Mittwoch, 24. Mai 2017

Schnellboot S 71 "Gepard"

Das letzte Schiff, das ich dann in Wilhelmshaven besucht habe, ist das Schnellboot S 71 „Gepard“, der Namensgeber der Schnellbootsklasse 143 A.



Bei diesem Boot handelt es sich um den jüngsten Veteranen, der hier seinen Liegeplatz gefunden hat und seit dem 18.06.2016 von Besuchern betreten werden kann.
Schiffe dieser Klasse waren bis ins letzte Jahr im 7. Schnellbootgeschwader in Warnemünde im Einsatz. Die Auflösung des 7. S-Geschwaders erfolgte dann am 16.11.2016 um 11:00.
Die letzten vier Boote waren S 73 Hermelin, S 75 Zobel, S 76 Frettchen und S 80 Hyäne.


Ähnlich wie bei der Mölders endet mit diesem Typ aber auch wieder eine Ära, weil Schnellboote dieser Art durch andere Waffensysteme ersetzt werden.
Das Informationsschild am Anfang des Rundgangs spricht es deutlich aus:
„Damit geht die Geschichte eines Waffensystems zu Ende, die genau einhundert Jahre zuvor begann.“
Bei der im Jahr 1982 in Dienst gestellten Gepard Klasse (Klasse 143 A), handelte es sich um eine Weiterentwicklung der Albatros-Klasse.




(Modell eines Schnellbootes der Albatros Klasse, der Namensgeber der Klasse S61 Albatros, als Modell der Firma Revell. Fotografiert auf der Spielwarenmesse 2017)

