Sonntag, 15. Mai 2022

Dr. Reinhard Münch - Verbündete Napoleons

 

Today a book tip for all readers on this BLOG who can speak or read German.
There is a book series on Napoleonic history that has now grown to 41 volumes.
The author is Reinhard Münch and he deals with almost all of Napoleon's allies.
His new work will appear in July/August. A large volume, almost 700 pages, 50 color illustrations, presenting Napoleon's allies from 1806 to 1813 in 30 chapters.
Keep your eyes peeled. It will be an interesting work.
Münch, Dr. Reinhard (engelsdorfer-verlag.de)
 
 
Heute gibt es Werbung.
Und das aus einem ganz bestimmten Grund.
Seit Jahren überrascht mich Reinhard Münch, gefühlt im Minutentakt, mit der Veröffentlichung diverser Publikationen zu Napoleon und seinen Armeen.
Mittlerweile sind 41 !!! Bücher erschienen.

Das muss man erst einmal hinkriegen.
Herr Münch hat sich dabei zur Aufgabe erstellt, dass er alle Verbündeten Napoleons mit einem Band abhandeln will.
So gibt es mittlerweile Bücher zu allen relevanten Armeen des Rheinbundes.
„Als die Bayern, Badener, Ernestiner, Hamburger, Hessen, Mecklenburger, Sachsen etc. etc“ für Napoleon fochten. So die meisten Titel der Serie.







Dazu gibt es aber auch Publikationen zu den Franzosen, den Dänen, den Polen, den Iren oder auch den jedenfalls zeitweise mit Napoleon verbündeten Preußen und Österreichern.




Hinzu kommt, dass Herr Münch mittlerweile auch Memoiren verschiedener Kriegsteilnehmer spezielle Bücher widmet.
Die Memoiren des anhaltischen (nein, nicht anhaltinisch, weil als anhaltinisch werden nur Vertreter des Fürstenhauses bezeichnet) Stabsarztes Dr. Friedrich Kretschmar, des nassauischen Soldaten Johann Biersack, den Lebenslauf des Gardelanciers Oberstleutnants Wilhelm Ritgen.




Die meisten Bände haben zwischen 130 und 150 Seiten, sind lesenswert und erweitern die Kenntnisse zur napoleonischen Geschichte um Einzelepisoden, die den wenigsten Lesern bekannt sein dürften.
Erwarten Sie jetzt bitte keine komplette Kriegsgeschichte.
Darum geht es nicht in diesen Bänden.
Aber das akribische Nachforschen einzelner Aspekte der napoleonischen Geschichte, bezogen auf die einzelnen Armeen des Rheinbundes und der Verbündeten, ist Herrn Münch auf jeden Fall gelungen.
Ich selbst konnte sogar – zumindest in zwei kleinen Teilaspekten – hier etwas beitragen.
Herr Münch nahm mit mir vor ein paar Jahren Kontakt auf, und so finden sich zwei meiner BLOG Berichte fast ungekürzt in zwei Büchern wieder; und zwar in den Bänden über die Frankfurter Truppen und über das lippische Kontingent während des Spanienfeldzuges.
Bestellen können Sie die Bücher direkt über den Engelsdorfer Verlag oder auch bei den üblichen Verdächtigen des Buchhandels.
Jetzt kommt aber demnächst ein Mammutwerk heraus.
Herr Münch hat sich dazu entschieden ein „Opus Magnum“, wie er das so schön bezeichnet, herauszubringen, wo einige dieser Bände zusammengefasst und neu präsentiert werden.
In 30 Kapiteln, werden auf vermutlich 700 Seiten die Ergebnisse seiner Arbeit zusammengefasst dargestellt.
50 Farbabbildungen sind angekündigt.
Der Titel wird folgendermaßen lauten:
Reinhard Münch: Unter den Fahnen Napoleons. Die Verbündeten 1806 bis 1813.


Das Buch wird um die 80,- € kosten. Das einmal vorweggesagt.
Aber nach meiner Meinung wird es das auch wert sein.
Wir, die Sammler und Enthusiasten, haben unzählige Uniformbände zum immer gleichen Thema. Ich schließe mich da nicht aus, und freue mich auch darüber.
Schön wäre es, wenn jetzt auch ein deutscher Autor, der sich in diese Teilaspekte napoleonischer Geschichte als Spezialist eingearbeitet hat, Ihre Aufmerksamkeit finden würde.
Es ist ein Projekt, das man nach meiner Meinung unterstützen muss.
Natürlich habe auch ich den Plan, irgendwann einmal meine Artikel zur napoleonischen Geschichte in Buchform herauszubringen.
Aber das wird wohl noch etwas dauern, weil mir einfach die Zeit fehlt diesen Plan zufriedenstellend umzusetzen.
Bücher schreiben dauert einfach länger, als BLOG Einträge in den Äther zu hacken.
Deshalb meinen Respekt für die Arbeit von Herrn Münch, und ich hoffe, dass dieser kleine Artikel beitragen wird die Reihe und auch das „Opus magnum“ bekannter zu machen.
Am besten schon mal ein paar Testbände bestellen – ich empfehle natürlich die Bände über Frankfurt und Lippe 😉 – und dann die Vorbestellung für das im Juli/August erscheinende Werk schon einmal auf die Liste nehmen.
Ich jedenfalls freue mich schon darauf.

Sonntag, 8. Mai 2022

Hougoumont

Viele Jahre war es für die meisten Geschichtsinteressierten ein Traum.
Einmal auf dem Schlachtfeld von Waterloo durch den Gutshof von Hougoumont schlendern.
Einige Besucher wollten sich mit diesem Gefühl nicht zufriedengeben.
Die ignorierten die Privatsphäre des damaligen Besitzers und versuchten sich heimlich auf das Grundstück zu schleichen.
Die meisten wählten damals den Weg des französischen Sturmtrupps von 1815 und versuchten über das ehemalige Nordtor auf das Gelände zu kommen.
Ein Horror für den Pächter.
Seit 2015 ist dies nicht mehr notwendig. Der Hof wurde in ein Museum verwandelt, dessen Besuch auf jeden Fall lohnt.


