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Montag, 15. Juni 2026

Spätmittelalterliches Aufgebot - Die Helmbarte

Heute stelle ich Ihnen die nächste Einheit meines spätmittelalterlichen Heeresaufgebotes vor. Die Figuren sollen städtische Aufgebote repräsentieren. Jede einzelne Abteilung (eine Base) wird deshalb von einem Ritter/Patrizier angeführt, und bewaffnet sind die Fußknechte mit einer Helmbarte (Hellebarde).


Nun ist es allerdings so, dass die Verbreitung der Nutzung einer Helmbarte in den Regionen Deutschlands um das Jahr 1460 herum unterschiedlich war. Matthias H. Herzer hat in seinem Buch Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter in einem intensiven Quellenstudium nachgewiesen, dass die Verbreitung der Helmbarte in Mittel- und Ostdeutschland sehr gering war. Bei der Untersuchung der thüringischen Harnischregister konnten für 319 Dörfer nur 3 Helmbarten nachgewiesen werden. In Leipzig findet sich die Helmbarte überhaupt nicht.
In einer Heereszugsordnung des Herzogs Wilhelm von Sachsen, im Zusammenhang mit der Hessen-Paderbornischen Fehde, wird die Helmbarte aber wiederum genannt (S. 235 des oben zitierten Buches).
In dieser Region ist die Verbreitung des Spießes wesentlich stärker, was zum einen natürlich auf Kostengründe, zum anderen aber auch auf entsprechende Taktiken zurückzuführen ist. Der Spieß konnte als Hauptwaffe neben einer Pavese viel besser geführt werden, und diente somit als taktisches Element.
Im Süden und Südwesten des Reiches war die Verwendung der Helmbarte häufiger. Die Literatur geht hier von einem Verhältnis von 4:1, 3:1 aus (Spieß : Helmbarte). Auch in der Arsenalliste der Stadt Nürnberg aus dem Jahr 1462 sind 123 „gute Helmbarten“ und 175 „altfränkische Helmbarten“ aufgelistet. Dazu noch diverse Varianten der Mordäxte, die jetzt zwar keine Helmbarten sind, aber, auch wenn kürzer und mit einem Hammerende an der einen Seite, der Helmbarte eher gleichen als einem Spieß. Insgesamt sind in der Inventarliste 943 Mordäxte unterschiedlichen Typs aufgelistet (S. 150 f). Spieße mit langen Eisen sind zwar nur 22 mal aufgeführt, dafür waren aber 21.000 Spießschäfte im Arsenal, und für „alte Spieße und beschlagene Drieschel (eiserne Flegel)“ wird ein Wort verwendet, um die Anzahl zu beschreiben: „Viele“. Man sieht, dass der Spieß hier als Massenprodukt gesehen wurde, während die Helmbarte schon eine Spezialwaffe darstellte.








Leider gibt es keine genauen Informationen für Mainz. Wie ich ja in meinen vorherigen Berichten erklärt habe, ist meine Truppe an Mainzer Einheiten in der Mainzer Stiftsfehde angelehnt.
Hier nochmals die entsprechenden BLOG- Einträge:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Vielleicht würde eine intensive Quellenrecherche hier noch etwas an den Tag bringen, aber generell heißt es, dass die Mainzer Inventarlisten beim Sturm auf Mainz am 28. Oktober 1462 vernichtet wurden. Nach dieser Erstürmung wurden zwar wieder Listen geführt, nur ist es so, dass sich der Charakter der Stadt Mainz geändert hatte. Vor der Eroberung der Stadt war Mainz eine freie Reichsstadt, mit entsprechenden Rechten, Privilegien, aber auch Pflichten. Nach der Eroberung wurden die Rechte der Bürgerschaft eingeschränkt. Der Erzbischof kassierte den Freiheitsbrief ein. Mainz wurde zu einer erzbischöflichen Landstadt herabgestuft. Die Kontrolle über die Stadtbefestigung, die Tore und die dort stationierten schweren Waffen ging direkt an den erzbischöflichen Stadtpräfekten (Vizedom) über. Ein unabhängiges, städtisches Aufgebot existierte schlichtweg nicht mehr. Auch vertrieb Adolf II. rund 400 bis 800 wohlhabende Bürger und Patrizier, was natürlich auch Auswirkungen auf die Wehrhaftigkeit hatte. Ihr gesamtes Eigentum – darunter wertvolle Rüstungen, Pferde, Schwerter und Armbrüste – wurden eingezogen und an treue Gefolgsleute des Erzbischofs verteilt
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Heeresfolge über die Zünfte organisiert, die nunmehr in der Stadt verboten waren.  Adolf II. löste die Zünfte als politische und militärische Einheiten komplett auf. Er verbot den Bürgern jede eigenständige militärische Organisation. An ihre Stelle traten rein religiös und wirtschaftlich ausgerichtete Bruderschaften, die keinerlei politisches oder wehrhaftes Mitspracherecht mehr besaßen.
Das heißt, wir haben definitiv nach der Mainzer Stiftsfehde eine andere Struktur in der Stadt.









