Sonntag, 11. Juni 2017

Blüchertage 2017 Kaub am Rhein - Soldaten, Handwerker und Stadtvolk

"Toujours en avant"

Today I would like to introduce you a few pictures and films from the "Blüchertage 2017" in Kaub am Rhein.
This event is dedicated to the Rhine crossing of Marschall Blücher from 1813/14.
The smallest town in Rhineland Palatinate (860 inhabitants) awaits its guests here. There are a historical market, various performances, and, of course, various reenactment groups on the spot.
I personally know a few members of the 8ième Regiment D'Infanterie de Ligne and I have visited the guys. Of course, Frank and Arndt were there with their troops.
A show at the Pfalzgrafenstein castle, an artillery shooting from the banks of the Rhine, marches and exercisings were shown.
An all-round successful event.
In the village there is also a museum, dedicated to Marshall Blücher. I have also visited this, but will present it to you in a separate report.
Have fun with the report and the pictures.


Im Juni ist es für mich ja normal, dass mein Hirn langsam damit beginnt den allbekannten Trommelschlag musikalisch aufzunehmen.
Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam.
Das ist echt lustig, vor allem wenn nach ein paar Tagen dann noch die Pfeifer einsetzen.
Ti-TiTiTi-TiTi–RiTiTiTiTi …
Na und irgendwann kommt dann noch ein lautes…
VIVE L’EMPEREUR aus vielstimmigen Kehlen dazu, ja und dann wird das Ganze noch mit Musketenschüssen und Artilleriefeuer untermalt.
Herrlich.
Quasi eine echte, ganz spezielle Symphonie.
Der Pas de charge.
Meine ganz besondere Junimusik, die dann immer um den 18. herum Ihren dramatischen Höhepunkt erlebt.
Wie bei einer richtig guten schweren Wagneroper.
Leider wird diese Symphonie dann nach dem 18. von einer Symphonie in tiefstem Moll abgelöst. Schade eigentlich.
Ich frage mich immer warum?
Na egal.
Wird schon seinen Grund haben.
Ich kenne den auch.
ABER ICH ERWÄHNE IHN NICHT. NEIN. ICH ERWÄHNE IHN NICHT.
„ISCH KENNE KEIN ALESCHIA!!!!!“ (Asterix und Obelix. Der Arvernerschild)
VIVE L’EMPEREUR
Dank meines sehr gut informierten Newsdogs und Sammlerfreunds Thomas Mischak hatte ich einen Tipp bekommen, dass die Trommeln dieses Jahr pünktlich am 3 Juni und zwar das ganze Pfingstwochenende über schlagen würden.
(Thomas arbeitet nicht nur bei der Post, NEIN er IST die Post. Thomas hat irgendwie ALLE Newsletter des Internets und ALLE Flyerbroschüren ALLER historischen Interessenverbände quasi weltweit abonniert. Von ihm gibt es immer wieder einfach klasse Tipps. Danke dafür Thomas.)
Wo?
In gerade mal 40 km Entfernung. In Kaub am Rhein.

Die Blüchertage 2017 wurden dort begangen. Ein buntes Treiben mit Marktständen, diversen Darbietungen und natürlich mit Beteiligung verschiedener Reenactmenttruppen.
Na und dieses Jahr hatten wir tatsächlich noch nichts am Pfingstfest vor, und so beschloss ich dem Ruf der Trommeln zu folgen. Soll ja auch gut sein, sich seinen Obsessionen und Verrücktheiten zu stellen.
Verstärkt wurde mein Entschluss dadurch, dass Thomas mir mitteilte, es wären auch zwei Sammlerfreunde vor Ort. Nämlich Frank und Arndt, die beide einer französischen – WAS AUCH SONST !!!!!!!!!!!!! – Reenactergruppe des 8ième Régiment d’Infanterie de  Ligne angehören.
Na spätestens da wusste ich dann auch, dass es auf jeden Fall auch rumsen würden. Wo die zwei sind, da wird dann auch gekämpft und geballert. Nicht umsonst hat das 8. Regiment den Wahlspruch Toujours en Avant. Sowas verpflichtet.
„Immer vorwärts.“ Da geht was.
Außerdem…
Pulverschwaden über dem Rhein.
Hatte ich so auch noch nicht gesehen.
Um das Ganze dann auch noch stylisch zu machen, wählte ich natürlich die Anreise von meinem Wohnort kommend, über den Hunsrück und die sogenannte Blücherstraße.
Wenn schon, dann nehmen wir auch die historische Route.
Zwischen Bacharach und Oberwesel liegt dann die Anlegestelle der Rheinfähre, fast genau an der Stelle, wo der alte Blücher auch mit seinen Truppen in der Silvesternacht am 31.12.1813 damit begann über den Rhein zu gehen, um in meine Heimat, das linksrheinische Frankreich – VIVE L’EMPEREUR – einzufallen.
An diese Ereigniss erinnert noch heute der Blüchergedenkstein, der hier dann später von den siegreichen Preußen aufgestellt wurde.


Der historische Rheinübergang war nicht so angenehm wie der heutige. Außerdem war er deutlich kälter.
Die Truppen hatten Pontonbrücke zunächst zur Burg Pfalzgrafenstein – hier im Bild von der Fähre aus gesehen – und von dort zum Festland geschlagen. An dieser Stelle setzte dann Blüchers Schlesische Armee mit den Korps Yorck und Langeron über.
Zeitgleich setzten die beiden anderen Korps der Schlesischen Armee in der Nähe von Koblenz (Korps St. Priest) und in Mannheim (Korps Sacken) über den Rhein.
Natürlich schafften die Preußen es den Rheinübergang bei Kaub in den Mittelpunkt der Ereignisse zu stellen, weil hier das einzige preußische Korps der Schlesischen Armee an der Überquerung des Flusses beteiligt war.






Die Rheinüberquerung war quasi der Auftakt zu dem dann siegreichen 1814er Feldzug, der letztendlich zur Kapitulation und Absetzung des Kaisers – VIVE L’EMPEREUR – führte.
Pah.
Dachte ich.
Pah.
Frank und Arndt werden das richten. Heute gewinnen die Franzosen.
Mit einem Anflug von Lächeln ging ich dann auch an Braunschweigern vorbei, die bereits an der Anlegestelle Aufstellung genommen hatten.
Auch die Preußen, die da zu sehen waren, störten mich nicht wirklich.
Pah. Wenn Ihr wüsstet, dachte ich. Frank und Arndt kriegen Euch.
Für ein gutes Spiel braucht man halt auch eine Auswärtsmannschaft.
Klar, wer für mich die Auswärtsmannschaft ist.
Logisch.
Alles was nicht Frankreich ist.
Egal, was der Herr Blücher da denkt.



