Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Bataillon des Großherzogtums Frankfurt in der Endphase des Peninsular War

Ähnlich wie die anderen Rheinbundstaaten hatte auch der Primas des Rheinbundes, der Frankfurter Großherzog Dalberg, Truppen zum spanischen Krieg zur Verfügung zu stellen. Im August 1808 sammelte sich das Bataillon in Frankfurt: Es bestand aus einer Grenadier-, einer Voltigeur- und vier Füsilierkompanien. Jede Kompanie zählte 140 Mann. Insgesamt hatte das Bataillon eine Stärke von 853 Mann. Die Frankfurter Truppe gehörte zur Deutschen Division (Leval) des 4. Armeekorps. Hier bildete sie gemeinsam mit dem hessischen Regiment "Groß- und Erbprinz" und anderen Truppenteilen die 3. Brigade. Als Teil dieser Division nahmen die Frankfurter an den Schlachten von Mesa del Ibor, Medellin und später Talavera teil.  Zwischen 1810 bis zur Mitte des Jahres 1812 kämpfte das Bataillon im Guerillakrieg. Aufreibende Einzelaktionen, die Durchführung von Sicherungsaufgaben und die immer wieder auftretenden Kämpfe mit den Partisanen bestimmten den Alltag.

Nachfolgend soll der Weg des Frankfurter Bataillons von der Schlacht bei Vitoria bis zum Übertritt zu den englischen Linien im Dezember 1813 mit Hilfe von Augenzeugenberichten nachgezeichnet werden. Dabei möchte ich die Quellen sprechen lassen. Nicht jeder wird das Buch Guillaume Bernays aus dem Jahr 1882 "Schicksale des Großherzogtums Frankfurt und seiner Truppen" kennen. Deshalb möchte ich zumindest einige Passagen dieses sehr umfangreichen, aber lesenswerten, Werkes dem Leser näher bringen.
Die Schlacht von Vitoria am 21. Juni 1813 war nicht die größte Schlacht auf der iberischen Halbinsel während des Peninsular War, sie war allerdings die entscheidende. Sie bedeutete den Endpunkt in dem jahrelangen Ringen. Der Ausgang der Schlacht führte zum Rückzug der Franzosen aus Spanien, wenn auch noch einige Festungen Widerstand leisteten.

Das Schlachtfeld von Vitoria wurde durch den Fluß Zadorra in zwei Hälften geteilt, an dessen nördlichen Ufer sich die Ausgangsstellungen der Briten befanden. Die französische Stellung hatte also als Fronthindernis die sumpfigen Niederungen des Flusses. Aus unerklärlichen Gründen hatten es allerdings die Franzosen versäumt die Brücken über den Fluß zu sprengen, eine Tatsache, die entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht erhalten sollte. "Diese Stadt war somit von der Armee halbkreisförmig umschlossen und hätte, ..., durchaus von allen überflüssigen Trains geräumt werden müssen. Statt dessen ließ die Oberleitung es zu, daß die Stadt voll von Menschen und Fuhrwerk blieb... Unmittelbar nördlich Vittoria stand aber erst der eigentliche Train der Armee, mehrere Tausende von Fahrzeugen, und neben diesem kribbelnden Wirrwarr hielt die ganze französische Kavallerie, vor sich die engen Straßen der Stadt, also von vorn herein jeder Möglichkeit beraubt, rechtzeitig auf dem Schlachtfeld zu erscheinen. Südlich der Stadt parkierte aber die Hauptreserve der Artillerie, da sie in der Front keine ausreichenden Positionen finden konnte... Die englische Armee erschien plötzlich wie aus dem Boden hervorgewachsen. Lange Artillerielinien demaskierten sich auf den das Tal von Vittoria umgebenden Höhen und eine imposante Infanteriemasse von 15.000 Mann unter General Hill packte den linken französischen Flügel. Die Höhen von Puebla de Arganzon gingen sogleich verloren und waren trotz wahrhaft heroischer Anstrengungen der Franzosen nicht wieder zu gewinnen. Vergebens stellten sich Jourdan, der König selbst an die Spitzen der Stürmenden. Die englischen Bataillone erwarteten sie mit eisiger Ruhe, Gewehr im Arm, gaben ihnen in nächster Nähe einige tödliche Salven und stürzten sie dann mit dem Bajonett die kaum erstiegenen Hänge wieder hinab. Hand in Hand mit diesem Angriff ging ein zweiter gegen den französischen rechten Flügel; um die Dörfer Gamara Major und Abechuco entspann sich ein verzweifelter Kampf. - Gaben hier die französischen Divisionen nach, so wurde der Hauptteil ihrer Armee von Vittoria abgeschnitten und ihr Schicksal damit besiegelt.

Nachdem Wellington eine Stunde lang den Kampf auf beiden Flügeln mit aller Kraft genährt hatte, hielt er es an der Zeit, dem französischen Zentrum einen zermalmenden Stoß zu versetzen. Er faßte dasselbe aber nicht an der Front..., sondern in der rechten Flanke, etwa da, wo der Schnittpunkt des Winkels lag, den die Aufstellung der Franzosen bildete. An diesem stand die deutsche Brigade Neuenstein, und sie traf daher der feindliche Angriff in seiner vollen Wucht. Die Regimenter Nassau, Baden und das Bataillon Frankfurt standen in colonnes serrées par division mit der Front nach Süden an der großen Heerstraße - sie hatten letztere zur Linken, und standen die Frankfurter ihr zunächst. Wie bereits erwähnt, war das Gesichtsfeld ein äußerst beschränktes und reichte an dieser Stelle kaum 600 Schritt weit. So konnten die hier aufgestellten Truppen nichts vom Feinde bemerken, aber der auf beiden Seiten in mächtigen Wolken sich aufkräuselnde Pulverdampf und eine Kanonade, die die Erde erbeben machte, bewiesen ihnen zur Genüge, daß es sich nicht um ein Gefecht, sondern um eine Entscheidungsschlacht handele. Die Bataillone standen schweigend Gewehr bei Fuß - die Soldaten unterhielten sich nur leise trotz des Lärms um sie her. Plötzlich riefen hundert Stimmen: "Dort kommt der Befehl zum Angriff" und die ausgestreckten Hände wiesen auf einen Adjutanten, der mühsam sein keuchendes Pferd vorwärts stachelte. General Neuenstein sprengte ihm entgegen.- Die Brigade sah, wie der französische Offizier heftig gestikulierend und nach der Zadorra in der rechten Flanke hinwies; auch erscholl von dort in demselben Augenblick ein rollendes Feuer, das wegen seiner Nähe fast die Kommandoworte übertönte. Die Bataillone schwenkten in der Kolonne rechts und eilten im Laufschritt dem Feuer zu. Als sie die zunächst liegende Hügelkette erstiegen, sahen sie ein großartiges Schlachtenbild vor ihren Augen ausgebreitet. Die Engländer hatten die nicht abgebrochenen Brücken über die Zadorra bei dem Dorfe Trespuentes mit zwei Infanterie Divisionen passiert - die Teten hatten den zunächst liegenden schwachen Höhenzug nicht überschritten, und so war es möglich gewesen, das unter dem Schutze desselben mehrere englische Bataillone bereits aufmarschiert waren, ehe die jenseits dieser Höhen stehenden französischen Regimenter (28 und 75) die Nähe des Feindes gewahr wurden. Auch hier hatten sich die Franzosen einer sträflichen Nachlässigkeit schuldig gemacht. Nicht eine einzige Gefechtspatrouille hatte die so wichtige Brücken beobachtet.

Als die Deutschen das Schlachtfeld betraten, sahen sie die beiden genannten französischen Regimenter, die mit ihnen die Division d'Armagnac bildeten, in vollem Rückzuge; ihnen folgte eine imposante englische Infanterielinie fast auf dem Fuße. Hell leuchteten die roten Waffenröcke, und das blendend weiße Kreuzbandelier auf der Brust der Engländer, die stolz, ohne einen Schuß zu tun, das Gewehr im Arm, unaufhaltsam herannahten wie eine langrückige Welle des Ozeans. Wie aber die stumme Flut plötzlich mit Brausen sich bricht, wenn ein Hindernis sich ihrem zerschmetternden Schlag entgegenstellt, so spie auch die in unbeweglicher Ruhe vorrückende Linie jedes Mal ihre todbringenden Flammen aus, sobald die Franzosen sich wieder zu setzen wagten. Als die Deutschen ihre Waffenbrüder in dieser Not sahen, marschierten sie fast instinktiv zur Bataillelinie auf. Die Frankfurter hatten dabei den linken Flügel - die badische Batterie gewann zwischen den beiden Bataillonen Nassau eine kleine Bodenerhebung, und ihre Kugeln rissen alsbald breite Lücken in die feindliche Front; allein diese schlossen sich sogleich wieder. Es lag etwas majestätisches in diesem unverrückbaren Avancieren der Engländer, und mitten im Drang des Augenblickes konnte General von Neuenstein sich nicht versagen, dem Bataillonschef Vogt laut zuzurufen: " Welch brave Burschen!" Ohne einen einzigen Tirailleur vor der Front zu haben, gelangten die Engländer so vor die schmale Front der Deutschen bis auf 150 Schritt. Dann blieben sie plötzlich halten - die schrillen Pfeifen und Dudelsäcke schwiegen, einige Kommandoworte ertönten, und ein Wald von Bajonetten streckte sich den Deutschen entgegen. Dann war es, als ob ein Krater sich öffne - eine geradezu vernichtende Salve schlug in die deutschen Reihen, und zugleich ertönte der betäubende Schlachtruf der mit dem Bajonett andringenden Feinde. Da war kein Halten möglich - im Laufschritt gingen die Bataillone bis zu der nächsten Höhe zurück, die inzwischen die französischen Regimenter wieder besetzt hatten; allein nur zwei Drittel kamen dort an - die englische Salve war wahrhaft mörderisch gewesen. Vom Regiment Nassau lagen 200 Mann am Boden, das Frankfurter schwache Bataillon ließ deren achtzig liegen. An ein Mitschleppen der Verwundeten war nicht zu denken, sie waren unrettbar gefangen.