Eine historische Quelle beschreibt den Moment der Neuordnung.
„„Da hieß der edle Fürst, Graf Adolf, alle Bürger, jung und alt, zusammenfordern auf den Dietmarkt. Da sie nun alle kamen mit großer Furcht, ward ihnen verkündet durch den Kanzler, dass sie all ihr Wehr und Waffen, Spieße, Büchsen und Armbrüste ablegen und vor den Fürsten werfen sollten. Wer dem zuwiderhandele, dem solle es an den Hals gehen.
Darnach ward ein großes Buch aufgeschlagen und wurden die Namen der Zunftmeister und Vornehmsten verlesen. Mehr denn vierhundert der besten Bürger, die dem Fürsten widerstanden hatten, wurden sogleich der Stadt verwiesen und mussten beim Eid schwören, nimmermehr ohne Erlaubnis zurückzukehren. Ihr Hab und Gut und alle Harnische wurden den Soldaten zu eigen gegeben.“
Wie hoch jetzt die prozentualen Anteile der einzelnen Waffen am Gesamtbestand waren, lässt sich leider nicht beantworten.
Da es sich bei meiner Wargaming Truppe aber um eine fiktive, und nicht um eine quellenbasierte, Streitmacht handelt, habe ich mich eben für diese Form der Bewaffnung entschieden.
Die Helmbarte musste unbedingt dabei sein, und ich denke der Look gibt dann irgendwie auch meiner Entscheidung recht.
 
