Das Jahr endete für die Amerikaner im kanadischen Grenzraum im Desaster. Zwar hielten Arnolds verbliebene, hungernde Truppen im beginnenden Jahr 1776 eine lose Belagerung von Québec aufrecht, doch der Plan, Kanada zu einem Teil der amerikanischen Revolution zu machen, war in der Silvesternacht 1775 gescheitert. Die Belagerung wurde zwar noch bis zum Mai 1976 aufrechterhalten, als allerdings am 6. Mai 1776 drei britische Kriegsschiffe mit einer Vorhut der britischen Ersatzarmee anlandeten, griffen die englischen Verteidiger Quebecs sofort die geschwächten Amerikaner an, die unter Zurücklassung von Kanonen, Zelten, Vorräten, Kranken und Verwundeten panisch Richtung Montreal flohen.
Am 25. März 1776 kam es zu einem Gefecht bei Saint-Pierre, das mit einem amerikanischen Sieg endete, und vom 18. bis 27. Mai zum Gefecht „of the cedars“, einer Reihe von kleineren Scharmützeln zwischen Amerikaner auf der einen, und britischen und indigenen Verbündeten auf der anderen Seite, die mit einem Sieg der Briten endeten.
Die entscheidende Schlacht fand dann bei Trois-Rivières am 8. Juni 1776 statt. Der Sieg der Briten und Kanadier führte zum Rückzug der Amerikaner aus Quebec.
Eine weitere, recht ungewöhnliche Schlacht in dieser Region, war das Seegefecht bei Valcour Island am 11. Oktober 1776. Auf dem Lake Champlain stellte sich eine hastig gebaute amerikanische Flotte unter Benedict Arnold den vordringenden Briten entgegen. Arnold verlor fast alle seine Schiffe, verzögerte den britischen Vorstoß aus Kanada nach Süden jedoch so entscheidend, dass der Angriff auf das Hudson-Tal ins nächste Jahr verschoben werden musste.













Gehen wir nun in den Süden.
Auch in den südlichen Kolonien war es zu Gefechten im Jahr 1776 gekommen. In der Schlacht von Moore’s Creek Bridge am 27. Februar 1776 in North Carolina besiegten patriotische Milizen eine Truppe schottischer Highland-Loyalisten. Der Sieg verhinderte einen frühen britischen Einmarsch in die südlichen Kolonien.
In der Schlacht von Sullivan’s Island (Belagerung von Charleston) am 28. Juni 1776 versuchte eine britische Flotte, die strategisch wichtige Hafenstadt Charleston in South Carolina zu erobern. Das dortige amerikanische Fort hielt dem schweren Bombardement stand und schlug die Flotte in die Flucht.
Im Süden war es also zu amerikanischen Erfolgen gekommen. Die Briten erkannten, dass der Süden vorerst nicht im Vorbeigehen zu erobern war, zogen ihre Truppen ab und konzentrierten sich stattdessen auf New York. Es sollte drei Jahre dauern (bis Ende 1778/1779), bis die Briten eine neue Offensive im Süden wagten.
Auch die indigenen Völker Amerikas wurden ähnlich wie im French-Indian War (1754 -1763) in den Konflikt hineingezogen. Stand damals noch der Großteil auf französischer und nicht auf englischer Seite, so war es nun so, dass die meisten Stämme den Kolonien und ihren Expansionsbestrebungen nicht trauten. Anfang versuchte man sich noch neutral zu verhalten, aber bereits 1775 schlug man sich mehrheitlich auf die englische Seite. Die britische Krone hatte den Kolonisten per Gesetz im Jahr 1776 verboten, westlich der Appalachen-Berge zu siedeln. Die amerikanischen Kolonisten ignorierten dieses Verbot und drangen illegal nach Westen. Die hier ansässigen Indianer wurden dabei vertrieben. Aus Sicht der Ureinwohner waren die amerikanischen Rebellen die eigentliche Bedrohung für ihre Heimat.
Dennoch verbündeten sich einige Stämme, wie der Stockbridge Stamm, die Oneida und die Tuscarora mit den Amerikanern.
Damit war aber auch die alte Irokesen-Föderation zerstört, weil die Spaltung durch die eigenen Reihen ging. Oneida, Tuscarora standen auf der einen, Mohawk, Seneca, Cayuga und Onondaga auf der anderen Seite.
Im Norden spielten indigene Krieger eine entscheidende Rolle dabei, die amerikanische Invasion in Kanada endgültig zurückzuschlagen und die britische Gegenoffensive zu unterstützen. Westlich von Montreal hielt eine kleine amerikanische Garnison den Posten bei „The Cedars“. Eine kombinierte Streitmacht aus rund 150 britischen Soldaten und über 500 indigenen Kriegern (hauptsächlich Irokesen aus den katholischen Missionen wie Kahnawake sowie Kanesatake) belagerte den Posten. Die Amerikaner ergaben sich panisch. Als eine amerikanische Entsatztruppe anrückte, wurde sie von den indigenen Kriegern im Wald abgefangen und ebenfalls zur Kapitulation gezwungen (Hinterhalt bei Quinze-Chênes am 20. Mai).
Im Süden kam es im Juni/Juli 1776 zu den Angriffen der Cherokee. Es kam zu zahlreichen Scharmützeln, wie dem Gefecht bei Island Flats (im heutigen Tennessee) am 20. Juli 1776, bei dem die amerikanische Miliz einen Hinterhalt der Cherokee abwehren konnte. Ein weiterer Angriff auf das strategisch wichtige Fort Watauga (21. Juli 1776) scheiterte nach einer zweiwöchigen Belagerung durch die Siedler. Die amerikanische Strafexpedition (August – Oktober 1776) war von beispielloser Härte. Über 4.000 Milizionäre aus den vier betroffenen Südstaaten (North Carolina, South Carolina, Georgia und Virginia) marschierten in einer koordinierten Zangenoffensive in das Territorium der Cherokee ein. Die Cherokee zogen sich in die Wälder zurück. Die Amerikaner brannten über 50 indianische Städte und Dörfer nieder, vernichteten die gesamte Maisernte und trieben Frauen und Kinder in die Flucht. Der überlebende Teil der Cherokee musste im Folgejahr Friedensverträge unterschreiben und große Gebiete an die Amerikaner abgeben.