Auf der nächsten Hügelreihe angekommen, machten die Deutschen wieder Halt und gaben einige Dechargen auf die wieder von Neuem in Anmarsch befindliche Linie der Engländer, während die Franzosen in eine dritte Position, dicht südlich Vittoria, zurückgingen, um dort die deutsche Brigade wieder aufzunehmen... Von allen Seiten stauten sich die flüchtigen Haufen der französischen Armee, deren linker Flügel total geschlagen war, unter den Mauern von Vittoria, ohne zu wissen, wohin sie sich weiter wenden sollte. Denn der immer lauter werdende Kanonendonner im Norden der Stadt ließ es mehr als fraglich erscheinen, ob die dort engagierte Armee de Portugal den Engländern würde widerstehen können. In der Tat gelang es aber diesen nicht, ihre Gegner hier über den Haufen zu rennen, und vor dem Schlimmsten wurde somit das Heer König Josephs bewahrt; bald aber kam die Nachricht, daß ein detachiertes englisches Korps, weiter nördlich bei Mondragon, die Straße nach Bayonne besetzt habe. Somit blieb bloß die scharf östlich und über das Gebirge führende schlechte Straße auf Pamplona für den Rückzug übrig - wer sollte aber in der herrschenden Verwirrung den Truppen diese Richtung angeben. Als die deutschen Bataillone sich nach abermaligem schweren Verlust aus der zweiten und kurz darauf auch aus der dritten Position im Angesicht der Stadt geworfen sahen, gerieten sie in den großen französischen Artilleriepark, der sich vor dem südlichen Eingangstor vollständig festgefahren hatte... Von der gesamten französischen Artillerie ward nicht ein Geschütz gerettet, auch die brave badische Batterie verlor hier ihre vielfach erprobten und fast übermäßig gebrauchten Kanonen... Wie vielleicht erinnerlich, standen mehrere französische Kavalleriedivisionen nördlich Vittoria, vom Schlachtfeld durch die unpassierbaren Defileen der Stadt getrennt. Sie konnten oder wollten vielleicht nicht den Befehlen des Königs gehorchen, auf irgendwelchen Wegen die Stadt zu umgehen und durch eine allgemeine Attacke den Rückzug zu sichern... König Joseph befand sich persönlich in der größten Gefahr, gefangen zu werden. Von englisch-deutschen Husaren verfolgt, stürzte er bei dem Sprunge über einen Graben. Ein französischer Chasseur half ihm zwar sogleich auf sein eigenes Pferd, aber trotzdem wäre der König nicht der Gefangenschaft entgangen, wenn nicht seine Garde Cheveaulegers ihn durch einen braven Angriff befreit hätten... Die nassauischen reitenden Jäger, sowie die französischen Dragoner Regimenter Nr. 22 und 27 warfen sich auch dem Feinde mit gewohntem Ungestüm entgegen; aber ihr Anprall zerschellte wirkungslos an der ehernen Mauer der britischen Kavallerie, die bis auf dreißig Schritt an die flüchtende Masse der französischen Armee heransprengte und jeden nur irgend zurückgebliebenen sofort gefangen nahm.

Mehrere französische Kavallerie Regimenter ritten die Infanteriekolonnen entlang, als wollten sie dort Schutz suchen.... (Auf Befehl General d'Armagnacs, ließ der Nassauer Oberst Kruse) das Regiment kehrt machen, das Bajonett fällen und stürzte sich auf die englische Kavallerie, die überrascht für den Augenblick zurückwich. Die Badener und Frankfurter schlossen sich dem heldenmütigen Vorstoß ihrer braven Waffenbrüder sogleich an und brachen entschlossen mitten in die feindlichen Reitergeschwader hinein. Daß diese nicht sofort zur Attacke übergingen und die Bravade der deutschen Bataillone blutig straften, läßt sich nur durch die bereits eingebrochene Dunkelheit erklären. Letztere war aber auch schuld, daß jeder Verband sich löste, die Bataillone, ja selbst einzelne Kompanien ihren eigenen Weg marschierte, meistenteils ohne zu wissen, wohin und weshalb. Die Befehlserteilung hatte aufgehört - zum Glück für die französischen Waffen mit der Nacht auch die Verfolgung...

War schon außerhalb der Stadt inmitten der Truppen die Unordnung unbeschreiblich, so wurde sie durch die babylonische Verwirrung, die bei den nördlich Vitoria parkierenden Trains herrschte, weit überboten. Major Krieg schildert die dort sich abspielenden Szenen mit folgenden Worten: "Während dieser Unordnung eilten mehrere hundert französische Soldaten nach den Kutschen und Geldwagen, wo schon Deutsche, Franzosen, Engländer, Spanier und Bürger aus der Stadt beschäftigt waren, der reichen Beute sich zu bemächtigen. Aller Haß war hier verschwunden, keiner sah sich nach dem anderen um, jeder suchte mit den friedlichsten Gesinnungen sein Glück zu gründen; der Jammer und das Angstgeschrei der in den Kutschen befindlichen Frauen und spanischen Auswanderer war selbst im Schlachtgetümmel hörbar und empörend. Die Soldaten fielen wütend über die Schätze her, Kugeln flogen von allen Seiten, die unglücklichen Familien zitterten vor Tod und Mißhandlung und verheißungsvoll sprangen sie bleich und händeringend umher, sich zu retten. Kinder irrten verlassen auf dem Schlachtfelde, und manche Mutter gebar hier in Schmerzen. Der Anblick erregte Erbarmen!"
Alle Trains mit Ausnahme der Wagen des Regiments Nassau fielen dem Feinde zur Beute; ferner sämtliche Kassen, ein Teil des Kronschatzes, über zwanzig Fougons mit baarem Gold beladen, die geraubten Schätze aller französischen Generale, das Vermögen aller Afrancesados, d.h. der mit dem König geflüchteten Spanier, dann der unermeßliche Schwarm der Marketender, Kaufleute, Militär- und Zivilbeamten. Dazu konnten sich die Engländer der Eroberung von 150 Kanonen rühmen. Der Privatschatz König Josephs, aus sechs mit Golddublonen befrachteten Wagen bestehend, ging auch verloren. Der König war, wie er selbst sagte, vis-a-vis de rien und mußte sich, als er in Salvatierra die Wäsche wechseln wollte, von General Treillard ein Hemd borgen..."

Nach der Schlacht von Vitoria zogen sich die Reste der Armee zur spanischen Grenze zurück. Am 6. Juli überschritten die Deutschen bei Sara die französische Grenze. Am 12. Juli übernahm Marschall Soult die desorganiserte Armee. Aus dem Rest der Frankfurter wurden nun drei Kompanien a 100 Mann gebildet. Soult konzentrierte seine Truppen am Grenzfluß Bidassoa.  Nachdem er die Truppen wieder manövrierfähig gemacht hatte, beschloß er einen Entsatzangriff auf die belagerten Städte Pamplona und San Sebastian. Die deutschen Truppen ließ man allerdings zur Beobachtung am Bidassoa zurück. Bereits zu diesem Zeitpunkt begann man im französischen Kommando an deren Zuverlässigkeit zu zweifeln.
Trotz anfänglicher Erfolge bei Ronces Valles und Puerto de  Maya gelang der Entsatz Pamplonas nicht. Soult zog seine Truppen wieder zurück. "Die beiden Armeen lagen wie zur Zeit eines Waffenstillstandes von Andaia bis St. Jean Pied de Port den ganzen Monat August hindurch einander gegenüber in Ruhe und Frieden."
Am 31. August eröffnete Soult den Angriff. Die Voltigeure der deutschen Bataillone unter dem Frankfurter Hauptmann Deeken wurden in einzelnen Pontons über den Fluß gesetzt, um den Bau einer Brücke zu decken; weiter oberhalb ging die italienische Brigade zum gleichen Zweck auf das linke Ufer. Beide Truppeneinheiten kamen allerdings nur bis zum Fuß der Höhe und wurden durch feindliches Feuer stark dezimiert. Die deutschen Truppen konnten sich allerdings am Ufer festsetzen. Erst am Spätnachmittag wurden die Truppen wieder zurückgezogen. "Um der Gefangenschaft zu entgehen, blieb dem zurückgebliebenen kleinen Haufen nichts anderes als der Versuch übrig, sich durch Schwimmen zu retten. Von denjenigen, die diesen Entschluß ausführten, kamen mehrere in den Fluten, andere durch Kugeln der Feinde um; den meisten gelang es jedoch, das diesseitige Ufer ungefährdet zu erreichen..." Der französische General Vilatte zollte am folgenden Tag den zusammengeschmolzenen deutschen Truppen seinen Respekt. Am 8. September fiel San Sebastian. An der Bidassoa blieb es ruhig. Einen Monat später warf Wellington das französische Heer auf die Nivelle zurück. Hier bezogen die deutschen Truppen den äußersten linken Flügel; genau gegenüber den Deutschen der Königlich Deutschen Legion unter General von Alten. Kurioserweise war von Alten früher einmal Bataillonskommandeur des nassauischen Befehlshabers v. Kruse gewesen. Soult reagierte und zog die deutschen Truppen auf sein Hauptquartier zurück. Im November erhielten dann die Deutschen Nachricht von der Völkerschlacht bei Leipzig. Die Frankfurter Truppen erfuhren das ihr Großherzog geflohen, das Großherzogtum von den Alliierten besetzt worden war. Am 10. November griffen die Engländer auf der ganzen Linie die Stellungen Soults an. Letzterer mußte sich auf Bayonne zurückziehen. Zu dieser Zeit erhielt der nassauische Oberst Kruse ein verabredetes Zeichen, seine Truppen zu den Verbündeten zu überführen. Ihm war bereits im Vormonat ein dementsprechender Brief seines Landesherren übermittelt worden. Kruse setzte sich mit den Badener und Frankfurter Truppen ins Einvernehmen. Die Badener hatten allerdings keine Befehle ihres Souveräns. Deshalb gelobten sie Verschwiegenheit, blieben aber zurück. Der Kommandeur der Frankfurter, Hauptmann Damboer,  schloß sich allerdings den Nassauern an. Am 10. Dezember, Wellington hatte einen Tag zuvor mit dem Angriff auf die neue Stellung Soults begonnen,  liefen die Truppen über: "Die Offiziere unseres Bataillons hatten auch nicht die entfernteste Ahnung, daß wir in wenigen Minuten denjenigen als Freunde zur Seite stehen würden, die wir noch an demselben Tage als unsere Gegner bekämpft hatten. Wir glaubten alle, es sei auf einen Überfall der feindlichen Stellung abgesehen, und unser Erstaunen wuchs mit jedem Schritte, der uns den englischen Vorposten, die, ohne einen Schuß zu tun, unserem Anmarsch ruhig zusahen, näher brachte. Erst als wir uns inmitten eines englischen Lagers und von einer Menge von Offizieren und Soldaten umgeben sahen, die uns freudig begrüßten und die Hände schüttelten, hörte unsere Ungewißheit auf. Wir erfuhren nun durch eine Ansprache unseres Kommandeurs, Kapitän Damboers, daß er zwar ohne höheren Befehl und auf seine eigene Verantwortung, jedoch in der festen Überzeugung gehandelt habe, bei jedem von uns die Billigung seines Schrittes zu finden, der sich auf die in Deutschland stattgefundene allgemeine Erhebung gründe und zum Zweck habe, uns auf das baldigste dem Vaterlande zurückzugeben, um demselben in einer besseren Sache, als der bisher verteidigten, nützlich werden zu können. Der laute Jubel, mit welchem diese Mitteilung, die eine so unerwartete Wendung unserer Lage verkündete, aufgenommen wurde, läßt sich schwer beschreiben..."
So endete das Engagement der Frankfurter Truppen im Peninsular War. Kurioserweise war man nur um Stunden der Kriegsgefangenschaft entgangen. Nach der Schlacht fand nämlich Marschall Soult in Bayonne den Befehl des Kaisers vor alle deutschen Truppen sofort zu entwaffnen und als Kriegsgefangene zu behandeln.
Die Frankfurter hatten mit den verschiedenen Ersatztruppen 1368 Mann nach Spanien entsandt. 100 Mann waren nach der Schlacht bei Vittoria in die Heimat abgerückt, um Kern für zukünftige Truppen zu bilden. Knappe 300 Mann waren zu den Engländern übergegangen. Rechnet man noch einige andere Heimkehrer aus der Gefangenschaft hinzu, so sind dennoch fast 800 Mann in Spanien geblieben, fast 2/3 der Gesamtstärke. Anzumerken bleibt noch, daß die Heimkehr der Frankfurter im Jahr 1814 unter keinem glücklichen Stern stand. Ihr Großherzogtum existierte nicht mehr, und so wurden sie von der Bevölkerung nicht so empfangen wie zum gleichen Zeitpunkt die nassauischen  oder großherzoglich hessischen Truppen.