Today I present the next unit of my late medieval army contingent. The figures are intended to represent urban levies. Each unit (a base) is therefore led by a knight/patrician, and the foot soldiers are armed with a halberd.
However, the use of the halberd varied across the regions of Germany around the year 1460. Matthias H. Herzer, in his book *Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter* (Military Obligations and Military Service in the Late Middle Ages), demonstrated through intensive source research that the use of the halberd was very limited in Central and Eastern Germany. An examination of Thuringian armor registers revealed only three halberds among 319 villages. The halberd is not found at all in Leipzig.
However, the halberd is mentioned again in a military order issued by Duke William of Saxony in connection with the Hessian-Paderborn Feud (p. 235 of the aforementioned book).
In this region, the pike was much more prevalent, due in part to cost considerations, but also to specific tactics. The pike, as a primary weapon alongside a pavise, was far more effective in its use and thus served as a tactical element.
In the south and southwest of the empire, the use of the halberd was more common. Literature suggests a ratio of 4:1 to 3:1 (pike to halberd). The Nuremberg city arsenal inventory from 1462 lists 123 "good halberds" and 175 "old Franconian halberds." It also includes various types of poleaxes, which, while not technically halberds, resembled the halberd more than a pike, even though they were shorter and had a hammer end on one side. In total, the inventory lists 943 poleaxes of different types (pp. 150-151). While pikes with long iron shafts are listed only 22 times, the arsenal contained 21,000 pike shafts, and the word "many" is used to describe the quantity of "old pikes and iron flails." This shows that the pike was considered a mass-produced item, whereas the halberd was already a specialized weapon.
Unfortunately, there is no precise information for Mainz. As I explained in my previous reports, my unit is based on Mainz units during the Mainz Diocesan Feud.
Here again are the corresponding blog entries:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Lieblingsmini der Woche - Fahnengruppe Mainzer Stiftsfehde
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Wehrpflichten und Heerfolge im Spätmittelalter - Matthias H. Herzer
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen
Perhaps intensive source research would reveal something more, but generally, it is said that the Mainz inventory lists were destroyed during the storming of Mainz on October 28, 1462. After this storming, lists were indeed kept again, but the character of the city of Mainz had changed. Before the conquest, Mainz was a free imperial city with corresponding rights, privileges, but also obligations. After the conquest, the rights of the citizenry were restricted. The archbishop revoked the charter of liberties. Mainz was downgraded to an archiepiscopal provincial town. Control over the city fortifications, the gates, and the heavy weapons stationed there passed directly to the archbishop's city prefect (vice-dom). An independent, municipal militia simply ceased to exist. Adolf II also expelled approximately 400 to 800 wealthy citizens and patricians, which naturally impacted the city's military strength. All their property—including valuable armor, horses, swords, and crossbows—was confiscated and distributed among the archbishop's loyal followers.
Until this point, military service had been organized through the guilds, which were now banned in the city. Adolf II completely dissolved the guilds as political and military entities. He forbade citizens from forming any independent military organization. In their place arose purely religious and economic brotherhoods, which no longer possessed any political or military say.
This means that we definitely have a different structure in the city after the Mainz Diocesan Feud.
A historical source describes the moment of reorganization.
"Then the noble Prince, Count Adolf, summoned all citizens, young and old, to the Dietmarkt. As they all came with great fear, the chancellor announced to them that they should lay down all their weapons and arms—pikes, rifles, and crossbows—and throw them before the Prince. Anyone who disobeyed would face execution.
Afterward, a large book was opened, and the names of the guild masters and leading citizens were read out. More than four hundred of the best citizens who had resisted the Prince were immediately banished from the city and had to swear an oath never to return without permission. Their possessions and all their armor were confiscated by the soldiers."
Therefore, it is impossible to determine what percentage of the total number of weapons were.
Since my wargaming force is fictional and not based on historical sources, I chose the form of weaponry accordingly.
The halberd was a must-have, and I think the look justifies my decision.

 

 

 

 

Sonntag, 12. April 2026

Rheingauer Gebück - Rheingauer Schützen

Heute gibt es ein paar Bilder meiner spätmittelalterlichen Schützen. Ein Trupp Armbrustschützen, zwei Einheiten Plänkler mit Feuerrohren. Diese Schützen wurden sowohl in spätmittelalterlichen Gefechten und Schlachten, sowie bei Belagerungen und Fehden eingesetzt.
Ich denke, dass Sie sehr schön einen Teil der Truppen repräsentieren können, die bei den Angriffen auf das Rheingauer Gebück in den Jahren 1461 und 1462 eingesetzt wurden.



Ich hatte das Rheingauer Gebück schon einmal kurz in meinem Bericht über die Frankfurter Landwehr erwähnt.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Frankfurter Landwehr - Eine spätmittelalterliche Befestigungslinie
Heute möchte ich etwas genauer auf dieses eingehen.
Das Rheingauer Gebück war eine etwa 35–40 km lange Landwehr aus dicht verflochtenen Bäumen und Sträuchern, die den Rheingau mehrere Jahrhunderte lang schützte. Entstanden im späten 11. Jahrhundert schützte es die Region im Grunde bis 1771.
Das Gebück verlief von Walluf über den Taunuskamm bis Lorchhausen am Rhein.
Rheingauer Gebück: Quelle Wikipedia gemeinfrei


Während der Rhein die Region nach Süden und Westen schützte, übernahm das Gebück diese Schutzfunktion hauptsächlich an der offenen Nord- und Ostseite.
Das Gebück selbst hatte die Funktion einer Landwehr. Es bestand aus einer künstlich geformten Hecke vor allem aus Hainbuchen, die in etwas 2 Meter Höhe gekappt wurden. Die neuen Triebe wurden nach unten gebogen („gebückt“) und miteinander verflochten. Zwischen den Ästen wuchsen Dornensträucher wie Brombeeren oder Schwarzdorn. So entstand ein bis zu 50–100 m breiter, praktisch undurchdringlicher Pflanzenwall.


