Sonntag, 19. Januar 2020

Preußisch Eylau - Lisette, Marbot und das 14. Regiment


Als Dioramenbauer oder als Wargamer lässt man sich gerne von historischen Szenen inspirieren. Vor allem von denen, die eine gewisse Dramatik ausströmen.
Im Grunde begeben wir uns da auf die gleiche Ebene wie Künstler, die ja auch versuchen ein Ereignis, das sich über mehrere Stunden zieht in einem ganz bestimmten Moment zu fangen, um ihm Ewigkeit zu verliehen.
Bei diesen Momenten handelt es sich im Normalfall ja um die kritischsten oder die entscheidendsten Punkte. Vor allem in einer Schlacht.
Begehrt sind die, denen eine gewisse Heroic immanent ist.
Solche Momente werden in der Schlachtenmalerei  gerne festgehalten; sie wirken dann auch prägend, wurden in bestimmten Epochen dann als vorbildhaft, ja als sinnstiftend propagiert.
So, genauso wie in diesem Gemälde muss sich ein tapferer Soldat verhalten.
Das war Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lang die Botschaft der Schlachtenmalerei.
In Eylau gab es zwei solcher Momente, die immer wieder festgehalten wurden.
Der Angriff des flamboyanten Murat an der Spitze seiner Kavallerieschwadronen und natürlich der Todeskampf des 14. Regiments, der uns von einem der Hauptbeteiligten des Geschehens, Jean-Baptiste Antoine Marcellin de Marbot, überliefert wurde.

Faszinierend, jedenfalls für mich, ist die recht unterschiedliche Darstellung seiner Tat in der bildenden Kunst, und in seinen eigenen Memoiren.
Die Kunst will in seinem Fall auf jeden Fall bildend sein. Sie will uns eine vorbildhafte Haltung als Sinnbild transportieren.
Sie zeigt uns einen Helden, der den Adler des 14. Regiments greift, um ihn in Sicherheit zu bringen. Das Regiment selbst bleibt zurück, um sich zu opfern.
„Ave Caesar, morituri te salutant“.
Wenn auch Marbot in seinen Memoiren genau dieses Zitat Cäsars als Beschreibung des Opfergangs des 14. Regiments wählt, so muss man doch festhalten, dass er seine eigene Geschichte in dieser Episode weit weniger heroisch darstellt, als man glauben sollte. Der damals noch junge Adjutant des Marschalls Augereau beschreibt seine Tat recht nüchtern.
Gefährlich war sie. Keine Frage; aber einer musste die Aufgabe übernehmen. Es war nun einmal die Mission eines Meldereiters.
Wunderschön seine Zeilen, wo er das entsetzte Gesicht seines Vorgesetzten beschreibt, als dieser realisiert, dass das nächste Glied in der Nachrichtenkette, den er jetzt zu diesem Todesritt aussenden muss, der Sohn seines Freundes, eben Marbot, ist.
„…Und nun war die Reihe an mir! Als der Marschall nun den Sohn seines alten Freundes und, ich darf wohl sagen, seinen Lieblingsadjutanten vorreiten sah, zuckte es in seinen freundlichen Zügen und seine Augen füllten sich mit Tränen, konnte er sich doch keiner Täuschung darüber hingeben, dass er mich einem beinahe sicheren Tode entgegen schicke. Allein der Befehl des Kaisers heischte Gehorsam, ich war Soldat und es ging nicht an, einen meiner Kameraden statt meiner zu schicken…“
Die Tat ist verbürgt. Marbot hat tatsächlich die Fahne ergriffen und gerettet, aber ich möchte Ihnen einige Passagen seiner Erinnerungen im Wortlaut zitieren, denn im Grunde ist der Held der Geschichte nicht Marbot, sondern…
ein Pferd namens Lisette.
„… Zwei gute Pferde hatte ich bereits, ich suchte jedoch ein noch besseres, ein richtiges Schlachtross. Dergleichen war nicht leicht zu finden, zwar waren damals die Pferde im Allgemeinen ganz bedeutend billiger als heutzutage, allein sie standen immer noch sehr hoch im Preise, und meine Mittel waren sehr beschränkt. Doch der Zufall kam mir in merkwürdiger Weise zu Hilfe. Ich traf nämlich einen deutschen Professor…. Dessen Hauptzierde bildete eine wunderhübsche, treffliche mecklenburgische Stute von sanfter Gangart, flink wie ein Hirsch und so fein zugeritten, dass jedes Kind sie leiten konnte. Auf diese Stute lenkte der Professor meine Aufmerksamkeit. Allein diese hatte einen sehr schlimmen Fehler, der glücklicherweise sehr selten vorkam. Beim Aufsitzen biss sie um sich wie eine Bulldogge und ging überhaupt auf alle Leute, die sie nicht leiden konnte, los wie wütend. Ihr Eigentümer beschloss daher auch, das Tier abzugeben. Der erste Käufer war ein kaiserlicher Adjutant, dem man beim Verkaufe den Fehler des Tieres verschwiegen hatte. So fand man denn gleich am ersten Abend den Stallknecht am Boden liegend, dem die Stute mit den Zähnen den Leib vollständig aufgerissen hatte! Daraufhin wurde der Kauf rückgängig gemacht, und um weiterem Unglück vorzubeugen, zugleich von Seiten der Polizei die Anordnung getroffen, dass an Lisettes Krippe ein Zettel angebracht werden müsse, aus dem jeder Käufer sich über die Bösartigkeit des Tieres unterrichten könne. Ferner sollte ein Kaufabschluss nur dann Gültigkeit haben, wenn der Käufer schriftlich bestätigte, Einsicht von dem Zettel genommen zu haben. Begreiflicherweise war eine derartige Empfehlung nicht geeignet, den Verkauf der Stute zu erleichtern, der Eigentümer derselben war deshalb, wie ich von dem Professor hörte, auch bereit, solche zu jedem Preis abzulassen. Ich bot 1.000 Franc und erhielt dafür von ihm das Tier, obwohl er es seinerzeit mit 5.000 bezahlt hatte….“
Lisette scheint wirklich ein Biest gewesen zu sein; na und weil das Pferd eben so war, wie es war, hat es sogar Einzug in die französische Wikipedia gefunden.
Bukephalos

Hier wird Lisette in einem Atemzug mit Alexander des großen Pferd Bukephalos genannt.
Beide Pferde werden als  „Cheval tueur“ bezeichnet, sogenannte „Killerpferde“.
Wahrlich ein gefährlicher Ruf.
Es gibt Stimmen, die die reale Existenz solcher Tiere verneinen. Meine Frau reitet auch, und uns sind zum Glück solche Pferde noch nie begegnet. Googelt man allerdings, so findet man dann doch Hinweise, dass es auch heute noch Verletzungen durch Bisse von Pferden gibt.
Wissenschaftliche Analysen kann ich hier jetzt leider nicht liefern, so dass ich – relativ unkritisch – der Geschichte Marbots folgen möchte.
Lisette muss da schon besonders gewesen sein, sonst würde Marbot die Eigenarten des Pferdes nicht so herausheben. Es wäre für ihn ja ein leichtes gewesen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, und eben nicht sein Reittier.
Egal wie.
Lisette ließ sich im Grunde nur von ihm und einem Stallburschen bändigen, weil diese das Pferd überlistet hatten.
Auch bei diesen Beiden hatte das Pferd versucht zu beißen, aber eine „heiß gebratene Hammelkeule“, die dem Pferd entgegengehalten wurde, und in die es sich verbiss, verhinderte in Zukunft ähnliche Aktionen des Reittiers: Ein verbranntes Maul verschaffte Respekt.
„…Gegen uns beide war Lisette jetzt folgsam wie ein Hündchen, so dass wir uns ihr jederzeit ohne Gefahr nähern durften. Selbst gegen das Stallpersonal vom Generalstabe, das sie Tag für Tag sah, wurde sie etwas manierlicher, aber wehe jedem Fremden, der an ihr vorüberging! Zwanzig Beispiele könnte ich für ihre Bösartigkeit in solchem Falle anführen… „
So stellte das Pferd einmal einen Dieb, der sich in den Stall gewagt hatte, und malträtierte ihn auf fürchterliche Art und Weise. Ein Säbelhieb in die Schulter Lisettes, eine Verletzung aus der Schlacht bei Jena, verstärkte noch das Misstrauen gegenüber Fremden.
Auf diesem Pferd ritt Marbot dann auch in die Schlacht bei Eylau, und hier sahen Ross und Reiter, wie sich das zusammengeschossene Korps Augereau wieder am Friedhof zu sammeln suchte. Das 14. Regiment wiederum blieb abgeschnitten zurück.
„… Wie ihr wisst, war dabei das 14.Linien-Regiment auf einem Hügel vom Feinde umringt und durfte diese Stellung ohne kaiserlichen Befehl nicht verlassen. Als das Schneegestöber einen Augenblick aufhörte, sah man wie das tapfere Regiment zum Beweis, dass es immer noch standhalte und zugleich als Notsignal, seinen Adler in der Luft schwenkte. Diese todesmutige Aufopferung dieser Tapferen rührte den Kaiser. Er beschloss den Versuch ihrer Rettung zu machen und befahl zu diesem Zwecke dem Marschall Augereau, ihnen durch einen Offizier sagen zu lassen, sie sollten den Hügel verlassen und im enggeschlossenen Viereck sich unserer Linie nähern, inzwischen würde man ihnen eine Brigade Kavallerie entgegenschicken, um ihnen ihren Rückzug zu erleichtern. Dies war noch vor dem entscheidenden Kavallerieangriff, den Murat anführte. Zwischen uns und dem 14.Regimente tummelte sich ein ganzer Schwarm von Kosaken, es war daher kaum möglich, dem Befehl des Kaisers nachzukommen, denn jeder Offizier, der versuchen wollte zu dem unglücklichen Regiment zu gelangen, würde dabei fast mit Sicherheit dem Tode oder der Gefangenschaft entgegengegangen sein. Allein da nun einmal ein bestimmter Befehl vorlag, so musste der Marschall auch danach handeln. Es war im kaiserlichen Heere bei den Adjutanten üblich, sich ein paar Schritte rückwärts von ihrem General hintereinander in Reihe zu stellen, so dass der vorderste in der Reihe zunächst zur Verschickung kam. Hatte dieser seinen Auftrag vollzogen, so ritt er an das Ende der Reihe. So suchte man eine regelmäßige Abwechslung im Dienste und eine möglichst gleichmäßige Verteilung der damit verbundenen Gefahren herbeizuführen. Der tapfere Geniehauptmann Froissard, der ohne Adjutant zu sein, dem Marschall beigegeben war, wurde als der Erste in der Reihe zunächst zu dem bedrohten Regiment abgeschickt. Wir sahen ihn dahinsprengen, bis er sich mitten unter den Kosaken befand, hier verloren wir ihn aus dem Gesichte und haben niemals mehr etwas über sein weiteres Schicksal erfahren. Als der Marschall nun sah, dass das 14.Regiment keine Anstalt machte, abzuziehen, schickte er einen weiteren Offizier mit Namen David, an dasselbe ab. Es ging ihm nicht anders als dem vorigen, nie wieder vernahm man ein Wort von ihm! Vermutlich waren beide gefallen und dann ausgeplündert worden, so dass man sie unter den vielen Leichen, die das Schlachtfeld bedeckten, nicht erkannte. Zum dritten Male ruft jetzt der Marschall: “Offizier zum Verschicken vor!” – Und nun war die Reihe an mir!“

