Sonntag, 25. September 2022

Sharpe's Siege - 60th Regiment

Jeder Fan der Sharpe Serie von Bernard Cornwell kennt ihn, Sweet William, den „lieben“ Bill.
Gemeint ist Hauptmann William Frederickson vom 60th Regiment der britischen Armee.





In den Büchern wird Frederickson als grausam im Kampf beschrieben.
Da er keine Haare mehr hat, trägt er eine nicht sehr vorteilhafte, komplett zerzauste Perücke.
Also nicht die hübsche Perücke im Stil des 18. Jahrhunderts, sondern eher einen Wisch Mob, der recht unvorteilhaft auf seinem Kopf sitzt.
Da er im Kampf ein Ohr, ein paar Zähne und ein Auge verloren hat, kann er seinen grausigen Look noch dadurch verstärken, dass er sein Gebiss und seine Augenklappe vor einem Kampf in seiner Uniform versteckt.
Das ist dann so etwas wie der Special Move von Sweet William: Er verbreitet dadurch Angst und Schrecken bei seinen meist abergläubischen Gegnern, die sich dem leibhaftigen Teufel gegenüber wähnen.
Übrigens eine großartige Eigenart, die man dann auch im Tabletop mit einem speziellen Modifikator im Nahkampf belegen kann.
Mittlerweile gibt es von Brigade Games auch eine entsprechende Miniatur, die nahezu exakt die Physiognomie des Schauspielers Philip Whitchurch wiedergibt, der in der Sharpe Serie diesen Charakter in Szene gesetzt hat.



Leider habe ich die Miniatur noch nicht.
Aber irgendwann muss ich da über meinen Schatten springen, die teuren Preise plus die Versandkosten aus Übersee akzeptieren und die Mini bestellen.
Es geht einfach nicht ohne.
Im Gegensatz zu dieser Einzelminiatur, habe ich Miniaturen des 60th Regiments schon sehr lange in meinem Besitz.
Lustigerweise sind es sogar meine ersten napoleonischen Figuren im 28 mm Maßstab.
Gekauft hatte ich sie, als die Perries noch gar nicht am Start waren, sondern noch bei Games Workshop in Lohn und Arbeit standen.
Old Glory bot damals ein relativ preisgünstiges Set britischer Rifles an.
Na und die musste ich doch auf jeden Fall besitzen.
Diese Minis sind im typischen Old Glory Comicstil modelliert, und einige Miniaturen haben auch sehr fragwürdige Posen.
Empfehlen würde ich sie heute nicht mehr. Da ist die Qualität der Perries doch wesentlich besser.
Aber egal.
So unterscheiden sie sich halt auch optisch von meinen anderen Rifles, von denen ich gar nicht so viele besitze, weil ich diese ja nur als Sharpe’s Chosen Men darstellen will. Ich werde sie nicht in die Schlacht von Waterloo führen. Deshalb brauche ich da auch nicht die Masse.




In den Sharpe Büchern ist es dann ja auch so, dass Soldaten des 60th Regiments im Grunde viel häufiger vorkommen als ihre Kollegen vom 95th.
Das hat ganz einfache Gründe.
In der Ursprungsbuchreihe – mittlerweile sind ja eine ganze Menge Bücher dazugekommen, deren Geschichten vor „Sharpes’s Aufstieg“ oder zwischen den anderen Bänden aus den 90er Jahren liegen - spielt das 95th Regiment ja nur im ersten Band eine Rolle. Sharpe kommt quasi als Gestrandeter mit seinem engeren Kameradenkreis zum South Essex und diese Handvoll Rifles schließt sich halt dem rotberockten Regiment an und spielt dann in den Romanen eine Sonderrolle innerhalb der leichten Kompanie des Regiments.
Wenn Sharpe aber mal Rifles braucht, dann kommen Frederickson und seine Männer ins Spiel.
Somit logisch, dass ich da ein paar Miniaturen mehr habe.
Man braucht die halt auch für ein anständiges Sharpe Setting.
Beim 60th Regiment handelt es sich übrigens um das älteste Rifle Regiment der britischen Armee. Ursprünglich wurde es als Royal American Regiment (damals noch 62nd Regiment) während des French Indian War in Nordamerika aufgestellt.
Es wurde dann in die Stammliste der britischen Armee aufgenommen und firmierte mehr als 200 Jahre als das 60th Regiment of Foot.
Mittlerweile ist das Regiment im Infantry Regiment „The Rifles“ aufgegangen. Traditionell findet es sich im 2. Bataillon des Regiments wieder.
Dass das 60th Regiment heute weniger bekannt ist, als das 95th hat einen ganz einfachen Grund:
Es war nicht bei Waterloo anwesend.
Nach dem Einsatz des Regiments im Peninsular War, dessen Performance der Oberkommandierende Sir Arthur Wellesley, der spätere Duke of Wellington, wie folgt bezeichnete „most useful, active and brave troops in the field“, fand sich das Regiment im „War of 1812“ wieder. Es kehrte also wieder an den Ursprung seines Einsatzgebietes nach Amerika zurück.
Dieser Einsatz in Amerika verhinderte allerdings auch den Einsatz bei Waterloo, und deshalb rückte das 95th Regiment viel stärker in den Fokus und wurde DAS Rifles Regiment.
Frederickson und seine Männer kommen in drei Büchern der Sharpe Serie vor:
Sharpes Feind (Sharpe’s Enemy), Sharpe’s Triumph (Sharpe’s Siege) und Sharpe’s Rache (Sharpe’s Revenge).
In den beiden erstgenannten Büchern sind die Truppen, und somit auch Frederickson, Richard Sharpe unterstellt. In beiden Bänden bekommt Sharpe zwei Kompanien des 60th Regiment unter sein Kommando, die er im ersten Band gegen eine Bande Meuterer in den spanischen Bergen, im zweiten Band zur Festung Teste de Buch gegen reguläre französische Soldaten führt.
Beide Romane liefern höchstinteressante Szenarien für den Einsatz der Grünröcke.
Interessant ist vor allem der Mix unterschiedlichster Einheiten, die hier ins Feld geführt werden können.
Für Teste de Buch habe ich da ja jetzt schon in einigen Berichten etwas geschrieben.
Na und während ich diese Zeilen hier schreibe, fällt mir da ja echt noch ein Szenario ein, das auf dem Band Sharpe’s Feind basieren könnte.
Mal schauen.
Wenn es was wird, schreibe ich etwas darüber.





Im oben erwähnten dritten Band, Sharpe’s Revenge, kommt es leider zum Bruch zwischen Sharpe und Frederickson, da sie sich beide in die gleiche Frau verliebt haben. Im Roman wird dieser Bruch nicht gekittet, während sich in der TV-Serie die beiden Männer am Ende der entsprechenden Folge versöhnen.
Bemalt sind die Uniformröcke der Figuren im typischen Rifle Green mit den roten Aufschlägen, wobei die Hosen in unterschiedlichen Farben gehalten sind, um den Einsatz in Spanien mit seinen Versorgungsengpässen auch an der Miniatur entsprechend darzustellen.
Auch die blaue Hose, die das 60th Regiment in Amerika getragen hat, ist an einigen Miniaturen zu sehen.
Solange ich nicht auf die Brigade Games Figur zurückgreifen kann, muss natürlich der Standardoffizier in der Standarduniform der Rifles die Rolle von Frederickson übernehmen.
Aber, wie gesagt.
Das wird perspektivisch geändert werden.
 