Die Uniformen

Im Jahr 1808 bis 1809 wurde die Uniformierung der Frankfurter Truppen neu geregelt. Sie entsprach dem französischen Vorbild: Dunkelblaue Röcke, mit dunkelblauem Kragen. Die Rabatten waren spitz geschnitten. Hier war die Abzeichenfarbe rot. Gleiches gilt für die Aufschläge und das Schoßfutter. Der französische Tschako wurde getragen, mit weißem Schild und Kokarde. Die Abzeichen der Füsiliere, Grenadiere und Voltigeure entsprachen dem französischen Stil. Blaue Breeches in schwarzen Gamaschen ergänzten die Ausrüstung. Oft wurden blaue oder weißleinerne Überhosen getragen.
Bei ihrem Durchmarsch durch Orleans hatte das Frankfurter Bataillon französische Waffen erhalten.
Als Figuren können die französischen Linieninfanteristen aller Hersteller herangezogen werden.


Anmerkung:

Ende der 90er Jahre hatte mein Freund Jens Najewitz einen seiner vielen genialen Pläne. Er wollte sein nebenberufliches Händlerdasein im Miniaturenbereich aufgeben, und eine Modellzeitschrift herausbringen.
Die legte er dann auch auf. Sie hieß "Modellfiguren" und der Plan, der hinter den Veröffentlichungen stand, war dem Sammler von 1/72 Miniaturen endlich das Magazin in die Hand zu geben, das er schon immer wollte und auch lautstark gefordert hatte.
Ein Magazin mit Berichten über Figuren, mit Artikeln über verschiedene kriegsgeschichtliche Ereignisse, mit Besprechungen von Neuerscheinungen, einfach ein Magazin, das sich nur den Wünschen der 1/72 Szene widmen sollte.
Trotz vollmundiger Unterstützungsbekundungen erreichten wir leider nicht die nötige Zahl von Abonnenten. In einer Welt mit viel schlechteren Kommunikationsmöglichkeiten als heute, und mit horrenden Preisen für Layout und Druck - oh Gott ist das heute einfach - war das Unterfangen ohne Sponsoren einfach zu teuer.
Obwohl Jens einiges privates Geld reinbutterte und da auch richtig drauflegte, musste er die MoFi nach 1 1/2 Jahren einstellen.
Sehr zum Bedauern von mir, der für diese Zeitschrift einige Artikel geschrieben hatte.
Einige der Artikel übersetzte ich damals ins Englische und packte sie auf Wargamer- bzw. Modellbauseiten im Ausland, die es mittlerweile nicht mehr gibt.
Deshalb möchte ich diese Berichte für mich - und vielleicht auch für Sie -  zurückholen.
Ich werde sie jetzt hier veröffentlichen; und zwar mit dem genauen Wortlaut von damals. Ich ändere da nichts. Obwohl ich sicherlich bei einigen Sachen heute viel stärker im Detail bin.
Die Umbautipps von damals bezogen sich auf 1/72 Miniaturen, und lesen sich heute teilweise sehr lustig und auch nostalgisch. Ende 1999 und Anfang 2000 gab es viele der Modellfiguren, die heute auf der Plasticsoldierseite gezeigt werden noch gar nicht. 28 mm Figuren gab es in der Vielfalt wie heute ebenfalls nicht.
Also sind Sie bitte nicht verwundert.
Übersetzen werde ich die Berichte nicht. Nur die, die damals auch in Englisch erschienen, werde ich auch so wiedergeben.
Viel Spaß mit den Berichten, die ich hier in einigen Abständen präsentieren werde.

Dieser Bericht war zwar schon für die Infopost geschrieben, wurde dann aber nach der Einstellung der Zeitschrift, von mir auf einer französischen Internetseite, die mittlerweile Geschichte ist, gepostet.










Similar to the other states of the Confederation of the Rhine also the Primas (i.e. first leader, chancellor) of the confederation, the Grand Duke of Francfort Dalberg, had to place troops at Napoleon's disposal. In August 1808 a battalion gathered round Francfort: It consisted of one Grenadier-, one Voltigeur- and four Fusilier companies, each company with 140 men. The total strength of the battalion was 853. The Francfort battalion was part of the german division (Leval) of the 4th Corps , there it belonged to the 3rd Brigade. As part of the division the francfort contingent fought at Mesa de Ibor, Medellin and Talavera. Between 1810 up to the middle of 1812 the battalion was engaged in partisan warfare. Here hard jobs were to do: Everyday live turned round skirmishes, singulary actions against partisans and securing messures.
In the following the engagement of the Francfort battalion from the battle of Vitoria up to the desertion to the british lines in December 1813 shall be retold. Here I want to refer mainly on one book. I think only a few persons know Guillaume Bernay's "Schicksale des Großherzogtums Frankfurt und seiner Truppen" (The fate of the Grand Duchy Francfort and its troops) from 1882. So I wish to translate some passages out of his worth reading book.
The battle of Vitoria was not the biggest battle in the Peninsula but the most decisive. It was the final point in a five years struggle. As a result of the battle the french were driven out of spain, except the troops remaining in some fortresses.
The battlefield of Vitoria was divided by the river Zadorra. At the north bank the british lines deployed. The french had missed to blow up the bridges across the river, a fact, that should be decisive in the struggle. (And now Bernays:)
" The city was encircled by the french army... and all trains should have been removed out of the city. Instead of this the high command gave the permission, that the city remained full of people and vehicles... Also in the north of Vitoria the main train of the army was placed, several thousands of vehicles, and besides this crawling muddle stood the whole french cavalry, face to face with the small roads of the town, and so prevented from every chance to appera in time on the battlefield. In the south of the city parked the main reserve of the artillery, cause there was not enough room in the frontline...
Suddenly the english army arose on the field. Artillery lines demasked themselves on the hills round Vitoria and an imposing mass of 15.000 infantrymen attached the french left wing. The heights of Puebla de Arganzon got directly lost and despite really heroic efforts of the french they couldn't be regained. In vain Jourdan and King Joseph himself led the spearhead. The english battalions expected the french with icy calmness, muskets in arms, firing deadly volleys and driving the attackers with bayonets down from the hills. Hand in hand with this attack started a second assault against the french right wing; round Gamary Mayor and Abechuco a desperate fight took place. - If the french divisions would here retreat, the main army would be cut off from Vitoria and its fate would be sealed. After Wellington had nourished the fight on both wings more tah an hour, he dicided to attack the french centre. The attack hit not the middle but the right flank of the centre, it was the angle of the french lines. Here stood the german Brigade Neuenstein, and here the enemies assault cannoned against the german troops. The regiments of Nassau, Baden and the battalion of Francfort stood in colonnes serrées par division to the south of the main road. The line of sight was extremly limited just around 600 paces. So the deployed troops coulndn't recognize the ememie, but the roaring cannonade and the powder smoke on both sides, showed the troops, that the decisive battle had begun.
The battalions remained quietly - the soldiers were talking softly despite the noise. Suddenly a hundred of voices arose:" There's the marching order", and the stretched hands pointed down to an adjutant, who approached on a fatigued horse. General Neuenstein rode tworads him. The brigade saw the french officer gesticulating and pointing to the Zadorra on the right flank; at the same time a roaring fire was heard, drowning out the words of command. The battalions wheeled about and hurried towards the fire. Reaching the hillside they saw a fascinating scenario: The british troops had passed the bridge over the Zadorra near the village of Transpuentes with two divisions, but the spearhead remained bellow the hills. So under its cover the english battalions deployed just before the french regiments (28th and 75th ), which stood on the other side of the hills, could see them. Also at this point of the battlefield the french were guilty of a punishable carelessness. No patrol had observed the important bridges. As the german troops appeared on the battlefield, they saw the two french regiments of the Division d'Armagnac in full retreat; they were driven back by an imposing english infantryline. The red coats and the white belts were shining bright, the infantrymen approached irresistable, proud, without a shot, muskets in arms, like a huge oceanwave. But like a breaker reached the shore the quiet infantryline became loud, firing its deadly volleys, when the french made an attempt to kept still. The germans, realizing the tragedy of their comrades, deployed in battleline. The Francfort battalion stood on the left wing, the badonian artillery  reached a small rise between the Nassau battalions and opened fire. Gaps appeared in the enemies lines, but they were immediatley closed. The view of this irresistable advance forced General Neuenstein to a remark to his chief of battalion Vogt: "Brave Guys!". Without a skirmisher or marksmen before the front, the british approached to the germans up to 150 paces. Then they stopped - the pipes and drums were silent and a wall of bayonets aimed at the germans. Now, just like a crater was opened, a tremendous crushing volley knocked in the german ranks and a deafening battlecry sounded while the english started a bayonet attack. The germans couldn't take stand - they run to the next hills meanwhile occupied by the french regiments; only 2/3 arrived here, the volley fire was really murderous. Regiment Nassau lost 200 men, the smaller Francfort battalion 80. The transport and rescue of the wounded wasn't possible, they were captured.
Arriving on the next ridge, the germans stopped now firing several volleys on the approaching british troops. Meanwhile the french soldiers fell back on a third line in the south of Vitoria just to resume the german brigade...
Arrived on the next row of hills, the Germans stopped again and gave some salvos on the line of the English, now again approaching, while the French went back to a third position, just south of Vittoria, to resume there the German brigade. From all sides, the fleeting piles of the French army, whose left wing was totally defeated, buried themselves under the walls of Vittoria, not knowing where to turn. Because the ever-increasing cannon thunder in the north of the city made it more than questionable whether the engaged there Portugal army would be able to resist the English. In fact, they did not manage to upset their opponents here, and thus the army of King Joseph was saved from the worst; but soon the news came that a detached English corps, farther north near Mondragon, had occupied the road to Bayonne. Thus, only the bad road to Pamplona, ​​which leads sharply to the east and over the mountains, was left for the retreat - but who, in the prevailing confusion, should indicate this direction to the troops? When the German battalions threw themselves after another heavy loss from the second and shortly afterwards from the third position in the face of the city, they came into the great French artillery park, which had completely locked in front of the southern entrance gate ... Not even a gun was rescued from the French artillery, and the brave Baden battery lost its often-tested and almost over-used cannons. As perhaps remembered, several French cavalry divisions north of Vittoria were separated from the battlefield by the impassable defiles of the city. They may or may not obey the King's orders to bypass the city in any way and to retreat by a general attack ... King Joseph himself was in the greatest danger of being caught. Persecuted by Anglo-German hussars, he fell over a ditch during the jump. Although a French chasseur immediately helped him on his own horse, but still the king would not have escaped captivity, if not his guard Cheveaulegers had freed him by a brave attack ... The Nassau Cheveaulegers, and the French Dragoons Regiments No. 22 and 27 threw themselves also to the enemy with usual impetuosity; but their impact shattered ineffectually at the brazen wall of the British cavalry, which, at thirty o'clock, attacked the fleeing mass of the French army and immediately captured every backward one. Several French cavalry regiments rode along the columns of infantry, as if seeking refuge there .... (On the orders of General d'Armagnacs, Colonel Kruse of Nassau turned the regiment, raised the bayonets, and threw himself on the English cavalry, surprising it for the moment. The Baden and Frankfurters immediately joined in the heroic advance of their brave brothers in arms and broke in determined into the middle of the enemy rider squadrons. That these did not immediately go on the attack and punish the bravado of the German battalions bloody, can only be explained by the already broken down darkness. But the latter was also responsible for the fact that every coherency broke up, the battalions, and even individual companies marched their own way, mostly without knowing where and why. The order had ceased - fortunately for the French weapons with the night also the pursuit ...
If the disorder was indescribable even outside the city among the troops, it was far outstripped by the Babylonian confusion that prevailed in the trains parked north of Vittoria. Major Krieg describes the scenes played there with the following words: "During this disorder several hundred French soldiers hurried after the carriages and money-wagons, where Germans, French, English, Spaniards and citizens from the city were already busy, to seize the rich booty All hate had disappeared here, no one looked after another, each sought to found happiness with the most peaceful dispositions, and the distress and anguish of the wives and Spanish emigrants in the carriages was audible and outrageous even in the fray Angry over the treasures, bullets flew from all sides, the unhappy families trembled with death and maltreatment, and auspiciously sprang around to rescue themselves, pale and desperate.Children wandered deserted on the battlefield, and some mother gave birth to pain here Sight aroused pity! "
All trains except the carriages of the Nassau regiment fell prey to the enemy; and all the coffers, part of the treasury, over twenty fougons laden with barren gold, the stolen treasures of all the French generals, the fortunes of all Afrancesados; the Spaniard who fled with the king, then the immeasurable swarm of marketers, merchants, military and civilian officials. In addition the Englishmen could boast of the conquest of 150 cannons. The private treasure of King Joseph, consisting of six chariots loaded with gold doubloons, was also lost. The king, as he said himself, was vis-a-vis de rien and had to borrow a shirt from General Treillard when he wanted to change his clothes in Salvatierra ... "
After the Battle of Vittoria, the remnants of the army retreated to the Spanish border. On July 6, the Germans crossed the French border at Sara. On July 12, Marshal Soult took over the disorganized army. From the rest of the Frankfurt Battalion three companies were formed now a hundred men. Soult concentrated his troops at the border river Bidassoa. After he had made the troops maneuverable again, he decided a relief attack on the besieged cities of Pamplona and San Sebastian. However, the German troops were left behind for observation at Bidassoa. Already at this time they began to doubt the reliability of the French command.
Despite initial successes in Ronces Valles and Puerto de Maya, the relief of Pamplona did not succeed. Soult withdrew his troops. "The two armies, as at the time of a truce from Andaia to St. Jean Pied de Port, were at peace and peace throughout the month of August."
On August 31, Soult opened the attack. The voltigeurs of the German battalions under the command of the Frankfurt captain Deeken were put across the river in individual pontoons to cover the construction of a bridge; farther up the Italian Brigade went to the left bank for the same purpose. However, both troop units came only to the foot of the height and were greatly decimated by enemy fire. The German troops could, however, settle on the bank. Only late in the afternoon, the troops were withdrawn again. "In order to avoid imprisonment, there was nothing left for the backward small group other than an attempt to save themselves by swimming." Of those who made this decision, several were killed in the floods, others by bullets of the enemy; However, to reach the this-sided shore safely ... "The French General Vilatte paid his respects to the fused German troops the following day. On September 8, San Sebastian fell. It was quiet at Bidassoa.
A month later, Wellington threw the French army back to the Nivelle. Here the German troops occupied the extreme left wing; exactly opposite the Germans of the hannoverian King's German Legion under General von Alten. Curiously, von Alten once served as battalion commander of the Nassau commander v. Kruse. Soult responded and withdrew the German troops to his headquarters. In November, the Germans received news of the Battle of Leipzig. The Frankfurt troops learned that their Grand Duke had fled, the Grand Duchy had been occupied by the Allies. On November 10, the English attacked the positions of Soult down the line. The latter had to retire to Bayonne. At that time, the Nassau Colonel Kruse received an agreed signal to transfer his troops to the allies. He had already received a corresponding letter from his sovereign in the previous month. Kruse sat down with the Baden and Frankfurt troops in agreement. The Baden, however, had no orders from their sovereign. Therefore, they vowed to secrecy, but remained behind. The Commander of the Frankfurt contingent, Captain Damboer, however, joined the Nassau troops.
On December 10, when Wellington had begun the attack on Soult's new position the day before, the troops changed sides: "The officers of our battalion did not have the faintest idea that in a few minutes we would be friends with them, which we had fought on the same day as our adversaries, we all believed that an attack on the enemy was in the offing, and our astonishment grew with every step we took in the English outposts, which, without firing a shot, made our approach It was only when we saw ourselves surrounded by an English camp and surrounded by a crowd of officers and soldiers who greeted us joyfully and shook hands that our uncertainty ceased.
We now learned through a commendation from our commander, Captain Damboers, that although he had acted without higher orders and on his own responsibility. He firmly believed that he would find in each one of us the approval of his step, which was based on that what took place in Germany and have the purpose of giving us back to the fatherland as soon as possible, in order to be of use to him in a better cause than has hitherto been defended. The loud cheering with which this communication, which proclaimed such an unexpected turn of our situation, is difficult to describe ... "
Thus ended the commitment of the Frankfurt troops in the Peninsular War. Curiously enough, one had escaped only by hours of captivity. After the battle Marshal Soult in Bayonne found the emperor's command to disarm all German troops immediately and treat them as prisoners of war.
The Duchy of Frankfurt had sent with the various replacement troops 1368 men to Spain. 100 men had moved home after the Battle of Vittoria to form core for future troops. Almost 300 men had joined the English. Add to that a few other returnees from captivity, but still nearly 800 men have remained in Spain, almost 2/3 of the total strength. It should also be noted that the return of the Frankfurters in 1814 was not fortunate. Their Grand Duchy no longer existed, and so they were not received by the population in a manner as at the same time the Nassau or Grand Ducal Hessian troops.