Ich hatte schon einmal an dieser Stelle über das neue Erlebnis geschrieben:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Hougoumont - Waterloo 2016 (thrifles.blogspot.com)
Heute möchte ich einmal genauer auf die wichtigsten Besichtigungspunkte eingehen, die Sie als Besucher hier erwarten.
Zur Illustration verwende ich an dieser Stelle das neue 3D gedruckte Modell von Jens Najewitz.
Moritz Büsgen, Hauptmann im 1. Bataillon des 2. Nassauischen Infanterieregiments hat eine genaue Beschreibung des Gutshofes vor der Schlacht der Nachwelt hinterlassen:
„Dieses Rechteck war innen in zwei Teile gegliedert; ein Wohnhaus und einen Torbogen mit einem Tor. Der obere Teil bestand aus dem großen Wohnhaus und den Gebäuden des Gutshofs, der untere Teil aus den Ställen und Scheunen. Jeder Abschnitt hatte ein großes Tor, wobei das obere Tor den feindlichen Positionen gegenüber lag, und das untere Tor in entgegengesetzter Richtung…An den Gutshof grenzte der Gemüsegarten, der vorn und links durch eine fünf bis sechs Fuß hohe Mauer und hinten durch eine Hecke umschlossen war. Die Mauer lag vor einem Wald mit hohen Bäumen und war wenige Schritte davor durch ein nicht sehr dichtes Gebüsch verborgen. Links vom Gemüsegarten befand sich ein Obstgarten, aber ohne Zugang zum Garten. Vorn war dieser Obstgarten von einer Hecke eingeschlossen, die entlang der Gartenmauer wuchs, nach hinten war er aber geöffnet. Die Gebäude und der Gemüsegarten waren vom Feind durch den Wald vorne verdeckt.“







Der heutige Zustand des Gutshofs steht in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen der Schlacht.
Gegen drei Uhr nachmittags am 18. Juni 1815 begann der Beschuss des Hofes mit Mörsergranaten, also nachdem schon einige Sturmangriffe gescheitert waren.
Der Beschuss setzte die meisten Gebäude in Brand, die dann nach der Schlacht nicht mehr komplett aufgebaut wurden.
Vor allem der Verlust des schlossartigen Gebäudes in der Mitte von Hougoumont ist ein wirklicher Verlust (Punkt 1 im Bild).
Vom ehemaligen, im Jahr 1815, repräsentativen Gebäudekomplex, stehen heute nur noch 3 Gebäude.
Die Südfront wird durch das sogenannte Pförtnerhaus (Punkt 2) und die umlaufenden Mauern dominiert.
Hier an dieser Stelle fanden während der Schlacht die schwersten Kampfhandlungen statt.
Die französischen Angriffskolonnen versuchten an dieser Stelle durchzubrechen, das Tor zu stürmen oder über die Mauern zu kommen. Über diese hinweg, und durch improvisierte Schützenlöcher hindurch, schossen Einheiten der englischen Garde, aber auch andere Soldaten der Verbündeten, ununterbrochen in diese Angreifer hinein.
In Hougoumont selbst kämpften Soldaten aus drei britischen Regimentern.
Die beiden leichten Kompanien der First Foot Guards (leichte Kompaien des 2. und 3. Bataillons der 1. Foot Guards) kämpften im Obstgarten unter Führung von Lt.-Colonel Lord Saltoun. Der Umkreis des Gutshofs und des Gartens wurde von Soldaten der Coldstream Guards verteidigt. Diese standen unter dem Kommando von Lt.-Colonel James McDonell und Lt.-Colonel Alexander Woodford. Die 3rd Foot Guards (Scots Guards) kämpften im Obstgarten und an der Westflanke unter dem Kommando von Colonel Francis Hepburn und Lt.-Colonel Francis Home.
Insgesamt wurden im Verlauf der Schlacht 18. Kompanien mit über 2200 Mann der englischen Garde in Hougoumont eingesetzt.
 
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich direkt am Pförtnerhaus auch die Gedenktafeln der Garden befinden.






Quasi um die Ecke, an der Mauer, die sich dann zum Garten verlängert, finden Sie die Gedenktafel für Brigadegeneral Baudin, der hier bei Hougoumont die französische 1. Brigade der 6. Infanteriedivision kommandierte und fiel. (Punkt 3)
Im Innern des Gehöftes finden Sie eine relativ neue Gedenktafel aus dem Jahr 2015, und zwar in deutscher Sprache. Hier würdigt S.K.H. Henri, der Großherzog von Luxemburg, die bei Hougoumont eingesetzten Nassauer Truppen. Der Großherzog ist dynastisch gesehen nominell auch der Herzog von Nassau. (Punkt 4)
Soldaten aus Hannover (1. Komp. Feldjägerkorps, 100 Mann, Teile der Bataillone Grubenhagen und Lüneburg, je 50 Mann) und das 1. Bataillon des 2. herzoglich nassauische Infanterieregiments (insgesamt 810 Mann) waren bereits zu Beginn der Schlacht im Wald direkt vor dem Südtor, aber auch im Gebäudekomplex sowie im Garten eingesetzt.
Insgesamt waren um 11:30 Uhr in Hougoumont 1210 Mann stationiert.
Neben den Deutschen noch die Lt.Coy 2/Coldstream Guards, Lt.Coy 2/3 Guards mit jeweils 100 Mann. Saltoun war mit seinen First Guards um diese Zeit nicht im Obstgarten. Wellington hatte sie zurückbeordert. Gegen 12:15 besetzten sie dann wieder den Obstgarten.
Der Anteil der deutschen Truppen in Hougoumont war also erheblich.
Gegen Ende der Schlacht unterstützten dann noch Einheiten aus Braunschweig, Hannover (Bat. Salzgitter) und die KGL die Verteidiger und halfen bei der Vertreibung der Franzosen aus dem Obstgarten und dem Wald
An den Resten der Kapelle im Innern des Gebäudekomplexes findet sich das historische Holzkreuz aus dem 16. Jahrhundert, das erstaunlicherweise fast unversehrt den Brand von Hougoumont überstanden hatte. 2009 restauriert, wurde es 2011 gestohlen, und 2014 in einer Garage in Braine-L’Alleud wiedergefunden.