Festzuhalten bleibt, dass das Jahr 1776 vor allem im Norden und im Raum New York für die Amerikaner fast schon als Unglücksjahr zu bezeichnen war. Wenn, ja wenn es nicht den Dezember 1776 gegeben hätte.
Am 8. Dezember hatte Washington mit knapp 3000 demoralisierten und geschlagenen amerikanischen Soldaten den Delaware überschritten. Alle im Umkreis verfügbaren Boote wurden zerstört oder requiriert, um die Briten an einem Übersetzen zu hindern. Gleichzeitig endete offiziell die Dienstzeit fast aller seiner verbliebenen Soldaten am 31. Dezember.
Trotz dieser widrigen Umstände entschied Washington das Unmögliche. Er wollte nicht aufgeben, nicht verzweifeln. Er ließ Truppen zusammenziehen, bis er wieder 6000 Mann unter den Waffen hatte. Gleichzeitig hatte er Informationen erhalten, dass die Briten ihre Armee aufgeteilt hatten und ein Außenposten in Trenton (New Jersey), direkt auf der anderen Flussseite, nur von rund 1.400 hessischen Soldaten besetzt war. Und er entschied etwas, was wenige in seiner Situation entschieden hätten: Er befahl den Angriff auf Trenton in der Weihnachtsnacht vom 25. auf den 26. Dezember.
Trotz Treibeis, Sturm und Schnee setzten die Amerikaner über. Sie trafen auf die völlig überraschten Hessen. Über 900 Hessen gerieten in Gefangenschaft, Oberst Rall wurde tödlich verwundet. Washington verlor selbst keinen einzigen Soldaten im Kampf (zwei Männer starben auf dem Marsch an Erfrierungen).
Mit diesem Überraschungscoup und seiner Rede an die Soldaten am 31. Dezember 1776, in der er an ihren Glauben und ihre Stärke appellierte, endete das Jahr 1776.
Die meisten Männer verlängerten ihre Dienstzeit, auch motiviert durch den jüngsten Erfolg bei Trenton. Der Mythos Washington war geboren.
Ohne diese entscheidenden Tage im Dezember hätte es schlecht ausgesehen für die Revolution. Dank dieser Tage feiern die Amerikaner heute Ihren 250. Jahrestag.
 
Herzlichen Glückwunsch USA
 
P.S.: Die Figuren, die sie im Bild sehen, sind die Miniaturen meines Freundes Sven. Leider konnten wir diese Woche wegen Terminschwierigkeiten keine neue AWI Schlacht führen. Aber ich denke, dass werden wir demnächst nach unserer Sommerpause nachholen. Die Bilder stammen aus diversen Berichten meines BLOGS, die sich mit dem Thema AWI auseinandersetzen.
 