(Le Marechal toujours en avant, ähhh, Marschall Vorwärts meine ich)










Ti-TiTiTi-TiTi–RiTiTiTiTi …
machte mein Hirn.
Ach zu den Braunschweigern.
Ja. Wir sind hier bei einer kleinen napoleonischen Veranstaltung. Da dürfen alle mitspielen. Sogar Engländer und deren Verbündete, wenn es nicht anders geht.
Immerhin braucht man ja eine Auswärtsmannschaft, die verliert.
VIVE L’EMPEREUR
Aber auch Marines der Garde – VIVE L’EMPEREUR – konnte ich erspähen, und das Regiment des geliebten Bruders meines Kaisers - VIVE L’EMPEREUR  - Joseph Napoleon aus Spanien.
Herrlich. Hier bin ich richtig, dachte ich.





Na und plötzlich hörte ich sie.
Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam.
Schauer liefen mir über den Rücken, und dann sah ich sie.
Weitere Franzosen un deren Verbündete.





VIVE L’EMPEREUR
Und ich sah ihn. Frank. Mit seinen Jungs. Und Frank lehnte da einfach an ner Säule.
Ich erinnerte mich an meine Lehre bei Feldwebel Najewitz und brüllte erst einmal – unter dem Blick völlig verwirrt schauender anderer Teilnehmer –
„Herberger. Was soll denn das!?! Nehmen Sie mal Haltung an!!!“
Na und Frank kann Haltung annehmen.
Keine Frage.


Wir konnten dann auch noch ein paar Takte miteinander quatschen, bevor Frank, Arndt, Thorsten und die anderen Jungs, die da in der Nähe waren, in die Schlacht mussten.













Da hatte ich doch tatsächlich den richtigen Zeitpunkt gewählt. Die Jungs setzten jetzt erst einmal über, na und ich nutzte die Zeit um mal zu schauen, was aus dem kleinen Blüchermuseum geworden war, das ich das letzte Mal in den 90er Jahren besucht hatte.















Aber drüber werde ich separat berichten. Sie müssen sich noch ein klein wenig gedulden.

Auf meinem Weg zum Museum bin ich dann noch an vielen Marktständen und historisch gewandeten Personen vorbeigekommen.







Handwerker und ihre Frauen, edle Damen, eine Märchenoma, einen Schmied,aber auch Preußen, ganz viele Preußen, konnte ich entdecken.





Ja sogar meinen fachkundigen Führer von meiner Exkursion nach Pfaffenheck, wo es um das Kriegsende im Hunsrück ging - hier der Link zum Bericht http://thrifles.blogspot.de/2015/09/kriegsende-im-hunsruck-1945-das-gefecht.html  - konnte ich entdecken.
Leider auch er, ein Mann den ich seit dieser Exkursion sehr schätze, irre geleitet in der Uniform der preußischen Landwehr.
Pah.
VIVE L'EMPEREUR







Im Innenhof des Blüchermuseums konnte ich dann noch dem Abmarsch eines belgischen Regiments beiwohnen, das sich hier gesammelt hatte.
Auch die Belgier mussten zur Schlacht.
Was würden die Engländer ohne ihre Verbündeten machen.
NICHTS.
Rein gar NICHTS.
Pah.










Nach dem Besuch des Museums ging ich dann zurück zum Rheinufer und schaute mir das Spektakel der Reenacter an.
Auf der Pfalz wurde gekämpft.





Vom Ufer aus schossen russische Artilleristen.









Aber so sehr sie sich auch anstrengten.
Die Franzosen mussten am Ende einfach gewinnen.
(Ich geh jetzt einfach mal davon aus ;-)).
VIVE L’EMPEREUR
Zum Abschluss konnte ich dann noch den Heimmarsch und die Verabschiedung der verschiedenen Reenacter erleben.
Die Preußen auf dem Marktplatz.







Artilleristen bei Ihren Kanonen.






Ein Lazarett, um die Verwundeten zu versorgen.



Und natürlich die stylischen Quartiere der Franzosen.
VIVE L'EMPEREUR



Frank, Arndt und die anderen waren schon erschöpft.



Denn in der prallen Sonne im Musketenrauch zu stehen, ist tatsächlich anstrengend.
Dennoch hatten sie bei der Verabschiedung, einige Sekunden vorher noch perfekt im Glied gestanden. So gehört sich das für echte Franzosen.
VIVE L'EMPEREUR









Na und ich musste den Jungs schon zustimmen, dass sie wohl das schönste Gebäude ihr Lager nennen konnten. Altes Gemäuer. Vor Regen und Gewitter geschützt. Viel besser, als die doch eher anfälligen Zelte.









Na und eine Gruppe, die am Uniformrock sogar das Kreuz der Ehrenlegion tragen darf, die, ja die, hat sich ein solches Quartier auch verdient.
VIVE L'EMPEREUR, dem 8ième Régiment d’Infanterie de Ligne



Mir hat das Ganze wirklich Spaß gemacht und ich kann nur jedem empfehlen, sich diese nette Veranstaltung einmal anzusehen. Einfach mit einem Besuch am Rhein verbinden, und man hat das berühmte Rundum Sorglos Programm.


Zum Abschluss noch ein kräftiges VIVE L’EMPEREUR an ALLE Teilnehmer.
Auch an die Auswärtsmannschaft.
Man braucht ja einen zum Mitspielen, sonst wäre es ja langweilig.
Klar.
Ich bin ja nicht so.
Sie können ja nichts dafür, dass sie sich für das Reenacten der falschen Seite entschieden haben.
Das will ich jetzt einfach mal annehmen, dass diese Entscheidung nicht bewusst war.
Jeder kann sich ja mal irren.
Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam Taram-Tam
Ti-TiTiTi-TiTi–RiTiTiTiTi
VIVE L’EMPEREUR



Mittwoch, 7. Juni 2017

Schlacht um Midway - Heute vor 75 Jahren

Es muss ein trauriger Anblick an diesem Morgen des 7. Juni 1942, heute vor 75 Jahren gewesen sein, als das große Schiff sich zum letzten mal aufbäumte, um doch schlussendlich in den Fluten zu versinken.
Der Untergang markierte das Ende einer Schlacht, die am 4. Juni begonnen hatte, und über drei Tage heftig ausgefochten wurde.
Es war ein Kampf zwischen Meer und Himmel. Zwischen Flugzeugen und Schiffen.




Der Untergang der Yorktown, wie auch die Versenkung des japanischen Kreuzers Mikuma, war der Schlussakkord dieses Kampfes.