Heute ist es wieder an seinem angestammten Platz zu finden. (Punkt 5)
An der großen Scheune, die heute als Museum genutzt wird, findet sich die Gedenktafel des Royal Waggon Trains. (Punkt 6)



Ohne die aufopfernde Leistung der Männer des RWT wäre eine Versorgung Hougoumonts mit Munition nicht möglich gewesen. Legendär ist in diesem Zusammenhang der Einsatz des Gefreiten Joseph Brewster, der am späten Nachmittag des 18. Juni dringend benötigte Munition unter feindlichem Beschuss sprichwörtlich in letzter Minute durch das Nordtor brachte.
Hier am Nordtor, das nebenbei bemerkt wieder im Look von 1815 rekonstruiert wurde, findet sich ein sehr großes Monument. (Punkt 7 und 8)


Mit diesem Denkmal wird des kritischen Moments gedacht, als es einem französischen Stoßtrupp gelang durch das Nordtor in das Gehöft einzubrechen. Die Angreifer wurden allerdings von den Verteidigern gestoppt, und bis auf den Trommlerjungen getötet.
Das Denkmal ist übrigens auch im übertragenen Sinne zu verstehen.
Die Inschrift „Closing the gates on war” soll auch anzeigen, dass mit dem Ende der Schlacht von Waterloo, die Ära der napoleonischen Kriege und die jahrhundertealte Feindschaft zwischen Frankreich und England beendet wurde.
Der ehemals im flämischen Stil gestaltete repräsentative Lustgarten ist seit der Schlacht nur noch eine Wiese. (Punkt 9)
Im östlichen Teil findet der heutige Besucher das französische Ehrenmal „Aux soldats francais morts à Hougoumont.“ (Punkt 10)


Der Obstgarten, heute als solcher nicht mehr erkennbar, schloss östlich an dieses Gartenstück an. Dieses Grundstück war ca. 275 qm groß, mit ausgewachsenen Obstbäumen bestückt, und auf drei Seiten von dichten Hecken umsäumt. (Punkt 11)
Nachdem die Angriffe der Franzosen auf die Tore gescheitert waren, versuchte man an dieser Stelle zu einer Entscheidung zu kommen.
Zweimal schlugen die Franzosen die First und Third Guards an dieser Stelle zurück, wurden dann aber durch das Feuer der Coldstream Guards, die hinter der Mauer des Obstgartens standen, aufgehalten.
„Erneut wurden wir auf dem Flügel umgangen…und zurückgedrängt…und erneut erwiesen uns die Coldstream einen guten Dienst. Diese Schüsse waren die eigentliche Stärke unserer Position… Während dieser Zeit war mir nicht bewusst, was andernorts vor sich ging.“ (Colonel Francis Hepburn, 3rd Guards).
An der Gartenmauer findet sich noch eine Gedenktafel zu Ehren Thomas Crauford’s, 3rd Guards, der in Hougoumont fiel. (Punkt 12)


Zwei Gräbern werden Sie auch begegnen, wenn Sie als Besucher durch den Garten schlendern. 
(Punkt 13)



Eines von Sergeant Major Edward Cotton, 7th Hussars, der die Schlacht überlebte, und sich nach dem Krieg in Mont Saint Jean niederließ, ein Museum betrieb und seine Erlebnisse in seinem Buch „Eine Stimme aus Waterloo“ niederschrieb.
Der andere Grabstein gedenkt Major John Lucie Blackman, Coldstream Guards, der gegen Ende der Schlacht hier in Hougoumont fiel, und dann auch hier begraben wurde.
Bei den beiden Gräbern handelt es sich um Ausnahmen.
Generell wurden die Gefallenen der Schlacht bei Waterloo in Massengräbern beigesetzt; einige Soldaten auf Friedhöfen der Umgebung.
Halten Sie also die Augen beim nächsten Besuch in Hougoumont auf. Dann entdecken Sie die hier im Bericht beschriebenen Gedenktafeln und Denkmäler.



 
Der Bericht basiert auf einer Broschüre des Museums in Hougoumont, die auch in deutscher Sprache erhältlich ist.



 
 
For many years it was a dream for most history buffs.
Stroll around the Hougoumont estate on the Waterloo battlefield.
Some visitors did not want to be satisfied with this feeling.
They ignored the privacy of the then owner and tried to sneak into the property secretly.
At that time, most of them chose the route taken by the French soldiers of 1815 and tried to get onto the site via the former north gate.
A horror for the tenant.
Since 2015 this is no longer necessary. The farm has been turned into a museum, which is definitely worth a visit.
I had previously written about the new experience here:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Hougoumont - Waterloo 2016 (thrifles.blogspot.com)
 