 
Today, the USA celebrates July 4th, its national holiday. It commemorates the day the Declaration of Independence was adopted by the Second Continental Congress in Philadelphia.
This year, 2026, is a special one, as it marks the 250th anniversary of the Declaration of Independence.
Militarily, however, things didn't look good in 1776. The outbreak of the Revolutionary War had already begun in 1775. After the political and trade conflicts between the colonies and the mother country had intensified in the late 1760s and early 1770s, the Battles of Lexington and Concord on April 19, 1775, marked the outbreak of war. American militias had taken up open combat, and the British retreated to Boston. On July 2, 1775, George Washington of Virginia received supreme command of the newly formed Continental Army, an army of 15,000 men composed of contingents from the individual provincial states. This army faced British regiments, German regiments recruited by the English through subsidy treaties (which, incidentally, was neither unusual nor unprecedented at the time), units formed from American loyalists, and Native American allies. It should not be forgotten that Canada was also an English colony at this time and thus an adversary of the 13 American colonies.
Let's return to the year 1776. Boston had already been besieged by American forces the previous year. Although the Battle of Bunker Hill on June 17, 1775, was won by the English at a heavy cost, it did not lead to the lifting of the siege. Now, at the beginning of 1776, the situation in Boston was escalating. In March, Washington succeeded in bringing heavy artillery to Dorchester Heights. The British recognized the danger and evacuated Boston on March 17, 1776. The capture of Boston was definitively considered a success for the American army. However, after the success at Boston, the British changed their strategy. They wanted to divide the colonies by capturing New York and operate accordingly from a central position.
In August, the Battle of Long Island took place. The British troops under General Howe flanked the Americans and inflicted a heavy defeat. Only a night retreat across the East River in dense fog saved Washington's army from complete annihilation.
In September, the British landed on Manhattan Island. In the Battle of Kips Bay (September 15, 1776), the American militias fled, and the British were able to occupy New York. A day later, Washington's troops on the heights of Manhattan succeeded in repelling a British advance. The battle yielded little strategic territorial gain, but it helped boost American morale.
From September to November, the Americans were gradually driven out of Manhattan, Fort Washington, and Fort Lee.
At the Battle of Pell's Point on October 18, 1776, a small American vanguard had held off the British advance in what is now the Bronx long enough to allow the main army to retreat north. Although a British tactical victory, this battle was nonetheless marked by the strategic American success.
At the Battle of White Plains on October 28, 1776, General Howe attacked Washington's new defensive lines north of New York. After fierce fighting, in which Hessian regiments played a key role, the Americans were forced to retreat further.
The following month, on November 16, 1776, the British and Hessians stormed the last American stronghold on Manhattan Island (Battle of Fort Washington). Over 2,800 American soldiers were taken prisoner. A great loss and a painful defeat for the rebels. Fort Lee, across the river in New Jersey, also had to be abandoned.
Washington's army was now forced to retreat through New Jersey, across the Delaware River, and into Pennsylvania. Morale was at rock bottom, soldiers deserted en masse, and even Congress had to flee Philadelphia. It retreated to Baltimore, Maryland.
Let's return to the northern front. Here, in 1775, the rebels planned to conquer the province of Quebec and acquire it as their 14th colony, in order to use it as a base to prevent any British attacks to the south.
As early as May 10, 1775, Benedict Arnold and Ethan Allen had surprised the small British garrison at Ticonderoga and captured the fort. The fort's cannons were among those that would appear on the high ground outside Boston the following year.
In late summer, the Continental Congress authorized the attack on Canada. The invasion was planned as a pincer movement along two different routes. General Montgomery was to advance north from Ticonderoga via a western route with approximately 1,200 men, crossing Lake Champlain and the Richelieu River. Simultaneously, Arnold led an eastern route with about 1,100 men through the untouched, frigid wilderness of Maine. Only about 600 men survived the hardships of this march.
The Americans under Montgomery initially besieged the British Fort Saint-Jean from September to November. On November 3, the fort surrendered. This prolonged resistance, however, cost the Americans valuable time, as the frigid Canadian winter was already approaching. Nevertheless, they managed to capture Montreal on November 13. The British, however, entrenched themselves in Fort Quebec.
Montgomery's and Arnold's armies then joined forces outside Quebec. On December 31, they attacked. The British and Canadian militias held their ground. Montgomery was killed, Arnold was severely wounded in the leg, and 400 Americans were taken prisoner. The year ended in disaster for the Americans in the Canadian border region. Although Arnold's remaining, starving troops maintained a loose siege of Quebec at the beginning of 1776, the plan to make Canada part of the American Revolution had failed on New Year's Eve 1775. The siege was maintained until May 1776, but when three British warships landed on May 6, 1776, carrying an advance guard of the British reserve army, the English defenders of Quebec immediately attacked the weakened Americans, who fled in panic towards Montreal, abandoning cannons, tents, supplies, the sick, and the wounded.
On March 25, 1776, a skirmish took place at Saint-Pierre, ending in an American victory. From May 18 to 27, the Battle of the Cedars, a series of smaller skirmishes between Americans on one side and British and Indigenous allies on the other, ended in a British victory.
