Sonntag, 21. Mai 2017

Hanseatische Legion - Figuren in 28 mm

Today I would like to introduce you, my dear readers, a small series of miniatures.
A collectors' colleague has modeled very beautiful figures of the Hanseatic Legion. I own them since Tactica 2017. It was a surprising gift for me to get them on the show.
Meanwhile, Klaus decided to sell these miniatures to interested persons.
Klaus is not a professional dealer. Therefore, there is also no webshop, or any web page.
If you like the figures, you can contact Klaus directly via this mail address and ask him what the figures cost including shipping.
Here is the Mail Adress:

k.hinderks@web.de

If you do not know the Hanseatic Legion, here is the corresponding Wikipedia article:
https://en.wikipedia.org/wiki/Hanseatic_Legion
Frank Becker has put a four-part report on his famous BLOG about that Legion. Unfortunately only in German, but English-speaking readers can give the Google translator a try.
Here is the link to the reports.

https://tabletopdeutschland.com/2017/04/24/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-1/
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/28/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-2/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/05/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-3/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/20/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-buergergarde/

Maybe Klaus will expand the issue with other troops. The Hanseatic Legion was not uniformly uniformed.
Perhaps there will be even more in the future.
A few remarks on the figures:

In general all infantrymen have a patron bag, a side gun and a water bottle (exception figure HL1). The knapsack is separate and has to be glued, so that the figures can be used even without knapsack for the artillery.
A special feature of the figures is that similar to the plastic figures of different manufacturers, the arms are not completely modeled, but must be glued.
Thus, the collector can represent different arm positions and thus individualize the figures perfectly. Nice that Klaus thought so far.

Have fun with the Pictures.






