Im heutigen BLOG-Eintrag sehen Sie Pikenträger meiner
spätmittelalterlichen Streitmacht. Um es direkt vorwegzunehmen. Hier sind noch
ein paar Bases in Zukunft geplant. Sie sehen also noch nicht das Endprodukt.
Als Hintergrundgeschichte möchte ich heute ein paar Ergebnisse wiedergeben, die Matthias H. Herzer in seinem Buch „Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter herausgearbeitet hat. Ein Buch, dass ich jedem Leser wärmstens empfehlen möchte. Für meine englischsprachigen Leser sei gesagt, dass eine englische Übersetzung des Buches bereits konkret angedacht ist.
Als Hintergrundgeschichte möchte ich heute ein paar Ergebnisse wiedergeben, die Matthias H. Herzer in seinem Buch „Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter herausgearbeitet hat. Ein Buch, dass ich jedem Leser wärmstens empfehlen möchte. Für meine englischsprachigen Leser sei gesagt, dass eine englische Übersetzung des Buches bereits konkret angedacht ist.
Es ist nämlich so, dass gemeinhin falsche Vorstellungen
existieren, wie denn ein solches spätmittelalterliches Heer ausgesehen hat.
Getrieben ist das Bild von Darstellungen der Populärkultur, insbesondere von
Spielen, Filmen und Serien. Dabei kommt es auch häufig im Betrachtungswinkel
des Konsumenten zu Verwischungen von Fantasy und Mittelalter. Hier wird
tatsächlich der Übergang unklar. The Witcher oder Game of thrones werden als
mittelalterliche Darstellungen betrachtet. Schlechte Mittelaltermärkte treiben
noch diese Betrachtungsweise im öffentlichen Raum.
Denkt man an ein mittelalterliches Heer, dann fallen einem Ritter ein, die eine gewisse Anzahl Fußknechte in die Schlacht führen, begleitet von einem rasch berufenen Aufgebot von lehnsrechtlich unterstellten Bauern. Der Ritter ist dann klassisch mit Lanze und Schwert bewaffnet, die Fußknechte mit Schwertern und Hellebarden, na und die Bauern haben halt das, was sie zur Hand haben. Dreschflegel, Mistgabeln, Schleudern, ein paar Bögen. Was auch sonst?
Diese Darstellung passt aber gar nicht ins Spätmittelalter, und vor allem auch nicht in den deutschsprachigen Raum.
Natürlich waren Bauern zur Heerfolge verpflichtet, aber diese waren ganz anders bewaffnet, verglichen mit der oben genannten Vorstellung.
Matthias Herzer hat Musterungslisten aus dem Jahr 1466 quellenkritisch untersucht. In diesen Musterungslisten sind die Gemusterten namentlich erfasst, und es gibt genaue Angaben über deren Bewaffnung und Rüstung.
Im Thüringer Harnischregister von 1466 werden 319 Dörfer benannt. Jeder Hausbesitzer im Dorf war zum Dienst verpflichtet. Nicht nur Bauern, sondern auch Handwerker.
In den von ihm untersuchten Musterungslisten sind 5291 Personen erfasst, die wie folgt ausgerüstet sind: 2017 Armbrüste, 1850 Lange Messer, 1490 Spieße, 607 eiserne Flegel, 434 Äxte, 401 Barten (Beile), 357 Handbüchsen, 10 Schwerter, 5 Streitäxte und 3 Helmbarten.
Betrachtet man diese Zahlen, dann gibt es mehrere Auffälligkeiten.
Als erstes ist hier der große Anteil an Schützen zu nennen. 2017 Armbrüste und 357 Handbüchsen. Das bedeutet, dass 45% der Gemusterten Fernwaffen mit sich führten.