Die Schiffe waren fast baugleich. Entscheidende Unterschiede:
Während der Vorgänger noch über zwei heckwärtsgerichtete Torpedorohre verfügte, hatten man bei der Klasse 143 A darauf verzichtet und stattdessen ein Minenlegesystem installiert.
Auch das hintere Deckgeschütz der Albatros-Klasse wurde entfernt und durch ein Raketenabwehrsystem RAM zum Eigenschutz ersetzt.
Am 15.02.2017 wurde der RAM Launcher übrigens auf dem Achterdeck des Bootes montiert. Als wir das Museum besucht hatten, war die Freigabe zur Verwendung noch nicht erteilt worden.
Zukünftige Besucher können sich also freuen.
Hauptwaffe der Schiffe, und zwar beider Klassen, waren allerdings vier Seezielflugkörper MM 38 Exocet, mit einer Reichweite von 38 km und selbstsuchender Zielerfassung. Eine „fire and forget“ Waffe, wie es im angelsächsischen Sprachgebrauch heißt.
Ein kurzer Exkurs:
Im Jahr 1967 hatte die Versenkung des israelischen Zerstörers INS Eilat durch ägyptische SS-N-2 Styx-Seezielflugkörper sowjetischer Bauart diese Waffenart in die Schlagzeilen gerückt. Zum ersten Mal war ein Schiff durch eine schiffsbasierte Rakete ausgeschaltet worden.
Der erste Kriegseinsatz der Exocet war im Falklandkrieg auf Seiten der Argentinier. Die Waffe stellte die englische Marine vor eine schwere Aufgabe, und wurde nach dem Krieg quasi zu einem Exportschlager.
Im Falklandkrieg war sie allerdings nicht von argentinischen Schiffen, sondern von der argentinischen Luftwaffe bzw. sogar stationär abgefeuert worden, zwang aber die englische Navy nach Treffern zur Aufgabe des Zerstörers HMS Sheffield (D 80) und des Containerschiffs MV Atlantic Conveyor. Der Zerstörer HMS Glamorgan (D 19) wurde erheblich beschädigt.
Es gab somit erhebliche Verluste an Menschen und Material.
Die Exocet, ich kann mich erinnern, war damals überall in den Nachrichten. Verfolgte man die Berichterstattung, hatte man echt das Gefühl, dass das Ende der Großkampfschiffe gekommen sei.
Am 17. Mai 1987 wurde die amerikanische Fregatte USS Stark von irakischen Exocets angegriffen. 37 Besatzungsmitglieder starben, 21 wurden verletzt. Das Schiff erheblich beschädigt.
Soweit ein kurzer Exkurs zur M 38 Exocet.
Man sieht an meinen Ausführungen, dass diese „kleinen“ Schiffe durchaus in der Lage waren, sich zu verteidigen bzw. auch entsprechende Angriffe zu führen.
Dennoch.
Die Schnellbootklasse hat sich durch die neuen Anforderungen der Bundeswehr mittlerweile überholt, und wird durch Korvetten bzw. Fregatten abgelöst.
Ursprünglich waren die Boote laut NATO Doktrin ja zur Küstenverteidigung und Überwachung von Nord- und Ostsee eingesetzt. Mit der Umstellung der Bundeswehr und ihrer neuen Aufgabenstellung entsprechen die Schnellboote nicht mehr der Doktrin und verhindern einen Einsatz in weitfächrigen Kampfverbänden im internationalen Einsatz.
Das Boot ist 57,6 m lang und gerade mal 7,8 m breit. Eine Besatzung von 36 Mann verrichtete den Dienst an Bord.
4 MTU 16 Zylinder mit 18.000 PS bringen das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 42 kn. Das sind 78 km. SCHNELLBOOTE eben. Das ist Rock’n Roll.
Jag mal mit einem Kriegsschiff in dem Tempo übers Wasser. Das hat auch wieder was.
Generell bin ich aber von der Lektüre dieser Schiffe in ihrem Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg geprägt. Na und da muss man dann mal festhalten, dass das schon ziemliche Harakiri Geschichten waren.
Die Boote mussten schnell sein, weil sie ja förmlich auf den Gegner zurasten, ihre Torpedos lösten, und schnell wieder weg mussten, wenn sie dann nicht schon zusammengeschossen waren.
Ein sehr gefährlicher Einsatz.
Im Kalten Krieg passten sie aber auch wiederum perfekt in die Doktrin.
Es ging in der Natostrategie, in die die Bundesmarine ja eingebunden war, um die Zu- und Ausgänge der Ostsee, und um das Seegebiet zwischen der Bundesrepublik und Dänemark. Hier waren im Ernstfall Anlandungen von Truppenkörpern, bzw. Durchbruchsversuche von maritimen Einheiten der Warschauer Pakt Flotten zu erwarten, und somit zu bekämpfen, am besten zu verhindern.
Da machten schnelle, überfallartig zuschlagende Boote natürlich Sinn.
Wenn man das Boot im Museum betritt, führt einen der Rundgang zunächst zum Heck.

Tafeln informieren über Waffen und Geschichte des Schiffs.
Hier mal ein Blick auf die Minenschienen und die hier ausgestellten Seeminen.




Man sieht eine Ankertaumine und eine Grundmine. Ankertauminen schwimmen ausgesetzt kurz unterhalb der Wasseroberfläche, während sich Grundminen so wie beim gezeigten Model, auch in 60 m Tiefe befinden können und bei Annäherung von Schiffen durch Geräusche oder magnetische Anziehung explodieren.
Hier dann ein Blick auf die EXOCET Startrampen.




In den 90er Jahren erhielten die Schiffe noch Täuschkörperwurfanlangen, die gegen Radarortung bzw. gegen Waffen mit Wärmesuchkopf helfen sollen.


Auch diese Schnellboote haben einen vierlagigen Holzrumpf und Aluminiumaufbauten als Schutzwirkung gegen Minen.
Hier ein Blick hinauf zum Radar.


Ein paar Ansichten aus dem Innern.
Kommandantenkammer

Kombüse

Schiffssicherungsgefechtsstand

Brücke


Na und was ich dann letztendlich richtig cool fand, war der Hägar Comic – so etwas muss einfach sein, Zeitgeist –

na und natürlich dieses Video hier:

Klasse oder.
Mit AC/DC in den Hafen einlaufen. Das ist es.
Ich hätte nur eine größere Lautsprecheranlage reingebaut und mir sicherlich eine Diszi eingefahren, weil ich im Hafenbecken nochmals richtig Gas gegeben hätte.
Wenn man schon ein Schnellboot hat, dann macht man auch Rock’n Roll.
Das gehört sich einfach so.