Geht es Euch nicht auch so. Ihr seht einen Film. Ihr lest ein Buch. Ihr lest einen Artikel. Ihr lest einen BLOG Eintrag.
Na und schon macht es b-äääääääääää-hhhhhh-mmmmmmm und Ihr denkt.
Ja. Die Epoche ist auch geil. Die muss ich jetzt auch noch beackern .Dazu brauche ich jetzt auch Figuren. Die muss ich anmalen.
Ich MUSS.
Da führt jetzt kein Weg dran vorbei. Die brauch ich jetzt.
Na und dann wird das Zeug gekauft. Wenn es, was wir doch alle hoffen, verfügbar ist.
Es kommt per Post an.
Ihr packt es zu den anderen Sachen und seid glücklich.
Ja irgendwann werde ich sie anmalen, sagt Ihr und träumt von schönen Momenten im Hobby. Gut, dass sie schon bei mir und nicht mehr beim Händler in diesem traurigen Lager lagern.
Bei mir haben sie es viel besser.
Mein Hobbyzimmer ist beheizt, mein Keller ist groß und nicht feucht.
Ach was haben die Figuren es gut.
Meeeeeiiiiiiinnnnnnn Sccchhhaaaaaaaaaaaaaaaaaaaatz.
Andere wiederum sind sogar so diszipliniert, dass sie direkt mit dem Malen anfangen, die „neue Armee“ fertigstellen, ja sogar direkt damit spielen.
Andere haben Glück.
So wie ich.
Die werden einfach überrascht.
Tactica 2017.
Ich betrete am Freitag den großen Saal, um mich mit Jens zu treffen. Wie immer haben wir uns verspätet. Diese Baustellen von Frankfurt nach Hamburg. Ein Graus.
Klar hast Du ein schlechtes Gewissen. Denn Jens ist im Grunde nur Deinetwegen freitags schon da, um Dich einzusammeln. Ein eingespieltes Team wie wir beide, bekäme den Stand auch am Samstag morgen aufgebaut. Wir sind ja Experten im „Crisis“ Management.
Dein schlechtes Gewissen wird abgemildert, weil Du an den Stand kommst und paar gute alte Bekannte schon von weitem erspähst.
Ah. Jens hatte Unterhaltung. Das ist gut.
Man begrüsst sich, Jens ist wie immer tiefenentspannt – GUT – und schon geht die obligatorische, herzliche und tatsächlich Ernst gemeinte Begrüßungszeremonie los.
Na und Klaus ist da.
Mein alter Sammlerkollege und Zimmerkamerad vom Aufbau unseres Waterloo Dioramas in Celle.
Klaus, der gefühlt im Jahr ungefähr soviel spricht, wie ich in einer Woche.
Ein typischer Norddeutscher. So gefühlt für mich.
Eigentlich aus Hannover, aber für mich als Typ aus West-West-Westdeutschland schon ein echter Norddeutscher, weil er auch den Tonfall seiner Bremer Neuheimat einfach angenommen hat.
(Zur Erklärung: West-West-Westdeutschland singen wir miesen Fans immer im Mannheimer Block, wenn es gegen Dynamo Berlin geht, und die Jungs Ost-Ostberlin singen. Eishockey ist herrlich im Fanblock und so politisch unkorrekt.
Kommt nur in der nächsten Saison. Alles ist wieder auf Null. Pah.
„West-West-Westdeutschland!!!!!“)
Klaus erinnert mich an den Mann aus meinem Lieblingsnordwitz:
Da kommt so ein hektischer Typ aus West-West-Westdeutschland nach Friesland und geht auf nem Deich spazieren. Er ist vom Wetterumschlag völlig überrascht worden – klar er ist ja nicht aus dem Norden, sondern aus West-West-Westdeutschland.
Es regnet. Es ist ziemlich windig.
Der Typ aus West-West-Westdeutschland nennt es Sturm, und er kämpft sich voran.
In ein paar hundert Meter Entfernung steht ein Mann, raucht ne Zigarette (keine Ahnung wie er das hinbekommt bei dem „Sturm“) und schaut aufs Meer raus.
Anlaufendes Wasser.
Man erreicht den Typ. Sagt. „Guten Tag. Wie geht’s denn so?“
Er sagt.
„Moin“, und guckt dabei weiter raus.
Guckt und sagt nichts.
Man denkt, was macht er da, und schaut auch.
Plötzlich erkennt man den Hut.
Einen Hut, der sich schnurgerade auf der Wasseroberfläche direkt auf einen zu bewegt. Schnurgerade, wie mit einer Leine gezogen. Dann geht der Hut nach rechts und wieder schnurgerade zurück. Nach ner Zeit wieder nach rechts und erneut schnurgerade auf einen zu.
Das wiederholt sich mehrfach.
Der Typ neben einem guckt weiter raus. Sagt nichts. Man selbst hält es nicht mehr aus, will reden, sich austauschen.
Plötzlich platzt der Typ aus West-West-Westdeutschland und sagt: „Was machen Sie hier eigentlich? Und was ist das mit dem Hut? Gespenstisch. Das ist doch nicht normal“
Der Norddeutsche dreht sich ruhig zur Seite, guckt den Typ aus West-West-Westdeutschland an, und sagt ganz knapp und sachlich.
„Wieso??? Das ist Hinnerk. Der pflügt bei jedem Wetter.“
Man guckt den Typ völlig verblüfft an, guckt auf den Hut, sucht Erklärungen, will reden. Aber der Typ, der guckt wieder nach vorne, und sagt nichts mehr.
Warum auch. Ist ja alles gesagt.
Genau so ist Klaus. GENAU SO.
Er redet nicht viel. Aber was er sagt, hat Hand und Fuß, und das schießt dann einfach auch ganz trocken raus.
Ich liebe sowas, vielleicht, weil ich ja an diesem Quasselsyndrom leide. Vielleicht deshalb.
Ich muss mal wieder zu meinem GoT Spezialisten gehen.
Na jedenfalls ist Klaus auch da bei der Tactica Truppe am Freitag Abend, na und ganz plötzlich sagt er.
„Koppi. Ich hab was für Dich“, und dabei drückt er mir ein Päckchen in die Hand.
Ich hebe den Deckel, guck rein, schau Klaus an, und sage.
„Was ist das?“
„Figuren. (Ja sehe ich Klaus!!!). Hanseatische Legion.“