The uniforms

In 1808 to 1809, the uniforming of the Frankfurt troops was reorganized. It corresponded to the French model: dark blue skirts, with a dark blue collar. The lapels were pointed. Here the badge color was red. The same applies to the turnbacks. The French shaco was carried, with white shield and cockade. The insignia of the Fusiliers, Grenadiers and Voltigeurs corresponded to the French style. Blue breeches in black leggings supplemented the equipment. Often blue or white pants were worn.
On their passage through Orleans, the Frankfurt battalion had received French weapons.
As figures, the French line infantrymen of all manufacturers can be used.


Mittwoch, 6. Dezember 2017

Westfalen und Kleve-Berg im Peninsular War

Der Krieg auf der iberischen Halbinsel zwischen den Jahren 1808-1814 forderte Truppenkontingente, die der französische Kaiser Napoleon auf geschickte Weise durch die Bündnisverträge mit den deutschen Staaten zu ergänzen wußte. Mit Zweien dieser Kontingente befaßt sich der nachfolgende Bericht. Es handelt sich um die Truppen des Großherzogtums Kleve-Berg und des Königreichs Westfalen.

Napoleon erließ am 14. November 1808 ein Dekret im kaiserlichen Hauptquartier zu Burgos zur Gründung des Großherzogtums Kleve-Berg. Die Neuschaffung fand im Rahmen der Übergabe Hannovers an Preußen durch Frankreich am 15. Dezember 1805 statt. Preußen trat Kleve und die Festung Wesel ab. Hinzu kamen die ehemaligen bayrischen Gebiete Ansbach und Berg. Napoleon vereinte Kleve und Berg, erklärte Düsseldorf zur Hauptstadt und machte seinen Kavallerieführer und Schwager Joachim Murat zum Großherzog. Nach dem Krieg gegen Preußen und dem Frieden von Tilsit erhielt das Großherzogtum noch zusätzlich die Mark und Dortmund von Preußen.
Das Königreich Westfalen war eine künstliche Schaffung nach dem Frieden von Tilsit. König wurde Napoleons Lieblingsbruder Jerome.
Berg und Westfalen waren Neugründungen, die ausschließlich nach französischem Recht und Muster regiert wurden. Jeder Distrikt wurde in Kantone und weiter in Gemeinden unterteilt. Ein Präfekt regierte ein Departement, im Falle Kleve Bergs die Departements Rhein, Sieg, Ruhr und Ems, im Falle Westfalens die Departements Elbe, Fulda, Harz, Leine, Ocker Saale, Werra und Weser. Ein Unterpräfekt verwaltete den Distrikt, gefolgt von Kantonsmeistern (Kanton) und den Bürgermeistern (Gemeinden).
Ein Edikt vom 31. März 1809 hob die bisherigen Klassenunterschiede zwischen Adel, Bauerntum und Kleinbürgertum auf. Eine weitere Maßnahme war die Vereinheitlichung der Gesetzgebung durch die Einführung des Code Napoleon in den Territorien.
Aber auch die negativen Auswirkungen der napoleonischen Herrschaft wurden offenkundig: Zensur, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Kriegssteuern, die Stellung von Truppen sowie deren Einquartierung und Versorgung waren an der Tagesordnung.



Die Aufstellung der Armee von Berg

Bei der Gründung des Großherzogtums traten Truppenteile der ehemaligen Landesherrschaften zu dem neuen Staatengebilde über, darunter zum Beispiel das 12. bayrische Linieninfanterieregiment und ein Bataillon der Nassau-Oranien-Husaren.

Am 24. April 1806 wurde das 1. bergische Infanterieregiment mit vier Bataillonen in Düsseldorf aufgestellt. Jedes Bataillon besaß acht Kompanien mit einer Stärke von je 100 Mann. Das französische Aushebungssystem wurde im Oktober 1806 in Berg eingeführt und am 29. August 1806 wurde das bestehende Regiment nach französischem Muster umgegliedert. Es wurden zwei Regimenter geschaffen, jedes mit drei Bataillonen zu sechs Kompanien (eine Voltigeur-, eine Grenadier- und vier Füsilierkompanien) mit jeweils 120 Mann. Außerdem bestand ein gemeinsames Ersatzbataillon mit vier Kompanien für die Ausbildung von Rekruten.
Im Oktober 1808 wurde dann das 3. Regiment aufgestellt, das ebenfalls aus drei Bataillonen bestand.
Diese Organisationsform wurde bis in den August 1811 aufrecht erhalten. Am 9. August 1811 fand dann eine Umstrukturierung statt, während dieser aus den drei bestehenden Regimentern ein Viertes gebildet wurde. Von diesem Zeitpunkt an bestand jedes Regiment aus zwei Bataillonen mit je acht Kompanien (eine Kompanie Grenadiere, eine Voltigeurkompanie und sechs Füsilierkompanien) zu 120 Mann. Zu jedem Regiment gehörte außerdem eine Ersatzkompanie.

Bis zum 1. April 1812 bestand die bergische Kavallerie aus einem Regiment leichter Kavallerie (Chevaulegers). Zu diesem Zeitpunkt trat ein zweites Regiment hinzu, das aus einem Kader von 50 Reitern des 1. Regimentes gebildet wurde, aufgefüllt mit neuen Rekruten.
Die Artillerie des Großherzogtums bestand aus einem Bataillon Artillerie, zusammengesetzt aus einer Kompanie reitender Artillerie, einer Kompanie Fußartillerie, einer Kompanie Sappeure und Pioniere sowie einer Trainkompanie.

