Dienstag, 12. Januar 2021

Trafalgar in 1/50 - by Curro Agudo Mangas

 
Heute möchte ich Ihnen ein Sahnestückchen im Modellbau vorstellen. Einigen von Ihnen dürfte es bekannt sein, vor allem den Lesern, die sich mit dem klassischen Modellbau beschäftigen.
Für viele Sammler und Wargamer könnte es allerdings komplett neu sein, und Ihnen vielleicht eine Inspiration für zukünftige maritime Projekte geben.
Um es vorweg zu sagen.
Ich habe mit dem Modellbauer vorher Kontakt aufgenommen, und mir die Erlaubnis eingeholt, Bilder seiner Facebook Seite zu verwenden. Der sehr nette Kontakt via Messenger versetzt mich deshalb in die Lage Ihnen dieses sensationelle Werk auch hier auf meinem BLOG zu zeigen.









Die Seeschlacht von Trafalgar ist sicherlich eines der bekanntesten Seegefechte aller Zeiten. Man könnte die Seeschlacht sogar als Endpunkt und Höhepunkt der Gefechte zur See mit Großseglern bezeichnen. Wenn auch die Schlacht von Navarino 1827 die letzte große Seeschlacht war, die ausschließlich mit Segelschiffen geführt wurde, kann man diese Seeschlacht aufgrund ihrer eher regionalen Bedeutung nicht mit Trafalgar vergleichen.
Trafalgar wiederum ist das Grabmal der Ansprüche des französischen Kaiserreichs auch auf See die führende Macht zu werden und diese mit einer Landung auf der britischen Insel zu krönen. Der überragende Sieg der Royal Navy unter dem Kommando von Horatio Nelson, und die totale Niederlage der verbündeten französischen und spanischen Marine zerstörte letztendlich den doch immer gehegten Traum des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte, Vive L’Empereur, einer Invasion Englands.
27 britische Schiffe kämpften am 21. Oktober 1805 gegen 33 Schiffe der Verbündeten.
Knapp 500 Toten und über 1200 Verwundeten der Royal Navy, standen knapp 4500 Tote, und über 2500 Verwundete der verbündeten französischen und spanischen Marine gegenüber. Zudem mussten letztere noch 17 Schiffe an den Sieger übergeben.
Die Schlacht wäre für die Royal Navy noch totaler gewesen, wenn nicht der Oberkommandierende Horatio Nelson auf seinem Schlachtschiff, der HMS Victory, gefallen wäre. Sein Tod überschattet natürlich den Erfolg.
Die Schlacht bei Trafalgar war letztendlich der Startpunkt, der mehr als 100 Jahre andauernden britischen Vorherrschaft zur See.
Also auch in den direkten Auswirkungen kann man Trafalgar als epochale Schlacht bezeichnen, die aufgrund ihrer Auswirkungen bedeutende Landschlachten der napoleonischen Geschichte auf die hinteren Ränge verweist.
Mehr möchte ich jetzt an dieser Stelle gar nicht über Trafalgar schreiben. Das wird sich ändern. Ich will Ihnen ja auch noch die HMS Victory vorstellen und in einem weiteren Bericht etwas über die Taktik dieser Zeit schreiben. Es geht Ihnen also nichts verloren.
Heute soll aber das Diorama von Curro Aguda Mangas im Vordergrund stehen.


Wenn Sie sich jetzt schon die Bilder in diesem Bericht angeschaut haben, werden sie, da wette ich, schon einmal ziemlich geflashed sein.
Was man auf den ersten Blick nicht erkennt, ist die Tatsache, dass hier ALLES selbst gebaut wurde. Bei den Schiffen handelt es sich nicht um irgendwelche Fertigmodelle, Bausätze oder 3D Prints.
Nein. Curro hat hier alles handwerklich selbst gebaut und gestaltet. Die Schiffe, sie sehen es in zwei Bildern, die ich Ihnen hier in dem Bericht zeige, sind klassisch auf einer Werkbank entstanden!!