„Hanseatische Legion??????? Hammer. Geil bemalt. Warum Hanseatische Legion? Wer macht die denn? Von wem sind denn die? Was ist mit denen?“
„Die sind für Dich!“
„Wie jetzt für mich. Warum für mich?“
„Einfach so.“
Das ist Klaus.
EINFACH SO.
Ich weiß bis heute nicht warum, weshalb, wieso. Keine Ahnung.
Klaus erzählt einem das ja nicht.
Ist ja normal, dass man zu Tactica kommt und – JETZT KOMMT ES – SELBST modellierte und bemalte 28 mm Figuren geschenkt bekommt.
Einfach so.
Das man die in die Hand gedrückt bekommt.
Einfach so.
Es ist genau wie bei dem Mann auf dem Deich. Wer ist Hinnerk????? Warum pflügt er????? Warum pflügt er vor dem Deich ???? Mit was pflügt er????? Warum steht der Typ da????
Keine Ahnung. Muss man auch nicht wissen. Hat alles seinen Grund.
Na klar redeten wir über die Figuren. Wie er sie modelliert hat. Wie er zum Thema kam.
Aber warum ich die habe.
Weiß nicht.
Vielleicht, weil ich in Celle weniger geschnarcht habe als Stefan, der mit Klaus immer das Zimmer beim Sympi geteilt hat.
Vielleicht.
Das könnte der Grund sein.
Na und wisst Ihr was das Geniale an dieser Geschichte ist????? Einige von Euch können es sich denken!!!!!
Just seit den letzten paar Wochen hat Frank Becker auf seinem BLOG eine umfangreiche Serie zu der Hanseatischen Legion veröffentlicht.
Wer sie noch nicht kennt, hier die Links. Unbedingt anschauen, denn etwas detaillierteres findet man auf Anhieb nicht im Netz, wenn es um diese Truppe geht:
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/24/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-1/
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/28/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-2/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/05/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-3/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/20/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-buergergarde/
Na und natürlich habe ich die Berichte gelesen.
Na und natürlich hat es gezuckt, obwohl es sich eher um ein norddeutsches Thema handelt, und ich ja aus dem Süden, genauer aus West-West-Westdeutschland komme, denn immerhin lebe ich westlich des Rheins, quasi in Frankreich – VIVE L’EMPEREUR -.
Na und diesmal, diesmal muss ich keine Figuren kaufen.
Ich hab sie ja.
EINFACH SO.
Ich hab sie sogar schon bemalt bekommen.
EINFACH SO.
Na und ich hab die Gegner. Die sind auch schon fertig.
Die habe ich auch schon mal bemalt bekommen.
Von jemand anderem.
VIVE L’EMPEREUR.
Na und obwohl ich natürlich megahappy mit der Legion bin, werden natürlich meine kaiserlichen Truppen siegen.
VIVE L’EMPEREUR.
Einfach so.
(Na das schreibe ich jetzt hier so einfach. In Wirklichkeit wird NATÜRLICH die Legion gewinnen. Sven spielt keine Franzosen. Also wird er die Legion bekommen. Na und ich verliere immer gegen Sven. IMMER!!!!! Es ist so schlimm).










Norddeutschland werde ich jetzt nicht nachbauen. Das wird irgendwann Frank Becker tun. Er ist ja eh dabei die norddeutsche Tiefebene karthographisch zu vermessen – Klaus wird ihn da bestimmt EINFACH SO unterstützen – und da wird was kommen. Da bin mir zu 100% sicher.
Der Herr Becker ist mir zu oft in seiner Gegend unterwegs. Der Herr Becker besucht mir da zu oft Dörfer und kleine Museen. Der Herr Becker schleppt da Tabletopkollgen mit. Das spricht Bände.
Na jedenfalls haben seine detaillierten Berichte dazu geführt, dass schon die diversesten Szenarien vor meinem Auge entstehen.
Man muss sich da eigentlich nur die drei Bilder anschauen mit denen seine Berichte auf dem BLOG beginnen. Irgendwelche Brandschatzungen in kleinen Dörfern, Legionäre, die diese verteidigen, irgendwelche Dämme, die zu verteidigen sind.
Da bin ich jetzt schon gespannt.
Ein wirklich schönes, und bisher viel zu selten beackertes Thema. Dabei, und da muss ich einfach Frank Recht geben, gibt das Thema richtig viel her. Alleine die Truppenvielfalt, die da im Einsatz war. Franzosen, Preußen, Russen, Mecklenburger, Hanseaten etc. etc.
Kämpfe, die uns gar nicht mehr so bekannt sind.
Denn im Grunde beschäftigen wir uns doch alle mit den großen Schlachten der Napoleonischen Kriege, am liebsten mit Waterloo.
Was in Norddeutschland los war. Keine Ahnung. Selbst das Gefecht an der Göhrde kennen im Grunde nur Reenacter und Leute aus dem Norden.










