Sonntag, 8. April 2018

Frederickson, Ducos und Hakeswill - The good, the bad and the ugly


Fans des Westerngenres ist der Titel ein Begriff: The Good, the Bad and the Ugly ( Im Original: Il buono, il brutto, il cattivo) – Der Gute, der Böse und der Hässliche.

In Deutschland wurde der Film unter dem Titel „Zwei Glorreiche Halunken“ in die Kinos gebracht, ein Titel, der nebenbei bemerkt genauso sinnlos ist, wie so manch andere eingedeutschte Filmtitel.

Clint Eastwood spielte in dem Italowestern den Guten. Im Grunde genommen ironisch, denn auch er war ein Revolverheld, der sich damit sein Geld verdiente, dass er seinen steckbrieflich gesuchten Kumpel an verschiedensten Ortschaften beim ortansässigen Sheriff ablieferte, um die Fangprämie zu kassieren. Bei der anschließend folgenden öffentlichen Show, wo der Verbrecher dann am Galgen aufgeknüpft werden sollte, schoss der Scharfschütze Eastwood seinen Kumpel Eli Wallach, der im Film Tuco hieß, immer vom Strick, und beide flüchteten in den nächsten Ort. Die Beute wurde dann entsprechend geteilt. Wallach verkörperte hier einen mexikanischen Banditen, der – laut Filmtitel – dann der Hässliche war.
Das Spielchen ging auch eine längere Zeit gut bis die beiden sich anfingen über die Anteile an der Beute zu streiten, und sie dann noch zudem dem dritten Protagonisten über den Weg liefen: Sentenza, dem Bösen, genial gespielt von Lee van Cleef.
Der war auf der Jagd nach einem Flüchtigen, der sich irgendwo in der Armee der Konföderierten versteckte, zusammen mit der von ihm veruntreuten Regimentskasse, die einen Schatz von 200.000 Dollar, eine Irsinnssumme in dieser Zeit, enthielt.
So laufen die Handlungsstränge langsam zu einer spannenden, klassischen Italowesterngeschichte zusammen.
Jetzt ist es aber gar nicht so, dass ich über diesen Film oder eine zugehörige Miniaturenreihe schreiben will. Na gut; wenn ich ihn schon erwähne, dann kann  ich ja denen, die hier nicht so im Thema sind, zumindest zeigen, dass es natürlich auch Minis dieser drei Westernhelden gibt.
Die meisten meiner Leser werden sie sogar sicherlich kennen, denn wenn man sich mit Westernminiaturen befasst, kommt man den drei Typen ja nicht vorbei.
Also hier mal ein paar Bilder.