The last ship I’ve visited in Wilhelmshaven, was the speedboat S 71 "Gepard", speedboat class 143 A.
This boat is the youngest veteran who has found his berth here. These ships have been used until the end of this year, 2016.
Like in the case of the Mölders, also here an era came to its end, because speed boats of this kind are nowadays replaced by other weapon systems.
The information sign at the beginning of the tour clearly indicates:
"This ends the story of a weapon system that began exactly one hundred years earlier."
The Gepard Class (Class 143 A), which was commissioned in 1982, was a further development of the Albatros class.
The ships were almost identical. Decisive differences:
While the predecessors still had two rear-facing torpedo tubes, the class 143 A had been abandoned them, and instead, a mine laying system was installed.
The Albatros class rear deck guard was also removed and replaced by a rocket defense system, RAM.
One comment: The latter can not be admired on the museum ship. It is e.g. not even on the Mölders. This weapon system is still too new and up-to-date to put it out of service, and so it is still in use elsewhere.
The main weapon of the ships, both classes, however, were four sea target missiles MM 38 Exocet, with a range of 38 km and self-seeking target capture. A "fire and forget" weapon, as it is called in Anglo-Saxon language.
A short excerpt:
In 1967 the sinking of the Israeli destroyer INS Eilat by Egyptian SS-N-2 Styx sea target flying bodies of Soviet design had brought this weapon type into the headlines. For the first time a ship had been turned off by a ship-based rocket.
The first exocet's war effort was made by argentine forces during the Falkland War. The rocket presented the English navy with a heavy task, and after the war it became a „must have“ weapon.
In the Falkland war, however, it was not fired by Argentine ships, but by the Argentine air force or even by stationary gun systems. The destroyer HMS Sheffield (D 80) and the container vessel MV Atlantic Conveyor were hit. The destroyer HMS Glamorgan (D 19) was considerably damaged.
There were thus considerable losses of people and material.
The Exocet, I can remember, was everywhere in the news. If one followed the coverage, one had real feeling that the end of the big combat ships had come.
On May 17, 1987, the American frigate USS Stark was attacked by Iraqi exocets. 37 crew members died, 21 were injured. The ship was seriously damaged.
As far as a brief excursion to the M 38 Exocet.
One can see from my remarks that these "small" ships were in a position to defend themselves or to take appropriate attacks.
But, the fast-boat class has now been overtaken by the new requirements of the Bundeswehr, and is replaced by corvettes and frigates (The newest discussion: multi-purpose combat vessel 180).
Originally the boats were used according to NATO doctrine for the coastal defense and supervision of the North Sea and Baltic Sea. With the conversion of the Bundeswehr and its new task, the speed boats no longer correspond to the new doctrine. There are problems like, one-guard system, , restricted seaability, low persistence and so on.
The boat is 57.6 m long and just 7.8 m wide. A crew of 36 men performed on board.
4 MTU 16 cylinders with 18,000 hp bring the ship to a top speed of 42 kn. 78 km !!! SPEED BOATS, really!!  That‘s Rock'n Roll.
In general, however, I am influenced by the reading of the war efforts in the Second World War with that kind of ships. Real Kamikaze stories.
The boats had to be fast, because they had to attack the enemy, had to launch the torpedoes as quick as they can, and had to leave quickly, if they were able to do so.
A very dangerous job.
In the Cold War, however, they also fit perfectly into the doctrine.
The Nato Strategy, which included the Bundesmarine, was concerned with the access and exits of the Baltic Sea, and the sea area between the Federal Republic of Germany and Denmark. In wartime, landings of enemy units, or breakthroughs of maritime units of the Warsaw Pact fleets, were to be expected, and thus to be combated.
It was obvious, of course, that fast speedboats made sense.
When you enter the boat in the museum, you see panels informing you about weapons and history of the ship.
Hereyou see a view of the mine rails and the seemines exhibited there.
You can see differnt kinds of naval mines. A drifting mine lies below the surface of the water, while the bottom mines, as in the model shown, can also be located at a depth of 60 m and are exploding when ships approach by sound or magnetic attraction.
Here is a look at the EXOCET start ramps.
In the nineties, the ships were still given decoy launchers, which are supposed to help against radar detection or against weapons with a heat probe.
These speedboats also have a four-layered wooden hull and aluminum constructions as a protection against mines.
Here is a look up to the radar.
A few glances inside.
Commander's chamber
Caboose
Control room
Bridge
Electrics
Well and what I finally found really cool, was the Hägar comic - … AND of course that video here:

Great, isn’t it.
You enter the port with AC/DC. That's it.
If you already have a speedboat, then you also make Rock'n Roll.
That’s clear, isn’t it. ;-)



Sonntag, 21. Mai 2017

Hanseatische Legion - Figuren in 28 mm

Today I would like to introduce you, my dear readers, a small series of miniatures.
A collectors' colleague has modeled very beautiful figures of the Hanseatic Legion. I own them since Tactica 2017. It was a surprising gift for me to get them on the show.
Meanwhile, Klaus decided to sell these miniatures to interested persons.
Klaus is not a professional dealer. Therefore, there is also no webshop, or any web page.
If you like the figures, you can contact Klaus directly via this mail address and ask him what the figures cost including shipping.
Here is the Mail Adress:

k.hinderks@web.de

If you do not know the Hanseatic Legion, here is the corresponding Wikipedia article:
https://en.wikipedia.org/wiki/Hanseatic_Legion
Frank Becker has put a four-part report on his famous BLOG about that Legion. Unfortunately only in German, but English-speaking readers can give the Google translator a try.
Here is the link to the reports.

https://tabletopdeutschland.com/2017/04/24/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-1/
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/28/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-2/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/05/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-3/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/20/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-buergergarde/

Maybe Klaus will expand the issue with other troops. The Hanseatic Legion was not uniformly uniformed.
Perhaps there will be even more in the future.
A few remarks on the figures:

In general all infantrymen have a patron bag, a side gun and a water bottle (exception figure HL1). The knapsack is separate and has to be glued, so that the figures can be used even without knapsack for the artillery.
A special feature of the figures is that similar to the plastic figures of different manufacturers, the arms are not completely modeled, but must be glued.
Thus, the collector can represent different arm positions and thus individualize the figures perfectly. Nice that Klaus thought so far.

Have fun with the Pictures.