Zum Schluss kommt jetzt aber die GUTE NACHRICHT.
Klaus hat ja keine professionelle Figurenschmiede, sondern hat die Figuren nebenbei modelliert. Na und überschwänglich wie ich halt bin, habe ich Klaus dazu überredet mir eine Mailadresse zur Verfügung zu stellen, für alle die, die an diesen Figuren interessiert wären.
EINFACH SO.
Na und was denkt Ihr? Hat er das getan?
Natürlich.
EINFACH SO.







Hier die Mailadresse. Schreibt ihn einfach an und verständigt Euch mit ihm.

k.hinderks@web.de

Ein paar Bemerkungen zu den Figuren:








Generell haben alle Infanteristen eine Patronentasche,  ein Seitengewehr und eine Wasserflasche (Ausnahme Figur HL1). Der Tornister ist separat und muss angeklebt werden, damit man die Figuren auch ohne Tornister für die Artillerie verwenden kann.
Eine Eigenart der Figuren ist, dass ähnlich wie bei den Plastikfiguren verschiedener Hersteller, die Arme nicht komplett anmodelliert sind, sondern angeklebt werden müssen.
So kann der Sammler verschiedene Armhaltungen darstellen und somit die Figuren perfekt individualisieren. Schön, dass Klaus hier soweit gedacht hat.
Mir war es wichtig Euch diese Figuren vorzustellen, und ja, ich werbe jetzt mit diesem Bericht dafür, und ich bekenne mich auch dazu.
Ich liebe Randthemen, was aufmerksamen Lesern ja bekannt sein sollte. Na und deshalb liebe ich es auch, kleine Figurenreihen vorzustellen.
Na; ist das keine gute Nachricht??? Auch alle die, die ähnlich empfinden wie ich, wenn sie mit Medien zu irgendeinem speziellen historischen Thema konfrontiert werden, die können das jetzt umsetzen. Denn die Figuren von Klaus stehen bereit.
Klaus lässt einen nicht im Regen stehen. Klaus unternimmt da was, um unsere gepeinigten Seelen zu beruhigen.
Na und außerdem konnte ich ihm entlocken, dass er da noch weiter modellieren will.
Weil er einfach Bock auf das Thema hat und da weiter machen möchte.
Ich freu mich drauf.
EINFACH SO.





Sonntag, 7. Mai 2017

Bastogne War Museum

The Bastogne War Museum is the largest Museum that deals with the events of the Battle of the Bulge.
It was opened in 1976, and expanded in 2014, to the 70th anniversary, expanded and modernized.
So we visit an exhibition, which is still very new.
The exhibition does not provide information on the battle alone. The way to the war, and the events after the battle are also discussed.
The exhibition is multilingual. There is also a brilliant Audioguide, which reconstructs the event of the battle from different angles.
An American soldier, a German soldier, a Belgian schoolboy, and a Belgian teacher and resistance fighter tell their story.
In several cinemas, episodes of the battle are imitated in scene.
You can find a great collection of uniforms (also two of the Generals Bradley and von Manteuffel), weapons, documents.
Vehicles are rare: Only two Shermans, a german Hetzer, a Kübelwagen, and an american bike.
Have fun with the pictures.


Wer nach Bastogne als Tourist kommt, der besucht diese Stadt zu 90% wegen den Ereignissen rund um die Ardennenoffensive.
Die anderen paar Prozent sind wohl Wanderer oder Biker, die die Stadt auf einer Eifel- und/oder Ardennentour queren.
Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Topadresse in Bastogne mittlerweile das Bastogne War Museum direkt neben dem Mardasson Denkmal ist.


Das Museum wurde im Jahr 1976 errichtet, dann aber in Vorbereitung zum 70. Jahrestag der Schlacht, um ein ganzes Stockwerk erweitert, modernisiert und im März 2014 wiedereröffnet.
Den aktuellen Besucher erwartet somit ein quasi niegelnagelneues Museum mit entsprechender Konzeptionierung, die auf jeden Fall Ihre Stärken, aber auch ein paar Schwächen hat.
Wir hatten die Ausstellung ja in unserer bewährten Vierergruppe besucht, wobei ich aber ziemlich früh den Anschluss an die anderen Drei verloren hatte.
Letztendlich war dies der Tatsache geschuldet, dass ich mich zu lange in den Räumen mit der Vorgeschichte zur Schlacht aufgehalten hatte.