Nur wenige bewachte Tore und Bollwerke erlaubten das Durchqueren. Die umliegenden Gemeinden mussten diese Anlagen im Ernstfall verteidigen.
Mapper Schanze: Quelle Wikipedia - gemeinfrei


Hinter der Linie verlief der sogenannte Rennweg, der schnelle Verstärkungen der Linie erlaubte, je nachdem wo es zu einem Angriff kam.
Teile dieses Gebücks kann man sich heute an einem entsprechenden Wanderweg (Rheingauer Gebück-Wanderweg) erwandern.
Rheingauer Gebück-Wanderweg – Wikipedia
Im Wald bei Oestrich-Winkel findet sich übrigens noch ein Rest eines Tor Bollwerks, die sogenannte Mapper Schanze.
Erst im Dreißigjährigen Krieg (1631) gelang es schwedischen Truppen, das Gebück zu durchbrechen.
Mit dem Aufkommen moderner Artillerie verlor die natürliche Verteidigung ihren militärischen Nutzen. Deshalb ließ der Mainzer Erzbischof das Gebück im Jahr 1771 aufgeben und größtenteils roden.
Der Angriff von 1461 auf das Rheingauer Gebück steht im Zusammenhang mit einem größeren regionalen Krieg: der Mainzer Stiftsfehde (1461–1463). Dabei ging es um den Machtkampf um das Erzstift Mainz.
Im Jahr 1459 unterlag Adolf von Nassau Diether von Isenburg bei der Wahl als Mainzer Erzbischof abgesetzt. Als Diether bei der Dursetzung eigener Interessen in Gegnerschaft zum Papst und dem deutschen Kaiser Friedrich III. kam, setzte der Papst Diether ab, und ernannte den Rivalen Adolf von Nassau zum Erzbischof.
Diether akzeptierte das nicht und sammelte Verbündete, so – nach einer anfänglich noch vorhandenen Gegnerschaft zwischen der Pfalz und Kurmainz – Friedrich von der Pfalz, die Stadt Mainz, Graf Philipp von Katzenelnbogen, Ludwig von Isenburg, Landgraf Heinrich III. von Oberhessen und die Grafen von Leiningen.
Die wichtigsten Verbündeten Adolfs waren der Papst Pius II., Kaiser Friedrich III., Johann II. von Baden (Erzbischof von Trier), Johannes II. Nix von Hoheneck (Bischof von Speyer), Georg von Metz (Bischof von Metz) - der Bruder des Markgrafen Karl I. von Baden - , Karl I. (Markgraf von Baden), Ulrich V. von Württemberg („der Vielgeliebte“) und Ludwig II. (Landgraf von Niederhessen).
Obwohl die Stadt Mainz hinter Diether stand, schloss sich die Mehrheit des Mainzer Domkapitels an Adolf an. Das Erzstift Mainz war somit politisch gespalten.
Der Rheingau war politisch wichtig, weil er Adolf von Nassau unterstützte und damit ein strategisches Gebiet des Gegners darstellte. Im Dezember 1461 rückten die Truppen Diethers von Isenburg in Richtung Rheingau vor. Ihr Ziel war es in den Rheingau einzudringen, die Region zu besetzen und Adolf von Nassau wirtschaftlich und militärisch zu schwächen.