Today I would like to go into more detail about the most important sights that await you as a visitor here.
At this point I use the new 3D printed model by Jens Najewitz for illustration.
Moritz Büsgen, Captain in the 1st Battalion of the 2nd Nassau Infantry Regiment, left a detailed description of the manor before the battle for posterity:
“This rectangle was internally divided into two parts; a dwelling house and an archway with a gate. The upper part consisted of the large house and the buildings of the manor, the lower part of the stables and barns. Each section had a large gate, with the upper gate facing the enemy positions, and the lower gate facing the opposite direction... The manor house was bordered by the vegetable garden, which was enclosed on the front and left by a wall five to six feet high and on the back by a hedge was. The wall lay in front of a forest with tall trees and was hidden a few steps from it by a not very dense bush. To the left of the vegetable garden was an orchard, but with no access to the garden. This orchard was enclosed at the front by a hedge that grew along the garden wall, but was open to the rear. The buildings and the vegetable garden were hidden from the enemy by the forest in front.”
Today's condition of the manor is directly related to the events of the battle.
Around three o'clock in the afternoon on June 18, 1815, the shelling of the yard with mortar shells began, after several assault attacks had already failed.
The shelling set fire to most of the buildings, which were not fully rebuilt after the battle.
In particular, the loss of the castle-like building in the middle of Hougoumont is a real loss.
From the former representative building complex in 1815, only 3 buildings are left today.
The southern front is dominated by the so-called gatehouse and the surrounding walls.
It was here at this point that the heaviest fighting took place during the battle.
The French attack columns tried to break through at this point, to storm the gate or to get over the walls. Across these, and through improvised foxholes, units of the English Guard, but also other Allied soldiers, fired continuously at these attackers.
In Hougoumont itself, soldiers from three British regiments fought.
The two light companies of the First Foot Guards (light companies of the 2nd and 3rd Battalions of the 1st Foot Guards) fought in the orchard led by Lt.-Colonel Lord Saltoun. The perimeter of the manor and garden was defended by Coldstream Guards soldiers. These were under the command of Lt.-Colonel James McDonell and Lt.-Colonel Alexander Woodford. The 3rd Foot Guards (Scots Guards) fought in the orchard and west flank under the command of Colonel Francis Hepburn and Lt.-Colonel Francis Home.
A total of 18 companies with over 2,200 men of the English Guards were deployed in Hougoumont during the course of the battle.
So it is not surprising that the commemorative plaques of the guards are located directly at the gatehouse.
Almost around the corner, on the wall, which then extends to the garden, you will find the memorial plaque for Brigadier General Baudin, who commanded the French 1st Brigade of the 6th Infantry Division here at Hougoumont and died.
Inside the homestead you will find a relatively recent commemorative plaque from 2015, in German. Here, H.R.H. Henri, the Grand Duke of Luxembourg, the Nassau troops deployed at Hougoumont. The Grand Duke is also nominally the Duke of Nassau dynastically.
Soldiers from Hanover (1st company Feldjägerkorps, 100 men, parts of the Grubenhagen and Lüneburg battalions, 50 men each) and the 1st battalion of the 2nd ducal Nassau infantry regiment (a total of 810 men) were right in front of the forest at the beginning of the battle the south gate, but also in the building complex and in the garden.
A total of 1,210 men were stationed at Hougoumont at 11:30 a.m.
In addition to the Germans, the Lt.Coy 2/Coldstream Guards, Lt.Coy 2/3 Guards with 100 men each. Saltoun was not in the orchard with his First Guards at this time. Wellington had ordered them back. At around 12:15 they occupied the orchard again.
So the proportion of German troops in Hougoumont was significant.
Towards the end of the battle, units from Braunschweig, Hanover (Bat. Salzgitter) and the KGL supported the defenders and helped drive the French out of the orchard and forest
On the remains of the chapel inside the building complex is the historic wooden cross from the 16th century, which surprisingly survived the Hougoumont fire almost unscathed. Restored in 2009, it was stolen in 2011 and found in a garage in Braine-L'Alleud in 2014.
Today it is back at its original place.
The Royal Waggon Train plaque is attached to the large barn, which is now a museum.
It would not have been possible to supply Hougoumont with ammunition without the self-sacrificing efforts of the RWT men. Legendary in this context is the deployment of Private Joseph Brewster, who brought urgently needed ammunition through the north gate at the last minute in the late afternoon of June 18 under enemy fire.
Here at the north gate, which by the way was reconstructed in the look of 1815, there is a very large monument.
This memorial commemorates the critical moment when a French raiding party managed to break into the homestead through the north gate. The attackers, however, were stopped by the defenders and killed except for the drummer boy.
Incidentally, the monument can also be understood in a figurative sense.
The inscription "Closing the gates on war" is also intended to indicate that with the end of the Battle of Waterloo, the era of the Napoleonic Wars and the centuries-old enmity between France and England came to an end.
The representative garden, formerly designed in the Flemish style, has only been a meadow since the battle. In the eastern part, today's visitor will find the French memorial "Aux soldats francais morts à Hougoumont."
The orchard, no longer recognizable as such today, adjoined this piece of garden to the east. This property was about 275 square meters, stocked with mature fruit trees and surrounded on three sides by dense hedges.
After the French attacks on the gates had failed, an attempt was made to come to a decision at this point.
Twice the French repulsed the First and Third Guards at this point, but were then stopped by fire from the Coldstream Guards stationed behind the orchard wall.
"Again we were bypassed on the wing...and pushed back...and again the Coldstreams did us a good service. Those shots were the real strength of our position...During that time I was unaware of what was going on elsewhere.” (Colonel Francis Hepburn, 3rd Guards).
On the garden wall there is still a plaque in honor of Thomas Crauford, 3rd Guards, who fell at Hougoumont.
You will also come across two graves when you stroll through the garden as a visitor.
One of Sergeant Major Edward Cotton, 7th Hussars, who survived the battle and settled in Mont Saint Jean after the war, ran a museum and wrote of his experiences in his book A Voice from Waterloo.
The other headstone commemorates Major John Lucie Blackman, Coldstream Guards, who died here at Hougoumont towards the end of the battle and was then buried here as well.
The two graves are exceptions.
In general, the fallen of the Battle of Waterloo were buried in mass graves; some soldiers in cemeteries in the area.
So keep your eyes peeled the next time you visit Hougoumont. Then discover the plaques and monuments described here in the report.
 
The report is based on a brochure from the museum in Hougoumont, which is also available in German language.

Sonntag, 24. April 2022

Fetisch der Kiellinie - Seegefechte im 18. Jahrhundert

Es ist immer gefährlich, wenn Landratten über maritimes schreiben. Aber ich bin da ja arrogant genug, um mich auch an solche Themen heranzuwagen.
Deshalb habe ich mich dazu entschieden etwas über Seekriegstaktik zu schreiben.
Warum??
Weil ich die HMS Victory liebe!
Weil ich den Film Master and Commander liebe!
Weil ich alle Verfilmungen der Meuterei auf der Bounty liebe!
Weil ich Captain Horatio Hornblower liebe!
Weil ich Francis Drake liebe!
Weil ich Robert Surcouf liebe!
Weil ich nette Bildchen von Plastikschiffchen gemacht habe!
Weil die Bordgemeinschaft Zerstörer Lütjens mir eine Bord Kappe offiziell überreicht hat!
Gibt es da mehr Qualifikationen???
Natürlich nicht.
Thema ist somit heute die Seekriegstaktik im Zeitalter der Segelschiffe.