Marbot konnte sich in diesem Moment glücklich schätzen ein Pferd, wie Lisette zu besitzen. Im Gegensatz zu den Meldereitern zuvor, ließ er den Säbel in der Scheide, und baute auf die Geschwindigkeit, um den Kosaken zu entgehen, die sich überall auf dem Schlachtfeld befanden.
„…Lisette lief nicht mehr, sie flog förmlich dahin, leicht wie ein Vogel. Über die Haufen von Menschen-und Pferdeleichen, über Gräben, über die Trümmer von Lafetten und über glimmende Wachtfeuer hinweg setzte sie mit einer Schnelligkeit, vor der die Entfernung förmlich dahinschwand….“
Marbot zeigt uns an dieser Stelle, wer der eigentliche Held des Geschehens ist.
Nicht er, sondern sein Reitpferd.
„…Infolgedessen entging ich schließlich allein und drang bis zum 14.Regimente durch, ohne dass ich oder mein herrliches Tier unterwegs die geringste Schramme erhalten hätte!“
Marbot beschreibt die verzweifelte Situation, in der sich das Regiment befand.
„… Bei meinem Eintreffen dort stand das Regiment im Viereck oben auf dem Hügel. Da jedoch dessen Abhänge sehr sanft anstiegen, so hatte die feindliche Kavallerie schon mehrere Angriffe auf das Regiment ausgeführt, die von diesem nachdrücklich zurückgewiesen worden waren. Dabei hatte sich vor dem Regiment ein förmlicher Wall von Pferdeleichen und toten feindlichen Dragonern gebildet, so dass die Reiterei kaum mehr imstande war, demselben beizukommen. Ich hatte trotz der Unterstützung, die mir die Leute vom Regimente leisteten, große Mühe, über diesen grässlichen, blutigen Verhau hinüber zu gelangen! Endlich befand ich mich inmitten des Vierecks. …“
Hier teilte er dem kommandierenden Offizier mit, dass sich das Regiment mit kaiserlichem Befehl zurückziehen dürfe.
Dieser, die Situation wohl richtig einschätzend – das Regiment stand unter heftigem Artilleriefeuer, eine Angriffskolonne näherte sich, und rings herum waren die Kosaken -, lehnt allerdings ab, und bittet Marbot den Adler des Regiments in Sicherheit zu bringen.


Marbot ergreift den Adler und während er den hindernden Fahnenschaft abzuschlagen versucht, wird er durch ein Geschoss am Hut getroffen.
„…Die Erschütterung war umso furchtbarer, als der Hut durch ein starkes ledernes Sturmband unter meinem Kinn festgehalten war und dadurch dem Schuss umso mehr Widerstand geboten hatte. Ich fühlte mich völlig vernichtet, ohne jedoch dabei vom Pferde zu fallen. Das Blut schoss mir aus Nase und Ohren, ja selbst aus den Augen. Dabei hörte und sah ich trotzdem, ich verstand alles und war Herr meiner geistigen Fähigkeiten, dagegen waren meine Glieder dermaßen gelähmt, dass ich nicht imstande war, nur einen Finger zu rühren! „
Das klingt nach einer Verletzung, die durch eine vorbeifliegende Kanonenkugel verursacht werden kann.
Das 14. Regiment wurde dann von den Pavlov Grenadieren, bekannt durch Ihre Grenadiermützen, die preußischem Vorbild entlehnt waren, im Nahkampf angegriffen.

Wie verhielt sich Lisette in diesem Getümmel?
„…Während dieses entsetzlichen Handgemenges lehnten sich mehrere der Unsrigen, um sich den Rücken zu decken, an die Seite meiner Stute, die sich dies, ganz entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, ruhig gefallen ließ. Würde ich imstande gewesen sein mich zu rühren, so wäre ich von dem Ort dieses Gemetzels weggeritten, allein es war mir buchstäblich unmöglich, durch den geringsten Druck mit den Beinen dem Tiere meinen Willen kundzugeben. Wie schon gesagt, hatte ich die Fähigkeit zu sehen und zu denken nicht verloren, und dadurch wurde meine Lage noch grässlicher. Abgesehen von den Bajonettstichen, denen ich infolge des um mich her wütenden Kampfes ausgesetzt war, suchte ein russischer Offizier mit abstoßenden Zügen mich fortwährend mit seinem Degen zu durchbohren, und als er vor der Menge der Kämpfenden mich nicht zu erreichen vermochte, machte er seine Leute auf mich aufmerksam und suchte ihnen durch Handbewegungen zu verstehen zu geben, dass sie auf mich anlegen sollten. Da ich der einzige Berittene war, so hielten mich die Feinde überhaupt für den Anführer der französischen Abteilung und schossen sogar über die Köpfe ihrer Kameraden weg nach mir, so dass mir die Kugeln fortwährend um die Ohren pfiffen. …“
Diese verträgliche Art sollte das Pferd aber im nächsten Moment aufgeben.
„ …Unter den Unsrigen, die sich an die linke Flanke meines Pferdes anlehnten, befand sich auch ein Fourier, der mir bekannt war, da er beim Stabe des Marschalls die Situationspläne abzeichnete. Von mehreren feindlichen Grenadieren angegriffen, fiel dieser Mann nun verwundet unter den Leib meines Pferdes und umklammerte mein Bein, um wieder emporzukommen. Währenddessen trat ein russischer Grenadier mit unsicheren Schritten auf den Verwundeten zu, um ihm mit dem Bajonett vollends den Rest zu geben. Der anscheinend betrunkene Grenadier verlor jedoch das Gleichgewicht, so dass sich der Bajonettstich verirrte und durch meinen vom Wind aufgeblähten Mantel drang. Als der Russe mich darauf nicht fallen sah, ließ er von dem Fourier ab, und stach nun unaufhörlich auf mich los. Anfänglich traf er mich dabei nicht, schließlich ging mir jedoch einer der Stiche durch den linken Arm und ich fühlte mit einer Art von wonnigem Grausen, wie das warme Blut über denselben hinunterrieselte. Der Russe wurde daraufhin immer wütender und stach noch einmal mit solchem Ungestüm nach mir, dass er dabei strauchelte und das Bajonett meinem Tiere in den Schenkel fuhr. Infolge des Schmerzes erwachten die wilden Triebe der Stute wieder, sie ging auf den Russen los, fasste ihn mit den Zähnen im Gesicht und riss ihm mit einem Biss die ganze Gesichtshaut samt Lippen, Nase und Augenbrauen weg, so dass er auf seinem lebenden Körper einen vollkommenen, blutüberströmten Totenkopf trug. Es war ein schauerlicher Anblick!“
Das verletzte Tier fing jetzt an zu toben.
„Darauf setzte Lisette wie toll zwischen den Kämpfenden hinein und rannte, fortwährend ausschlagend und um sich beißend, alles über den Haufen, war ihr in den Weg kam. Dabei wollte sie der feindliche Offizier, von dem ich oben erzählt hatte, am Zaume fassen und aufhalten, allein die Stute packte ihn in der Mitte des Körpers, hob ihn auf wie eine Feder und schleppte ihn aus dem Handgemenge weg bis zum Fuße des Hügels, wo sie ihn mit aufgerissenem Leib und durch ihre Hufschläge zerschmetterten Gliedern sterbend auf dem Schnee liegen ließ! Dann rannte das Tier auf demselben Wege, auf dem es gekommen war, in vollem Laufe dem Eylauer Friedhofe zu. Dank dem Bocksattel, auf dem ich saß, hatte ich mich bis jetzt auf dem Pferde halten können, aber schon sah ich mich wiederum von einer neuen Gefahr bedroht. Das Schneegestöber hatte eben wieder begonnen und verfinsterte in dichtem Flockenfall die Luft, als ich in der Nähe von Eylau einem Gardebataillon entgegensprengte. Da die Leute auf die Entfernung nicht deutlich zu sehen vermochten, so hielt man mich für einen feindlichen Offizier, der eine feindliche Reiterabteilung zum Angriff heranführe. Mit einem Male gab das ganze Bataillon Feuer auf mich. Mein Mantel und mein Sattel wurden von Kugeln völlig durchlöchert, trotzdem erhielt ich keine Verwundung. Meine Stute rannte immer gleich schnell vorwärts und glitt zwischen den drei Gliedern des Bataillons hindurch wie eine Natter durch eine Hecke. Doch bei dieser letzten Leistung hatte das Tier seine Kräfte erschöpft, die Schenkelwunde verursachte großen Blutverlust, da der Stich eine Hauptader getroffen hatte. Plötzlich stürzte das arme Tier zusammen und fiel auf die eine Seite, während ich auf der anderen Seite zur Erde rollte….“