Der naheliegendste Zugang lag bei Walluf – dort trafen sie auf das Rheingauer Gebück. Warum gerade bei Walluf? Das Gebück begann hier am Wallufbach und zog dann in die Taunushöhen hinein. Dieser Bereich war besonders wichtig, weil hier mehrere Straßen aus dem Raum Wiesbaden in den Rheingau führten. Zudem war das Gelände am Wallufbach relativ flach. Mehrere Gebück-Tore und Bollwerke zur Straßenkontrolle waren an dieser Stelle errichtet, und potentielle Angreifer hatten diese wohl als Angriffspunkt eher ins Auge gefasst, als die dichten Hecken.
Die Angreifer versuchten, durch die Heckenbefestigung zu brechen. Der Angriff scheiterte allerdings komplett. Die Truppen konnten das Gebück nicht überwinden.
Chroniken berichten sogar, dass Diether die Anlage danach persönlich besichtigte und sie praktisch für uneinnehmbar hielt.
Im März 1462 versuchten Diether und seine Verbündeten noch einmal, das Gebück zu durchbrechen. Wieder erfolglos – und diesmal gab es zahlreiche Tote unter den Angreifern.
Der Pfalzgraf soll anschließend schlechtes Wetter für das Scheitern verantwortlich gemacht haben.
Man sieht, dass das Gebück durchaus seine Funktion zu diesem Zeitpunkt erfüllte, und nicht nur das: Der Angriff ist ein Beweis dafür, dass eine „biologische Festung“ im Mittelalter tatsächlich militärisch funktionieren konnte
Wie kann man sich einen solchen Angriff nun genauer vorstellen?
Das Heer von Diether von Isenburg marschierte aus dem Raum Mainz/Wiesbaden Richtung Rheingau.
Dabei ergaben sich folgende Probleme für den Angreifer. Die Hügel waren damals fast unbewaldet. Die Verteidiger konnten die Angreifer schon von weitem sehen. Damit ging der Überraschungseffekt verloren.
Nachdem der Heerzug das Gebück erreicht hatte lag vor ihm eine 50–100 m breite Heckenbarriere mit verflochtenen Hainbuchen und Dornensträucher, zusätzlich Wall und Graben an gefährdeten Stellen.
Für Reiterheere war das eine Katastrophe. Pferde konnten hier nicht durchbrechen.
Die Angreifer hatten somit theoretisch nur vier Möglichkeiten:
1. Durchhacken
Holzfäller / Soldaten mit Äxten
Problem: dauerte lange und Verteidiger schossen aus Bollwerken.
2. Abbrennen
Feuer an die Hecke legen
Problem: frisches Holz brennt schlecht, besonders im Winter.
3. Tor stürmen
Angriff auf ein Bollwerk oder Tor
Problem: stark befestigt und verteidigt.
4. Umgehen
Im Gebirge einen schwachen Punkt suchen
Problem: schwierig wegen Patrouillen und Gelände.
Wie eingangs erwähnt, scheiterte der Versuch des Angriffs. Die verteidigenden Rheingauer hatten den Vorteil der erhöhten Position, sie hatten die Kernpunkte besetzt, und konnten Verstärkungen über den Rennweg heranführen.
Die Rheingauer Verteidiger, aber auch die Angreifer, können ähnlich ausgesehen haben, wie meine Miniaturen im Bild. Deshalb waren sie heute Aufhänger für diese kurze Geschichte.





 
Today I have some pictures of my late medieval long range fighters. A squad of crossbowmen and two units of skirmishers with firearms. These troops were used in late medieval skirmishes and battles, as well as in sieges and feuds.
I think they nicely represent a portion of the units deployed in the attacks on the Rheingau hedge in 1461 and 1462.
I briefly mentioned the Rheingau hedge in my report on the Frankfurt Landwehr.
 
