Sonntag, 26. Juli 2020

Städte in Flammen- Games Day 2006


Zurzeit sieht man wieder in den verschiedenen Foren, Newsgruppen und bei Facebook diverse Stadtkampfplatten.
Das liegt daran, das Ende April 2020 das Bolt Action Kampagnenbuch Stalingrad von Warlord Games herausgegeben wurde.
Es scheint mir so, als ob die Marketingstrategie von Warlord Games hier aufgeht.
Man sucht sich das bekannteste Stadtkampf Symbol, quasi die Inkarnation, „die Mutter“ aller Stadtkämpfe.
Dann packt man die entsprechenden Miniaturen zusammen, fertigt Sarissa Ruinen, die man zu gesalzenen Preisen verkauft, und lässt die Newsletter durch die Lande fliegen.
Wie die vielgerühmte russische Dampfwalze stürmen jetzt die Marketingmaßnahmen nach vorne und versuchen den Spieler zu überrollen.
Ich denke diese Strategie wird auch aufgehen.
Bei den meisten.
Bei mir nicht, obwohl ich ja selbst eine thematische WW II Russentruppe habe
Bei mir, stößt das Buch auf Granit, weil ich das Horrorszenario Stalingrad nicht spielen möchte.
Da bin ich tatsächlich zu sehr geprägt.
Stalingrad geht mir zu nahe, vielleicht weil ich selbst noch Überlebende aus diesem Frontabschnitt kennengelernt habe.
Wenn Du deren Geschichten gehört hast, willst du das nicht „spielerisch erleben.“
Viel entspannender, jedenfalls für mich ist es die Truppen des Imperators in den Stadtkampf von Stalgingosje oder sonst was zu führen.
Das ist viel abstrakter, und stört mich jetzt weniger.
Legionen von Cadianischen Kämpfern in eine postindustrielle Metropole zu führen, sie mit irgendwelchen Drop Cases darüber abzuwerfen, sie dann dort ausbluten zu lassen, ist soviel neutraler und als Spieler auch entspannender.
Ach; irgendwie ist es schon schön, dass es 40K gibt.
Ich bleibe lieber bei Games Workshop und deren SciFi Welt, verurteile aber niemanden der dem neuen Kampagnenbuch eine Chance geben will.
Geschmäcker sind da verschieden.
Games Workshop hat sich schon mehrfach des Themas Stadtkampf angenommen.
Bereits 2001 gab es den Codex Straßenkampf (Codex Cityfight), den ich aber selbst nicht gespielt habe und auch nicht kenne.
Ziemlich beeindruckend wurde das Thema dann auf dem Games Day im Jahr 2006 präsentiert.
Damals erschien ein Ergänzungsbuch zur 4. Warhammer 40 K Edition mit dem bezeichnenden Titel „Städte in Flammen.“ (Cities of Death).



Das Buch hatte 80 Seiten, fast die Hälfte im Farbdruck, mit einigem Fluff, und einem entsprechenden Hobbyteil, der sich dem Bau und Bemalung von Gelände und Modellen widmete.
Alleine die Missionen boten schon alles, was das Herz begehrt: Häuserkampf, Gezielter Vorstoß, Säubern und Sichern, Materialschlacht und Gegenangriff.
Hinzu kamen noch diverse Spezialmissionen: Kessel, Schutt und Asche, Entlastungsangriff, Sturmangriff, Einmarsch.
Diese Spezialmissionen waren als Ersatz für die standardisierten Missionen gedacht, und gaben dem Spieler nochmals mehr Möglichkeiten.
Die Straßenkampfarmee orientierte sich aber ausdrücklich an der Armeeliste der 4. Edition.
Es wurde sogar darauf verwiesen, dass Spieler da ihre eigenen gewohnten Armeen nutzen können.
Diese Möglichkeit war aber andererseits auch der Schwachpunkt des Systems.
Der Codex war nichts Eigenständiges.
Im Grunde spielte man 40K mit mehr Gelände, was aber in einer Zeit, wo im Normalfall sich zwei 2500 Punkte Armeen in einer statischen Linie gegenüberstanden und 10 Liter Eimer mit Würfeln immer wieder, und immer wieder, und immer wieder, geworfen wurden, um zu einem Kampfergebnis zu kommen, schon irgendwie einen Fortschritt darstellte.
Empfohlen, jedenfalls in Stufe Alpha und Gamma, war ein 48“x48“ großes Spielfeld, was schon einmal sehr gut war.