Dem untergehenden Flugzeugträger USSYorktown (CV 5) standen vier japanische Flugzeugträger gegenüber, die in den Tagen zuvor in die Fluten herabgefahren waren. Bombardiert, torpediert, zerfetzt in einer gnadenlosen Seeschlacht.
Es waren die Soryu, die Kaga, die Akagi und die Hiryu.
1100 Mann, 2016 Mann, 2019 Mann und 1103 Mann Besatzung.
Über 2000 Besatzungsmitglieder dieser vier Schiffe kamen ums Leben. Versanken im Pazifik.
Midway war der entscheidende Schlag im Pazifik.
Nach Midway war das Kräfteverhältnis zunächst wieder hergestellt.
Nach Midway reagierte Japan nur noch.
Das Agieren übernahmen jetzt die Amerikaner.
Es gibt Stimmen, die sagen, dass es für Amerika egal gewesen wäre, wie Midway ausging. Selbst der Verlust aller amerikanischer Flugzeugträger wäre durch die Rüstungsstärke der USA sehr schnell ausgeglichen worden. Es ist Tatsache, dass das amerikanische Flottenprogramm zu einem immensen Ausstoß an Schiffen führte. Auch eine neue Yorktown lief vom Stapel, diesmal als CV 10 ein Flugzeugträger der Essex Klasse.
Rein unter den Gesichtspunkten von Rüstung und wirtschaftlicher Effizienz stimme ich der oben zitierten Aussage zu. Ja, Amerika hätte die Macht und die tatsächlichen Möglichkeiten gehabt, all diese Verluste auszugleichen.
Aber, was wäre mit den moralischen Aspekten? Was wäre gewesen, wenn nach der Attacke auf die amerikanische Schlachtschiffflotte in Pearl Harbor, jetzt noch ein verheerender Angriff auf die amerikanische Trägerflotte erfolgreich verlaufen wäre?
Was hätte die amerikanische Öffentlichkeit gesagt, wenn diese Nachricht verkündet worden wäre?
Was die amerikanische Führung?
Nach dem Verlust der Admiral Graf Spee und der Bismarck hatte Deutschland seine Großkampfschiffe quasi „versteckt“. Selbst das totalitäre Regime mit seinem riesigen Propagandaapparat scheute hier die Wirkung auf die Öffentlichkeit.
Was es für Amerika bedeutet hätte, ist letztendlich egal.
Denn die Schlacht war ein amerikanischer Sieg, und Japan war schwer angeschlagen, wenn auch nicht vernichtet.
Letzteren Eindruck erhält man schon irgendwie, wenn man sich den amerikanischen Kriegsfilm „Die Schlacht um Midway“ aus dem Jahr 1976 ansieht.

Aber dennoch. Wer ihn nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt ansehen. Der Film ist im gleichen Stil gedreht, wie die Klassiker der 60er und 70er Jahre „Der längste Tag“, „Tora, Tora, Tora“ „Die Schlacht um Arnheim“. Der Zuschauer wird also erst über die Vorgeschichte informiert, der Plan wird dargestellt und dann geht es in die Schlacht.
Ich gebe ja zu, dass ich Fan dieses Hollywood „Dokumentarstils“ bin, und dass ich mir diese Filme immer wieder einmal anschaue. Trotz aller Schwächen, denn nicht alle Aspekte der entsprechenden Schlachten werden historisch korrekt dargestellt, sind sie immer wieder Inspiration und regen einen dazu an, sich näher mit den Ereignissen zu befassen.
Die Schlacht bei Midway vom 4. Juni 1942 bis zum 7. Juni 1942 war nicht die erste Trägerschlacht, die sich Japan und die USA lieferten.
Vom 7. bis 8. Mai tobte bei den Salomonen die Schlacht im Korallenmeer, wie sie dann später tituliert wurde. Dieser Schlacht wird für ewig der Titel der ersten Trägerschlacht der Geschichte zugesprochen werden. Sie wird heute als unentschieden bewertet.
Auf amerikanischer Seite ging die Lexington, ein Schwesterschiff der Yorktown unter, dazu noch ein Zerstörer und ein Tanker. Die Yorktown wurde schwer beschädigt.
Auf japanischer Seite wurde die Shoho versenkt, somit der erste Flugzeugträger, der im Pazifik unterging. Auch bei den Japanern kam es zum Verlust eines Zerstörers und einer schweren Beschädigung des Flugzeugträgers Shokaku.





Die schwer angeschlagene Yorktown war aus dieser Schlacht nach Pearl Harbor zurückgekehrt, und wurde hier in Rekordzeit in Stand gesetzt. Erste Besichtigungen der Schäden hatten zur Aussage geführt, dass das Schiff frühestens erst wieder in drei Monaten einsatzbereit wäre. Dies konnte nicht akzeptiert werden.
So kam es, dass insgesamt 1400 Werftarbeiter den Auftrag bekamen, sich an der Reparatur des Schiffes zu beteiligen. Die Yorktown wurde in kürzester Zeit in Stand gesetzt und konnte schon am 30. Mai wieder zu den anderen Trägern der Pazifikflotte auslaufen.
Hier ein Bericht mit tollen Bildern des beschädigten Flugzeugträgers:

http://www.defensemedianetwork.com/stories/youve-got-three-days-repairing-the-yorktown-after-coral-sea/

„...more patched than repaired but fit enough to fight“ so beschreibt der oben zitierte Bericht treffend den Zustand des Flugzeugträgers.
Egal wie. Die Beschädigungen aus der Schlacht im Korallenmeer waren nicht die Ursache für den Verlust bei Midway. Dies hatte andere Gründe.
Die Yorktwon schloss sich den beiden anderen Trägern der Pazifikflotte, der USS Enterprise und der  USS Hornet an. Diese drei Träger bildeten dann auch das Rückgrat der amerikanischen Flotte in der Schlacht bei Midway.
Ein paar Bemerkungen zum Terminus der Trägerschlacht:
Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei einer Trägerschlacht um eine Seeschlacht, die weniger zwischen einzelnen Schiffen, sondern vielmehr zwischen den auf diesen Schiffen stationierten Flugzeugen stattfindet.

