Sonntag, 10. Juli 2022

Lion Rampant - Neue Einheiten bemalt

Der biblische Kampf zwischen David und Goliath hat sich in allen bekannten Kriegen wiederholt.
Es geht um den Kampf des Schwachen gegen den Überlegenen.
Den Widerstand des Kleinen gegen den Riesen.
Es geht um den Kampf zwischen dem vermeintlich von vornherein Unterlegenen gegen den unbesiegbar erscheinenden Großen.
Nun ist es aber so, dass es schon immer Menschen gab, die nicht das „Unausweichliche“ als Norm akzeptiert haben.
Sie haben sich gewehrt, mit dem, was sie zur Verfügung hatten.
Sie kannten Ihre Unterlegenheit, aber sie wollten nicht aufgeben, nicht kapitulieren, sich nicht den überlegenen Waffen beugen.
Im Mittelalter stehen sich hier symbolisch zwei Gruppen gegenüber.
Die von einem Auftraggeber angeworbenen Söldner und die Zivilisten, in der Regel Bauern und Handwerker, die sich mit den Waffen wehren, die Ihnen gerade zur Verfügung stehen.
Die einen verwenden Hightech Waffen. Im Mittelalter ist dies die Armbrust.


Die anderen klauben das zusammen, was gerade bei der Hand ist.


Sie wehren sich mit Steinen, selbstgebauten Schleudern, mit Handwerkszeug des klassischen Alltags.
Auch meine Mittelalter Armeeliste für Lion Rampant umfasst diese Einheiten.
Da sind zum einen die Armbrustschützen.
Für die damalige Zeit sind sie gut ausgerüstet.
Sie tragen einen Gambeson, stählerne Helme und halten ihre effektive Waffe schussbereit oder ladend in ihren Händen.
Die Armbrust war im Mittelalter eigentlich eine geächtete Waffe.
Heute würde man sagen, es handelte sich um ein Kriegsgeräte dessen Einsatz ein Kriegsverbrechen darstellte.
1139 hatte das Lateranische Konzil den Einsatz der Armbrust in Kämpfen zwischen Christen verboten.
Reichweite und Durchschlagskraft erschreckten, die Verwendung der Waffe wurde nebenbei auch mit dem geltenden Ehrenkodex als unritterlich definiert.
Der Einsatz gegen „Heiden“, insbesondere gegen arabisch-islamische Gegner, war aber erlaubt.
Diese Unterscheidung entsprach der geltenden Norm, dem grundsätzlichen Weltbild, egal wie schockierend dies auch für uns heutzutage ist.
Nun war es aber auch nicht so, dass es bei dieser einen „Einschränkung“ blieb.
Da wo es passte, vergaß man einfach die Regel des Konzils.
Die Armbrust wurde weiterhin allgemein eingesetzt. Eines der berühmtesten Opfer war der englische König Richard Löwenherz.
Es ist somit nicht nur heute so, dass geächtete Waffen nicht vom Schlachtfeld verschwinden.
Es gab und gibt in der Geschichte IMMER, IRGENDWO, EINEN, der auf die Regeln pfeift und Verträge oder Konventionen missachtet.
Ist eine Waffe existent, kann man sie auch einsetzen.
Eventuell vorhandene Skrupel wurden da in der Geschichte leider sehr häufig „erfolgreich“ überwunden.
Gut, wenn der Gegner auf solche „Regelverstöße“ vorbereitet ist, und nicht überrascht wird.
Dass die Armbrust nicht als Massenwaffe, im Stil der Muskete, in den Heeren des Mittelalters auftauchte, liegt an ihren Mängeln: Im Vergleich zum Bogen war sie schwerer zu laden, unhandlicher und hatte ein viel größeres Gewicht, das die Verwendung der Waffe in der offenen Feldschlacht erschwerte. Wurde die Sehne nass, war die Armbrust quasi unbrauchbar.
Die Schlacht bei Crecy liefert da ein schönes Beispiel.
Der Einsatz genuesischer Söldner, die mit Armbrüsten bewaffnet waren, fiel damals sprichwörtlich ins Wasser. Der Regen weichte die Sehne derart auf, dass die Reichweite der Waffe „verwässert“ wurde.
Die mechanischen Nachteile der Armbrust konnten im Spätmittelalter verbessert werden, weil am Lademechanismus gearbeitet wurde.
Spanngurte, sogar aufwändige Kurbelsysteme wurden eingesetzt.
Dies hatte zur Folge, dass der Bogen der Armbrust optimiert werden konnte, was eine stärkere Zugkraft ergab, und so auch die Reichweite des abgeschossenen Bolzens erhöhte.
Die Waffe wurde also im Laufe ihres Kriegseinsatzes immer mehr optimiert.
Auch Ihr taktischer Einsatz auf dem Schlachtfeld wurde verbessert.
Dem Armbrustschützen wurden große Schilde – Pavesen – mitgegeben, hinter denen sich der Schütze beim Laden verstecken konnte.
Manche Armbrusteinheiten gaben dem eigentlichen Schützen noch einen Infanteristen zur Seite, der bei einem Angriff die Funktion eines „Leibwächters“ einnehmen konnte.
Die Armbrust ist DIE Waffe, die im Mittelalter zahlreichen Veränderungen, im Sinne von Verbesserungen, unterworfen war.
Sie ist somit tatsächlich so etwas wie die „Hightech“ Infanteriewaffe des Mittelalters, wenn auch der Einsatz des Bogens weitaus häufiger vorkam.



