Freitag, 1. September 2017

MHM Dresden - Dauerausstellung 1914 - 1945

To translate today's text literally is uninteresting. For the criticism is only to be understood here in Germany. It is about the special didactic reception, especially of the Second World War.
But I think that in my pictures I show some exhibits that are not yet known, and which are therefore also very interesting for my readers abroad.
The collections at MHM Dresden are already extensive. However, the descriptions on the boards are rudimentary.
The visitor has problems to get an accurate overview.
However, in my opinion, the visitor should receive more information.
On the course of the war, on the extermination war, on crimes against humanity, on military power, on the Wehrmacht and on the Waffen SS.
Unfortunately, this is done only superficially. The topics are of course addressed. But very tight. Personally, I'm missing too much.
Judge yourself by the pictures. I think you will understand what I mean.
My recommendation: Just visit Dresden, and make a picture of your own.
Compared to museums abroad, however, this part of the exhibition is not the best.
Have fun with the pictures.






Es ist schon ziemlich ungewöhnlich für mich, dass ich zuerst die Bilder für einen Bericht bearbeite, grafisch anpasse, zurechtschneide bevor ich mit dem eigentlichen Text beginne.
Im Normalfall ist das für mich ein Prozess, der parallel verläuft, sich entwickelt und mir dabei dann auch richtig Freude bringt.
Noch ungewöhnlicher ist es, wenn die Bearbeitung des Materials schon ein paar Wochen zurückliegt, ich aber einfach NICHT die Lust hatte, irgendwas zu dem Thema zu schreiben.
Bei dem nachfolgenden Text war dies so.
Und warum war dies so?
Weil ich genervt bin. Tatsächlich leicht genervt.
Es geht um das Thema. Es geht um die thematische Darstellung der Jahre 1914 bis 1945 im MHM in Dresden.

Um es direkt vorweg zu nehmen: Für mich definitiv der schlechteste Part in der Ausstellung des MHM.
Warum ist das so?
Eine plakative Aussage direkt vorneweg:
Die konsequenteste, in sich schlüssigste, linear vorangetragene, für den Besucher schnell erschließbare Darstellung des Zweiten Weltkriegs, die man in einem Museum in Deutschland findet, ist doch tatsächlich die Präsentation in Berlin-Karlshorst, im Deutsch-Russischen Museum.
Na und das TROTZ oder gerade WEGEN Ihres unifokalen Ansatzes.
Jetzt sind Sie verblüfft meine lieben Leser, oder? War ich anfänglich auch.
Ich sehe die ersten schon Schnappatmung kriegen, merke wie bei einigen der Kamm schwillt.
Karlshorst?
Was ist denn jetzt los?
Ich sage ihnen jetzt warum ich das jetzt mal einfach so rausgefeuert habe.
Die Darstellung in Karlshorst – ich werde sie Ihnen demnächst vorstellen – ist nicht unbedingt mega ausgewogen.
Sie stellt schon die russische Sichtweise des Rußlandfeldzuges in den zentralen Mittelpunkt.
Aber die Darstellung an sich ist konsequent, und stringent und führt den Betrachter von a) nach b), vom Kriegsanfang, bis zum Kriegsende. Sie führt den Betrachter, lenkt ihn, nervt vielleicht an bestimmten Stellen.
Aber …
sie regt zur Diskussion an, macht einen nachdenklich, beschäftigt, egal wie.
Warum?
Weil die Präsentation konsequent aufgebaut ist, nicht hin und herspringt, nicht überfrachtet ist, und nicht alles zu zeigen versucht, um am Ende die eigentliche Botschaft zu vergessen.
Wenn der Besucher den Weg durch die Ausstellung genommen hat, weiß er mehr.
Mehr zu dieser Ausstellung in einem anderen Bericht.
In Dresden ist das nicht so.
Der Spezialist findet einzelne Stücke, die ihn interessieren, die ihm auch neu sind. Die ihn sogar überraschen.
Aber irgendwie wirkt das Ganze ohne Konzept.
Hier sind Momentaufnahmen ausgestellt. Die Themen sind nicht ausdiskutiert. Sie werden auch nicht umfassend dargestellt.
Sie wirken sprunghaft.







Der Besucher hat ein Problem sich zu orientieren. Zusammenhänge zu erkennen.
Die Ausstellung zeigt zum einen viel, aber zum anderen auch viel zu wenig.
Der historisch Vorgebildete sucht verzweifelt nach der Botschaft, der Laie wird gar keine erkennen.
Ich versuche Ihnen das an einem Beispiel zu erklären:
Wie kann es bitte in einem deutschen Museum, das Militärgeschichte darstellen will, sein, dass es EINE Vitrine zum Unternehmen Weserübung gibt, und genau EINE Vitrine explizit für die Kriegsjahre 1943/45.
Jeweils EINE Vitrine.
Weserübung – 20 Zeilen Text

Zweite Front – 19 Zeilen Text


(Entschuldigen Sie bitte die schlechte Auflösung. Diese Texte sollten eigentlich nicht veröffentlicht werden).