Zu erwähnen bleibt noch, daß Gendarmerieeinheiten nach französischem Vorbild im ganzen Herzogtum gebildet wurden, ebenso wie Truppen der Nationalgarde in jeder Stadt und Ortschaft.

Die Wurzeln der Westfälischen Armee

Die ersten Truppen des neugeschaffenen Königreiches Westfalen bestanden aus Soldaten der aufgelösten Armee Hessen-Kassels. Diese wurden unter dem Namen „Französisch-Hessisches-Infanteriekorps“ aufgestellt. Im Jahr 1807 wurden die beiden schwachen Regimenter dieses Heeresteiles zur Bildung des 1. und 2. Westfälischen Linien-Infanterieregimentes herangezogen. Als Jerome im Dezember des gleichen Jahres in Kassel einzog, eskortierten ihn polnische Ulanen, die danach in den westfälischen Dienst übernommen wurden, und die Basis der 1. Schwadron der Garde Chevaulegers (Garde-Ulanen) und der Garde-du-Corps bildeten.
Der Kader des 1. Leichten Bataillons wurde aus einigen Kriegsgefangenen der preußischen Armee, die allerdings keine Preußen waren, formiert.
Der Rest der Westfälischen Armee, mit Ausnahme der Garde Husaren, die französischer Abstammung waren, wurde durch Rekrutierung und Ausbildung verstärkt.

Der Einsatz in Spanien

Genau wie die anderen Staaten des Rheinbundes mußten auch die Westfalen und Kleve-Berger Unterstützungstruppen für Napoleons spanischen Feldzug stellen. Im September 1808 setzte sich ein westfälisches Kavallerieregiment, die 1. Chevaulegers, in einer Stärke von 500 Mann gegen Spanien in Marsch. Nur 390 Soldaten erreichten aufgrund der sehr hohen Desertionsraten die spanische Grenze. Das westfälische Chevaulegerregiment wurde in der Folgezeit nicht gemeinsam mit den am Feldzug beteiligten westfälischen Truppen eingesetzt. Zunächst wurde es Victor’s I., danach Sebastiani’s IV. Korps angegliedert. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, von denen die oben genannten Desertionen beredtes Zeugnis abgeben, bewährten sich die Kavalleristen in zahlreichen Vorpostengefechten und Schlachten (Talavera). Der erste Kommandeurs des Regimentes, Oberst von Hammerstein, kehrte am 16. Juli 1810 nach Westfalen zurück, und wurde durch Oberst von Stein ersetzt.
Im Februar 1813 wurde das Gros des Regimentes, in Folge des katastrophalen Ausganges des napoleonischen Rußlandfeldzuges, nach Westfalen zurückgezogen. Lediglich eine Schwadron, unter ihrem Kommandeur von Plessen, verblieb in Spanien. Ähnlich wie andere deutsche Kontingente auf der iberischen Halbinsel wurde dieser Truppenteil am 23. Dezember 1813 entwaffnet und interniert, weil die veränderte politische Lage in Deutschland in Folge der Befreiungskriege von 1813 die Franzosen vor völlig veränderte Tatsachen stellte.
Im Frühling 1809 hatte das Königreich Westfalen seine zweite Division auf einen Stand gebracht, der den Abmarsch nach Spanien erlaubte. Am 2. Mai erreichte die Division bei Perpignan die spanische Grenze. Die Division setzte sich aus folgenden Truppenteilen zusammen:
Kommandeur: Divisionsgeneral Graf Morio
Chef des Stabes: Major von Hessberg
1.Brigade (Brigadegeneral Boerner) bestehend aus
dem 2. Infanterieregiment (Oberst Legras – später Oberst von Bosse) mit zwei Bataillonen,
dem 4. Infanterieregiment (Oberst von Bonneville – später Oberst von Lassberg) mit zwei Bataillonen,
2. Brigade (Oberst von Ochs) bestehend aus
dem 3. Infanterieregiment (Oberst von Zincke) mit zwei Bataillonen,
dem 1. Leichten Bataillon (Bataillonschef von Maier)
sowie den zwei Kompanien der Artillerie unter dem Bataillonschef Heinemann.


Die westfälische Division sollte in der Folgezeit schwerpunktmäßig in Katalonien eingesetzt werden. Sie stand also die ganze Zeit mitten im Kern des spanischen Guerillakrieges. Hier konnte man weniger Ruhm ernten, als in den Schlachten im Westen Spaniens, in denen die französische Militärmaschine auf die Expeditionsstreitkräfte der Engländer traf, denen sie sich schließlich allerdings letztendlich geschlagen geben mußte. Dennoch ist der Einsatz nicht zu unterschätzen. Der Guerillakrieg in Spanien wurde in einer Art geführt, der durchaus Parallelen zu späteren Guerillatätigkeiten oder Kriegen, beispielsweise im Zweiten Weltkrieg oder in Vietnam, aufwies. Der Dienst war hier kein Zuckerschlecken. Überall lauerten Gefahren, selbst beim normalen Dienst. Außerdem ist der Einsatz der Truppenteile an den sogenannten Nebenkriegsschauplätzen in Spanien für die weitere Fortführung des spanischen Krieges von extrem wichtiger Bedeutung gewesen. Hier wurden spanische Truppen gebunden, die anderweitig mit den Engländern gemeinsame Sache gemacht hätten. Natürlich gilt auch hier der Umkehrschluß: Ohne Guerilla wären mehr Truppen für den Kampf gegen den regulären Feind frei geworden. Da der Guerillakrieg allerdings Kernbestandteil des spanischen Abenteuers war, kann man diesen Punkt nicht ins Spiel bringen. Die Westfalen verrichteten ihren Dienst an der Stelle, wo sie plaziert wurden, und daß in der gleichen Art und Weise, und mit der gleichen Effektivität, wie Ihre Kameraden der anderen Rheinbundstaaten, die bei Talavera, Salamanca oder Vittoria standen.


3 Tage nachdem die Westfalen die spanische Grenze erreicht hatten, marschierten sie in dem Land ein, das die letzten Truppenteile erst nach vier Jahren wieder verlassen sollten. Unter dem General St. Cyr beteiligten sie sich an der Belagerung von Gerona. Bereits einen Tag nach dem Eintreffen im Raum von Gerona erlebte die 2. Brigade ihrer Feuertaufe bei einem Gefecht mit den spanischen Verteidigern der Stadt. Die Truppen schlugen sich außerordentlich gut, worüber zahlreiche Beförderungen und Ehrungen verschiedener Offiziere und Soldaten Zeugnis ablegen. Unter anderem wurde der Brigadekommandeur von Ochs bereits einen Monat später, am 15. Juni 1809, zum Brigadegeneral befördert.


Am 8. Juli 1809 traten 3000 Mann der 14 Elitekompanien der westfälischen Infanterieregimenter zusammen mit der Grenadierkompanie des 1. neapolitanischen Infanterieregimentes, zwölf Kompanien der Infanterie von Berg (3. Regiment) und Würzburg sowie zehn französischen Elitekompanien zum Sturm auf Gerona an. Der Angriff wurde allerdings von den Verteidigern zurückgeschlagen. Über die zähe Verteidigung, geben die Verlustzahlen Zeugnis: Die Franzosen und ihre Verbündeten verloren 1770 Mann an Toten und Verwundeten.

Der nachfolgend einsetzende Belagerungskrieg zermürbte die Truppen. Krankheiten traten auf, die die Effektivität der Belagerungsarmee stark schwächte. Es fielen mehr Personen durch Krankheiten oder den Mangel an Lebensmitten aus, als durch eigentliche Kampfhandlungen. So übernahm beispielsweise infolge zahlreicher Erkrankungen unter den westfälischen Offizieren am 24. November von Ochs das Kommando der 2. Division.
Einen schweren Rückschlag hatten die westfälischen Truppen im August hinzunehmen. Am 31. August 1809 griff der spanische General Blake General St. Cyr ungefähr elf Kilometer südlich von Gerona an. St. Cyr befahl sofort dem Kommandeur der Belagerer von Gerona, General Verdier, sich ihm mit dem Gros seiner Truppen anzuschließen. Verdier entschloß sich dazu die Aufrechterhaltung des Belagerungsringes den verbündeten Truppen zu übertragen: Die westfälische Division, die Regimenter von Berg und Würzburg sowie eine italienische Division ließ er vor Gerona zurück, mit dem Rest der Truppen zog er nach Süden, um sich mit St. Cyr zu vereinigen. Blake nutzte seine Chance. Er umging mit seiner Armee das französische Heer und griff die geschwächten Belagerer an. Der sich hieraus entwickelnde Kampf wurde mit aller Brutalität geführt, für die der spanische Kriegsschauplatz bekannt war. Blake gelang es das Lager der Belagerer zu verbrennen und eine Versorgungskolonne von 1500 Mauleseln in die Stadt zu führen. Die Verwundeten der Belagerer ließ er töten.

Nach Verdiers Rückkehr gelang Blake der Rückzug in die Berge. Diesen Angriff kann man fast als lehrbuchmäßigen Raid aus der Schule des Guerillakrieges betiteln.
Am 19. September 1809 setzen die Truppen vor Gerona nochmals erfolglos zum Sturm an, wobei die Westfalen und das bergische Infanterieregiment 9 Offiziere und 124 Mann an Toten und Verwundeten zu beklagen hatten, unter Ihnen auch den Kommandeur des 3. Bergischen Infanterieregimentes, Oberst Muff.
Endlich, am 10. Dezember 1809 ergab sich infolge Lebensmittelmangels die belagerte Stadt.
Zu diesem Zeitpunkt zählte die westfälische Division noch 1500 Mann. Am 12. März 1810 trafen 650 Soldaten als Ersatz aus der Heimat ein.
Im Oktober 1809 hatte General Augereau St. Cyr als Oberbefehlshaber in Katalonien abgelöst. Im Frühjahr 1810 hatte Augereau schließlich die Provinz unterworfen und marschierte gegen Barcelona. Die Westfalen blieben als Besatzung in Gerona zurück. Hier sahen sie sich ständigen Guerillakämpfen ausgesetzt. Die Kampfstärke litt unter dem von den Spaniern geschickt geführten Kleinkrieg erheblich, so daß bereits im Mai 1810 das 1. Bataillon eines Regimentes mit den Angehörigen des 2. Bataillons aufgefüllt werden mußte. Die Kader des 2. Bataillons wurden nach Westfalen zurückgeschickt, um dort durch Rekrutierung wieder auf volle Stärke gebracht zu werden.
Im Mai 1810 wurde Augereau durch Marschall Macdonald ersetzt. Die Lage des französischen Kontingentes in Spanien verschlechterte sich in zunehmendem Maße. Am 1. April 1811 wurde vom Restbestand der westfälischen Truppen das 1. Bataillon zur Auffrischung in die Heimat zurückverlegt. In Spanien verblieb nur ein Bataillon mit 500 Mann (bestehend aus Kampffähigen aller Einheiten) und eine Artillerieabteilung. Dieses Truppenkontingent schlug sich noch bis zum Frühjahr 1813 gegen spanische Guerillas, bis es endlich heimkehrte.