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Frankfurter Landwehr - Eine spätmittelalterliche Befestigungslinie
Today I would like to discuss this in more detail.
The Rheingau hedge was a roughly 35–40 km long defensive earthwork made of densely interwoven trees and shrubs that protected the Rheingau region for several centuries. Originating in the late 11th century, it essentially protected the region until 1771.
The „Gebück“ stretched from Walluf across the Taunus ridge to Lorchhausen on the Rhine.
While the Rhine protected the region to the south and west, the „Gebück“ primarily fulfilled this protective function on the open northern and eastern sides.
The „Gebück“ itself functioned as a defensive earthwork. It consisted of an artificially shaped hedge, mainly made of hornbeams, which were cut back to a height of approximately 2 meters. The new shoots were bent downwards ("bending"=“bücken“, old german word. „Gebück“ is the noun) and interwoven. Thorny shrubs such as blackberries or blackthorn grew between the branches. This created a virtually impenetrable hedgerow, up to 50–100 meters wide.
Only a few guarded gates and bastions allowed passage. The surrounding communities were responsible for defending these fortifications in case of emergency.
Behind the line ran the so-called „Rennweg“ (raceway), which allowed for rapid reinforcement of the line, depending on the location of an attack.
Parts of this defensive earthwork can be explored today on a dedicated hiking trail (Rheingau Hedgerow Trail).
Rheingauer Gebück-Wanderweg – Wikipedia
Incidentally, a remnant of a gate fortification, the so-called Mapper Schanze, can still be found in the forest near Oestrich-Winkel.
It wasn't until the Thirty Years' War (1631) that Swedish troops succeeded in breaching the hedgerow.
With the advent of modern artillery, the natural defense lost its military value. Therefore, in 1771, the Archbishop of Mainz ordered the hedgerow abandoned and largely cleared.
The 1461 attack on the Rheingau Hedgerow was connected to a larger regional war: the Mainz Diocesan Feud (1461–1463). This conflict centered on the power struggle for the Archbishopric of Mainz.
In 1459, Adolf of Nassau was deposed by Diether von Isenburg in the election for Archbishop of Mainz. When Diether, in pursuing his own interests, came into conflict with the Pope and the German Emperor Frederick III, the pope deposed Diether and appointed his rival Adolf of Nassau as archbishop.
Diether did not accept this and gathered allies, including—following an initial antagonism between the Palatinate and the Electorate of Mainz—Frederick of the Palatinate, the city of Mainz, Count Philip of Katzenelnbogen, Louis of Isenburg, Landgrave Henry III of Upper Hesse, and the Counts of Leiningen.
Adolf's most important allies were Pope Pius II, Emperor Frederick III, John II of Baden (Archbishop of Trier), John II Nix von Hoheneck (Bishop of Speyer), George of Metz (Bishop of Metz)—brother of Margrave Charles I of Baden—, Charles I (Margrave of Baden), Ulrich V of Württemberg ("the Beloved"), and Louis II (Landgrave of Lower Hesse). Although the city of Mainz supported Diether, the majority of the Mainz Cathedral Chapter sided with Adolf. The Archbishopric of Mainz was thus politically divided.
The Rheingau was politically important because it supported Adolf of Nassau and therefore represented a strategic territory for the enemy. In December 1461, Diether of Isenburg's troops advanced toward the Rheingau. Their goal was to invade the Rheingau, occupy the region, and weaken Adolf of Nassau economically and militarily.
The most obvious point of entry was near Walluf – there they encountered the Rheingau hedge. Why Walluf in particular? The hedge began here at the Wallufbach stream and then extended into the Taunus hills. This area was especially important because several roads from the Wiesbaden area led into the Rheingau from here. Furthermore, the terrain along the Wallufbach was relatively flat. Several gates and bastions for road control had been erected at this location, and potential attackers likely considered these as points of attack rather than the dense hedges.
The attackers attempted to break through the hedge fortifications. However, the attack failed completely. The troops could not overcome the hedge.
Chronicles even report that Diether personally inspected the fortification afterward and considered it practically impregnable.
In March 1462, Diether and his allies made another attempt to break through the hedge. Another unsuccessful attempt – and this time there were numerous fatalities among the attackers.
The Count Palatine is said to have subsequently blamed bad weather for the failure.
This shows that the hedgerow was indeed fulfilling its function at that time, and not only that: The attack is proof that a "biological fortress" could actually function militarily in the Middle Ages.
How can one imagine such an attack in more detail?
Diether von Isenburg's army marched from the Mainz/Wiesbaden area towards the Rheingau.
The attackers encountered the following problems. The hills were almost treeless at that time. The defenders could see the attackers from afar. This eliminated the element of surprise.
Once the army reached the hedgerow, it faced a 50–100 m wide barrier of intertwined hornbeams and thorn bushes, in addition to a rampart and ditch at vulnerable points.
For cavalry, this was a disaster. Horses could not break through.
The attackers theoretically had only four options:
1. Cutting through
lumberjacks/soldiers with axes
Problem: took a long time, and defenders fired from fortifications.
2. Burning
Setting fire to the hedgerow
Problem: fresh wood burns poorly, especially in winter.
3. Storming the gate
Attacking a fortification or gate
Problem: heavily fortified and defended.
4. Outflanking
Finding a weak point in the mountains
Problem: difficult due to patrols and terrain.
As mentioned at the beginning, the attempted attack failed. The defending Rheingauers had the advantage of their elevated position; they had occupied the key points and could bring up reinforcements via the „Rennweg“.
The Rheingau defenders, as well as the attackers, may have looked similar to my miniatures in the picture. That's why they were the inspiration for this short story.