Kennen wir nicht alle die herrlichen Bilder aus Filmen, wo Segelschiffe aufeinander zufahren, bis zu dem Punkt, an dem es dann auch möglich ist, zu feuern.
Für uns Landratten ist das manchmal ganz schön verwirrend.
Klar ist, was die Kapitäne der Schiffe da vorhaben. Sie nähern sich dem Gegner an, um mit der Wucht einer Breitseite, also dem Abschuss aller Geschütze auf einer bestimmten Bordseite, Schaden beim Gegner anzurichten.
Hier kann man dann schon mal zwei Taktiken unterscheiden.
Entweder der Kapitän lässt auf den Rumpf feuern, um final das Schiff zum Sinken zu bringen, oder er entschließt sich dafür etwas oben anzusetzen, um den Gegner zu entmasten und damit manövrierunfähig zu machen.
Für diese beiden Manöver gab es denn auch unterschiedliche Munition.
Im ersten Fall wurden Vollkugel eingesetzt, im zweiten Fall spezielle Vollkugeln, wo jeweils zwei durch eine Stange oder eine Kette miteinander verbunden waren.
Man muss sich das wie bei einem Nunchaku vorstellen, bekannt aus unzähligen Kung-Fu Filmen.
Aber jetzt sind wir ja schon beim Angriff.
Ich sollte mich zunächst einmal mit der Annäherung der Schiffe befassen.
Da muss man vorneweg zwei Begriffe klären.
Luv und Lee.


Luv steht für die dem Wind zugewandte Seite eines Schiffes, Lee für die dem Wind abgewandte Seite.
Für Landratten kann man sich das so merken: Luv ist da wo die Luft herkommt.
Brüller, oder???
Luuuuu-fff-ttttt ist Luuuu-vvvvv.
Hat ein Schiff die Luvstellung hat es einen Windvorteil gegenüber dem Gegner. Im Idealfall kommt der Wind direkt von hinten und bläst voll in die Segel. Dadurch lässt es sich natürlich überragend steuern. Man kann Wendemanöver durchführen und sehr schnell zum Feind kommen.
Nun ist es aber nicht so, dass ein Gegner in Leestellung jetzt gleich verloren hat.
Zum einen kann er wenden, sich also auch in die Luvstellung bringen und wegsegeln (er sieht ja wie die feindliche Flotte auf ihn zukommt), oder er nimmt eine eher passive Position ein und wartet darauf, dass der Gegner auf ihn zukommt, oder er kreuzt halt gegen den Wind auf. Dauert zwar länger, ist aber für erfahrene Seeleute durchaus machbar.




Beide Schiffe können noch ein ganz anderes Problem bekommen.
Die Krängung.
Krängen bedeutet, dass sich das Schiff zur Seite neigt. Neigt es sich zu sehr kentert es. Rollbewegungen – das Auf und Ab bei Schiffen, das Landratten zum Kotzen finden – ist ja völlig normal. Schräglagen auch, bis zu dem Zeitpunkt, an dem aus der Schräglage die Schlagseite wird. Sowas kann man sogar berechnen!!! Kenterwinkel ist das Zauberwort.
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH.
Marine ist und bleibt die wissenschaftlichste unter den Teilstreitkräften (sorry Luftwaffe; aber die Marine war zuerst da).
Krängen bei einem Kriegsschiff der Segelzeit hat zur Folge, dass die Kanonen sich ja ebenfalls mit zur Seite bewegen. Man kann sich also nicht ausrichten. Ist die Krängung zu stark, zielen die Kanonen der entsprechenden Breitseite aufs Wasser oder in die Luft, was man auch nicht will.
Eine übertriebene Seitenlage beim Schiff muss somit also vermieden werden, bzw. zu dem Zeitpunkt des Schusses wieder stabil sein.
Übrigens auch einer der herrlichen Momente in Hollywoodfilmen. Das Schiff dreht sich mit einer Seite auf den Gegner zu. Der Zuschauer sieht direkt, dass das nichts wird, bis sich dann das Schiff wieder stabilisiert, die Stückpforten aufgehen, und rummmmssssssss die Breitseite abgeschossen wird.
Herrliches Bild in diesen Filmen.
Jetzt wissen wir also schon mal, dass man als erfahrener Kapitän Luv, Lee und Krängung beachten muss.
Ist für ne Landratte völlig faszinierend, aber auch ein Kommandeur im Heer muss ja das Gelände entsprechend berücksichtigen. Du wendest halt Deinen Panzer auch nicht am Abgrund, wo du noch gerade einen Meter Platz hast.
Wenn Du also mit dem Seegang klarkommst, ist so etwas schon zu erlernen.
Vor allem, wenn Dein Ausbilder Hornblower oder Jack Aubrey heißt.
Gut.



Aber wie segeln denn jetzt die Schiffe auf den Gegner zu???
Zunächst einmal in Linien.
„AM ANFANG WAR DIE DWARSLINIE!!!“
Dwars (vom germanischen thvert) .
Ein herrliches Wort aus dem Norden, was so etwas wie verdreht, querab, quer zur Kielrichtung bedeutet.
Eine Formation in Dwarslinie bedeutet, dass die Schiffe nebeneinander, parallel auf einer um 90 Grad zum Kurs liegenden Linie fahren.
Wer macht denn sowas, werden Sie sich jetzt fragen.
In alten Zeiten zum Beispiel Galeeren.
Da fahren die Schiffe nebeneinander, weil sie ihren Rammsporn einsetzen wollen, und die eigenen Ruderreihen durch das Schiff direkt neben ihnen gedeckt sind. Super, wenn da jeweils eins auf beiden Seiten ist und die auch den Kurs halten. Ben Hur wäre auch happy gewesen, wenn das so bei ihm geklappt hätte.
Diese Dwarslinie wurde dann in der Hochzeit der Segelschiffe quasi zur Annäherung genutzt.
Viele Admirale ließen ihre Schiffe in zwei oder mehreren Kiellinien nebeneinander, eben einer Dwarslinie, auf den Feind zu laufen, und schwenkten erst dann zur eigentlichen Gefechtslinie ein. Dabei wurde versucht die einzelnen Kiellinien hintereinander zu bringen, so dass EINE große Kiellinie, die eigentliche Gefechtslinie, entstand.
Da ich alte Kinderbücher ja liebe, hier mal eine Abbildung zum Thema.