Der Wut seines Pferdes verdankte Marbot letztendlich seine Rettung. Er fiel zwar in eine mehrstündige Ohnmacht, wachte aber beim finalen Plünderungsversuch auf.
„…Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich in einer entsetzlichen Lage… ich war völlig nackt, nur den Hut hatte ich noch auf und den rechten Stiefel am Fuß! Ein Trainsoldat, der mich für tot hielt, hatte mich wie üblich ausgeplündert und mühte sich nun, mir vollends den anderen Stiefel abzuziehen, indem er an meinem rechten Bein zerrte und sich dabei mit einem Fuß mir auf den Leib stemmte! Ohne Zweifel hatten mich die heftigen Stöße, die er mir versetzte, wieder zur Besinnung gebracht. Es gelang mir den Oberkörper aufzurichten und ganze Klumpen Blut, die mir in der Kehle steckten, auszuspucken. Der den Schuss begleitende Luftdruck hatte eine so gewaltige Blutunterlaufung zur Folge gehabt, dass ich im Gesicht und bis über die Schulter und Brust hinab ganz schwarz aussah, während zugleich das aus meiner Armwunde strömende Blut meinen übrigen Körper rot färbte. Mein Hut und meine Haare waren ganz von blutigem Schnee durchtränkt, wild rollten meine Augen in den Höhlen – ich muss einen schauerlichen Anblick geboten haben. Der Trainsoldat wandte das Gesicht ab und machte sich schließlich mit meinen Kleidungsstücken davon, ohne dass ich nur eine Silbe an zu richten vermocht hätte, so maßlos war die Erschöpfung, in der ich mich befand! …“
Gerettet wurde Marbot, weil dieser Trainsoldat seine Beute einem Kameraden zeigte, der wiederum die Sachen, als diejenigen Marbots erkannte.
Dieser ließ sich zum Platz führen, an dem Marbot lag, alarmierte, nachdem er feststellte, dass dieser noch am Leben war, dessen Burschen und ein paar Ordonanzen, die Marbot  dann letztendlich in Sicherheit bringen.
Aber auch das Schicksal Lisettes erwähnt Marbot.
„… Ehe man mich vom Schlachtfelde aufhob, hatte ich meine arme Stute noch in meiner Nähe gesehen. Infolge der Kälte war das aus ihrer Wunde fließende Blut rasch zur Gerinnung gekommen und dadurch wurde ein übermäßiger Blutverlust verhindert. Das gute Tier befand sich infolgedessen wieder auf den Beinen und knabberte an dem Stroh herum, das von den Biwaks der letzten Nacht noch auf dem Boden lag. Mein Bursche, der Lisette sehr zugetan war und sie bei meiner Wegschaffung vom Schlachtfelde gleichfalls gesehen hatte, suchte sie nachträglich auf.
Er nahm einem Gefallenen Hemd und Kapuze ab und schnitt Streifen daraus, so dass man sie zu Fuße nach Landsberg verbringen konnte…  Meine Stute verbrachte den Winter vollends in den Stallungen des Generalproviantmeisters de Launay.“
Ich möchte nicht vermissen Ihnen meine lieben Leser zu sagen, dass das Pferd die Verletzungen überlebt hat, und ein Jahr später von Marbot wieder in Dienst genommen werden konnte.
Dieser wiederum laborierte ernsthaft an seinen Verletzungen. Im Grunde ein Wunder, dass sein Fuß, der durch Verletzung und Erfrierungen eine brandige Stelle aufwies, nicht amputiert wurde.
Dr. Raymond unterzog Marbot zwar einer schmerzvollen Behandlung, aber besser als den Fuß oder gar ein Bein zu verlieren.
Zum Abschluss noch ein paar Bemerkungen.
Mir gefällt die Geschichte, die uns Marbot hier schildert so gut, dass ich sie Ihnen einfach näherbringen wollte.
Marbot hat sein Pferd, trotz der Eigenheiten, offensichtlich sehr geschätzt, sonst würde die Erwähnung des Reittiers nicht so umfangreich ausgefallen sein; und weil es sicherlich unzählige solcher Geschichten geben könnte, die aber nicht aufgeschrieben oder überliefert wurden, ist mein heutiger Bericht auch als Lobpreisung für Tiere gedacht, die in vielen Schlachten, die Menschen gegeneinander austrugen, Ihr Leben ließen.
Lisette war vielleicht ein Killerpferd, aber letztendlich der Grund, warum  Marbot überhaupt seine Mission und die Schlacht überlebte. Sie war ein echtes WARHORSE.
Wenn Sie zukünftig an Eylau denken, denken Sie bitte nicht nur an L’Empereur, seine Marschälle, an Bennigsen und seine Generäle, denken Sie auch an Lisette, die Mecklenburger Stute des Adjutanten Marbot.
Mir bleibt nur noch zu sagen, dass ich Ihnen wirklich empfehle die Memoiren zu lesen. Sie sind tatsächlich herzerfrischend geschrieben. Marbot hat folgendes in seinem Vorwort geschrieben:
„Es wird mein Bestreben sein, in meinen Erinnerungen mehr das persönlich Erlebte hervortreten zu lassen, als die geschichtlichen Ereignisse zu schildern….Neben Tatsachen von großer politischer Bedeutung werde ich Veranlassung haben, heitere und abenteuerliche Vorfälle zu erzählen und alles so schlicht vorzutragen, wie es sich für eine der eigenen Familie gewidmete Erzählung ziemt.“
Diesem Anspruch kommt Marbot tatsächlich nach, und deshalb sind seine Memoiren auch immer wieder einmal neu aufgelegt worden.
Hier der Link zu den Büchern, bzw. der Kindle Version:

P.S.: Vielleicht liest ja auch einer der Perries diesen Bericht und modelliert Lisette. So ein Killerpferd fehlt einem doch in seiner Sammlung. Finden Sie nicht auch?
P.P.S.: Nachfolgend noch eine animierte Darstellung der Ereignisse. Wie ich finde ganz gut gemacht.