Zwischenkriegsthematiken erregen halt immer mein spezielles Interesse, weil die Geschichte der Weimarer Republik im Studium einer meiner Schwerpunkte bildete, und ich deshalb nicht so ganz von der Epoche wegkomme.
Natürlich gab es da für mich schon ein paar treffliche Exponate zu sehen, dazu auch noch sehr schön und stimmig angeordnet. Die Räumlichkeiten sind dabei allerdings in ein dunkles Licht gehüllt, damit die Multimediaeffekte besser rüberkommen können. Man erfasst in den gut beleuchteten Vitrinen dann doch schon einiges, wobei dieses Dark Room Gefühl einen jedoch nicht ganz verlässt.





O.K.
Neben diesem Dark Room Gefühl macht sich dann aber doch alsbald ein weiterer Gedanke breit:
Hmhh. Ist ja schon ein megagroßer Ausstellungsraum. Aber macht das hier Sinn??
Klar ist die dargestellte Epoche halt auch irgendwie die Vorgeschichte zur Ardennenoffensive , logisch, im weitestgehenden Sinne stimmt das ja, aber eigentlich, ja eigentlich hat das ja jetzt nichts mit der Schlacht an sich zu tun.
Wo sind denn jetzt die Panzerhallen und Uniformen?
Na aber nun denn. Erst mal abwarten. Wenn man das alles hier darstellen will, ist das ja auch ok, dachte ich mir. Ich liebe ja Museumspädagogik. Also erstmal das ganze Konzept wirken lassen, bevor wir es verteufeln.
Dann machte ich einen Fehler.
In der hinteren dunklen Ecke des Raumes setzte ich mich auf eine Bank. Ich hatte nämlich gesehen, dass man vom Ausstellungsraum in einen Kinosaal geleitet wurde, na und die Vorstellung hatte halt gerade begonnen. Pech.
Kaum hatte ich Platz genommen, begann mein Audioguide zu labern.
Hah. Bevor ich weitermache.
Der Audioguide.
Vorbildlich in diesem Museum. Der wird automatisch gesteuert und beginnt je nach Standort mit seinem Vortrag. Dabei wird dann der Besucher quasi von vier verschiedenen „Schlachtteilnehmern“ durch die Ausstellung begleitet. Einem deutschen Soldaten (Hans Wegmüller), einem amerikanischen (Robert Keane), einem Schüler (Émile Mostade) sowie von der Lehrerin und Widerstandskämpferin Mathilde Devillers.

Das ist schon sehr gut durchdacht, dass der Audiodurchgang auf die Erlebnisse vier verschiedener, realer Personen zurückgreift. Toll gemacht und dieser Audioguide würde von mir jetzt tatsächlich 100 Punkte bekommen, wenn da jetzt nicht ein klitzekleines Malheur passiert wäre, das aber allein meine Schuld war:
DENN … zurück zu meiner Bank.
Da saß ich dann da und eine Stimme begrüßte mich zur Sitzung, erzählte mir was über die Invasion in der Normandie, über den Ausbruch aus dem Brückenkopf, und, und, und ...
Na leicht irritiert guckte ich Hin- und Her, nach oben, sah dann auch einen Film, der aber eben nicht zum Text passte, denn der dort gezeigte Film hieß „Von Krieg zu Krieg“. Hmhhh; aber egal, höre ich halt weiter zu, dachte ich mir.




Ich saß da jetzt auch gerade gemütlich und bekam diesen wohligen Hörbucheffekt, den Sie sicherlich auch kennen.
Nach 15 Minuten oder so war dann Ende. Ich stand langsam auf, um nochmal zu diesem Kinosaal zu gehen.
Der war dann auch offen, FREU, und ich ging rein.
Mich erwartete das hier.