Eine solche Spätmittelalterliche Truppe setzte also sehr wohl auf den Fernkampf und die Schusskraft. Auch der hohe Anteil an Spießen, immerhin 28% der Gesamttruppe, ist auffällig. Nicht der Flegel, geschweige denn die Hellebarde, ist prägend, sondern der Spieß. Wir sehen also schon an diesen beiden Hauptwaffen, dass wir uns der Heeresbewaffnung der frühen Neuzeit nähern. Auch der oben genannte „eiserne Flegel“ ist nicht der einfache Dreschflegel für die Feldarbeit. Hier handelt es sich um einen speziellen für den Kriegseinsatz optimierten Flegel, der dann auch nicht mit dem einfacheren bäuerlichen Gerät verwechselt werden darf.
Denkt man an ein mittelalterliches Heer, dann fallen einem Ritter ein, die eine gewisse Anzahl Fußknechte in die Schlacht führen, begleitet von einem rasch berufenen Aufgebot von lehnsrechtlich unterstellten Bauern. Der Ritter ist dann klassisch mit Lanze und Schwert bewaffnet, die Fußknechte mit Schwertern und Hellebarden, na und die Bauern haben halt das, was sie zur Hand haben. Dreschflegel, Mistgabeln, Schleudern, ein paar Bögen. Was auch sonst?
Diese Darstellung passt aber gar nicht ins Spätmittelalter, und vor allem auch nicht in den deutschsprachigen Raum.
Natürlich waren Bauern zur Heerfolge verpflichtet, aber diese waren ganz anders bewaffnet, verglichen mit der oben genannten Vorstellung.
Matthias Herzer hat Musterungslisten aus dem Jahr 1466 quellenkritisch untersucht. In diesen Musterungslisten sind die Gemusterten namentlich erfasst, und es gibt genaue Angaben über deren Bewaffnung und Rüstung.
Im Thüringer Harnischregister von 1466 werden 319 Dörfer benannt. Jeder Hausbesitzer im Dorf war zum Dienst verpflichtet. Nicht nur Bauern, sondern auch Handwerker.
In den von ihm untersuchten Musterungslisten sind 5291 Personen erfasst, die wie folgt ausgerüstet sind: 2017 Armbrüste, 1850 Lange Messer, 1490 Spieße, 607 eiserne Flegel, 434 Äxte, 401 Barten (Beile), 357 Handbüchsen, 10 Schwerter, 5 Streitäxte und 3 Helmbarten.
Betrachtet man diese Zahlen, dann gibt es mehrere Auffälligkeiten.
Als erstes ist hier der große Anteil an Schützen zu nennen. 2017 Armbrüste und 357 Handbüchsen. Das bedeutet, dass 45% der Gemusterten Fernwaffen mit sich führten.
Eine solche Spätmittelalterliche Truppe setzte also sehr wohl auf den Fernkampf und die Schusskraft. Auch der hohe Anteil an Spießen, immerhin 28% der Gesamttruppe, ist auffällig. Nicht der Flegel, geschweige denn die Hellebarde, ist prägend, sondern der Spieß. Wir sehen also schon an diesen beiden Hauptwaffen, dass wir uns der Heeresbewaffnung der frühen Neuzeit nähern. Auch der oben genannte „eiserne Flegel“ ist nicht der einfache Dreschflegel für die Feldarbeit. Hier handelt es sich um einen speziellen für den Kriegseinsatz optimierten Flegel, der dann auch nicht mit dem einfacheren bäuerlichen Gerät verwechselt werden darf.
Die anderen aufgezählten Waffen - lange Messer, Äxte, Barten, Schwerter - sind Zweitwaffen, die der Schütze und der Spießer noch zusätzlich am Mann tragen.
Die gleiche Quelle führt dann auch noch als Schutzwaffen 2103 Pavesen und 13 Schilde auf. Also auch in der Verteidigung ist der Gemusterte da gut gerüstet.
An Rüstzeug selbst besaßen die 5291 Gemusterten das nachfolgende: 474 Krebse (der Begriff ist bis heute nicht hundertprozentig definiert. Es handelt sich definitiv um einen Brustpanzer; manche Quellen bezeichnen allerdings auch den kombiniert getragenen Brust- und Rückenpanzer als Krebs), 74 Brustplatten, 678 Ringpanzer, 2680 Helme (Eiserne Hüte) und 372 Lebkas (=eine Art Hirnhaube)
Somit trugen 23% der Gemusterten eine Form der Panzerung, und knapp 58% trugen einen Helm.