Im ersten Schritt sollen die feindlichen Flugzeugträger entdeckt werden. Danach erfolgt der Angriff, der idealerweise in dem Moment stattfindet, wo die Flugzeuge der feindlichen Flotte noch auf Deck sind, bzw. gerade zum Wiederauftanken auf dem Deck stehen. Ist dies der Fall kann man somit mit einem Schlag die feindlichen Flugzeuge ausschalten. Gleichzeitig wird natürlich auch der Flugzeugträger des Gegners durch diesen Angriff penetriert, und im Idealfall führt dies zu seiner Ausschaltung, im  besten Fall Versenkung.
Die gegnerischen Schiffe sehen sich dabei im Normalfall gar nicht. Flugzeugträger operieren außerhalb der Geschützreichweiten der gegnerischen Flotte. Kreuzer, leichte Kreuzer und Zerstörer dienen zum Schutz der Trägerflotte und unterstützen die Träger in der Luftabwehr.
Versteht man dieses Grundprinzip, dann erkennt man auch, dass die Schlacht von Midway tatsächlich so etwas wie die „Mutter aller Trägerschlachten“ war.
Geheimdienstliche Erkenntnisse hatten den Code der Japaner entschlüsselt, so dass die amerikanischen Träger wussten, in welche Richtung sich die japanische Flotte bewegte. Eben nach Midway, im japanischen Code als AF tituliert.
Spannend ist die Entschlüsselung dieses Codes. Die Funkaufklärung vermutetete, dass sich hinter dem Kürzel AF Midway versteckte. Um dies endgültig zu verifizieren wurde die amerikanische Station auf der Insel Midway angewiesen einen Funkspruch im Klartext abzusetzen, dass die Destillationsanlage defekt sei, und dass in Folge dessen das Wasser knapp werden würde. Der von den Amerikanern daraufhin abgefangene Funkverkehr an die japanischen Schiffe enthielt eine entscheidende Nachricht: Dass auf AF das Wasser knapp werde !!
Bingo. Die Falle hatte zugeschnappt.
Auch das Angriffsdatum konnte später noch abgefangen werden.
Der japanische Plan sah die Einnahme dieser kleinen Inseln und die Errichtung eines Luftwaffenstützpunktes vor. Das eigentliche Ziel war aber, die amerikanische Flotte an diese Stelle zu locken, und sie entscheidend zu schlagen. Gleichzeitig sollte ein Ablenkungsangriff auf die Aleuten stattfinden.
Admiral Yamamoto Isoruku hatte die Vernichtung der verbliebenen US-Flotte – insbesondere ihrer Flugzeugträger – zur höchsten Priorität erklärt.
Am 3. Juni sichteten amerikanische Fernaufklärer Flugboote vom Typ Catalina PBY –5/-5a Teile der japanischen Flotte.
Die Trägerflotte selbst wurde am Morgen des 4. Juni entdeckt. Die Japaner schickten die ersten 100 Flugzeuge gegen die Insel. Von dort stiegen Jäger zur Abwehr auf, und Bomber mit dem Ziel auf die japanischen Träger.


Dieser erste Angriff der Amerikaner auf die japanische Flotte war desaströs. 5 von 6 Avenger Sturzkampfbombern wurden abgeschossen. Ebenfalls die Hälfte der eingesetzten B 26 Bomber, die auf Midway stationiert waren.
Die nachfolgende Welle von 16 SBD Sturzkampfbombern (8 abgeschossen), von 11 Vindicator Bobern (3 abgeschossen) und B 17 Bombern führte auch zu keinem Erfolg.
Daraufhin griffen die Staffeln der amerikanischen Flugzeugträger ein. Der Angriff der Torpedobomber scheiterte. Allerdings hatte deren Angriff die japanischen Abfangjäger gebunden, und so konnten jetzt die Sturzkampfbomber der Amerikaner erfolgreich angreifen. Die japanischen Träger Akagi, Kaga und Sōryū  konnten schwer getroffen werden.
Soryu und Kaga sanken in den Folgestunden, die Akagi musste aufgegeben, und am anderen Tag von eigenen Zerstörern versenkt werden.


Somit blieb auf japanischer Seite nur noch die Hiryu übrig. Deren Flieger konnten starten und flogen gegen die Yorktown. Bombentreffer und später noch Torpedotreffer beschädigten das Schiff sehr schwer und machten es bewegungsunfähig. Dennoch gelang es noch Flugzeuge zu starten, die dann im Verband mit Fliegern der Enterprise die Hiryu gegen 17:00 ausschalten konnten.


Am 5. Juni um 02:55 befahl Yamamoto den Abbruch der Schlacht.
Dennoch war die Schlacht noch nicht zu Ende, wenn auch entschieden.
Die Yorktwon wurde am 6. Juni vom japanischen U-Boot I- 168 torpediert und schwer getroffen.


Die Amerikaner lagen zu diesem Zeitpunkt mit dem Zerstörer Hammann längsseits, um Reparaturarbeiten auszuführen. Auch er erhielt einen Treffer und sank innerhalb von Minuten.
Dieser Angriff war so schwer, dass das Schiff wie bereits eingangs erwähnt am 7. Juni sank.
Der Untergang der Yorktown markiert somit quasi das Ende der Schlacht, obwohl die entscheidenden Operationen bereits am 4. Juni erfolgten und hier dann auch die Entscheidung bereits herbeigeführt hatten.









Leider werde ich es heute nicht mehr schaffen mit meinen Axis & Allies. War at Sea Schiffchen das ganze nachzuspielen.
Aber der BLOG ist ja auch dazu da, immer wieder ein paar Spielberichte zu liefern, na und ich denke, da wird noch etwas kommen.



It must have been a sad sight on this morning of June 7, 1942, 75 years ago, when the big ship reeled for the last time to finally sink into the floods.
The sinking marked the end of a battle that had begun on the 4th of June, and was fiercely fought for three days.
It was a struggle between the sea and the sky. Between aircraft and ships.
The sinking of the Yorktown, as well as the sinking of the Japanese cruiser Mikuma, was the final chord of this fighting.
The USSYorktown (CV 5), was preceded by four Japanese aircraft carriers who had descended into the floods the previous days. Bombarded, torpedoed, torn in a merciless naval battle.
They were the Soryu, the Kaga, the Akagi and the Hiryu.
1100 man, 2016 man, 2019 man and 1103 man in the crew.
Over 2000 crew members of these four ships were killed. Drowned in the Pacific.
Midway was the decisive blow in the Pacific.
After Midway a balance of power was restored.
But after Midway Japan responded only.
The action now took over the Americans.
There are voices saying that the otcome of the battlet would not matter to America. Even the loss of all American aircraft carriers would have been compensated very quickly by the armaments strength of the US. It is a fact that the American fleet program led to a huge output of ships. Also a new Yorktown ran from the pile, this time as CV 10 an Essex class carrier.
Purely from the standpoint of armaments and economic efficiency, I agree with the statement cited above. Yes, America would have had the power and the real possibilities to offset all these losses.
But, what about the moral aspects? What would have happened if a devastating attack on the American carrier fleet had been successful after the attack on the American battlefield fleet in Pearl Harbor?
What would the American public have said if this news had been announced?
What the American leadership?
After the loss of the Admiral Graf Spee and the Bismarck, Germany had almost "hidden" its main combat ships. Even the totalitarian regime, with its huge propaganda apparatus, shunned the public.
What it meant for America is ultimately no matter.
For the battle was an American victory, and Japan was severely beaten, if not destroyed.
The latter impression is already somehow obtained if one looks at the American war film "The Battle of Midway" from the year 1976.
But still. If you do not know the film, you should lgive him a try. The film is shot in the same style as the classics of the 60s and 70s "The longest day", "Tora, Tora, Tora" "The Battle of Arnhem". The viewer is informed about the prehistory, the plan is displayed and then the battle begins.
I admit that I am a fan of this Hollywood "documentary style" and that I look at these films again and again. Despite all the weaknesses, because not all aspects of the respective battles are portrayed historically correct, they are always inspiration and stimulate one to deal more closely with the events.
The Battle of Midway from June 4, 1942, to June 7, 1942, was not the first carrier battle that Japan between the USA.
From 7th to 8th May, at the Solomon Islands, the battle in the Coral Sea, as it was later called, was fought.
This battle will held forever the title of the first carrier battle of history. It is considered as a draw.
On the American side, the Lexington, a sister ship of the Yorktown underneath, sunk, also a destroyer and a tanker. The Yorktown was badly damaged.
On the Japanese side, the Shoho was sunk, making the first aircraft carrier to sink in the Pacific. The Japanese also suffered a loss of a destroyer and a serious damage to the aircraft carrier Shokaku.
The hard-hit Yorktown had returned from this battle to Pearl Harbor, and was set up here in record time. First inspections of the damage had led to the statement that the ship would not be ready for use until three months later. This could not be accepted.
As a result, a total of 1,400 dock workers were commissioned to participate in the repair of the ship. The Yorktown was put up in the shortest possible time and was able to sail to the other carriers of the Pacific fleet as early as May 30th.
Here is a report with great pictures of the damaged aircraft carrier:

http://www.defensemedianetwork.com/stories/youve-got-three-days-repairing-the-yorktown-after-coral-sea/

"... more patched than repaired but fit enough to fight", cited in the above article, aptly describes the condition of the aircraft carrier.
No matter how. The damage from the battle in the Coral Sea was not the cause of the loss at Midway. This had different reasons.
The Yorktwon joined the two other carriers of the Pacific Fleet, the USS Enterprise and the USS Hornet. These three carriers then formed the backbone of the American fleet in the Battle of Midway.
A few remarks to carrier battles:
Simply a carrier battle is a naval battle that takes place less between individual ships, but rather between the planes on these ships.
In the first step the enemy aircraft carriers are to be discovered. Afterwards, the attack takes place, which usually takes place at the moment the aircraft of the enemy fleet are still on the deck, or are just on the deck for re-fueling. If this is the case, you can turn off enemy planes at once. At the same time, of course, the aircraft carrier of the enemy is also penetrated by this attack, and ideally, this leads to its elimination, in the best case sinking.
The enemy ships do not see themselves in the normal case at all. Aircraft carriers operate outside the gun range of the enemy fleet. Cruisers, light cruisers and destroyers are used to protect the carrier fleet and support the carriers in air defense.
If one understands this basic principle, then one also recognizes that the Battle of Midway was indeed something like the "mother of all carrier baattles".
Intelligence had deciphered the code of the Japanese, so the American carriers knew in which direction the Japanese fleet moved. According to Midway, in the Japanese code called AF.
Exciting is the decoding of this code. Intelligence suggested that Midway was the correct isle behind the code AF. In order to finally verify this, the American station on the island of Midway was instructed to make a radio call in the clear text that the distillation plant was defective, and that the water would become scarce as a result. The radio traffic intercepted by the Americans on the Japanese ships contained a decisive message: That the water would be short on AF!
Bingo. The trap had snapped.
The attack date could also be intercepted later.
The Japanese plan foresees the capture of these small islands and the establishment of an air force base. The real aim, however, was to lure the American fleet to this place, and to strike them decisively. At the same time, a distraction attack on the Aleutians should take place.
Admiral Yamamoto Isoruku had declared the destruction of the remaining US fleet, especially its aircraft carriers, to the highest priority.
On June 3, American long-distance reconnaissance aircraft of the type Catalina PBY -5 / -5a detected parts of the Japanese fleet.
The carrier fleet itself was discovered on the morning of the 4th of June. The Japanese sent the first 100 aircraft against the island. From there fighters rose to the defense, and bombers with the aim to the Japanese carrier.
This first American attack on the Japanese fleet was disastrous. 5 of 6 Avenger bombers were shot down. Also half of the B 26 bombers deployed on Midway.
The following wave of 16 SBD bombers (8 shot), 11 Vindicator bombers (3 shot down) and B 17 bombers also failed.
The American aircraft carriers began to intervene. The attack of the torpedobombers failed. However, their attack had bound the Japanese fighters, and so now the American bombers could successfully attack. The Japanese carriers Akagi, Kaga and Sōryū could be hit hard.
Soryu and Kaga sank in the endurance, the Akagi had to be given up, and the other day to be sunk by their own destroyers.
Thus on the Japanese side only the Hiryu remained. Their fliers could start and fly against the Yorktown. Bomb hits and later torpedoes hit the ship very hard and made it motionless. However, it was still possible to launch airplanes, which were then able to switch off the Hiryu at around 17:00.
On June 5 at 2:55, Yamamoto ordered to cancel the battle.
Yet the battle had not yet come to an end, but it was decided.
The Yorktwon was torpedoed and heavily hit by the Japanese submarine I-168 on June 6th. The Americans were at this time with the destroyer Hammann at the side of the ship to carry out repairs. The destroyer also got a hit and sank within minutes.
This attack was so heavy that the ship sank on the 7th of June as mentioned earlier.
The sinking of the Yorktown marks virtually the end of the battle, although the decisive operations had already taken place on the 4th of June, and the decision had already been made here.
Unfortunately, today I cannot refight the battle with my Axis & Allies. Was at Sea ships.
But the BLOG is also there to provide a few game reports, and I think there will be something else in the future.