Every fan of Bernard Cornwell's Sharpe series knows him, “Sweet William”.
This is Captain William Frederickson of the British Army's 60th Regiment.
In the books, Frederickson is described as being cruel in battle.
Since he has no more hair, he wears a not very flattering, completely disheveled wig.
So not the pretty 18th-century-style wig, but rather a wiping mob that sits quite unflatteringly on his head.
Having lost an ear, a few teeth, and an eye in combat, he can enhance his ghastly look by hiding his fangs and eye patch in his uniform before a fight.
This is something like Sweet William's special move: He spreads fear and terror among his mostly superstitious opponents, who think they are faced with the devil incarnate.
Incidentally, a great peculiarity that you can then also prove in the tabletop with a special modifier in close combat.
In the meantime, Brigade Games also has a corresponding miniature that reproduces almost exactly the physiognomy of the actor Philip Whitchurch, who staged this character in the Sharpe series.
Unfortunately I don't have the miniature yet.
But at some point I have to jump over my shadow, accept the expensive prices plus the shipping costs from overseas and order the Mini.
It just doesn't work without it.
In contrast to this single miniature, I have had miniatures of the 60th Regiment in my possession for a very long time.
Funnily enough, they are even my first Napoleonic figures in 28 mm scale.
I bought them when the Perries weren't even starting yet, but were still employed at Games Workshop.
At the time, Old Glory offered a relatively cheap set of British rifles.
Well, I definitely had to own it.
These minis are modeled in typical Old Glory comic style, and some miniatures have very questionable poses as well.
I would no longer recommend them today. Since the quality of the Perries is much better.
But whatever.
That's how they differ visually from my other rifles, of which I don't own that many because I only want to portray them as Sharpe's Chosen Men. I will not lead them to the Battle of Waterloo. That's why I don't need the bulk.
In the Sharpe books, soldiers from the 60th actually appear much more frequently than their colleagues from the 95th.
There are very simple reasons for this.
In the original book series - meanwhile a whole lot of books have been added whose stories lie before "Sharpes's Rifles" or between the other volumes from the 90s - the 95th Regiment only plays a role in the first volume. Sharpe comes to South Essex stranded with his inner circle of comrades and this handful of Riflemen just join the Red Coat regiment and then in the novels play a special role within the regiment's light company.
But when Sharpe needs Rifles, Frederickson and his men come into play.
So logical that I have a few more miniatures.
You also need them for a decent Sharpe setting.
Incidentally, the 60th Regiment is the oldest rifle regiment in the British Army. It was originally formed as the Royal American Regiment (then the 62nd Regiment) during the French Indian War in North America.
It was then incorporated into the British Army's roster and operated as the 60th Regiment of Foot for more than 200 years.
In the meantime, the regiment has merged into the Infantry Regiment "The Rifles". Traditionally, it is found in the 2nd Battalion of the regiment.
The 60th Regiment is less well known today than the 95th for a very simple reason:
It was not present at Waterloo.
After the regiment's deployment in the Peninsular War, whose performance the Commander-in-Chief Sir Arthur Wellesley, later Duke of Wellington, described as "most useful, active and brave troops in the field", the regiment found itself in the "War of 1812". So it returned to the origin of its fighting area in America.
However, this deployment in America also prevented the deployment at Waterloo, and therefore the 95th Regiment came into much greater focus and became THE Rifles Regiment.
Frederickson and his men appear in three books in the Sharpe series:
Sharpe's Enemy, Sharpe's Siege and Sharpe's Revenge.
In the first two books, the rifles, and thus Frederickson, appear next to Richard Sharpe. In both volumes Sharpe gets two companies of the 60th Regiment under his command, which he leads in the first volume against a band of mutineers in the Spanish mountains, in the second volume to the fortress of Teste de Buch against regular French soldiers.
Both novels provide extremely interesting scenarios for the use of the Greencoats.
What is particularly interesting is the mix of different units that can be fielded here.
I've already written something for Teste de Buch in a few reports.
Well, as I write this, I can think of another scenario that could be based on Sharpe's Enemy.
Just take a look.
Maybe I'll write something about it in the future.
Unfortunately, in the third volume mentioned above, Sharpe's Revenge, Sharpe and Frederickson break up because they both fell in love with the same woman. In the novel, this break is not cemented, while in the TV series, the two men are reconciled at the end of the relevant episode.
The uniform coats of the figures are painted in the typical rifle green with the red lapels, while the trousers are kept in different colors to show the mission in Spain with its supply bottlenecks on the miniature accordingly.
The blue trousers worn by the 60th Regiment in America can also be seen on some miniatures.
Of course, as long as I don't have the Brigade Games figure to fall back on, the standard officer in the standard Rifle uniform has to fill the role of Frederickson.
But as I said.
That will change in the future.
 
 

Sonntag, 18. September 2022

Pikeman's Lament - Artillerie

Heute gibt es ein paar Bilder meiner Artillerieeinheit für Pikemans Lament.
In die Schlacht geführt habe ich die Einheit noch nicht.
Bisher hatten wir noch kein Szenario, wo der doch ziemlich statische Einsatz einer schweren Kanone etwas gebracht hätte.
Aber ihre Stunde wird da in jedem Fall noch kommen.


Bei dieser Kanone bin ich übrigens einen anderen Weg gegangen als das, was in den Regeln vorgesehen ist.
Ich habe der Einheit keine feste Base gegeben, sondern ein Geländestück.
Warum das???
Für Pikemans Lament plane ich definitiv nicht unzählige Ari Einheiten aufzustellen.
Nach meiner Meinung reicht für die normale 24 Punkte Einheit maximal eine Kanone aus.
Dennoch würde ich gerne, je nach Szenario, die Kanonen wechseln.
Hier im Bild sehen Sie eine Kanone, die eigentlich aus einer Landsknechtsbox von Games Workshop stammt.
Jetzt ist es allerdings so, dass auch im 30jährigen Krieg sehr große Geschütze mit entsprechendem Kaliber auch in der Feldschlacht verwendet wurden.
Die Kanone passt somit auf jeden Fall in ihrem Look.




Es könnte aber Szenarien gegeben, in denen ein Falconett, eine Galopper Gun oder sonst irgendwas besser passen würde.
Dadurch, dass ich die Minis einzelbasiert habe, kann ich somit deren Besatzung ändern, und die Kanone, die gar nicht basiert ist, kann jederzeit getauscht werden.