Man sieht also, dass „der Bauer“ der Heeresfolgen hier wirklich professionell gerüstet war.
Für Städte gibt es übrigens ähnliche Quellen. Nur ein Beispiel.
Das Leipziger Harnischbuch von 1466 vermerkt folgendes zur Bewaffnung und Ausrüstung der Handwerkszünfte und Bürger:
243 Krebse, 872 Helme, 854 Pavesen, 481 Armbrüste, 96 Handbüchsen, 477 Kragen (aus Ringpanzergeflecht oder Platten), 103 Ringpanzerhemden und 283 Spieße.
Auch hier sieht man also einen hohen Anteil an Schusswaffen.
Betrachtet man den Westen des Heiligen Römischen Reiches ergeben sich ähnliche Verhältnisse. Die nachfolgenden Beispiele und Zahlenangaben habe ich aus dem Buch von Hagen Seehase und Detlef Ollesch, Kurfürst Fredrich der Siegreiche von der Pfalz (1425-1476), entnommen.
In der Schweiz war es so, dass das Verhältnis von Armbrustschützen zu Feuerwaffenschützen um die Mitte des 15. Jahrhunderts noch 8:1 war; zur Zeit der Burgunderkriege betrug das Verhältnis 1:1. In der Schlacht von Nancy 1477 waren 800 Feuerwaffenschützen anwesend.
Neben des hohen Anteils von Fernwaffen, ist weiterhin festzuhalten, dass der Wechsel von der Armbrust auf die Handbüchse ab Mitte des 15. Jahrhunderts immer stärker wird.
Gerade für mein „Mainzer Thema“, ist die Musterung des Aufgebots des Herzogs Ludwig von Pfalz-Zweibrücken-Veldenz im Jahr 1455, also kurz vor der Mainzer Stiftsfehde interessant.
Hier sind folgende Kämpfer mit den entsprechenden Waffen wiedergegeben: 2 Streitkolben, 8 Streitäxte, 585 Spieße, 352 Handrohre und 1016 Armbrüste sind vermerkt. Also 1963 Kämpfer.
Das heißt in diesem speziellen Fall, der aber für mein Wargaming Thema und die Zusammenstellung der Streitmacht sehr wichtig ist, beträgt der Anteil an Fernkämpfern sogar fast 70%, wobei der Anteil an Armbrustschützen noch weitaus höher ist als beim Schweizer Beispiel. Aber selbst eine recht kleine Grafschaft, wie die des Veldenzers, kommt auf einen Anteil von 3:1 beim Vergleich Armbrust vs. Handrohr.
Zwei weitere Beispiele seien noch genannt. Das fränkische Kontingent des Markgrafen Albrecht von Brandenburg bestand beim Reichskrieg gegen Burgund im Jahr 1474/75 aus 600 Reitern und 3000 Fußknechten. Letztere setzten sich wie folgt zusammen: 40% Armbrüste und Feuerwaffen, 20% Spieße, 40% Hellebarden und andere Stangenwaffen.
1492 listete das Vizdomamt Straubing 1836 Aufgebotene auf: 551 Büchsenschützen, 950 Hellebardenträger, 144 Bewaffnete mit Ahlspießen, 191 Armbrustschützen.
Wie man den verschiedenen Quellen entnehmen kann, ist ab Mitte des 15. Jahrhunderts der Anteil an Fernwaffen in den verschiedenen Aufgeboten wesentlich höher, als man dies gemeinhin vermutet. Auch die Ausrüstung der einzelnen Wehrpflichtigen, vor allem aus dem Bauernstand, ist auch deutlich besser, als dies oftmals dargestellt wird.
