Donnerstag, 7. September 2017

D-Day Tagesausflug mit Jean Lenoir


Im Gegensatz zu meiner normalen Vorgehensweise, erst einmal etwas ausgiebig zu testen, um es dann zu empfehlen, möchte ich Ihnen heute jemand vorstellen, der mich in einem relativ kurzen Gespräch als Fachmann, aber vor allem auch als Mensch zu überzeugen wusste.

Mein diesjähriger Familienurlaub ging nämlich in die Normandie. Na und ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht trotzdem eine Reihe von Museen und Schauplätzen besucht hätte.

Meine Familie und ich haben ja schon seit Jahren die Form einer  „friedlichen Koexistenz“ gefunden, die es mir ermöglicht historische Stätten aufzusuchen, ohne dass ich im eigentlichen Urlaub gelyncht werde.

Das ist eigentlich ganz einfach.

Meine Frau ist kein Morgenmensch, na und so bin ich immer morgens unterwegs, schaue mir einiges an, um dann mittags zurückzukommen und mit einem ausgiebigen Brunch den eigentlichen Urlaubstag einzuläuten.

Wir finden diese Regelung klasse, denn wenn ich ehrlich bin, bedauere ich immer die Leute, die ich in Museen treffe, und denen ich ansehe, dass sie hier nicht freiwillig gemeinsam sind.

Bei uns ist es so, dass es dann zwar schon in einem zehntägigen Urlaub auch ein oder zwei Museumstage geben kann, wo die ganze Familie aufschlägt, die sind dann aber auch von allen gewollt.

Wenn keiner Lust hat, gehe ich halt morgens alleine on Tour. Stört keinen wirklich, und man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

An dem einen Museumstag waren wir auf dem Weg in das neue Fallschirmjägermuseum am Dead Mans Corner, ein Erlebnis besonderer Güte, über das ich aber separat berichten werde.

Auf unserem Weg von Port-en-Bessin Richtung Carentan kommt man an La Cambre vorbei, dem größten deutschen Soldatenfriedhof in der Normandie.

Den hatte ich bisher noch nicht besucht und so stoppten wir hier.

Nach dem Rundgang ging ich noch kurz in das Friedensmuseum, und als ich zum Auto kam, war meine Frau gerade in ein Gespräch mit einem Mann vertieft, der im Auftrag des normannischen Fremdenverkehrsverbandes eine Umfrage durchführte.

Ich kam dazu und wir begannen zu plaudern.

Zunächst stellten wir begeistert fest, dass sich auch die offiziellen Stellen in der Normandie für deutsche Touristen interessieren. Die Zahl deutscher Besucher steigt stetig an, und Jean – der Interviewer – bestätigte uns, dass auch das Feedback deutscher Besucher immer wichtiger wird.

So wurden wir gefragt, warum wir in der Normandie sind? Privat oder beruflich. Ob wir w.g. der historischen Ereignisse oder w.g. der Normandie als solcher da wären? Ob wir Museen besuchen? Nur Militär, oder auch Kunstmuseen? Wie unser Gesamt-, aber auch spezielle Eindrücke seien?

Alles Fragen, die gut gestellt waren, und die wir auch gerne beantworteten.

Das lag auch sicher an Jean, der mir direkt äußerst sympathisch war.

 


 

Das kommt ja einfach hin- und wieder vor, dass man Leute trifft, die einem zusagen, und wo man das Gefühl hat, Mensch, die Person passt. Vielleicht lag es auch daran, dass wir beide dem besten Geburtsjahrgang angehören, den es jemals gab.

Na und weil das alles passte, kamen wir auch immer mehr ins Plaudern. Meine Frau hatte eine Frage dahingehend beantwortet, dass es natürlich schön wäre, wenn in den Militärmuseen auch mehr deutsche Erklärungstafeln zu finden seine, meinte aber einschränkend, dass sie so etwas aber NICHT erwartet, und auch versteht – gerade in Museen zum Zweiten Weltkrieg im Ausland -, wenn man diese nicht findet.

Jean griff das direkt auf, und meinte „… NEIN!NEN!! Das ist sehr, sehr wichtig. Auch die Deutschen sind unsere Gäste, und so etwas muss man berücksichtigen.“

Aus diesem Dialog entspannte sich natürlich mehr, und dann kamen wir auf das Thema der musealen Rezeption, aber auch der Führungen, die hier in der Normandie angeboten werden.