Aha.
Ist ja auch irgendwie logisch, dass der Angriff auf die skandinavischen Länder im Jahr 1940 mit einer Dauer von wenigen Wochen, den gleichen Text bekommt, und mit der gleichen Intensität und „Begeisterung“ besprochen wird, wie die Zeitspanne von 1943/45, wo dann die Stichworte Zerschlagung der deutsch-italienischen Streitkräfte in Afrika, Sizilienfront, Italienfront, Normandie- und Ardennenschlacht „behandelt“ – besser verstümmelt – werden.
Ach nebenbei bemerkt.
Ironischerweise sind die Beschreibungen an manchen Uniformteilen ähnlich umfangreich.
Auch die Vorstellung des Anzugs eines Matrosen der Kriegsmarine hat 20 Zeilen, wenn der Absatz auch schmaler gesetzt ist.

Stimmt da dann das Verhältnis? Das frage ich jetzt sie.
Polenfeldzug, Westfeldzug, Luftschlacht um England, Personal der Luftwaffe, Krieg am Mittelmeer, U-Boot Krieg, Totale Niederlage etc. etc. immer die gleiche Vorlage.
Der gleiche knappe Text.












Irgendwie zusammengewürfelte Exponate. Wenige Lagekarten. Größere Erklärungen oder gar Diskussionen finden sich nicht. Fehlanzeige.
Das ist einfach zuwenig. Das ist zu oberflächlich, zu bruchstückhaft.
Das kommt einem so vor, als wenn der Museumsdidaktiker gesagt hat.
„Meine Damen! Meine Herren! Wir haben 20 Vitrinen zu füllen. Lassen Sie uns das zu einem Gesamtkonzept gestalten.
20 Vitrinen, mit je 20 Exponaten, mit je 20 Zeilen Text zur Erklärung. Addieren wir die Zahlen zusammen, macht das dann 60. Wir streichen die 0 und haben die Anzahl der Kriegsjahre. Genau 6 Stück! Ist das nicht gut?!?“
Schweigen im Raum. Dann bricht die Begeisterung los.
„Ja, genau so machen wir das Juchu!!! Brillant! Sagenhaftes Konzept. Dafür bekommen wir einen Brain Award!!!“
Entschuldigung liebe Museumsleitung. Ich bin unsachlich. Das weiß ich.
Aber genauso empfinde ich. Na und wenn sie meine anderen Berichte gelesen haben, und wenn ich die Neuzeit noch abgehandelt haben werde, dann wissen Sie, dass ich Fan Ihres Museums, Ihrer Neukonzeption und Ihrer generellen Ausrichtung bin.
Ich will nicht das alte Museum zurück. Nur ich möchte das neue Museum besser und informativer in dem genau hier besprochenen Zeitraum.
Der Bereich der Geschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs muss da überarbeitet werden.
Wie gesagt. Die Exponate – schauen Sie sich einfach die Bilder an – sind teilweise sehr gut. Da kann man vielmehr daraus machen.
