Wargamer werden mit Erschrecken feststellen, dass die beispielsweise in DBA aufgelisteten Armeeaufstellungen für das Heilige römische Reich nicht passen.
Deshalb sind meine Einheiten zwar DBA basiert, aber spielen werde ich DBA nicht in dieser Epoche, weil die Darstellung einfach nicht passt.
Zitierte Literatur:
Matthias H. Herzer, Wehrpflichten und Heerfolge im
Spätmittelalter: Niederadel, Söldner, Stadt- und Landbewohner in den
Kriegsordnungen des 15. Jahrhunderts, Zeughaus Verlag, Berlin 2025.
Hagen Seehase und Detlef Ollesch, Kurfürst Fredrich der
Siegreiche von der Pfalz (1425-1476), Imhof Kulturgeschichte, Petersberg 2013.
In today's blog post, you'll see pikemen from my late
medieval army. To be clear from the outset, a few more bases are planned for
the future. So, what you're seeing isn't the final product.
As background information, I would like to present some findings from Matthias H. Herzer's book, "Military Obligations and Military Service in the Late Middle Ages," a book I highly recommend to every reader. For my English-speaking readers, an English translation is already in the works.
The fact is, there are common misconceptions about what a
late medieval army actually looked like. These perceptions are often shaped by
popular culture, particularly games, films, and television series. Consumers
frequently blur the lines between fantasy and the Middle Ages, blurring the
distinction between the two. For example, "The Witcher" or "Game
of Thrones" are often seen as depictions of the Middle Ages. Poorly
executed medieval markets further perpetuate this misconception. When one
thinks of a medieval army, the image that comes to mind is of knights leading a
number of foot soldiers into battle, accompanied by a quickly assembled
contingent of feudal peasants. The knight is classically armed with a lance and
sword, which Foot soldiers with swords and halberds, and the peasants just had
what they could get their hands on: flails, pitchforks, slings, a few bows.
What else?
This portrayal doesn't fit the Late Middle Ages at all, and especially not the German-speaking world.
Of course, peasants were obligated to perform military service, but they were armed very differently compared to the aforementioned image.
Matthias Herzer critically examined muster rolls from 1466. These muster rolls list the names of those mustered and provide precise details about their weapons and armor.
The Thuringian armor register of 1466 names 319 villages. Every homeowner in the village was obligated to serve. Not just peasants, but also craftsmen.
The muster rolls he examined list 5,291 people, who were equipped as follows: 2,017 crossbows, 1,850 long knives, 1,490 pikes. 607 iron flails, 434 axes, 401 hatchets, 357 handguns, 10 swords, 5 battle axes, and 3 halberds.
Looking at these figures, several things stand out.
First, there is the large proportion of ranged weapons: 2017 crossbows and 357 handguns. This means that 45% of the mustered men carried ranged weapons.
Such a late medieval troop clearly relied on ranged combat and firepower. The high proportion of pikes, a full 28% of the total troop, is also striking. It is not the flail, let alone the halberd, that is predominant, but the pike. These two main weapons alone show us that we are approaching the military armament of the early modern period. The aforementioned "iron flail" is also not a simple threshing flail. This is a special flail optimized for military use, which should not be confused with the simpler agricultural implement.
The other weapons listed—long knives, axes, barbs, swords—are secondary weapons that the rifleman and the pikeman carry in addition to their regular equipment.
The same source also lists 2,103 pavises and 13 shields as defensive weapons. So, the draftee is well-equipped for defense as well.
The 5,291 men mustered possessed the following armor: 474 "Krebs" (the term is still not entirely defined. It definitely refers to a breastplate; however, some sources also use the term "Krebs" to describe a combined breastplate and backplate), 74 breastplates, 678 mail plates, 2,680 helmets (iron hats), and 372 "lebkas" (a type of skullcap).
Thus, 23% of those mustered wore some form of armor, and almost 58% wore a helmet.
This shows that the average farmer in the army was indeed professionally armored.