Montag, 5. Juni 2017

Sechstagekrieg - Fate of a Nation vor 50 Jahren

Der 5. Juni 1967 jährt sich nun zum  50. Mal, und somit auch der Beginn des sogenannten Sechstagekriegs.
Durch die andauernde Aktualität des Nahostkonfliktes ist es allerdings so, dass die israelisch-arabischen Kriege bei vielen nicht als Geschichte gewertet werden, sondern immer noch im Buchregal unter Zeitgeschichte/Politik zu finden sind; und dies obwohl der Konflikt nun schon eine Generationsspanne zurückliegt.
Diese andauernde Aktualität hat dann aber auch zur Folge, dass viele Wargamer diese Ereignisse links liegen lassen, weil sie ja viel zu modern sind.
Aktuelle Ereignisse zu spielen, gilt tatsächlich in vielen Kreisen als nicht so populär, als grenzwertig, unpassend, ja gar als geschmacklos.
Ich kann solche Beweggründe nachvollziehen, denn Konflikte, die in der eigenen Lebensspanne stattfinden, ja in die man selbst noch als Kombattant oder als betroffene Zivilperson hereingezogen werden könnte, haben definitiv etwas Befremdliches. Gewisse Moralvorstellungen sagen einem da schon, kann und soll man so etwas spielen? Ist hier die Grenze des Wargamings erreicht?
Diese Frage lässt sich nicht klar beantworten. Jeder hat da sicherlich seine ganz spezielle Meinung, die er auch entsprechend begründen kann.
Ich persönlich habe kein Problem damit moderne Konflikte nach 1945 zu spielen. Denn wenn ich die unmoralischen, imperialistischen, menschenverachtenden Vernichtungskriege des ausgehenden 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts bis 1945 „spielen“ kann, dann kann ich mich erst recht auch moderneren Szenarien zuwenden.
Der Großteil der Bevölkerung, die sowieso keine Berührungspunkte zum Tabletop hat, wird sogar einen Schritt weiter gehe, und sagen: Krieg spielen geht gar nicht.
„Wargaming machen Sie? Wie rechtfertigen Sie sich für so etwas?“ (mit einem ähnlichen Satz wurde ein Wargamingkollege einmal während eines Spiels in einem Tabletopladen konfrontiert!)
Das wissen wir, und deshalb stelle ich jetzt auch in meinem Bericht diese moralischen Gesichtspunkte zurück. Das Thema an sich, der Konflikt von Religionen, von Staaten, von extrem divergierenden Gesichtspunkten, ist schon kritisch genug.
Man kann – und wird mir – vielleicht auch die Sichtweise auf diesen Konflikt vorwerfen, die natürlich von meiner Sozialisation in einem westlichen, europäischen Land und dem hier geltenden Geschichtsverständnis geprägt ist. Die arabische und sowjetische – heute russische – Interpretation dieses Konfliktes ist natürlich gänzlich anders.
In den Zeiten des Kalten Krieges ging es immer um zwei Fronten. Bist Du proamerikanisch oder prosowjetisch. Dann warst Du auch irgendwie pro Israel, oder pro arabisch. Schwarz-Weß Denken vom Feinsten.
Pro israelische Sichtweisen bezeichneten den Angriff der Israelis in den früher Morgenstunden des 5. Juni als Präventivschlag.
In der arabischen Sichtweise war es ein Angriffskrieg.
Der Sechstagekrieg, der vom 5. Juni 1967 bis zum 10. Juni 1967 dauerte, war der dritte Arabisch-Israelische Krieg nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 und der Suezkrise.

Kriegsgegner waren Israel auf der einen, Ägypten, Jordanien, Syrien, die PLO im Gazastreifen und arabische Fedajin auf der anderen Seite (Fedajin: Partisanen, Guerillas, Freischärler im deutschen Sprachgebrauch, Freiheitskämpfer/ Volksbefreiungskrieger z.B. in der Terminologie des syrischen Baath-Regimes).
Der Auslöser - nicht der einzige Grund und die Ursache wohlgemerkt – für den Angriff Israels war die Schließung der Straße von Tiran durch den ägyptischen Präsidenten Nasser und die Mobilmachung der ägyptischen Armee, die an die tausend Panzer und ca. 100.000 Soldaten an die Sinaigrenze verlegte. Außerdem zwang Nasser die UNEF, die UNO Truppe, die die Einhaltung des Waffenstillstandes zwischen den verfeindeten Ländern auf der Sinaihalbinsel kontrollieren sollte, am 17. Mai 1967 zum Abzug.
Israel befürchtete, dass in direkter Folge ein Angriff der arabischen Länder erfolgen würde, analog zu den Ereignissen des Jahres 1948.

Nur um es nochmals ausdrücklich zu betonen: Zu diesem Zeitpunkt hatte kein arabisches Land Israel als eigenständigen Staat anerkannt und es gab auch keinen Friedensvertrag zwischen irgendeinem der beteiligten Länder. Eine Vertrauensbasis gab es weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
Die Falken, nicht die Tauben, waren die Meinungsmacher. Der sprichwörtliche Friedensölzweig bereits zu Beginn in den Staub gefallen, und dort auch vergraben.
Militärtaktisch betrachtet gelang den Israelis ein genialer Streich. Die ägyptische Luftwaffe wurde am Morgen des 5. Juni in einem Überraschungscoup fast gänzlich ausgeschaltet. Bomber und Jäger der israelischen Luftwaffe unterflogen den Radar der Ägypter. Kurz vor der Landesgrenze stiegen die Maschinen auf. Die in Alarm versetzten ägyptischen Kampfflieger konnten ihre Maschinen zwar noch starten, aber nicht abheben, denn mit Wärmesensoren ausgestattete Luft-Boden Raketen (Nord-AS 30) fanden so optimal ihr Ziel und schlugen ein. Weitere Bomben zerstörten dann noch die Rollfelder.
Quasi in der Zeit eines Wimpernschlags hatten die Israelis die absolute Lufthoheit über Ägypten und dem Sinai hergestellt. Damit hatten die Israelis schon mehr als die halbe Miete. Die mit sowjetischen Maschinen teilerneuerte ägyptische Luftwaffe hatte 100 tote Piloten und fast 400 moderne zerstörte Flugzeuge.
Ähnliche Luftschläge wurden auch auf die kleineren syrischen und jordanischen Luftwaffen geflogen und führten zu einem ähnlichen Ergebnis.
Somit spielten auch an diesen Fronten die Flugzeuge der arabischen Saaten im weiteren Kriegsverlauf keine Rolle mehr.
Die Bodenoffensive wurde zunächst von drei Divisionen der Israelis getragen. Kommandeure waren die Brigadiere Tal, Yoffe und Sharon.  Befehlshaber dieses Kommandos Süd war Brigadier Gavish. 3 weitere Brigaden standen in der Reserve.
Tals Ugda (Division) bestand aus zwei Panzerbrigade unterstützt von der Fallschirmbrigade (abzüglich eines Bataillons, das Sharon angechlossen war). 300 Panzer, 100 Halbkettenfahrzeuge und 50 Geschütze, von diesen vielen als Selbstfahrlafette.
Sharons Ugda bestand aus einer Panzerbrigade, einer Infanteriebrigade, einem Fallschirmbataillon und sechs Artillerieregimentern. 200 Panzer, 100 Halbketten, 100 Geschütze.
Yoffes Ugda bestand aus zwei Panzerbrigaden und einem Btaillon motorisierter Infanterie. 200 Panzer, 100 Halbketten, keine Geschütze.
Der Vorstoß zielte auf den Gazastreifen und die Sinai Halbinsel.
Im Gazastreifen befand sich die 20. Palästina Division. Auf dem Sinai die 2., 3., 6. und 7. Infanteriedivision sowie die 4. Panzerdivision und die 2. Panzerdivision (Verband Shazli) der Ägypter.
Die Infanteriedivisionen bestanden aus je 3 Brigaden, jede Brigade wurde von einem Bataillon T 34 bzw. S-100 unterstützt. Dazu kam noch je ein Bataillon Schmel-Panzerabwehrraketen.
Die 2. Panzerdivision, etwas schwächer als die 4., bestand aus vier Panzer Bataillonen, einer motorisierten Infanteriebrigade , einem Kommandobataillon und drei Artillerie Regimentern.
Die israelischen Verbände durchschnitten die Verteidigung der Ägypter und stießen, nachdem sie die wichtigen Pässe von Mitla und Gidi in einer kombinierten Aktion mit Fallschirmjägern erobert hatten, stetig auf den Suezkanal vor. Die Ägypter zogen sich zurück und die Israelis erreichten am 8. Juni den Kanal.
Einen Tag zuvor begannen auch die Kämpfe um Jerusalem und das Westjordanland. Die Jordanier waren chancenlos.
Nach der Eroberung des Sinai, Gazas, Jerusalems und des Westjordanlandes konnte Israel sich dann auf die syrische Front an den Golanhöhen konzentrieren.
Nach heftigen Kämpfen fielen auch diese wichtigen Höhen an der Nordgrenze Israels.
Nach nur sechs Tagen hatten die Israelis die feindlichen Linien durchbrochen, die Armeen der Gegner zurückgetrieben, deren Luftwaffen gänzlich ausgeschaltet und alle Schlüsselpositionen in ihren Händen.
Am 11. Juni wurde der endgültige Waffenstillstand ratifiziert.
Israel hatte die Sinaihalbinsel (bis zum Friedensvertrag von Camp David 1982), den Gazastreifen (bis 2005) das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die Golanhöhen (bis heute) erobert und nunmehr unter Kontrolle.
Die Khartoum Resolution der arabischen Staaten im August 1967 hatte eine Hauptaussage: „Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels.“
Erst Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre bewegten sich die Konfliktparteien aufeinander zu. Dazwischen gab es noch eine Krieg, den ich aber irgendwann einmal an anderer Stelle besprechen werde.
Soviel zu den geschichtlichen Ereignissen.