Das finde ich schon so unglaublich, dass ich es hier einfach noch einmal hervorheben möchte.
Wenn man irgendwann einmal Modellbauschiffe gebaut hat, dann kann man sich sicherlich noch gut daran erinnern, wie schnell man schon alleine am Zusammenbau verzweifeln kann. Dann erst folgen ja noch die Schritte der Bemalung und das Rigging der Schiffe.
Hier hört dann der normale Modellbauer auch schon auf. Er stellt das Schiff, wenn es als Vollschiff und nicht als Wasserlinienmodell gebaut ist, auf zwei Träger und freut sich riesig.
Das ist ja auch alles völlig ok, und jedem Modellbauer zolle ich da meinen Respekt, weil mich Schiffe schon zur Verzweiflung gebracht haben. Nicht an den Rand der Verzweiflung. Ich hab da einen Schritt weiter in den Abgrund gemacht, bin schreiend herab gefallen, und habe es daraufhin aufgegeben Schiffe zu bauen.
Curro ging da ganz andere Wege. Er hat das Ganze quasi aus dem Nichts erschaffen. In einem Zeitraum von 6 Jahren, in denen er aber auch noch an anderen Schiffen und Dioramen gebaut hat.
Am Anfang war da Holz, und er hat quasi diesen Schiffen seinen Geist eingehaucht.
Diese handwerklich perfekte Modellbauarbeit sollte dann schon einmal extra gewürdigt werden. Wenn ich es könnte, bekäme Curro da von mir das Victoria Cross und den Hosenbandorden persönlich überreicht.


Das Diorama zeigt 6 Linienschiffe, eine Fregatte, einen Schoner und 1700 Figuren. Gehalten ist es im Maßstab 1/50.
Dieser riesige Maßstab hat zur Folge, dass das Diorama auch 12 qm groß ist. Ein wahres, positiv zu sehendes, Monster.











Sie sehen folgende Schiffe: Auf der spanisch/ französischen Seite die berühmte Santissima Trinidad, den „Stolz der spanischen Marine“, bei Ihrem Stapellauf das größte Kriegsschiff der Welt, dann die San Augustin (82 Kanonen) und die Bucentaure (80 Kanonen), das Flagschiff des französischen Oberkommandierenden Admiral Villeneuve, Vive L’Empereur.
Diese werden von der Neptune mit 98 Kanonen (das gleichnamige französische Schiff Neptune hatte 80 Kanonen, dies ist auf der unten gezeigten Zeichnung vertauscht worden), der Leviathan mit 74 Kanonen, der Africa mit 64 Kanonen, der Fregatte Euralyus, die Vizeadmiral Collingwood nach dem Tod Nelsons als Flagschiff nutzte, mit 40 Kanonen und einen kleinen Schoner mit 12 Kanonen angegriffen.
Es wird also ungefähr diese Szene hier abgebildet, die Sie in der Zeichnung sehen.



Es ist ein Bildausschnitt aus dem leider nur noch antiquar erhältlichen Buch Seeschlachten der Weltgeschichte, von William Koenig, dt. Herausgeber S.L. Mayer.



Sehr schön, dass Curro neben dem Ferngefecht der Schiffe auch den Kampf der Marinesoldaten und auch Entermanöver in den kleineren Beibooten zeigt.












Das Diorama ist einfach ein Meisterwerk. Anders kann man es nicht bezeichnen.
Mittlerweile wurden auch schon Teile des Dioramas, aber auch das Gesamtdiorama, in verschiedenen Ausstellungen in Spanien gezeigt.
Und jetzt kommt für alle meine deutschen Leser der Oberknaller. Auf meine Frage, wird das Diorama auch noch weiter gezeigt, schrieb er mir, das lagert zur Zeit in Wolgast und wartet auf die Öffnung eines Museums, das dort demnächst an den Start gehen wird, und sich mit verschiedensten Aspekten des Modellbaus beschäftigen soll.
Ich hatte darüber mal bei einem meiner zahlreichen Besuche in Meck-Pomm gehört, na und jetzt bin ich noch gespannter, wann dieses Museum eröffnen wird.
Wolgasts winzige Welten: Hier werden ganze Welten gebaut | Nordkurier.de
Also nach den Bildern denke ich, Sie sind genauso gespannt wie ich.








Nochmals danke an Curro, dass ich die Bilder veröffentlichen dürfte.
Liebe Grüße nach Spanien, und ich hoffe auf noch viele neue Dioramen aus seiner Meisterhand.