Similar sources exist for cities. This is just one example:
The Leipzig Armor Book of 1466 records the following regarding the armament and equipment of the craft guilds and citizens:
243 „Krebse“, 872 helmets, 854 pavises, 481 crossbows, 96 handguns, 477 collars (made of chainmail or plate), 103 mail shirts, and 283 pikes.
Here, too, we see a high proportion of firearms.
Similar proportions emerge when looking at the western part of the Holy Roman Empire. The following examples and figures are taken from the book by Hagen Seehase and Detlef Ollesch, Elector Frederick the Victorious of the Palatinate (1425–1476).
In Switzerland, the ratio of crossbowmen to firearmsmen was still 8:1 around the mid-15th century; by the time of the Burgundian Wars, the ratio was 1:1. At the Battle of Nancy in 1477, 800 firearmsmen were present.
Besides the high proportion of ranged weapons, it should
also be noted that the shift from crossbows to handguns became increasingly
pronounced from the mid-15th century onward.
Particularly relevant to my "Mainz topic" (I collect a late medieval army of the „Mainz“ Electorate) is the muster roll of Duke Ludwig of Palatinate-Zweibrücken-Veldenz in 1455, shortly before the Mainz Diocesan Feud (Duke Ludwig fought also in the Mainz Diocesan Feud with his troops).
The following combatants with their respective weapons are listed: 2 maces, 8 battle axes, 585 pikes, 352 handguns, and 1016 crossbows. That is, 1963 combatants.
In this particular case, which is very important for my wargaming theme and the composition of the army, the proportion of ranged units is almost 70%, with the proportion of crossbowmen being significantly higher than in the Swiss example. Even a relatively small county, like that of Veldenz, has a ratio of 3:1 when comparing crossbows to hand cannons.
Two further examples should be mentioned. The Franconian contingent of Margrave Albrecht of Brandenburg in the Imperial War against Burgundy in 1474/75 consisted of 600 cavalry and 3,000 infantry. The latter were composed as follows: 40% crossbows and firearms, 20% pikes, and 40% halberds and other polearms.
In 1492, the Straubing Vice-Dom's Office listed 1,836 men called up for military service: 551 riflemen, 950 halberd bearers, 144 men armed with pikes, and 191 crossbowmen.
As various sources show, from the mid-15th century onward, the proportion of ranged weapons in the various levies was significantly higher than commonly assumed. The equipment of individual conscripts, especially those from the peasantry, was also considerably better than often portrayed.
Wargamers will be dismayed to discover that the army compositions listed in DBA, for example, are inaccurate for the Holy Roman Empire.
Therefore, while my units are based on DBA, I will not be playing DBA in this period because the representation is simply incorrect.
Cited Literature:
Matthias H. Herzer, <i>Wehrpflichten und Heerfolge
im Spätmittelalter: Niederadel, Söldner, Stadt- und Landbewohner in den
Kriegsordnungen des 15. Jahrhunderts</i>, Zeughaus Verlag, Berlin 2025.
Hagen Seehase and Detlef Ollesch, <i>Kurfürst
Fredrich der Siegreiche von der Pfalz (1425-1476)</i>, Imhof
Kulturgeschichte, Petersberg 2013.
As background information, I would like to present some findings from Matthias H. Herzer's book, "Military Obligations and Military Service in the Late Middle Ages," a book I highly recommend to every reader. For my English-speaking readers, an English translation is already in the works.
This portrayal doesn't fit the Late Middle Ages at all, and especially not the German-speaking world.
Of course, peasants were obligated to perform military service, but they were armed very differently compared to the aforementioned image.
Matthias Herzer critically examined muster rolls from 1466. These muster rolls list the names of those mustered and provide precise details about their weapons and armor.
The Thuringian armor register of 1466 names 319 villages. Every homeowner in the village was obligated to serve. Not just peasants, but also craftsmen.
The muster rolls he examined list 5,291 people, who were equipped as follows: 2,017 crossbows, 1,850 long knives, 1,490 pikes. 607 iron flails, 434 axes, 401 hatchets, 357 handguns, 10 swords, 5 battle axes, and 3 halberds.