Dem professionellen Armbrustschützen stehen wie bereits eingangs erwähnt die Zivilisten gegenüber.
Beim unrechtmäßigen Angriff auf ein Dorf verteidigten sie sich so gut es ging.
Dabei kamen Standardwaffen zum Einsatz.
Viele Bauern nutzten Bögen. Sie waren in deren Einsatz geübt.



In England wurde das Bogenschießen ein Teil des Lebens, so etwas wie ein Volkssport. Deshalb ist der Einsatz der zahlreichen Langbogenschützen in englischen Armeen leicht erklärbar.
In mittelalterlichen Staaten, die die Jagd des normalen Volks einschränkten, ließ die Fähigkeit des Umgangs mit der Waffe nach. Es gab hier zwar auch Bogenschützen, aber sie waren bei weitem nicht so professionell wie die englischen Pendants.
Improvisierte Schleudern, eben die Waffe Davids aus der Bibel, wurden gerne genutzt.



Man war mit deren Umgang vertraut, denn auch diese wurden häufig zur Jagd auf Kleinwild genutzt.
Gleiches gilt für Wurfspeere.
Dass „Javelins“ (engl. für Wurfspeer) übles anrichten können, vor allem wenn sie von oben auf den Gegner herabfallen, ist nicht nur seit der Moderne bekannt.



Wenn denn aber gar nichts zur Hand war, konnte man auch einfach auf Steine zurückgreifen.
Sie sehen, das machen auch einige meiner Miniaturen.
Im Ernstfall unterstützten natürlich auch die Frauen die Kämpfer.



Deshalb habe ich in meiner Truppe auch bewusst vier Frauen mit Dreschflegeln und improvisierten Keulen, die mit diesen Waffen an der Seite der Männer in den Kampf eingreifen.
Ob diese mutigen Kämpfer das gegnerische Feuer der professionellen Armbrustschützen unterlaufen können, wird sich in Zukunft zeigen.
Vielleicht können sie ja den Aggressoren und Söldnern die Stirn bieten.
Denn wenn sie in den Nahkampf kommen, dann sind auch sie sehr gefährlich.
Todesangst, Mut, der Kampf um das eigene Heim, um Hab und Gut können da einiges bewirken.
Manchmal mehr als Sold und Lügen, was ja bekanntermaßen die gekauften Söldner motivieren soll.
 
