Mittwoch, 8. April 2020

DBA - Germanen in 28 mm


Manche bezeichnen bis heute das Spiel DBA als Mutter aller Strategiespiele.
Auch wenn ich das Spiel eher selten gespielt habe, so muss ich doch eingestehen, dass es tatsächlich Tiefe hat.


Obwohl jede Armee nur mit 12 Elementen dargestellt wird, ist der Abstraktionsgrad doch so gut, dass man als Spieler tatsächlich das Gefühl bekommt wirklich eine Armee zu befehligen.
Das Gefühl wird noch verstärkt, wenn man Big Battle DBA spielt, also mit der doppelten Basenzahl von 24 Elementen.
Klassisch war DBA ein Turnierspiel, das meistens mit 15 mm Figuren gespielt wurde.
Hier kam dann eine Spielfläche von 90 x 90 cm zum Einsatz, was dem Ganzen dann auch den Look eines Brettspiels gab.
Generell ist es so, dass es DBA Armeelisten von der Frühantike bis zum 15. Jahrhundert gibt.
Theoretisch können dann auch alle diese DBA Armeen gegeneinander geführt werden, auch wenn sie nicht aus dem gleichen Zeitraum sind.
Das stellt deshalb kein Problem dar, weil der Charakter der Armee das Entscheidende ist.
Nur als Beispiel.
Im Grunde ist es egal, ob ich Skythen, Hunnen, Mongolen oder Ungarn spiele. Diese Armeen werden eben durch einen hohen Anteil von Reitertruppen charakterisiert. Sie spielen sich also ähnlich, obwohl die historischen Armeen ja Jahrhunderte trennen.
Die DBA Spieler, die ich kenne, versuchen dann aber schon historische Partien auszufechten, was generell ja auch besser ist.
Für historisch interessierte Menschen ist es halt schon ein besseres Gefühl französische Ordonanzen gegen Schweizer zu führen, obwohl ja auch eine makedonische Armee mit vielen Pikenieren ausgestattet ist.
Aber Makedonen gegen Franzosen des 15. Jahrhunderts sehen halt schon auch optisch nicht prickelnd aus.
Von historischer Authentizität ganz zu schweigen.


Zum ersten Mal habe ich DBA mit den tollen Figuren von Frank Bauer und Frank Becker gespielt.
Hier wurden dann Armeen im 1/72 Maßstab ins Feld geführt. Das war irgendwann Anfang der 0er Jahre. Diese Armeen gibt es übrigens noch immer, jedoch sind diese zu FoG Armeen erweitert worden.
Aber nicht nur die beiden Franks griffen auf den 1/72 Maßstab zurück, sondern vor allem auch viele Sammler der Hät Figuren, boten sich doch hier vor allem die Antiken Sets zu diesem Zweck an.
Immer wieder sah man auf der Hät Seite, mehr oder weniger gut bemalte DBA Armeen, die mich jetzt aber nicht unbedingt vom Hocker rissen.
Meine nächste Berührung mit dem Spiel hatte ich dann auf dem HdR Usertreffen (heutige Szenario) und auf der MuRoCo in Mutterstadt, ebenfalls in den 0er Jahren.
Hier zeigten mir die Kurpfalz Feldherren - mit Sven, Stefan und Jürgen hatte ich damals quasi meinen ersten Kontakt -, wie toll doch auch 15 mm Armeen sein können, und wie genial sich DBA im Grunde spielt.
Wie es sich für mich gehört, habe ich auch alle Testspiele verloren, aber es war schon eine spannende Erfahrung.
Das Einzige, was mich damals daran hinderte mit DBA anzufangen, war der Maßstab.