Auf die Kriegsgeschichte der bergischen Truppen in Spanien wurde zum Teil ja bereits oben verwiesen. Zur Erläuterung bleibt noch folgendes hinzuzufügen: Das 1. Bergische Infanterieregiment wurde ebenso wie das 2. im Jahr 1809 nach Spanien verlegt. Sie beteiligten sich wie oben beschrieben an der Belagerung von Gerona und verloren dort in der Zeit vom 1. Juni bis 15. September rund die Hälfte ihrer Soldaten (1314 Mann). 1810 wurde das 3. Regiment ebenfalls nach Spanien beordert, aber am Endes des folgenden Jahres kehrten das 1., das 2. sowie das 1. Bataillon des 3. Regimentes nach Deutschland zurück. Alle dienstfähigen Soldaten faßte man im 2. Bataillon des 3. Regimentes zusammen, das bis 1813 in Spanien blieb.



Einen Sonderfall bildeten die zwei Schwadronen des 1. Chevaulegers Regimentes, die am 17. November 1808 der  Kaiserlichen Garde in Madrid zugeteilt wurden, und dort bis im Jahr 1809 verblieben. Im Dezember 1809 wurden die wiederaufgestellten Chasseurs a Cheval de Berg zu den Lanciers de Berg. Im Jahr 1812 wurden sie wieder in 1. Cheveauleger Regiment umbenannt.
Am 29. Dezember 1809 kämpften sie bei Benavente und operierten in Nordspanien. 1810 sah man sie bei Yanguas (6.9.) und bei Villafranca (26.12.). Am 5. Mai 1811 gehörten sie zu den Streitkräften Massenas, die die Briten bei Fuentes de Onoro angriffen. Später im gleichen Jahr kämpften sie bei Burgos und Ciudad Rodrigo. Besonders ist der Kavallerieangriff der Kleve-Berger im Verbund mit den 15. Chasseurs a Cheval und den Gendarmen von Burgos gegen General Andersons schwere Kavalleriebrigade der Königlich Deutschen Legion am 23. Oktober 1812 bei Villadrigo zu erwähnen. Einen Tag zuvor hatte der französische Vormarsch Wellington gezwungen, für dieses Jahr, die Belagerung von Burgos aufzugeben. Der Kavallerieangriff war so erfolgreich, daß Napoleon den Kleve-Bergern gestattete als Auszeichnung rot-weiße seidene Fähnchen an den Lanzen zu führen.

Sonderfall: Das Regiment Westfalen

Eine interessante Truppeneinheit bildet das sogenannte Regiment Westfalen. Napoleon verfügte am 11. Dezember 1806 seine Aufstellung: „ In Anbetracht der Tatsache, daß die Gebiete auf der anderen Elbseite nie mehr unter preußische Kontrolle kommen und viele Soldaten verfügbar sind, die den ehrenhaften Waffendienst anstreben, haben Wir entschieden, sie in ihrem Bestreben zu unterstützen.“
Das Regiment sollte sich aus ehemaligen preußischen Soldaten zusammensetzen aus den Gegenden von Münster, Minden und Erfurt sowie aus ehemaligen Soldaten aus Braunschweig und Oranien-Fulda. Das Regiment sollte sich aus vier Bataillonen zu je sechs Kompanien nach dem berühmten französischen Muster zusammensetzen. Interessanterweise sollte die Uniform nach preußischem Vorbild sein, um die Vorräte aus dem erbeuteten Magazinen bei Jena aufzubrauchen. Die Quellen zu diesem Regiment sind sehr spärlich. Ein interessanter Hinweis befindet sich in den Memoiren des Generals Thiebault (dieser war für die Rekrutierung in Fulda und Erfurt zuständig), der seinen Männern anstelle der preußischen Röcke  weiße mit roten Kragen und Ärmelaufschlägen gab. Die Fahne des Regimentes hatte in der Mitte einen weißen Rhombus, jede Ecke in rot oder blau, entsprechend dem französischen Muster. In jeder Ecke war ein goldener Lorbeerkranz. Im weißen Mittelfeld stand in goldenen Lettern: „ L’EMPEREUR DES FRANCAIS AU REGIMENT DE WESTPHALIE“ und auf der Rückseite „VALEUR ET DISCIPLINE _ME BATAILLON“.
Am 1. November 1807 marschierte das 1. Bataillon (durch Desertionen bestand das Regiment nur noch aus 2. Bataillonen) nach Spanien. Das 1. Bataillon diente in Spanien in Moncey’s Corps. Im September 1809 wurde das Bataillon in die französische hannoversche Legion inkorporiert
Das 2. Bataillon bildete später den Kader für die Neuaufstellung des 2. Westfälischen-Linien-Infanterieregimentes, das 1813 in Leipzig vernichtet wurde.


Uniformen

Abschließend wollen wir uns noch mit den Uniformen der zuvor beschriebenen Truppen beschäftigen.
Die westfälische Infanterie besaß weiße Uniformen französischen Stils mit roten Epauletten für Grenadiere, grünen für Voltigeure und weißen Achselklappen eingefaßt in der Abzeichenfarbe für die Füsiliere. Auf den Rockumschlägen fanden sich bei den Grenadieren die Granate, bei den Voltigeuren das Horn. Die Grenadiere trugen Bärenfellmützen, die anderen Truppeneinheiten französische Tschakos mit der westfälischen Kokarde und Pompons ( 1. Kompanie – hellblau, 2. –weiß, 3. – gelb, 4. – grün; gelber Pompon mit grünem Busch bzw. gelb über grünem Pompon für die Voltigeure, roter Pompon oder Busch für die Grenadiere). Tschako Behänge bzw. Säbeltroddeln entsprechend rot, grün oder weiß. Außerdem hatte man französische Ausrüstung.  Vor 1810 wurden farbige Aufschläge (Rabatten, Ärmelaufschläge, Rockumschläge) getragen, z.B. bei Gerona: 2. Regiment – dunkelblau, 3. Und 4. Hellblau. Im Jahr 1810 übernahmen alle Regimenter die dunkelblaue Abzeichenfarbe, als Regimentsunterscheidung diente die Anzahl der Knöpfe. Im Jahr 1812 erhielten die Füsiliere blaue Epauletten.
Als Figuren kann man natürlich die französischen Truppen aller Hersteller verwenden.
Die westfälischen Chevaulegers trugen einen schwarzen Raupenhelm, eine dunkelgrüne Jacke mit orangerotem Kragen, Ärmel- und Rockumschlägen und Biesen auf der einreihigen Jacke. Grüne Reithosen oder graue bzw. braune Overalls ergänzten die Ausrüstung. Im Jahr 1811 wurden kurzfristig Lanzen mit weiß-blauen Wimpeln benutzt.
Als Figurensatz empfehlen sich hier die französischen leichten Lanciers von Hät.
Die Uniform der Artillerie enntsprach weitgehend dem französischen Schnitt. Dunkelblaue Uniform mit rotem Besatz und gelben Knöpfen.
Hier kann man die französischen Linienartilleristen von Airfix verwenden.
Über die Uniformierung des  1. Leichten Bataillons der 2. Westfälischen Division fehlen mir genauere Angaben. Es sei allerdings folgendes bemerkt: Bei ihrer Erstaufstellung trugen die leichten Infanteriebataillone eine hellblaue Uniform mit orangefarbenen Aufschlägen. Diese Farbzusammenstellung wurde sehr bald zugunsten einer dunkelgrünen Uniform mit hellblauen Aufschlägen aufgegeben. Auch hier findet sich das französische Modell.
Als Figuren können wir hier ebenfalls auf die französischen Infanteristen aller Hersteller zurückgreifen.
In den Reihen des sogenannten Regimentes Westfalen fanden sich anfangs Uniformen bzw. Ausrüstungsgegenstände preußischen, hannoverschen, sächsischen und hessischen Ursprungs. Die Uniform wurde später entsprechend dem französischen Modell vereinheitlicht. Weiße Uniform mit rotem Kragen, Ärmel- und Rockumschlägen. Die Rabatten mit roten Biesen. Als Kopfbedeckung wurde der französische Tschako getragen.
Ich glaube, die zu verwendenden Figuren muß ich nicht näher beschreiben.
Die bergischen Infanterieregimenter besaßen ebenfalls Uniformen französischen Ursprungs. Auch sie waren weiß mit hellblauen (andere Quellen beschreiben sie in einem dunkleren Blauton) Aufschlägen (Rabatten, spitze Ärmelaufschläge, Rockschöße). Füsiliere trugen blaueingefaßte Achselklappen, weiße Tschakobehänge und hellblaue Schwertknoten; Grenadiere entsprechend in rot (Zum Paradeanzug gehörte natürlich bei den Grenadieren die Bärenfellmütze); Voltigeure entsprechend in grün (allerdings weiße Tschakonehänge). Die Soldaten verwendeten natürlich ebenfalls den Tschako nach französischem Modell.
Auch hier greifen wir wieder auf die Infanteristen der bekannten Hersteller zurück.
Bezüglich der bergischen Kavallerie ist folgendes zu bemerken: Nach Haythornthwaite wurden zwei grundverschiedene Uniformen getragen. Die erste Uniform entsprach dem Modell der französischen Lanciers der Garde mit der bekannten Tschapka. Die Uniformjacke war weiß mit rosafarbenen Aufschlägen (Ärmelaufschläge, Ärmelbiesen, Rabatten, Kragen). Der obere Teil der Tschapka im gleichen Farbton. Dies gilt auch für die getragenen Overalls. Im Feld hatte die Tschapka einen schwarzen Schutzüberzug, ebenfalls wurden graue Jacken und Hosen getragen.
Die zweite Uniform aus dem Jahr 1812 sieht wie folgt aus: Dunkelgrüner Surtout mit rosafarbenen Ärmelaufschlägen, Schoßumschlägen, Biesen und Kragen. Der rosafarbene Kragen war zudem noch grün eingefaßt. Grüne Overalls wurden getragen. Der Tschako war rosafarben, mit schwarzem Schirm, weißer Borte und Messingschild. Ein weißer Federbusch befand sich über einer weißen Kokarde mit rosafarbenem Zentrum. Weißes Lederzeug, Säbelknoten und Handschuhe ergänzten die Ausrüstung.
Für die erste Uniform können natürlich die französischen Lanzenreiter von Esci verwendet werden. Auf diese bzw. auf Häts französische Lanciers muß man wohl auch für die zweite Uniform zurückgreifen, obwohl es sich bei den getragenen Uniformen nicht um den Surtout handelt. Die Köpfe müssen natürlich ersetzt werden, um den französischen Tschako zu erhalten.

Viel Spaß beim Basteln.