Geht es Euch nicht auch so. Ihr seht einen Film. Ihr lest ein Buch. Ihr lest einen Artikel. Ihr lest einen BLOG Eintrag.
Na und schon macht es b-äääääääääää-hhhhhh-mmmmmmm und Ihr denkt.
Ja. Die Epoche ist auch geil. Die muss ich jetzt auch noch beackern .Dazu brauche ich jetzt auch Figuren. Die muss ich anmalen.
Ich MUSS.
Da führt jetzt kein Weg dran vorbei. Die brauch ich jetzt.
Na und dann wird das Zeug gekauft. Wenn es, was wir doch alle hoffen, verfügbar ist.
Es kommt per Post an.
Ihr packt es zu den anderen Sachen und seid glücklich.
Ja irgendwann werde ich sie anmalen, sagt Ihr und träumt von schönen Momenten im Hobby. Gut, dass sie schon bei mir und nicht mehr beim Händler in diesem traurigen Lager lagern.
Bei mir haben sie es viel besser.
Mein Hobbyzimmer ist beheizt, mein Keller ist groß und nicht feucht.
Ach was haben die Figuren es gut.
Meeeeeiiiiiiinnnnnnn Sccchhhaaaaaaaaaaaaaaaaaaaatz.
Andere wiederum sind sogar so diszipliniert, dass sie direkt mit dem Malen anfangen, die „neue Armee“ fertigstellen, ja sogar direkt damit spielen.
Andere haben Glück.
So wie ich.
Die werden einfach überrascht.
Tactica 2017.
Ich betrete am Freitag den großen Saal, um mich mit Jens zu treffen. Wie immer haben wir uns verspätet. Diese Baustellen von Frankfurt nach Hamburg. Ein Graus.
Klar hast Du ein schlechtes Gewissen. Denn Jens ist im Grunde nur Deinetwegen freitags schon da, um Dich einzusammeln. Ein eingespieltes Team wie wir beide, bekäme den Stand auch am Samstag morgen aufgebaut. Wir sind ja Experten im „Crisis“ Management.
Dein schlechtes Gewissen wird abgemildert, weil Du an den Stand kommst und paar gute alte Bekannte schon von weitem erspähst.
Ah. Jens hatte Unterhaltung. Das ist gut.
Man begrüsst sich, Jens ist wie immer tiefenentspannt – GUT – und schon geht die obligatorische, herzliche und tatsächlich Ernst gemeinte Begrüßungszeremonie los.
Na und Klaus ist da.
Mein alter Sammlerkollege und Zimmerkamerad vom Aufbau unseres Waterloo Dioramas in Celle.
Klaus, der gefühlt im Jahr ungefähr soviel spricht, wie ich in einer Woche.
Ein typischer Norddeutscher. So gefühlt für mich.
Eigentlich aus Hannover, aber für mich als Typ aus West-West-Westdeutschland schon ein echter Norddeutscher, weil er auch den Tonfall seiner Bremer Neuheimat einfach angenommen hat.
(Zur Erklärung: West-West-Westdeutschland singen wir miesen Fans immer im Mannheimer Block, wenn es gegen Dynamo Berlin geht, und die Jungs Ost-Ostberlin singen. Eishockey ist herrlich im Fanblock und so politisch unkorrekt.
Kommt nur in der nächsten Saison. Alles ist wieder auf Null. Pah.
„West-West-Westdeutschland!!!!!“)
Klaus erinnert mich an den Mann aus meinem Lieblingsnordwitz:
Da kommt so ein hektischer Typ aus West-West-Westdeutschland nach Friesland und geht auf nem Deich spazieren. Er ist vom Wetterumschlag völlig überrascht worden – klar er ist ja nicht aus dem Norden, sondern aus West-West-Westdeutschland.
Es regnet. Es ist ziemlich windig.
Der Typ aus West-West-Westdeutschland nennt es Sturm, und er kämpft sich voran.
In ein paar hundert Meter Entfernung steht ein Mann, raucht ne Zigarette (keine Ahnung wie er das hinbekommt bei dem „Sturm“) und schaut aufs Meer raus.
Anlaufendes Wasser.
Man erreicht den Typ. Sagt. „Guten Tag. Wie geht’s denn so?“
Er sagt.
„Moin“, und guckt dabei weiter raus.
Guckt und sagt nichts.
Man denkt, was macht er da, und schaut auch.
Plötzlich erkennt man den Hut.
Einen Hut, der sich schnurgerade auf der Wasseroberfläche direkt auf einen zu bewegt. Schnurgerade, wie mit einer Leine gezogen. Dann geht der Hut nach rechts und wieder schnurgerade zurück. Nach ner Zeit wieder nach rechts und erneut schnurgerade auf einen zu.
Das wiederholt sich mehrfach.
Der Typ neben einem guckt weiter raus. Sagt nichts. Man selbst hält es nicht mehr aus, will reden, sich austauschen.
Plötzlich platzt der Typ aus West-West-Westdeutschland und sagt: „Was machen Sie hier eigentlich? Und was ist das mit dem Hut? Gespenstisch. Das ist doch nicht normal“
Der Norddeutsche dreht sich ruhig zur Seite, guckt den Typ aus West-West-Westdeutschland an, und sagt ganz knapp und sachlich.
„Wieso??? Das ist Hinnerk. Der pflügt bei jedem Wetter.“
Man guckt den Typ völlig verblüfft an, guckt auf den Hut, sucht Erklärungen, will reden. Aber der Typ, der guckt wieder nach vorne, und sagt nichts mehr.
Warum auch. Ist ja alles gesagt.
Genau so ist Klaus. GENAU SO.
Er redet nicht viel. Aber was er sagt, hat Hand und Fuß, und das schießt dann einfach auch ganz trocken raus.
Ich liebe sowas, vielleicht, weil ich ja an diesem Quasselsyndrom leide. Vielleicht deshalb.
Ich muss mal wieder zu meinem GoT Spezialisten gehen.
Na jedenfalls ist Klaus auch da bei der Tactica Truppe am Freitag Abend, na und ganz plötzlich sagt er.
„Koppi. Ich hab was für Dich“, und dabei drückt er mir ein Päckchen in die Hand.
Ich hebe den Deckel, guck rein, schau Klaus an, und sage.
„Was ist das?“
„Figuren. (Ja sehe ich Klaus!!!). Hanseatische Legion.“