Aber was ist jetzt das interessante an dem Konflikt aus Sicht des Wargamers, werden sich jetzt einige Leser fragen.
Ganz einfach: Es ist vor allem der Mix der Fahrzeuge, der den Reiz ausmacht.



In dieser Auseinandersetzung waren noch Fahrzeuge im Einsatz, die bereits im Zweiten Weltkrieg gestanden hatten. Sherman, M3 Halbketten, T 34, SU-100, ISU-152, JS 3 um nur einige zu nennen.
Gleichzeitig gab es aber auch schon die neuesten T 54, T 55, Centurion und Pattonpanzer sowie diverse Varianten französischer AMX Panzer.


Hinzu kommen dann noch die Uniformen. Die Jordanier sahen damals im Grunde aus wie die Briten des Zweiten Weltkriegs, ausgestattet mit moderneren Handfeuerwaffen. Selbst der englische Stahlhelm, Modell Suppenteller, war damals noch in Gebrauch.
Die Uniform der Ägypter kam aus sowjetischer Produktion in sandfarbenen Tönen.
Die Israelis trugen einen Mix aus britischem, amerikanischen, aber auch schon israelischem Material.
Das ist schon irgendwie spannend und sehr reizvoll.



Dies hat auch die Firma Battlefront erkannt und mit dem Regelwerk Fate of a Nation, eine moderne Erweiterung für FoW, den Spieler in die Lage versetzt, diesen Krieg nachzuspielen.
Man kann eine israelische Tank Company, eine Long Range Patrol Company , eine Motorised Infantry Company sowie eine Paratropper Company nebst Unterstützungseinheiten aufstellen.





Auf arabischer (Ägypten/Syrien) Seite: Tank Company, Fortified Company nebst Unterstützungseinheiten.

Für Jordanien: Tank Company, Infantry Company.
Ich kann nur jedem empfehlen sich diese Miniaturen und die Regelerweiterung einmal anzuschauen.
Es lohnt sich.
Wenn der Nahostkonflikt auch ein sehr ernstes und wenig erfreuliches Thema ist, so bietet das Setting einem Wargamer doch genügend Optionen, die es reizvoll machen, auch diesen Krieg einer Simulation zu unterziehen.
Man sollte sich halt nur darüber im klaren sein, dass die Ereignisse dieser wenigen Tage im Sommer 1967, heute vor 50 Jahren, im Grunde immer noch aktuell sind. Der Krieg selbst ist zwar Geschichte, aber die Auswirkungen reichen bis in die heutige Zeit.
Demnächst werde ich über einen weiteren Krieg im Nahen Osten schreiben. Auch hier ein Jahrestag.
Denn morgen jährt sich dann zum 30 Mal der Libanonkrieg von 1982.
Mir persönlich wäre es am liebsten irgendwann einmal etwas über Frieden in dieser Region zu berichten, und ein ganz, ganz kleiner Funke der Hoffnung, dass dieser Tag irgendwann doch kommen kann, ist da immer noch leicht in mir am glimmen.
Aber der Wahnsinn der Menschheit wehrt sich vehement dagegen mir diese Freude zu bereiten.
Schade; und deshalb darf dieser Bericht nur mit einem Satz enden, der so schnell geschrieben, aber nur sehr schwer zu erreichen ist:
שלום Schalom, السلام عليكم as-salāmu ʿalaikum, Friede sei mit Euch.

Literaturtips:
A.J. Barker, Der Sechs-Tage Krieg, München 1981
Chaim Herzog: Kriege um Israel, Frankfurt 1984.
Battlefront, Fate of a Nation, 2014.
MAA 127 The Israeli Army in the Middle East Wars 1948-73, Osprey.
MAA 128 Arab Armies of the Middle East Wars 1948-73, Osprey.