DIORAMA DE TRAFALGAR (El acoso al Stma Trinidad )escala 1/50 12 metros cuadrados: diorama abordaje en Trafalgar,pertenece al diorama de Trafalgar
 
Today I would like to introduce you to a piece of cake in model making. Some of you should be familiar with it, especially readers who deal with classic model making.
For many collectors and wargamers, however, it could be completely new and maybe give you an inspiration for future maritime projects.
To say it in advance.
I contacted the model maker beforehand and got permission to use pictures from his Facebook page. The very nice contact via messenger enables me to show you this sensational work here on my BLOG.
The Battle of Trafalgar is certainly one of the most famous naval battles of all time. One could even describe the naval battle as the end point and climax of the battles at sea with tall ships. Even though the Battle of Navarino in 1827 was the last major naval battle that was fought exclusively with sailing ships, this naval battle cannot be compared with Trafalgar due to its rather regional importance.
Trafalgar, in turn, is the tomb of the claims of the French Empire to become the leading power at sea and to crown it with a landing on the British Isles. The overwhelming victory of the Royal Navy under the command of Horatio Nelson and the total defeat of the allied French and Spanish navies ultimately destroyed the dream of the French Emperor Napoleon Bonaparte, Vive L’Empereur, of an invasion of England.
27 British ships fought 33 Allied ships on October 21, 1805.
Almost 500 dead and over 1200 wounded in the Royal Navy, just under 4500 dead and over 2500 wounded from the allied French and Spanish navy. In addition, the latter had to hand over 17 ships to the winner.
The battle would have been even more total for the Royal Navy had it not been for Supreme Commander Horatio Nelson on his battleship, the HMS Victory. His death, of course, overshadows the success.
The Battle of Trafalgar was ultimately the starting point for the more than 100 years of British supremacy at sea.
So even in terms of the direct effects, Trafalgar can be described as an epochal battle, which, due to its effects, relegates important land battles in Napoleonic history to the lower ranks.
I do not want to write more about Trafalgar at this point. That's going to change. I also want to introduce you to the HMS Victory and write something about the tactics of that time in another report. So nothing is lost to you.
Today, however, the diorama by Curro Aguda Mangas should be in the foreground.
If you've already looked at the pictures in this report, I bet they'll be pretty flashed by now.
What you don't see at first glance is the fact that EVERYTHING here was built by Curro himself. The ships are not just any ready-made models, kits or 3D prints.
No. Curro built and designed everything here by hand. The ships, you can see it in two pictures, which I show you here in the report, were created classically on a workbench !!
I think that's so incredible that I just want to emphasize it again here.
If you have ever built model construction ships, you can certainly still remember how quickly you can despair of assembling it on your own. Only then do the steps of painting and rigging the ships follow.
This is where the normal model maker stops. He puts the ship, if it is built as a full ship and not as a waterline model, on two carriers and is very happy.
That's all completely ok, and I pay my respects to every model builder because ships have already made me desperate. Not to the brink of despair. I took a step further into the abyss, fell down screaming, and then gave up building ships.
Curro went completely different ways. He created the whole thing out of nothing. In a period of 6 years, during which he also built other ships and dioramas.
In the beginning there was wood, and he practically breathed his spirit into these ships.
This technically perfect model building work should then be specially honored. If I could, I would personally give Curro the Victoria Cross and the Order of the Garter.
The diorama shows 6 ships of the line, a frigate, a schooner and 1700 figures. It is kept on a scale of 1/50.
This huge scale means that the diorama is also 12 square meters. A true, positive-looking monster.
You will see the following ships: On the Spanish / French side the famous Santissima Trinidad, the "pride of the Spanish Navy", the largest warship in the world when it is launched, then the San Augustin (82 cannons) and the Bucentaure (80 cannons), the Flagship of the French Supreme Commander Admiral Villeneuve, Vive L'Empereur.
These are the Neptune with 98 cannons (the French ship of the same name Neptune had 80 cannons, this has been exchanged on the drawing below), the Leviathan with 74 cannons, the Africa with 64 cannons, the frigate Euralyus, which was used after the death of Nelson as a flagship by by Viceadmiral Collingswood, attacked with 40 cannons and a small schooner with 12 cannons.
So this is roughly the scene that you see in the drawing.
It is an image section from the german book Seeschlachten der Weltgeschichte, unfortunately only available as an antiquarian, by William Koenig, German publisher S.L. Mayer.
Very nice that Curro shows, in addition to the long-range battle of the ships, the battle of the marines and also boarding maneuvers in the smaller dinghies.
The diorama is simply a masterpiece. There is no other way to describe it.
In the meantime, parts of the diorama, but also the complete diorama, have been shown in various exhibitions in Spain.
And now comes the hit for all of my German readers. When I asked, will the diorama continue to be shown, he wrote to me, it is currently stored in Wolgast and is waiting for the opening of a museum that will open there soon and will deal with various aspects of model making.
I once heard about it on one of my numerous visits to Meck-Pomm, and now I'm even more excited to see when this museum will open.
So after the pictures I think you're just as excited as I am.
Thanks again to Curro for letting me publish the pictures.
Greetings to Spain, and I hope for many more new dioramas from his master hand.