„Hanseatische Legion??????? Hammer. Geil bemalt. Warum Hanseatische Legion? Wer macht die denn? Von wem sind denn die? Was ist mit denen?“
„Die sind für Dich!“
„Wie jetzt für mich. Warum für mich?“
„Einfach so.“
Das ist Klaus.
EINFACH SO.
Ich weiß bis heute nicht warum, weshalb, wieso. Keine Ahnung.
Klaus erzählt einem das ja nicht.
Ist ja normal, dass man zu Tactica kommt und – JETZT KOMMT ES – SELBST modellierte und bemalte 28 mm Figuren geschenkt bekommt.
Einfach so.
Das man die in die Hand gedrückt bekommt.
Einfach so.
Es ist genau wie bei dem Mann auf dem Deich. Wer ist Hinnerk????? Warum pflügt er????? Warum pflügt er vor dem Deich ???? Mit was pflügt er????? Warum steht der Typ da????
Keine Ahnung. Muss man auch nicht wissen. Hat alles seinen Grund.
Na klar redeten wir über die Figuren. Wie er sie modelliert hat. Wie er zum Thema kam.
Aber warum ich die habe.
Weiß nicht.
Vielleicht, weil ich in Celle weniger geschnarcht habe als Stefan, der mit Klaus immer das Zimmer beim Sympi geteilt hat.
Vielleicht.
Das könnte der Grund sein.
Na und wisst Ihr was das Geniale an dieser Geschichte ist????? Einige von Euch können es sich denken!!!!!
Just seit den letzten paar Wochen hat Frank Becker auf seinem BLOG eine umfangreiche Serie zu der Hanseatischen Legion veröffentlicht.
Wer sie noch nicht kennt, hier die Links. Unbedingt anschauen, denn etwas detaillierteres findet man auf Anhieb nicht im Netz, wenn es um diese Truppe geht:
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/24/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-1/
https://tabletopdeutschland.com/2017/04/28/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-2/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/05/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-legion-teil-3/
https://tabletopdeutschland.com/2017/05/20/napoleonische-kriege-in-norddeutschland-hanseatische-buergergarde/
Na und natürlich habe ich die Berichte gelesen.
Na und natürlich hat es gezuckt, obwohl es sich eher um ein norddeutsches Thema handelt, und ich ja aus dem Süden, genauer aus West-West-Westdeutschland komme, denn immerhin lebe ich westlich des Rheins, quasi in Frankreich – VIVE L’EMPEREUR -.
Na und diesmal, diesmal muss ich keine Figuren kaufen.
Ich hab sie ja.
EINFACH SO.
Ich hab sie sogar schon bemalt bekommen.
EINFACH SO.
Na und ich hab die Gegner. Die sind auch schon fertig.
Die habe ich auch schon mal bemalt bekommen.
Von jemand anderem.
VIVE L’EMPEREUR.
Na und obwohl ich natürlich megahappy mit der Legion bin, werden natürlich meine kaiserlichen Truppen siegen.
VIVE L’EMPEREUR.
Einfach so.
(Na das schreibe ich jetzt hier so einfach. In Wirklichkeit wird NATÜRLICH die Legion gewinnen. Sven spielt keine Franzosen. Also wird er die Legion bekommen. Na und ich verliere immer gegen Sven. IMMER!!!!! Es ist so schlimm).