Looking at these figures, several things stand out.
First, there is the large proportion of ranged weapons: 2017 crossbows and 357 handguns. This means that 45% of the mustered men carried ranged weapons.
Such a late medieval troop clearly relied on ranged combat and firepower. The high proportion of pikes, a full 28% of the total troop, is also striking. It is not the flail, let alone the halberd, that is predominant, but the pike. These two main weapons alone show us that we are approaching the military armament of the early modern period. The aforementioned "iron flail" is also not a simple threshing flail. This is a special flail optimized for military use, which should not be confused with the simpler agricultural implement.
The other weapons listed—long knives, axes, barbs, swords—are secondary weapons that the rifleman and the pikeman carry in addition to their regular equipment.
The same source also lists 2,103 pavises and 13 shields as defensive weapons. So, the draftee is well-equipped for defense as well.
The 5,291 men mustered possessed the following armor: 474 "Krebs" (the term is still not entirely defined. It definitely refers to a breastplate; however, some sources also use the term "Krebs" to describe a combined breastplate and backplate), 74 breastplates, 678 mail plates, 2,680 helmets (iron hats), and 372 "lebkas" (a type of skullcap).
Thus, 23% of those mustered wore some form of armor, and almost 58% wore a helmet.
This shows that the average farmer in the army was indeed professionally armored.
Similar sources exist for cities. This is just one example:
The Leipzig Armor Book of 1466 records the following regarding the armament and equipment of the craft guilds and citizens:
243 „Krebse“, 872 helmets, 854 pavises, 481 crossbows, 96 handguns, 477 collars (made of chainmail or plate), 103 mail shirts, and 283 pikes.
Here, too, we see a high proportion of firearms.
Similar proportions emerge when looking at the western part of the Holy Roman Empire. The following examples and figures are taken from the book by Hagen Seehase and Detlef Ollesch, Elector Frederick the Victorious of the Palatinate (1425–1476).
In Switzerland, the ratio of crossbowmen to firearmsmen was still 8:1 around the mid-15th century; by the time of the Burgundian Wars, the ratio was 1:1. At the Battle of Nancy in 1477, 800 firearmsmen were present.
Particularly relevant to my "Mainz topic" (I collect a late medieval army of the „Mainz“ Electorate) is the muster roll of Duke Ludwig of Palatinate-Zweibrücken-Veldenz in 1455, shortly before the Mainz Diocesan Feud (Duke Ludwig fought also in the Mainz Diocesan Feud with his troops).
The following combatants with their respective weapons are listed: 2 maces, 8 battle axes, 585 pikes, 352 handguns, and 1016 crossbows. That is, 1963 combatants.
In this particular case, which is very important for my wargaming theme and the composition of the army, the proportion of ranged units is almost 70%, with the proportion of crossbowmen being significantly higher than in the Swiss example. Even a relatively small county, like that of Veldenz, has a ratio of 3:1 when comparing crossbows to hand cannons.
Two further examples should be mentioned. The Franconian contingent of Margrave Albrecht of Brandenburg in the Imperial War against Burgundy in 1474/75 consisted of 600 cavalry and 3,000 infantry. The latter were composed as follows: 40% crossbows and firearms, 20% pikes, and 40% halberds and other polearms.
In 1492, the Straubing Vice-Dom's Office listed 1,836 men called up for military service: 551 riflemen, 950 halberd bearers, 144 men armed with pikes, and 191 crossbowmen.
As various sources show, from the mid-15th century onward, the proportion of ranged weapons in the various levies was significantly higher than commonly assumed. The equipment of individual conscripts, especially those from the peasantry, was also considerably better than often portrayed.
Wargamers will be dismayed to discover that the army compositions listed in DBA, for example, are inaccurate for the Holy Roman Empire.
Therefore, while my units are based on DBA, I will not be playing DBA in this period because the representation is simply incorrect.














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