Jetzt habe ich aber ein Wort benutzt, dass ich noch gar nicht erklärt habe: Kiellinie.
Die ist sehr leicht erklärt. Es bedeutet nichts anderes, als dass ein Schiff hinter dem anderen fährt, also das folgende Schiff sich immer im Kielwasser des vorausfahrenden Schiffes befindet.
Die Schiffe sind also in Linie.
Äußerst passend, da ja auch auf Land in der Epoche von der wir reden, alles der Lineartaktik folgte.
Das Kämpfen in einer Kiellinie wurde bereits im 17. Jahrhundert zur Norm erhoben.
In der britischen Marine war der Ausbruch aus der Kiellinie strengstens untersagt, obwohl es auch Befürworter einer entsprechenden Nahkampftaktik gab. Nur wenn die gegnerische Linie in Unordnung geriet, durfte das Signal für „Allgemeine Verfolgung“ gesetzt werden.
Folge dieser Doktrin war, dass sich beide Flotten in Kiellinie formierten und quasi parallel zueinander segelten. Dabei wurde dann eine Breitseite nach der anderen gefeuert, um möglichst viele Verluste herbeizuführen.
Viele Gefechte gingen dabei aber unentschieden aus, bzw. in der Mitte des 18. Jahrhunderts hatten die Franzosen hier sogar einen Vorteil gegenüber den Engländern, weil die französischen Artilleristen zu diesem Zeitpunkt einfach besser ausgebildet waren.
Das Gefecht in der Chesapeake Bay am 5. September 1781 zeigt übrigens, wie verheerend es sein kann, wenn man ohne selbst nachzudenken an einer Doktrin, in diesem Fall „der Lehre von der heiligen Kiellinie“, festhält.
Admiral Thomas Graves führte 19 Linienschiffe zu einem Entlastungsangriff nach Yorktown. Der französische Admiral de Grasse, der 24 Schiffe kommandierte, wurde überrascht.
Graves hätte nur den Befehl „Allgemeine Verfolgung“ geben müssen, um die Franzosen zu schlagen. „Allgemeine Verfolgung“ war, wie oben schon einmal kurz erwähnt, die offiziell einzige Möglichkeit aus der Kiellinie auszubrechen. Der Befehl wurde angewandt, wenn die gegnerische Flotte entsprechende Verluste hatte.
Hier, wo dieser Befehl die Franzosen komplett überrascht und die Engländer in den Nahkampf auf Kernschussweite gebracht hätte, wurde die Chance einer Anpassung der Taktik vertan.
Graves ging in Kiellinie, logisch war ja die Lehre, wenn sich ungefähr gleich große Flotten begegneten und die Franzosen hatten Zeit sich ebenfalls in dieser zu formieren.
Im nachfolgenden Gefecht erlitten die Engländer so große Schäden, dass sie sich nach New York zurückzogen. Die Vernichtung der französischen Flotte, und damit vielleicht der Abbruch der Belagerung von Yorktown, scheiterte also am „Fetisch der Kiellinie“ (Koenig, William: Seeschlachten der Weltgeschichte, Augsburg 1975, S. 13).
Ab den 1780er Jahren wurde dieser Fetisch allerdings in einigen Seeschlachten durchbrochen.



Zunächst bei den Saintes, am 12. April 1782, und in der Seeschlacht, die treffend die Bezeichnung „Der glorreiche 1. Juni“ (1794) trägt.


Im ersten Gefecht brach Admiral Rodney durch die feindliche Kiellinie, in der zweiten Admiral Howe.


War der Durchbruch in der ersten Schlacht noch durch eine entsprechende vorteilhafte Situation ausgelöst worden, so hatte in der zweiten Schlacht Howe diesen Durchbruch von vornherein geplant.
Sie wird deshalb auch als „Lord Howes Manöver“ bezeichnet.
Auch bei Camperdown am 11. Oktober 1797 setzte Admiral Duncan auf „Lord Howes Manöver“.



Er brach an zwei Stellen erfolgreich durch die Kiellinie der holländischen Flotte, eine Aufstellung, die dann doch sehr an Nelsons Taktik bei Trafalgar erinnert.1
Admiral Nelson ist somit nicht der Erfinder dieses taktischen Manövers.
Er hat es nur noch perfektioniert, was dann letztendlich auch zur totalen Niederlage der verbündeten französisch-spanischen Flotte führen sollte, und die Epoche der absoluten Herrschaft Englands über die Weltmeere einläutete: „Rule Britannia, Britannia rule the waves…“





Hatte Nelson schon bei Abukir am 1.-2. August 1798 die französische Flotte völlig überrascht und in Einzelgefechte verwickelt und vernichtet, so wurde Trafalgar sein Meisterstück.


Hier entwickelte der Admiral einen Plan, der auf den kompletten Durchbruch abzielte.
Er arrangierte seine Flotte in zwei Kiellinien und segelte so auf den Gegner zu. Dabei hatte er nicht vor, die beiden Kiellinien zu einer Gefechtslinie zu formieren. Nelson wollte den Durchbruch- Letztendlich erhob er die frühere Ausnahme die „Allgemeine Verfolgung“, und somit den artilleristischen Nahkampf, zu einem neuen Prinzip. Er machte aus „Lord Howes Manöver“ „Nelson‘s Touch“.
Die „neue“ Geheimwaffe war dabei das Raking Fire (deutscher Begriff: Harkenfeuer).
Die Schiffe sollten beim Durchbruch eine Breitseite in das Heck des Gegners schießen. In einem solchen Fall schlugen die Kanonenkugeln durch die kompletten Decks und richteten so den größtmöglichen Schaden an.
Dabei hatte Nelson es bewusst in Kauf genommen, dass die Spitzen der beiden Angriffslinien unter volles Feuer der in Kiellinie laufenden Franzosen kommen konnten.
Das als „Crossing the T” bezeichnete Manöver, was bedeutet, dass eine Flotte über einer anlaufenden Kiellinie quasi einen T Strich bildet, um so mehr Geschütze aufzubringen als der Gegner, gelang den Franzosen zwar, aber Nelson kalkulierte diesen vermeintlichen Nachteil ein.
An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass der deutsche Wikipedia Artikel falsch ist. Er definiert Nelsons Taktik als „Crossing the T“, was allerdings nicht stimmt.

