Sonntag, 26. Juli 2026

Lieblingsmini der Woche - J.F.Cooper "Der Wildtöter" Teil 1

Ich hatte bereits in früheren BLOG Posts auf die Faszination hingewiesen, die mich immer wieder ergreift, wenn ich an die Bücher von James Fenimore Cooper denke.
Hier einmal die Links zu meinen früheren Berichten zu diesem Thema.
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Auch heute möchte ich mich erneut mit diesem Thema beschäftigen.
Aber nicht mit dem berühmtesten Roman der Buchreihe „Der letzte Mohikaner“, sondern mit dem zeitlich ersten der Lederstrumpf Geschichten, nämlich mit dem „Wildtöter“.
Mit diesem Roman beginnt die Geschichte Natty Bumppos, dem Mann der auch mit den Namen „Lederstrumpf“, „Wildtöter“, „Falkenauge“ oder auch „Long Carabine“  in den Romanen und späteren Verfilmungen belegt ist.

Natty befindet sich mit einem weiteren Waldläufer, Henry (Harry) Marsh, auf dem Weg zu Tom Hutter, einem alten Seemann, der inmitten des Glimmerglas Sees – ja den gibt es wirklich - mit seinen beiden Töchtern Judith und Hetty in einem Pfahlbau lebt. Dieser Pfahlbau – die Biberburg - ist nur mit Booten zu erreichen und bietet somit den Bewohnern einen relativen Schutz, denn sich nähernde Feinde sind bereits aus der Ferne wahrzunehmen. Außerdem besitzt Tom Hutter noch die sogenannte Arche, ein größeres Boot in Art eines Hausbootes, in dessen Mitte sich ebenfalls eine Kabine in Form einer befestigten Blockhütte befindet, und mit der er sich auf den See bzw. den aus ihm entspringenden Susquehanna bei Gefahr zurückziehen kann.
Beide Männer haben unterschiedliche Beweggründe für ihre Reise.
Harry, verliebt in Judith, möchte seine Angebetete wiedersehen, und gleichzeitig mit dem alten Tom Hutter über die Jagd reden. Anfänglich geht der Leser davon aus, dass es um Tierfelle geht. Aber schnell wird einem klar, dass die beiden Männer mit einem ganz anderen Gut handeln: Mit den Skalps ermordeter Indianer.





Für den heutigen Leser liest sich die Geschichte somit weit übler, verglichen mit den Zeitgenossen Coopers. Für diese war der Umstand noch bekannt, dass Behörden Kopfgeld für erbeutete Skalps bezahlten, und zwar egal für welche. Ob Skalps von Kriegern, Frauen oder Kinder, alles war Handelsware.  Für uns liest sich das – zum Glück - schockierend.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der moderne Leser sicherlich keine Sympathien für Hutter und Marsh entwickeln kann, egal, was mit ihnen dann im Laufe des Romans passiert.
Natty Bumppos Beweggründe sind andere. Er will sich am See mit seinem Blutsbruder, dem Mohikaner Chingachgook, treffen, um dessen Verlobte Wah-ta!-Wah zu suchen. Beide vermuten, dass diese von einem feindlichen Mingo (=Huronen) Stamm entführt wurde, der sein Lager hier am Glimmerglas See aufgeschlagen haben soll.
Ich möchte jetzt hier an dieser Stelle nicht den ganzen Roman wiedergeben. Am Ende will ihn doch nochmal jemand lesen.
Hier der Link zum entsprechenden Wikipedia Artikel, für die, die sich nur kurz informieren wollen:
Der Wildtöter – Wikipedia
Für uns Wargamer bietet der Roman aber einige Möglichkeiten für verschiedene Szenarien.
Zum einen bietet der See mit der Biberburg und der Arche ein sehr schönes Setting. Die Arche findet sich als Modell auch in einem der diversen Kickstarter von Jens Najewitz.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain


Es gibt verschiedene Kämpfe zwischen den indianischen Kriegern und den Hauptprotagonisten des Romans, und zwar zu Wasser und zu Land. Na und zu guter Letzt kommt sogar noch die britische Infanterie aus Fort Mohawk ins Spiel, die die Indianer angreift, die zu diesem Zeitpunkt Bumppo als Geisel am Marterpfahl sterben lassen wollen.
Wenn man eine solche Geschichte im Kopf hat, dann entdeckt der Wargamer auch irgendwann die Figuren, die er für ein solches Setting nutzen kann.
Na und heute stelle ich Ihnen die beiden Schurken des Romans als Lieblingsfiguren der Woche vor. Harry Marsh und Tom Hutter.
Ich finde die passen richtig gut, zumal die eine Figur, die für mich Hutter darstellen soll, sogar noch eine Bärenfalle in den Händen hält.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE





Somit sehen sie Harry Marsh auf der linken Seite des Bildes. Klassisch in Waldläuferkleidung, mit einer Fransenjacke, Ledergamaschen, bewaffnet mit Muskete, Tomahawk und Messer. Tom Hutter, die Figur mit dem tief ins Gesicht gezogenen Hut, sehen sie mit einem langen grauen Mantel über der Weste, er trägt ebenfalls die typischen Ledergamaschen, und ist mit einer Muskete und der Bärenfalle bewaffnet. Letztere wird wohl leider nicht nur für Bären, sondern auch für die Jagd auf Menschen verwendet.
Ein wirklich unsympathisches Paar, aber die Figuren an sich gefallen mir doch dann sehr.
Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass der Stoff auch verfilmt wurde. Es gibt einen Film mit Lex Barker aus dem Jahr 1957 und die in Deutschland bekannte vierteilige Lederstrumpf Serie aus den 60er Jahren.
Man muss allerdings zu den Filmen sagen, dass sie schon Kinder ihrer Zeit sind, und den heutigen Sehgewohnheiten wirklich nicht mehr entsprechen.
Zu einer Neuverfilmung kam es leider nie, obwohl eine solche tatsächlich Potential hätte.
Wir haben einen wunderbaren Schauplatz, echte Schurken, Gefechte, Intrigen etc. etc. Ich denke da an heutige Filmtechniken. Der See, die Arche im Nebel. Lange Kamerafahrten, um die Landschaft entsprechend einzufangen, aber auch schnelle Action, wenn es zu den Kämpfen kommt. Man könnte Marsh und Hutter wirklich als die Schurken darstellen, die sie auch sind. Auch gäbe es noch eine andere Herausforderung, die in den alten Verfilmungen unberücksichtigt blieb. Da wäre nämlich noch Hetty, die jüngere Tochter Hutters, die in dem Roman als kognitiv beeinträchtigt beschrieben wird. Ihre Behinderung schützt sie dann am Ende sogar im Indianerlager, weil die Indianer ihr eine engere Beziehung zu Manitou, eben aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung, zuschreiben, und sie somit unter ihren Schutz stellen.
Diese Rolle wurde in den alten Verfilmungen natürlich völlig falsch interpretiert. An das Thema Behinderung wäre damals niemand herangegangen. Ich persönlich fände da eine Neuinterpretation wirklich spannend.
Leider bin ich kein Regisseur, also wird es in meinem Fall beim Tabletop bleiben.
Ich muss mal mit Sven reden. Ein Szenario zu diesem Thema müssen wir wirklich einmal spielen.