Das Basteln einer schicken Kanonenstellung für diese einzelbasierten Minis war schon lange mein Ziel, und ich wollte mir die entsprechende Base mit Gabions und ein bisschen Balsaholz bauen.
Die Gabions von Warlord Games waren jetzt aber häufiger mal nicht beim Händler verfügbar, und deshalb hatte ich das Projekt schon fast vergessen.
Bis ich durch Zufall auf das Geländestück aufmerksam wurde, das Sie hier in den Bildern sehen.
Ich hatte mir bei einem Kleinserienhersteller ein paar Hunde bestellt, allerdings kam ich mit dem einen Blister nicht an den Mindestbestellwert heran.
Also bisschen im Shop gestöbert, und da fiel mir die Geschützstellung auf.
Bevor wieder die Proteste losgehen.
Natürlich kann ich das auch basteln.
Natürlich gibt es so etwas auch als 3D File.
Weiß ich alles.
Aber; ich liebe gut gemachtes Out of the Box Zeug, das ich einfach nur noch bemalen muss.
Das Resingeländestück ist großartig gearbeitet und ist quasi ein 100% Match für meine Vorstellungen.
Bestellen können Sie das Geländeteil hier bei Tabletop Art:
www.tabletop-art.de



Die Miniaturen zu Fuß sind übrigens Bohemian Miniatures, die mittlerweile von Empress Miniatures verkauft werden.


Noch eine kurze Bemerkung zur Kanone.
Sie selbst ist die einzige Einheit in Pikemans Lament, die einen Schusswinkel von 90 Grad nach vorne hat.
Somit kann man schon als Angreifer versuchen den Streubereich der Kanone zu umgehen.
Aber wehe, wehe, wehe, ich passe als Spieler nicht auf.
Gelingt der Geschützbesatzung ihr Aktivierungswurf von 8+, dann ist alles, was im Trefferbereich liegt extrem gefährdet, denn sie trifft bis auf 18“ ab einer 4+. Spielt man sie im Upgrade als Fieldgun, trifft sie sogar bereits auf 3+.
Eine wirklich gefährliche Waffe, die auch auf jeden Fall ihren Einsatz in irgendeinem unserer Spiele finden wird.
 
 
Today there are some pictures of my artillery unit for Pikeman's Lament.
I haven't led the unit into battle yet.
So far we haven't had a scenario where the rather static use of a heavy cannon would have helped.
But in any case, her hour will come.
By the way, with this cannon I went a different route than what is provided for in the rules.
I didn't give the unit a fixed base, I gave it a piece of terrain.
Why this???
For Pikeman's Lament, I definitely don't plan on deploying countless Ari units.
In my opinion, one cannon is enough for the normal 24 point unit.
Still, I'd like to switch guns depending on the scenario.
Here in the picture you can see a cannon that actually comes from a Landsknechts box from Games Workshop.
However, it is now the case that very large guns with the appropriate caliber were also used in field battles during the Thirty Years' War.
The cannon therefore definitely fits in its look.
However, there could be scenarios where a Falconett, Galopper Gun, or whatever would be more appropriate.
Because I've based the minis individually, I can therefore change their crew, and the cannon, which is not based at all, can be swapped out at any time.
Crafting a fancy cannon emplacement for these single based minis has been my goal for a long time and I wanted to build the appropriate base using gabions and some balsa wood.
The Warlord Games gabions weren't always available at retailers, so I almost forgot about the project.
Until, by chance, I became aware of the piece of terrain that you can see in the pictures here.
I had ordered a couple of dogs from a small series manufacturer, but I didn't reach the minimum order value with one blister.
So I browsed the shop a bit, and that's when I noticed the gun emplacement.
Before the protests start again.
Of course I can also tinker.
Of course there is also something like this as a 3D file.
I know everything
But; I love well made out of the box stuff that just needs to be painted.
The resin terrain piece is great and is almost a 100% match for my ideas.
You can order the terrain piece here at Tabletop Art:
www.tabletop-art.de
By the way, the miniatures on foot are Bohemian Miniatures, which are now sold by Empress Miniatures.
A quick note about the cannon.
She is the only unit in Pikeman's Lament that has a 90-degree forward firing arc.
Thus, even as an attacker, you can try to avoid the scattering range of the cannon.
But woe, woe, woe, I'm not paying attention as a player.
If the gun crew succeeds in their activation roll of 8+, then everything in the hit area is extremely vulnerable, because they hit up to 18" from a 4+. If you play her as a field gun in the upgrade, she even hits 3+.
A really dangerous weapon that will definitely find its use in one of our games.

Sonntag, 11. September 2022

Mittelalter Zivilisten

Der Ruf nach Miniaturen, die Zivilisten aus den verschiedenen Epochen der Geschichte darstellen, stand schon immer an der Spitze der Wunschliste der meisten Wargamer.
Historisch betrachtet und auch aktuell ist es leider normal, dass Zivilisten in kriegerische Handlungen einbezogen werden.
Somit ist es nur logisch, dass zivile Miniaturen auch auf einer Wargaming Platte zu finden sind.
Im Gegensatz zur Realität ist es aber im Spiel so, dass Zivilisten hier als Randfiguren betrachtet werden.
Sie „beleben“ das Schlachtfeld.
Wenn wir sie in ein Spiel einbeziehen, dann nur in einem Setting, dass den Zweck hat sie zu retten.
Es geht nicht darum sie anzugreifen, geschweige denn zu vernichten.
Das ist eine Frage des Fair Plays.
Ich wünschte mir, dass es auch in der Realität eine solche Fairness gäbe.
Aber so etwas liegt leider in weiter Ferne.
Zivilisten im Mittelalter sind somit für mich natürlich auch ein Muss.




Heute zeige ich Ihnen einen Teil dieser Miniaturen.
Ich habe mittlerweile da sogar ein paar mehr bemalt, aber deren Basierung steht noch aus.
Aktuell bin ich da nämlich am Hadern, ob die Minis in die Wüste ziehen sollen oder doch in Mitteleuropa bleiben.
Die hier im Bericht gezeigten Miniaturen sind – bis auf zwei - von den Perries und Gripping Beast.
Wie Sie sehen können, kann man beide Hersteller kombinieren.
Sie passen vom Stil und von der Größe zueinander.
Der Bischof mit dem Kettenhemd ist übrigens von First Corps; der Mönch von Artizan Design.



Wenn Sie die Miniaturen nicht kennen und sie suchen, finden sie diese generell tituliert als Pilger in einer Kreuzzugsserie der verschiedenen Hersteller.
Hier finden sie dann auch noch bewaffnete Zivilisten, die sie als Kombattanten einsetzen können.
Diese sind dann meistens mit Steinen, Bögen, Stöcken und ähnlichem bewaffnet; den Waffen des kleinen Mannes.
In der Tracht entsprechen die Miniaturen Bauern und anderen Zivilisten des Hochmittelalters.
Sie sind also für Szenarien zwischen dem 11. und frühen 14. Jahrhundert nutzbar.
Somit decken sie eine weite Zeitspanne ab, die mit den Kreuzzügen beginnt, und dann bis in den Hundertjährigen Krieg hineinreicht.
Das ist schon mal sehr vorteilhaft.
Endlich Figuren, die nicht schon nach einer historischen Zeitspanne von 20 Jahren ausgetauscht werden müssen.
Die hier gezeigten Minis sind wiederum für verschiedene Szenarien einsetzbar, die mir durch den Kopf gehen.
Sie können in meinem „Ivanhoe in Bretonia“ genauso auftauchen, wie in „Bergerac“ oder in einer Robin Hood Geschichte im historischen Nottingham.
Aber auch reale Kämpfe und Schlachten in den deutschen Fehden des Mittelalters oder in den „Baron’s Wars“ in England würden da passen.
Oder lassen sie die Minis einfach zum nächsten Turnier wandern.
Da drängen sich mir dann auch wieder Bilder in meinen Kopf; auch hier wieder Bilder aus meinem Lieblingsritterfilm Ivanhoe.
Sind sie nicht auch der Meinung, dass diese Mini dem Juden Isaac aus Ivanhoe wie aus dem Gesicht geschnitten ist?