Im Grunde genommen ähnelt diese große Seeschlacht einem Pokerspiel.
Die ersten angreifenden Schiffe der Engländer mussten das Abwehrfeuer ertragen, bis die folgenden Schiffe aufschließen konnten, um Feuerunterstützung zu geben. Dann musste man darauf hoffen, dass die Franzosen gewohnt zu hoch schossen, um die Engländer zu entmasten. Außerdem rechnete Nelson damit, dass die Franzosen zu langsam schießen würden, und er schnell genug am Feind sein werde.
Nelsons Plan ging auf.
Die englische Flotte traf auf eine leicht desorganisierte französische Kiellinie, durchbrach diese an zwei entscheidenden Punkten, und löste die Linie der Franzosen in eine Reihe von Einzelgefechten auf. Am Ende verblieben die Engländer als Sieger auf dem Schlachtfeld.







Der Angriff der Victory auf die Bucentaure zeigte aufs Grausamste die Effektivität des raking fires: 197 Seeleute des französischen Schiffs fielen und 87 wurden verwundet.
Tragischerweise kam Admiral Nelson bei Trafalgar ums Leben.



Das soll es für heute gewesen sein.
Natürlich könnte man über die im Bericht erwähnten Schlachten noch viel ausführlicher beschreiben. Die Literatur umfasst ja Bibliotheken.
Mal schauen. Vielleicht wird das einmal etwas für die Zukunft.
Verweisen möchte ich noch darauf, dass die zur Illustration dienenden Schiffe aus der „Pirates of the Spanish Main“ Sammelkartenreihe stammen.
Hierüber hatte ich bereits an dieser Stelle berichtet:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Pirates of the Spanish Main - Fertigschiffe als Scheckkarten (thrifles.blogspot.com)
Dann möchte ich noch darauf verweisen, dass das Kinderbuch, aus dem die Grafiken stammen, schon lange nicht mehr aufgelegt wird. Es handelt sich um den Band „Kampfschiffe und Seegefechte“, aus der Reihe Sehen-Lesen-Spielen, Stuttgart 1977.
Zwar vereinfacht dargestellt, aber doch sehr plastisch.
Also die richtige Lektüre für uns Landratten.
 
Ahoi.




 
 
Fußnote
[1] In diesem Zusammenhang wird von manchen Autoren auch noch die Seeschlacht am Kap St. Vincent 14. Februar 1797 aufgelistet. Hier war es allerdings so, dass die angegriffene spanische Flotte keine Kiellinie formierte, sondern die Luv und die Lee Division ein riesige Lücke zwischen sich aufließen, in die die Engländer hereinstoßen konnten. Der Durchbruch ist also dem Moment geschuldet, und entsprach keinem wirklichen Plan.


 
 