Norddeutschland werde ich jetzt nicht nachbauen. Das wird irgendwann Frank Becker tun. Er ist ja eh dabei die norddeutsche Tiefebene karthographisch zu vermessen – Klaus wird ihn da bestimmt EINFACH SO unterstützen – und da wird was kommen. Da bin mir zu 100% sicher.
Der Herr Becker ist mir zu oft in seiner Gegend unterwegs. Der Herr Becker besucht mir da zu oft Dörfer und kleine Museen. Der Herr Becker schleppt da Tabletopkollgen mit. Das spricht Bände.
Na jedenfalls haben seine detaillierten Berichte dazu geführt, dass schon die diversesten Szenarien vor meinem Auge entstehen.
Man muss sich da eigentlich nur die drei Bilder anschauen mit denen seine Berichte auf dem BLOG beginnen. Irgendwelche Brandschatzungen in kleinen Dörfern, Legionäre, die diese verteidigen, irgendwelche Dämme, die zu verteidigen sind.
Da bin ich jetzt schon gespannt.
Ein wirklich schönes, und bisher viel zu selten beackertes Thema. Dabei, und da muss ich einfach Frank Recht geben, gibt das Thema richtig viel her. Alleine die Truppenvielfalt, die da im Einsatz war. Franzosen, Preußen, Russen, Mecklenburger, Hanseaten etc. etc.
Kämpfe, die uns gar nicht mehr so bekannt sind.
Denn im Grunde beschäftigen wir uns doch alle mit den großen Schlachten der Napoleonischen Kriege, am liebsten mit Waterloo.
Was in Norddeutschland los war. Keine Ahnung. Selbst das Gefecht an der Göhrde kennen im Grunde nur Reenacter und Leute aus dem Norden.










Zum Schluss kommt jetzt aber die GUTE NACHRICHT.
Klaus hat ja keine professionelle Figurenschmiede, sondern hat die Figuren nebenbei modelliert. Na und überschwänglich wie ich halt bin, habe ich Klaus dazu überredet mir eine Mailadresse zur Verfügung zu stellen, für alle die, die an diesen Figuren interessiert wären.
EINFACH SO.
Na und was denkt Ihr? Hat er das getan?
Natürlich.
EINFACH SO.







Hier die Mailadresse. Schreibt ihn einfach an und verständigt Euch mit ihm.

k.hinderks@web.de

Ein paar Bemerkungen zu den Figuren:








Generell haben alle Infanteristen eine Patronentasche,  ein Seitengewehr und eine Wasserflasche (Ausnahme Figur HL1). Der Tornister ist separat und muss angeklebt werden, damit man die Figuren auch ohne Tornister für die Artillerie verwenden kann.
Eine Eigenart der Figuren ist, dass ähnlich wie bei den Plastikfiguren verschiedener Hersteller, die Arme nicht komplett anmodelliert sind, sondern angeklebt werden müssen.
So kann der Sammler verschiedene Armhaltungen darstellen und somit die Figuren perfekt individualisieren. Schön, dass Klaus hier soweit gedacht hat.
Mir war es wichtig Euch diese Figuren vorzustellen, und ja, ich werbe jetzt mit diesem Bericht dafür, und ich bekenne mich auch dazu.
Ich liebe Randthemen, was aufmerksamen Lesern ja bekannt sein sollte. Na und deshalb liebe ich es auch, kleine Figurenreihen vorzustellen.
Na; ist das keine gute Nachricht??? Auch alle die, die ähnlich empfinden wie ich, wenn sie mit Medien zu irgendeinem speziellen historischen Thema konfrontiert werden, die können das jetzt umsetzen. Denn die Figuren von Klaus stehen bereit.
Klaus lässt einen nicht im Regen stehen. Klaus unternimmt da was, um unsere gepeinigten Seelen zu beruhigen.
Na und außerdem konnte ich ihm entlocken, dass er da noch weiter modellieren will.
Weil er einfach Bock auf das Thema hat und da weiter machen möchte.
Ich freu mich drauf.
EINFACH SO.