Sonntag, 28. Dezember 2025

Lion Rampant - The messenger refight

Natürlich führte uns auch unser letztes Spiel im Jahr 2025 auf die Schlachtfelder des Mittelalters.
Wir testeten erneut das Szenario aus dem November des Jahres. Allerdings diesmal mit vertauschten Rollen, und anderen Armeen.


Dieses Mal sollte ich den Messenger von der nordwestlichen Spielfeldecke in den Südwesten bringen.

Sven konterte mit seinen Mongolen.

Seine Reiter standen im Nordwesten, während Bogenschützen und Plänkler den Exit-Point im Südwesten deckten.


Ich hatte von Anfang an einen Plan. Möglichst schnell in den Südwesten galoppieren, flankiert von meinen schnellen Plänklern.



Zunächst einmal zogen wir die Einheiten nach vorne, wobei ich die Aktivierungswürfe meiner Bogenschützen schon einmal zu Beginn versiebte.













Dafür galoppierte derweil der Rittertrupp mit dem Messenger nach vorne, schön flankiert von den Plänklern.


Sven zog seine Schützen leicht nach vorne in Deckung, während sich seine Reiter mittig vorwärtsbewegten.




Also entschied ich mich dazu meinen zweiten Rittertrupp diesen Einheiten entgegen zu schicken, während der erste Reitertrupp sich zum Ziel bewegen sollte.


So sah die Annäherung aus der Vogelperspektive aus.

Meine Bogenschützen bewegten sich übrigens weiterhin keinen Millimeter von der Stelle.

Ich beschloss nun meinen zweiten Reitertrupp an die Flanke von Svens Schützen zu führen.

Meine Plänkler disponierte ich um, weil sich die Bogenschützen ja nicht bewegten, und sie sollten in einem der Bauernhöfe in Deckung gehen und Flankenfeuer auf die heranpreschenden Mongolenreiter geben.
Dann beschoss Sven meinen ersten Rittertrupp und ich hatte einen Verlust zu verkraften.




Außerdem zog er einen seiner Reitertrupps näher an das Geschehen heran.


Ganz am äußersten Spielfeldrand gelang es mir dann doch noch eine Bogenschützeneinheit zu aktivieren. Allerdings hinkte die dann doch schon sehr dem Spielgeschehen hinterher.

Zwischen meinen Plänklern und Svens berittenen Bogenschützen begann nun der Fernkampf.



Mein zweiter Rittertrupp sah sich dann mit Svens schweren Reitern konfrontiert. Er hatte hier die Frontlücke ideal zugemacht. Egal dachte ich, auf in den Nahkampf.
Ich verlor einen, Sven zwei Reiter. Als Folge musste er sich zurückziehen.






Im Grunde machte dies aber nichts. Denn Sven hatte im vorherigen Zug begonnen, eine Falle zu stellen.
Hier in diesem Bild sieht man, wie er seine Reiter an den Bogenschützen vorbei, in die Nähe meines ersten Rittertrupps brachte.

Meine Ritter wurden daraufhin zu einem Wild Charge Move gezwungen. Da der Angriff in direkter Linie erfolgen muss, stürmten die natürlich in schwieriges Gelände und hatten auch sofort einen Verlust.


Ich versuchte mit meinen Plänklern und meinem zweiten Rittertrupp zu kontern.

Egal wie. Der erste Rittertrupp lag jetzt unter heftigem Beschuss von drei Einheiten und schmolz zusehends dahin.




Mein zweiter Rittertrupp versuchte nochmal zu ihm durchzudringen. Die schweren Reiter Svens wurden geschlagen. Immerhin.


Auch im Nordwesten konnten meine Plänkler die Mongolenreiter zurückweisen und ihnen Verluste beibringen.

Aber es nützte nichts. Als der Messenger dann getroffen, und als letzter Mann des ersten Rittertrupps vom Feld genommen wurde, war das Spiel zu Ende.