June 5, 1967 marks the 50th anniversary of the so-called Six Day War. Due to the ongoing upheaval of the Middle East conflict, however, it is true that the Israeli-Arab wars are not regarded by many as a history, but are still to be found in the book shelves under contemporary history / politics,
And this despite the fact that the conflict is already a generation span.
However, this ongoing upheaval also has the effect that many wargamers leave these events on the left because they are much too modern. Actual events are actually considered in many circles as not so popular, as bordering, unsuitable, even as tasteless. I can understand such motives, because conflicts, which take place in one's life span, even into which one could still be brought in as a combatant or as an affected civilian, definitely have something strange. Certain moral concepts tell you already, can and should one play such a thing? Is the limit of wargamings reached here?
This question can not be answered clearly. Everyone has certainly his very special opinion, which he can justify accordingly.
Personally, I have no problem playing modern conflicts after 1945. For if I can "play" the immoral, imperialist, despotic extermination wars of the outgoing 19th and especially the 20th century to 1945, then I can also turn to more modern scenarios. The majority of the population, who does not have any touch points to the tabletop anyway, will even go a step further, and say: You should not „play“ war at all.
 "Wargaming? How do you justify that? "(With a similar sentence, a wargaming colleague was confronted once during a game in a tabletop!)
We know this, and that is why, in my report, I now turn these moral points of view back. The subject itself, the conflict of religions, of states, of extremely divergent points of view, is already critical enough. One can, and perhaps will, accuse me of the point of view of this conflict, which is, of course, marked by my socialization in a Western European country and the historical understanding that applies here. The Arab and Soviet - today Russian - interpretation of this conflict is, of course, entirely different.
In the days of the Cold War there were always two fronts. Are you pro-american or pro-soviet. Then you were also somehow pro Israel, or pro Arabic. Black-thinking at its finest.
Pro Israeli views marked the attack of the Israelis in the early morning hours of June 5 as a preventive strike. In the Arab point of view it was an attack war.
The Six-Day War, which lasted from 5 June 1967 to 10 June 1967, was the third Arab-Israeli war after the 1948 war of independence and the Suez crisis. Combatants were Israel on the one hand, Egypt, Jordan, Syria, the PLO in the Gaza Strip, and the Arab Fedayin on the other (Fedayin: partisans, guerrillas in western-language, liberators, freedom fighters, for example, in the terminology of the Syrian Baath regime).
The trigger, not the only reason and cause for the attack on Israel, was the closing of the Strait of Tiran by the Egyptian President Nasser and the mobilization of the Egyptian army, which transferred the thousand tanks and some 100,000 soldiers to the Sinai border.
In addition, on 17 May 1967, Nasser sent away the UNEF, the UNO force, to control the observance of the armistice between the host countries on the Sinai Peninsula. Israel feared that a direct attack would be launched by the Arab countries, analogous to the events of 1948.
Just to emphasize once again: At that time, no Arab country had recognized Israel as an independent state, and there was also no peace treaty between any of the countries involved. There was no trust base either on the one side or on the other. The falcons, not the pigeons, were the opinion makers. The proverbial olive branch of peace had already fallen into the dust at the beginning, and buried there too. From a military tactical point of view, the Israelis succeeded a brilliant stroke. The Egyptian Air Force was almost entirely turned off in the morning of the 5th of June in a surprise coup. Bombers and fighters of the Israeli Air Force were flying from the Mediterranean under the radar of the Egyptians. Shortly before the land border the machines rose. The Egyptian pilots, who were placed in alarm, were still able to launch their aircraft but did not take off, because airborne ground rockets equipped with heat sensors (Nord-AS 30) found their target so optimally. Further bombs then destroyed the runways.
Almost in the time of a blink of the eye, the Israelis had established the absolute air superiority over Egypt and Sinai. Thus the Israelis already had more than half the rent. The Egyptian Air Forceequiped partly with modern soviet equipment, had 100 dead pilots and almost 400 destroyed aircraft.
Similar air strikes were also flown to the smaller Syrian and Jordanian air forces and resulted in a similar result. Thus on these fronts the planes of the Arabian states did not play any role in the course of the war.
The ground offensive was initially carried by three divisions of the Israelis.
Commanders were the Brigadiers Valley, Yoffe and Sharon. The commander of this Commandgroup South was Brigadier Gavish. Three more brigades were in the reserve.
Tals Ugda (division) consisted of two tank brigades, supported by the parachute brigade (minus a battalion, which Sharon had joined). 300 tanks, 100 half-chain vehicles and 50 guns, many of which self-propelled.
Sharon's Ugda consisted of an armored brigade, an infantry brigade, a parachute battalion, and six artillery guards. 200 tanks, 100 half-chains, 100 guns.
Yoffes Ugda consisted of two tank brigades and a batallion motorized infantry. 200 tanks, 100 half-chains, no guns.
The advance was aimed at the Gaza Strip and the Sinai Peninsula.
The 20th Palestine Division was in the Gaza Strip. On the Sinai the 2nd, 3rd, 6th and 7th Infantry Division as well as the 4th Tankdivision and the 2nd Tankdivision (Shazli Force) of the Egyptians.
The infantry divisions consisted of 3 brigades, each brigade being supported by a battalion T 34 and S-100. In addition, there was a battalion of armored infantry missiles.
The 2nd Panzer Division, a little weaker than the 4th, consisted of four tank battalions, a motorized infantry brigade, a command battalion, and three artillery regiments.
The Israeli units cut in the defense of the Egyptians and, after conquering the important passes of Mitla and Gidi in a combined action with parachute troops, steadily pushed onto the Suez Canal. The Egyptians withdrew and the Israelis reached the canal on June 8th.
One day before, the fighting began around Jerusalem and West Jordan. The Jordanians were hopeless.
After the conquest of Sinai, Gaza, Jerusalem and the West Jordan, Israel was then able to concentrate on the Syrian front at the Golan Heights. After fierce fighting, these important heights also fell on the northern border of Israel.
After only six days, the Israelis had broken through the hostile lines, driven back the armies of their opponents, eliminate their air forces, and held all the key positions in their hands.
The final ceasefire was ratified on 11 June. Israel had conquered the Sinai Peninsula (until the peace treaty of Camp David 1982), the Gaza Strip (until 2005) the West Jordan, East Jerusalem and the Golan Heights (to this day).
The Khartoum resolution of the Arab states in August 1967 had a main statement: "No peace with Israel, no negotiations with Israel, no recognition of Israel." It was not until the end of the 1970s, at the beginning of the 1980s, that the conflict parties moved toward each other.
In the meantime, there was still a war, which I would discuss somewhere else.
So much for the historical events.
But some readers will ask, what is now interesting about the conflict from the point of view of the wargamer.
Quite simply: it is above all the mix of the vehicles, which makes the charm.
In this war were still vehicles in use, which had ist first appearance in the Second World War. Sherman, M3 halftracks, T 34, SU-100, ISU-152, JS 3 to name a few.
At the same time, there were also the latest T 54, T 55, Centurion and Patton armor as well as various variants of French AMX tanks.
On top of that there are the uniforms.
The Jordanians at that time basically looked like the British of the Second World War, equipped with modern hand-held weapons. Even the English steel helmet, model soup plate, was still in use.
The uniform of the Egyptians came from Soviet production in sand-colored tones.
The Israelis bore a mix of British, American, and Israeli material.
This is somehow exciting and very charming.
This has also been recognized by the company Battlefront and with Fate of a Nation, a modern extension for FoW, has enabled the player to play this war.
On the side of Israel a Tank Company, a Long Range Patrol Company, a Motorized Infantry Company, a Paratropper Company and support units can be set up.
As Arabic (Egypt / Syria) troops: Tank Company, Fortified Company along with support units.
For Jordan: Tank Company, Infantry Company.
I can only recommend to everyone to have a look at these miniatures and the rule extension. It is worth it .
If the Middle East conflict is also a very serious and unpleasant topic, the setting offers a wargamer enough options for a war simulation.
One should only be aware of the fact that the events of these few days in the summer of 1967, now 50 years ago, are basically still current.
The war itself is history, but the impact reaches to the present time.
I will soon write about another war in the Middle East. Also here a anniversary.
Personally, it would prefer to tell you something about peace in this region at any time. There is  a very small spark of hope deep inside of me, that this day can come somehow, somewhere in the future.
But the madness of humanity defends itself vehemently against this hope that is deep in my heart.
It’s a pity; And therefore this report may end only with a sentence which is so quickly written but difficult to achieve:
שלום Shalom, السلام عليكم as-salāmu 'alaikum, peace be with you.