It's always dangerous when landlubbers write about maritimes. But I'm arrogant enough to dare to tackle such topics.
That's why I decided to write something about naval warfare tactics.
Why??
Because I love HMS Victory!
Because I love the movie Master and Commander!
Because I love all the Mutiny on the Bounty movies!
Because I love Captain Horatio Hornblower!
Because I love Francis Drake!
Because I love Robert Surcouf!
Because I made nice pictures of plastic boats!l
Because the shipboard community of Bundeswehr destroyer Lütjens officially awarded me a member cap, because my report about destroyer Mölders and Lütjens had got their respect!
Are there more qualifications???
Of course not.
The topic today is naval warfare tactics in the age of sailing ships.
Don't we all know the wonderful images from films where sailing ships approach each other to the point where it is then also possible to fire.
For us landlubbers, this is sometimes quite confusing.
It is clear what the captains of the ships are up to. They approach the enemy to inflict damage on the enemy with the force of a broadside, i.e. shooting down all guns on a certain side of the ship.
There are two tactics that can be distinguished here.
Either the captain fires at the hull to finally sink the ship, or he decides to use something above to dismast the opponent and thus make them unable to manoeuvre.
There were different ammunition for these two maneuvers.
In the first case solid cannonballs were used, in the second case special solid cannonballs were used, where two were connected by a rod or a chain.
You have to imagine it like a nunchaku, known from countless kung fu films.
But now we're already on the attack.
I should first deal with the approach of the ships.
First of all, two terms need to be clarified.
Windward and leeward.
Windward stands for the side of a ship facing towards the wind, Leeward for the side averted from the wind.
For landlubbers, you can remember it like this: windward is where the air comes from.
If a ship is in the windward position, it has a wind advantage over the opponent. Ideally, the wind comes directly from behind and blows fully into the sails. Of course, this makes it extremely easy to control. You can perform turning maneuvers and get to the enemy very quickly.
But it is not the case that an opponent in a leeward position has lost immediately.
On the one hand, he can tack, i.e. also bring himself to the windward position and sail away (he can see the enemy fleet coming towards him), or he can take a more passive position and wait for the enemy to come towards him, or he can tack stay against the wind. It takes longer, but is quite doable for experienced sailors.
Both ships can have a completely different problem.
The heel.
Heel means that the ship leans sideways. If it tilts too much, it capsizes. Rolling motions – the ups and downs of ships that landlubbers find sickening – is perfectly normal. Slanting too, up to the point at which the slanting becomes listless. You can even calculate something like that!!! Capsize angle is the magic word.
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH.
The Navy is and remains the most scientific of the armed forces (sorry to the Air Force, but the Navy came first).
The heeling of a warship of the sailing era means that the cannons also move to the side. So you can't align yourself. If the heeling is too strong, the cannons of the corresponding broadside aim at the water or in the air, which is not what you want either.
An exaggerated lateral position in the ship must therefore be avoided or be stable again at the time of the shot.
Incidentally, also one of the wonderful moments in Hollywood films. The ship turns on one side towards the enemy. The viewer sees directly that nothing will happen until the ship stabilizes again, the gun ports open, and boouuuhhhhhhmmmm the broadside is shot down.
Gorgeous image in these films.
So now we know that as an experienced captain you have to take windward, leeward and heeling into account.
It's completely fascinating for a landlubber, but a commander in the army also has to take the terrain into account accordingly. You also don't turn your tank on the abyss, where you only have a meter of space left.
So if you can cope with the swell, you can learn something like that.
Especially if your instructor's name is Hornblower or Jack Aubrey.
Good.
But how do the ships sail towards the enemy now???
First of all in lines.
"IN THE BEGINNING WAS THE DWARS LINE!!!"
Dwars (from Germanic thvert) .
A wonderful word from the north, which means something like twisted, abeam, across the keel direction.
A formation across line means that the ships are sailing side by side, parallel on a line 90 degrees to the course.
Who does that, you might ask yourself now.
In ancient times, for example, galleys.
The ships sail side by side because they want to use their ram and their rows of oars are covered by the ship right next to them. It's great when there's one on both sides and they stay the course. Ben Hur would have been happy too if it had worked out that way for him.
This cross line was then used in the heyday of sailing ships to approach each other.
Many admirals let their ships run in two or more side by side keel lines, just a cross line, towards the enemy, and only then swung to the actual line of battle. Attempts were made to bring the individual keel lines one behind the other so that ONE large keel line, the actual battle line, was created.
Since I love old children's books, here's a picture on the topic.
But now I've used a word that I haven't even explained yet: keel line.
It's very easy to explain. It means nothing other than that one ship drives behind the other, i.e. the following ship is always in the wake of the preceding ship.
So the ships are in line.
Very appropriate, since everything on land in the era we are talking about followed linear tactics.
Fighting in a keel line was made the norm as early as the 17th century.
Breaking out of the keel line was strictly forbidden in the British Navy, although there were advocates of such close combat tactics. The signal for "General Pursuit" could only be given if the opposing line became disordered.
The result of this doctrine was that both fleets formed in keel line and sailed almost parallel to each other. One broadside after the other was then fired in order to cause as many casualties as possible.
However, many battles ended in a draw, and in the middle of the 18th century the French even had an advantage over the English because the French artillerymen were simply better trained at that time.
Incidentally, the battle in the Chesapeake Bay on September 5, 1781 shows how devastating it can be when one adheres to a doctrine without even thinking, in this case "the doctrine of the sacred keel line".
Admiral Thomas Graves led 19 ships of the line in a relief attack on Yorktown. The French admiral de Grasse, commanding 24 ships, was taken by surprise.
Graves need only have given the order "General Pursuit" to defeat the French. As briefly mentioned above, “general pursuit” was officially the only way to break out of the keel line. The order was applied when the enemy fleet had corresponding casualties.
Here, where this order would have taken the French completely by surprise and brought the English to point-blank range in close combat, an opportunity to adjust tactics was missed.
Graves went in line with the keel, the lesson was logical when fleets of about the same size met and the French had time to form up in this as well.
In the ensuing battle, the English suffered so much damage that they retreated to New York. The destruction of the French fleet, and with it perhaps the breaking off of the siege of Yorktown, failed because of the "fetish of the keel line" (Koenig, William: Sea Battles of World History, Augsburg 1975, p. 13, book in german language).
From the 1780s, however, this fetish was broken in some naval battles.
First at the Saintes, on April 12, 1782, and in the naval battle aptly named The Glorious June 1st (1794).
In the first battle, Admiral Rodney broke through the enemy keel line, in the second Admiral Howe. If the breakthrough in the first battle was triggered by a correspondingly advantageous situation, Howe had planned this breakthrough from the outset in the second battle.
It is therefore also known as "Lord Howe's Manoeuvre".
Also at Camperdown on October 11, 1797, Admiral Duncan relied on "Lord Howe's manoeuvre".
He successfully broke through the keel line of the Dutch fleet in two places, an arrangement that is very reminiscent of Nelson's tactics at Trafalgar.1
Admiral Nelson is therefore not the inventor of this tactical maneuver.
He only perfected it, which ultimately led to the total defeat of the allied Franco-Spanish fleet, and ushered in the epoch of England's absolute domination over the oceans: "Rule Britannia, Britannia rule the waves..."
Had Nelson already at Abukir on 1-2. On August 17, 1798, the French fleet was completely surprised and involved in individual skirmishes and destroyed, so Trafalgar became his masterpiece.
Here the admiral developed a plan aimed at complete breakthrough.
He arranged his fleet in two keel lines and thus sailed towards the enemy. He had no intention of forming the two keel lines into one battle line. Nelson wanted the breakthrough. Ultimately, he raised the earlier exception of "general pursuit", and thus artillery hand-to-hand combat, to a new principle. He made "Nelson's Touch" out of "Lord Howe's Maneuver".
The "new" secret weapon was the raking fire.
The ships should fire a broadside into the enemy's stern as they break through. In such a case, the cannonballs would rip through entire decks, doing as much damage as possible.
Nelson had consciously accepted that the tips of the two attacking lines could come under full fire from the French running in the keel line.
The maneuver known as “Crossing the T”, which means that a fleet forms a T line over an approaching keel line in order to muster more guns than the enemy, was successful for the French, but Nelson took this supposed disadvantage into account.
At this point it should be pointed out that the German Wikipedia article is wrong. He defines Nelson's tactic as "crossing the T", which is not true.
Basically, this great naval battle resembles a poker game.
The first English ships to attack had to endure the defensive fire until the following ships could catch up to provide fire support. Then you had to hope that the French shot too high as usual to dismast the English. In addition, Nelson reckoned that the French would shoot too slowly and he would be on the enemy fast enough.
Nelson's plan worked.
The English fleet encountered a slightly disorganized French keel line, broke it at two crucial points, and broke the French line into a series of isolated engagements. In the end, the English remained victorious on the battlefield.
The Victory's attack on the Bucentaure most savagely demonstrated the effectiveness of raking fire: 197 sailors on the French ship were killed and 87 were wounded.
Tragically, Admiral Nelson died at Trafalgar.
That should be it for today.
Of course, the battles mentioned in the report could be described in much more detail. Literature includes libraries.
Just take a look. Maybe that will be something for the future.
I would also like to point out that the ships used for illustration are from the "Pirates of the Spanish Main" trading card series.
I have already reported about this here:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Pirates of the Spanish Main - Fertigschiffe als Scheckkarten (thrifles.blogspot.com)
Then I would like to point out that the children's book from which the graphics come has not been published for a long time. It is the volume "Kampfschiffe und Seegefechte" from the series Sehen-Lesen-Spielen, Stuttgart 1977.
Although simplified, but very plastic.
So the right reading for us landlubbers.
 
Ahoy.
 
 
Footnote.
 
1 In this context, some authors also list the naval battle at Cape St. Vincent on February 14, 1797. Here, however, it was the case that the attacked Spanish fleet did not form a keel line, but the windward and leeward divisions left a huge gap between them, into which the English could penetrate. So the breakthrough is due to the moment and didn't correspond to any real plan.