Aber ….
Die Darstellung des strategischen Kriegsverlaufs, die Erklärung ausgewählter taktischer Beispiele, aber auch das Zeigen und Diskutieren des Vernichtungskrieges, die Rezeption von Verbrechen der Wehrmacht und der Waffen SS wäre gerade in diesem Museum sehr wichtig.
Der gewählte Ansatz ist viel zu knapp, und ähnlich lückenhaft und schlecht wie der im Zeughaus Berlin.
Das gilt übrigens auch für den Teil des Ersten Weltkriegs.
Die Weimarer Republik in einem Militärmuseum nur am Rande zu behandeln, finde ich da ja noch legitim.
Aber gerade für den Ersten und Zweiten Weltkrieg geht das eigentlich in einem solchen Museum nicht.
Mich nervt das Ganze, weil das benachbarte Ausland da viel besser an die Jahre 1914 bis 1945 herangeht.
Ich persönlich finde es schlecht, dass das MHM, das heute nach dem Zeughaus in Berlin, dem Haus der Geschichte in Bonn sowie dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, das vierte große deutsche Geschichtsmuseum ist, hier kein umfangreiches Konzept entwickelt hat.
Wenn nicht hier, an welchem Platz soll denn sonst der Krieg in seinen ganzen Teilaspekten behandelt werden.
Wo kann ich als Besucher eine ausführliche, kritische, historisch recherchierte Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg in Deutschland finden? 
Wo bitte?
In den europäischen Ländern wird das Thema so viel besser dokumentiert, und das tatsächlich in zahlreichen Museen, aber logischerweise unter dem Aspekt der entsprechenden Länder.
Ich fühle mich in Museen in Holland, in Belgien, in Österreich, in Frankreich, die ich ja bereits besucht habe, besser, umfangreicher und objektiver informiert.
Das kann es aber nicht wirklich sein.
Hier in Deutschland muss man sich der Thematik stellen. Man muss dem historisch interessierten Menschen eine Darstellung zeigen, die auf dem neuesten Stand der Forschung ist, Mythen vernichtet, zur Findung der Klarheit führt.
Das ist Aufgabe eines Museums, und für den Zweiten Weltkrieg sehe ich das in keinem deutschen Geschichtsmuseum als gelungen an.
Ich habe einfach das Gefühl, dass wir mit diesem Thema nicht so wirklich umgehen können; es nicht WAGEN damit richtig umzugehen.
Da hat sich in den letzten 30 Jahren nicht viel verändert.
Das ist ein großer Fehler und lässt weiterhin Fehlinterpretationen, Falschinformationen, Mythenbildungen zu.
Wenn ich die Flut rechter Literatur alleine bei Amazon sehe, und die erschreckend positiven Beurteilungen seitens der Leserschaft für diesen Müll, die ja logischerweise bewusst gesteuert sind, dann sollte man als Meinungsbilder, als Motor der politischen Bildung in Deutschland, und als solchen Motor sehe ich Museen mit Anspruch jetzt schon im Grunde schon mal an, einfach aufwachen.
Der deutsche Bürger „bildet“ sich da mittlerweile an anderer Stelle; und so etwas ist ziemlich gefährlich.
Geben sie doch einfach mal ungefiltert Zweiter Weltkrieg bei Amazon ein.
Bei mir steht dann an erster Stelle „Zweiter Weltkrieg Erlebnisbericht aus dem Kurland Kessel ...“ BESTSELLER.
Finden Sie das gut?
Geben Sie mal SS ein.
Da finden sie als ersten Buchtitel „Saat in den Sturm. Ein Soldat der Waffen SS berichtet.“
Finden Sie das gut?
Nicht jeder hat die zehnbändige (Bände 5, 9 und 10 in zwei Teilbänden) Reihe „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“ zu Hause stehen, wohl die Publikation, die den neuesten Forschungsstand zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs wiedergibt.
Ich habe zumindest schon einmal vier Bände hier, und werde die Sammlung erweitern.
Herausgegeben ist die Reihe vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.
Also der gleiche Auftraggeber, Dienstherr wie es so schön heisst, zu dem ja auch das MHM in Dresden gehört.
Wenn ich diese Publikation mit dem musealen Auftritt vergleiche, dann graust es mich noch mehr, und es ärgert mich.
Vielleicht ist ja unfair, wenn ich ein Museum mit einer Forschungsreihe vergleiche. Natürlich kann da viel umfangreicher geschrieben werden.
Aber schauen Sie sich einfach mal meinen Bericht zum Bastogne War Museum an.
http://thrifles.blogspot.de/2017/05/bastogne-war-museum.html
Da wird an einem Ort, wo es eigentlich um eine Schlacht am Endes des Zweiten Weltkriegs geht, die Geschichte der Weimarer Republik und die Entwicklung des Nationalsozialismus in Deutschland konzeptioneller erklärt, als in Dresden.
Mich würde es freuen, wenn da nochmals etwas geändert würde. Potential und den Anspruch hat das Museum und die Museumsleitung.
Es geht nicht darum wieder ein Miltärmuseum zu schaffen, wie es viele Nostalgiker wünschen. Es geht nicht darum eine Waffen und Uniformshow zu zeigen.
Es geht darum die Aspekte Wehrmacht und Waffen SS an dieser Stelle anders, genauer, mit dem neuesten Forschungstand zu zeigen.
Noch ein Beispiel: Ich will nicht wissen, wieviele Besucher den Begleittext zur Uniform der 12. SS Panzerdivision Hitlerjugend überhaupt lesen. Das ist schade. Denn durch die Form der Darstellung gehen halt solche Details einfach verloren.

Nichtsdestotrotz wollte ich Ihnen natürlich in diesem Bericht die Exponate zeigen. Einzeln betrachtet sind sie natürlich gut, und zeigen unterschiedliche Aspekte der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Einige von Ihnen werden vielleicht sogar begeistert sein, weil sie Sachen entdecken, die sie so noch gar nicht gesehen haben.
Das ging mir mit einigen Teilen auch so, ändert aber nichts an meiner zuvor geäußerten Kritik.
Anbei unkommentiert weitere Bilder.

I. Weltkrieg: Allgemein













 I. Weltkrieg: Grabenkrieg






(unten: MG Garbe, oben schematische Darstellung einer Granatenexplosion)

I. Weltkrieg: Kolonien

(Ich finde diese ausgestellte Uniform megainteressant. Da hätte ich gerne mehr Informationen. Warum? Normalerweise wird die deutsche Kolonialuniform immer in beige dargestellt. Diese Bluse wirkt in Ihrer Farbgebung schon eher grünlich. Fast wie die spätere Uniform des DAK. Zufall? Sondermodell? )





I. Weltkrieg: Marine und Luftwaffe






Zwischenkriegszeit und Nationalsozialismus




  Revolution, Spartakusaufstand














Ende der Weimarer Republik und Wiederaufrüstung











Der Nationalsozialismus, Gleichschaltung und Uniformierung der Gesellschaft








Vernichtung








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