Ich habe ihm deshalb dann auch sein Pilgerkreuz nicht auf die Tunika gemalt; das ist jetzt ein Flicken in der gleichen Farbe, wie die seiner Tunika.
Die Mini passt in meiner Denke viel zu gut in verschiedene Settings, so dass ich sie da nicht in religiöse Schranken einpferchen möchte.
Wie sie sehen, kann man dann hier schon von universell einsetzbaren Miniaturen sprechen.
Das eigentliche Problem, dass sich dem Miniaturenmaler aufdrängt, ist eher der bereits oben erwähnte Einsatzort.
Man muss sich also bei der Basierung entscheiden.
Schick ich sie in die Wüste oder doch nach Mitteleuropa.










In meinem Fall ist das egal.
Ich werde mir da perspektivisch die Minis nochmals kaufen, damit ich sie in beiden Regionen einsetzen kann.
So groß ist die Investition, die man dann tätigt, dann am Ende ja auch wieder nicht.
 
The call for miniatures depicting civilians from different eras of history has always been at the top of most wargamers' wish lists.
Viewed historically and also currently, it is unfortunately normal for civilians to be involved in acts of war.
So it is only logical that civilian miniatures can also be found on a Wargaming table.
In contrast to reality, however, in the game civilians are viewed as marginal figures.
They "enliven" the battlefield.
If we include them in a game, then only in a setting that has the purpose of saving them.
It's not about attacking them, let alone destroying them.
It's a matter of fair play.
I wish there was such fairness in reality.
Unfortunately, that is a long way off.
Civilians in the Middle Ages are of course also a must for me.
Today I will show you a part of these miniatures.
I've even painted a few more since then, but their basing is yet to come.
I'm currently at odds as to whether the minis should move to the desert or stay in Central Europe.
The miniatures shown here in the report are - except for two - from Perry Miniatures and Gripping Beast.
As you can see, you can combine both manufacturers.
They match each other in style and size.
By the way, the bishop in the chain mail is from First Corps; the monk comes from Artizan Designs..
If you do not know the miniatures and are looking for them, you will find them generally titled as pilgrims in a crusade series from the various manufacturers.
Here you will also find armed civilians who you can use as combatants.
These are then usually armed with stones, bows, sticks and the like; the little man's guns.
The costumes of the miniatures correspond to peasants and other civilians of the High Middle Ages.
They can therefore be used for scenarios between the 11th and early 14th centuries.
Thus they cover a wide period of time, beginning with the Crusades and then extending into the Hundred Years' War.
That's already very beneficial.
Finally figures that don't have to be replaced after a historical period of 20 years.
The minis shown here can in turn be used for various scenarios that go through my head.
They can appear in my Ivanhoe in Bretonia, Bergerac, or a Robin Hood story in historic Nottingham.
But real fights and battles in the German feuds of the Middle Ages or in the "Baron's Wars" in England would also fit there.
Or just let the minis wander to the next tournament.
Then images crowd into my head again; here again pictures from my favorite knight film Ivanhoe.
Don't you agree that this Mini is a spitting image of the Jew Isaac from Ivanhoe?
That's why I didn't paint his pilgrim's cross on his tunic; this is now a patch of the same color as his tunic.
In my opinion, the Mini fits far too well into different settings, so I don't want to coop it up in religious barriers.
As you can see, one can speak of miniatures that can be used universally.
The real problem that the miniature painter is faced with is the place of use mentioned above.
So you have to decide when it comes to basing.
Do I send them to the desert or to Central Europe?
In my case it doesn't matter.
In the future, I will buy the minis again so that I can use them in both regions.
The investment you have to do is not that big in the end.

Sonntag, 28. August 2022

Herr der Ringe - Waldläufer

Nur noch ein paar Tage, dann wird das Prequel zum Herrn der Ringe bei Amazon seinen Serienstart erleben.
Ich will das jetzt im Vorfeld gar nicht kommentieren.
Natürlich werde ich der Serie eine Chance geben; und vielleicht wird sie mich, trotz entsprechender Zweifel, die ich habe, final überzeugen können.
Ich werde es sehen.
Nichtsdestotrotz haben mir die verschiedenen Trailer die Tatsache in Erinnerung gerufen, dass ich ja mal wieder ein paar meiner HdR Figuren vorstellen könnte.
Heute geht es um die Rifles…
T’schuldigung.
Die diversen Waldläufer in diesem Universum.


Grün gekleidete Bogenschützen wecken natürlich bei einem Kind der 60er Jahre zunächst einmal ein Robin Hood Feeling.
Im Grunde ist es ja auch nichts anderes.
Die Jungs streifen auf einsamen Wegen, bevorzugt durch Wälder, und legen sich hier mit den Bösen an.
Sie sind Meister des versteckten Kampfes.
Tauchen plötzlich auf, um ähnlich schnell auch wieder in der Deckung zu verschwinden.
Ihre bevorzugte Waffe ist der Bogen, die Fernkampfwaffe, die ihre Rüstungsnachteile ausgleichen soll.
Selbstverständlich sind diese Truppen nicht stark gerüstet, aber einige von Ihnen, vor allem die Helden, sollte man auch nicht im Nahkampf unterschätzen.
Jeder von uns kennt die diversen Kampfszenen des Waldelben Legolas, in denen er sogar Pfeile als Stichwaffen benutzt.
Klasse Choreografie, die damals in den alten Herrn der Ringe Filme gezeigt wurde.
Heute geht es allerdings nicht um Elben, sondern um zwei Einheiten der Menschen.
Da sind zum einen die Dunedain.




Bei diesen handelt es sich um die Nachkommen der Numenorer, die nach dem Untergang des alten Reiches Numenor, die neuen Königreiche Arnor und Gondor in Mittelerde gegründet hatten.
Nach dem Fall von Arnor verstreuten sie sich in Mittelerde und nahmen im Grunde so etwas wie einen Partisanenkrieg gegen das Böse auf.
Der bekannteste Dunedain ist wohl Aragorn, der rechtmäßige König von Gondor, wie es sich im Laufe der Geschichte des Ringkriegs herausstellt.


Games Workshop hatte eine sehr schöne Zinnserie dieser Krieger herausgebracht.
Diese sehen Sie hier in diesem Bericht.
Die Dunedain sind dann auch besser gerüstet und bewaffnet im Vergleich zur zweiten Waldläufergruppe, die sie hier im Bericht sehen.
Bei der zweiten Einheit handelt es sich um die Waldläufer von Ithilien, die Ranger von Gondor.