Freitag, 8. Januar 2021

Herr der Ringe - Teil 1: Ein paar Helden

 

Today I will start with a small series in which I will introduce you to my Lord of the Rings miniatures collection. They are not works of art now. They are intended as play figures and are painted that way.
It's a mix. I had many figures painted, some exchanged or bought, and many painted myself. I have based them all in my standard pattern. Also partially repainted in such a way that it is not even noticeable that they come from different sources.
Why am I showing you the minis? Oh no, they are not „cool mini or not“. They are standard.
Of course, it is also the aim of the BLOG to gradually show my collected figures. Well, the minis are just a part of that. There are already quite a few.
But maybe I can get you to turn to these miniatures and the rules. It is worth it.
 
 
Seit 2005 fand in Bad Kreuznach das HdR Usertreffen bzw. dann die Szenario direkt zu Beginn des Jahres statt. Eine gelebte Tradition, die viele von uns alljährlich wahrnahmen. Auch in 2020 konnten wir uns tatsächlich aufgrund des frühen Termins noch treffen, weil zum damaligen Zeitpunkt der Corona Virus in Deutschland noch im Verborgenen schlummerte.
Dieses Jahr ist es nicht möglich die Convention durchzuführen. Auch mich umfängt da wirkliche Wehmut. Mir wird die Veranstaltung fehlen, deren normaler Beginn in ein paar Tagen gewesen wäre. 
Quasi in Erinnerung an schöne Stunden bzw. auch als Hoffnung für die Zukunft möchte ich deshalb bewusst den ersten Bericht über meine HdR Figuren an den Anfang des Jahres setzen. Es ist der erste Blog Eintrag zu diesem Thema, und es werden auch noch weitere folgen.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches, neues Jahr.


Ausführlich über Tolkiens Herr der Ringe zu schreiben, möchte ich mir sparen.
Warum??
Ganz einfach.
Weil Sie mit der Literatur zu diesem Thema schon seit langem Bibliotheken füllen können.
Da brauchen Sie nicht noch eine Story auf diesem BLOG.
Im Grunde wurde Tolkiens Herr der Ringe ja zweimal erfunden.
Zunächst von J.R.R. Tolkien selbst. Zum zweiten Mal von Peter Jackson.
Ja, ja. Ich weiß.
Ich begehe da gerade ein Sakrileg, weil ich nichts über das Leben Tolkiens und die Entwicklung seines Werkes schreibe.
Ich schreibe auch nichts über die bedeutende Rolle seines Sohnes Christopher Tolkien bei der Nachlassverwaltung des väterlichen Werkes.
Ist mir alles bewusst.
Aber darüber lasse ich gerne Menschen schreiben, die den Herrn der Ringe quasi als Teil ihres eigenen Selbst definieren.
Das ist bei mir nicht der Fall.
Hier in Deutschland gibt es im Grunde zwei zeitliche Eckpunkte, die sehr wichtig für die Popularisierung des Themas sind.
Die Übersetzung des Werkes 1969/70 in die deutsche Sprache und die Jackson Verfilmungen aus den Jahren 2001 bis 2003.