15 mm ist schon richtig klein, und macht mir auch bis heute Schwierigkeiten es zu bemalen. Deshalb legte ich etwaige Pläne erst einmal zur Seite.
Das Verrückteste habe ich dann  aber auf einem Games Day in Köln erlebt, auf dem ich berufsbedingt anwesend war.
Hier präsentierten Bodo und Jose Warhammer Ancient Battles.
Völlig ungewohnt verwendeten sie dabei aber keine einzelbasierten Figuren, was ja damals für das Spielsystem, normal war, sondern die Minis standen auf großen (12 cm !!! breiten) Basen und wurden wie RICHTIGE Kampfeinheiten – so empfand ich das dann damals – nach vorne gerückt.
Der Look jeder einzelnen Base erinnerte mich dann schon an ein Kleindiorama.  Das war schon toll.
Na jedenfalls kamen ich und mein Begleiter mit den Jungs ins Gespräch und wir zeigten uns interessiert.
Dargestellt wurde eine Schlacht aus den frühbyzantinischen/ sassanidischen Kriegen. Bis dato hatte ich für diese Epoche noch keine historischen Minis gesehen. Hier standen sie jetzt in 28 mm vor mir.
Ich war geflashed.
Dann meinten die Jungs.
„Wir wollten jetzt mal eben eine Runde DBA spielen. Kennt Ihr das?“
Ich war verblüfft.
„Mit diesen Figuren?“, meinte ich. „Ich kenne das nur mit kleineren Maßstäben?“
„Das geht auch so“, war die Antwort, und nebenbei wurde uns erklärt, dass wir das Spiel jetzt etwas abgewandelt spielen würden, denn immerhin sei man ja eigentlich zu einer offiziellen Präsentation hier.



Gelöst wurde das Ganze indem die Kämpfe gegeneinander mit jeder Menge Würfeln ausgewürfelt wurden, damit ein Vergleich zu WAB gegeben war, und einer ersten Prüfung auch Stand hielt.
Auf den ersten Blick sah es dann so aus, als wenn es sich hier eben um das Spiel aus dem Warhammer Universum handeln würde.
Bei DBA haben Einheiten Kampfwerte gegen Infanterie bzw.  gegen Reiter.
Die Regeln bestimmen für den Kampf jetzt folgendes:
„Für jedes Element, das sich im Nahkampf befindet, schießt oder welches beschossen wird, erfolgt ein Würfelwurf. Zur geworfenen Augenzahl wird nun der zutreffende Kampffaktor addiert, sowie Faktoren für von hinten unterstützende Elemente, falls vorhanden, dazu alle zutreffenden taktischen Faktoren…“
Bodo und Jose regelten das jetzt wie folgt.
Der Spieler bekam zunächst seinen normalen Würfel, den EINZIGEN, den es bei DBA gibt (auch so ein DBA Moment, der mich als schlechtesten Würfler der Welt einfach gruselt. Ich mache mich von einem Würfel abhängig. Schock).
Hinzu bekam er aber Würfel entsprechend seines Kampfwertes und eventueller anderer Faktoren.
Heißt: Blades (Klingen), die gegen andere Blades kämpften, erhielten den DBA Würfel sowie 5 weitere Würfel (der KW der Einheit gegen Infanterie). Standen Sie jetzt noch auf einem Hügel, durften sie beispielsweise einen weiteren Würfel hinzu addieren (Im Nahkampf gegen hügelabwärts stehende Gegner +1).
Das Gleiche machte der Gegner mit seiner Einheit, und am Ende wurde konform der Regeln das Ergebnis miteinander verglichen und die Folge bestimmt (Element prallt zurück oder ist vernichtet).
Ich denke, dass DBA Puristen jetzt grün im Gesicht sind.
Ich kann dazu nur eins sagen.
Diese DBA Spiele waren klasse und hatten einen riesigen Fun Faktor.
Ich mag halt auch Würfel und muss einfach sagen, dass diese Regeladaption extrem spaßig war, ganz davon abgesehen, dass es den meisten Zuschauern gar nicht auffiel, dass hier etwas anderes als WAB gespielt wurde.
Rob Broom am Nachbartisch lächelte immer mal wissend.
Er wusste genau, was da abging, aber es störte ihn nicht, wenn da mal zur Entspannung was anderes gespielt wurde. Es sah so aus wie WAB und gut ist.




Meine Bitte an die DBA Gemeinde im Sweetwater Forum.
Probiert das doch mal so. Mich würde es interessieren, ob ihr das genauso amüsant findet wie ich damals.
Im darauf folgenden Jahr hatten wir dann nochmals ein Spiel nach dieser Methode. Diesmal aber mit spätrömischen Figuren.
Das fixte mich wiederum so an, dass ich mir damals eine gebrauchte spätrömische Armee von einem Sammler kaufte, die ich seit damals immer wieder um ein paar Figuren erweitere.
Eine eigene 28 mm DBA Truppe stellte ich dann aber auf, als ein Spielerkreis aus Ulm, der auch ein entsprechendes Turnier über Jahre veranstaltete, toll bemalte und gestaltete 28 mm DBA Armeen zeigte.
Angefixt malte ich meine Wargames Factory Germanen und Römer an.
Die Germanen seht Ihr heute im Bild.