The decisive battle then took place at Trois-Rivières on June 8, 1776. The victory of the British and Canadians led to the American withdrawal from Quebec.
Another rather unusual battle in this region was the naval engagement at Valcour Island on October 11, 1776. On Lake Champlain, a hastily built American fleet under Benedict Arnold confronted the advancing British. Arnold lost almost all of his ships, but he delayed the British advance south from Canada so decisively that the attack on the Hudson Valley had to be postponed until the following year.
Now let's move south.
Battles also took place in the southern colonies in 1776. At the Battle of Moore's Creek Bridge on February 27, 1776, in North Carolina, patriotic militias defeated a force of Scottish Highland loyalists. The victory prevented an early British invasion of the southern colonies.
At the Battle of Sullivan's Island (Siege of Charleston) on June 28, 1776, a British fleet attempted to capture the strategically important port city of Charleston in South Carolina. The American fort there withstood the heavy bombardment and routed the fleet.
Thus, American successes had been achieved in the South. The British realized that the South could not be conquered easily, so they withdrew their troops and concentrated on New York instead. It would be three years (until the end of 1778/1779) before the British dared to launch a new offensive in the South.
The indigenous peoples of the Americas were also drawn into the conflict, much like in the French and Indian War (1754-1763). While the majority had sided with the French rather than the English in the earlier conflict, now most tribes distrusted the colonies and their expansionist ambitions. Initially, they attempted to remain neutral, but by 1775, the majority had sided with the English. The British Crown had legally prohibited the colonists from settling west of the Appalachian Mountains in 1776. The American colonists ignored this prohibition and illegally advanced westward. The Native Americans living there were driven out in the process. From the Native Americans' perspective, the American rebels were the real threat to their homeland.
Nevertheless, some tribes, such as the Stockbridge, Oneida, and Tuscarora, allied themselves with the Americans.
This also destroyed the old Iroquois Confederacy, as the split occurred within its own ranks. The Oneida and Tuscarora were on one side, and the Mohawk, Seneca, Cayuga, and Onondaga on the other.
In the north, Indigenous warriors played a crucial role in finally repelling the American invasion of Canada and supporting the British counter-offensive. West of Montreal, a small American garrison held the post at "The Cedars." A combined force of approximately 150 British soldiers and over 500 Indigenous warriors (mainly Iroquois from Catholic missions such as Kahnawake and Kanesatake) besieged the post. The Americans surrendered in panic. When an American relief force arrived, it was intercepted by the indigenous warriors in the forest and also forced to surrender (Quinze-Chênes ambush on May 20).
In the South, the Cherokee attacks began in June/July 1776. Numerous skirmishes took place, such as the Battle of Island Flats (in present-day Tennessee) on July 20, 1776, in which the American militia repelled a Cherokee ambush. Another attack on the strategically important Fort Watauga (July 21, 1776) failed after a two-week siege by the settlers. The American punitive expedition (August–October 1776) was of unprecedented ferocity. Over 4,000 militiamen from the four affected Southern states (North Carolina, South Carolina, Georgia, and Virginia) marched into Cherokee territory in a coordinated pincer movement. The Cherokee retreated into the forests. The Americans burned over 50 Native American towns and villages, destroyed the entire corn harvest, and drove women and children into exile. The surviving Cherokee were forced to sign peace treaties the following year and cede large territories to the Americans.
It must be said that the year 1776 was almost a disastrous year for the Americans, especially in the North and the New York area. If, that is, it hadn't been for December 1776.
On December 8, Washington crossed the Delaware River with nearly 3,000 demoralized and defeated American soldiers. All available boats in the vicinity were destroyed or requisitioned to prevent the British from crossing. At the same time, the official service of almost all his remaining soldiers ended on December 31.
Despite these adverse circumstances, Washington did the impossible. He refused to give up, refused to despair. He assembled troops until he once again had 6,000 men under arms. At the same time, he had received information that the British had divided their army and that an outpost in Trenton, New Jersey, directly across the river, was manned by only about 1,400 Hessian soldiers. And he decided something few in his situation would have: he ordered an attack on Trenton on Christmas Eve, December 25-26.
Despite drifting ice, storms, and snow, the Americans crossed over. They encountered the completely surprised Hessians. Over 900 Hessians were taken prisoner, and Colonel Rall was mortally wounded. Washington himself lost not a single soldier in the fighting (two men died of frostbite on the march).
With this surprise coup and his speech to the soldiers on December 31, 1776, in which he appealed to their faith and strength, the year 1776 came to a close. Most of the men extended their service, motivated in part by the recent success at Trenton. The Washington myth was born.
Without those crucial days in December, the revolution would have been in dire straits. Thanks to those days, Americans are celebrating their 250th anniversary today.
 
Congratulations, USA!
 
P.S.: The figures you see in the picture are miniatures from my friend Sven. Unfortunately, due to scheduling conflicts, we couldn't have another AWI battle this week. But I think we'll make up for it soon after our summer break. The pictures are from various posts on my blog that deal with the topic of AWI.