As a diorama builder or wargamer, you like to be inspired by historical scenes. Especially by those who exude a certain drama.
Basically, we are on the same level as artists, who also try to catch an event that lasts for several hours at a specific moment in order to give it eternity.
These moments are usually the most critical or the most crucial points. Especially in a battle.
Those who have a certain heroic immanent are in demand.
Such moments are often captured in paintings; they also have a formative effect and were then propagated in certain epochs as exemplary, indeed as meaningful.
So, just like in these paintings, a brave soldier has to behave.
That was the message of battle painting for decades, even centuries.
There were two such moments in Eylau, which were recorded again and again.
The attack of the flamboyant Murat at the head of his cavalry squadrons and of course the death struggle of the 14th regiment, which was handed down to us by one of the main participants in the event, Jean-Baptiste Antoine Marcellin de Marbot.
Fascinating, at least for me, is the very different way in which his deed is portrayed in visual art and in his own memoirs.
In his case, art definitely wants to be educational. Instructed artists want to convey an exemplary attitude to us as a symbol.
They showed us a hero who grabs the eagle of the 14th regiment to bring him to safety. The regiment itself remains to sacrifice itself.
"Ave Caesar, morituri te salutant".
Even though Marbot chose precisely this quotation from Caesar in his memoirs as a description of the sacrifice of the 14th regiment, it has to be said that he depicts his own story in this episode far less heroically than one should believe. Marshal Augereau's aide, who was still young at the time, describes his deed quite matter-of-factly.
It was dangerous. No question; but someone had to do the job. It was the mission of a soldier.
His lines are beautiful where he describes the horrified face of his superior when he realizes that the next link in the chain of messages that he now has to send out for this death ride is his friend's son, Marbot himself.
"... And now it was my turn! When the marshal saw the son of his old friend and, I may say, his favorite adjutant, his friendly features twitched and his eyes filled with tears, but he could make no mistake about the fact that he was almost certain of me Send death towards. The Emperor's command alone required obedience, I was a soldier and it was not up to me to send one of my comrades instead of mine ... ”
The deed is guaranteed. Marbot actually took the flag and saved it, but I would like to quote you a few passages of his memories, because basically the hero of the story is not Marbot, but ...
a horse named Lisette.
"... I already had two good horses, but I was looking for an even better one, a real war horse. It was not easy to find something like that. Although horses were generally much cheaper then than they are now, they were still very expensive and my resources were very limited. But coincidence came to my aid in a strange way. I met a German professor ... His main adornment was a beautiful, excellent Mecklenburg mare of a gentle pace, nimble as a stag and so well ridden that every child could lead it. The professor directed my attention to this mare. This alone had a very bad mistake, which luckily happened very rarely. When she sat up, she bit around like a bulldog and went furiously at everyone she didn't like. The owner therefore decided to hand over the animal. The first buyer was an imperial adjutant, who had been kept silent about the animal's mistake when selling. So on the first evening you found the groom lying on the floor, whose body had completely torn open by the teeth of the furious horse! The purchase was then canceled and, in order to prevent further misfortune, the police at the same time ordered that a slip of paper be attached to Lisette's crib, from which every buyer could learn about the malevolence of the animal.
Furthermore, a purchase should only be valid if the buyer has confirmed in writing that he has inspected the note. Understandably, such a recommendation was not suitable to facilitate the sale of the mare, and, as I heard from the professor, the owner of the mare was therefore willing to let her out at any price. I offered 1,000 francs and received the animal for it, even though he had paid it at the time with 5,000…. ”
Lisette really seems to have been a beast; well and because the horse was just the way it was, it even found its way into the French Wikipedia.
Here Lisette is mentioned in one breath with Alexander the Great Horse Bukephalos.
Both horses are referred to as "Cheval tueur", so-called "killer horses".
Truly a dangerous reputation.
There are voices that deny the real existence of such animals. My wife also rides and luckily we have never seen horses like this. However, if you google it, you will find evidence that there are still injuries caused by horse bites.
Unfortunately, I cannot provide scientific analyzes here now, so that I would like to follow the history of Marbot - relatively uncritically.
Lisette must have been special there, otherwise Marbot would not emphasize the peculiarities of the horse. It would have been easy for him to focus on himself and not on his mount.
No matter how.
Lisette was basically only tamed by him and a stable boy because they outwitted the horse.
The horse had tried to bite these two too, but a "hot-fried mutton leg", which was held up to the horse and which it bit into, prevented similar actions by the mount in future: a burned mouth earned respect.
"... Lisette was obedient to both of us now like a puppy, so that we could approach her at any time without danger. Even against the stable staff of the general staff who saw her every day, she became a bit more mannerful, but woe to every stranger who passed her! I could give twenty examples of their malice in such a case ... "
So the horse once put a thief who had ventured into the stable and maltreated him in a terrible way. A saber punch in Lisette's shoulder, an injury from the Battle of Jena, further increased distrust of strangers.
Marbot then rode on this horse to the battle of Eylau, and here the horse and rider saw the shot up corps Augereau trying to gather again at the cemetery. The 14th regiment remained cut off.
"... As you know, the 14th Line Regiment was surrounded by the enemy on a hill and was not allowed to leave this position without an imperial order. When the snowstorm stopped for a moment, one saw the brave regiment to prove that it was still standing and waving its eagle in the air as an emergency signal. The brave sacrifice of these brave men touched the emperor. He decided to try to rescue them and, for this purpose, ordered Marshal Augereau to have an officer tell them to leave the hill and approach our line in a tightly packed square, and a cavalry brigade would be sent to meet them facilitate their withdrawal. This was before the decisive cavalry attack that Murat led. Between us and the 14th Regiment there was a whole swarm of Cossacks, so it was hardly possible to follow the Emperor's command, because any officer who tried to get to the unfortunate regiment would almost certainly die or have gone to captivity. Just because there was a specific order, the Marshal had to act accordingly. In the imperial army, it was customary for the adjutants to stand in a row a few steps backwards from their general, so that the first in line was dispatched first.
Once he had completed his assignment, he rode to the end of the row. So it was sought to bring about a regular change in service and to distribute the associated dangers as evenly as possible. The brave genius Captain Froissard, who was without an adjutant to the Marshal, was the first in line to be sent to the threatened regiment. We saw him blow up until he was in the middle of the Cossacks, here we lost sight of him and have never learned anything about his future fate. When the Marshal saw that the 14th Regiment made no move to withdraw, he sent another officer named David to the same. He was no different than the previous one, you never heard a word from him again! Both were believed to have been killed and then looted so that they could not be recognized among the many bodies that covered the battlefield. For the third time the marshal is now calling: "Officer to send!" - And now it was my turn! "
At that moment Marbot was lucky to own a horse like Lisette. Unlike his comrades before, he left the saber in his scabbard and built on the speed to escape the Cossacks that were everywhere on the battlefield.
"... Lisette was no longer running, she was flying there, light as a bird. She set over the heaps of human and horse corpses, over ditches, over the rubble of gun carriages and over glowing watch fires with a speed at which the distance literally vanished ... "
At this point, Marbot shows us who the real hero of the event is.
Not him, but his riding horse, Lisette.
"... As a result, I finally escaped alone and penetrated to the 14th Regiment without me or my lovely animal getting the slightest scratch on the way!"
Marbot describes the desperate situation the regiment was in.
“… When I arrived there, the regiment stood in the square on top of the hill. However, since its slopes rose very gently, the enemy cavalry had already carried out several attacks on the regiment, which it had emphatically rejected. A formal wall of horse corpses and dead enemy dragoons had formed in front of the regiment, so that the cavalry was hardly able to cope with it. Despite the support the regimental people gave me, I had a hard time getting over this hideous, bloody mess! I was finally in the middle of the square. ... "
Here he informed the commanding officer that the regiment could withdraw under imperial orders.
The latter, judging the situation correctly - the regiment was under violent artillery fire, an assault column was approaching and the Cossacks were all around - refuses, however, and asks Marbot to bring the regiment's eagle to safety.
Marbot grabs the eagle and while he tries to cut off the obstructing flagship, he is hit by a bullet on the hat.
"... The shock was all the more terrible because the hat was held under my chin by a strong leather storm band, which made the shot all the more resistant. I felt completely destroyed, but without falling off my horse. The blood shot from my nose and ears, even from my eyes. I heard and saw anyway, I understood everything and was in control of my intellectual abilities, on the other hand my limbs were so paralyzed that I was unable to lift a finger! "
That sounds like an injury that can be caused by a cannonball flying by.
The 14th regiment was then attacked by the Pavlov Grenadiers, known for their grenadier hats, which were borrowed from the Prussian model.
How did Lisette behave in this frenzy?
"... During this terrible scuffle, several of ours leaned against my mare to cover her back, who, contrary to her usual habit, calmly put up with it. If I had been able to move, I would have ridden away from the place of this slaughter, but it was literally impossible for me to show my will to the animal by the slightest pressure with my legs.
As I said, I hadn't lost the ability to see and think, which made my situation even more hideous. Apart from the bayonet stings to which I was exposed as a result of the angry struggle around me, a Russian officer with repulsive moves constantly tried to pierce me with his sword, and when he was unable to reach me in front of the crowd of fighters, he made his men Attention to me and tried to make them understand by hand movements that they should put on me. Since I was the only mounted man, the enemies considered me to be the leader of the French division and even shot at me over the heads of their comrades, so that the bullets kept whistling around my ears. ... "
The horse should give up this tolerable type in the next moment.
"... Among ours, who leaned against the left flank of my horse, there was also a Fourier, whom I knew because he drew up the situation plans from the Marshal's staff. Attacked by several enemy grenadiers, this man fell wounded under the body of my horse and clutched my leg to get back up. In the meantime, a Russian grenadier approached the wounded with uncertain steps to give him the rest with the bayonet. The apparently drunk grenadier, however, lost his balance, so that the bayonet stitch got lost and penetrated through my wind-blown coat. When the Russian did not see me falling on it, he let go of the Fourier, and then kept on stabbing me. At first he didn't hit me, but eventually one of the stitches went through my left arm and I felt with a kind of blissful horror how the warm blood trickled down over it. The Russian then got angrier and stabbed me with such impetuosity that he stumbled and drove the bayonet into my animal's thigh. As a result of the pain, the wild shoots of the mare awoke again, she attacked the Russian, grabbed his teeth in the face and tore away all of the facial skin, including the lips, nose and eyebrows, so that he was one on his living body perfect, blood-covered skull. It was a horrible sight! "
The injured animal was now raging.
"Then Lisette sat down between the fighters like mad and ran, constantly swinging and biting, everything that had got in her way. The enemy officer, of whom I mentioned above, wanted to hold her up and stop her, the mare alone grabbed him in the middle of the body, picked him up like a feather and dragged him away from the melee to the foot of the hill, where she left him lying on the snow, body torn open and limbs shattered by her hoofbeats! Then the animal ran to the Eylau cemetery in the same way as it had come. Thanks to the trestle saddle on which I was sitting, I had been able to keep on horseback so far, but I was again faced with a new danger. The snowstorm had just started again and darkened the air in dense flakes when I blasted into a guard battalion near Eylau. Since people could not see clearly from a distance, I was thought to be an enemy officer who was leading an enemy squadron to attack. Suddenly the whole battalion set fire to me. Bullets pierced my coat and saddle completely, but I was not wounded. My mare always ran at the same speed and slid between the three members of the battalion like a snake through a hedge. But at this last performance the animal had exhausted its strength, the thigh wound caused great blood loss because the sting had hit a main vein. Suddenly the poor animal collapsed and fell on one side while I rolled to the ground on the other side…. ”
Marbot ultimately owed his rescue to the anger of his horse. He fainted for several hours, but woke up when someone tried to plunder him.
"... When I came to, I was in a terrible situation ... I was completely naked, I just had my hat on and my right boot on my foot! A train soldier who thought I was dead had looted me as usual and was now struggling to take off my other boot completely by tugging on my right leg and putting one foot on my body!
Without a doubt the violent blows he gave me brought me back to my senses. I managed to straighten my torso and spit out whole lumps of blood in my throat. The air pressure accompanying the shot had such a huge underflow of blood that I looked completely black on my face and down over my shoulder and chest, while at the same time the blood flowing from my arm stained my rest of the body red. My hat and hair were soaked in bloody snow, my eyes rolled wildly in the caves - I must have looked horrible. The train soldier turned his face and finally left with my clothes, without being able to say a syllable, the exhaustion I was in was immeasurable! ... "
Marbot was saved because this train soldier showed his prey to a comrade, who in turn recognized the things as those of Marbot.
He let himself be led to the place where Marbot was lying, and after finding out that he was still alive, alarmed his fellows and a couple of orderlies, who finally brought Marbot to safety.
Marbot also mentions Lisette's fate.
“… Before I was picked up from the battlefield, I had seen my poor mare near me. As a result of the cold, the blood flowing from her wound quickly clotted, preventing excessive blood loss. As a result, the good animal was back on its feet, nibbling on the straw that was left on the ground from the bivouacs of the previous night. My boy, who was very fond of Lisette and had also seen her when I got away from the battlefield, went to see her later.
He took off a fallen shirt and hood and cut strips out of it so that they could be taken to Landsberg on foot ... My mare spent the entire winter in the stables of the General Provincial Master de Launay. ”
I don't want to miss to tell you my dear readers that the horse survived the injuries and was brought back into service by Marbot a year later.
The latter, in turn, was seriously suffering from his injuries. Basically a miracle that his foot, which had a burned area due to injury and frostbite, was not amputated.
Dr. Raymond gave Marbot painful treatment, but better than losing his foot or even a leg.
Finally, a few comments.
I like the story that Marbot tells us here so well that I just wanted to bring it closer to you.
Despite the peculiarities, Marbot obviously valued his horse very much, otherwise the mention of the mount would not have been so extensive; and because there could certainly be countless such stories, but which have not been written down or handed down, my report today is also intended as a praise for animals who lost their lives in many battles that humans fought against each other.
Lisette may have been a killer horse, but ultimately the reason why Marbot survived his mission and the  battle. The mare was a real WARHORSE.
When you think of Eylau in the future, please do not only think of L’Empereur, his marshals, Bennigsen and his generals, also think of Lisette, the Mecklenburg mare of the adjutant Marbot.
All I have to say is that I really recommend reading the memoirs. They are actually written in a refreshing way. Marbot wrote the following in his preface:
"It will be my endeavor to make my personal experiences more apparent than to describe the historical events ... In addition to facts of great political importance, I will also have the occasion to tell cheerful and adventurous incidents and to recite everything as simply as possible it is fitting for a story dedicated to one's own family. "
Marbot actually lives up to this claim, which is why his memoirs have been reprinted again and again.
Here is the link to the books or the Kindle version:

P.S .: Maybe one of the Perries is reading this report and modeling Lisette. Such a killer horse is missing not only in my collection. Don't you think so too?

Sonntag, 12. Januar 2020

Preußisch-Eylau - Die Schlacht


Der zweite Teil des Eylau Schlachtberichtes:


"Am Friedhof von Eylau saß Napoleons Stab auf den Pferden und war entsetzt, als der Schneesturm nachließ und den Blick auf das Schlachtfeld freigab. Niemand wagte es zu sprechen.




Der 'Kleine Caporal' in ihrer Mitte, grimmig und teilnahmslos wirkend, beobachtete und korrigierte seine Berechnungen.
Mit einer leisen, tönernen Stimme befahl er den Prinzen Murat mit der Reserve Kavallerie nach vorne, um die Russen zurück zu werfen.
Die Überreste des Korps von Augereau waren jetzt nicht mehr zu sammeln.
Augereau selbst, krank, verwundet, und von zu wenigen umgeben, die er hätte nach vorne befehligen können, zog sich vom Schlachtfeld zurück.
Eine weitere Entfaltung  von Davouts Einheiten wurde durch die Krise im Zentrum gelähmt.
Soults zerschlagene Regimenter standen und starben weiter und beteten darum, dass die Nacht kommen würde, um ihr Leiden zu beenden.
Dabei war es gerade einmal  11 Uhr.
An der Spitze seiner 10.000 Reiter, mit auffälligen Straußenfedern am Hut, ordnete Murat seine achtzig Schwadronen und führte sie in die Schlacht.

Die Dragoner von Klein, Grouchy und Milhaud und die gepanzerten Kürassiere von Hautpoul:
Die Linien trabten nach vorn durch den Schnee mit dem Ruf ‚Aufrücken! Aufrücken!', der überall in den nach vorne wogenden Reihen ertönte. Für einen Moment, vernahm man das gruselige Kratzen von Metall auf Metall, als die Reiter ihre langen Schwerter aus den eisernen Scheiden zogen.
Dann passierten sie die ersten unglücklichen Überlebenden von Augereaus zwei Divisionen und gingen in den Galopp über.

Murat, jubelnd, drehte sich im Sattel um, als die russischen Reiter, die Augereaus’s Infanterie verfolgt hatten, aus dem Schneetreiben auftauchten. Er riss seinen Schwertarm in die Höhe und schrie:
„Angriff, Dragoner! Kürassiere, Angriff!“
Diese gewaltige Kraft der napoleonischen Kavallerie durchbrach die völlig verblüfften und ungeordneten russischen Reiter, und trieb diese zurück in ihre Infanterie.
Die russischen Infanteristen waren überrascht und waren nicht vorbereitet, sich gegen Kavallerie zu verteidigen.
Sie waren sofort überwältigt.
Murats Kavallerie preschte weiter vor, nutzte ihren Vorteil aus, und donnerte in die zweite Linie der Russen, die ungefähr hundert Yards hinter der ersten stand.
Die Veteranen schmissen sich in den Schnee und hofften, dass die Flut an ihnen vorbeirauschen würde. Die anderen schossen eine mickrige Salve ab, und wurden dort niedergeschlagen, wo sie standen.              
Die zweite Welle der Kavallerie neigte sich tief im Sattel, um die im Schnee ausgestreckten Soldaten in ihren Mänteln noch zu erreichen, bevor sie zu neuen Zielen aufbrach.
Die dritte Welle erledigte dann das, was noch übrig war.


Bennigsen sah entsetzt zu.
Seine ersten beiden Linien waren in Stücke gerissen worden, und wenn nicht seine letzte Reserve gewesen wäre, die zusammengeballten Divisionen von Samow und Dokhturov im hinteren Treffen, wäre seine Armee in zwei Hälften gespalten worden.
Diese Bataillone brachten Murats Attacke  schließlich zum Halt.
Der Blutdurst war nun gesättigt, die Energie verbraucht. Die nun in Unordnung geratenen Kavalleristen machten sich auf den Weg zurück, der jetzt mit Leichen, verlassenen Waffen und Ausrüstung, verwundeten Pferden und Männern übersät war.
Offiziere sammelten sie wieder in Gruppen.
Die Russen, die den unaufhaltsamen Kavallerieangriff klug an sich vorbeigaloppieren gelassen hatten, standen nun auf, schlossen sich zusammen und begannen ein vereinzeltes, aber zerstörerisches Feuer auf die Pferde und Reiter. Die Obristen merkten plötzlich, dass sie sich ihren Weg zurück zu den französischen Linien erkämpfen mussten.
Grouchy’s Pferd wurde getötet, d'Hautpoul fiel.
Immer mehr Reiter wurden aus dem Sattel geschossen. Es schien so, als würden überall tote Russen wieder aufstehen.
Die Franzosen versuchten, ihre müden Pferde noch einmal anzutreiben, aber es war sinnlos.
Murat wütete und richtete seine Pistole auf einen russischen Offizier, der auf ihn zeigte und noch rief.
„Da. Das ist Murat!!! Murat, meine Jungs, UNSER Gefangener!“
Sprachs, dann fiel er tot vom Pferd, mit einer Kugel im Kopf.
Auf seinem Aussichtspunkt am Friedhof konnte Napoleon sehen, was los war.