Das Spiel war sehr schnell entschieden worden. Weil ich meine Bogenschützen nicht aktivieren konnte, spielten diese im gesamten Spielverlauf keine Rolle.
Deren Rolle, nämlich meinen rechten Flügel zu decken, mussten daraufhin die Plänkler übernehmen. Auch meinen zweiten Rittertrupp musste ich dadurch zentraler einsetzen, als ursprünglich geplant.
Dummerweise fehlte mir dadurch ein effektiver Schutz für meinen ersten Rittertrupp, dem sich der Messenger angeschlossen hatte.
Der verkümmerte dann ziemlich einsam am unteren Spielfeldrand.
Taktisch hatte Sven seine Truppen ideal geführt. Er schaffte es die entsprechenden Schwerpunkte zu setzen, und lockte somit meine Ritter auch in die alles entscheidende Falle.
Das letzte Spiel des Jahres endete also mit meiner schon gewohnten Niederlage. Zum Glück hatte ich ja im letzten Spiel gewonnen, sonst wäre die Spielbilanz in diesem Jahr wirklich katastrophal gewesen.
Da mich solche Niederlagen aber nicht schocken, freue ich mich schon auf unsere Partien im nächsten Jahr.
 
Ich wünsche meinen Lesern einen Guten Rutsch ins Neue Jahr, und wir sehen uns wieder an dieser Stelle in 2026.
 
 
Of course, our last game of 2025 also took us to the battlefields of the Middle Ages.
We retested the scenario from November of that year. However, this time with roles reversed and different armies.
This time, I was to move the messenger from the northwest corner of the board to the southwest.
Sven countered with his Mongols.
His cavalry was positioned in the northwest, while archers and skirmishers covered the exit point in the southwest.
I had a plan from the start: to gallop to the southwest as quickly as possible, flanked by my fast skirmishers.
First, we moved the units forward, though I immediately failed my archers' activation rolls.
Meanwhile, the knight squad galloped forward with the messenger, nicely flanked by the skirmishers.
Sven moved his archers slightly forward into cover, while his cavalry advanced in the center.
So I decided to send my second unit of knights towards these enemies, while my first unit of knights moved towards the objective.
This is what the approach looked like from a bird's-eye view.
My archers, by the way, still hadn't moved an inch.
I then decided to lead my second knight unit to the flank of Sven's archers.
I redeployed my skirmishers, since the archers weren't moving, and they were to take cover in one of the farms and flank the charging Mongol cavalry.
Then Sven opened fire on my first knight unit, and I suffered a loss.
He also moved one of his cavalry squads closer to the action.
Right at the edge of the battlefield, I finally managed to activate an archer unit. However, they were already lagging far behind the rest of the game.
The ranged combat between my skirmishers and Sven's mounted archers now began.
My second squad of knights then found themselves facing Sven's heavy cavalry. He had perfectly closed the gap in our front. Never mind, I thought, let's get into close combat.
I lost one knight, Sven lost two. As a result, he had to retreat.
But this didn't really matter. Because in the previous turn, Sven had started to set a trap.
In this image, you can see how he brought his cavalry past the archers and into the vicinity of my first squad of knights.
My knights were then forced into a Wild Charge move. Since the attack had to be in a direct line, they naturally charged into difficult terrain and immediately suffered a loss.
I tried to counter with my skirmishers and my second squad of knights.
No matter what. The first squad of knights was now under heavy fire from three units and was visibly dwindling.
My second squad of knights tried again to break through to them. Sven's heavy cavalry was defeated. At least that much.
Even in the northwest, my skirmishers managed to repel the Mongol cavalry and inflict losses on them.
But it was all for naught. When the Messenger was finally hit and taken off the field as the last man of the first squad of knights, the game was over.
The game was decided very quickly. Because I couldn't activate my archers, they played no role at all during the entire game.
Their role, namely covering my right wing, then had to be taken over by the skirmishers. As a result, I also had to deploy my second squad of knights more centrally than originally planned.
Unfortunately, this left me without effective protection for my first squad of knights, which the Messenger had joined.
He then languished rather forlornly at the bottom of the battlefield.
Tactically, Sven had led his troops perfectly. He managed to set the right priorities and thus lured my knights into the decisive trap.
So the last game of the year ended with my now customary defeat. Luckily, I won the game a month before; otherwise, my game record this year would have been truly disastrous.
Since such defeats don't faze me, I'm already looking forward to our matches next year.
 
I wish my readers a Happy New Year, and I hope to see you all again here in 2026.