Der eigentliche Grund warum mir der Filmtitel in den Kopf kam, liegt ganz woanders. Ich habe die Ankündigung eines Herstellers gesehen. Na und als ich die drei Minis sah, da musste ich dann auch an diesen Titel denken: Der Gute, der Böse und der Hässliche.
Das passt auch hier.
Vorweg eine Betrachtung.
Was macht denn eigentlich eine gute Miniatur aus.
Da gibt es sicherlich, je nach Betrachtungswinkel, ziemlich unterschiedliche Ansätze. Geschmäcker sind da unterschiedlich, und viele von uns werden da somit auch unterschiedliche Maßstäbe ansetzen.
Gerade im Fantasybereich möchte man eine aufwändige Modellierung mit vielen, vielen Details. Zugespitzt formuliert: Eine große Menge von anmodellierten Blutsiegeln heben den Status eines Space Marines. Nicht nur als Spielfigur, sondern auch hinsichtlich ihrer Designbewertung
Historische Minis sollen vor allem die Ausrüstungsgegenstände auch haben, die ihren historischen Vorbild entsprechen. Fehlt da etwas kann man damit leben, wenn zumindest der Stil der Figur stimmt. Ist die Modellierung falsch, sei es willentlich oder per Zufall, dann fällt sie bei den meisten Miniaturenliebhabern durch das Raster. Hier gibt es allerdings unterschiedliche Ansätze und die Bandbreite der Kritik kann da sehr unterschiedlich ausfallen.
Für Minis, die aber Personen aus Filmserien darstellen wollen, ist eines ganz wichtig.
Die Miniatur MUSS definitiv erkennbar sein. Am besten ist sie nach dem Bild des Schauspielers oder der Schauspielerin erstellt. Als Kunde willst Du da auf jeden Fall den Wiedererkennungswert.
Es nützt Dich nichts zu sagen, dass da ist der Terminator, wenn die Mini nicht aussieht wie Arnold Schwarzenegger.
The Good, the bad and the ugly müssen dann eben auch aussehen wie Eastwood, van Cleef und Wallach.
Das geht gar nicht anders. Denn sonst sind das nur Westernminiaturen, ohne größeren Background, ohne Story, ohne Charme und Wiedererkennungswert.
Sicherlich. Wir hatten früher, als Kinder oder junge Wargamer, genügend Fantasie bestimmten unserer Miniaturen Namen zu geben. Dann war eben dieser eine Cowboy Clint Eastwood, oder der der war der Bösewicht aus dem Film. Aber das tat man letztendlich nur, weil es nichts anderes gab.
Es ist aber immer wieder toll Figuren zu besitzen, die da einfach lebensnah modelliert sind.
Im Dezember 2016 hatte ich ihnen ja eine Miniaturenreihe vorgestellt, die genau diesem Anspruch gerecht wird.
In diesem Bericht hatte ich etwas über Sharpe’s Rifles geschrieben; und zwar im Besonderen über die von Brigade Games herausgebrachte Figurenreihe.
Nicht nur Sharpe und Harper, nein, auch die anderen Rifles der Fernsehserie, Hagman, Cooper, Tongue etc. etc., wurden hier so genial vom Modelleur Hicks wiedergegeben, dass man das Gefühl hatte, die seien lebensecht.
Na und damals hatte ich schon inständig gehofft, dass – bitte, bitte, bitte – zumindest noch drei weitere Charaktere folgen sollten.
Sharpe Fans wissen jetzt schon, an wen ich da gedacht habe.
Ja. An den Guten, den Bösen und den Hässlichen.
Na und als ich jetzt vor ein paar Tagen durch die Weiten des Internet surfte, da stieß ich dann auch auf eine Ankündigung, wo drei Charaktere vorgestellt wurden.
Ohne Namen. Ohne nähere Bezeichnung.
Aber da genügt ein Blick, und der Cornwell Fanboy weiß, wer ihn da anschaut.
Als erstes habe ich Ducos entdeckt.

Ja, es wird ihn geben.
Der Böse, der Hinterhältige, der Sharpe Romane als Mini.
Und sooooo treffend dargestellt.
Die Mini orientiert sich am Typus des Schauspielers. Sie ist kein 100% Abbild von Fédor Atkine, aber fast. Ein Blick genügte, und ich wusste. Ja. Das ist Ducos.
Das coole an der ganzen Sache. Es wird ihn sowohl als berittenes, als auch als stehendes Modell geben. 

Das finde ich ja richtig gut, denn so kann man ihn halt auch in den verschiedensten Szenarien einsetzen. Sein ziviler Rock erlaubt es natürlich auch ihm Rollen jenseits der Ducos Thematik zu geben. Es handelt sich einfach um eine vielseitige Miniatur für Fans der napoleonischen Zeit.
Der Hässliche, der im Grunde aber auch der Böse ist, allerdings der in den eigenen Reihen, ist ebenfalls genial getroffen.


Obadiah Hakeswill, der ehemalige Ausbilder und Erzfeind von Sharpe, wurde von Hicks in seiner Paradehaltung dargestellt: Seinen Tschako in der Hand haltend, sein Sergeanten Sponton umschließend und irgendwohin zeigend. Also dahin, wo sich die Rifles hinbewegen sollen. Nur er nicht; denn er ist ja bekanntlich zu feige.