Ich selbst habe den Herrn der Ringe im Grunde klassisch kennengelernt.
So als Geheimtipp am Anfang meines Studiums.
Mein Kommilitone Roland meinte irgendwann bei einem unserer extrem laberlastigen Treffen mit vielen Zigaretten und ein paar Bierchen und Wein, „Sag mal. Kennst Du eigentlich den Herrn der Ringe?“
Damals musste ich die Frage noch verneinen.
Er erzählte mir ganz kurz und knapp, um was es ging – den Fachbegriff Spoilern verwendete man damals noch nicht -, na und ich beschloss, mir die Trilogie zu kaufen.
Wie so viele junge Studenten weltweit habe ich dann das Buch verschlungen; habe mich einfangen lassen; eine Welt betreten, die ich sehr faszinierend fand.
Das Buch kam in meine Erfahrungswelt genau zum richtigen Zeitpunkt.
Irgendwie war ich damals in den 80er Jahren dafür empfänglich.
Heute nicht mehr so.
Ich habe das Buch nach Erscheinen der Filmtrilogie nochmals angefangen zu lesen; und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es nicht mehr schaffte den Zauber zurückzubekommen, den ich zwei Jahrzehnte zuvor empfunden hatte.
Ob es an den Filmbildern lag?
An meinen veränderten Lebensgewohnheiten?
An der Entwicklung meines Lebens, das sich in den 90er Jahren und auch zu Beginn der 0er Jahre so anfühlte, als wenn ich ein Schiff durch stürmische Wellen zu steuern hätte?
Keine Ahnung, was es jetzt genau war, dass ich keinen wirklichen Zugang mehr zu den Büchern bekam. Jedenfalls war ich nicht mehr bereit für das Werk. Hatte nicht mehr die Muße.



In den 80ern war das tatsächlich anders gewesen.
Nachdem ich die Trilogie verschlungen hatte, fiel ich quasi in ein Loch.
Ich wollte noch mehr zum Thema.
Also kaufte ich mir den Hobbit, legte den dann aber nach der Lektüre ganz schnell bei Seite. Es ist halt ein Kinderbuch. Na und nach der ausführlichen HdR Lektüre, gefiel mir dieses Buch gar nicht; ein Zustand übrigens, der bis heute anhält. Ich musste mich sogar zwingen  die Hobbit Trilogie zu schauen. Das gelang mir erst vor kurzem … na und es bleibt. Die Story gefällt mir nicht wirklich.
Ich ließ mich aber von dem Hobbit Erlebnis nicht abschrecken.
Rein in den Buchladen und nochmals stöbern, hieß damals die Aufgabe.
Ich fand die Nachrichten aus Mittelerde und das Silmarillion. Na und das war dann wieder meine Welt.
Meine Faszination ging so weit, dass ich mir auch unbedingt einen „Atlas von Mittelerde“ kaufen musste, um die gerade im Silmarillion zitierten Landschaften auch zuordnen zu können.
Das einzige, was mir zu meinem Glück damals fehlte, waren…. Figuren.
Ohne Quatsch jetzt.
Schon während ich die Bücher las, dachte ich andauernd, wie genial wäre das, diese Geschichten hier nachzuspielen.
Aber in 1/72 gab es ja nichts. Der für mich damals einzig existente Maßstab gab da nicht wirklich was her.




Der Zauber für das Thema an sich holte mich dann wieder ein, als Anfang der 0er Jahre die Geschichte verfilmt wurde.
Jetzt wurde da ja ein Bild geschaffen.
Ein Bild, das für mich ganz persönlich auch zu 100% stimmig war, ist und wohl auch auf ewig bleibt.
Es gibt Tolkien und HdR Fans, die auch vieles am Look der Filme kritisieren.
Sie verweisen auf alte Konzeptzeichnungen, andere Interpretationsmöglichkeiten.
Das kann jeder sehen, wie er das mag.
In meiner ganz persönlichen HdR Welt, ist es allerdings so, dass die Filme einen 100% Match für mich darstellen, und wie ich oben geschrieben habe, auch das Buch verdrängten.
Vigo Mortensen ist für mich Aragorn, Liv Taylor ist und bleibt Arwen, Orlando Bloom forever Legolas und und und…
Ich könnte da jetzt jeden Hauptcharakter aufzählen. Wirklich JEDEN.
Ich fand die Besetzung so gut. Die Schauspieler so perfekt ausgewählt. Da entstand dann tatsächlich eine neue Welt vor mir, aber eine gefühlt bekannte Welt, die jetzt auch bekannte Gesichter mit einem Wiedererkennungswert bekam.
Na und dann kam der Moment, als die Nachricht veröffentlich wurde, Games Workshop hat die Lizenzen gekauft und es wird eine Herr der Ringe Figurenreihe geben!!! Na und die Minis sollten aussehen, wie die Originale aus dem Film.
Ich sah Armeen vor meinem geistigen Auge entstehen.