Anmerkung:

Ende der 90er Jahre hatte mein Freund Jens Najewitz einen seiner vielen genialen Pläne. Er wollte sein nebenberufliches Händlerdasein im Miniaturenbereich aufgeben, und eine Modellzeitschrift herausbringen.
Die legte er dann auch auf. Sie hieß "Modellfiguren" und der Plan, der hinter den Veröffentlichungen stand, war dem Sammler von 1/72 Miniaturen endlich das Magazin in die Hand zu geben, das er schon immer wollte und auch lautstark gefordert hatte.
Ein Magazin mit Berichten über Figuren, mit Artikeln über verschiedene kriegsgeschichtliche Ereignisse, mit Besprechungen von Neuerscheinungen, einfach ein Magazin, das sich nur den Wünschen der 1/72 Szene widmen sollte.
Trotz vollmundiger Unterstützungsbekundungen erreichten wir leider nicht die nötige Zahl von Abonnenten. In einer Welt mit viel schlechteren Kommunikationsmöglichkeiten als heute, und mit horrenden Preisen für Layout und Druck - oh Gott ist das heute einfach - war das Unterfangen ohne Sponsoren einfach zu teuer.
Obwohl Jens einiges privates Geld reinbutterte und da auch richtig drauflegte, musste er die MoFi nach 1 1/2 Jahren einstellen.
Sehr zum Bedauern von mir, der für diese Zeitschrift einige Artikel geschrieben hatte.
Einige der Artikel übersetzte ich damals ins Englische und packte sie auf Wargamer- bzw. Modellbauseiten im Ausland, die es mittlerweile nicht mehr gibt.
Deshalb möchte ich diese Berichte für mich - und vielleicht auch für Sie -  zurückholen.
Ich werde sie jetzt hier veröffentlichen; und zwar mit dem genauen Wortlaut von damals. Ich ändere da nichts. Obwohl ich sicherlich bei einigen Sachen heute viel stärker im Detail bin.
Die Umbautipps von damals bezogen sich auf 1/72 Miniaturen, und lesen sich heute teilweise sehr lustig und auch nostalgisch. Ende 1999 und Anfang 2000 gab es viele der Modellfiguren, die heute auf der Plasticsoldierseite gezeigt werden noch gar nicht. 28 mm Figuren gab es in der Vielfalt wie heute ebenfalls nicht.
Also sind Sie bitte nicht verwundert.
Übersetzen werde ich die Berichte nicht. Nur die, die damals auch in Englisch erschienen, werde ich auch so wiedergeben.
Viel Spaß mit den Berichten, die ich hier in einigen Abständen präsentieren werde.

Die gezeigten Bilder erschienen damals in der Infopost. Außerdem zeige ich in diesem Zusammenhang auch gerne die Figuren von Steve Barber, der sich dieser Thematik mit einer schönen Reihe angenommen hat.
Zum Glück muss man heute weniger umbauen, als früher.









Samstag, 2. Dezember 2017

Jean Charles Blanc vs. Sharpe - Sharpe's Triumph oder Bon Anniversaire

Wäre ich ein Romancier, dann würde ich selbstverständlich eine Buchserie schreiben. Natürlich aus mehreren Gründen.
Aus der Sicht des Schreibenden bieten sich durch eine Serie einfach jede Menge Optionen.
Man kann die Geschichte und die handelnden Personen einfach besser entwickeln, als in einem abgeschlossenen einbändigen Roman.
Immer wieder weiter fabulieren, sich Abenteuer ausdenken, tolle Ereignisse, Schauplätze, Schlachten, Frauen, Kameraden ins Spiel bringen. So lange, wie es dem Leser gefällt, oder auch darüber hinaus.
Zum anderen kann man so auch viel mehr Fans gewinnen, und letztendlich dadurch auch schlussendlich das verdienen, was man verdient.
Ist ja nichts Schlechtes.
Die Epoche, in die ich mich bewegen würde, wäre ja auch klar. Logisch, oder???
VIVE L’EMPEREUR
Ich will Euch da jetzt schon einmal ein klein wenig an meinen Gedanken teilhaben lassen. Quasi wie eine kleine Sneak Preview auf etwas, was es sehr wahrscheinlich nie geben wird, mich aber dennoch reizt.
Ich habe sogar schon einen Namen für meinen Charakter. Und eine Vorstellung, ja ein richtiges Bild.
Jean Charles Blanc würde er heißen.

Natürlich wäre er Unteroffizier in einem französischen leichten Regiment.
Aber  nur zu Beginn der Serie. Aufgrund seiner Fähigkeiten würde er sehr schnell in den Rängen aufsteigen, wenn er auch andauernd darüber „granteln“ würde.
Ein „Grognard“ im wahrsten Sinn des Wortes.
Tief im Herzen ein Mann aus den Mannschaften, der Truppe verbunden, nur durch Leistung aufgestiegen, von Neidern, und dem neuen napoleonischen Adel misstrauisch betrachtet, wenn nicht sogar verfolgt.
Er wäre Voltigeur.  Ein Schütze. Ein Scharfschütze.
Was sonst?

Direkt zu Beginn der Revolutionskriege träte er in die Armee ein. Ein gebürtiger Deutscher, der im Jahr 1792 in Paris gerade sein Medizinstudium begonnen hatte, ließ er sich hier dann aber vom revolutionären Geist anstecken.
Sein leicht holpriges Französisch – immerhin nicht seine Muttersprache – würde immer mal zu Problemen führen, was ihn ärgert.
Vorteilhaft, auch für den Geheimdienstbeauftragten seiner Majestät des Kaisers, wären seine unglaublichen Sprachkenntnisse. Französisch, Deutsch, ja sogar die Sprache des Erzfeindes, englisch, würde er beherrschen, hätte er sie sich doch vor seinem Studienbeginn in Paris im englischen Cornwall in Selbststudien beigebracht.
Von Schlacht zu Schlacht schlüge er sich durch. Er würde den St. Bernhard überqueren – ja, sogar im Schnee -, er wäre bei Marengo, bei Ulm, bei Austerlitz, bei Jena, und später auch bei Leipzig zugegen.
Er fände sich auf dem Weg nach Eylau wieder, in den tief verschneiten Ebenen und Wäldern Preußens. Dort schon einen kleinen Vorgeschmack von seinen späteren Erlebnissen auf dem Rückzug aus Moskau erahnend.

An der Beresina würde er quasi Wundertaten in einem Boot vollbringen, wenn er sich gegen die tosenden Fluten mit seinem Paddel stemmt, und so den Bau der letzten Brücke überhaupt erst ermöglicht.
Er müsste auch nach Deutschland, in den Rheinbund, vielleicht mal in seine alte Heimat nach … vielleicht Bamberg – eine wirklich schöne Stadt -, um hier eine Spezialaufgabe zu lösen: Unterschlagene Gelder, Deserteure oder verschwundene Rekruten suchen.
Nur das Ende, das würde ich jetzt noch offenhalten wollen.
Die letzte Schlacht.
Eines ist klar. Er wäre dabei und
 … ER würde gewinnen.
VIVE L’EMPEREUR
Ob aber nur an seinem Flügel, oder vielleicht doch in der ganzen Schlacht, das weiß ich heute noch nicht.
Aber … bis dahin sind es ja mindestens 15 Bände.
Da habe ich noch Zeit drüber nachzudenken.
Ja das wäre was.
Dabei wäre Jean Charles, der Wert darauf legen würde mit seinen beiden Vornamen angesprochen zu werden, ein Spezialist.
Ein Soldat.
Ein Voltigeur.
Ein Scharfschütze sowieso.
Na und er würde definitiv den Beweis erbringen, dass eine richtig geladene Muskete in den Händen eines richtig ausgebildeten Soldaten, auch nicht viel schlechter schießt, als ein Gewehr, so wie beispielsweise die britische Baker.
Die Ungenauigkeit würde er durch die Schussfolge kompensieren.
Den Ladevorgang, den, ja den, würde er perfekt beherrschen.

Er würde – wenn es so richtig darauf ankommt -, die Kugel mit einem ledernen Schusspflaster umwickeln, und so effektiv in das Rohr der Muskete hauen, dass man zielgenau mit der Waffe treffen kann, weil das Geschoss dadurch einfach in der Flugbahn perfekt stabilisiert wird, und das berühmte Flattern der Musketenkugel fast, ja fast, wegfällt.
Oui, Jean Charles kann das.
Na und er würde als Plänkler vorneweg an der Spitze der nachfolgenden Angriffskolonne so effektiv tiraillieren, dass die Kolonne problemlos durch die schwache englische Linie brechen würde, was nebenbei bemerkt auch keine große Kunst ist.
Wenn auch DÄR ENGLÄNDÄR immer behauptet, das wäre anders. Pah. ENGLÄNDÄR eben.
Bis, ja bis VIELLEICHT auf die letzte Schlacht, wo sich diese Taktik dann nicht so bewährt.
Aber da gucken wir dann erst einmal.
Man kann Geschichte ja auch umschreiben. Zumindest in Romanen. Leider nicht nur da.
Jean Charles hätte, nur um es zu erwähnen, natürlich auch das Reglement quasi gefressen. Kameraden behaupteten, dass man ihn in der Nacht wecken kann, er aus dem Bett springt und schon die perfekte Fußhaltung einnimmt, um ja richtig in der Schützenlinie zu stehen.
Sogar IM SCHLAF soll er das können.
Andere behaupten, dass er selbst wenn er sich auf einem Drehteller befinden würden, immer noch perfekt die Haltung einnehmen könne, und ja auch alle Handgriffe natürlich perfekt säßen.
Nebenbei bemerkt,  lächelt er immer über die gnadenlose Selbstüberschätzung der Briten und Ihrer Rifles.
Sein Ausspruch “Wer hat’s erfunden?“, ist dabei legendär.
„Wir haben schon tirailliert, als die noch Perücken trugen“, soll er auch einmal in einer Kneipe ausgerufen haben.
Ja, so ist er der Jean Charles.
Wenn er einmal in Fahrt ist, dann bügelt er halt einfach alles weg. Egal, ob Feind oder auch Freund.
Man muss ihn kennen, um ihn zu mögen. Fremde wispern hinter vorgehaltener Hand über ihn.
Aber, da steht er drüber.

Na solange ich aber Jean Charles Blanc nicht zum Leben erwecke, muss ich halt doch mit einem anderen Vorlieb nehmen, wie so viele von uns.
Wir müssen weiter Richard Sharpe abfeiern, ob wir ihn hassen, oder ob wir ihn lieben.

Ihr wisst, dass ich Richard Sharpe liebe, und ich kann Euch sagen, Jean Charles würde ihn hassen.
„Das ist doch kein napoleonischer Soldat“, „so verhält sich kein britischer Offizier“, „der hat eine falsche Frisur“, „so ein Schmarrn mit dem Ladevorgang. Eine Baker aufklopfen. Hah.“, „eine Linie kommt beim Schwenken nicht in Unordnung“, und, und, und.
All das, und noch viel mehr würde Jean Charles sagen, wenn es ihn denn gäbe.
Na und über das Setting, über das ich jetzt berichten werde, würde er in Rage kommen. Er würde ausspeien und fluchtartig den Raum verlassen.
Er würde sagen „da zieh ihm halt rote Unterhosen an, und lass sie doch dann gegeneinander kämpfen. Ist doch eh egal, bei so einem Szenario.“
Ja, das würde Jean Charles sagen.
Aber ich, ich würde lächeln und erwidern – so als vorgesetzter Offizier in einem der Bände, denn den Spaß würde ich mir geben – „Jean Charles. Ich finde das interessant, was diese Engländer da machen. Das wirkt so erfrischend, weit weg vom Reglement. Einfach improvisiert. Na und so etwas kann auch zum Erfolg führen“.
Ja das würde ich tun, und grinsen, während Jean Charles sich maßlos aufregt.
Aber zurück zu dem anderen Schützen. Dem, den wir alle schon seit Jahren kennen.
Mein Sharpe, der erlebt zur Zeit seine Abenteuer in dem wiederaufgelegten, vor ein paar Monaten neuerschienenen Band, mit dem Titel Sharpe’s Triumph.
Es handelt sich nebenbei bemerkt, um meinen Lieblingsband aus der Serie.
Weil das Szenario einfach völlig bekifft , so weit weg von der Realität ist und so mit der Phantasie spielt,  dass seine Umsetzung in einem Tabletop geradezu eine Pflicht ist.
Ich hab da richtig Lust drauf.
Zum Glück habe ich die entsprechenden Figuren bemalt; nur ein oder zwei Einheiten fehlen mir noch.