Nun denn abwarten. Ich hatte nämlich eine 3D Brille aufgesetzt und harrte der Dinge, die da kommen.
Da saß ich dann da und eine Stimme begrüßte mich zur Sitzung, erzählte mir was über die Invasion in der Normandie, über den Ausbruch aus dem Brückenkopf, und, und, und ...
Häh?!?!?!
Ja.
Da saß ich dann da und eine Stimme begrüßte mich zur Sitzung, erzählte mir was über die Invasion in der Normandie, über den Ausbruch aus dem Brückenkopf, und, und, und ...
Schlussendlich fiel der Groschen:
Irgendwie hatte ich es geschafft draußen auf dieser Bank in den Sendestrahl des Kinosaals zu kommen.
ZONK!!!!!!!
Da saß ich jetzt also da rum, und gab mir die Geschichte erneut.
Aufstehen wollte ich nicht, weil mir das zu unhöflich gegenüber den anderen Besuchern erschien.
Na ja, dachte ich. Dann seh‘ ich halt jetzt auch noch die Bilder zum Text.
Also meine lieben Leser. Aufpassen, wo sie stehen !!! Der einzige Punktabzug, den ich für meinen Audioguide geben muss. Das war dann aber einfach auch Künstlerpech und die Verkettung dummer Umstände…. Ich hätte mich ja nicht auf diese Bank setzen müssen.
Als der Film aus war ging es in Räumlichkeiten, die sich mit verschiedenen Aspekten der deutschen Besatzung in Belgien beschäftigten.
Kriegsbeginn, Kollaboration, Widerstand, Alltag, Zensur und Propaganda








Man konnte sich ohne Probleme orientieren, zum einen natürlich wg des Audioguides, zum anderen, weil ja die Ausstellung auch komplett viersprachig ist. Englisch, Französisch, Flämisch, Deutsch.
Perfekt.
Im nächsten Raum wurde dann die Landung in der Normandie, Vormarsch und Befreiung  Belgiens sowie Vergeltungswaffen und Volkssturm in Deutschland behandelt.









Auch ein paar andere, exotische Ausstellungsstücke, die ich irgendwann mal in einem anderen Kontext zeigen werde, weil sie da besser passen, als hier.
Das war dann schon mal das eine Geschoss mit vielen Informationen, aber noch nichts zur Ardennenoffensive als solches.

Mich störte es jetzt nicht. Ich fühlte mich schon ziemlich informiert.
Von meinen drei Jungs … Nichts zu sehen. Nun denn. Sie hatten ja auch Minimum einen Vorsprung von 15 Minuten, der sich bestimmt auch noch weiter aufbauen sollte, denn ich unterliege ja diesem Fotografierwahn, wie man weiß.
Ein großes Schild erwartete mich. Darauf stand La Contre Offensive – Die Gegenoffensive
Ah. Jetzt sind wir in den Ardennen, dachte ich:

„Geblendet von seinem Fanatismus, glaubt Hitler immer noch an den Sieg. Er will Antwerpen zurückerobern. Denn das ist der Hafen, über den die Soldaten, die Waffen und der Nachschub der alliierten Streitkräfte kommen, die zum Einmarsch in Deutschland bereitstehen. Hierzu bringt er die Fünfte, die Sechste und Siebte Armee am Rand der Ardennen in Stellung.
Die Alliierten rechnen trotz der von Ihren Nachrichtendiensten zusammengetragenen Informationen nicht mit nicht mit einer Gegenoffensive in diesem Frontabschnitt, in dem nicht im Einsatz befindliche, unvollzählige oder unerfahrene Einheiten stationiert sind.
Die Ardennenschlacht wird fälschlicherweise oft Rundstedt-Offensive genannt (nach dem Generalfeldmarschall, der das Kommando über die deutschen Truppen an der Westfront hatte).
Vornehmlich in den Vereinigten Staaten ist sie auch als The Battle of the Bulge (Schlacht der Ausbuchtung) bekannt, eine Anspielung  auf die durch die deutschen Angriffsspitzen gebildete „Ausbuchtung“ der Frontlinie."
Stimmt. Wobei ich in Deutschland noch nie den Begriff Rundstedtoffensive gehört habe. Hier wird IMMER von der Ardennenoffensive, Ardennenschlacht oder für Insider von der „Operation Wacht am Rhein“ gesprochen. Rundstedtoffensive wurde meines Wissens nur von englischsprachiger Literatur genutzt.
Hier sah ich dann auch den zweiten Panzer des Museums, einen Hetzer (im Eingangsbereich steht ein Sherman),





und jede Menge Vitrinen mit Figurinen in Unformen und Waffen.