Na und das war dann auch der Beginn einer großen Sammelleidenschaft, wie bei so vielen von uns.
Natürlich waren wir ALLE freiwillige Playtester der neuen, am Anfang teils holpriger Tabletopregeln.
Die wurden aber gefühlt immer besser, und ja …
Ich persönlich werde es nicht müde zu erzählen, dass einige HdR Spiele immer noch zu meinen ganz persönlichen Tabletop Highlights zählen, wenn das jetzt auch schon mehr als 15 Jahre her ist.
Na und diese geradezu kindliche Begeisterung will ich mir dann auch nicht nehmen lassen.
Zu Weihnachten wird das neue Regelbuch unter dem Weihnachtsbaum liegen. Das werde ich mir selbst schenken. Einfach so zum Gucken. Egal, ob ich jetzt die neuen Regeln spielen werde, oder nicht. Das ist für mich völlig nebensächlich.
Denn das HdR Tabletop ist einfach exakt meine Welt.



Die Perries wiederum sind für mich auch wegen dieser Figurenreihe die wahren Helden des Hobbies.
Ja. Toll Ihre Arbeiten bei Foundry und heute in der eigenen Company.
Aber Ihre Arbeiten an der HdR Serie!!
Ihre Kunst, diese Charaktere zum Leben zu erwecken.
Unerreicht.
Nicht alle Figuren sind von Ihnen modelliert. Das weiß ich auch.
Aber die beiden Brüder sind in meiner Denke genau so eng mit diesen Minis verbunden, wie die Hauptdarsteller des Films mit den dargestellten Figuren des Buchs.
Also auch hier ein 100% Match.
Dass ich an deren Minis nicht vorbeikam, war natürlich klar.
Da wurde jede Menge gekauft, getauscht, gehandelt.
Ich habe Figuren selbst bemalt, viele mir anmalen lassen, einige bemalt gekauft.
Das war tatsächlich eine spannende Reise.
Von diesen Figuren zeige ich Ihnen heute ein paar Helden im Bild, und peu a peu stelle ich Ihnen meine ganzen Armeen vor.
Dabei muss ich eins sagen.
Meine Minis sind jetzt nichts wirklich Besonderes.



Sie sind in einem normalen Standard bemalt. Auch wenn sie in der Vitrine stehen, so sind sie doch keine Vitrinenfiguren.
Preise für die Bemalung bekomme ich da nicht.
Aber mir gefallen sie, und letztendlich sollen sie ja auch zum Spielen genutzt werden.
So habe ich aber nicht immer gedacht. Es gab Zeiten, da hat mich die Szene sogar verunsichert.
Ein Tipp.
Lassen Sie sich nicht von den begnadeten Malern der HdR Community abschrecken. Da sind wirklich richtige Künstler dabei, und zwar weltweit.
Das könnte Selbstzweifel in Einigen von Ihnen wecken.
 Ignorieren Sie die.
Ich kenne mehrere deutsche Maler, die echt hervorragende Armeen haben; und da ist keiner dabei, der Anfänger, Interessierte oder Nichtkünstler verdammt.
Im Gegenteil.




Da bekommt man tolle Tipps, Hilfestellungen etc.
Die berühmten Cool Mini or Not „Wegdisser“ sollten sie ignorieren.
Die stehen nicht für die Community.
Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn das HdR Thema wieder richtig Fahrt aufnimmt.
Wie viele Spieler es heute sind, wie hoch die Umsätze bei GW sind?
Ich weiß es nicht.
Aber es wäre schön, wenn wieder viele, viele Spieler zu dem Thema finden würden.





Zurzeit  sollen wir ja Kontakte meiden. Also sehen Sie bitte das Ganze als Chance. Beschäftigen Sie sich doch einfach mit Tolkiens Welt, mit dem Herr der Ringe Tabletop, den Figuren und den Regeln.
Wenn nicht jetzt, wann dann??