Angeführt werden sie von Faramir, dem zweiten Sohn des Truchsesses von Gondor Denethor.
Ihm zur Seite steht Damrod.
Das sind die beiden Figuren mit Schwert in meiner Truppe (links Faramir, rechts Damrod).
Also unschwer zu erkennen.


Da ich das offizielle Spielsystem von GW ja nicht mehr spiele, werde ich diese Jungs mit Dragons Rampant in die Schlacht führen.
Na und auch dieses Spielsystem sieht eine Truppe vor, die geradezu ideal für diese Art Kämpfer ist.
Man kann nämlich Scout Einheiten aufstellen.
Diese treten als kleine Skrimish Einheiten von 6 Mann auf. Ihre Stärke liegt im Fernkampf, und sie können mit realen oder magischen Fernkampfwaffen ausgestattet werden.
Sie können sich ohne Abzüge durch schweres Gelände bewegen (Fleet Footed) und sind schwer zu beschießen (hard to target).
Natürlich haben sie dann auch die Sonderregel Skirmish, können also bei erfolgreichen Aktivierungstest sich mit einer halben Bewegung vorbewegen und dann auch noch schießen.
Auch können sie versuchen sich zurückzuziehen, wenn eine gegnerische Einheit eine Attacke auf sie versuchen möchte (Evade).
Diese Sonderregeln spiegeln dann auch sehr schön den Charakter einer solchen Einheit wider.
Faramir oder Aragorn kann man zudem auch noch als Helden mit entsprechenden Waffen spielen.
Was will man eigentlich mehr?
Es ist einfach zu schade, dass ich so selten mit meinen HdR Figuren spiele.
Denn mit Dragons Rampant hat man tatsächlich eine sehr gute Option die Jungs wieder in die Schlacht zu führen.


 
 
Only a few more days, then the prequel to the Lord of the Rings will experience its series start at Amazon.
I don't want to comment on that in advance.
Of course I will give the series a chance; and maybe the production will finally be able to convince me, despite the doubts I have.
I will see it.
Nonetheless, the various trailers have reminded me of the fact that I might show you some of my LotR miniatures again.
Today it's about the Rifles...
Sorry.
The various rangers in this universe.
Archers dressed in green naturally awaken a Robin Hood feeling in a child of the 1960s.
Basically it's nothing else.
The boys roam on lonely paths, preferably through forests, and take on the bad guys here.
They are masters of hidden combat.
Emerge suddenly, only to disappear into cover again just as quickly.
Their weapon of choice is the bow, the ranged weapon designed to offset their armor disadvantage.
Of course, these troops are not heavily armored, but some of them, especially the heroes, should not be underestimated in close combat either.
Each of us knows the various fight scenes of the forest elf Legolas, in which he even uses arrows as thrusting weapons.
Great choreography that was shown in the old Lord of the Rings movies back then.
Today, however, it is not about elves, but about two human units.
First, there are the Dunedain.
These are the descendants of the Numenoreans who founded the new kingdoms of Arnor and Gondor in Middle-earth after the fall of the old kingdom of Numenor.
After the fall of Arnor, they scattered across Middle-earth and basically engaged in what was called partisan warfare against the evil forces.
The most well-known Dunedain is arguably Aragorn, the rightful King of Gondor, as revealed throughout the War of the Ring storyline.
Games Workshop had released a very nice miniature series of these warriors.
You can see them here in this report.
The Dunedain are then also better equipped and armed compared to the second ranger group that you see here in the report.
The second unit are the Rangers of Ithilia, the Rangers of Gondor.
They are led by Faramir, second son of the Steward of Gondor Denethor.
Damrod is at his side.
Those are the two sword-wielding characters in my unit (Faramir on the left, Damrod on the right)
So they are easy to spot.
Since I no longer play the official GW game system, I'm going to lead these guys into battle with Dragons Rampant.
Well, and this game system also provides a unit that is almost ideal for this type of fighter.
You can set up scout units.
These appear as small skrimish units of 6 men. Their strength lies in ranged combat, and they can be equipped with real or magical ranged weapons.
They can move through difficult terrain without penalties (fleet footed) and are difficult to shoot (hard to target).
Of course, they also have the special rule Skirmish, so if the activation test is successful, they can move forward with half a movement and then shoot as well.
They can also try to retreat if an enemy unit tries to attack them (Evade).
These special rules then also reflect the character of such a unit very nicely.
Faramir or Aragorn can also be played as heroes with the appropriate weapons.
What more could you want?
It's just too bad that I so rarely play with my LotR characters.
Because with Dragons Rampant you actually have a very good option to lead the boys back into battle. 

Sonntag, 21. August 2022

"Das Boot" - R.I.P. Wolfgang Petersen

 
Am 12.8. verstarb der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Wolfgang Petersen.
Mit seinem Namen sind viele erfolgreiche Filmproduktionen, ja Hollywood Filme, verbunden.
Sein endgültiger Durchbruch im Filmgeschäft ist jetzt schon mehr als 40 Jahre her.
Aber gefühlt war es erst gestern.
1981 führte Petersen die Regie in einem deutschen Film , der auch international für Aufsehen sorgte.
Er verfilmte den teilweise auf eigenen Kriegserfahrungen basierenden Roman von Lothar-Günther Buchheim, „Das Boot.“


Neben seiner Regiearbeit war er auch für das Drehbuch verantwortlich.
Für das deutsche Fernsehen war dieser Film ein Meilenstein.
Ich weiß noch heute, dass ich damals jeden Pressebericht zu den Filmaufnahmen verfolgte.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil mich der modellbautechnische Aspekt faszinierte.
Wir befanden uns 1981 ja noch in einer Zeit, als die Abkürzung CGI noch gar nicht erfunden war, und Computer mit der Leistung eines Chips, der heutzutage üblicherweise in einem Kaffeevollautomaten verbaut wird, noch kellergroß waren.
Anstatt des heute allgegenwärtigen Computers in Filmproduktionen wurden damals noch Modelle genutzt.
„Das Boot“ wurde damals in mehreren Varianten als Modell gebaut, und filmisch eingesetzt.
Ein 6 m langes Modell diente vor allem Filmaufnahmen in einem auf dem Bavaria Filmgelände installierten Wasserbecken.
Es gab ein 11 m langes Modell, mit dem auf offener See gedreht werden konnte.
Ein 1:1 Nachbau – allerdings ohne Innenausbau – wurde eigens für die Szenen in La Rochelle nachgebaut, die „Das Boot“ bei Ein- und Ausfahrt aus dem Hafen zeigten.
In den Bavaria Filmstudios wurde der Innenraum von U 96 nachgebaut – ein Modell mit 55 m Länge, dass noch heute besichtigt werden kann.
Auch der Turm, der auf einem Hydraulikgestell stand, und für die Szenen im Sturm und auf der Angriffsfahrt im aufgetauchten Zustand genutzt wurde, kann noch heute besichtigt werden.
Die Filmtechnik war damals schon so gut, dass einem Betrachter die Trickaufnahmen so gut wie gar nicht auffielen. Der Film wirkt noch heute sehr zeitgemäß.
Vorlage des Bootes, auch im Roman, war das deutsche Unterseebot U 96.