Spieler, die sich auf das System einließen und sich Armeelisten bauten, die auch zu einem Stadtkampfszenario passten, konnten auf einem solchen reduzierten GW Spielfeld tatsächlich Spaß haben.
Gar keine Frage.
Das war aber wohl nicht generell der Fall, und folglich erschien im darauffolgenden Jahr der Codex Apokalypse: Gefühlte 5000 Punkte Armeen gegen 5000 Punkte Armeen auf Tischen von Minimum 4 m Breite und 6 m Länge. Hinzu kamen Mülleimer gefüllt mit Würfeln, die man immer wieder, und immer wieder, und immer wieder…
2006 auf dem Games Day war ich allerdings sehr verblüfft über den Marketingaufwand den GW für „Städte in Flammen“ trieb; und zwar aus einem ganz banalen Grund.
Gefühlt war es das erste Mal, das GW einen Codex propagierte, wo man mit weniger Figuren als im Hauptregelbuch in die Schlacht ziehen konnte.
So etwas war und ist dann doch untypisch für den Branchenriesen, denn das Prinzip mehr Minis pro neuen Codex zu verkaufen, scheint doch in der Firmenphilosophie festgemeißelt zu sein.
Nun gut.
Man erhoffte sich vielleicht auch, dass der Spieler die neuen Stadtkampfbausätze – Ruinen, Gebäude, Sperren, Marker etc. etc.- in der Masse kaufen würde.
Zubehöroffensive nennt man so etwas im Handel.
Ob diese Strategie aufging??
Um das gerecht zu bewerten, müsste man die Verkaufszahlen kennen.
Die kenne ich nicht, also lasse ich es lieber.
Ich bleibe bei der Apokalypse Spekulation, die ich oben erwähnt habe.
Egal wie.


Die neuen Bausätze wurden in dem Großdiorama auf dem Games Day, das ich Ihnen hier mit ein paar Bildern zeige, toll in Szene gesetzt, und auch bei mir setzte da eine gehörige Kaufregung ein.
Ich habe sinnlos Geländeteile gekauft, die ich aber später gegen andere sinnlose Geschichten eingetauscht habe.
Sammlerschicksal.
Wir kennen es alle.
Heute ärgere ich mich.
Mittlerweile hat GW mit Killteam  ein echtes Stadtkampfsystem entwickelt, und ich hätte mein 40K Stalingrad ohne Probleme nachbauen können.
Na und jetzt!?!
Jetzt stecke ich im Dilemma.
Bolt Action Stalingrad werde ich nicht spielen.
GW Gelände ist noch teurer als früher.
Zum Basteln habe ich keine Lust.
Aber Stadtkampf wäre schon cool.
Ich höre jetzt auf zu schreiben.
Ich muss nachdenken.