Murat brauchte Hilfe.
„Bessieres. Nehmen Sie die Chasseurs und die Grenadiers a Cheval der Garde, und öffnen Sie einen Fluchtweg für den Prinzen“, lautete sein Befehl.
Die Garde-Kavallerie entfernte sich mit Bessières an der Spitze.
Die Angriffslinie entfaltete sich, die Männer zogen die  Schwerter und preschten durch den Schnee, der bereits von vielen Pferden aufgewirbelt worden war.
Murat wurde gerettet, seine Divisionen sammelten sich.
Über tausend gefallene Reiter lagen im Schnee, der sich langsam, wie ein Leichentuch, über die Körper legte.
Aber die Krise; sie  war vorbei - zumindest für den Moment.
Der russische Gegenangriff war in seinen Anfängen bereits gestoppt worden. Aber eine einzige Kolonne, über 4.000 russische Grenadiere, schien die Ebbe und Flut, die rings um sie herum tobte, nicht wahrnehmen zu wollen.
Diese marschierte stetig vorwärts und hätte beinahe den ummauerten Friedhof von Eylau auf eigene Faust erobert. Die Infanteristen machten sich schon bereit, und innerhalb Musketenreichweite zu Kaiser Napoleon, waren sie kurz davor, das Dorf zu stürmen.
Blass wie ein Geist, und sichtlich erschüttert, weigerte sich Napoleon standhaft, sich zu bewegen.
Er befahl dem Rest der Garde  diese "verlorene Kolonne" von allen Seiten anzugreifen.
Seine persönliche berittene Eskorte warf sich auf eine Flanke der isolierten, aber bedrohlichen Masse:
Die Grenadiere zu Fuß der Garde nutzten diese Chance, um dem Rest der Armee zu zeigen, woraus sie gemacht waren.

Sie setzten die Bajonette auf und ohne zu zögern, obwohl sie erst vor einem Moment eine Musketensalve empfangen hatten, schossen sie zurück, stürmten los und brachen in die russische Kolonne ein.
Augereau wiederum hatte seine eigene "verlorene Kolonne":
Sein 14. Regiment hatte sich gesammelt, Karree gebildet und erwartete weitere Befehle.
Meldereiter, die geschickt worden waren, um den Rückzug des Regiments zu veranlassen, wurden getötet und die Männer waren jetzt isoliert.
Als der Rückzugsbefehl sie erreichte, waren sie bereits von den Russen in Stücke geschossen und umzingelt.
12 Uhr.
Die nur mehr wenige hundert Soldaten umffassenden Überlebenden des Korps von Augereau standen nun rechts neben dem Friedhof.
Die Überreste der Kavallerie Murats sollten ihren Platz in der Linie wie gewöhnliche Fußsoldaten zwischen Augereau und St. Hilaire einnehmen, und leckten jetzt dort ihre Wunden. Es gab nichts anderes, um die Lücke zu füllen.
Auch Soult hielt weiter die Stellung, obwohl ein Drittel seiner Männer jetzt außer Gefecht war.
Die Garde - vielleicht 3.000 Mann - war jetzt die einzige Reserve, und noch kein Zeichen von Ney.
Davout?
Da war Gott sei Dank das 3. Korps.
Könnte Davout den Tag retten?
Napoleon betete, dass er es könnte.
In der Zwischenzeit bestellte er einen seiner Adjutanten  - Jomini - ein, um geheime Absprachen für einen möglichen Rückzug an diesem Abend um 10 Uhr zu treffen.
Sobald seine Truppen bereit gewesen waren, hatte Davout seine Bataillone in den bitterkalten und blendenden Schnee nach vorne geführt, aber die mächtige russische Artillerie hatte seine Angriffe erstickt. Nun nutzte er die Zeit, um stattdessen eine feste Schlachtlinie zu bilden.
Morand's Division nach links, Gudin in die Mitte, Friant nach rechts.
Seine leichte Kavallerie noch weiter rechts, um alle Bewegungen der stets wachsamen Kosaken zu bekämpfen.
Morand, der nun zu St. Hilaire aufschloss, kämpfte sich vor den feuerspeienden Schlund der russischen Kanonen und nahm 30 Kanonen mit einem Bajonettangriff.
Während sich die Infanterie nach vorne quälte, stürmte Korffs russische Kavallerie plötzlich durch den Schnee.
Die Infanteristen taumelten vor den Reitern zurück, bis die Dragoner von Klein einen Gegenangriff starteten.
Die Reiter waren jetzt blutig, ihre Pferde erschöpft.
Davout trieb seine Truppen nach vorne.
„Sire!“, hatte er zu seinem Kaiser gesagt. „Das 3. Korps wird Ihrer Majestät genauso zur Seite stehen, wie einstmals die 10. Legion Caesar.“
Die russische Infanterie griff heftig an, aber Davouts Salven sprengten sie zurück.
Die Wehrpflichtigen brachen zusammen, als die Veteranen immer wieder nachluden und die Musketen anlegten.
Die Geräuschkulisse war infernalisch: der dumpfe Knall der Artillerie im Hintergrund, das Heulen des Windes, das boshafte, unaufhörliche Knattern der Musketen.
Friant eroberte schließlich Klein-Sausgarten, wurde wieder vertrieben, und nahm es erneut mit Verstärkung. Die Russen kämpften hier wie Verrrückte, ihre Offiziere führten sie immer wieder mit ihrem barbarischen "Hurrah!" nach vorne.
Die Franzosen hielten verbissen ihre Stellung, schossen Salve um Salve in die Masse und marschierten über die menschlichen Überreste hinweg.
Obwohl Bennigsen ängstlich immer mehr Reserven aus seiner Mitte zog, um seine Linke zu verstärken, wurde seine Flanke langsam aber stetig zurückgeworfen. Dies war alleine der Willenskraft des unwiderstehlichen 3. Korps und ihres unerbittlichen Kommandanten geschuldet.
Während Davout seine Geschütze auf die Kreegeburg vornahm, um die Russen vor ihm hinwegzufegen und ihr Zentrum zu bedrohen, begann Napoleon, etwas für seine angespannten Nerven zu tun.
Um drei Uhr, während das Gemetzel um ihn herum weiterging, zog er sich zurück,  um etwas kaltes Fleisch und ein Glas Wein zu sich zu nehmen.
Er hatte am Morgen einen gewaltigen Schlag erhalten, aber er hatte nie die Initiative verloren.
Bennigsen befahl seine schwindenden Reserven einfach dahin, wo sie gebraucht wurden.
Murats Angriff hatte nicht nur sein Zentrum erschüttert, sondern auch seine Nerven, und die französische Artillerie wütete schrecklich, obwohl sie in der Unterzahl war, in den exponierten russischen Formationen.
Davout verleibte sich die restlichen Reserven ein und drückte weiter auf Bennigsens linke Flanke ein. Das russische Hinterland füllte sich mit Nachzüglern, Verwundeten und Flüchtlingen.
Plötzlich befand sich eines von Gudins Bataillonen im Gehöft Anklappen. Sie wurden zunächst wieder schnell herausgeworfen, kehrten aber sofort erneut zum Angriff zurück.
Rauchende Musketenläufe, die aus Türen und Fenstern ragten, wurden aus den Händen ihrer Besitzer gerissen, Salven auf sechs Fuß Entfernung abgefeuert, Fäuste und Bajonette im Nahkampf unerbittlich eingesetzt.

Die Franzosen hielten letztendlich das Gehöft, und wenige Minuten später fiel auch das Dorf Kuschitten, hier an die Männer von Friant.
Die ganz links von den Russen umherstreifenden Kosaken wurden von Davouts Chasseuren beschäftigt, die seit dem Morgengrauen im Einsatz waren.
Mittlerweile hatte Milhauds Dragoner-Division, die aus der Mitte geschickt wurde, sie endgültig vertrieben.
Es war jetzt 5 Uhr.
Davout, so schien es, hatte die gesamte russische Linke aufgerollt.
Sie war bedrängt worden, dann zurückgeworfen, von Dorf zu Dorf getrieben, fast gebrochen, und jetzt begann sie zu zerfallen.
Während die Männer von Soult die Zähne zusammenbissen und die Stellung hielten, wurde Lasalles leichte Kavalleriedivision von einem halbherzigen Angriff von Markovs Kavallerie bedrängt.
Ein Gegenangriff war nicht möglich, und so ordneten die französischen Reiter ihre Reihen, richteten Karabiner über die Köpfe ihrer Pferde hinweg auf den Feind und brachen den russischen Angriff aus einer Entfernung von gerade noch zehn Metern. Am späten Nachmittag verlegten sie zum linken Flügel, um Kontakt mit Ney aufzunehmen.
Da die russische Linke schon weit zurückgebogen war und das russische Zentrum und der rechte Flügel tagsüber so stark geschwächt worden waren, dass sie Davouts zunehmenden Druck nicht mehr abwehren konnten, ging Napoleon davon aus, dass Ney nun in Bennigsens Rücken fallen würde, um dessen schwankende Armee zu vernichten.
Aber seine Befehle an Marschall Ney waren erst am Morgen abgeschickt worden.
Hinzu kam noch, dass die Melder sich verspätet hatten, und Ney die Befehle erst nach der Mittagszeit erhielt.
Als sich schließlich dunkle Truppenmassen in Richtung Althof näherten, handelte es sich nicht um Ney, sondern um den Preußen Lestocq an der Spitze seiner zerlumpten, aber hervorragend kämpfenden Deutschen.
Bennigsen führte sie hinter seine Armee und lenkte Lestocq zu seiner angeschlagenen linken Flanke. In ihren kompakten Säulen marschierten die Preußen grimmig an verwundeten russischen Infanteristen, reiterlosen Pferden, verlassenen Fahrzeugen und Gruppen von Deserteuren vorbei.
Einige von ihnen sammelten sich und folgten hinter Lestocqs kleiner Armee von etwa 7.000 Mann. Die stolzen Deutschen, die die im vergangenen Oktober in Jena erduldete Demütigung rächen wollten, fielen auf Kuschitten, umzingelten drei bis vierhundert französische Verteidiger und vernichteten sie.
Sogar Davouts Helden konnten dem Ansturm der noch frischen Truppen nicht standhalten - und zogen sich widerwillig vor den vorrückenden Preußen zurück.
Die Schlacht rollte nun wieder durch die schneebedeckten Birkenwälder um Anklappen zurück, während die dortigen Bauernhöfe brannten und einem russischen Angriff zum Opfer fielen.
Davout ritt hektisch auf und ab und schrie den Soldaten seiner angeschlagenen Divisionen Ermutigungen zu.
Er sammelte alle verfügbaren Geschütze südlich des Waldes von Anklappen und begann, eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. Als die Preußen zwischen den Bäumen auftauchten, um ihre Reihen zu ordnen, wurden sie von entsprechenden Musketensalven erwartet.