Zur Einsatzgeschichte möchte ich hier nur auf den entsprechenden Wikipedia Artikel verweisen.
U 96 (Kriegsmarine) – Wikipedia
U 96 war ein U Boot der VII C Klasse der deutschen Kriegsmarine.
Bei diesem Typus handelt es sich um die am häufigsten produzierte U-Boot-Klasse der Geschichte.
Die VII C Klasse ist somit DER U-Boot Typ, der gemeinhin mit deutschen U-Booten gleichgesetzt wird.
Der Erfolg des Films „Das Boot“ hat diesen Eindruck noch verstärkt.
„Das Boot“ ist ein U-Boot der VII C Klasse.
Es ist „DAS BOOT“.
Nicht mehr, nicht weniger.
Ich muss mich an dieser Stelle outen.
Auch bei mir ist diese „pars pro toto“ Denke tief verankert, bin ich doch sozusagen mit dem Roman und dem Film aufgewachsen.
2 Jahre nach der Verfilmung wurde ich gemustert, aber aufgrund einer Augenverletzung, dann allerdings ausgemustert.
Die Erfahrung Bundeswehr der 80er Jahre kann ich also nicht teilen.
Hätte man mich gezogen, ich hätte mich auf jeden Fall nach einem Z-2 Platz (2jährige Verpflichtung als Reserveoffiziersanwärter) auf einem U-Boot erkundigt, obwohl das für einen Menschen mit Körpergröße 1,92 sicherlich nicht ideal gewesen wäre.
Ich gebe es zu, der Film war damals schon ziemlich prägend; ähnlich wie Top Gun 5 Jahre später.
Dabei gilt es allerdings zu betonen, dass nach meiner Meinung der Film und das Buch das Kriegsgeschehen und den Einsatz der Marine in keinster Weise verherrlichen.
„Das Boot“ ist ein Antikriegsfilm, kein Propagandastreifen.
Man spürt die Enge auf einem solchen Schiff, das Leiden der Männer, den physischen- und den psychischen Druck, dem die Besatzungsmitglieder unterworfen sind.
Selbst die vermeintlich sichere Heimkehr in den Hafen wird dann tatsächlich zum Fiasko für Boot und Besatzung. Kein Happy End, sondern der Tod lauert.
Dass Petersen es damals geschafft hat den Geist des Buches richtig einzufangen, verdient schon höchstes Lob. Und es ist nach meiner Meinung seine größte Leistung als Regisseur und Drehbuchautor einen echten Antikriegsfilm gedreht zu haben.
„Das Boot“ ist dadurch auch ein Zeitdokument.
Entstanden auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung in der Bundesrepublik Deutschland spiegelt der Film sogar den Zeitgeist wider und ist mit moderneren Kriegsfilmen definitiv nicht vergleichbar, betonen diese doch das Actionelement bzw. auch die eindeutige politische Botschaft mit einem nicht differenzierten Schwarz/Weiß Denken.
„Das Boot“ ist da anders.
Besser!!! Genauer!!! Historischer!!!
Ich glaube, ich hatte bereits 1993 diese Gedanken im Kopf als ich bei einem Besuch meines Schwagers in Schleswig-Holstein, der dort auf einem Fliegerhorst stationiert war, meinen Weg nach Laboe nahm.
Ich wollte es sehen.
„Das Boot“.
Auch wenn es sich bei dem vor dem Marineehrenmal in Laboe liegenden Boot nicht um U 96 handelt, so ist U 995 doch ein Boot der VII C-Klasse, genauer gesagt, das letzte Modell VII C/41 dieser Bauserie.


Und als ich dann durch dieses U-Boot ging, dann hat mich „Das Boot“ doch sehr schnell vereinnahmt.
Es hat mich eingefangen, mir ein Gefühl vermittelt, das nicht unbedingt angenehm ist.
Ziemlich schnell war sie da, die klaustrophobische Erfahrung, die die meisten Besucher spüren.
Den Grusel hier an einem Ort, in einem Boot zu sein, das das letzte Exemplar dieser Reihe ist.
Daran zu denken, dass der Großteil der Schwesterboote vernichtet wurde, durch Bomben, Wasserminen, Torpedos.
Dass die Besatzungen mit diesen Schiffen untergingen.
Formschöne Särge, die die Besatzung mit in die Tiefe rissen.
780 versenkte deutsche U-Boote mit knapp 30.000 getöteten Besatzungsmitgliedern.
780 von 863 im Einsatz befindlichen.
30.000 Tote bei 40.000 U-Boot-Fahrern.
Eine katastrophale, apokalyptische Quote.
Selbst versenkten die U-Boote rund 2800 alliierte Handelsschiffe mit 15 Millionen Bruttoregistertonnen und 175 Kriegsschiffe.
Verluste: Ebenfalls 30.000 Menschen.
Wenn Du heutzutage dieses U-Boot am Heck betrittst, ist er da der Schauer, der Dir über den Rücken rieselt.







Hier stehst Du im Achtern Torpedoraum (Heckraum) und siehst das erste Torpedorohr. Der Torpedoausstoßkolben, den man ebenfalls im Bild sieht, drückte mit Pressluft den Torpedo aus dem Rohr. Unter den Flurplatten wurde ein Ersatztorpedo gelagert.
Direkt anschließend betrittst Du den E-Maschinenraum.







Die beiden E-Maschinen kamen jeweils auf 375 PS und erreichten eine max. Geschwindigkeit von 7,6 kn. Bei 2 kn konnte das Schiff 130 Seemeilen fahren, bei 4 kn 80 Seemeilen.
Der anschließende Dieselraum dürfte jedem, der den Film „Das Boot“ gesehen hat, bekannt sein. Nicht zuletzt durch die überragende Darstellung des Obermaschinisten Johann („Das Gespenst“), die der Schauspieler Erwin Leder brillant in Szene setzte.






Zwei 6 Zylinder Viertakt Diesel mit je 1400 PS. Max. Geschwindigkeit 17 kn. Reichweite bei 10 kn 7900 sm, bei 17 kn 3250 sm. Der Dieselölvorrat betrug 113 t.
Weiter geht es durch die enge Röhre.
Kombüse und Unteroffiziersraum.







Dann der Mittelpunkt des Bootes, die Zentrale.







Funkraum, Horchraum, Oberfeldwebel Wohn- und Schlafraum schließen an.





Hier vorne ist dann auch das einzige WC, dass sich die Männer teilen mussten.



Vor der Zentrale lagen der Kommandantenraum und der Offiziersraum.




Der Besucher erkennt sofort, dass auch die Offiziere nicht wirklich Platz hatten in einem solchen Boot.
Der Mannschafts- Wohn- und Schlafraum, den sich 27 Mann teilen mussten, war gleichzeitig auch Wartungs- und Lagerort der Torpedos.