I've already mentioned in previous blog posts the fascination that always grips me when I think about the books of James Fenimore Cooper.
Here are the links to my previous posts on this topic:
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: Der Lederstrumpf aus der Pfalz - Johann Adam Hartmann aus Edenkoben
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: FIW - The Watchtower
Geschichte als Hobby: Sehen - Lesen - Spielen: French Indian War, AWI - First Warband
Today I'd like to revisit this topic.
But not with the most famous novel in the series, "The Last of the Mohicans," but with the earliest Leatherstocking tale, "The Deerslayer."
This novel begins the story of Natty Bumppo, the man also known as "Leatherstocking," "Deerslayer," "Hawk-eye," or "Long Carabine" in the novels and later film adaptations.
This novel is the first in the series. Natty is traveling with another ranger, Henry (Harry) Marsh, to visit Tom Hutter, an old sailor who lives in a stilt house in the middle of „Glimmerglass Lake“—yes, it really exists, Otsego Lake, New York state—with his two daughters, Judith and Hetty. This stilt house—the Beaver Lodge—is only accessible by boat, thus offering its inhabitants relative protection, as approaching enemies can be detected from afar. Tom Hutter also owns the so-called Ark, a larger boat similar to a houseboat, with a cabin in the middle, resembling a fortified log cabin, which he can use to retreat to the lake or the Susquehanna River that flows from it in case of danger.
Both men have different reasons for their journey.
Harry, in love with Judith, wants to see his beloved again and, at the same time, talk to old Tom Hutter about hunting. Initially, the reader assumes that the conversation revolves around animal pelts. But it quickly becomes clear that the two men are dealing in a very different commodity: the scalps of murdered Native Americans.
For today's reader, the story thus reads far more gruesomely compared to Cooper's contemporaries. For them, it was still common knowledge that authorities paid bounties for captured scalps, regardless of the type. Whether scalps of warriors, women, or children, everything was a commodity. For us, this reads—thankfully—as shocking.
Conversely, this also means that the modern reader certainly cannot develop any sympathy for Hutter and Marsh, no matter what happens to them in the course of the novel.
Natty Bumppo's motives are different. He wants to meet his blood brother, the Mohican Chingachgook, at the lake to search for Chingachgook's fiancée, Wah-ta!-Wah. Both suspect that she has been kidnapped by a hostile Mingo (Huron) tribe, who are said to have set up camp here at Otsego Lake.
I don't want to retell the entire novel here. After all, someone might want to read it again.
Here's the link to the corresponding Wikipedia article for those who just want a quick overview:
The Deerslayer - Wikipedia
For us wargamers, however, the novel offers several possibilities for different scenarios.
For one thing, the lake with the beaver lodge and the ark provides a very nice setting. The ark can also be found as a model in one of Jens Najewitz's various Kickstarter campaigns.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg / Franzosen- und Indianerkrieg / A – 3dprintterrain
There are various battles between the Native American warriors and the novel's main protagonists, both on land and at sea. And finally, the British infantry from Fort Mohawk even enters the site, attacking the Native Americans who, at this point, intend to let Bumppo die as a hostage at the stake.
If you have a story like this in mind, then the wargamer will eventually discover the miniatures they can use for such a setting.
And today I'm introducing you to the two villains from the novel as my favorite characters of the week: Harry Marsh and Tom Hutter.
I think they fit together really well, especially since the figure I believe to be Hutter is even holding a bear trap.
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
French-Indian War Frontiersmen B – Warlord Games EUROPE
So you see Harry Marsh on the left side of the picture. He's dressed in classic ranger attire, with a fringed jacket, leather gaiters, and is armed with a musket, tomahawk, and knife. Tom Hutter, the figure with the hat pulled low over his face, is wearing a long gray coat over his vest, also sporting the typical leather gaiters, and is armed with a musket and the bear trap. The latter, unfortunately, seems to be used not only for bears but also for hunting humans.
A truly unpleasant pair, but I really like the figures themselves.
It's also worth mentioning that the story has been adapted into films. There's a 1957 film starring Lex Barker and the four-part Leatherstocking Tales series from the 1960s, which is well-known in Germany.
It must be said, however, that the films are products of their time and no longer correspond to today's viewing habits.
Unfortunately, a remake never materialized, even though one would have had real potential.
We have a wonderful setting, genuine villains, battles, intrigue, and so on. I'm thinking of modern film techniques. The lake, the ark in the fog. Long tracking shots to capture the landscape, but also fast-paced action when the battles begin. Marsh and Hutter could truly be portrayed as the villains they are. There's also another challenge that was overlooked in the old film adaptations. There's Hetty, Hutter's younger daughter, who is described as cognitively impaired in the novel. Her disability ultimately protects her in the Native American camp because the Native Americans, precisely because of her cognitive impairment, attribute a closer relationship between her and Manitou and thus place her under their protection.
This role was, of course, completely misinterpreted in the old film adaptations. Back then, nobody would have tackled the topic of disability. Personally, I think a reinterpretation of it would be really interesting.
Unfortunately, I'm not a director, so in my case, it'll have to remain tabletop gaming.
I need to talk to Sven about it. We really should play a scenario on this topic sometime.

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