Als die Nacht hereinbrach, ließ das Schießen nach.
Beide Seiten, die sich bis zur Erschöpfung bekämpft hatten, fielen da wo sie standen zu Boden, und zündeten Lagerfeuer an, egal ob es ihnen befohlen worden war oder nicht.
Hin und wieder flakerte nochmals Musketenfeuer auf, aber es gab keine weiteren Angriffe.
Bald verstummten auch Davouts Kanonen, und um 10 Uhr war die Schlacht an der französischen Rechten zu Ende.
Irgendwann gegen 4 Uhr nachmittags bei Neys Korps.
Ein Voltigeur Caporal in Neys 6. Korps hetzte von einem kleinen, schneebedeckten Hügel zum Marschall.
„Sire, da drüben ist eine verdammte Schlacht!“
Ney begab sich nach vorne, um sich selbst zu überzeugen, und um sechs Uhr waren seine Batterien der Vorhut vor Althof im Einsatz.
Napoleon war überglücklich, aber es war bereits dunkel, als Neys Grenadiere die dortige Brücke stürmten und zum Angriff auf Schloditten vorstießen.
Ney hatte den ganzen Weg bis zum Schlachtfeld mit Lestocq und seinen Preußen Fühlung gehalten, aber jetzt waren es die Russen, die sich ihm müde entgegenstellten.
Mit der Vorhut Brigade seines Corps und unterstützt von der leichten Kavallerie Lasalles eroberteNey Schloditten trotz heftigen Widerstands.
Die Franzosen fanden den Ort voller verwundeter und sterbender Russen vor.
Bennigsen kratzte ein Regiment zusammen, um die Ortschaft nach einem vorbereitenden Artilleriefeuer wieder einzunehmen.
Nur die Blitze der abgefeuerten Geschütze waren im Dunkel zu sehen.
Aber die Männer Neys beantworteten den Angriff mit einer Reihe schwacher Salven.
An der restlichen Schlachtlinie wurden auf Befehl des Kaisers die Lagerfeuer angezündet, "um den Sieg zu feiern", aber niemand ließ sich täuschen.
Nachdem die Nacht herangebrochen und die Schlacht nun offensichtlich vorbei war, sahNey keinen Sinn darin, sich in Schloditten aufzuhalten, und zog sein Korps wieder nach Althof zurück.
In den frühen Morgenstunden besetzten die Russen dann die Ortschaft erneut.
23 Uhr.
Keine neuen Schneefälle.
Während Davouts Munitionswagen durch die Dunkelheit rumpelten und frische Patronen verteilten, besprach Bennigsen unter freiem Himmel, auf seinem Pferd sitzend,  den Rückzug mit seinen Generälen.
„Meine Armee hat über 20.000 Mann verloren. Sie hat keine Munition, kein Brot, keine Kraft mehr zu kämpfen.“
Er macht eine Pause, um jeden mit seinen grauen Augen zu fixieren.
„Meine Herren, wir MÜSSEN uns zurückziehen. Um Mitternacht beginnen Sie mit der Evakuierung des Schlachtfeldes. Die Preußen folgen um 02:00 Uhr, die Kosaken decken den Rückzug. Wir ziehen uns nach Königsberg zurück. Gute Nacht, meine Herren.“

Bennigsen drehte seinen protestierenden Generälen den Rücken zu, und ritt nach Kuschitten. Dort stieg er steif vom Pferd und schlief unruhig bis zum Morgengrauen.
Napoleon, der in Ziegelhof in einem Stuhl mit angezogener Jacke und Stiefeln döste, wurde um 3:00 Uhr morgens über die Neuigkeit informiert.
„Gott sei Dank hatten sie sich zurückgezogen.“
Jetzt gab es einen Grund mehr dagegen, die Schlacht als siegreich zu bewerten.
Sicherlich; er würde natürlich niemanden täuschen können: Die Schlacht war ein blutiger und unentschiedener Kampf gewesen.
Ah, wie würden sie in den Pariser Salons und an den königlichen Höfen Europas sich die Mäuler zerreißen.
Am nächsten Morgen, als Murats Kavallerie den Kosaken behutsam nach Norden folgte, wurde die Armee mit den Auswirkungen des Gemetzels der vergangenen Tage konfrontiert.
Napoleon hatte etwa 25.000 Mann verloren, über ein Drittel seiner Armee.

Als er zu Pferd das Schlachtfeld besuchte, rief niemand "Vive L'Empereur!", so wie sie es vorher getan hatten.
Sie waren alle durchgefroren, nervlich am Ende, und nur zufrieden, überhaupt noch noch am Leben zu sein.
Der rothaarige Ney rief geschockt: „Was für ein Massaker! Und kein Ergebnis!“
Der Kaiser schien dies nicht zu hören, als sie mit ihren Pferden an einer anderen Wagenladung von Leichen vorbeiritten. Er plante bereits die nächste Kampagne und kalkulierte mit den Tausenden von Leben, die er noch für weitere Gebietsgewinne opfern wollte.
Er wandte sich an Ney und deutete auf den Haufen gefrorener Leichen.
„Eine Nacht in Paris wird das wieder wettmachen.“ "

2nd part of my Eylau report:

Up by the cemetery at Eylau, Napoleon's staff sat astride their horses, silently appalled at the sight that met their gaze as the snowstorm cleared. None dared speak. Alone in their midst, grim-faced and impassive, the 'Little Corporal' watched and adjusted his calculations. In a small metallic voice, he calmly ordered forward Prince Murat with the Reserve Cavalry to stop the rot and drive the Russians back.