Diese wurden täglich herausgezogen und gewartet. Auf und unter den Flurplatten lagen sechs Reservetorpedos.
Die Männer lebten sprichwörtlich mit und auf diesen Waffen.
Die vier Torpedorohre waren beim Auslaufen geladen. Insgesamt befanden sich 11 bis 12 Torpedos an Bord.
Ein Großteil der Lebensmittel hing zudem noch überall im Raum verteilt.
Überall Enge, überall Beschränkung.
Kein schöner Ort zum Arbeiten.
Ein fürchterlicher Ort zum Sterben.
Wenn Du dann das U-Boot verlässt, atmest Du erst einmal richtig durch.
Der enge Raum ist so schon erdrückend, beklemmend, fast schon bizarr.
Stellen Sie sich die Situation vor, wenn das U-Boot unter Wasserbombenbeschuss liegt, es in eine Tiefe absackt, die weit unter der empfohlenen Tauchtiefe liegt, wenn es knirscht, Instrumente ausfallen, Wassereinbruch, ja Vernichtung droht.
Eine gruselige Szenerie, denn obwohl Du an Militärtechnik interessiert bist, hast Du nach dem Besuch trotzdem das Gefühl etwas Drohendem entronnen zu sein.
Irgendwie unwirklich das Ganze.
Der Besucher sollte auf jeden Fall zum Abschluss seines Ausflugs in die Geschichte auch noch das Marine Ehrenmal besuchen, vor dem „Das Boot“ ja liegt.
Hier wird würdevoll aller auf See gebliebenen Soldaten gedacht.









Noch einmal kurz zurück zu Petersen und Buchheim.
Den Beitrag, den Roman und Film in der Aufarbeitung des U-Boot-Kriegs im zweiten Weltkrieg geleistet haben, sollte man nach meiner Meinung nicht unterschätzen.
Wolfgang Petersen und Lothar-Günther Buchheim haben es mit Film und Roman geschafft den U-Boot-Krieg zu entmythisieren. Bis in die 80er Jahre hinein – es gibt Forscher, die meinen bis heute -wirkte die Nazipropaganda noch nach. „Die grauen Wölfe“, so das Schlagwort, ein Mythos, der das Leiden der U-Boot Besatzungen zu verdrängen versuchte. Heldenverehrung par excellence.
In der Darstellung des Leidens der U-Boot-Männer, in der Visualisierung ihrer begrenzten Möglichkeiten, in der Entmythologisierung des Kriegsgeschehens liegt nach meiner Meinung die wichtigste Leistung von „Das Boot“, und die Nachwelt sollte dies im Gedächtnis behalten.
Danke an Petersen und Buchheim.
Mögen beide in Frieden ruhen.
Zum Abschluss möchte ich noch ein Zitat des Romanautors wiedergeben:
„Die U-Boote wurden ‚Eiserne Särge‘ genannt. Was man damals als ‚Blutzoll‘ bezeichnete, die Verlustquote also, war bei den U-Boot-Männern so hoch wie bei keiner anderen Waffe. Von den 40.000 U-Boot-Männern sind 30.000 im Atlantik geblieben. Viele von ihnen waren noch nicht einmal Männer – in Wirklichkeit waren es halbe Kinder: Der gesamte U-Boot-Orlog war ein riesiger Kinderkreuzzug. Wir hatten 16jährige an Bord, gegen Kriegsende gab es 19jährige Leitende Ingenieure und 20jährige Kommandanten, in einer Art Schnellbrütverfahren frontreif gemacht, um auf eine der fürchterlichsten Weisen vom Leben zum Tode befördert zu werden. Ich habe mich immer dagegen gewehrt, dass es in Todesnachrichten von U-Boot-Fahrern hieß, sie seien gefallen. Sie sind abgesoffen, ersäuft wie überzählige Katzen im Sack.“
(Lothar-Günther Buchheim: Die Wahrheit blieb auf Tauchstation. In: Geo. Nr. 10, 1981 (uni-marburg.de).
 
Dem ist nicht mehr hinzuzufügen.
 
 
P.S.: Sollten Sie die Lust verspüren ein eigenes Modell zu besitzen, dann möchte ich noch auf „Das Boot“ von Revell verweisen.
Zum 40 Jahrestag des Films kam im letzten Jahr ein Modell im Maßstab 1/144 heraus.
Vielleicht wollen sie ja Ihr eigenes VII C Boot im Besitz haben.
Viel Spaß beim Basteln.


 
P.P.S.: Die Bilder aus dem U-Boot verdanke ich einer lieben Kollegin, die „Das Boot“ vor ein paar Jahren besucht hat.
Ich selbst habe es seit 1993 tatsächlich nicht mehr geschafft nach Laboe zu kommen.
Vier Bilder (Offz.- und Kommandantenraum) habe ich von Frank Beckers BLOG geklaut – sorry Frank -, denn meine Kollegin hatte nicht alles fotografiert.
Für nähere technische Details und mehr Bilder gerne auch noch den Beitrag von Frank Becker aus dem Jahr 2020 lesen.
Es lohnt sich wie immer.
https://tabletopdeutschland.com/2020/01/06/u-995/
 