Seinen Tschako hält er in der Hand. Ich finde es super, weil man so wirklich auch die Gesichtszüge des Schauspielers Pete Postlethwaite genau erkennt. Außerdem handelt es sich ja auch um DEN Tschako,  in den er dann im Film und in den Romanen mit verklärtem, stieren Blick reinschaut, und dabei noch wahnsinnig vor sich her brabbelt. Den muss man einfach hervorheben. Na und das ist Hicks hier auch super gelungen, denn der Blick fällt halt auch automatisch auf die Kopfbedeckung, wenn man die Mini sieht.
Kenner wissen, was sich in der Kopfbedeckung versteckt. Das gestohlene Portrait der Ehefrau von Colonel Windham, das Obadiah an seine Mutter erinnert. Mit diesem Bild muss er dann immer Rücksprache halten, wenn sich der Wahnsinn seiner bemächtigt.
Ich finde es genial, dass Hicks die Miniatur so modelliert hat. Der Tschako und Postlethwaite. Das war eine Einheit. Für diese schauspielerische Leistung hätte er damals einen Preis verdient. Definitiv.
Im Grunde hat Postlethwaite diesen Preis dann indirekt auch bekommen, denn es ist bekannt, dass Cornwell sich in späteren Romanen an Eigenheiten des Schauspielers bei der Performance seiner Rolle orientierte, und diese dann auch seinem Charakter Hakeswill explizit auf den Leib schrieb. Cornwell hat also den Charakter, inspiriert durch die schauspielerische Leistung von Postlethwaite weiterentwickelt.
Ein größeres Lob kann es im Grunde für einen Schauspieler nicht geben.
Na und als dritte Figur kündigt Brigade Games jetzt auch den Guten, als weiteren Charakter an. Wobei er selbst, Cornwell und viele seiner Leser ihn auch manchmal als den Hässlichen beschreiben: Gemeint ist Sharpe’s Offizierskollege vom 60. Regiment William Frederickson.


Frederickson hat in der Schlacht Zähne und ein Auge verloren. Zudem hat er noch eine Vollglatze. Um hässlicher und furchterregender zu wirken, nimmt er deshalb vor jedem Gefecht die Perücke vom Kopf und das Gebiss aus dem Mund. Dann versteckt er noch die Augenklappe und greift so an.
Es wird berichtet, dass er so wie der leibhaftige Teufel wirkt.

Na ich finde ihn jetzt im Grunde nicht so schlimm. Na aber nun gut; auch bei mir sind immer wenige Haare auf dem Kopf, na und durch meine eigene Augenverletzung kann ich das mit der Augenklappe auch nichts als soooo fürchterlich empfinden.
Während ich das jetzt hier so schreibe, fällt mir doch tatsächlich nach Jahrzehnten des Sharpe Konsums zum ersten Mal auf, dass ICH eigentlich perfekt die Rolle des Offiziers Frederickson reenacten könnte. Passt total, wenn ich es mir recht überlege.
Ich glaube, ich muss in mich gehen.
Dabei ist er allerdings definitiv ein Guter  - so wie ich auch, natürlich -,und hilft Sharpe bei vielen seiner Unternehmungen, auch wenn sie im Jahre 1814 etwas Stress kriegen, weil sich Frederickson anfänglich in die gleiche Frau verliebt wie Sharpe.
Fredrickson hatte in meiner Miniaturensammlung natürlich immer eine Rolle. Aber. .. Klar. Da musste bisher irgend so ein 28 mm Offizier der Rifles für herhalten.
Jetzt, ja jetzt, werde ich demnächst das Original in meinen Händen halten.
Die Figuren werden hoffentlich bald bei Brigade Games erscheinen, na und klar werde ich die dann auch bestellen.
( An dieser Stelle werden die Minis dann irgendwann auftauchen)

Die letzte Bestellung in den Staaten hatte wunderbar funktioniert; und wie ich Ihnen damals berichtet hatte, war es tatsächlich meine erste Miniaturenbestellung in den Staaten.
Ich als Fanboy bin begeistert, denn ich liebe Skirmishszenarien der napoleonischen Kriege, im Gegensatz zu vielen Wargamern, die diese Epoche ja lieber großtatktisch angehen.
Na und diese drei neuen Figuren werden die Möglichkeiten an Szenarien ja definitiv erweitern.
Vielleicht habe ich ja auch bei einigen von Ihnen jetzt die freudige Erwartung geweckt.
Bei all denen, die Sharpe schon immer geliebt haben, aber auch all denen, die die anderen guten, bösen und hässlichen Charaktere, die uns Cornwell geschenkt hat, auch lieben.
Ich jedenfalls bin glücklich. Denn ich kann drei weitere Miniaturen gedanklich auf den von mir geplanten Cornwell Altar stellen.
Eine tolle Nachricht.