Es gibt sehr viele Führungen in englischer und französischer Sprache, die in der Normandie gebucht werden können. Diese haben unterschiedliche Schwerpunkte, beleuchten die Ereignisse aber im Normalfall nur aus alliierter Sicht.

Deutschsprachige Führungen sind mir nahezu nicht bekannt, meinte ich, einmal abgesehen von den Veranstaltungen des Buchautors Keusgen, die dann aber schon mit knapp 400,-€ pro Person zu Buche schlagen, was ja schon eine tüchtige Summe ist.

Nun denn. Keusgen ist halt auch mittlerweile durchaus der Spezialist für die deutsche Perspektive der Normandielandung, was auch irgendwo diesen Preis rechtfertigt.


Jean meinte daraufhin, dass er selbst auch Führungen anbiete.


Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht. Er hat da nicht offizielle Werbung gemacht. Das ganze ergab sich aus unserem sehr positiven Gespräch und ich zeigte mich da auch sehr interessiert, ist die Normandie doch mittlerweile so etwas wie mein Steckenpferd und eine meiner Lieblingsregionen in Europa.

Was ich interessant fand, war das Konzept, das mir Jean näher brachte.


Jean hat Ahnung. Das merkte man. Und im Grunde ist er Spezialist. Denn er war Offizier in der französischen Armee und in Deutschland als Verbindungsoffizier eingesetzt. Daher rühren auch seine perfekten Deutschkenntnisse. Er gehörte auch zu denen, die den ersten Fallschirmjägerabsprung im Jahr 2004 über der Normandie mit organisiert hatten, an dem deutsche Fallschirmjäger beteiligt waren. Seit damals ist das Tradition, dass auch deutsche Soldaten der Bundeswehr in dieser Art an den Jahresfeierlichkeiten der Normandielandung teilnehmen.

Wir sind heute Freunde, keine Gegner. Das muss man mal einfach an dieser Stelle festhalten.

Jeans Führung ist so konzipiert, dass man in einem Tagestripp die Normandielandung aus verschiedenen Perspektiven näher gebracht bekommt.

Zunächst geht es nach Longues sur mer, zur deutschen Küstenbatterie, wo dann die deutsche Perspektive erklärt wird. Die anderen Lokalitäten zeigen dann die Perspektive der Alliierten, aber auch diejenigen der Franzosen, speziell der Bevölkerung in der Normandie.
Die Sumpfgegend um La Fiere, St. Mere Eglise, Carentan, dann Utah Beach und Omaha Beach stehen dann weiter auf dem Programm. Auch ein Besuch des amerikanischen und des deutschen Soldatenfriedhofs sind vorgesehen.






Eine genauere Beschreibung findet man an dieser Stelle der Webseite.


Jean meinte, dass er gerne auch mit Besuchern den Schwerpunkt flexibel gestalten kann.

Bei all denen, wo ich jetzt das Interesse geweckt habe, empfehle ich die Kontaktaufnahme.

Besprecht am besten alles weitere mit Jean. Er wird Euch sicherlich erklären, ob eine solche Führung etwas für Euch ist.

Ich persönlich finde es halt toll, dass er eine Führung in deutscher Sprache ermöglicht, die die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Er hatte auch die Gelegenheit mit verschiedenen Veteranen direkt zu sprechen. Deren Erzählungen lässt er natürlich in seine Führung mit einfließen.

Ein besonderes Schmankerl kann man dann auch noch bei ihm buchen. Die Fahrt auf einem nachgebauten kleinen normannischen Drachenboot an der Normandieküste entlang.

Das näher zu besprechen, fehlte dann aber die Zeit. Aber so etwas finde ich natürlich auch sehr spannend. Mal auf den Spuren Wilhelms der Eroberers zu wandeln hat halt auch etwas. Denn das gehört auch zur Geschichte der Normandie.

Wie gesagt. Alles Nähere besprecht bitte mit Jean.

Garantien und Haftungen kann ich Euch natürlich nicht geben. Ich habe es ja leider nicht selbst erlebt, nur im Trockenkurs erfahren.

Also  meine Bitte. Einfach mit Jean Kontakt aufnehmen und alles weitere mit ihm besprechen.
Das Kontaktformular findet sich auf seiner Seite.



1 Kommentar:

  1. Finde ich klasse, dass soetwas angeboten wird. Ich muss doch dringend mal die Normandie besuchen. Danke für den Tip!

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