Die Römer werde ich Euch noch vorstellen.
Was Kennern auffällt.
Ja diese 28 mm Minis hatten auch schon ein paar Figuren mehr auf der Base, als das die Regeln dafür vorsehen. Ich hielt das damals für kein Problem, weil ich mir sagte, die erkennt dann eh jeder als Warbands und ich kann dann ja dem Spieler sagen, ob es sich um 3 oder 4 WB handelt.




Mit diesen Minis, die Ihr hier im Bild seht, kann ich im Grunde fast alle frühe Germanen aufstellen.
Darum ging es mir damals.
Aktuell male ich an einer spätmittelalterlichen Truppe.
Die wird dann auch dem neuen DBA Trend folgen und mehr Figuren auf der Base zeigen.
Eine Idee, die vor ein paar Jahren angestoßen wurde, und von einem illustren Kreis von Spielern mittlerweile gelebt wird.



Diese Einheit soll dann Sparringpartner für Sven werden, und wie das für Sparringpartner so üblich ist, werde ich wohl ziemlich die Hucke voll kriegen.
Denn Spielerfahrung habe ich, abgesehen von den oben geschilderten ca. 8 Partien, keine.
Aber egal.
Hauptsache es sieht nett aus, und ich kann Euch mit ein paar Spielberichten unterhalten.