At the moment you can see various cityfight records in the various forums, news groups and on Facebook.
This is because Warlord Games published the Bolt Action campaign book Stalingrad at the end of April 2020.
It seems to me that Warlord Games' marketing strategy works here.
You look for the best-known city struggle symbol, quasi the incarnation, "mother" of all city struggles.
First you pack up the corresponding miniatures. Than you give Sarissa the order to construct ruins that are sold at salted prices. And finally you produce newsletters, newsletters and newsletters.
Like the much-vaunted Russian steamroller, marketing measures are now rushing forward and trying to overrun the player.
I think this strategy will work.
Maybe by most of the players.
Not for me, even though I have a thematic WW II Russian group myself
For me, the book comes across granite because I don't want to play the horror scenario Stalingrad.
I'm actually too much influenced.
Stalingrad is too close to me, perhaps because I have met survivors from this front section myself.
If you have heard their stories, you don't want to "experience it in a playful way."
Much more relaxing, at least for me, is an alternative setting:
Let us lead the Emperor's troops into the city battle of Stalgingosje or whatever.
This is much more abstract, and it doesn't bother me much now.
I like it to lead legions of Cadian fighters into a post-industrial metropolis. Here I want to drop them from the skies. And there they will fight and stand up to the bitter end … – let us scream – “FOOORRRRRRR TTTHHHEEE SAAAAKKKKEEEEEE OFFF THHHEEE EMMMPPEERRRROOORRRR!!!””””””
That is so neutral and much more relaxing, than playing Stalingrad.
Oh; somehow it's nice that there is 40K.
I prefer to stay at Games Workshop and their SciFi world, but do not judge anyone who wants to give the new campaign book of Warlord Games a chance.
Tastes are different there.
Games Workshop has already dealt with the topic of cityfights several times.
Already in 2001 there was the Codex Cityfight, which I didn't play myself and I don't know either.
The topic was then presented quite impressively at Games Day in 2006.
At that time, a supplementary book for the 4th Warhammer 40 K Edition was published with the title Cities of Death.
The book had 80 pages, almost half in color, with some fluff, and a corresponding hobby part, which was devoted to the construction and painting of terrain and models.
The missions alone offered everything your heart could desire: house-to-house combat, targeted advance, cleaning and securing, material battle and counterattack.
There were also various special missions: Battles of encirclement, rubble and ashes, relief attack, storm attack, invasion.
These special missions were intended to replace the standardized missions and gave the player even more options.
The street fighting army was explicitly based on the army list of the 4th edition.
It was even pointed out that players can use their own armies there.
On the other hand, this possibility was also the weak point of the system.
The Codex was not an independent one.
Basically, you played 40K with more terrain, but this was in a time when two 2500 point armies normally faced each other in a static line and 10 liter buckets with dice were thrown again and again, and again and again, in order to coming to a battle result was somehow a progress.
Recommended, at least in alpha and gamma levels, was a 48 "x48" playing field, which was very good.
Players who got involved with the system and built army lists that also suited a cityfight scenario could actually have fun on such a reduced GW playing field.
No question at all.
That was probably not the case in general, and consequently the Codex Apocalypse appeared in the following year: felt 5000 point armies against 5000 point armies on tables with a minimum width of 4 m and a length of 6 m. In addition, there were trash cans filled with dice, and you had to dice over and over and over and over again ...
At Games Day 2006, however, I was very amazed about the marketing efforts for “Cities of death”; for a very banal reason.
It was felt for the first time that GW propagated a codex where you could go to battle with fewer figures than in the main rule book.
Something like that was and is atypical for the company, because the principle of selling more minis per new Codex seems to have been set in the company philosophy.
Well.
One might also hope that the players would buy the new city battle kits - ruins, buildings, barriers, markers etc. etc. - in bulk.
In retail stores we name it accessories offensive.
Did this strategy work?
To evaluate this fairly, one would have to know the sales figures.
I don't know them, so I better leave it.
I stick to the Apocalypse speculation I mentioned above.
No matter how.
The new kits were staged in the grand diorama on Games Day, which I will show you here with a few pictures, and there was a lot of buying enthusiasm for me too.
I senselessly bought parts of the terrain, which I later exchanged for other senseless stuff.
Collector’s fate?
We all know it.
But today, I regret the decision.
Meanwhile, GW has developed with Killteam a real cityfight system, and I could have built my 40K Stalingrad without any problems.
So now!?!
Now I'm in a dilemma.
I won't be playing Bolt Action Stalingrad.
GW models are even more expensive than before.
I have no desire to scratchbuild something.
But ….
Cityfight would be cool.
So, I stop writing now.
I have to think.

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