Na und da haben die Perries jetzt netterweise Figuren zu modelliert, die ich hier einsetzen werde.
Mal eine kurze Inhaltsangabe zu Sharpes Triumph.
Der gute Richard soll ein Kommandounternehmen gegen eine französische Festung leiten, weil der britische Geheimdienst Informationen hat, dass die benachbarte Stadt sich demnächst gegen Napoleon auflehnen wird. Einen Brückenkopf im Feindesland zu erobern ist ja, wie wir Hobbystrategen wissen, sicherlich auch nicht das Verkehrteste.
Na und was braucht man für solche Unternehmen. Nicht nur Sharpe und seine Jungs. Nein; noch ein paar Soldaten aus dem South Essex, natürlich auch noch ein paar Rifles aus dem 60th Regiment, und …
Seesoldaten.



LEDERNACKEN (so hätte man das im WW II auf amerikanischer Seite genannt)
Yeeeeeeesssssssssssssssssssssssssssssssssssss.
Ist doch ein Kommandounternehmen gegen eine Küstenfestung.
Na und da braucht man einfach ein Landungskorps der Royal Marines.
Und zur Beaufsichtigung ein paar Offiziere der Marine.
Und natürlich Verräter in Zivilklamotten, die diese Einheit begleiten. Irgend so ein mieser Comte, der aber gar kein Comte ist, sondern ein Verräter.
Also aus englischer Sicht.
Aus französischer Sicht ist er NATÜRLICH ein Held.
VIVE L‘EMPEREUR
Na, wenn das jetzt mal nichts ist.
Du kannst in Miniaturenreihen schwelgen.





Auf britischer Seite haben wir also: Linieninfanterie, Schützen, Seesoldaten, Marine und Zivilisten.
Wer jetzt denkt, dass sei alles… Weit gefehlt.
Auf französischer Seite wartet nämlich der Festungskommandant mit seiner Artillerietruppe, na und es kommen natürlich Liniensoldaten, ein erfahrener französischer General, der miese Geheimdienstmann Ducos, und Dragoner.
Cornwell steht auf Dragoner.
Die sind immer dabei.
Klasse.
Na aber um den Deckel noch auf das Fass zu setzen:
Wir brauchen auch zivilgekleidete Bewaffnete, weil ein gestrandeter amerikanischer !!!!!!!!!!!!! Captain mit seiner Crew auch noch eine entscheidende Rolle im Roman spielt.
Na und der und seine Mannschaft bedienen dann irgendwo in so einem kleinen Waldstück sogar ne Kanone.
Das ist pulpig. Das ist spitze.
Na und die Schauplätze für die Gefechte!!!!!!!!!!
Ganz am Anfang prügelt man sich in einem Waldstück.
Dann geht es zu einem französischen Bauernhof, der von den Rifles gegen angreifende Franzosen verteidigt wird.

Die große Schlacht tost dann um die Seefestung, also quasi so eine kleine Vaubansche Festung, die in der Serie die „Scharfschützen“ natürlich zu 100% falsch dargestellt wird.
Ja da kann man ja sogar eine kleine Kampagne draus stricken, wenn ich mir das so recht überlege.
Ich glaube, ich muss da mal mit meinen Jungs drüber reden.
Hier in diesen Bericht habe ich jetzt einmal Bilder meiner Franzosen und Engländer eingestreut.


Die anderen Truppenteile, vielleicht auch ein bisschen Gelände, werde ich Euch dann so peu a peu vorstellen.
Irgendwo ist das Ganze ja schon ein kleines Langzeitprojekt für mich.
Na und das zumindest in Gedanken schon seit Jahren.

Na und widmen werde ich das Ganze einem hochgeschätzten Sammlerkollegen, der heute, am 2.12. Geburtstag hat, den man hier in seiner Uniform bewundern kann.

Auch er hasst Richard Sharpe, genau wie Jean Charles Blanc, na und deshalb glaube ich, dass er nichts dagegen haben wird, wenn mein Hauptprotagonist Jean Charles in diesem Szenario seine Muskete auf den englischen Offizier anlegen wird.
Von ihm, meinem Sammlerkollegen, stammen auch Aussagen, die mich doch sehr an die Sätze von Jean Charles erinnern.
Aber er, er darf auch lästern.
Wenn Ihr einmal einen Vortrag von ihm gehört habt, über das französische Reglement, über Sachen wie „Wie lade ich eine Muskete richtig“, „Wie stehe ich in der Schützenlinie“, etc. etc. dann würdet Ihr verstehen, dass ER lästern darf.
Er ist ein Spezialist, na und wenn die Waffen und die Kriegsführung noch so wäre wie in Naps Zeiten – VIVE L’EMPEREUR – dann glaube ich, dass er Sharpie in den Schatten stellen würde.
Was sage ich: Ich bin ÜBERZEUGT, dass es so wäre.
Na vielleicht bekomme ich ihn mal überredet, dass wir einen seiner Vorträge als YouTube Video drehen. Irgendwo vor einer sagenhaften Kulisse, vielleicht im Innenhof von Schloss Pommersfelden oder so.
Da könnten Sie, meine lieben Leser, wirklich etwas lernen.
Na bis dahin werden Sharpe und Harper weiter marschieren, und ich darüber nachdenken, wann ich endlich den Finanzier finde, der mir die Zeit gibt, meinen Charakter Jean Charles Blanc zu entwickeln.
Bis dahin bleibt nur eines zu sagen:

VIVE L‘EMPEREUR
VIVE JEAN CHARLES BLANC
BON ANNIVERSAIRE

Na und zu Ehren von Jean Charles habe ich mich natürlich auch in meine blau-weiß-rote Uniform geworfen; und ja. Es ist ein guter Tag. Denn meine Adler haben heute gewonnen, kurz bevor die Sonne von Austerlitz aufgegangen ist.


Na und jetzt habe ich mir noch einen Rotwein eingeschenkt, um auf den Jahrestag der Krönung meines Kaisers - VIVE L'EMPEREUR -, auf den Sieg bei Austerlitz und auf den Geburtstag von Jean Charles zu trinken.
Happy birthday Hans Karl und bleib wie Du bist. Ein alter, sympathischer Grantler.
Un Grognard.
VIVE L'EMPEREUR


P.S.: Da ich sicherlich NICHT die korrekte Fußhaltung eingenommen habe, gibt es nur ein Oberkörperbild. Hans Karl ist napoleonischer Fußfetischist ("... das ist die FALSCHE Haltung!!! So geht das NICHT in der Linie...!!!) Da traue ich mich nicht etwas falsches zu zeigen.

Na und bevor irgendeiner einen Schreck bekommt. Das ist ein Spielzeuggewehr; keine echte Waffe. Also keine Panik. Eishockeyfans sind friedlich.


Translating this text literally into English does not make sense, my dear readers. This article contains allusions that you only understand when you know certain persons personally.
Jean Charles Blanc has a real model, even if I negate this in the text. And today is Jean Charles' birthday. Really. At the anniversary of Austerlitz and the crowning of Napoleon.
Vive L'Empereur
Apart from that, I think it would be very interesting to write a napoleonic novel series from the French point of view. That would be extremely exciting, of course, and maybe I'll find some time to really start this project.
Until then, I will continue to be a big fan of Richard Sharpe and will face every new release of Bernard Cornwell.
The novel Sharpes Triumph has just been reissued in German by a few months, and its implementation as a wargame is basically a duty.
I really like it.
Fortunately, I painted the corresponding figures. Only one or two units are still missing.
Well, and the Perries have now nicely modeled figures, which I will use here.
You know Sharpes triumph?
Sharpie is supposed to lead an attack against a French fortress, because the British intelligence has information that the neighboring city will soon revolt against Napoleon. To conquer a bridgehead in enemy land is certainly, as we know as hobby strategists,  not easy, but very effective.
Well, what do you need for such an attack? Not just Sharpe and his guys. No; Still a few soldiers from the South Essex, of course also a few rifles from the 60th Regiment, and ...
Marines.
Yeeeeeeesssssssssssssssssssssssssssssssssssss.
It's an attack on a coastal fortress!
Well, and you just need Marines.
What else.
And to supervise the operation, you need also a few officers of the Navy.
And, of course, traitors in civil clothing. A french Comte. In the eyes of english readers, a traitor.
In the eyes of the frenchmen, a hero.
VIVE L‘EMPEREUR
Really great.
You can have a bath in so different miniature series.
On the British side, we have: Line infantry, rifles, marines, navy, and civilians.
Who now thinks that is enough ... Far from it.
On the French side you have the commander of the fortress, with his artillery group. Also soldiers of the line, an experienced French general, the lousy servant Ducos, and dragoons.
Cornwell likes dragoons. They are always present in his books.
But to put the lid on the barrel:
We also need civilian-dressed gunmen and fighters because a stranded american !!!!!!!!!!!!! Captain with his crew also played a decisive role in the scenario.
And in a fight in a forrest, they will use also a canon!!
It sounds like a real Pulp Game. That‘s great.
Well and now let’s talk about the battlefields!!!!!!!!!!
At the very beginning there is a fight in a forest.
Then the scenario changed to a French farm, which is defended by the Rifles against attacking Frenchmen.
The mainfight occurs at the Vauban style sea fortress, which in the TV series „Sharpe" is, of course, 100% misrepresented.
Yes you can even knit a small campaign out of it. I think I have to talk about it with my tabeltop buddies.
Here in this report I present you pictures of my French forces.
The other troops, maybe a bit of terrain, I will then introduce to you peu a peu.
The whole stuff is already a long-term project for me.
Well and at least in thoughts for years.
Well, I will dedicate the scenario to a highly esteemed collector's colleague, whom you can admire here in his uniform.
He hates Richard Sharpe, just like Jean Charles Blanc, and so I think he will not mind if my main protagonist, Jean Charles, will put his musket on the English officer in this scenario.
He is a specialist, and if the weapons and the warfare were still like in Naps times - VIVE L'EMPEREUR - then I believe that he would put Sharpie in the shade.
What do I say: I am CONVINCED that it would be so.
Well maybe I get him convinced, that we record one of his lectures I heard on a symposium as a YouTube video. Somewhere in front of a legendary backdrop, perhaps in the courtyard of Pommersfelden castle or something like that.
Well by then Sharpe and Harper will continue marching, and I hope that I finally find the financier, which gives me the time to develop my character Jean Charles Blanc.
Until then there is only one thing to say:

VIVE L’EMPEREUR
VIVE JEAN CHARLES BLANC
BON ANNIVERSAIRE

(At the bottom of the page I salute Jean Charles. It's my personal blue-white-red "Uniform", the fan dress of my favorite hockey team - we have won tonight, yes. And don't be afraid. The weapon is a cheap replica.)