 
 
The biblical fight between David and Goliath has been repeated in all known wars.
It's about the fight of the weak against the stronger.
The resistance of the small against the giant.
It's about the fight between the supposedly inferior from the outset against the seemingly invincible great.
The fact of the matter is that there have always been people who have not accepted the "inevitable" as the norm.
They fought back with what they had.
They knew their inferiority, but they didn't want to give up, they didn't want to capitulate, they didn't want to bow to superior weapons.
In the Middle Ages, two groups symbolically face each other here.
The mercenaries hired by a client and the civilians, usually farmers and craftsmen, who fight back with whatever weapons are at their disposal.
The first group uses high-tech weapons.
In the Middle Ages, this is the crossbow.
The other group collect whatever is at hand.
They defend themselves with stones, self-made slingshots, with traditional everyday tools.
My medieval army list for Lion Rampant also includes these units.
First, there are the crossbowmen.
They are well equipped for that time.
They wear a gambeson, steel helmets and hold their effective weapon in their hands, ready to fire or loaded.
The crossbow was actually a banned weapon in the Middle Ages.
Today one would say that it was a piece of war equipment whose use constituted a war crime.
In 1139, the Lateran Council banned the use of the crossbow in combat between Christians.
The range and penetrating power were frightening, and the use of the weapon was also defined as unchivalrous by the applicable code of honour.
However, it was allowed to be used against "heathens", especially against Arab-Islamic opponents.
This distinction was the norm, the basic worldview, no matter how shocking it is for us today.
However, it was not the case that this one “restriction” remained.
Where appropriate, the Rule of the Council was simply forgotten.
The crossbow continued to be in common use. One of the most famous victims was the English king Richard the Lionheart.
So it's not just today that banned weapons don't disappear from the battlefield.
There was and is ALWAYS, SOMEWHERE, in history ONE who flouts the rules and disregards treaties or conventions.
If a weapon exists, you can also use it.
Unfortunately, any existing scruples were very often "successfully" overcome in history.
It's good if the opponent is prepared for such "rule violations" and if he is not surprised.
The fact that the crossbow did not appear as a mass weapon, in the style of the musket, in the armies of the Middle Ages is due to its shortcomings: compared to the bow, it was heavier to load, more unwieldy and had a much greater weight, which made the use of the weapon in the open Field difficult. If the string got wet, the crossbow was practically unusable.
The Battle of Crecy provides a fine example.
The deployment of Genoese mercenaries armed with crossbows literally fell through at the time. The rain soaked the string, "watering down" the weapon's range.
The mechanical disadvantages of the crossbow could be improved in the late Middle Ages because the loading mechanism was worked on.
Tension belts, even complex crank systems were used.
As a result, the bow of the crossbow could be optimized, giving it more pulling power and thus increasing the range of the bolt fired.
The weapon was thus optimized more and more in the course of its use in the war.
Its tactical use on the battlefield has also been improved.
The crossbowmen were given large shields - paves - behind which the shooter could hide when loading.
Some crossbow units provided the actual shooter with an infantryman who could act as a "bodyguard" in the event of an attack.
The crossbow is THE weapon that was subject to numerous changes in the sense of improvements in the Middle Ages.
It is therefore actually something like the "high-tech" infantry weapon of the Middle Ages, even if the use of the bow was far more common.
As already mentioned, the professional crossbowmen are opposed to the civilians.
When a village was unlawfully attacked, they defended themselves as best they could.
Standard weapons were used.
Many farmers used bows. They were trained on this weapon.
In England, archery became a part of life, something of a national sport. Therefore, the use of the numerous longbowmen in English armies is easy to explain.
In medieval states that restricted the hunting of common people, the ability to use weapons declined. There were archers here, too, but they weren't nearly as professional as their English counterparts.
Improvised slingshots, David's weapon from the Bible, were popular.
People were familiar with how to deal with them, because they were also often used to hunt small game.
The same applies to javelins.
That "javelins" can do bad things, especially if they fall down on the opponent from above, has not only been known since modern times.
But if nothing was at hand, you could simply fall back on stones.
You see, some of my miniatures do that too.
In an emergency, of course, the women also supported the fighters.
That's why I deliberately have four women in my troop with flails and improvised clubs who join the fight with these weapons alongside the men.
Whether these brave fighters can undermine the enemy's fire from professional crossbowmen remains to be seen.
Maybe they can stand up to the aggressors and mercenaries.
Because if they come into close combat, then they are also very dangerous.
Fear of death, courage, the fight for one's own home, for belongings can make a difference.
Sometimes more than pay and lies, which is known to motivate the hired mercenaries.

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