Some still call the game DBA the mother of all strategy games.
Even though I've rarely played the game, I have to admit that it actually has depth.
Although each army is only represented with 12 elements, the level of abstraction is so good that as a player you actually get the feeling that you are really commanding an army.
The feeling is enhanced when you play Big Battle DBA, i.e. with the double base number of 24 elements.
Classic DBA was a tournament game, which was mostly played with 15 mm figures.
A play area of ​​90 x 90 cm was used here, which gave the whole thing the look of a board game.
In general, there are DBA army lists from early antiquity to the 15th century.
In theory, all of these DBA armies can then be waged against each other, even if they are not from the same period.
This is not a problem because the character of the army is what matters.
Just as an example.
Basically it doesn't matter whether I play Scythians, Huns, Mongols or Hungary. These armies are characterized by a high proportion of horsemen. So they play similarly, even though the historical armies separated centuries.
The DBA players I know try to fight historical games, which is generally better.
For people who are interested in history, it is a better feeling to have French ordnance against the Swiss, even though a Macedonian army is also equipped with a lot of pikes.
But Macedonians against Frenchmen of the 15th century do not look optically sparkling.
Not to mention historical authenticity.
For the first time I played DBA with the great miniatures of Frank Bauer and Frank Becker.
Armies were then brought into the field on a 1/72 scale. That was sometime in the early '0s. Incidentally, these armies still exist, but they have been expanded to form FoG armies.
But not only did the two Franks fall back on the 1/72 scale, but above all many collectors of the Hät figures, as the antique sets were particularly suitable for this purpose.
Again and again you saw on the Hät side, more or less well-painted DBA armies, but they didn't necessarily knock me off my feet.
My next contact with the game was then at the LOTR user meeting (today's Scenario) and at the MuRoCo convention in Mutterstadt, also in the '0s.
Here the Kurpfalz generals, f Sven, Stefan and Jürgen, showed me how great 15 mm armies can be and how brilliantly DBA plays.
As it should be for me, I also lost all of the matches, but it was an exciting experience.
The only thing that prevented me from starting with DBA was the scale of the minis.
15 mm is really small, and I still find it difficult to paint. So I put any plans aside.
The craziest thing was when I was at a Games Day in Cologne, where I was there for work-related reasons.
Here Bodo and Jose presented Warhammer Ancient Battles.
Completely unusual, however, they did not use single-based figures, which was normal for the game system at the time, but the minis stood on large (12 cm !!! wide) bases and looked like REAL combat units - that was how I felt then .
The look of each base reminded me of a small diorama. That was great.
Anyway, I and my companion started talking to the boys and we showed interest.
A battle from the early Byzantine / Sassanian wars was depicted.
I had never seen any historical minis for this era. Here they were now in front of me. In 28 mm.
I was flashed.
Then the boys said.
“We just wanted to play a round of DBA. Do you know that? "
I was amazed.
"With these miniatures?" I said. "I only know this on a smaller scale?"
"It works that way," was the answer, and besides, we were told that we would now play the game somewhat modified, because after all, one was actually here for an official presentation.
The whole thing was solved by throwing the fights against each other with a lot of dice, so that a comparison to WAB was given, and also withstood an initial test.
At first glance it looked like it was the game from the Warhammer universe.
In DBA units have combat values ​​against infantry or against cavalry.
The rules now determine the following for combat:
“For each element that is in close combat, that shoots or that is shot at, there is a die roll. The applicable combat factor is now added to the number of eyes thrown, as well as factors for elements supporting from behind, if available, plus all applicable tactical factors ... "
Bodo and Jose now regulated this as follows.
The player initially got his normal die, the ONLY one that is available at DBA (another DBA moment that just scares me as the worst dice in the world. I make myself dependent on a die. Shock).
In addition, he got dice according to his combat value and any other factors.
Means: Blades that fought against other blades received the DBA die and 5 further dice (the KW of the unit against infantry). If you were still standing on a hill, you could, for example, add another dice (+1 in melee against opponents standing down the hill).
The opponent did the same with his unit, and in the end the result was compared with each other in accordance with the rules and the sequence determined (element rebounds or is destroyed).
I think DBA purists are now green in the face.
I can only say one thing.
These DBA games were great and had a huge fun factor.
I also like dice and I just have to say that this rule adaptation was extremely fun, not to mention that most viewers did not notice that anything other than WAB was being played here.
Rob Broom at the next table always smiled knowingly.
He knew exactly what was going on, but it didn't bother him when something else was played to relax. It looked like WAB and  good so far.
My request to the DBA community in the Sweetwater Forum.
Try it that way. I would be interested if you find it as amusing as I did back then.
The following year we had another game using this method. But this time with late Roman figures.
That in turn fixed me in such a way that I bought a used late Roman army from a collector, which I have been adding a few figures to since then.
However, I then set up my own 28 mm DBA unit when a group of players from Ulm, who also held a corresponding tournament over the years, showed great painted and designed 28 mm DBA armies.
I painted on my Wargames Factory Ancient Germans and Romans.
You can see the ancient germans in the picture today.
I will introduce you to the Romans in a further article.
What strikes connoisseurs.
Yes, these 28 mm minis already had a few more figures on the base than the rules stated that. I didn't think that was a problem at the time because I told myself that everyone would recognize them as warbands anyway and I could then tell the player whether it was 3 or 4 WB.
With these minis, which you see here in the picture, I can basically set up almost all early Germanic tribes.
That was what I was talking about back then.
I am currently painting on a late medieval unit.
It will also follow the new DBA trend and show more figures on the base.
An idea that was launched a few years ago and is now being lived by an illustrious group of players.
This unit will then become a sparring partner for my gaming partner Sven, and as is usual for sparring partners, I will probably get quite the piggy back.
Because I have no gaming experience, apart from the 8 games described above.
But never mind.
The main thing is that it looks nice, and I can entertain you with a few game reports.

Kommentare:

  1. Hi, kurzer Kommentar zu den veränderten DBA Kampf Regeln. Könnte ich mir gut vorstellen, weil ich selber auch ein furchtbarer Würfler bin. Bin kein mega-Statistiker, aber ein Vorteil (dünkt mir) könnte sein, dass Dopplungen dadurch auch bei starken Einheiten (wie Blades) theoretisch möglich werden. Die DBA Profils würden aber bestimmt 1000 Aspekte finden, warum das die fein justierten Wahrscheinlichkeiten killt ;-)
    Aber coole Basierung, macht echt Laune!!

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  2. Hi,

    also ich kann da wirklich nur sagen, dass das richtig Spaß gemacht hat. Statistiker und DBA Puristen werden da sicherlich meckern.
    Aber gefühlt waren es wirklich spannende Spiele und auch mit logischen Ergebnissen.
    Na vielleicht bekomme ich mal jemand aus meiner Spielergruppe überredet, dass so zu testen.
    Wenn dem so ist, gibt es natürlich einen Spielbericht.

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