I saw an announcement from a figure maker a few days ago that absolutely excited me.
There will be three more characters from Brigade Games. Three more characters from Sharpe's Rifles.
Ducos, Hakeswill and Frederickson.
When I saw the miniatures, a thought flashed through my mind: the good, the bad and the ugly.
Actually a movie title from a western.
But the name would just fit here too.
First, I discovered Ducos.
Yes, it will happen.
The evil, the sneaky, guy of the Sharpe novels as a mini.
And so aptly portrayed.
The mini is based on the type of the actor. It is not a 100% replica of Fédor Atkine, but almost. One look was enough, and I knew. Yes. That's Ducos.
The really cool thing: Ducos is modelled as a mounted and a dismounted character.
I think that's really good, because so you can use the minaiture in a variety of scenarios. Of course, his civilian skirt also allows him to give roles beyond Duco's theme. It is simply a versatile miniature for fans of the Napoleonic era.
The ugly, who is basically also the evil, but the one in your own ranks, is also hit ingeniously.
Obadiah Hakeswill, the former instructor, sergeant and archenemy of Sharpe, was portrayed by Hicks in his parade stance: holding his shako in his hand, enclosing his sergeant sponton and pointing somewhere. So where the Rifles are supposed to go. Only he does not; because he is well known to be cowardly.
He holds his shako in his hand. I think it's great, because you really recognize the facial features of actor Pete Postlethwaite. In addition, it is also about this Tschako. In the film and in the novels Hakeswill muttered with this shako. And he had this transfigured, stare glance, while muttering insane with his headgear.
Fans know what was hidden in the headgear. The stolen portrait of Colonel Windham's wife reminding Obadiah of his mother. He always has to consult with this image when the madness came back to him.
I think it's awesome that Hicks modeled the miniature like that. The shako and Postlethwaite. That was a unity. At that time the actor would have earned a prize for this theatrical performance. Definitely.
Basically, Postlethwaite got this price indirectly, because it is known that Cornwell was oriented in later novels on peculiarities of the actor in the performance of his role. So Cornwell has evolved the character, inspired by the theatrical performance of Postlethwaite.
There can not be much praise for an actor.
Well and as a third figure Brigade Games announces now also the good, as another character. Although he himself, Cornwell and many of his readers sometimes describe him as the ugly: Sharpe's officer collegue from the 60th Regiment William Frederickson.
Frederickson has lost teeth and an eye in battle. He also has a complete bald head. In order to look uglier and more frightening, he takes the wig off his head and the bit out of his mouth before every fight. Then he hides the eyepatch and attacks.
It is reported that he acts like the devil in the battle.
But he's definitely a good guy, of course, and helps Sharpe in many of his adventures, though they get a bit of a hassle in 1814 because Frederickson initially falls in love with the same woman as Sharpe.
Of course, Fredrickson always had a role in my miniatures collection. But. ... until today he is represented by a standard 28 mm Rifles officer.
Now, yes now, I will soon hold the original in my hands.
The characters will hopefully appear soon at Brigade Games, well, and I'll order them.



http://brigadegames.3dcartstores.com/British_c_347-1-4.html
(Here the miniatures can be ordered in the future)
Perhaps I have now awakened the joyful expectation of some of you.
With all those who have always loved Sharpe, but also by those who love the other good, evil and ugly characters that Cornwell has given us.
I'm happy, anyway. Because I can mentally put three more miniatures on my planned Cornwell Altar.
A great message.


Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. The stolen portrait Hawkewill has in his hat is of Colonel Windham's wife not Simmerson

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  2. Fred... you are right. Thank you. I will change this.

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  3. Excellent post. I have purchased the Sharpes figures from Brigade games when the miniature first came. Your article has inspired me to dig the figures out to start painting them. Your blog is excellent keep up the great work.

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  4. Thanks Gary. I'm really happy, that you like my BLOG and my little postings. It's great to read such comments.

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