Ja. Das Herz des Miltärinteressierten hüpft dann schon mal.
Genauso gut finde ich es aber auch, dass direkt zu Beginn der Ausstellung das Leiden der Zivilbevölkerung bildlich dargestellt wird.

Zu den Vitrinen bleibt zu sagen, dass ALLE Exponate perfekt, und natürlich auch mehrsprachig, beschrieben sind. Manche auch mit weiterführenden Texten. Manche auch mit zusätzlicher Audioguide Einspielung.
Hier einmal Beispiele der amerikanischen Seite.






In den Vitrinen finden sich sehr interessante Exponate. Sie geben einen guten Überblick über Waffen und Uniformen der Ardennenoffensive.
Auch Kleidungsstücke zweier gegnerischer Generäle, die Uniform Omar N. Bradleys und der Mantel Hasso von Manteuffels, sind gegenüberstehend ausgestellt.



Die Offensive selbst ist Tag für Tag auf Hinweistafeln, wie im nachstehenden Bild, dargestellt.

Die sehen gut aus, allerdings sind die Textinformationen hier doch sehr knapp gehalten. Die Kombination zwischen audio und visuellen Eindrücken ergibt dann allerdings dem Betrachter doch ein sehr treffendes Bild.
Jetzt bin ich auch ein Mensch, der gerne liest, und deshalb hätte ich mich gefreut, wenn auf den Tafeln detailliertere Informationen gestanden hätten.
Hier mal das Beispiel zum 18. Dezember. Zunächst der deutsche Text: „Die Amerikaner behaupten sich im Abschnitt Nord. Peiper nimmt Stavelot, eilt auf Trois-Points zu und wird in La Gleize gestoppt. Dort verliert er seine Panzer.“

So als Grundinformation stimmt das ja auch. Allerdings zeigt der Kartenausschnitt die Südfront, nicht den Weg der Kampfgruppe Peiper.
Die Erschießung amerikanischer Kriegsgefangener in der Nähe von Malmedy wird nur ganz knapp auf der vorherigen Tafel angesprochen.
Also mir persönlich ist das zu wenig. Wo, wenn nicht hier in diesem Museum wäre eine umfangreichere Thematisierung angebrachter gewesen?
Mir hätte es da gefallen, detailliertere Infos zu bekommen. Sowohl über die eigentlichen militärischen Ereignisse, aber auch über das Thema Kriegsverbrechen, die ja von einem Teil der deutschen Angreifer begangen wurden, und die Reaktionen der Alliierten darauf.
So bleibt man im Grunde etwas desinformiert zurück.
Schade; und das in einem an sich toll gemachten Teil der Ausstellung.
Denn die Exponate, die sich in diesem Saal finden sind wirklich überragend.
Sehr viele Uniformen, Waffen, auch ein deutscher Kübelwagen.










Auf Bildschirmen kann man sich dann auch noch weiter informieren.



Hier dann auch ein Relikt der Schlacht, dieser Sherman Panzer, an dem noch deutlich die Treffer zu erkennen sind, die den Panzer durchschlagen haben.




Um diesen Panzer herum sind dann noch persönliche Gegenstände von Soldaten beider Seiten in Vitrinen zu sehen.




Das ist jetzt gut gemacht, den zerstörten Panzer, der letztendlich das Grab seiner Besatzung wurde mit diesen menschlichen, persönlichen Gegenständen in Verbindung zu bringen.
Von hier geht es dann erneut ins Kino.
Als ich den Raum betrat, dachte ich. Uiiiiiiiiiiiii.

Jetzt wird die Szene aus Band of Brothers thematisiert. Kampf in einem Waldstück. Klasse.

Dem war nicht so.
Klar ist das eine tolle Kulisse. Keine Frage.
Die hochkant aufgehängten Bildschirme schränken dann aber die Möglichkeiten der Darstellung doch sehr ein, und so war die Vorstellung nicht so, wie man das anfänglich erwarten konnte, wenn man den Raum betrat. Man wusste ja nicht was kommt. „Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht.“
Der Mix innerhalb der Filme zwischen realer Darstellung und Szenen im Comicstil gefiel mir persönlich sehr gut.



Das liegt aber auch daran, weil ich einige Comics zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs besitze, und weiß, dass es da eine franco-belgische Tradition gibt, auch das Thema WW II im Comic abzubilden.
Na ich hatte aber so irgendwie mit einem Schlachtszenario gerechnet. War also schon enttäuscht.
Nach der Vorstellung, betrat ich dann im Museum den Bereich, der sich mit der Öffnung des Kessels von Bastogne durch Einheiten der 3. Armee unter Patton beschäftigt.