The remnants of Augereau's Corps were now beyond rallying; Augereau himself, sick, wounded and nothing left to command, retired from the battlefield. Davout's opening moves were no sooner started than paralysed by the crisis in the centre. Soult's battered regiments continued to stand and die, praying for night to fall and end their misery. But it was not yet 11 o'clock.
At the head of his 10,000 horsemen, ostrich feathers in his hat, Murat marshalled his eighty squadrons and led them into battle. The dragoons of Klein, Grouchy and Milhaud, and the armoured cuirassiers of d'Hautpoul: the rippling lines clattered forward ion the snow with shouts of 'Close up! Close up!' echoing up and down the bobbing ranks. For a moment, the ghoulish rasping of metal on metal as the riders drew their long thrusting swords from iron scabbards. Then they were through the first bedraggled survivors of Augereau's two divisions, and broke into a canter. Murat, exultant, turned in the saddle when the foremost pursuing Russian horsemen appeared out of the snow-haze, and raised his sword-arm high:
Charge, dragoons! Cuirassiers, charge!'
This tremendous force of Napoleonic Cavalry then sliced through the stunned and disordered Russian troopers, driving them back onto their infantry. Surprised, unprepared to receive cavalry, the Russian foot-soldiers were overwhelmed in a moment, even as they fumbled to level their muskets, Murat's Cavalry thundered on, its momentum hardly checked, and cannoned into the second line, a hundred yards or so to the rear. The veterans dived to hug the snow and let the torrent pass. The others loosed a ragged volley and were cut down where they stood. The second wave of cavalry bent low in the saddle to reach the great-coated figures lying sprawled in the snow before passing on to yet new targets. The third wave took whatever was left. Bennigsen looked on, horrified. His first two lines had been cut to pieces, and had it not been for his last reserve, the massed divisions of Samov and Dokhturov to the rear, his army would have been split clean in two. As it was, these battalions finally brought Murat'' charge to a halt. Their bloodlust sated and their energy spent, scattered troopers began to pick their way back through a path now littered with corpses, abandoned guns and equipment, wounded horses and men. Officers rallied them into groups. Now, the Russians who had wisely let the irresistible mass pour over their heads, rose to their feet, closed ranks, and began a ragged but destructive fire into the blown horses and riders. Colonels suddenly realised that they were going to have to cut their way back to the French lines. Grouchy was unhorsed, d'Hautpoul killed. More and more riders were toppled from their mounts. It seemed that everywhere, dead Russians were standing up again. The Frenchmen tried to spur their tired horses to a gallop once more, but it was useless. Murat fumed, levelled his pistol at a Russian officer who was pointing at him.
It's Murat, Murat, my boys, our PRISONER!' The officer fell dead with a bullet in the head.
At the cemetery knoll, Napoleon could see what was happening. Murat would have to be cut loose.
Bessieres. Take the Chasseurs and Grenadiers a Cheval, and open a route for the Prince.
The Guard Cavalry moved off with Bessieres at their head, deployed, drew swords, and swept forward over snow already churned up by the passage of many horses. Murat was rescued, his divisions rallied. Over a thousand of his troopers lay stretched in the snow, new fall of which , like shrouds, were already covering up their bodies. But the crisis was past - at least for the present. The Russian counterattack had been stopped dead in its tracks, although a single column, over 4,000 Russian Grenadiers, seemed oblivious to the ebb and flow of battle around it. It marched steadily forward, and almost gained the walled cemetery at Eylau on its own. Pausing to dress ranks and within musket-shot of the Emperor, the foot-soldiers prepared to storm the village. Pale as a ghost, and visibly shaken, Napoleon nevertheless refused to budge. He ordered what remained of the Guard to attack the 'lost column' from all sides. His personal mounted escort threw itself at one flank of the isolated but threatening mass:The Foot Grenadiers seized this chance to show the rest of the army what they were made of. Fixing bayonets, and without pausing to return the point-blank volley of musketry they received in the face, they charged and broke the Russians at the run. Augereau, too, had his 'lost column': his 14th Regiment had rallied, formed squares and held on for further orders. Messengers sent to recall them were killed and the men became isolated. By the time the order to withdraw reached them, they were shot to pieces and trapped by the Russians.
12 noon. The few hundred rallied soldiers of Augereau's Corps to the right of the cemetery. The remains of Murat's Cavalry to take its place in the line like common foot-soldiers between Augereau and St. Hilaire, now licking his wounds. There was nothing else to fill the gap. Soult to hold on, though a third of his men were now out of action. The Guard - perhaps 3,000 men - were now the only reserve. No sign of Ney. Davout. Thank God for the 3rd Corps. Could Davout save the day? Napoleon prayed that he could. Meanwhile, he ordered an aide - Jomini - to make secret arrangements for a possible retreat at 10 that evening.
Once his troops were up, Davout had launched his battalions forward in the bitter cold and blinding snow, but the powerful Russian artillery had smothered his attacks. He used the time to forge a battle-line instead. Morand's division to the left, Gudin in the centre, Friant to the right. His light cavalry beyond that, to oppose any moves made by the ever watchful Cossacks. Linking up with St. Hilaire, Morand now pushed forward in the teeth of the Russian guns and took 30 cannon at the point of the bayonet. As the infantry staggered forward, Korff's Russian cavalry suddenly burst through the snow at them. They reeled back before the horsemen until Klein's dragoons counter-charged to restore the situation, the riders now haggard and bloody, their mounts exhausted. Davout WILLED his troops forward.
Sire! He had said to his Emperor, The 3rd Corps will be to your Majesty as the 10th Legion was to Caesar.
The Russian infantry counter-attacked viciously, but Davout's marching volleys blew them back. The conscripts blazed away as the veterans reloaded and passed the muskets forward. The noise was hellish: the dull thump of artillery in the background, the howl of the wind, the spiteful unceasing crackle of musketry. Friant finally rushed Klein-Sausgarten, was repulsed, took it again with reinforcements. The Russians here fought like maniacs, their officers leading them repeatedly to the charge with their barbarian 'Hourrah!' The French doggedly stood their ground, poured volleys into the mass and advanced over the human wreckage. Though Bennigsen was anxiously sending more and more reserves from his centre and right to bolster up his left, his flank was being slowly but steadily prised back as if by the sheer willpower of the irresistible 3rd Corps and their implacable Commander.
While Davout was hauling his cannon up onto the Kreegeburg to sweep the Russians before him and enfilade their centre, Napoleon was beginning to recover his nerve. At three o'clock, while the slaughter continued around him, he retired for cold meat and a glass of wine. He had taken a tremendous hammering during the morning, but he had never once lost the initiative. Bennigsen simply ordered away his dwindling reserves to wherever they were needed. Murat's attack had shaken not only his centre but his nerve as well, and the French artillery, though outnumbered, were working terrible execution the exposed Russian formations. Davout was soaking up the remaining reserves, and continued to push in his left flank. The Russian rear was filling up with stragglers, wounded, fugitives.
Suddenly, one of Gudin's battalions was in the Anklappen farmstead. Driven quickly out, they returned instantly to the attack. Smoking musket-barrels that protruded from doors and windows were grabbed and wrenched from their owners' grasp, volleys discharged at six feet, fists and bayonets used indiscriminately. The French gained possession, and minutes later, the village of Kuschitten, too, fell, this time to Friant's men. The Cossacks prowling to the far left of the Russians were firmly checked by Davout's Chasseurs, in action since dawn. Now Milhaud's dragoon division, sent from the centre, finally drove them off for good. It was now 5 o'clock. Davout, it seemed, had rolled up the entire Russian left. Checked, then pushed back, driven from village to village and stretched to breaking point, it now began to fall apart.
While Soult's men gritted their teeth and stood their ground, Lasalle's light cavalry division had been entertained by a half-hearted attack from Markov's cavalry. Without deigning to counter-charge, the French horsemen dressed their lines, aimed carbines over their horses' heads, and broke the Russian charge at ten yards' range. Toward late afternoon, they began feeling to their left to make contact with Ney. With the Russian left bent back so far and their centre and right so drastically weakened during the day to fend off Davout's quickening offensive, Napoleon now imagined Ney arriving in Bennigsen's rear to annihilate his wavering army. But his orders to that Marshal, had only been dispatched that morning. On top of that, they had been delayed, and Ney only received them sometime after noon. When dark masses of troops were finally discerned approaching Althof, it was not Ney at all, but the Prussian Lestocq at the head of his tattered but hard-fighting Germans.
Bennigsen shepherded them across the rear of his army, directing Lestocq to his ailing left flank. In their compact columns, the Prussians marched grimly past wounded Russian infantrymen, riderless horses, abandoned vehicles and groups of hatless deserters. Some of them rallied and fell in behind Lestocq's little army of 7,000 or so. The proud Germans, burning to avenge their humiliation at Jena the previous October, fell on Kuschitten, encircling three or found hundred French defenders and wiping them out. Even Davout's heroes could not withstand the onslaught of yet more fresh troops - and sullenly gave way before the advancing Prussians. The battle now rolled back again through the snow-laden birch woods around Anklappen, while its farm, now ablaze, fell to a fresh Russian attack. Davout rode frantically up and down his crumbling line, crying encouragement to the soldiers of his battered divisions. Collecting all available artillery south of the Anklappen wood, he began to cobble together a new defensive line. When the Prussians emerged from the trees to dress their lines, they were met by a solid line of fire. As night began to fall, the exchanges of musketry finally began to subside. Both sides, having fought each other to a standstill, dropped to the ground and began to light campfires where they lay, with or without orders. Sporadic exchanges of musketry continued until late, but there were no more attacks. Soon, Davout's cannon, too, fell silent, and by 10 o'clock, the battle on the French right was over.
Sometime after 4 o'clock, a corporal of voltigeurs in Ney's 6th Corps ran back from a little snow-covered hillock to the Marshal.
Sir, there's one hell of a battle going on over there!
Ney jumped a hedge to see for himself, and by six o'clock, his forward batteries were in action before Althof. Napoleon was overjoyed, but it was already dark when Ney's grenadiers stormed the bridge there and advanced to the assault of Schloditten. He had been in touch with Lestocq and his Prussians all the way to the battlefield, but now it was Russians who advanced wearily to oppose him. With the leading brigade of his Corps, and supported by Lasalle's light cavalry, Ney seized Schloditten in the face of fierce resistance. The French found the place to be full of wounded and dying Russians. Bennigsen scraped up a regiment to re-take it after a preliminary bombardment in which only the flashes of the guns could be seen in the gloom. But Ney's men received the attack with a series of withering volleys. Along the rest of the line, by the Emperor's orders, campfires were being lit 'to celebrate the victory', but no one was fooled. With night fallen and the battle obviously over, Ney say no point in holding on to Schloditten, and withdrew his Corps once more to Althof. In the small hours of the morning, the Russians reentered it.
11 p.m. No new snowfalls. While Davout's ammunition wagons rumble through the darkness distributing fresh cartridges, Bennigsen, on horseback, out in the open, discusses retreat with his generals.
My army has lost over 20,000 men. It has no ammunition, no bread, it no longer has the strength to fight. He pauses to fix each of them in turn with his grey eyes.
Gentlemen, we MUST retreat. At midnight, you will begin evacuation of the battlefield. The Prussians to follow at 2:00 a.m., the Cossacks to cover the withdrawal. We retire on Konigsberg. Goodnight, gentlemen.
Turning his back on his generals' exaggerated protests, Bennigsen rode away to Kuschitten, dismounted stiffly and slept fitfully till dawn. Napoleon, dozing in a chair at Ziegelhof with his jacket and boots still on, was informed of the news at 3:00 a.m. Thank God they had retreated: at least there were some grounds now for claiming a victory. It would fool no one, of course: the battle had been a bloody and indecisive draw. Ah, how it would set them speculating in the Paris Salons and the Royal Courts of Europe.
The next morning, while Murat's Cavalry gingerly followed the Cossacks northward, the army was confronted with the spectacle of the previous days' carnage. Napoleon had lost some 25,000 men: over a third of his army. When he toured the battlefield on horseback no one cried 'Vive L'Empereur!' as they had done before. They were all cold in body, numbered in spirit, content today merely to be alive. The red-haired Ney, shocked, exclaimed, 'What carnage! And with nothing to show for it! The Emperor seemed not to hear at first, as they walked their horses past another creaking wagonload of bodies. He was already planning the next campaign, balancing the thousands of lives he was yet to trade for the territories he stood to gain. He turned to Ney, distractedly, and gestured at the heaps of frozen corpses.
Small change, he replied. Small change. One night in Paris will make up for all this.