 
On 12.8. director, screenwriter and producer Wolfgang Petersen died in Los Angeles, California.
Many successful film productions, even Hollywood films, are associated with his name.
His final breakthrough in the film business is now more than 40 years ago.
But it felt like yesterday.
In 1981, Petersen directed a German film pruduction that also caused a stir internationally.
He filmed the novel by Lothar-Günther Buchheim, which is partly based on his own war experiences, "Das Boot."
In addition to directing, he was also responsible for the screenplay.
This film was a milestone for German television.
I still remember that I followed every press report about the filming at the time.
Not least because I was fascinated by the model construction aspect.
In 1981 we were still in a time when the abbreviation CGI had not yet been invented and computers, with the performance of a chip, which is now usually installed in a fully automatic coffee machine, were still the size of a skyscrapers basement.
Instead of today's ubiquitous computer use in filmproduction, models were used back then.
At that time, "Das Boot" was built in several variants as a model and used in the film.
A 6 m long model was mainly used for filming in a water basin installed on the Bavaria film site.
There was an 11 m model that could be used for shooting on the open sea.
A 1:1 replica - albeit without interior fittings - was specially recreated for the scenes in La Rochelle, which showed "Das Boot" entering and leaving the port.
The interior of U 96 was recreated in the Bavaria Film Studios - a model with a length of 55 m that can still be viewed today.
The tower, which stood on a hydraulic frame and was used for the scenes in the storm and on the attack trip when surfaced, can still be visited today.
The film technology was already so good back then that a viewer hardly noticed the trick shots at all. The film still feels very contemporary today.
The model for the boat, also in the novel, was the German submarine U 96.
For the history of use, I would only like to refer to the corresponding Wikipedia article:
German submarine U-96 (1940) - Wikipedia
U 96 was a VII C class submarine of the German Navy.
This type is the most produced class of submarines in history.
The VII C class is THE submarine type that is commonly equated with German submarines.
The success of the film "Das Boot" has reinforced this impression.
"Das Boot" is a VII C class submarine.
It's "DAS BOOT": The one and only submarine type.
No more, no less.
I have to come out at this point.
This "pars pro toto" thinking is also deeply rooted in me, as I grew up with the novel and the film, so to speak.
2 years after the filming, I was drafted, but due to an eye injury, I was then rejected.
So I cannot share the experience of the Bundeswehr in the 1980s.
Had I joined the Bundeswehr, I would definitely have inquired about a Z-2 (2-year enlistment as a reserve officer candidate) spot on a U-boat, although that certainly wouldn't have been ideal for a 5'9" person.
I admit it, the film was already quite influential at the time; similar to Top Gun 5 years later.
However, it should be emphasized that, in my opinion, the film and the book in no way glorify the events of the war or the german Kriegsmarine.
"Das Boot" is an anti-war film, not a propaganda film.
You can feel the confinement on such a ship, the suffering of the men, the physical and psychological pressure that the crew members are subjected to.
Even the supposedly safe return to port then turns into a fiasco for boat and crew. No happy ending, but death lurks.
The fact that Petersen managed to capture the spirit of the book correctly deserves the highest praise. And making a true anti-war film is, in my opinion, his greatest achievement as a director and screenwriter.
“Das Boot” is therefore also a contemporary document.
Made at the height of the peace movement in the Federal Republic of Germany, the film even reflects the spirit of that time and is definitely not comparable to more modern war films, as they emphasize the action element and the clear political message with a non-differentiated black and white thinking.
"Das Boot" is different.
Better!!! More accurate!!! Historical!!!
I think I already had these thoughts in my mind in 1993 when I made my way to Laboe during a visit from my brother-in-law in Schleswig-Holstein, who was stationed at an air base there.
I wanted to see it
"Das Boot".
Even if the boat lying in front of the naval memorial in Laboe is not U 96, U 995 is a boat of the VII C class, more precisely, the last model VII C/41 of this series.
And when I then walked through this submarine, “Das Boot” took hold of me very quickly.
It caught me, gave me a feeling that's not necessarily comfortable.
It was there pretty quickly, the claustrophobic experience most visitors feel.
The horror of being in one place, in a boat that is the last of this series.
To think that most of the sister boats were destroyed by bombs, water mines, torpedoes.
That the crews went down with these ships.
Shapely coffins that tore the crew down with them.
780 German U-boats sunk with nearly 30,000 crew members killed.
780 of 863 in service.
30,000 sailors dead of 40,000.
A catastrophic, apocalyptic rate.
The U-boats themselves sank around 2,800 Allied merchant ships with 15 million gross register tons and 175 warships.
Losses: Also 30,000 people.
If you now enter this submarine at the stern, it is the shiver that trickles down your spine.
Here you stand in the aft torpedo room (stern room) and see the first torpedo tube. The torpedo ejection piston, which can also be seen in the picture, used compressed air to push the torpedo out of the tube. A spare torpedo was stored under the floorboards.
Immediately afterwards you enter the e-machine room.
The two e-machines each had 375 hp and reached a maximum speed of 7.6 knots. The ship could travel 130 nautical miles at 2 kn and 80 nautical miles at 4 kn.
The adjoining diesel room should be familiar to anyone who has seen the film "Das Boot". Last but not least, the outstanding performance of the head machinist Johann ("The Ghost"), which was brilliantly staged by the actor Erwin Leder.
Two 6-cylinder four-stroke diesels with 1400 hp each. Max speed 17 knots. Range at 10 kn 7900 nm, at 17 kn 3250 nm. The diesel oil reserve was 113 t.
It continues through the narrow tube.
Galley and NCO's room.
Then the center of the boat, the control room.
Radio room, listening room, subaltern officers living room and bedroom adjoin.
Here at the front is the only toilet that the men had to share.
The commander's room and the officers' room were in front of the control room.
The visitor immediately recognizes that the officers didn't really have space in such a submarine either.
The living room and bedroom for the crew, which 27 men had to share, was also the place where the torpedoes were maintained and stored.
These were pulled out and serviced daily. Six reserve torpedoes lay on and under the floor plates.
The men literally lived with and on these weapons.
The four torpedo tubes were loaded when leaving port. In total there were 11 to 12 torpedoes on board.
Most of the groceries were also still hanging all over the room.
Constriction everywhere, restriction everywhere.
Not a nice place to work.
A horrible place to die.
When you leave the submarine, you take a deep breath.
The narrow space is so overwhelming, oppressive, almost bizarre.
Imagine the situation when the submarine is under depth charges, it sinks to a depth well below the recommended diving depth, when it crunches, instruments fail, water ingress, threatens even destruction.
A spooky setting, because even though you're interested in military technology, you still feel like you've escaped from something threatening.
The whole thing is somehow unreal.
At the end of your excursion into history, the visitor should definitely also visit the Navy Memorial, in front of which "Das Boot" is located.
All soldiers who stayed at sea are remembered here with dignity.
Back to Petersen and Buchheim for a moment.
In my opinion, one should not underestimate the contribution that novel and film made to coming to terms with the U-boat war in World War II.
Wolfgang Petersen and Lothar-Günther Buchheim managed to demystify the submarine war with their film and novel. Up until the 1980s - some researchers believe it has continued to this day - Nazi propaganda continued to have an impact. "The gray wolves" was the catchphrase, a myth that tried to suppress the suffering of the submarine crews. Hero worship par excellence.
In my opinion, the most important achievement of “Das Boot” lies in the depiction of the suffering of the U-boat men, in the visualization of their limited possibilities, in the demythologization of the war, and posterity should keep this in mind.
Thanks to Petersen and Buchheim.
May both rest in peace.
In closing, I would like to quote some remarks from the novelist:
"The submarines were called 'iron coffins'. What was then referred to as the 'blood toll', i.e. the loss rate, was higher for the U-boat men than for any other weapon. Of the 40,000 submarine men, 30,000 remained in the Atlantic. Many of them weren't even men yet - in fact, they were half children: the entire U-boat orlog was one giant children's crusade. We had 16-year-olds on board, towards the end of the war there were 19-year-old chief engineers and 20-year-old commanders, prepared in a kind of rapid incubation process to be transported from life to death in one of the most horrific ways. I have always resisted the death notices of submariners saying they had died. They are drowned, drowned like superfluous cats in a sack.”
(Lothar-Günther Buchheim: The truth stayed in the diving station. In: Geo. No. 10, 1981 (uni-marburg.de).
 
There is nothing more to add.
 
P.S.: If you feel like owning your own model, then I would like to refer to “Das Boot” from Revell.
A 1/144 scale model was released last year to commemorate the 40th anniversary of the film.
Maybe you want to own your personal VII C boat.
Have fun crafting.
 
P.P.S.: I owe the pictures from the submarine to a dear colleague who visited “Das Boot” a few years ago.
I haven't actually managed to come to Laboe since 1993.
I stole four pictures (officer‘s and commander's room) from Frank Becker's BLOG - sorry Frank - because my colleague hadn't photographed everything.
For more technical details and more pictures, please also read Frank Becker's contribution from 2020.
It's worth it, as always.
https://tabletopdeutschland.com/2020/01/06/u-995/