Auch den Themen Zerstörung der Dörfer und Städte, dem Luftkrieg und dem Sanitätswesen sind Vitrinen gewidmet.








In einer Vitrine sind ein amerikanischer Soldat und ein deutscher Soldat in Winteruniform einander gegenübergestellt.



An dieser Stelle des Museums trifft der Besucher dann auch auf britische Exponate, denn auch die Engländer waren ja an der Schlacht beteiligt.




Über die Differenzen in den alliierten Stäben, vor allem zwischen Eisenhower, Bradley und Montgomery erfährt man leider nichts.
Das Verhalten Montgomerys hatte ja während der Schlacht zu erheblichen Problemen geführt, die letztendlich sogar Churchill dazu nötigte eine Stellungnahme im Parlament abzugeben.
Montgomery wollte halt wie immer seine Position stärken, unbedingt den Oberbefehl über alle alliierten Einheiten an der Nordfront bekommen und die Strategie bestimmen.
Als er dann noch den amerikanischen Anteil an der Schlacht herunterreden und den britischen Anteil über alle Maßen aufwerten wollte, lief das Fass über.
Spätestens seit diesem Zeitpunkt war das Vertrauen amerikanischer Generäle gegenüber dem sehr eigenwilligen englischen Feldmarschall aufgebraucht.
Von da ging es dann in den nächsten Kinosaal, ein Cafe, wo man dann noch die Erfahrungen der Zivilbevölkerung teilen konnte. Mitten in der Vorstellung wurde doch tatsächlich die Szenerie mechanisch gewechselt. Das Cafe verschwand auf einmal , und ein Keller tauchte auf. Aufwändig. Das wird schon was gekostet haben.


Nach diesem Kinobesuch werden dann noch die Entwicklungen nach der Schlacht bis zum Kriegsende unter verschiedenen Aspekten thematisiert:










Soweit die Ausstellung.

Ich traf dann meine Freunde im Museumscafe. Die waren da schon seit einer ¾ Stunde. So ein kleines schlechtes Gewissen hatte ich ja schon, aber … musste ich nicht. Die Jungs waren entspannt.
Die Meinungen zum Museum waren unterschiedlich. Klar hätten wir uns alle mehr Großgerät gewünscht. Auch eine Fokussierung auf die Schlacht hätte einigen von uns besser gefallen.
Ich selbst war nach dem Besuch positiver, als jetzt, wo ich nochmals die ganzen Bilder gesichtet habe. Vor allem die Kritik, „irgendwie kam mir der Kriegsverlauf und die eigentliche Schlacht zu knapp weg“, die einer von uns geäußert hatte, kann ich jetzt im Nachgang nur bestätigen.
Das Museum will halt viele Aspekte abhandeln. Das kann ich gut verstehen. Das wird auch den Großteil der Besucher ansprechen.
Für Spezialisten ist es allerdings etwas zu oberflächlich. Wohlgemerkt: NUR bezogen auf die Kämpfe.
Die Kinovorführungen würde ich mir ein zweites Mal nicht mehr geben. Die haben schon irgendwie mehr einen künstlerischen Anspruch, als einen informativen.
Das ist aber Geschmackssache.
Meine Empfehlung bekommt das Museum dennoch ausgesprochen. Es ist modern und die Mehrzahl der Besucher wird definitiv ausreichend informiert werden.
Vielleicht sind wir da auch manchmal zu nerdig, zu speziell, dass wir zuviel oder gar alles erwarten.
Ich bleibe dabei: Die beste didaktische Ausstellung eines Kriegsverlaufes, die ich kenne, ist die Darstellung zum Ersten Weltkrieg im HGM Wien.
(über das HGM hatte ich hier berichtet:
Na und ich denke, weil ich diese kenne, bewerte ich manche Sachen auch kritischer.
Nichtsdestotrotz: Der Besuch hat sich gelohnt, und mich dazu angeregt mich mit der Geschichte der Schlacht nochmals näher zu befassen. Na und das soll ja letztendlich ein Museumsbesuch auch erreichen: Eine Anregung, um etwas im Nachgang zu vertiefen.